DEUTSCHE SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON ERICH VON DRYGALSKI LEITER DER EXPEDITION XIII. BAND ZOOLOGIE V.BAND HEFT I R. VON EITTER-ZÄHONY: REVISION DEE CHÄTOGNATHEN. MIT 51 ABBILDUNGEN IM TEXT. BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1911. (AUSGEGEBEN IM JULI 1911.) DEUTSCHE SÜDPOLAR-EXPEDITIÜN 1901-1903 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON ERICH VON DRYGALSKI LEITER DER EXPEDITION XIII. BAND ZOOLOGIE V. BAND M> # y BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1913 REVISION DER CHÄTOGNATHEN VON RUDOLF VON EITTER-ZAHONY (BERLIN) MIT 51 ABBILDUNGEN IM TEXT. Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. LIBRARY Inhalt des XIII. Bandes. Zoologie V. Band. Seite Vorwort von E. Vanhöffen y \ T II Heft 1. (Ausgegeben im Juli 1911.) 1. R. v. Ritter-Zähony, Revision der Chaetognathen. Mit 51 Abbildungen im Text 1—72 Heft 2. (Ausgegeben im August 1912.) 2. A. Popofsky, Die Sphaerellarien des Warmwassergebiets. Mit Tafel I — VITI und 77 Abbildungen im Text 73 160 3. P. Pappenheim, Die Fische der Deutschen Südpolar -Expedition 1901— 1903. I. Die Fische der Antarktis und Subantarktis. Mit Tafel IX und X und 10 Ab- bildungen im Text 161 — 182 4. J. Thiele, Die antarktischen Schnecken und Muscheln. Mit Tafel XI — XIX und 18 Abbildungen im Text 183 — 286 Heft 3. (Ausgegeben im November 1912.) 5. W. Kükenthal, Die Alcyonarien der Deutschen Südpolar-Expedition 1901 — 1903. Mit Tafel XX— XIII und 64 Abbildungen im Text 287—350 6. E. Vanhöffen, Die Craspedoten Medusen der Deutschen Südpolar-Expedition Mit Tafel XXIV und XXV und 25 Abbildungen im Text 351—396 Heft 4. (Ausgegeben im April 1913.) 7. E. Ehlers, Die Polychaetensammlungen der Deutschen Südpolar-Expedition, 1901—1903. Mit Tafel XXVI— XLVI 397—598 8. E. Vanhöffen, Herpyllöbius antarcticus n. sp., ein an Enipo rhombiqera Ehlers schmarotzender Copepode. Mit einer Abbildung im Text 599 — 602 28857 Vorwort. Der vorliegende V. Band der zoologischen Ergebnisse, Bd. XIII des Gesamtwerkes, behandelt 569 von der Expedition gesammelte Arten, von denen 233 als neu beschrieben werden und 244 der Antarktis angehören. Die erste Arbeit von Dr. v. Ritter-Zähony gibt eine Revision der Sagitten, welche dank der guten Erhaltung des Materials in 2 proz. Formollösung durchführbar war. Von den 27 jetzt bekannten Alten fanden sich 21 in der Sammlung der Expedition, darunter 2 neue, und eine dritte Art Sagitta gazeUae konnte erst auf Grund unserer reichen Ausbeute genauer gekenn- zeichnet werden. Sie erwies sich als die einzige zirkumpolare Kaltwasserart der südlichen Hemisphäre. Die Untersuchung der Sagitten war besonders mühsam, weil sie in sehr bedeutender In- dividuenzahl vorlagen und immer wieder die Bezahnung und andere nicht ganz leicht zu erkennende Merkmale geprüft werden mußten. Die Zahl der Individuen war in den meisten Vertikalfängen aus größeren Tiefen so groß, daß erst die Sagitten herausgesucht werden mußten, um andere, kleinere Tiere sichtbar zu machen. Von den in der Ausbeute fehlenden 6 Arten sind 2 in dem kühlen Gebiet des nördlichen Atlantischen Ozeans heimisch, dessen Untersuchung nicht im Arbeitsplan der Ex- pedition lag: Sagitta setosa und Sagitta degans; 2 sind charakteristische Küstenformen von be- schränkter Verbreitung: SpadeUa schizoptera und Spadetta cephaloptera; eine Art, Sagitta helenae, ist bisher nur im Eloridastrom und bei den Tortugas nachgewiesen, und die letzte, Sagitta pulchra. ist aus den Tropen des Indischen und Pazifischen Ozeans bekannt, die wir kaum berührt haben. Die Sphaerellarien des Warmwassergebiets, die zweite Radiolarien - gruppe, welche Dr. Popofsky untersuchte, verlangten wegen ihrer Kleinheit und wegen der ver- schiedenen Entwicklungsformen große Aufmerksamkeit und Ausdauer, da sehr viele Individuen, um Klarheit zu gewinnen, in 400- bis 600 facher Vergrößerung skizziert werden mußten. So gelang es erst, Zusammenhänge im Aufbau des Skeletts und der Familien untereinander zu finden. Weiter ergab sich, daß wir noch weit davon entfernt sind, die Mannigfaltigkeit dieser Formen er- schöpft zu haben, da unter 73 gesammelten Arten 44 neue vorhanden waren. Die antarktischen und subantarktischen Fische von Dr. Pappen - heim liefern den ersten Beitrag zur Bearbeitung unserer Fischsammlung, da noch die Tiefsee- fische, ferner die Küsten- und Obertlächenbewohner besonders behandelt werden sollen. Die Sub- antarktis ist durch 6 schon von früher bekannte Arten der Kerguelen vertreten, eine Art, Mycto- VI Vorwort. phum antarcticum, die nur tot auf Eisschollen gefunden wurde, muß der antarktischen Tiefsee zugeteilt werden, und 10 Arten wurden von der Gauss- Station beschrieben, darunter 5 neue. Von besonderem Interesse ist die .sichere Abgrenzung der Gattungen Trematomus und Notothenia, der Nachweis der Gattungen Lycodes und Lycodichthys, die sonst nirgends in der Antarktis gefunden wurden, und die Farbentafel, die erst eine richtige Vorstellung von den lebenden Tieren gibt. Professor Thiele bearbeitete die antarktischen Schnecken und Muscheln und hatte viele Mühe damit, da besonders die in Tiefen von 350 — 385 m gefundenen Arten meist klein waren. Sie zeichneten sich fast allgemein durch Farblosigkeit und geringe Stärke der Schalen aus, was der Autor der niedrigen Temperatur von — 1,9°, unter der sie dauernd leben, zuschreibt. Nur bei den Nacktschnecken wurden in einigen Fällen lebhafte, rote, weiße, gelbe und grünliche Farben beobachtet, doch konnte das nicht zur Anschauung gebracht werden, weil durch einen Zufall die nach dem Leben entworfenen Farbenskizzen bei einem früheren Bearbeiter, der diese kleine Gruppe besonders behandeln wollte, verloren gingen. An die Beschreibung der 189 Arten, von denen 126 neu sind, welche eine nicht unwesentliche Vermehrung der bipolaren Gattungen ergab, schließt sich eine Übersicht über die gesamte Molluskenfauna der Antarktis und Subant- arktis und über die Beziehungen der einzelnen Regionen zueinander an. Da zwei der gewählten Gattungsnamen bereits für fossile Formen vergeben waren, schlug Professor Thiele (Zentralblatt für Zoologie, allgemeine und experimentelle Biologie, Bd. 2, Heft 3, Januar 1913, S. 86) für die Gattung Sublacuna den Namen Prolacuna und für Watsonella den Namen Boogina vor. Mit seiner Arbeit, die Anfang August 1912 erschien, kollidierte ein Nachtrag zu den Mollusken der Scottish National Antarctic Expedition, der Ende desselben Monats herauskam. Professor Thiele teilt mir darüber folgendes mit: „In ihrem Nachtrag zu der Bearbeitung der Mollusken der „Scotia", der ein wenig später erschienen ist als meine Arbeit über die Mollusken des „Gauss", haben Melvill und Standen last ausschließlich Arten von der Burdwood-Bank und den Süd-Orknev-Inseln beschrieben. Man kann hieraus eine Bestätigung der Ansicht entnehmen, daß dieses Gebiet nähere faunistische Be- ziehungen zum magellanischen Bezirk als zur Holantarktis aufweist, z. B. fehlen Chaetopleura und Savatieria der letzteren nach unserer bisherigen Kenntnis. Der Name Trichotropis antarctica ist von mir für eine verschiedene Art vergeben und daher bei Melvill und Standen zu ändern; ich schlage den Namen Trichotropis scotiae für ihre Art vor. Auch Retusa antarctica würde zu ändern sein, weil Utriculus antarcticus Pfeffer in dieselbe Gattung gehört, die ich als Diaphcma bezeichnet habe, doch es ist möglich, daß die Art mit der Pfeffer's oder mit meiner ]). extrema zusammenfällt. Von zwei Tiefseearten ist eine als Lacuna bezeichnet. was aber als selvr zweifelhaft erscheint; die andere, Yoldia profundorum, ist meiner MaUetia pel- Imida ziemlich ähnlich, dürfte aber doch nicht mit ihr identisch sein." Unter den Alevonarien fand Professor Kükenthal nicht weniger als 14 Arten, von denen 9 dem Sockel des antarktischen Festlandes, 5 der Tiefsee dicht vor demselben angehören und 6 Küstenformen sowie 4 Tiefseebewohner noch unbekannt waren. Von besonderem Interesse ist, daß Caliqorgia und Stach yodes /.um ersten Mal im Bereich der Antarktis nachgewiesen werden konnten und daß die vom Challenger entdeckte wunderbare Gattung Caüozastron, welche als frei- Vorwort. VII lebend, im Schlamme kriechend beschrieben war, wiedergefunden und als normale festsitzende Alcyonarie erkannt wurde. Die Untersuchung der Craspedoten Medusen, welche mir zufiel, ergab, daß sämt- liche aus den Antarktis bekannten Arten und dazu noch einige neue gefunden waren, darunter 3 bipolare Gattungen: Ptychogastria, Botrynema und Margelopsis. Vorherrschend und das ganze Jahr hindurch erschien Solmundella bei der Station, und demnächst schlössen sich dort der Zahl nach iscmema-Arten und Cosmetirella an. Zu den 16 Arten von der Gauss-Station kamen noch 36 während der Fahrt im Eise und in warmen Meeren gesammelte. Unter diesen war Cytaeis von den Kapverden in mehr als 3000 Exemplaren vertreten, und daher gelang es, bei ihr Polymerie, 5- und 6 strahlige Formen nachzuweisen. Besonders mühevoll war auch die Sichtung und Untersuchung der reichen Polychaeten - s a m m 1 u n g , die Geheimrat Ehlers übernahm, da die Tiere vielfach die unangenehme Eigen- tümlichkeit haben, beim Absterben in Bruchstücke zu zerfallen, oftmals recht klein und zum Teil auch als Larvenformen vertreten waren. Trotz der Aussonderung mancher nicht erkennbaren Formen blieben noch 206 bestimmte Arten mit 87 neuen übrig, von denen 80 antarktisch sind. Am reichsten waren in der Antarktis der Art nach Syllideen, Terebelliden und Phyllodociden, der Individuenzahl nach Terebelliden, Syllideen, Polynoiden und Sabelliden vorhanden. Im Anschluß an die Würmer habe ich dann noch einen Wurmparasiten. Herpyttobius ant- arclicus, beschrieben, der besonders Erwähnung verdient, weil die Gattung bisher nur aus nordischen Meeren bekannt war. So bringt auch der vorliegende Band wertvolle Beiträge zur Kenntnis der Antarktis und der Meeresfauna überhaupt und bietet neue Grundlagen zur Beurteilung der faunistischen Beziehungen zwischen dem Gebiete der Gauss-Station mit benachbarten und selbst mit weit getrennten Regionen. Bei Abschluß desselben bitte ich noch die Herren Mitarbeiter, dafür, daß sie sieh durch bisweilen auch mangelhaft erhaltenes Material und durch die Fülle und Kleinheit der Formen von der Be- arbeitung nicht abschrecken ließen, meinen besten Dank entgegenzunehmen. Berlin, im Februar 1913. E. Vanhöffen. (ujILIBR AR Y Die Gründe, die mich veranlaßten, mit der Untersuchung der Chätognathensammlung des „Gauss" eine systematisch -faunistische Revision der ganzen Gruppe zu verbinden, waren folgende: 1. Das Material enthielt 19 der 25 bisher beschriebenen guten Spezies und 2 neue in vorzüglich er- haltenem Zustande und meist großer Menge. Außerdem standen mir dieselben Arten nebst 5 der- jenigen, die auf der Deutschen Südpolar -Expedition nicht erbeutet worden waren, aus der großen Chätognathensammlung des Berliner Museums von verschiedenen anderen Fundorten zur Ver- fügung. 2. Seit dem Erscheinen der Monographie Fowler's, die hauptsächlich den tropischen Arten Rechnung trug, haben Beobachtungen der letzten Jahre sowohl in systematischer als in faunistischer Beziehung eine Fülle neuen Materials geliefert und zahlreiche ältere Irrtümer auf- gedeckt, so daß eine möglichst kurze, zusammenfassende Darstellung der neuen Ergebnisse, die nun auch durch die Deutsche Südpolar-Expedition eine bedeutende Erweiterung erfahren, gewiß nicht unangebracht ist. 3. Auch von vielen der besser bekannten Arten fehlen noch immer voll- ständige Diagnosen und korrekte Abbildungen. 4. Gattungsdiagnosen, die den jetzigen Anforde- rungen der Systematik entsprechen, fehlen überhaupt vollständig. 5. Glaube ich einem Bedürfnis entgegenzukommen, wenn ich die Erfahrungen, die ich nach längerer eingehender Beschäftigung mit den Chätognathen gemacht habe, nun dazu verwende, um den Zoologen die Bestimmung dieser Gruppe zu erleichtern. Das Sagittenmaterial der Deutschen Südpolar-Expedition stammte hauptsächlich aus Vertikal- fängen, die mit verschiedenen Netzen aus verschiedenen Tiefen gemacht wurden. Ein Teil war in Alkohol, der andere in Formol konserviert worden; namentlich der letztere war, wie schon erwähnt, vorzüglich erhalten. Der größte Teil der Chätognathensammlung der Deutschen Südpolar-Expedition mit den Originalen sämtlicher von mir auch sonst aufgestellten Arten befindet sich im Königl. Zoologischen Museum in Berlin. I. Systematischer Teil. Dem bereits hervorgehobenen Zweck dieser Abhandlung entsprechend, ist von einer allgemeinen Übersicht über die Organisation der Chätognathen sowie von jedem Eingehen auf anatomische Details abgesehen und das Hauptgewicht auf möglichst vollständige Genus- und Speziesdiagnosen gelegt. Die Einteilung der Chätognathen in Gattungen hat in letzter Zeit eine kleine Erweiterung erfahren, die beibehalten wurde, sonst aber sind irgendwelche Neuerungen, z. B. in bezug auf die 4 Deutsche Südpolar-Expedition. Terminologie, nicht vorgenommen worden. Nur den Arten, die entweder ganz neu sind oder wenig- stens in der Sammlung der Deutschen Südpolar-Expedition zum erstenmal genauer untersucht werden konnten (S. gazellae) ist eine ausführlichere Beschreibung gewidmet, bei den übrigen waren meist nur wenige, die Diagnose erläuternde Bemerkungen nötig. Tabellen aber habe ich in Anbetracht ihres großen systematischen Wertes wiederholt eingeschoben (vgl. 62, p. 253). Die Synonymen - und Literaturlisten sind nach denselben Gesichtspunkten zusammengestellt, die bereits in einer anderen Arbeit für mich maßgebend waren (62, p. 252); erörtert wurden jedoch im allgemeinen nur diejenigen Synonymien, auf die in dieser Abhandlung zum erstenmal aufmerksam gemacht wird. Sonst beschränkte ich mich gewöhnlich auf einen entsprechenden Literaturverweis. Um die Bestimmung zu erleichtern, mache ich, sofern es mir nicht nötig schien, selbst Zeichnungen herzustellen, bei jeder Art auf diejenigen Arbeiten aufmerksam, welche brauchbare Abbildungen von ihr geben. Ebenfalls im Interesse einer sichereren Bestimmung ist schon in diesem Kapitel für jede Art ihr Vorkommen kurz charakterisiert, obwohl dieser Punkt erst im faunistischen Teil eine eingehendere Würdigung erfährt. Als Anhang sind die „Species incertae" aufgeführt: Arten, die von verschiedenen Autoren beobachtet und gewöhnlich auch benannt wurden, deren Beschreibung jedoch so mangelhaft ist, daß ihre Identifizierung nur mit Hilfe der Originale möglich wäre. Genus Sagitta Q. G. 1827. Sngilla Quoy u. Gaimard. 1880. Sagilla Langerhans, Hertwig. 1883. Spadella Grassi; partim. 1892. Sagiita Strodtmann. Diagnose. Große und kleine Chätognathen von bald schlaffem, bald sehr kräftigem, straffem Habitus. Die relative Länge des Schwanzabschnittes, die in der Jugend stets größer ist als im Alter, schwankt bei erwachsenen Tieren zwischen 36 und 10% der gesamten Körperlänge. Zwei Paare seitlicher Flossen; das vordere am Rumpf, das hintere auf Rumpf und Schwanz gelegen. Schwanzflosse abgerundet, dreieckig oder breit schauf eiförmig. Greif haken 6 — 13, mit meist, geraden Spitzen. Zwei Reihen von Zähnen, die jederseits von vorne und von den Seiten ins Vestibulum hineinragen. Die Vestibularorgane sind seitlich stark vorspringende, mit Papillen besetzte Wülste, oder bestehen bloß aus einzelnen sitzenden Papillen. Hinter den Vestibularorganen jederseits ein distinktes Drüsenfeld im Epithel (Vestibulargruben). Flimmerkrone (Corona) ver- schieden gestaltet, über Kopf und Rumpf reichend oder nur auf einen der beiden Körperteile be- schränkt. Collerette und Darmdivertikel vorhanden oder fehlend. Weiblicher Apparat stab- oder kolbenförmig. Receptaculum seminis schlauchförmig, auf einer kleinen Papille mündend. Samen - blasen verschieden. Die Eier werden frei und einzeln abgelegt. Lebensweise freischwimmend, pelagisch. Warm- und Kaltwasserarten. Bekannt 20 gute Arten. — Der Habitus eines Chätognathen hängt von der Ausbildung der Längsmuskelbänder ab; sind dieselben schwach und dünn, so ist der Körper des Tieres nicht nur schlaff, sondern auch durch- sichtig, sind sie kräftig, so ist er straff und opak. Die Extreme im Habitus werden in Genus Sagitta durch S. enflata und maxima einerseits, S. robusta und planctonis andererseits repräsentiert; die übrigen Arten stellen Übergänge vor, die sich bald mehr dem einen, bald mehr dem anderen Extrem v. Rittek-Zähony, Sagitten. 5 nähern. Die Form des Kopfes hängt vom Kontraktionszustand ab, unterliegt im übrigen wohl wenig Variationen. Die Kegel ist, daß bei den schlaffen Äxten der Kopf fast doppelt so breit wie lang ist, bei den straffen dagegen seine Quer- und Längsdimension einander ungefähr gleichkommen. Bei einer einzigen Art — S. macrocephala — ist der Kopf unverhältnismäßig groß. Infolge ungleichen Wachstums von Rumpf und Schwanz verändert sich mit dem Alter die relative Länge des letzteren in bezug auf die Gesamtdimension: sie wird allmählich geringer. Dies ist besonders bei den größeren Arten deutlich, läßt sich aber auch bei den kleineren konstatieren, wenn man genügend junge Stadien mit erwachsenen vergleicht. Das vordere Flossen paar beginnt nur ausnahmsweise vor dem Bauchganglion, gewöhnlich knapp dahinter oder in einer Entfernung davon, die der mehrfachen Länge des Ganglions entsprechen kann; doch kommen in bezug auf den Beginn der Vorderflossen manchmal bei ein und derselben Art Schwankungen vor. Die Vorderflossen sind im allgemeinen abgerundet, im hintersten Drittel oder Viertel am breitesten; ihre Länge variiert. Strahlen durchsetzen sie ent- weder ganz oder teilweise; im letzteren Falle bleibt ein bald schmälerer, bald breiterer Innenbezirk und das vorderste Drittel oder Viertel strahlenlos. Außerdem ist immer ein allmähliches Schütterer- werden der Strahlen von hinten nach vorne zu konstatieren. Die Hinterflossen sind entweder ähnlich gestaltet oder dreieckig vorspringend, jedoch stets breiter als die Vorderflossen. Für die Verteilung der Strahlen in ihnen gilt dasselbe, was für die Vorderflossen gesagt wurde. Die Seitenflossen können bei einigen größeren Arten dauernd (S. maxima) oder nur auf gewissen Stadien (S. gazellae, lyra) miteinander durch einen schmalen, dem Körper angehefteten Steg verbunden sein, es bleibt jedoch immer deutlich, daß tatsächlich zwei Flossen vorhanden sind. Die gewöhnlich sanft gebogenen Greifhaken lassen niemals eine Knickung, wie sie für das Genus Krohnitta charakteristisch ist, erkennen. Ihre Färbung ist meist heller oder dunkler bräunlich, es scheinen jedoch auch Arten zu existieren, die sich — im Leben wenigstens — durch gänzlich ungefärbte Haken auszeichnen. Die Spitzen dieser Organe sind nur bei S. minima und serratodentata, welch' letztere sich ausnahmsweise auch durch eine Zähnelung der Hakenschneide auszeichnet, gekrümmt. Eine Verschiedenheit der zuletzt gebildeten Haken gegenüber den älteren ist nur bei S. lyra beobachtet worden. Bei jeder Art erreicht die Zahl der Haken ein gewisses Maximum. Dieses Maximum weisen aber gewöhnlich nicht die völlig erwachsenen, sondern die jüngeren, oft nicht einmal halb erwachsenen Tiere auf; je älter dieselben werden, desto weniger Haken lassen sich an ihnen zählen. Es erklärt sich dies daraus, daß das für alle Chätognathen charakteristische allmähliche Ausfallen der ältesten Haken mit dem Nachwachsen neuer von einem gewissen Entwicklungsstadium ab nicht immer gleichen Schritt hält (vgl. 62, p. 267). Auch diese Eigentümlichkeit ist natürlich bei den größeren Arten viel auffallender und leichter konstatierbar. Die Zahl der, in analoger Weise wie die Haken, mit Spitzen versehenen Zähne variiert stark, besonders die der hinteren Reihe. Die Vorderzähne sind gewöhnlich dorsoventral etwas abgeplattet und von dreieckigem Umriß, sonst, wie die Hinter- zähne, schlank konisch. Ihre Stellung ist sehr verschieden und systematisch gut verwertbar. Die Hinterzähne bilden jedoch stets in gleicher Weise eine kontinuierliche Reihe; nur bei den großen Arten mit wenigen Hinterzähnen finden sich zuweilen äußerlich kleine Lücken zwischen ihnen, die basalen Hälften der Zähne stoßen aber auch bei diesen Arten aneinander. Ein sukzessives Ab- (5 Deutsche Südpolar-Expedition. fallen der ältesten Zähne mit zunehmendem Alter läßt sich namentlich für die hintere Reihe oft nachweisen. Typisch ist ferner, daß die jüngeren Zähne einer Serie, dem Wachstum des ganzen Tieres entsprechend, stets größer sind als die älteren; dies gilt auch für die Haken, ist aber an ihnen weniger auffallend. Die beiden bei Sagitta vorkommenden Typen der Vestibularorgane sind als Vestibularwülste und Vestibularpapillen bezeichnet worden (59, p. 6); die letzteren findet man nur bei S. hexaptera, gazellae imd lyra. Von der Corona kann man bei Sagitta im allgemeinen drei Typen unterscheiden: der häufigste ist derjenige des stark in die Länge gezogenen Ovals, das knapp hinter dem Gehirn beginnt und unter leichter Wellung oder Buchtimg seiner seitlichen Ränder sich über Kopf und Vorderrumpf bis ungefähr in die Gegend zwischen Hals und Bauchganglion erstreckt. Seltener sind die beiden anderen Typen der Corona: der ,,birnförmige", der nur auf den Kopf (S. hexaptera, maxima, lyra, gazellae, enflata), und der längsovale, der nur auf den Rumpf beschränkt ist (S. regularis, minima, decipiens, planctonis). Übergänge zwischen den Typen kommen auch vor; von einer Art (S. macrocephala) ist die Corona noch nicht bekannt. Die Augen bieten nur bei S. decipiens und S. macrocephala Abweichungen von der Norm. Bei letzterer Art scheinen sie in Rückbildimg begriffen. Der paarige seitliche Wulst blasiger Epithelzellen in der Halsgegend aller Chätognathen "erreicht oft solche Mächtigkeit, daß er die Höhe des übrigen Körperepithels um mehr als das doppelte übertrifft. Er wird dann nach Fowler Collerette genannt. Dieselbe ist gewöhnlich in der Gegend des Halses am breitesten und kann verschieden weit nach hinten reichen, aber nur ausnahmsweise (S. planctonis) bis an die Vorderflossen. Auf dem von Fowler bestrittenen systematischen Wert der Darmdivertikel muß ich bestehen. Die Gebilde, deren genauere Untersuchung allerdings nur auf Schnitten möglich ist, kommen einer Art entweder zu oder nicht, müssen daher in ihrer Diagnose berücksichtigt werden. Nur ausnahmsweise (S. robusta) können sie — in der Jugend — schwächer entwickelt sein. Die Divertikel gehören histologisch zum Mitteldarm und sind daher, wie dieser selbst, durch hellere Färbung vom Vorderdarm deutlich geschieden. Die Analöffnung liegt in den weitaus meisten Fällen knapp vor dem Rumpf-Schwanzseptum, seltener in einiger Entfernung davon (S. maxima, lyra, gazellae). Im Bau der Geschlechtsorgane kommen keine Verschiedenheiten vor. Das mit Sperma gefüllte Receptaculum seminis kann bei manchen Arten stellenweise, namentlich in der Nähe seiner Mündung, ballonartig aufgetrieben sein. Solche Auftreibungen sind jedoch nicht präformiert, sondern durch eine Stauung größerer Spermamassen hervorgerufen. Die Papille, auf der das Receptaculum mündet, ist bei den straffen Arten deutlicher als bei den schlaffen. Systematisch gut verwertbar ist die Größe, Gestalt und Lage der Samenblasen, die im allgemeinen desto auffallendere Gebilde sind, je kleiner die Art ist. Sie öffnen sich nach vorne, nur ausnahmsweise (S. elegans, planctonis) nach hinten. Als negative Merkmale anderen Gattungen gegenüber, sind für Sagitta erwähnenswert: der Mangel epithelialer Klebzellen, einer queren Rumpfmuskulatur und eines apikalen Drüsenlagers am Kopfe. v. Ritter-ZAhony. Sagitten. 7 Als Autor des Namens Sagitta ist bisher immer Slabber angeführt worden. Mit Unrecht; denn Quoy u. Gaimard sind die ersten gewesen, die Sagitta im Sinne der binären Nomenklatur angewendet haben, während jenes in allen Monographien zitierte alte Werk Slabber's derselben noch fremd oder höchstens erst suchend gegenübersteht. Sagitta hexaptera Orb. Synonyme und Literatur. 1834—1844 Sagitta hexaptera, d'Orbigny (55, Taf. 10, Fig. 4 u. 5). 1834—1844. Sagitla exaptera, d'Orbigny (55, p. 143); (vgl. 61, p. 789 ff.). 1843. Sagitta Mediterrane«, Forbes (21, p. 73). 1844. Sagitta bipunctata, Krohn (39; vgl. 40, p. 276). 1858. Sagiiia bipunctata, Gegenbaur (29, p. 5). 1870. Sagitta tricuspidata, Kent (38, p. 268). 1880. Sagitta magna, Langerhans (42, p. 135). 1880. Sagitta hexaptera, Hertwig (36, p. 254). 1881. Sagitta Longidentala, Grassi (32, p. 213; vgl. 33, p. 11). 1883. Spadella Hexaptera, Grassi (33, p. 10). 1883. Spadella Magna, Grassi (33, p. 11). 1892. Sagitta hexaptera, Strodtmann (70, p. 340, 367); partim (vgl. 62, p. 268). 1903. Sagitta hexaptera u. magna, Krumbach (41, p. 633, 634). 1905. Sagitta hexaptera? (Sp. indeterm. I), Fowler (23, p. 73). 1906. Sagitta hexaptera, Fowler (24, p. 11). 1908. Sagitta hexaptera, Ritter-Zähony (59, p. 9). 1909. Sagitta hexaptera, Ritter-Zähony (61, p. 789). Diagnose. Habitus nicht sehr muskelstark, durchsichtig. Schwanz 20 — 16% der Gesamtlänge 1 ). Seitenflossen getrennt. Vorderflossen klein, abgerundet, mit Aus- nahme einer sehr schmalen Innenzone vollständig von Strahlen durchsetzt; sie be- ginnen etwas vor der Körpermitte in weiter Entfernung hinter dem Bauchganglion. Hinterflossen dreieckig, von den Vorderflossen ungefähr um deren eigene Länge ent- fernt, am breitesten hinter dem Eumpf-Schwanzseptum, mehr am Eumpf als am Schwanz gelegen; scharf begrenzte Innenzone und vorderes Ende ohne Strahlen. Haken bis 10, im Alter 7 — 8, oder noch weniger; hinter der Hakenspitze kristen- artiger Vorsprung der Schneide. Vorderzähne lang, dolchförmig, 3 — 5, meist ge- spreizt. Hinterzähne äußerlich etwas voneinander getrennt, höchstens 6. Eine Reihe konischer, manchmal unregelmäßig gestellter oder undeutlicher Vestibulär - papillen. Corona von birnförmigem Umriß, vom Hinterrande des Gehirns bis auf den Hals reichend. Weder Collerette noch Darmdivertikel. Weiblicher Apparat stab- förmig, in reifem Zustande gelegentlich bis in die Halsgegend reichend. Samenblasen kugelig, klein, von den Hinterflossen entfernt, an die Schwanzflosse fast anstoßend. Beobachtete Größe bis 63 mm. — Tabellen und Abbildungen bei Fowler (24), Ritter-Zahony (59) und Krumbach (41, Hakenspitzen). Vorkommen. Annähernd zwischen dem 40.° N und 40.° S epi- und mesoplanktonisch ; in höheren Breiten nur mesoplanktonisch, seltener. Fig. 1 . S. hexa- ptera, Habitus. *) In den Artdiagnosen ist nur auf die relative Schwanzlänge erwachsener Tiere Rücksicht genommen. 8 Deutsche Südpolar-Expedition. Sagitta maxima (Conant). Synonyme und Literatur. 1885. Sp. innom., Verrill (75, p. 594). 1892. Sagitta hexaptera, Strodtmann (70, p. 340); partim. 1896. Spadella maxima, Conant (12, p. 212). 1896. Sagitta Wharloni, Fowler (22, p. 992). 1905. Sp. indeterm. II, Fowler (23, p. 73). 1906. Sagitta gigantea, Broch (5, p. 146). 1910. Sagitta maxima, Ritter-Zähony (62, p. 264). Diagnose. Habitus schlaff, Schwanzabschnitt 25 — 19 % der Gesamtlänge. Seitenflossen das ganze Leben hindurch miteinander verbunden. Vorderflossen sehr lang, knapp vor dem Bauch - ganglion beginnend, erst nahe ihrem hinteren Ende am breitesten. Hinterflossen dreieckig, etwas hinter dem Rumpf-Schwanzseptum am breitesten. Bei beiden Flossen Innenzone und vorderes Ende ohne Strahlen. Die Zahl der Haken steigt bis auf 11, während des weiteren Wachstums sinkt sie bis auf 6. Vorder - zahne dünn, oft etwas einwärts gekrümmt, einander nicht deckend, typische Zahl 5 — 6. Hinterzähne durch deutliche äußere Zwischenräume von ein- ander getrennt, bis 8, meist 5 — 6. Vestibularwülste in Gestalt von hohen, in eine Reihe spitz konischer Papillen auslaufenden Kämmen. Corona, von birnförmigem Umriß, vom Hinterrande des Gehirns bis auf den Hals reichend. Weder Collerette noch Darmdivertikel. Anus vom Rumpf- Schwanzseptum etwas entfernt. Weiblicher Apparat stabförmig, nicht über die Mitte der Vorderflosse reichend. Receptaculum seminis zu- weilen proximal kugelig aufgetrieben. Samenblasen eiförmig, an die Hinterflossen anstoßend, von der Schwanzflosse ungefähr um ihre eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe bis 9 cm. — Ein näheres Eingehen auf diese so charakteristische Art ist nicht nötig, da vor kurzem eine ausführliche Darstellung von ihr erschienen ist (62). Daselbst findet sich auch die Kritik der Syno- nyme. Lage und Gestalt der reifen Samenblasen die bisher unbekannt waren, zeigt die neben- stehende Figur. Tabellen und Abbildungen bei Ritter-Zähony (62) und Broch (5). Vorkommen. Kosmopolitisch mesoplanktonisch, in höheren Breiten auch im unteren Epiplankton. Sagitta lyra Krohn. Synonyme und Literatur. 1853. Sagitta lyra, Krohn (40, p. 272). 1883. Spadella Lyra, Grassi (33, p. 11). 1896. Sagitta jurcata, Steinhaus (68, p. 8; vgl. 59, p. 10 fL). 1905. Sagitta jurcata, Fowler (23, p. 63). 1905. Sp. indeterm. III, Fowler (23, p. 74; vgl. 59, p. 12). 1908. Sagitta lyra, Ritter-Zähony (59, p. 10). Diagnose. Habitus nicht sehr muskelstark, durchsichtig. Schwanzabschnitt 18 — 14 % der Gesamtlänge. Seitenflossen „in der Jugend getrennt, später durch einen strahlenlosen Steg miteinander verbunden. Vorderflossen lang und schmal, nach hinten nur wenig verbreitert, Fig. 2. S. maxima, Samenblasen. v. Ritter-Zähohy, Sagitten. in geringer Entfernung vom Bauchganglion beginnend, vorderes Drittel und Innenzone ohne Strahlen, Hinterflossen abgerundet, mindestens zu zwei Dritteilen am Rumpf gelegen, mit in der Jugend sehr schmaler, später breiter werdender strahlenloser Innenzone, die dann auch in den die Flossen verbindenden Steg übergeht. Schwanzflosse ziemlich breit, dreieckig. Maximal- zahl der Haken 9, bei erwachsenen Tieren 8 — 7. Haken nur bei jungen und halberwachsenen Tieren typisch; bei nahender Reife kommt es allmählich zur Bildung anders geformter, krallenartiger Haken. Vorderzähne leicht nach außen gedreht, einander nicht oder nur wenig deckend, in ziemlich steilen Reihen, bis 8. Hinterzähne typisch, aneinanderschließend, bis 12. Vestibularpapillen halbkugelig, in einfacher kontinuierlicher Reihe. Corona von birnförmigem oder ovalem Umriß, vom Hinter- rande des Gehirns bis auf den Hals reichend. Weder Collerette noch Darmdivertikel. Anus vom Rumpf- Schwanzseptuni abgerückt. Weiblicher Apparat stabförmig; er reicht im reifen Zustande höchstens bis zur Mitte der Vorderflosse. Receptaculum seminis proximal meist kugelig aufgetrieben. Samenblasen relativ klein, kugelig, sowohl von den Hinterflossen als von der Schwanzflosse entfernt, ersteren jedoch etwas näher als letzterer. Beobachtete Größe bis 38 mm. — Tabelle nach 45 Individuen aus dem Atlantischen Ozean. Länge (mm ) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 38 16 — 36 15—16 6—7 4... 11 ... 35 14-16 — 9 7 34 15 3... .... 2... 33 15-17 5 . . . 3... 5... 32 15-16 6—7 4... 9... 31 14—16 7 7 12 28 15—17 7—8 7-8 10—12 26 15 8 6 — 25 16 8 7—8 12 24 15—16 8—9 7 11—12 22 15 9 6—7 9—10 20 17 8—9 5 10 19 16 9 6 8 18 16-18 8-9 5 8 Den Eigentümlichkeiten von S. lyra ist bisher nicht immer genügend Rechnung getragen worden; ich muß daher der Diagnose noch einige Bemerkungen hinzufügen. Was zunächst die relative Länge des Schwanzes betrifft, so weist eine Tabelle Fowler's (23, p. 63) etwas größere Zahlen dafür auf: es rührt dies teilweise daher, dass Fowler auch die Schwanzflosse in die Schwanzlänge einbezieht, im übrigen aber habe auch ich bei jüngeren Individuen oft über 20 % konstatieren können. Durch eine Einschnürung zwischen Rumpf und Schwanz und das relativ enge Kaliber des letzteren sind die beiden Körperabschnitte besonders scharf voneinander getrennt (Fig. 3). Die Seitenflossen sind, soweit sie von Strahlen durchsetzt sind, häutig dünn; der übrige Teil sitzt, wie auch bei S. maxima, mit breiter Basis dem Körper an und scheint, vom epithelialen Überzug abgesehen, hauptsächlich aus gallertartiger Substanz zu bestehen. Der die Flossen verbindende Steg wächst von der Hinterflosse aus nach vorne und schiebt sich rechts und links zwischen Körperwand und Deutsche Sttdpolar-Egpedition- XIII. Zoologie V. 9 10 Deutsche Siidpolar-Expedition. Vorderflosse ein, ohne jedoch mit der letzteren zu verschmelzen. Die Anlage des Steges habe ich oft auch schon bei jüngeren Individuen konstatieren können. Haken und Zähne sind meist farblos. Die letzteren fallen bei älteren Tieren sehr leicht ab; dies geht jedoch ganz unregelmäßig vor sich, so daß ich mich in der obigen Tabelle begnügen mußte, nur die bei einer be- stimmten Länge beobachteten Maximalzahlen anzugeben und durch Punkte anzudeuten, daß die übrigen Haken resp. Zähne ganz oder teilweise bereits aus- gefallen waren. Durch den Besitz von zweierlei Haken steht S. lyra innerhalb ihrer Gattung einzig da. Eine nachträgliche Deformierung des schon gebildeten Greif- organs ist jedoch, wie ich früher glaubte (59, p. 12), nicht anzunehmen: wie bei allen Chätognathen findet ein gesetzmäßiges Ausfallen der ältesten Haken und ein beständiges Nachwachsen neuer statt, von einem bestimmten Entwicklungsstadium ab sind aber die neuen nicht mehr von typischer Gestalt, sondern — anfangs nur andeutungsweise, später immer ausgesprochener — krallenartig (s.u. Fig. 8). Auch diese „sekundären" Haken sind daher ebenso wie die primären (typischen) präformiert. Außer der kugeligen proximalen Erweiterung finden sich am Receptaculum seminis geschlechtsreifer Tiere oft auch noch unregelmäßige distale Auftreibungen (Fig. 3), die ebenfalls durch Spermamassen hervorgerufen werden. Abbildung des Kopfes bei Ritter-Zähony (59, Fig. 1 E); daselbst sowie bei Fowler (23) auch Tabellen. Vorkommen. Kosmopolitisch im unteren Epi- und im Mesoplankton. Sagitta gazellae Ritt.-Z. Synonyme und Literatur. 1907. Sagitta hemptera, Fowler (25, p. 1). 1908. Sp. imiorn.. Fowler (26, p. 240). 1909. Sagitta gazellae, Ritter-Zähony (61, p. 787). Diagnose. Habitus fast schlaff, durchsichtig. Schwanzabschnitt 14 — 10% der Gesamtlänge. Seitenflossen in der Jugend miteinander verbunden oder ein- ander stark genähert, später deutlich getrennt. Vorderflossen lang, im hintersten Teil ungefähr doppelt so breit wie im vorderen, in einer Entfernung hinter dem Fig. 3. S. lyra, Bauchganglion beginnend, die dessen ein- bis zweifacher Länge gleichkommt; Habitus. ziemlich breite Innenzone und vorderstes Ende ohne Strahlen. Hinterflossen drei- eckig, am breitesten in der Gegend vor der Analöffnung, mit schmaler strahlenloser Innenzone, zu etwa drei Vierteln am Rumpf gelegen. Haken typisch; ihre Zahl steigt bis auf 10, vielleicht ausnahmsweise auch auf 11, und sinkt während des weiteren Wachstums allmählich bis auf'7. Vorder- zähne schmal konisch, bis 9. decken einander etwas; die beiden Reihen in stumpfem Winkel zu- einander. Hinterzähne typisch, äußerlich meist durch kleine Zwischenräume voneinander getrennt, bis 11, selten mehr. Eine Reihe abgerundeter Vestibulär p a p i 1 1 e n. Corona vom Hinterrande des Gehirns bis auf den Hals reichend, von ovalem oder birnförmigem, oft unregelmäßigem Umriß. Weder Collerette noch Darmdivertikel. Anus vom Rumpf-Schwanzseptum abgerückt. Weib- licher Apparat stabförmig. Samenblasen an die Hinterflossen anstoßend, von der Schwanzflosse ungefähr um ihre eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe bis 71 mm. — v. Ritter-Zähony, Sagitten. 11 Tabelle nach 60 Individuen von der Antarktis. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 71 10 7—8 7-8 10—11 70 12 7—8 7-8 13 67 12 7-8 8 10 «36 12 7 6—7 10—11 62 13 8 7 9-11 58 11-14 7-8 6—8 8—10 57 12—13 7—8 7—9 (10) 9—11 56 12 8 6 9 53 14 7 6—7 7—8 50 13—14 8 6—7 7—9 45 13 7-8 6-8 6—10 43 14 8—9 6 7-9 42 14 8—9 5—6 7—10 37 14 8—9 6 6-7 36 14—15 8—9 5-6 5-8 35 14 8—9 6 7 34 13 8 3 7-8 32 14 9 3 8 30 14—15 (8)9 3-6 5—7 29 15-17 9 4—6 7-9 28 14—15 9 4-5 5—7 27 15 • 9—10 4 5—6 26 15—17 9—10 4—6 4—5 25 15—16 9—10 4—5 4—5 24 14—17 9—10 2—5 4—6 23 16 9—10 3—4 4 22 16-18 9—10 4—6 4-6 21 17—19 9—10 3—4 3-4 20 15—16 9—10 3-4 3 19 16—18 9—10 2-3 (5) 2—3 IS 18 10 3 3 16 19 10 3 2 13 19 10 2 1 Die außergewöhnliche Kürze des Sehwanzabschnittes hat S. gazellae (Fig. 5) nur noch mit S. lyra gemein. Eigentümlich verhalten sich die Seitenflossen, die hier in der Jugend, d. h., soweit ich beobachtet, bei den Individuen, die nicht mehr als 25 — 30 mm maßen, durch einen von Strahlen gestützten Steg verbunden sind (Fig. 4). Dieser Steg wird später resorbiert und die Flossen rücken infolge des gleichzeitigen Wachstums des Rumpfes etwas auseinander. Sie verändern sich dabei auch etwas, indem der ursprünglich eingezogene hintere Teil (Fig. 4) der Vorderflosse sich stark verbreitert und die ursprünglich abgerundete Hinterflosse ebenfalls aus wächst und eine mehr drei- eckige Gestalt annimmt (Fig. 5). Ausgebildete Haken habe ich höchstens 10 beobachtet, in den Fällen, wo ich 11 Haken zählte, ragte der jüngste noch kaum aus dem Epithel hervor. Die Vorder- zähne erhalten sich wohl das ganze Leben hindurch, von den Hinterzähnen aber sind bei größeren Tieren regelmäßig die ältesten bereits abgefallen. Die Maximalzahl der auf einer Seite zur Aus- bildung kommenden Hinterzähne läßt sich daher nicht ermitteln, und in der Tabelle konnte für die größeren Tiere nur die Zahl der jeweilig noch vorhandenen Hinterzähne angegeben werden. Haken 2* 12 Deutsche Südpolar-Expedition. und Zähne waren immer bräunlieh gefärbt. Eine Formveränderung der zuletzt auftretenden Haken habe ich nicht konstatieren können. Die Form der Corona, die Fig. 6 B zeigt, ist nicht selten, vielleicht aber nur durch einen bestimmten Kontraktionszustand des Kopfes verursacht, wäh- rend Fig. 6 A wohl die eigentliche Gestalt der Corona wiedergibt. Reife Ovarien habe ich nicht beobachtet; das größte unreife (bei einem Individuum von 66 mm Länge) reichte nicht einmal bis an die Vorderflossen heran. S. gazellae steht unter allen Sagitten S. lyra am nächsten und, da namentlich mangelhaft erhaltene Exemplare leicht mit dieser Art ver- wechselt werden können, möchte ich auf den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Arten besonders aufmerksam machen: er liegt in der Gestalt der Haken (Fig. 7 und 8), die ich auch bei meinen größten Exemplaren von S. gazellae stets in typischer Gestalt angetroffen habe, während bei der bedeutend kleineren S. lyra oft schon 15 mm lange Individuen die charakteristischen sekundären Haken aufweisen. Erst in zweiter Linie kommen die Unterschiede in der Gestalt der leicht ver- 1 s — — letzbaren Flossen und in den Zahlen o\ IQ Fi'_r. (.! A u. B. S. gazellm B Corona. für die Organe der Kopfbewaffnung in Betracht (vgl. die Tabellen). Die Häufigkeit der S. gazellae in den subantarktischen und antarkti- schen Meeren macht es wahrscheinlich, daß sie neben anderen großen Arten schon Orbigny (55) und Darwin (15) vorgelegen. Die Beschreibungen der Sagitten, welche diese Forscher be- obachtet haben, sind jedoch viel zu all- gemein gehalten, als daß sich dies- bezüglich ein bestimmter Nachweis führen ließe und nur eine Abbildung Orbigny' s kann mit Sicherheit als *S. hexaptera gedeutet werden, weshalb ich selbst auch für die Beibehaltung dieses Namens im System eingetreten bin (61, p. 789 ff.). Mit Bestimmtheit läßt sich S. gazellae in der Literatur zum erstenmal in den Bemerkungen und in der Tabelle zur „S. hexaptera" Fowler's aus dem antarktischen Material der „Discovery" erkennen. Fowler findet an seinen Exemplaren, daß die Vorderflossen weiter nach vorne reichen, daß den Haken die für S. hexaptera charakteristische Krista fehlt, und gibt eine Tabelle, die in bezug auf die relativen Schwanzlängen und Zahlen der Vorder- und Hinterzähne gut auf S. gazellae paßt. Immer- hin ist es möglich, daß Fowler auch einige Exemplare echter S. hexaptera, die ja auch im Meso- Fig. 4. S. gazellae, Habitus Fig. 5. S. gazellae. eines jun- Habitus eines er- gen Kxem- wachsenen Exem- plars, plars. Fig. 7. S. gazel- lae, Greifhaken. Fig. 8. S. lyra, • sekundärer Greifhaken. v. Ritter-Zähony. Sa'utten. 13 plankton höherer Breiten vorkommt, vorgelegen haben. In den ein Jahr später ebenfalls von Fowler beschriebenen und skizzierten, jedoch nicht benannten jugendlichen Individuen einer Art von Neu-Seeland (26, p. 240). läßt sich mit Bestimmtheit S. gazellae erkennen. Die Beschreibung und Abbildung paßt in jedem Punkte auf dieselbe und beweist die sorgfältige Beobachtung Fowler' s, dessen früherer Irrtum nur auf Rechnung seines Materials zu setzen ist. Im vergangenen Jahre konnte ich dann nach der Ausbeute der ..Gazelle" das Vorkommen einer großen, noch nicht näher bekannten Art auf der südlichen Hemisphäre konstatieren und eine Skizze ihres Kopfes geben (61, p. 788); erst der Gauss -Expedition jedoch war es vorbehalten, eine genauere Darstellung dieser in vieler Hinsicht interessanten Spezies zu vermitteln. Vorkommen. Im Antarktischen Ozean holoplanktonisch, im südlichen Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean wahrscheinlich nur mesoplanktonisch. Sagitta enflata Grassi. S y n o n y m e und Literatur. 1880. Sagiüa Iura (non Krohx 1853!). Laxgerhans (42, p. 135). 1881. Sagiüa Enflata, Grassi (32, p. 213). 1883. Spadella Enflata, Grassi (33, p. 13). 1896. Sagilla flaceida, Conant (11. p. 213). 1902. Sagiüa gardineri, Doncaster 1 17. p. 212). 1906. Sagiüa enflata, Fowler (24, p. 8). 1907. Sagiüa brachycephala, Moltschanoff (51, p. 208). 1908. Sagiüa inflata, Ritter-Zähony (59. p. 13: vgl. 61. p. 791). 1909. Sagiüa inflata, Ritter-Zähony (60, p. 47: vgl. 63, p. 139). 1909. Sagiüa australis, Johnston (37. p. 251). 14% Diagnose. Habitus sehr schlaff, durchsichtig. Schwanzabschnitt 21 der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, annähernd gleich lang, mit schmaler strahlen - loser Innenzone. Vorderflossen schmal, abgerundet, vom Bauchganglion um dessen mehrfache Länge entfernt. Hinterflossen dreieckig, zu etwa zwei Dritteilen am Rumpf gelegen. Haken typisch, bis 10, selten mehr. Vorderzähne einander dach- ziegelartig deckend, bis 10; die beiden Reihen in stumpfem bis rechtem Winkel zu- einander. Hinterzähne typisch, bis 18. Vestibularwülste mit abgerundeten, meist un- deutlichen Papillen. Corona von eigentümlich sanduhrförmigem Umriß, vom Hinter - rande des Gehirns bis auf den Hals reichend. Collerette deutlich, aber sehr kurz. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat sehr kurz, gedrungen keulenförmig, höchstens so weit wie die Hinterflossen nach vorne reichend. Samenblasen kugelig. an die Schwanzflosse anstoßend, von den Hinterflossen mindestens um ihre doppelte eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe bis 30 mm. — Aus den systematischen und faunistischen Bemerkungen Langerhans' über seine „S.lyra" von Madeira geht mit Sicherheit hervor, daß dem Forscher tat- sächlich die ein Jahr später von Grassi beschriebene S. enflata vorgelegen hatte. Ebenso ergibt sich aus den Originalbeschreibungen die Identität der S. flaceida Conant, brachycephala Moltscha- noff und australis Johnston mit der Art Grassi' s. Zur Aufstellung der S. gardineri war jedoch zu seiner Zeit Doncaster in gewissem Sinne berechtigt gewesen, da, wie ich an anderer Stelle Fig. 9. S. en- tfallt. Habitus. 14 Deutsche Siidpolar-Expedition. bereits ausgeführt (60, p. 48), S. gardineri eine Form (forma gardineri Donc.) von S. enflata re- präsentiert, die bisher nur im nördlichen Indischen Ozean (Maldiven und Lakkadiven, Rotes Meer) beobachtet worden ist und die sich von der typischen S. enflata durch eine breit birnförmige Corona (60, p. 47, Fig. 1 c) und langgestreckte, über die Vorderflossen hinausragende Ovarien unter- scheidet. Die Beziehungen dieser Form zur typischen S. enflata sind jedoch noch nicht hin- reichend geklärt und harren näherer Untersuchung. Abbildungen und Tabellen bei Fowler (24, p. 9) und Ritter-Zähony (59, 60). Vorkommen. Annähernd zwischen dem 40.° N und 40.° S nur im Epiplankton. Sagitta setosa I. Müll. Synonyme und Literatur. 1846. Sp. innom., Wilms (76). 1847. Sagitta setosa, Müller (54, p. 158). 1847. Sagitta Germanica, Leuckart (44, p. 147). 1856. Sagitta bipunctata, Busk (7, p. 16, Fig. 1 u. 4). 1858. Sagitta germanica, Leuckart u. Pagenstecher (45, p. 593); partim. 1875. Sagitta bipunetala, Möbius (50, p. 158); partim. 1909. Sagitta enflata var., Hallez (35, p. 29). 1911. Sagitta setosa, Ritter-Zähony (66, p. 7). Diagnose. Habitus fast schlaff, dabei ziemlich schlank, durchsichtig. Schwanzabschnitt 25 — 16% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durch- setzt. Die Länge der Vorderflossen schwankt und damit auch ihre Lagebeziehung zum Bauch- ganglion, das von ihrem vorderen Ende um die halbe bis zweifache eigene Länge entfernt sein kann. Vorderflossen stets kürzer als die Hinterflossen, ihrer Variabilität entsprechend aber bald nur um ein geringes, bald um mehr als die Hälfte. Hinterflossen mehr am Rumpf als am Schwanz gelegen. Haken typisch, bis 9, gewöhnlich 8. Vorderzähne etwas nach innen gerichtet, einander teilweise deckend, bis 8, gewöhnlich weniger; Konvergenzwinkel der beiden Reihen ein spitzer bis rechter. Hinterzähne typisch, bis 16. Vestibularwülste mit undeutlichen Papillen. Corona gestreckt, knapp hinter dem Gehirn beginnend, von mehr als 2facher Kopflänge, leicht gebuchtet. Collerette fehlend oder nur angedeutet. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolbenförmig, kurz. Samen- blasen verkehrt länglich-birnförmig, den Hinterflossen sehr genähert oder sie berührend, von der Schwanzflosse etwa um ihre halbe eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe bis 14 mm. — Die genauere, von Abbildungen, Tabellen und der Kritik der Synonyme begleitete Beschreibung der S. setosa habe ich kürzlich im Werke der Plankton-Expedition (66) gegeben. Vorkommen. B sher nur in nordeuropäischen Meeren beobachtet. Sagitta elegans Verrill. Synonyme und Literatur. 1858. Sagitta germanica, Leuckart u. Pagenstecher < 45. p. 593); partim. 1873. Sagitta elegans, Verrii.i. (74, p. 626). 1875. Sagitta bipmctata, Möbius (50, p. 158); partim. 1879. Sagitta bipunctata, Moss (53, p. 124). 1882. Sagitta falcidens, Leidy (43, p. 102). 1885. Sagitta gracilis, Verrill (75, Tat'. 13, Fig. L96). v. Ritter-Zahony, Sagitteii. 15 1892. Sagiüa bipunetata, Strodtmann (70, p. 344). 1892. Sagiüa minima, Strodtmann (70, p. 348). 1896. Sagiüa arctica, Auririllips (3, p. 188). 1896. Sagiüa elegans, Conant (12, p. 211). 1905. Sagiüa bipunciata, Fowler (23, p. 69). 1906. Sagiüa glacialis, Moltschanoff (51, p. 205). 1906. Sagiüa melanognatha, Moltschanoff (51, p. 206). 1906. Sagiüa rapax, Moltschanoff (51, p. 207). 1909. Sagiüa elegans, Galzow (27. p. 12). 1909. Sagiüa glacialis, Galzow (27. p. L3). 1910. Sagiüa bipunetata, Ritter-Zähoxy (62, p. 255); exkl. forma lypica. 1911. Sagiüa elegans, Ritter-Zahony (66, p. 11). Diagnose. Habitus kräftig, straff. Schwanzabschnitt 25 — 17% der Gesamtlänge. Seiten- flossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Vorderflossen in einer Ent- fernung hinter dem Bauchganglion beginnend, die dessen zwei- bis dreifacher Länge gleichkommt. Hinterflossen den Vorderflossen ähnlich, nur wenig länger, zu mindestens zwei Dritteilen am Rumpf gelegen. Haken typisch, bis 10 oder 11. Vorderzähne einander nur wenig deckend, etwas nach außen gerichtet, bis 8; die beiden Reihen in spitzem bis rechtem Winkel zueinander. Hinterzähne typ ; sch, bis 18. Vestibularwülste mit abgerundeten, nicht immer deutlichen Papillen. Corona gestreckt, knapp hinter dem Gehirn beginnend, ungefähr von 2f acher Kopflänge, meist regelmäßig gebuchtet, in der Gegend über dem Halse etwas erweitert. Collerette deutlich, aber schmal, ungef.hr so weit wie die Corona reichend. Darmdivertikel wohl ausgebildet. Weiblicher Apparat kolbenförmig, in der Gegend über dem Halse etwas erweitert. Collerette deutlich, aber schmal, ungefähr so weit wie die Corona reichend. Darmdivertikel wohl ausgebildet. Weiblicher Apparat kolbenförmig, langgestreckt. Samenblasen länglich -konisch, von der Hinterflosse um mehr als ihre eigene Länge entfernt, an die Schwanzflosse anstoßend. Beobachtete Größe bis 30 mm 1 ). — Temperatur und Salzgehalt des Seewassers sind auf S. elegans von transformierendem Einfluß. Danach unterscheidet man zwei Formen 2 ) der Art, f. arctica Aurv. und f. baltica mihi. Die erstere ist charakteristisch für die hocharktischen Regionen und ist eine S. elegans, die besonders große Dimensionen erreicht (bis 44 mm sind beobachtet), deren relative Schwanzlänge bis auf 15% herab- sinken und deren Zahl der Haken. Vorder- und Hinterzähne bis auf 12, resp. 10, resp. 25 steigen kann. Sie wurde wiederholt für S. hexäptera gehalten (vgl. 62, p. 264). Die f. baltica entsteht unter dem Einfluß salzarmen Wassers und dürfte nur auf die Ostsee beschränkt sein. Sie unterscheidet sich von der typischen S. elegans. von der sie in der Größe nicht differiert, durch schlaffen Habitus, einen relativ kürzeren Schwanzabschnitt, etwas kleinere Vorderflossen und eine ebenfalls verkürzte Corona (vgl. 66, p. 13 ff.). Abbildungen bei Ritter-Zahony (62, Fig. IC, 1 D, 2, 5; 66, Fig. 4). Vorkommen. Nur auf der nördlichen Hemisphäre ungefähr vom 45. Breitegrad bis in die höchsten arktischen Regionen, besonders an den Küsten (vgl. 66, p. 13). J ) Obwohl ich schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, so sei doch, um Irrtümern vorzubeugen, nochmals bemerkt, daß ich im Werke der „Fauna Arctica" (62, p. 255 ff.) mangels Materials leider S. elegans mit S. bipunetata (s. u.) konfundiert und unter letzterem Namen dargestellt habe. £. setosa ist dabei nur in das Synonymenverzeichnis aufgenommen, da ich selbst diese Art noch nicht kannte und sie im Vertrauen auf alle bisherigen Monographien für identisch mit S. bipunetata hielt. 2 ) Die „Form" ist im Gegensatz zur Varietät mit der typischen Art durch kontinuierliche Übergänge verbunden. 16 Deutsche Südpolar-Expedition. Sagitta bipunctata Q. G. S y nony m e und Literatur. 1827. Sagitta bipunctata, Quoy u. Gaimard (58, p. 232, Taf. 8 C). 1853. Sagitta multidentata, Kroh.\ (40, p. 271 1. 1853. Sp. innom., Krohx (40, p. 272, Note). 1880. Sagitta bipunctata, Hertwig (36, p. 258). 1883. Spadella Bipunctata, Grassi (33, p. 13). 1884. Spadella Marioni, Gourret (31, p. 103). 1908. Sagitta bipunctata, Ritter-Zähoxy (59, p. 15). 1910. Sagitta bipunctata, forma typica, Ritter-Zähony (62, p. 255). 1910. Sagitta bipunctata, forma typica, Ritter-Zäho.ny (63, p. 138). 1911. Sagitta bipunctata, Ritter-Zähoxy (66, p. 15). Diagnose. Habitus kräftig, straff. Sehwanzabschnitt 27 — 21% der Gesamtlänge. Seiten- flossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Vorderflossen knapp hinter dem Bauchganglion beginnend. Hinterflossen nur wenig länger als die Vorderflossen, annähernd gleich auf Rumpf und Schwanz verteilt. Haken typisch, 8 — 10. Vorderzähne relativ lang, einander nur wenig deckend und gespreizt gestellt, bis 8; die beiden Reihen ihrer Basen bilden einen sehr stumpfen Winkel (vgl. u. Fig. 15). Hinterzähne typisch, bis 16. Vestibularwülste mit abgerundeten, zuweilen undeutlichen Papillen. Corona gestreckt, von mindestens 2facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, meist unregelmäßig gebuchtet. Collerette ungefähr so weit wie die Corona reichend. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolbenförmig, langgestreckt. Samenblasen länglich, am vorderen Ende verdickt und mit trichterförmiger Mündung versehen, an die Schwanzflosse anstoßend, von den Hinterflossen fast um ihre eigene Länge entfernt. Beobachtete maximale Größe 15— 19 mm. — Tabelle nach 25 Individuen aus dem Atlantischen Ozean. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Yorderzähne Hinterzähne 19 21 10 6 16 15 23 8-9 7—8 14—15 14 24—25 9—10 7—8 13-15 13 23—25 8—10 6—7 12—16 12.5 24—25 8—9 6-7 (8) 12—14 12 23—26 9—10 5—7 13-14 1 1 ,5 24—26 9—10 5-6 13 11 28 9—10 7 14 Da bei allen Chätognathen von straffem Habitus am Übergang vom Vorder- in den Mitteldarm das Epithel des letzteren höher ist als das des ersteren, so springt der Mitteldarm an seinem Beginne stets mehr oder weniger vor. Dieses Verhalten kann zu der irrigen Ansicht verleiten (63, p. 138), daß bei S. bipunctata u. a. Anfänge oder Rudimente von Darmdivertikeln vorkämen. Abbildungen und weitere Tabellen bei Ritter-Zähony (59, Fig. 2; 62, Fig. 1 B; 63, Fig. 6). Vorkomme n. Ungefähr zwischen dem 40.° N und 40.° S im Epipknkton; neritisch und ozeanisch. Sagitta robusta Donc. S y nonyme und L i t e r a t u r. 1897. Sagitta hispida (nun Oonani L895!), Aida (1, p. 18). 1902. Sagitta hispida (=8.hispida Aida!), Doncaster (17, p. 211). V. RlTTER-ZÄHONY, Sagitten. 17 1902. Sagitta robusta, Doncaster (17, p. 212). 1902. Sagitta ferox, Doxcaster (17, p. 212). 1900. Sagitta ferox, Fowler (24, p. 10). 1906. Sagitta robusta, Fowler (24, p. 19). 1909. Sagitta robusta, Ritter-Zahoxy (60, p. 49). 1910. Sagitta robusta, Ritter-Zahoxy (63, p. 136). 1910. Sagitta japonica, Galzow (27, p. 10). Diagnose. Habitus sehr kräftig, straff. Kopf, namentlich bei jungen Tieren, ziemlich groß. Schwanzabschnitt 28 — 25% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Beginn der Vorderflossen meist knapp hinter dem Bauehganglion, bei älteren Tieren oft etwas weiter vorne, jedoch höchstens in der Gegend der Ganglionmitte. Hinterflossen etwas mehr am Schwanz- als am Rumpfabschnitt gelegen. Haken bis 8. Vorderzähne relativ breit, einander wenig deckend, bis 9, nur ausnahmsweise mehr; die beiden Reihen in rechtem bis stumpfem Winkel zueinander. Hinterzähne typisch, bis 16. Vestibularwülste mit abgerundeten Papillen. Corona gestreckt, knapp hinter dem Gehirn beginnend, ungefähr von 2 y 2 facher Kopflänge, mit wenig oder undeutlich gebuchteten Rändern. Collerette etwas variabel, zuweilen nur kurz, zuweilen fast so weit wie die Corona reichend. Darmdivertikel nur bei jungen Tieren manchmal fehlend oder sehr klein. Weiblicher Apparat kolbenförmig, langgestreckt, eventuell bis an den Hals reichend. Samenblasen länglich, vorne kopfig verdickt, hart an die Hinterflossen anstoßend, die Schwanz- flosse fast berührend. Beobachtete Größe (nach Fowler) bis 20,5 mm. — Tabelle nach 20 Individuen aus dem Atlantischen Ozean. Länge (mm ) Schwanz Co) Haken Vorderzähne Hinterzähne 14,8 27 6—7 S (1 15—16 13,5 26 6—7 7—9 13 13 26—28 6—7 7—9 10-13 12.5 2S 7 8 12 12 25 7 8 14 11 28 7-8 8 12 10.5 2i'.'_. 7—8 7—8 11—13 10 25 7—8 8-9 13 9,5 25-28 7—8 7—8 11—13 9 26—27 7— S 7-9 11—13 Daß sich der Beginn der Vorderflossen bei S. robusta mit dem Alter nach vorne verschiebt, läßt sich nur durch ein besonderes Wachstum erklären. Damit in Übereinstimmung steht übrigens der Umstand, daß das Längenverhältnis der Vorder- zu den Hinterflossen ein wechselndes ist und zwar in der Weise, daß bei jüngeren Tieren die ersteren etwas kürzer sind als die letzteren, bei älteren jedoch dieser Unterschied sich ausgleicht oder sogar ins Gegenteil umschlägt. Die Zahl der Haken nimmt in typischer Weise mit dem Alter ab. Die Vorderzähne zeigt Fig. 16 (s. u. ). Die Corona ist manch- mal, wie übrigens schon Doncaster beobachtet hat (17, p. 211), anomalerweise in zwei Teile geteilt (Fig. 11). Was die Darmdivertikel betrifft, so scheint S. robusta die einzige Art zu sein, bei der diese Organe zuweilen etwas variieren, da ich sie bei erwachsenen Exemplaren stets wohl entwickelt vorfand, bei jüngeren dagegen, und zwar merkwürdigerweise nur bei solchen, die aus dem At- lantischen Ozean stammten, sie vermißte oder bloß angedeutet antraf. Die Samenblasen zeigt Fig. 12; es scheint, daß sie während ihres Wachstums sogar ein Stück der Hinterflosse ver- Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 3 18 Deutsche Südpolar-Expedition. drängen. Sie sind, wie bei vielen anderen Arten, an ihrem vorderen Ende meist kopfig verdickt, doch habe ich auch eiförmige beobachtet, die mir nicht weniger reif schienen. Sind sie besonders stark entwickelt, so stoßen sie auch an die Schwanzflosse an. Mit Sicherheit läßt sich S. robusta in der Literatur zum erstenmal bei Aida nachweisen, jedoch unter einem Namen, der, wie ich später noch begründe (s. u. Species incertae), keine Daseinsberechtigung im System hat. Don- caster identifizierte sie dann unter dem Namen Aida's, beschrieb sie aber zugleich unter zwei Namen (robusta, ferox) neu, von denen ich als erster revidierender Autor robusta den Vorzug gebe. Über die Identität von S. ferox mit S. robusta habe ich mich an anderer Stelle be- reits geäußert (60, p. 49). S. japonica Galzow endlich kann ich auf Grund der Untersuchung eines Originalexemplars, das der Autor selbst mir zu senden die Freundlichkeit hatte, eben- falls hierher stellen. Weitere Tabellen bei Fowler (24, p. 11, p. 20) und Ritter-Zähony (60, p. 50). Vorkom m e n. Tropisch -subtropisch im Epiplankton. Fig. 11. S. robusta. ab- normale Corona. -*~ B Fig. 10. S. ro- busta. Habitus Fig. 12. S. robusta, Samenblasen. Fig. 13. .V f rit/t nri. Habitus. Sagitta helenae Ritt.-Z. Literatur. 1910. Sagilta helenae, Ritter-Zähony (63, p. 134). Diagnose. Habitus kräftig, straff. Schwanz- abschnitt 25 — 23% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Vorderflossen knapp hinter dem Bauchganglion beginnend. Hinterflossen etwas länger als die Vorderflossen, annähernd gleich auf Rumpf und Schwanz verteilt. Haken typisch, 7 — 8. Vorderzähne plattgedrückt, breit, in zur Querachse des Körpers fast parallele Reihen gestellt, 15 — 18. Hinterzähne bis 14. Vestibularwülste mit mehr oder weniger deutlichen Papillen. Corona gestreckt, ungefähr von 2facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, leicht gebuchtet. Collerette wohlentwickelt, fast so weit wie die Corona reichend. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolbenförmig, langgestreckt. Samenblasen eiförmig, sowohl die Hinterflossen als die Schwanzflosse berührend. Beobachtete Größe bis 13 mm. — Es sei noch besonders hervorgehoben, daß das charakteristische Merkmal dieser der S. robusta nächst stehenden Art in ihren Vorderzähnen liegt, deren Gestalt, Stellung und hohe Zahl bei keinen anderen Chätognathen ein Analogon hat. v. Rittek-ZXhony, Sagitten. 19 Abbildungen und Tabelle bei Ritter-Zähony (63, p. 134fl'.). Vorkommen. Bisher nur bei den Tortugas und im Floridastrom epiplanktonisch be- obachtet (63, p. 133; 66, p. 16). Sagitta friderici n. sp. Diagnose. Habitus kräftig, straff. Schwanzabschnitt 27 — 24% der Gesamtlänge. Seiten- flossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Vorderflossen schmal, nach hinten wenig verbreitert, knapp hinter dem Bauchganglion beginnend. Hinterflossen nur wenig länger und breiter als die Vorderflossen, etwas mehr am Schwanz als am Rumpf gelegen, in ihrer hintersten Partie verschmälert. Haken typisch, meist 8, seltener 9. Vorderzähne einander fast dachziegelartig deckend, bis 9; die beiden Reihen in spitzem bis rechtem Winkel zueinander. Hinter - zahne typisch, bis 22. Vestibularwülste mit kleinen undeutlichen Pa- pillen. Corona gestreckt, von 2- bis 3facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, leicht gebuchtet. Collerette relativ schmal und kurz, ungefähr bis zur halben Corona reichend. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolbenförmig, relativ kurz. Samenblasen länglich, mit kopfig verdicktem Vorderende, sowohl an Hinter- wie an Schwanz- flosse anstoßend. Beobachtete Größe bis 13 mm. — Tabelle nach c. 25 Individien. Fig. 14. 6'. Jrhlerici, Samen- blasen. Länge (nun) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 13 27 8 7—8 20 12 25-27 8(9) 6—8 15—22 11,5 25—26 8(9) 6—9 15—20 11 25—28 8 6—9 16—20 10,5 27—29 8 6—7 14—18 10 26 8 7—8 15—17 9,5 26 8—9 6—7 15-16 S. friderici gehört nicht zu jenen Arten, die sich durch irgendein hervorstechendes Merkmal auszeichnen, unterscheidet sich aber wohl durch eine Reihe minder auffallender Eigentümlich- keiten von ihren nächsten Verwandten S. bipunctata, robusta, pulchra und bedoti. Was zunächst die beiden erstgenannten betrifft, mit denen allein S. friderici auch das Vorkommen zu teilen Fig. 15. S. bipunctata, Vorder- zähne. Fig. 16. S. robusta, Vorder- zähne. Fig. 17. S. friderici, Vorder- zähne. scheint, so geben wieder die Vorderzähne (Fig. 15 — 17), die bei S. bipunctata farblos, schlank, annähernd gleich lang und gespreizt gestellt, bei robusta meist gelblich, bedeutend breiter, von ungleicher Länge und einander ein wenig deckend, bei friderici bräunlich, relativ klein, 20 Deutsche Südpolar-Expedition. anders geformt, eng aneinander schließend und sämtlich nach innen gerichtet sind, gute Unter- scheidungsmerkmale ab. Auch der Winkel, den die beiden Keinen bei S. friderici bilden, ist ein spitzer, höchstens rechter, bei den beiden anderen Arten dagegen ein mehr oder weniger stumpfer. Weitere Unterschiede bieten die Hinterflossen (Fig. 13), die im Gegensatz zu denen von robusta (s. o. Fig. 10) in ihrer hinteren Partie verschmälert sind, und im Gegensatz zu denen von bipunctata an die Samenblasen anstoßen. In der durchschnittlichen Zahl der Haken steht S. friderici zwischen bipunctata und robusta, weist jedoch mehr Hinterzähne auf als diese Arten. Bei S. bedoti und pulchra treffen wir gänzlich verschiedene Seitenflossen und, wenigstens teilweise, beträchtlich differierende Zahlen für die Kopfbewaffnung an (vgl. 24, p. 7 u. 17). Die Diagnose von S. friderici muß einstweilen als eine provisorische gelten, da ich nur eine beschränkte Zahl Individuen von einem einzigen Fundorte untersuchen konnte und es ja möglich ist, daß die Zahlen für die relative Schwanzlänge und die Organe der Kopfbewaffnung innerhalb weiterer Grenzen schwanken. Die Ovarien enthielten bei einigen Tieren reife Eier, reichten jedoch kaum bis an die Vorderflossen heran. Vorkomme n. Bisher nur einmal im Porto grande (Capverden) an der Oberfläche gefischt (Gauss-Expedition, 13. September 1901). Sagitta bedoti Beraneck. Synonyme und Literatur. 1895. Sagitta Beäoli, Beraneck (4, p. 147). 1897. Sagitta bipunctata, Aida (1, p. 13). 1902. Sagitta polyodon, Do.xcaster (17, p. 213). 1906. Sagitta Bedoti, Fowler (24, p. 6). Di a g n o s e. Habitus kräftig, straff. Schwanzabschnitt 28 — 21% der Gesamt- länge. Seitenflossen von einander nur durch einen relativ kleinen Zwischenraum getrennt, mit strahlenloser Vorderpartie und ebensolcher Innenzone. Vorderflossen lang, schmal, allmählich nach hinten verbreitert, etwas hinter dem vorderen Ende des Bauchganglions beginnend. Hinterflossen abgerundet, kürzer als die Vorderflossen, etwas mehr am Schwanz als am Rumpf gelegen. Haken typisch, bis 7. Vorderzähne einander dachziegelartig deckend, bis 13; die beiden Reihen in spitzem bis rechtem Winkel. Hinterzähne relativ klein, sonst typisch, bis 33. Vestibularwülste mit meist deutlichen Papillen. Corona gestreckt, von mindestens 2 1 / 2 facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, leicht gebuchtet. Collerette relativ kurz, nur bis etwa zur halben Corona reichend. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolben- oder stabförmig, langgestreckt. Samenblasen länglich, apikal verdickt, sowohl an die. Hinterflosserj als an die Schwanzflosse anstoßend. Beobachtete Größe bis 18 mm. — S. bedoti gehört nicht zu den kräftigsten Arten wie z. B. S. robusta, nähert sich ihr aber im Habitus doch stark. Charakteristisch, besonders in bezug auf die Ver- "j teilung der Strahlen, sind die, allerdings nur selten gut erhaltenen, Seitenflossen. lg s he Ich gebe ein Habitusbild (Fig. 18), weil mir das Fowler's (24, Fig. 1) nach /. Habitus. einem Spiritusexemplar entworfen und daher inkorrekt scheint. Der Beginn v. Ritter-Zähony, Sagitten. 21 der Vorderflossen kann, namentlich bei jüngeren Individuen auch etwas weiter nach hinten fallen, als in der Diagnose angegeben, niemals aber hinter das Bauchganglion überhaupt. Die Längen von Rumpf- und Schwanzteil der Hinterflosse verhalten sich ungefähr wie 3 : 4. An den Haken habe ich keine Eigentümlichkeit wahrgenommen. Die Collerette (Fig. 19) ist Fowler entgangen und auch die Corona dürfte in der Regel etwas länger sein, als er sie abbildet. Da S.bedoti ihre nächsten Verwandten [robusta, bipunctata, friderici) an Größe nicht oder nur wenig, an Zahl der Hinterzähne aber um das Doppelte übertrifft, müssen diese naturgemäß relativ bedeutend kleiner sein. Bei einiger Übung läßt sich S. bedoti auch in jüngeren Stadien schon daran erkennen, ohne daß eine Zählung jener Organe [nötig wäre; im übrigen habe ich auch schon bei 10 mm langen Individuen fast immer über 20 an- getroffen. Tabelle bei Fowler (24, p. 7). Vorkommen. Indopazifisch-tropisch, nur im Epiplankton. Sagitta pulchra Donc. Literatur. 1902. Sagitta pulchra, Doncaster (17, p. 213). 1906. Sagitta pulchra, Fowler (24. p. 17). Diagnose. Habitus nicht besonders kräftig, ungefähr die Mitte zwischen den schlaffen und den muskelstarken Arten haltend. [Schwanzabschnitt 25 — 18% der Gesamtlänge. Seitenflossen in bezug auf Verteilung der Strahlen, Gestalt und Lage denen von S. bedoti sehr ähnlich; es beginnen jedoch die etwas breiteren Vorderflossen ungefähr auf der Höhe der Ganglionmitte oder noch etwas weiter hinten, und die ebenfalls etwas breiteren dreieckig aus- gezogenen Hinterflossen sind etwas mehr am Rumpf als am Schwanz gelegen. Haken typisch, bis 6, seltener 7. Vorderzähne einander fast dachziegelartig deckend, bis 10; die beiden Reihen in spitzem bis rechtem Winkel. Hinter- zähne typisch, bis 15. Vestibularwülste mit mehr oder weniger deutlichen Pa- pillen. Corona gestreckt, von V/ 2 - bis höchstens 2facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, wenig gebuchtet. Collerette ungefähr so weit wie die Corona reichend. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat kolben- förmig. Samenblasen länglich, apikal verdickt, sowohl der Hinter- als der Schwanzflosse stark genähert. Beobachtete Größe bis 22 mm. — Von S. pulchra lagen mir leider nur zwei größere Exemplare vom Mala vischen Archipel (Siboga -Expedition) in Alkohol und einige kleinere von Neu-Guinea (Berliner Museum) in Formol vor. Bei Entwurf der Diagnose war ich daher hauptsächlich auf die Angaben Fowler' s, des einzigen, der die Art bisher genauer untersuchen konnte, angewiesen und vermag dieselben nur insoweit zu ergänzen, als ich bemerkte, daß die Länge der Corona etwas variiert, daß sie aber stets relativ kürzer als die der nächst verwandten Arten (bipunctata, robusta. bedoti, friderici) ist. Bei einem Individuum war die Corona anomaler - Fig. 19. S. bedoti, Corona und (.'ollerette. Fig. 20. .S'. pulchra Abnormale Corona. 22 Deutsche Südpolar-Expedition. weise in drei Teile geteilt (Fig. 20). Im Habitus soll nach Fowler S. pulchra der S. enflata ähneln; mir scheint sie aber doch erheblich kräftiger als diese Art und ich glaube, daß sie von ihr auch mit bloßem Auge unterschieden werden kann. Die Collerette bildet an sich kein Unterscheidungsmerkmal, denn abgesehen davon, daß sie an Alkoholexemplaren gewöhnlich nicht mehr erkennbar ist, kommt sie ja auch S. enflata, wenn auch in geringerem Maße (s. o.), zu. Gut erhaltene Samenblasen habe ich nicht beobachten können und bin daher über ihre genaue Lage etwas im unklaren, da auch Fowler über diesen Punkt sich nicht deutlich ausspricht. Abbildungen und Tabelle bei Fowler (24, p. 17). Vorkommen. Indopazifisch-tropisch, nur im Epiplankton. Sagitta serratodentata Krohn. Synony m e und Literatur Y Fig. 21. S. ser- ratodentata, Habitus. sein, daß von 1853. Sagitta serrato-dentata, Krohx (40, p. 272 ). 1880. Sagitta serrato-dentata, Hertwig (36, p. 259). 1883. Spadella Serratodentata, Grassi (33, p. 14). 1903. Sagitta serratodentata, Krumbach (41, p. 637). 1905. Sagitta serratodentata, Fowler (23, p. 58). 1905. Sagitta serrulata, Cleve (10, p. 127). 1909. Sagitta serratodentata, Ritter-Zähony (60, p. 50). Diagnose. Habitus sehr schlank, aber nicht besonders kräftig, durchscheinend. Schwanzabschnitt 30 — 22% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, annähernd gleich lang, abgerundet. Vorderflossen schmal, knapp hinter dem Bauchganglion beginnend; der Strahlen entbehrt nur eine schmale Innenzone und das Vorderende. Hinterflossen ungefähr doppelt so breit wie die •Vorderflossen, annähernd gleich auf Rumpf und Schwanz verteilt; Strahlen fehlen nur in einer schmalen Innenzone des vorderen Endes. Haken 6 — 7, an der Schneide gezähnelt, mit leicht gekrümmter Spitze. Vorderzähne bis 10, ausnahmsweise 11, annähernd einander parallel und sämtlich nach hinten gerichtet; die beiden Reihen in spitzem Winkel zueinander. Hinterzähne typisch, bis 20. Vestibulär - wülste mit abgerundeten mehr oder minder deutlichen Papillen. Co- rona gestreckt, von mindestens 2facher Kopflänge, knapp hinter dem Gehirn beginnend, stark gebuchtet. Collerette sehr kurz. Keine Darmdivertikel. Weiblicher Apparat stabförmig, gelegentlich bis in die Halsgegend reichend. Samenblasen groß, länglich, abstehend, mit den Hinterflossen durch eine dreieckige Membran verbunden, an die Schwanzflosse fast anstoßend. Beobachtete Größe bis 17 mm. — Die durchschnittliche relative Länge des Schwanzabschnittes von S. serratodentata beträgt 25% der Gesamtdimension. So be- deutende Schwankungen, wie ich sie in der Diagnose, den bisher ratodentata, Co- erschienenen Tabellen entsprechend, angegeben habe, scheinen mir tatsächlich nicht vorzukommen und nur eine Folge davon zu man früher sich zu sehr auf Alkoholmaterial verließ. Das vorzügliche Material zeigte nur eine Schwankung den Tortugas das ich im vergangenen Jahre untersuchte, v. Ritter-Zähony, Sagitten. 23 zwischen 23 und 26% (63, p. 138). Besonders charakteristisch ist die Stellung der Vorder- zähne (vgl. 60, Fig. 3, p. 51), die in ähnlicher Weise nur noch bei den Tiefseearten S. planctonis und macrocephala wiederkehrt. Eigentümlich ist auch die Corona (Fig. 22); sie gehört zwar mit der Corona der letzten acht aufgeführten Arten zum selben Typus, unterscheidet sich aber doch von jener in auffallender Weise: die Buchtung ist gewöhnlich stark ausgeprägt und teilt das Organ in vier Loben, deren Konturen leicht gewellt sein können und deren erster und kleinster zwischen den Augen liegt; den Einschnürungen entsprechen rechts und links je zwei besonders große Tast- hügel; der hinterste Lobus ist oft etwas länger, bald nur halb so groß wie der vorletzte. Demgemäß variiert auch die Länge der Corona überhaupt. Einen besonders charakteristischen Bau, der die geschlechtsreife S. serratodentata auf den ersten Blick erkennen läßt, haben die Samenblasen (Fig. 21 ). Als relativ sehr große abstehende Gebilde sind sie mit bloßem Auge leicht sichtbar. Nähere Unter- suchung ergibt, daß ihr apikales Ende je zwei spitze Papillen trägt und daß die dreieckigen Lamellen, die sie mit den Hinterflossen verbinden, in ihrer Mitte gewöhnlich durchgerissen sind, so daß nur je ein an die Flosse anstoßendes Band übrig bleibt, an dem die Samenblasen gleichsam aufgehängt sind. Die Lamellen sind Epithelwucherungen, die das hintere, ursprünglich an den Körper an- stoßende Ende der Flossen vom Schwanz abdrängen und anfangs vielleicht, später jedoch njcht mehr mit den Flossen in organischem Zusammenhang stehen; denn wenn die Samenblasen entleert sind und kollabieren, sind Band und Hinterflosse voneinander gelöst. Betreffs der Größe von S. serra- todentata sei noch erwähnt, daß 17 mm länge Individuen nur in kühleren und in tieferen Regionen gefunden werden, im warmen Epiplankton beträgt die Maximallänge der Art 12 mm. In bezug auf die obige Synonymenliste ist nur zu bemerken, daß sich die Identität der bisher in der Literatur nicht beachteten S. serrulata Cleve mit S. serratodentata ohne weiteres aus der Originalbeschreibung ergibt. Abbildungen bei Krumbach (41, p. 637) und Ritter-Zähony (60, p. 51); Tabellen bei Fowler (24, p. 20) und Ritter- ^ Zäho.ny (63, p. 138). Vorkommen. Im Epi- und Mesoplankton annähernd zwischen dem 50.° N und 50.° S. Sagitta neglecta Aida. Synonyme und Literatur. 1896. Sagitta negleela, Aida (1, p. 16). 1902. Sagitta seplala, Doncaster (17, p. 214). 1906. Sagitta neglecta, Fowler (24, p. 15). Diagnose. Habitus straff, ziemlich kräftig. Schwanzabschnitt durchschnittlich 30% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, abgerundet, vollständig von Strahlen durchsetzt. Vorderflossen knapp oder in geringer Ent- fernung hinter dem Bauchganglion beginnend. Hinterflossen nur wenig breiter als die Vorder flössen, zu etwa drei Fünfteln am Schwanz gelegen. Haken typisch, bis 8, meist 6 oder 7. Vorderzähne dachziegelartig sich deckend, bis 7; die beiden Reihen in spitzem Winkel zueinander. Hinter- B '~ '' - zahne typisch, bis 18. Vestibularwülste mit abgerundeten, meist deut- Habitus, "liehen Papillen. Corona gestreckt, hinter den Augen, aber noch am g ; i3 -™9 lecta -> 1 ° & ' Samenblasen. 24 Deutsche Südpolar-Expedition. Kopfe, beginnend, ungefähr von 2facher Kopflänge, viermal gebuchtet. Collerette sehr schmal, erst hinter dem Halse deutlich, kaum so weit wie die Corona reichend. Darmdivertikel vorhanden. Weiblicher Apparat kolbenförmig, gelegentlich über das Bauchganglion hinausreichend; reife Eier relativ sehr groß. Samenblasen eiförmig, an die Hinterflossen fast anstoßend, von der Schwanz- flosse um ihre halbe bis ganze eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe bis 10 mm. — Tabelle nach einigen Exemplaren von Port Natal. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 7,5 28 6 -7 7 16 7,1 28 6 5 15 7 29 -30 6 7 6—7 14—15 6,8 30 7-8 6 16-17 6,6 30 7 6 13—18 6,5 28—31 7 5—6 11—13 6,4 31 6 6 13 6 30 6 6 16 Da ich S. neglecta von verschiedenen Fundorten gut studieren konnte, ist es mir möglich, die Darstellung, die Fowler von dieser Art gibt, in einigen Punkten zu ergänzen und richtigzustellen. Zunächst glaube ich aus Gründen, die ich bereits bei der Besprechung von S. serratodentata genannt, daß die relative Länge des Schwanzabschnittes nicht innerhalb so weiter Grenzen, wie Fowler sie angibt (28 — 40%), schwankt. Ferner kann man nicht behaupten, daß die Seitenflossen im Ver- hältnis zu nächstverwandten Arten einander besonders nahegerückt sind (Fig. 23) und die Samenblasen (Fig. 24) berühren nicht, wie zwar in der Abbildung, aber nicht im Text Fowler's, richtig an- gegeben ist, die Schwanzflosse. Für die Hinterzähne ergeben sich gelegentlich höhere Zahlen. Die Corona (Fig. 25) gehört mit Rücksicht auf ihre Länge und ihren Beginn einem besonderen Typus an, der zwischen den der zuletzt aufgeführten und den der zunächst zu besprechenden Arten fällt. Die ungleichen Loben sind wie bei S. serratodentata, gewöhnlich scharf ausgeprägt, ihre Kon- turen jedoch nicht gewellt. Die Größe der Darmdivertikel variiert etwas, ich habe aber diese Gebilde niemals vermißt. Die etwas knappe Originalbeschreibung der S. septata Doncaster weist kein einziges Merkmal auf, das eine Verschiedenheit gegenüber S. neglecta bedeuten könnte: die großen, in einer Serie aneinander gepreßten Eier treffen wir nicht nur bei der geschlechtsreifen S. neglecta, sondern auch bei S.regularis (s.u.), und darauf eine Art zu gründen, ist überhaupt unstatthaft. Entschieden muß ich mich aber gegen Fowler's Meinung (24, p. 17), S. bipunetata Beraneck (4, p. 153) gehöre zu S. neglecta, aussprechen, da dir wenigen Worte Beraneck's es gänzlich unbestimmt lassen, ob ihm S. bipunetata oder neglecta, die beide im Malayischen Archipel vorkommen, vorgelegen hat. Tabelle und Abbildungen auch bei Kowi.kr 124, p. L6). Vorkommen. Indopazifisch -tropisch, nur im Epiplankton. glecta. Corona. Fig. 26. S. re- yulari.s. Corona. v. Ritteu-Zähony, Sagitten. 25 Sagitta regularis Aida. Syno n y m e und Literatu r. 1897. Sagiita regularis, Aida (1, p. 17). 1902. Sagiita regularis, Doncaster (17, p. 211). 1902. Sagitta Bedfardü, Doncaster (17, p. 215). 1906. Sagiita regularis, Fowlkr (24, p. 18). Diagnose. Habitus straff, kräftig, infolge der stark entwickelten Collerette scheinbar etwas gedrungen. Schwanzabschnitt 36 — 28% der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt, denen von S. neglecta in bezug auf Verteilung der Strahlen, Gestalt und Lage sehr ähnlich; die Vorder - flossen jedoch relativ etwas kürzer und die Hinterflossen etwas weiter, etwa zu zwei Dritteilen, am Schwanz gelegen. Haken typisch, bis 11; bei erwachsenen Tieren höchstens 9. Vorderzähne schlank, etwas gespreizt gestellt, bis 4. Hinterzähne typisch, bis 6. Vestibularwülste etwas reduziert, mit undeutlichen Papillen. Corona gestreckt, ganz am Rumpf gelegen, am Halse beginnend, von l 1 /»- f acher Kopflänge, dreimal gebuchtet (Fig. 26). Collerette ziemlich voluminös, am breitesten in der Gegend hinter der Mitte der Corona, bis fast an die Vorderflossen reichend. Darmtraktus und weib- licher Apparat wie bei »S. neglecta. Samenblasen eiförmig, die Hinterflossen berührend, von der Schwanzflosse etwas entfernt. Beobachtete Größe bis 7 mm. — S. regularis lag mir zwar in größerer Menge vor, da jedoch die Art die Eigentümlichkeit hat, bei der Konservierung die Kappe vorzuziehen, waren mir ausgedehntere Zählungen der Haken und Zähne unmöglich. Als relative Länge des Schwanzabschnittes fand ich bei größeren, 5—6 mm langen Exemplaren von Port Natal (Gauss-Expedition) 28 — 31%, bei kleineren, 3 — 3% rnm langen aus dem Roten Meer (Museum Helsingfors) 34 — 35 %; nur bei den letzteren konstatierte ich öfters 10, einmal auch 11 Haken, sonst waren, wie auch Fowler angibt, nur 8 — 9 Haken zu beobachten. Die Vorderzähne erinnern, natürlich in bedeutend verkleinertem Maßstabe, an die von S. hexa- ptera; mehr als 3 habe ich nicht beobachtet und ich glaube, daß 4 selten sind. Die Samenblasen ähneln sehr denen von S. neglecta, es fiel mir bei »S. regularis nur ein etwas breiterer Epithelstreif jederseits zwischen ihnen und der Schwanzflosse auf. S. bedfordii Doncaster zu S. regularis zu stellen, trage ich kein Bedenken: die knappe Original - licschreibung der *S. bedfordii enthält nur einen Punkt, der mit S. regularis nicht zu stimmen scheint; er betrifft die Corona, von der Doncaster an seinem Individuum nur Bruchstücke erhalten fand und die ihm sowohl am Kopfe als am Rumpfe gelegen zu haben und von birnförmigem Umriß ge- wesen zu sein scheint. Allein leicht können Reste von Tasthügeln (die sich besser zu erhalten pflegen als die Corona) zu einer Flimmerkrone kombiniert worden sein, die nach den bisherigen systema- tischen Erfahrungen mit straffem Habitus, breiter Collerette, Darmdivertikeln und relativ großem Schwanzabschnitt gar nicht vereinbar ist. Sonst weisen sämtliche anderen Angaben Don- caster' s über seine »S. bedfordii deutlich auf S. regularis hin. Tabelle und Abbildungen bei Fowler (24, p. 19). Vorkommen. Indopazifisch-tropisch, nur im Epiplankton. Sagitta minima Grassi. Synonyme und Literatur. 1881. Sagitta Minima. Grassi (32, p. 213). 1883. Spadella Minima, Grassi (33, p. 15). Deutsche Sudpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 4 26 Deutsche Südpolar-Expedition. 1897. Sagitta minima, Aida (1, p. 15). 1902. Sagiila minima, Doxcaster (16, p. 393). 1903. Sagiila minima, Krumbach (41, p. 637). Diagnose. Habitus schlaff, durchsichtig. Schwanz - abschnitt 20—16 % der Ge- samtlänge. Seitenflossen ge- trennt, sehr schmal, abgerundet. Vorderflossen ohne Strahlen, in einer Entfernung hinter dem Bauchganglion beginnend, die dessen halber bis ganzer Länge gleichkommt. Hinter flössen län- ger als die Vorderflossen, zu zwei Dritteilen am Rumpf ge- legen, mit schütteren, durchweg senkrecht zum Körper orien- tierten Strahlen. Haken nur leicht gekrümmt, mit knieförmig einwärts gebogener Spitze, bis 8, meist 7. Vorderzähne flach, dreieckig umrissen, an der Basis breit, in eine schärfere Spitze ausgezogen, bis 5, gewöhnlich 4; die beiden Reihen annähernd in rechtem Winkel zu einander. Hinterzähne typisch, bis 14. Vestibularwülste nicht stark entwickelt, mit ab- gerundeten, teilweise undeutlichen Papillen. Corona längs-oval, breit, am Halse beginnend und daher ganz am Rumpf gelegen, von 1 1 / 2 facher Kopflänge. Keine Collerette. Darm- Fig.27. S. divertikel vorhanden. Weiblicher Apparat sehr kurz, gedrungen kolbenförmig. Samen- utiniffKZ Habitus D l asen länglich, dünn, von hinten nach vorne allmählich etwas verdickt, an die Schwanz- flosse anstoßend, von den Hinterflossen um ihre eigene Länge entfernt. Beobachtete Größe (nach Grassi) bis 10 mm. — Tabelle nach c. 30 Individuen aus dem Atlantischen Ozean. Fig. 28. .S'. minima. Vorderkopf von der Ventralseite. Fig. 29. S. minima. Corona. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Vorderzähnc Hinterzähne 8,5 17 7 4 12-14 8 18—19 7 4—5 10-11 7 16-20 7—8 4—5 9—13 6,5 16-20 7—8 (3)4-5 7-12 6 17-20 7 3—4 6-9 5 16—20 7 3(4) 7-9 4,5 21 7 3 6-7 4 24 7 2-3 6—8 Die einzige Beschreibung von S. minima, die bisher existierte, ist die von Grassi. Sie ist un- vollständig und enthält einen Irrtum in bezug auf die Corona: Grassi nennt dieselbe derjenigen von S. bipunctata ähnlich, nur etwas kürzer, meint also, daß sie bereits am Kopfe zwischen den Augen beginne. Wie ich mich jedoch überzeugt, erhält sich die einem ganz arideren Typus ange- hörende Corona bei S. minima selten vollständig; es ist daher möglich, daß Grassi sie sich aus v. Ritter-Zahony, Sagitten. 27 Kesten rekonstruierte und dabei die beiden länglichen Tasthügel zwischen ihr und den Augen (Fig. 29) als Teile der Corona aufgefaßt hat. Richtig hat dagegen bereits Aida (1. c.) in seinen kurzen Be- merkungen über S. minima die Corona beschrieben, ohne jedoch auf den Widerspruch mit den Angaben Grassi's hinzuweisen. Völlig isoliert steht S. minima durch den Bau ihrer Seitenflossen da (Fig. 27). Die Vorderflossen entsprechen zwar in ihrem Umriß dem Typus und sind nur wenig schmäler als gewöhnlich, entbehren jedoch vollständig der Strahlen; die Hinterflossen weichen in ihrer Gestalt schon stärker ab; durchweg zum Körper senkrechte Strahlen in der Hinter- flosse sind aber bisher noch bei keinem Chätognathen beobachtet worden. Die Haken machten mir nicht den Eindruck einer „schweren Bewaffnung" (Krumbach), ihr Ver- hältnis zum Kopf scheint mir dasselbe wie bei anderen Arten. Ihre Spitze entspricht voll- kommen der Figur T Krumbach's (41, p. 637), Bildungen jedoch, wie sie seine Fig. U (1. c.) zeigt, habe ich nicht beobachtet. Der jüngste Haken ragt wie gewöhnlich nur zur Hälfte aus dem Epithel hervor; zählt man ihn nicht mit, so ergeben sich natürlich nur 6, bzw. 7 Haken für S. minima. Die flachen und zugespitzten, voneinander etwas abgerückten Vorderzähne (Fig. 28), geben für die Art ein gutes Merkmal ab, wenn, wie dies oft der Fall ist, die Spitzen der Haken abgebrochen und die Flossen lädiert sind. Der relativ kurze Schwanzabschnitt unterscheidet ferner S. minima von den Jungen anderer Arten, vorausgesetzt daß die Ovarien, an denen die Art ebenfalls leicht kenntlich ist, noch nicht entwickelt sind. Diese Organe gleichen denen von S. enflata, sind jedoch noch gedrungener, enthalten stets nur eine geringe Anzahl von reifen Eiern und reichen nur wenig über die Mitte der Hinterflossen hinaus. Die S. minima Strodtmann's (70, p. 348) kann, wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe (62, p. 263), nicht diese Art, sondern nur S. elegans gewesen sein. Vorkommen. Annähernd zwischen dem 40.° N und 40.° S, wahrscheinlich nur im Epi- plankton. Sagitta decipiens Fwlr. Synonyme und Literatur. 1905. S. decipiens, Fowler (23, p. 70). 1906. S. Sibogae, Fowler (24, p. 21). 1909. S. sibogae, Ritter-Zähony (60, p. 51). Diagnose. Habitus schlank, jedoch nicht besonders straff. Schwanzabschnitt 29 — 19 % der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt. Vorderflossen sehr lang, schmal, abgerundet, in der Gegend vor dem hinteren Ende des Bauchganglions beginnend; vorderstes Drittel ohne, mittleres mit schüt- teren bloß die Randzone einnehmenden Strahlen. Hinterflossen bedeutend kürzer als die Vorder- flossen, dreieckig vorspringend, zu s / 5 bis 2 I 3 am Rumpf gelegen, mit Ausnahme des vordersten Endes vollständig von Strahlen durchsetzt. Haken typisch, bis 7, meist 6. Vorderzähne relativ kurz und breit, einander dachziegelartig deckend, bis 10; die beiden Reihen konvergieren unter spitzem bis rechtem Winkel. Hinterzähne typisch, bis 26, meist weniger. Vestibularwülste mit spitzen, meist stark ausgeprägten Papillen. Pigmentfleck der Augen in der Jugend typisch, später länglich. Corona länglich, vom Halse aus über den Rumpf sich erstreckend, von 1 % — 2facher Kopflänge, leicht unregelmäßig gebuchtet. Collerette nur angedeutet. Darmdivertikel vorhanden. Weiblicher Apparat kolbenförmig, höchstens bis an die Vorderflossen reichend. Receptaculum seminis durch 28 Deutsche Südpolar-Expedition. Spermamassen am vorderen Ende oft keulenförmig erweitert. Samenblasen länglich, vorne kopfig verdickt, um mehr als ihre eigene Länge von den Hinterflossen entfernt, die Schwanzflosse be- rührend. Beobachtete Größe (nach Fowler) bis 20 mm. — Tabelle nach 60 Exemplaren aus dem Atlantischen Ozean. Länge (mm ) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 15 20 6 7 15 14 20—23 6 7—8 15—17 13 19—23 5—0 7—9 15—19 12 23—25 5—6 8-9 17—20 11 19—24 6 8 17—19 10 21—20 6—7 0—8 12—19 9 22—29 6 6-8 12—17 8 25—29 7—8 17 7 29 1) 7 12—16 Im Habitus steht S. decipiens in der Mitte zwischen den beiden im Genus Sagitta vor- kommenden Extremen. Der Kopf ist relativ breit und erscheint bei gut erhaltenen Exemplaren vorne wie abgestutzt. Die relative Länge des Schwanzabschnittes betrug bei den über 10 mm langen Individuen meines Materials stets nur 19 — 25 % der Ge- samtlänge, Fowler hat jedoch, unter Einberechnung der Schwanzflosse, auch größere Zahlen gefunden. Die typische Zahl der Haken ist 6, bei jüngeren Individuen findet man zuweilen 7, bei älteren oft 5 Haken, nie aber ist das Verhalten umgekehrt: die für Chätognathen charakteristische Abnahme der Hakenzahl mit dem Alter ist daher, obwohl es sich um eine kleinere Art handelt, doch deutlich. Die Corona, die ich leider nur in Bruchstücken beobachten konnte, habe ich in Fig. 31 zu rekonstruieren ver- sucht. Hinter den Augen liegen wie bei S. minima zwei längliche Tasthügel, die meist gut erhalten sind, während zwischen den Augen niemals eine Spur von Sinneszellen zu sehen war. Gerade an dieser Stelle aber pflegt sich die Corona, wenn sie überhaupt so weit reicht, am besten zu erhalten; daher glaube ich nicht irrezugehen, wenn ich ihr vorderes Ende bei S. decipiens erst auf den Hals verlege. Der Augenfleck ist bei jungen, kleinen Tieren in typischer Weise ebenso breit wie lang; ziemlich rasch scheint er dann von einem be- stimmten Alter ab stark in die Länge zu wachsen. Ich konnte alle Übergänge vom typischen Stadium bis zu einem Augenfleck, der viermal so lang wie breit war, verfolgen. Der Vorderdarm ist relativ etwas länger, als bei den anderen Arten; infolgedessen sowie infolge der Transparenz der Tiere lassen sich die stets vorhandenen Darm- divertikel gut konstatieren. Sie sind in der Jugend kurz und kugelig, strecken sich später immer mehr in die Länge und reichen dann bis an den Hals. Fowler ist nur durch die aberranten Verhältnisse des Augen- pigments verführt worden, seine S. sibogae aufzustellen. Ich habe S. decipiens von zahlreichen Fundorten mit Originalen von S. sibogae, die Herr Prof. M. Weber in Fig. 30. S, decipiens, Habitus. Fig. 31. S. decipii m Corona. v. Rittek-Zähony, Sagitten. 29 Amsterdam mir zu senden die Güte hatte, verglichen und kann daraufhin nur um so bestimmter für die Identität der beiden Arten eintreten, die mir, nachdem ich auf die Veränderlichkeit des Augen - flecks aufmerksam geworden war, bereits einleuchtete. Denn von jenem Merkmal abgesehen, finden sich keine spezifischen Unterschiede in Föwler's Diagnosen und Abbildungen der beiden Arten und S. Sibogae weist danach — als älteres Stadium! — gegenüber S. decipiens eigentlich nur be- deutendere Dimensionen und höhere Zahlen für die Vorder- und Hinterzähne auf. Abbildungen der Vorderzähne und Vestibularwülste bei Fowler (23, Fig. 34, 35; 24, Fig. 70, 72). Die Abbildung des Vorderkopfes bei Ritter-Zähony (60, p. 52) ist nach einem geschrumpften Alkoholexemplar entworfen, zeigt aber die charakte- ristische Stellung der Vorderzähne. Vorkommen. Wahrscheinlich kosmopolitisch mesoplanktonisch; nur in hohen Breiten noch nicht nachgewiesen. Sagitta planctonis Steinhaus. Synonyme und Literatur. 1896. Sagitta hexaptera (non d"Orbigny 1834 — 44!), Conant (12, p. 213). 1896. Sagitta planctonis, Steinhaus (68, p. 7). 1905. Sagitta Zetesios, Fowler (23, p. 67). 1905. Sagitta planetonü?, Fowler (23, p. 71). 1906. Sagitta Zetesios, Fowler (24, p. 22). 1909. Sagitta planctonis, Ritter-Zahoxy (61, p. 790). Diagnose. Habitus sehr kräftig, straff. Schwanzabschnitt 26 — 20 % der Gesamtlänge. Seitenflossen getrennt. Vorderflossen schon am Beginn — knapp hinter dem Bauchganglion — ziemlich breit, nach hinten fast um das doppelte "zunehmend, konsistent; Innen- zone und vorderstes Drittel ohne Strahlen. Vorderflossen in der Jugend schmäler, etwas kürzer und vollständig von Strahlen durch- setzt. Hinterflossen dreieckig, kürzer als die Vorderflossen, mit strahlenloser Innenzone, etwas mehr am Rumpf als am Schwanz ge- legen. Haken bis 10, gewöhnlich 8 oder 9. Vorderzähne relativ läng lind dünn, nach hinten gerichtet, einander nicht oder nur wenig deckend, bis 10. Hinterzähne typisch, bis 22. Vestibularwülste mit abgerundeten Papillen. Corona gestreckt, vom Halse aus über den Rumpf reichend, vorne spitz, hinten abgestutzt, von 1- bis 2facher Kopflänge, mit undeutlich gebuchteten Rändern. Collerette stark entwickelt, in gleichbleibender Breite vom Halse bis an die Vorder- flossen reichend ; bei jüngeren Tieren jedoch nicht so lang und in ihrer hinteren Hälfte bedeutend schmäler. Darmdivertikel vorhanden. Weiblicher Apparat stabförmig. eventuell bis in die Halsregion reichend. Samenblasen länglich, flach konisch, nach hinten sich öffnend, von der Hinterflosse um ihre halbe bis ganze eigene Länge entfernt, der Schwanzflosse genähert. Beobachtete Größe bis 40 mm. — Wie bei manchen anderen Arten, kann man auch bei S. planctonis an Individuen bis zu 25 mm Länge besondere „Jugendcharaktere" konstatieren. Sie betreffen hauptsächlich die Vorderflossen Fig. 33. S.planc- tonis, Vorderen- de eines jungen Exemplars, stär- ker vergrößert. , :;i (10)11 12 (7)8-9 22 33 i:i 32 -35 (10)11 8—9 22—26 12 32—35 10-11 (7)8 21-27 II 32 33 10-12 6 8 10 23 Kl 33—36 10—11 6— 7 17 -20 v. Rittek-Zähojjy, Sagitter.. 33 haupt, die auf einer Seite zur Entwicklung gelangen, läßt sich daher nicht sicher bestimmen. Pigment- lose Augen findet man sonst nur noch bei Eukrohnia hamata: während sie aber hier einen bestimmten Typus repräsentieren, scheinen sie mir bei S. macrocephala in Degeneration begriffen zu sein; bei der Konservierung gehen sie übrigens sehr leicht ganz verloren. Der Behauptung Günther' s (34, p. 361 ), die Kappe sei bei S. macrocephala reduziert, muß ich vollständig widersprechen, da dieses Organ in typischer Weise entwickelt ist. Infolge von Fettmassen erscheint der Mitteldarm gewöhn- lich gelblich opak. S. macrocephala teilt diese Eigentümlichkeit mit einigen anderen Arten der Tiefsee, z. B. Eukrohnia hamata, das Fett tritt jedoch bei letzterer meist in mehr oder weniger klaren Tropfen, seltener in opaken Massen auf. Die Fänge vom 11. und 14. Oktober 1901 (mittelatlantischer Ozean, 1200 und 1900 m) ent- hielten einige größere Exemplare von S. macrocephala. die nach Notizen Prof. Vanhöffen's eine intensiv ziegelrote Färbung auszeichnete, während sonst die Art stets ungefärbt war. Es scheint, daß manchen Chätognathen derTiefsee dieFähigkeit zukommt, unter besonderen Umständen orange oder rote Farbtöne anzunehmen, da auch Fowler an S. macrocephala und Eukrohnia hamata (23, p. 56) gelegentlich eine lachsrosa Färbung beobachtet hat und da dieselben beiden Fänge der Gauss- Expedition, die rote S. macrocephala enthielten, auch eben so gefärbte Exemplare von Eukrohnia fowleri aufwiesen. Im Fang vom 10. März 1903 (Westwindtrift, 3000 m) zeichnete sich ein Exemplar von Heterokrohnia mirabilis (s. u. ) mit mehreren anderen von E. fowleri in derselben Weise aus und an einer fünften Art, S. maxima, hat schon Verrill an Exemplaren aus der Tiefe des Nord- atlantischen Ozeans lachsrosa Töne beobachtet (vgl. 62, p. 267). Da ferner gewöhnlich in ein und demselben Fang tingierte und farblose Individuen derselben Art vorkommen, kann die Färbung bei Chätognathen nur einer lokal erworbenen, nicht aber einer spezifischen Eigenschaft entsprechen. Tabelle auch bei Fowler (23, p. 66). Vorkommen. Kosmopolitisch mesoplanktonisch. Genus Pterosagitta A. Costa. 1869. Pterosagitta, A. Costa. 1880. Spadella, Langerhans; partim. 1880. Spadella, Hertwig; partim. 1883. Spadella, Grassi; partim. 1892. Spadella, Strodtmann; partim. Pterosagitta unterscheidet sich von Sagitta nur dadurch, daß die Vorderflossen und der Rumpf- teil der Hinterflossen durch eine sehr voluminöse Collerette, die vom Halse an sich über den ganzen Rumpf erstreckt, ersetzt sind; auf der Höhe des Rumpf- Seh wanzseptums, oder etwas dahinter, geht dieselbe in das (einzige) Seitenflossenpaar über. Ungefähr in der Mitte der Collerette findet sich jederseits ein großer Tasthügel mit einem Büschel außerordentlich langer Sinnesborsten. Bekannt eine gute Art. — Pterosagitta draco (Krohn). Synonyme und Literatu r. 1853. Sagitta draco, Krohn (40, p. 272 1. 1869. Pterosagitta mediterrane«, A. Costa (14, p. 54). 1880. Spadella draco, Langerhans (42, p. 136). Deutsche Slldpular-Expedition. XIII. Zoologie V, Ö 34 Deutsche Südpolar-Expedition. ■ m jpg} 1880. Spadella äraco, Hertwig (36, p. 266). 1883. Spadella Draco, Grassi (33, p. 51). 1895. Spadella Vougai, Beraneck (4, p. 155; vgl. 24, p. 26). 1903. Spadella draco, Krumbach (41, p. 628). 1906. Spadella draco, Fowler (24, p. 25). 1910. Pterosagüla draco, Ritter-Zähoxy (66, p. 18). Diagnose. Habitus sehr kräftig, etwas gedrungen. Kopf ungefähr so lang wie breit. Schwanz- abschnitt 38 — 46% der Gesamtlänge. Seitenflosse abgerundet, vollständig von Strahlen durch- setzt, über etwa % des Schwanzabschnittes reichend. Haken bis 10, meist 9, mäßig gekrümmt, mit geraden Spitzen und längs der ganzen Schneide verlaufender, relativ breiter Crista, deren basale Hälfte meist fein gezähnelt ist. Vorderzähne bis 10, relativ kurz, von dreieckigem Umriß, einander dachziegelartig deckend; die beiden Keinen in annähernd rechtem Winkel zueinander. Hinterzähne bis 18, lang konisch, eng aneinander schließend, bräunlich (wie auch die Vorderzähne). Vestibularwülste mit kleinen deutlichen Papillen. Corona längsoval, am Rumpf knapp hinter dem Halse gelegen, von etwas mehr als Kopflänge. Vorder- und Mitteldarm deutlich geschieden, aber keine Divertikel an letzterem. Anus knapp vor dem Rumpf- Schwanzseptum. Weiblicher Apparat wie bei Sagitta, kolben- förmig, bis in die Halsgegend reichend. Samenblasen länglich-eiförmig, relativ sehr groß, der Seitenflosse eng angeschlossen oder sie dorsal überragend (Fig. 40), der Schwanz- flosse mehr oder weniger genähert. Beobachtete Größe bis 10,5 mm. — • Tabelle nach 30 Exemplaren aus dem Atlantischen Ozean. 1. Fig. 39. Pt.draco, Stück aus der Mitte eines Greif- hakens; p Pulpa, s Schneide. Länge (mm ) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne 10,5 43 9 8 L6 9 39—42 (8)9 7—9 14—16 8,5 41 9 7—9 15—17 8 38—41 9 7—8 13-16 7,5 40—46 9(10) 7—9 14—18 7 39—43 9—10 9 14—17 6,5 39 9—10 7—9 13—17 6 41 9—10 5—7 8—12 5,5 38 9 6 12 Zur näheren Charakteristik der Art sei noch erwähnt, daß die lockere Collerette bei der Konservierung leicht verloren geht, das Seitenflossen - paar sich aber erhält und dann vorne wie abgestutzt aussieht. Proximal ist übrigens jede der beiden Flossen bis über ihre Mitte hinaus oben und unten noch mit blasigen Zellen — eine Fortsetzung der Collerette — belegt (Fig. 40). Die Geschlechtsorgane entsprechen ganz denen von Sagitta: das Receptaculum ist schlauchförmig, mündet auf einer deutlichen Papille und kann, wenn es mit Sperma gefüllt ist, an verschiedenen Stellen kugelig oder unregelmäßig aufgetrieben sein. Die weiblichen Organe füllen zur Zeit der Reife jederseits fast das ganze Coelom aus. Fig. 39 illustriert die Art der Zähnelung der Hakenschneide: die Zähne sind nach oben Fig. 40. Pt. draco, Samen- blasen von der Dorsalseite. v. Rittf.u-Zahony, Sagitten. 35 gerichtet, nicht immer regelmäßig und von denjenigen der Haken von Spadella (s. u.) gänzlich verschieden. Abbildungen: Bestes Habitusbild bei Hertwig (36, Taf. 9, Fig. 3) ; jedoch nicht ganz korrekt, da z. B. die Corona relativ zu klein gezeichnet ist. Haken bei Krumbach (41, p. 628) und Fowler (24, Fig. 91, 92). Vorder- und Hinterzähne bei Fowler (24, Fig. 93). Vorkommen. Annähernd zwischen dem 40.° N und 40.° S nur im Epiplankton. Genus Spadella Lnghs. 1880. Spadella, Langerhans; partim. 1880. Spadella, Hertwig: partim. 1883. Sagiüa, Grassi. 1892. Spadella, Strodtmann; partim. Diagnose. Kleine, etwas gedrungene, kräftige Arten. Kopf so breit wie lang. Schwanz- abschnitt mindestens 50% der Gesamtlänge. Ein oder zwei Paar seitlicher Flossen. Das eine (hintere) Paar fast ganz am Schwanz, das andere (vordere), wenn vorhanden, ganz am Rumpf gelegen. Schwanzflosse spateiförmig, mit dem hinteren Seitenflossenpaar kon- tinuierlich verbunden. Haken 8 — 11, mäßig gebogen, mit ungekrümmten Spitzen. Jederseits einander stark genähert zwei Reihen weniger Zähne. Vestibularorgane von der hinteren Reihe dieser Zähne entfernt, eiförmige Polster ohne Papillen (Fig. 41). Corona verschieden, kurz, am Kopf oder am Rumpf gelegen. Collerette vorhanden. Ein paariges, ventrales transversales Muskellager im Rumpfabschnitt. Mitteldarm mit oder ohne Divertikel. Analöffnung knapp vor dem Rumpf - Schwanzseptum. Ovarien kolben- förmig, bis an den Hals reichend. Receptacula seminis kugelig oder schlauchförmig; münden seitlich mit dem entsprechenden Ovarium vermittelst eines kurzen Ganges auf je einer, hauptsächlich aus Drüsenzellen bestehenden, flachen Papille. Samenblasen über der Grenze zwischen dem hinteren Flossenpaar und der Schwanzflosse dorsal angelegt; im entwickelten Zustande eiförmig, genau seitlich gelegen und zwischen die genannten Flossen eingebettet. Klebzellen im Epithel. Gesamtfärbung gewöhnlich gelblich oder bräunlich. Lebensweise neritisch, kriechend und gleitend auf Algen, worauf auch die Eier an kleinen Stielen abgesetzt werden. Bekannt zwei gute Arten. — Von den beiden Arten, die einstweilen das Genus Spadella repräsentieren, ist nur die eine, die europäische Sp. cephaloptera (W. Busch) genauer bekannt; die andere, Sp. schizoptera, ist bisher nur einmal an der ostamerikanischen Küste beobachtet und unvollständig beschrieben worden. Wahrscheinlich hat jedoch das Genus an anderen Küsten noch weitere Vertreter, die aber infolge ihrer Lebensweise noch unbekannt geblieben sein dürften. Die obige Gattungsdiagnose ist daher als eine provisorische anzusehen. Spadella cephaloptera (W. Busch). S v n o n y m e und L i t e r a t u r. 1851. Sagitta cephaloptera, Busch (6, p. 98). 1858. Sagiüa Upunetata, Lewes (46, p. 250); errore. 1858. Sagitta Mariana, Lewes (46, p. 414; Taf. 5, Fig. 1). 1863. Sagitta gallica, Pagenstecher (57, p. 308). 1863. Sagitta cephaloptera, Claparede (9, p. 9). 1870. Sagitta ponlica, Ul.janix (72, p. 57: vgl. 73, p. 588). 36 Deutsche Südpolar-Expedition. 1874. Sagitla Batziana, Giard (30, p. 517). 1880. Spadella cephaloptera, Langerhans (42, p. 136). 1880. Spadella cephaloptera, Hertwig (36, p. 261). 1883. Sagilta Clapareäi, Grassi (33, p. 17). 1903. Spadella musculosa, Doncaster (48, p. 266). 1906. Spadella cephaloptera, Fowler (24, p. 34). 1909. Spadella parvula, Moltschanoff (52, p. 889). Diagnose. Kopf vorne etwas zugespitzt. Kappe mit zwei tentakelartigen seitlichen Fort- sätzen. Schwanzabschnitt 50 — 58% der Gesamtlänge. Ein Paar abgerundeter, vollständig von Strahlen durchsetzter Seitenflossen, die knapp hinter den Mündungen der Receptacula beginnen und sich jederseits über mindestens % des Schwanzabschnittes erstrecken. Haken 8 — 11; längs ihrer ganzen Schneide kleine, voneinander entfernte, stumpfe, oft undeutliche Zähnchen. Vorderzähne relativ sehr lang und schlank, dreh- rund, meist leicht und unregelmäßig gebogen, biso, Fig 41. Sp. cephaloptera, Vorderkopf von der Ventralseite. meist 4 Hinterzähne kurz, kegel- oder stift- förmig, bis 4 (Fig. 41). Corona längsoval, hinten etwas eingebuchtet, auf Hals und Rumpf ge- legen. Collerette schon vor dem Halse beginnend, am breitesten in der Gegend der Corona, dann rasch sich verschmälernd, aber bis an die Mündung der Receptacula, also fast über den ganzen Rumpf reichend. Das ventrale transversale Muskellager erstreckt sich durch den ganzen Rumpf - abschnitt. Zwei kugelige Darmdivertikel hinter dem Halse. Receptacula kugelig. Beobachtete Größe bis 10 mm. — Tabelle. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne Herkunft 9,5 58 10—11 5 4 Irische See 5,3 50 10 4 4 Irische See 4,6 52 9—10 4 2 Irische See 3,5 51 ¥> 8 4 2—3 Triest 3,2 50 8-9 4 2—3 Triest 3,1 5iy 2 8—9 4 2—3 Triest 2,8 54 8—9 4 2 Triest 2,5 52 8—9 4 2 Triest Der bunten, im übrigen jedoch schon längst bekannten Synonymenliste von Sp. cephaloptera auch noch die Sp. parvula Moltschanoff anzureiben, trage ich nicht das geringste Bedenken, da die Unterschiede, die der Autor gegenüber Sp. cephaloptera für seine Art geltend macht: geringe Größe und Mangel von Hinterzähnen, nicht stichhaltig sind. Schon Grassi weist darauf hin, daß die hintere Zahnreihe dem Beobachter leicht entgeht. Ich selbst habe an kleinen Exemplaren oft nur mit Mühe zwei Hinterzähne entdecken können und halte es nicht für ausgeschlossen, daß diese vielleicht in Rückbildung begriffenen Organe gelegentlich ganz fehlen. Leicht können auch, nament- lich wenn so wenig Hinterzähne vorhanden sind, beide Reihen jederseits für eine einzige Reihe oder Gruppe gehalten werden. Die Beschreibung und die Abbildungen Moltschanoff's, die ich mit eigenen anatomischen Untersuchungen an Sp. cephaloptera vorglich, überzeugten mich, daß nur diese v. Rittek-ZAhony, Sagitten. 37 Art vorgelegen haben kann. Auch Sp. muscidosa Donc. findet sich an dieser Stelle zum erstenmal in der Synonymenliste von Sp. cephaloptera; sie kann jedoch nur hierher gehören, wohin jeder Punkt ihrer Beschreibung sie verweist. Sp. cephaloptera hat, wie viele andere Chätognathen und Organismen, die Eigenschaft, desto größere Dimensionen anzunehmen, in je kälterem Wasser sie zu Hause ist. Keiner der Autoren, die sie im Mittelmeer in geringen Tiefen beobachtet haben, gibt ihr mehr als 5 mm; ich selbst maß in Triest höchstens 3,5 mm lange Tiere, die dabei vollständig geschlechtsreif waren. In Sagitten - material aus der Irischen See konnte ich jedoch größere Dimensionen konstatieren (65, p. 4). Bestes Habitusbild bei Grassi (33, Taf. 1, Fig. 1). Vorkommen. Bisher nur an der europäischen Küste (Nordatlantischer Ozean, Mittel- meer, Schwarzes Meer) beobachtet. Fowler hat die bisherigen Fundorte zusammengestellt (24, p. 65); in den letzten Jahren kamen nur noch die Irische See (65) und Stadt (5) in Norwegen hinzu. Letzterer Fundort, auf etwa 62° N, ist zugleich der nördlichste Punkt, auf dem Sp. cephaloptera bisher nachgewiesen worden ist. Spadella sclüzoptera Conant. Literatur. 1895. Spadella schizopfera, Conant (11, p. 289). Diagnose. Schwanzabschnitt 51% der Gesamtlänge. Zwei Paare vollständig von Strahlen durchsetzter Seitenflossen; das vordere klein, abgerundet, das hinterste Drittel des Rumpfes ein- nehmend, jedoch nur bis an die Mündung des Receptaculums reichend; das hintere, von ähnlicher Gestalt, wie das vordere, beginnt knapp hinter der Mündung des Receptaculums und erstreckt sich ungefähr über die vorderen zwei Dritteile des Schwanzabschnittes. Haken 8. Vorderzähne 2 — 3, lang und gekrümmt. Hinterzähne fehlend ( ?). Corona von Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks, dessen Seiten eingebuchtet und dessen Ecken abgerundet sind ; das eine Ende der Corona am Kopfe zwischen den Augen, die beiden anderen am Halse. Das ventrale transversale Muskellager auf den vorderen Teil des Rumpf abschnittes beschränkt. Keine Darmdivertikel. Receptacula schlauch- förmig, vor ihrer Mündimg durch einen quer verlaufenden unpaaren Kanal miteinander verbunden. Beobachtete Größe 4 mm. — Die Diagnose von Sp. schizoptera konnte ich leider nur nach der einzigen, unvollständigen Beschreibung, die von ihr existiert, entwerfen. Die zahlreichen Analogien dieser, im übrigen zweifel- los guten Art mit Sp. cephaloptera erlauben es mir jedoch, ihr noch einige, in der Originalbeschreibung (und Abbildung) nicht enthaltene Merkmale zuzuschreiben, die ich in die Gattimgsdiagnose von Spadella aufgenommen habe. Es sind dies: die Eigentümlichkeit, die Eier auf Stielen abzulegen und der Besitz von Vestibularorganen und einer Collerette. Für das Vorhandensein der letzteren spricht übrigens die Abbildung Conant' s. Ob tatsächlich eine hintere Reihe von Zähnen gänzlich fehlt, muß ich einstweilen dahingestellt sein lassen, da, wie schon erwähnt, diese Organe bei den Spadellen leicht übersehen werden können. Der Zerspaltung der Hinterflossen in unregelmäßige Lappen dürfte kein systematischer AYert zukommen; ich habe Ähnliches oft bei verschiedenen Chätognathen beobachtet, es aber stets auf Rupturen zurückführen können. Habitusbild bei Conant (1. c). Vorkommen. Bisher nur an den Bahamas beobachtet. 38 Deutsche Südpolar-Expedition. Genus Eukrolinia Ritt.-Z. 1880. Krohnia (non Quatrefages 1865!), Langerhans. 1880. Spadella, Hertwig; partim. 1883. Spadella, Grassi; partim. 1892. Krohnia, Strodtmann; partim. Diagnose. Mittelgroße, ziemlich kräftige Alten. Länge des Schwanzabschnittes 19 — 31% der Gesamtdimension, vom Alter der Tiere unabhängig. Ein Paar von Seitenflossen, die sich über Rumpf und Schwanz erstrecken. Sie beginnen ohne scharfe Grenze etwas vor dem Bauchganglion und reichen bis fast zur Mitte des Schwanzabschnittes; ihre Gestalt ist die eines stumpf- winkeligen Dreiecks, das mit seiner Basis dem Körper anliegt und dessen Höhe in die Gegend des Rumpf -Schwanzseptums fällt; Strahlen nur am äußeren Rande ihres letzten Drittels. Schwanzflosse breit dreieckig. Greifhaken 8 — 13, mit gekrümmten Spitzen. In der Jugend besondere primäre Haken mit Borsten- oder Zähnchenkamm an der Schneide. Eine Zahnreihe, die der hinteren von Sagitta entspricht. Zähne kantig-konisch, mit einfachen Spitzen, eng aneinander schließend, zahlreich. Haken und Zähne gewöhnlich dunkelbräunlich. .Vestibularorgane leichte, seitlich vorspringende, von den Zähnen überdachte Wülste mit oder ohne Papillen. An Stelle der Vestibulargruben zerstreute Drüsen im Epithel der Vestibularorgane. Mächtiges apikales Drüsen- lager vorn am Kopfe zwischen den Enden der Lateralspangen, das sich auf die Dorsalseite in zwei divergierende Streifen unter die Kappe fortsetzt. Augen von anderem Typus wie bei Sagitta. Corona verschieden, zwischen den Augen beginnend und entweder bloß bis zum Halse oder auch noch auf den Rumpf reichend. Weder Collerette noch Darmdivertikel. Analöffnung auf der Höhe des Rumpf - Schwanzseptums. Dorsolateral im Epithel des Vorderendes jederseits ein mit Drüsen zellen ausgekleideter längerer Kanal. Paariges ventrales transversales Muskellager im vorderen Rumpfdrittel. Weiblicher Apparat kolben- förmig, selten von mehr als halber Rumpf länge. Receptaculum sackförmig, vor seiner trichter- förmigen Mündung kanalartig eingeschnürt. Zur Zeit der Geschlechtsreife kommt es zur Bildung von Eier- und Samensäckchen. Lebensweise freischwimmend pelagisch. Kaltwasserarten. Vor- kommen rein mesoplanktonisch oder — aber nur in hohen Breiten — auch holoplanktonisch. Be- kannt zwei gute Arten. — Die vor kurzem erschienene ausführliche Darstellung von E.hamata (62, p. 268 ff.) enthebt mich der näheren Erläuterung der in obiger Diagnose gegebenen allgemeinen Merkmale. Ich weise nur nochmals darauf hin, daß bei Euhohnia, im Gegensatz zu Sagitta, die relative Länge des Schwanz- abschnittes mit dem Alter nicht abnimmt, sondern daß die beiden Körperabschnitte das ganze Leben hindurch im selben Maße zunehmen und daher auch stets dasselbe Längenverhältnis zu- einander bewahren. Über den Bau der Augen konnte ich, da noch keine Untersuchungen vorliegen, nach eigenen, nicht weiter verfolgten Beobachtungen leider nur sagen, daß er von anderem Typus ist wie bei Sagitta. Merkwürdig ist aber, daß die beiden, einander sonst nahestehenden Vertreter des Genus Eukrolinia auch untereinander gerade im Bau der Augen am stärksten voneinander abzuweichen scheinen, was ich auch in meinen Figuren der Köpfe von E. hamata (62, Taf. 5, Fig. 11, B) und fowleri (s. u. Fig. 45) deutlich zu machen versucht habe. v. Ritter-ZAhony, Sagitten. 39 Eukrohnia hamata Mob. iS y n o n y m e und Literatur. 1875. Sagitia hamata, Möbius (50, p. 158). 1880. Krohnia hamata, Langerhans (42, p. 136). 1880. Spadella hamata, Hertwig (36, p. 268). 1888. Sp. innoni., Fewkes (19, p. 48; tab. 3, fig. 1). 1892. Krohnia hamata, Strodtmann (70, p. 350, 368). 1896. Krohnia hamata, Conant (12, p. 212). 1896. Spadella (Krohnia) hamata, Fowler (22, p. 993). 1897. Krohnia foliacea, Aida (1, p. 19). 1905. Krohnia hamata, Fowler (23, p. 74). 1907. Krohnia hamata var. borealis, Moltschanoff (51, p. 209). 1909. Eukrohnia hamata, Ritter-ZXhony (61, p. 792). 1910. Eukrohnia hamata, Ritter-Zähony (62, p. 268). Diagnose. Kopf so breit wie lang. Schwanzabschnitt 19 — 31% der Gesamtlänge. Haken 8 — 9, bei jüngeren Tieren auch 10, wenig gebogen, breit, mit knieförmig nach innen geknickten Spitzen. Primäre Haken mit Borstenkamm. Zähne bis 25, selten mehr. Vestibularorgane ohne deutliche Papillen. Augen oval, unpigmentiert, unmittelbar hinter dem Gehirn gelegen. Corona von flaschenförmigem Umriß, vorne spitz, ungefähr von Kopflänge, auf Kopf und Rumpf gelegen. Beobachtete Größe bis 43 mm. — Abbildungen bei Ritter-Zahony (62, Taf. 5, Fig. 11—18). Vorkommen. Kosmopolitisch-mesoplanktonisch, in hohen Breiten holoplanktonisch. Tabelle nach 75 Exemplaren aus dem Antarktischen Ozean. Länge (mm) Schwanz (%) Haken Zähne 29 24 8 21 27 21^—231/2 8 21—22 26 21—23 8(9) 17—23 25 21—23 8(9) 20—22 24 22—23 8(9) 21—22 23 22— 23% 8(9) 18—22 22 20 y 2 — 24 8(9) 14—21 21 21—23 8 15—17 20 22— 22% 8—9 15—17 19 21—22 8—9 10—15 18 19—22 8—9 11—13 17 21—22 8—9 9—11 16 20—22 8—9 7—12 15 21—22 8—9 8—10 14 21—22 7—9 6—8 13 22—23 8 4—7 12 21—23 7—8 (9) 4-6 11 24 7—8 4 Seitdem die arktische E. hamata eine eingehendere Würdigung erfahren hat (62), ward es interessant zu untersuchen, ob die antarktische E. hamata tatsächlich mit ihr jene voll- ständige Übereinstimmung zeigt, die man nach dem Nachweis der kontinuierlichen Verbreitung der Art von Pol zu Pol anzunehmen berechtigt wäre. Daher habe ich eine größere Anzahl Exemplare von den südlichsten Stationen der Gauss-Expedition gemessen und untersucht, wie obige Tabelle 40 Deutsche Südpolar-Expeditiou. zeigt. Vergleicht man dieselbe mit derjenigen, die ich in „Fauna Arctica" von E. liamata aus dem Ostgrönländischen Meer gegeben (62, p. 270), so zeigt sich, daß doch gewisse, wenn auch nur graduelle, Unterschiede zwischen der E. liamata der Nord- und derjenigen der Südpolargegenden zu kon- statieren sind, denn der Schwanzabschnitt ist bei der letzteren durchschnittlich relativ kürzer (19 — 24% statt 22 — 28%) und die typische Zahl der Haken geringer (bei erwachsenen Tieren 8, bei jungen 8 — 9; statt 9, resp. 9 — 10). Andere Unterschiede sind mir nicht aufgefallen; auf die bei der antarktischen E. liamata durchschnittlich etwas höhere Zahl der Zähne lege ich kein Gewicht. Die größten Individuen aus dem Antarktischen Ozean maßen nur 30 mm. Oft trugen auch kleinere bereits Eiersäckeken: solche Individuen waren dann ungewöhnlich durchsichtig und schienen mir einem langsamen Schwund ihrer Muskulatur zu unterliegen. Besonders deutlich war dies am trans- versalen Lager, von dem nur noch wenige zerstreute Stränge übrig waren. Eukrohnia fowleri Ritt.-Z. Synonyme und Literatur. 1905. Krohnia liamata var., Fowler (23, p. 77). 1906. Krohnia liamata, Fowler (24, p. 23); partim. 1909. Eukrohnia fowleri, Ritter-Zähony (61, p. 793). Tabelle nach 80 Individuen aus dem Atlantischen Ozean. Länge (mm ) Schwanz (%) Haken Zähne 40 24 11—12 30 38 25 12 27 35 23—25 12-13 26—30 34 23—24 11—13 24—25 33 24—26 12—13 23—24 32 231/2— 26y 2 12—13 24—27 31 23—24 11—13 24—30 30 22— 26 ^ 12—13 22—28 29 22 24 11-13 20—25 28 23—27 12 21—24 27 24—26 11—12 21—24 26 23—24 11—12 21 25 24—25 11—12 19—25 24 22—23 11—12 18—21 23 22—25 11—12 19—21 22 22— 25>/ 2 11-12 16—20 21 22—24 11—12 17—19 20 22—25 11—12 15-18 19 21 11 16 18 23—24 10—12 14-15 17 22—24 10-12 14—15 16 22—25 11—12 11—14 15 22—23 11—12 10-12 14 24 11 11 13 22 23 11 8—11 12 25 11 9 11 2:: -25 10—11 5 Diagnose. Kopf etwas breiter als lang, relativ größer als bei E. liamata. Schwanzabschnitt 22 — 27% der Gesamtlänge. Haken 10 — 13. schlanker und stärker gebogen, als bei E. liamata, mit v. Ritter-Zähony, Sagitteii. 41 Fig. 42. E. hamata, Greifhaken. Fig. 43. E. fowleri, Greifhaken. vogelschnabelartig nach innen gekrümmter Spitze. Primäre Haken mit Zähnchenkamm. Zähne bis 30. Vestibularorgane mit besonders lateral deutlichen, konischen Papillen. Augen von mandel- förmigem Umriß, mit Pigmentfleck; vom Gehirn etwas abgerückt. Corona von birnförmigem Um- riß, vorne abgerundet, nur bis an den Hals reichend. Beobachtete Größe bis 40 mm. — E. fowleri läßt sich, bei halbwegs guter Erhaltung, von E. hamata auf den ersten Blick durch ihren derberen Habitus und durch ihren, namentlich bei jüngeren Tieren relativ größeren Kopf unterscheiden. Auch vermag E. fowleri sicherlich größere Dimensionen als E. hamata zu erreichen, denn in allen Fängen der Gauss-Expedition, die beide Arten enthielten, gehörten die größten In- dividuen stets der ersteren an. Dieselbe Beobachtung machte ich an Material aus der Irischen See (vgl. 65, p. 5). Zwar habe ich selbst ausnahmsweise über 40 mm lange Individuen von E. hamata aus dem Ostgrönländischen Meer, in dem die Art holoplanktonisch ist, gemessen; da aber E. fowleri überall nur das tiefere Mesoplankton bewohnt und bisher noch relativ selten beobachtet worden ist, ist es sehr wahrscheinlich, daß man in Zukunft aus großen Tiefen auch noch bedeutend längere Exemplare heraufbringen wird, als bisher aufgefunden wurden. Den in den Diagnosen schon hervorgehobenen Unterschied zwischen den Haken von E. hamata und fowleri illustrieren die Fig. 42 und 43. Zu besserem Vergleich ist dabei der Haken der letzteren Art im Verhältnis zu dem der ersteren etwas weniger vergrößert. Die primären Haken von E. fowleri zeigen, da sie derber sind, besonders schön den Zähnchenkamm (Fig. 44). Bei 16mm langen Individuen war gewöhnlich noch ein primärer Haken anzutreffen, bei 11 mm langen vier bis fünf. Wie bei E. hamata ist der Übergang von ihnen zu den sekundären nicht plötzlich, sondern insofern allmählich, als desto weniger Kammzähnchen vorhanden sind, je später der betreffende primäre Haken im Vergleich zu den übrigen entstanden ist; am letzten findet man bloß drei oder vier unmittelbar hinter der Spitze. Das Augenpigment läßt keine Differenzierung erkennen, wie das von Sagitta; bei Individuen, die länger in Konservierungsflüssigkeiten lagen, ist es zuweilen ausgewaschen und auch die Augen selbst sind nicht immer intakt. Besonders selten erhält sich jedoch die Corona (Fig. 45). Im Bau der Flossen, der Zähne, der Vestibularorgane, der Transversalmus- kulatur und des Geschlechtsapparates entspricht E. fowleri vollständig E. hamata; nur die Ovarien (und mit ihnen das Receptaculum) sind relativ kürzer. Eiersäckchen, die wie bei E. hamata (vgl. 62, p. 273) von den eigentümlich deformierten Seitenflossen um- hüllt waren, habe ich ebenfalls beobachtet. Die Fänge vom 11. und 14. Oktober 1901 (1200 und 1900 m) und vom 11. März 1903 (3000 m) ent- Fig. 44. E. hielten größere Individuen von E. fowleri, die nach fowen, pn- einer Notiz Prof. Vanhöffen's vor der Konservierung marer Greif- Fig. 4o. E. fowleri, Kopf mit Corona ° haken. und Augen von der Dorsalseite. intensiv ziegelrot gefärbt waren, während sonst die Deutsche SUdpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 6 42 Deutsche Südpolar-Expedition. Art, mit Ausnahme ihres infolge von Fettmassen meist gelblichen Darmkanals keinerlei Färbung aufweist. Ich habe mich über jene Eigentümlichkeit, die E. fowleri mit S. macrocephala, Hetero- krolinia mircibilis und wahrscheinlich auch noch mit mehreren anderen Tiefseearten gemein hat, bereits (s. o. S. macrocephala) geäußert. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die ,, Varietät" der Krohnia hamata. die Fowler im Golf von Biscaya auffand, die eben behandelte Art war. Enthalten doch die Bemerkungen Fowler' s alle die charakteristischen Merkmale der Haken. Unzureichendes Material verbot jedoch dem Forscher die Aufstellung einer neuen Art. Die hohen Hakenzahlen, die Fowler dann für seine E. hamata der Siboga -Expedition angibt, ließen mich auch in diesem Falle die andere Art vermuten, und tatsächlich zeigte es sich, als Herr Prof. M. Weber in Amsterdam mir auf meine Bitte hin in freundlichster Weise die Originale zusandte, daß neben wenigen Exemplaren von E. hamata hauptsächlich E. fowleri vorgelegen hatte, jedoch in so kläglichem Zustande, daß danach eine Art- diagnose nicht hätte aufgestellt werden können. Ich selbst lernte E. fowleri zuerst in vorzüglich erhaltenem Material aus der Irischen See, für das ich Herrn Prof. E. W. L. Holt in Dublin ver- pflichtet bin, kennen. Vorkommen. Kosmopolitisch 'mesoplanktonisch. Genus Heterokrohnia n. g. Vorläufige Diagnose. Kräftige, schlanke Arten mit einem Paar auf Rumpf und Schwanz gelegener seitlicher Flossen und zwei Reihen zahlreicher Zähne. Zwischen den vorderen Zahnreihen ein apikales Drüsenlager. Ventrale Transversal- muskulatur sowohl im Rumpf- als im Schwanzabschnitt. Lebensweise pelagisch abyssal. Bekannt eine gute Art. — Heterokrohnia vereinigt sowohl Charaktere von Sagitta, als von Eukrohnia in sich und besitzt auch besondere Eigentümlichkeiten (transversale Schwanzmuskulatur), so daß sie ohne Zwang in keinem der beiden Genera untergebracht werden kann. Heterokrolmia mirabilis n. sp. Diagnose. Kopf relativ groß, bei jüngeren Tieren etwas länger als breit; später gleichen sich die beiden Dimensionen aus. Schwanzabschnitt 32,3 bis 40% der Gesamtlänge; in der Jugend wahrscheinlich relativ länger als später. Die vollständig von Strahlen durchsetzten, mäßig breiten, abgerundeten Seitenflossen beginnen knapp hinter dem Bauchganglion und reichen fast bis zur Mitte des Schwanzabschnittes. Schwanzflosse spateiförmig. Die schlanken, leicht gebogenen Greifhaken gleichen denen von E. fowleri; ihre Spitze ist etwas einwärts gekrümmt. Zahl der Haken 9 bis 11 oder 12. Vorderzähne bis 15, breit, abgeflacht, dachziegelartig einander deckend; die beiden Reihen in spitzem bis rechtem Winkel zueinander. Hinterzähne bis 33, schlank konisch, eng aneinanderschließend. Vestibuläre »rgane mächtige Wülste, an denen nur bei jugendlichen Individuen kleine Papillen bemerkbar sind. Keine Collerette. Vorder- und Mitteldarm voneinander geschieden, doch keine Divertikel an letzterem. Analöffnung knapp vor dem Rumpf- Schwanz- septum. Im Rumpf beginnt die ventrale Transversalmuskulatur am Halse und reicht bis etwas über das Bauchganglion hinaus, im Schwanz nimmt sie ungefähr dessen vorderstes Drittel ein. Weib- Rittkr-ZAhony, Sagitten. 43 lieber Apparat kolbenförmig; Receptaculum schlauchförmig. Samenblasen länglich flach -konisch, sowohl an die Seiten- als an die Schwanzflosse anstoßend, nach vorn sich öffnend. Beobachtete Größe bis 19 mm. — Tabelle über sämtliche mir vorliegende Exemplare. Länge (mm ) Schwanz (mm) ; (%) Haken Vorderzähne Hinterzähne Station Tiefe ( ni ) Konservierung 19 6,2 32,7 11 : 11 14 :15 33 : ? 3. April 1903 3423 Alkohol 18,6 6 32,3 10 :9 15 : 15 29 :30 10. März 1903 3000 Formol 12 4 33,3 ? :10 10 :11 25 : ? 10. März 1903 3000 Formol 10 3,5 35 11 :11 ? :5 6 :6 10. März 1903 3000 Alkohol 10 3,5 ^35 — — — 27. März 1903 2000 Formol 9,4 3,8 40 9 :9 — 1 :1 10. März 1903 3000 Formol 9 3,2 35,5 8 :9 ? :4 2 :1 10. März 1903 3000 Formol 8 3 37,5 9 :9 4 :4 1 :1 10. März 1903 :k um Formol Da mir H. mirabilis zwar in recht gut erhaltenen, aber leider nur in acht Exemplaren vorlag, kann obige Diagnose nicht vollständig sein, wenn sie auch zum späteren Wiedererkennen der Art vollkommen ausreicht. Die Seitenflossen bestehen aus einer vorderen schmäleren und einer hinteren breiteren Hälfte, doch war ihr äußerer Rand bei keinem meiner Exemplare intakt; es ist daher möglich, daß die Fig. 46 den Umriß der paarigen Flossen nicht ganz korrekt wiedergibt. Die Kopf- bewaffnung war bei den größten Individuen dunkelbräunlich, bei den kleinen jedoch noch ganz farblos, und es bedurfte erst längeren Suchens und starker Vergrößerung, um bei den letzteren die wenigen Vorder- und Hinterzähne aufzufinden. Bei dem einen 10 mm langen Exemplar konnte ich außer den 11 in der Tabelle angegebenen ausgebildeten Haken jederseits noch einen 12ten halbentwickelten konstatieren. Die Vorderzähne erinnern in ihrem Bau etwas an die von S. minima (s. o.), treten aber in so großer Anzahl unter allen Chätognathen nur noch bei *S. helenae (s. o.) auf. Das apikale Drüsenlager zwischen den Vorderzahnreihen ist in der Jugend relativ mächtiger entwickelt und deutlich zweigeteilt. Augen habe ich nicht auf- finden können. Die Corona war nicht erhalten. Die Transversalmuskulatur des Rumpfes entspricht derjenigen von Eukrohnia, die des Schwanzes hat jedoch bei keinem der bisher bekannt gewordenen Chätognathen ein Homologon. Die Ovarien schienen mir bei den beiden größten Exemplaren, von denen eines abgebildet ist (Fig. 46), von der Reife nicht allzu weit entfernt; sie maßen 4 bzw. 3,4 mm Länge. Die Samenblasen enthielten reichlich Sperma. Wie ich mich an den jüngeren Exem- plaren überzeugte, werden diese Organe nahe hinter den Seitenflossen angelegt und ver- größern sich dann nach hinten bis zur Berührung mit der Schwanzflosse. Das größte Individuum im Fang vom 10. » März 1903 war, als es im Netze heraufkam, ziegelrot gefärbt Fig. 47. H. mirabilis, Vorderkopf von der Ventralseite; v. Vesti- / j Q g macrocevhala) bularorgan. u Fig. 46. H. mi- rabilis. Habitus von der Ven- tralseite. 6* 4.4. Deutsche Südpolar-Expedition. Vorkommen. Bisher nur im Antarktischen Ozean in Vertikalfängen aus 2000 — 3423 m beobachtet (Gauss -Expedition), jedenfalls aber weiter im Mesoplankton verbreitet. Genus Krohnitta Ritt.-Z. 1883. Spadella, Grassi: partim. 1892. Krohnia, Strodtmann; partim. Diagnose. Kleine schlanke, nicht sehr kräftige Tiere. Ein Paar auf Rumpf und Schwanz gelegener seitlicher Flossen. Schwanzflosse spateiförmig, länglich. Basale Hälfte der in der Mitte leicht knieförmig geknickten Greifhaken ziemlich breit, distale Hälfte derselben spitz ausgezogen. Jederseits eine Reihe dem vordersten Rand des Kopfes aufsitzender Zähne, die aus einer basalen Platte, einem Zwischenstück und einem langen, schmal konischen Teil bestehen (vgl. Fig. 50). Vestibularorgane leichte, seitlich nicht vorragende Wülste ohne Papillen; dahinter je eine kreis- förmig umrissene Vestibulargrube. Augen mit einem von Kristallkörpern umgebenen Pigment- korn. Geschlechtsapparat wie bei Sagitta. Lebensweise frei schwimmend pelagisch. Bekannt eine gute Art. — Wenn auch Krohnitta mit ihrem auf Rumpf und Schwanz gelegenen einzigen Flossenpaar und ihrer einzigen Zahnreihe mit Euhrohnia übereinzustimmen scheint, so ist doch eine Vereinigung der beiden Genera infolge ihres, in der Diagnose charakterisierten, gänzlich verschiedenen Baues • der Greifhaken und Zähne unmöglich. Ja es ist fraglich, ob die Zahnreihe von Krohnitta derjenigen von Euhrohnia überhaupt homolog ist. Außerdem ist aber jenes Genus von diesem durch negative Merkmale (kein apikales Drüsenlager, keine Transversalmuskulatur, keine Drüsenkanäle, keine Eiersäckchen) unterschieden und entspricht anderseits durch den Besitz von Vestibulargruben und echten Samenblasen der Gattung Sagitta. Auch die Seitenflossen erinnern viel mehr an die Hinter - flössen dieses Genus als an die Seitenflossen von Euhrohnia. Die Augen wieder gehören einem besonderen, bei keiner andern Gattung vorkommenden Typus an. Krolmitta subtilis (Grassi). Synonyme und Literatur. 1881. Sagitta Suptilis (sie!), Grassi (32, p. 213). 1883. Spaddla Subtilis, Grassi (33, p. 16). 1892. Krohnia suUilis, Strodtmann (70, p. 352). 1897. Krohnia paeifica, Aida (1, p. 19). 1902. Krohnia paeifica, Doncaster (17, p. 215). 1905. Krohnia subtilis, Fowler (23, p. 78). 1906. Krohnia paeifica, Fowler (24, p. 24). 1906. Krohnia siditilis, Fowler (24, p. 25). 1910. Krohnitta subtilis, Ritter-Zähony (63, p. 140). Diagnose. Kopf annähernd so breit wie lang. Schwanzabschnitt 29 — 42% der Gesamt - länge. Die Seitenflossen relativ breit, abgerundet, mit Ausnahme einer bald schmäleren, bald breiteren Innenzone, vollständig von Strahlen durchsetzt, zum größeren Teile am Schwanz- als am Rumpfabschnitt gelegen und mindestens zwei Drittel des ersteren einnehmend. Haken 8 — 10. Zähne bis 16, meist etwas weniger. Corona deltoidisch, ungefähr so lang wie der Kopf, auf diesem und auf dem Rumpf gelegen, nahe hinter den Augen beginnend. Weder Collerette noch Darmdivertikel. v. Kittek-Zahony, Sagitten. 45 Analöffnung knapp vor dem Rumpf-Schwanzseptum. Ovarien kolbenförmig, meist kurz. Samen- blasen relativ groß, eiförmig, sowohl an die Seiten- als an die Schwanzflosse anstoßend. Beob- achtete Größe bis 16,5 mm. — Die relative Länge des Schwanzabschnittes variiert bei K. subtilis ziemlich stark. Um zu untersuchen, ob das Alter der Tiere darauf von irgendeinem Einfluß ist, habe ich eine größere Anzahl gemessen und stelle die Resultate in folgenden Tabellen zusammen: Rotes Meer (Museum Helsingfors; Formolmaterial). Länge ( nun ) 2,2 2,8 3.2 3,6 4,8 5,2 5,5 Schwanz (%) 36 33—37 34 33 35 29—30 33 Atlantischer Ozean (G auss-Expedition; ; ormolinateriar . Länge (mm) 10 10,5 11 11,5 12 12,5 13 14 14,5 15 15,5 16,5 Schwanz (%) 35 36—37 35,5 — 36,3 30—35 33,3—37,5 32—36 32—33 34 37,2 33,3 35,5 35,8 Atlantischer Ozean (Gauss-Expedition; Alkoholmaterial). Länge (mm) 7.5 8 9 10 10,5 11 11,5 12 12,5 13 13,5 14 15 Schwanz (%) 30 34 31—34 39—38 32—38 32—39 30—35 34—42 32—36 35—37 34—37 36 36 Mit Sicherheit geht aus diesen wie aus den Tabellen Fowler's über die Art 23, p. 78; 24, p. 24) nur hervor, daß eine Abnahme der relativen Schwanzlänge mit dem Alter, im Gegen- satz zu Sagitta, bei Krohnitta nicht statthat. Über 37 Y 2 % fand ich jedoch nur bei den schlechter erhaltenen Alkoholexemplaren und halte es daher nicht für ausge- schlossen, daß diese höheren relativen Maße erst durch eine Konservierung, unter der der Rumpf stärker leidet als der Schwanz, hervorgerufen wurden, lebenden Tieren jedoch nur höchst selten oder überhaupt gar nicht zukommen. Die Seitenflossen, die gewöhnlich zipfelförmig über die Samenblasen hinausragen, sind bei größeren Indi- viduen relativ etwas breiter, und zwar ist es die strahlenlose Innenpartie, die stärker zuge- nommen hat, so daß dann die Strahlen nur mehr eine schmale Randzone einnehmen. Fig. 48 zeigt den Kopf von der Ventralseite: seine vordere Partie erscheint etwas verlängert; die beiden halbbogenförmigen Reihen der Zähne stoßen in der Mittellinie zusammen, die Zähne selbst konvergieren auf jeder Seite gegen einander. Jeder Zahn hat infolgedessen eine andere Lage in bezug auf den Kopf: die inneren . Fig. 48. A. subtilis, Kopf von der Ventral- Fig. 49. K. sub- wenden sich nach unten und hinten, die se it e . tilis Greifhaken. 46 Deutsche Siidpolar-Expedition. Ä? ; £ fL$* < * 4* J 1 äußeren nach innen und vorn. Jeder Zahn (Fig. 50) besteht aus drei Teilen: der Basalplatte (x), dem Zwischenstück (y) und dem eigentlichen Zahn (s). Die einzelnen Basalplatten sitzen dem Epithel auf und stoßen hart aneinander, zu einer gegenseitigen Deckung kommt es nicht. Zähne und Haken (Fig. 49) sind mit einfachen, geraden Spitzen aus- gestattet und stets sehr blaß oder gar nicht gefärbt. Eigentümlich ist die Verteilung der großen Tasthügel am Kopf und um die Corona (Fig. 51); auffallend ist dabei, daß die Augen mitten in je einem solchen Hügel liegen, was sonst bei anderen Gattungen niemals der Fall ist. K. subtilis gehört zu jenen Arten, die nicht nur horizontal, son- dern auch vertikal sehr weit verbreitet und sehr verschiedenen Temperaturen angepaßt sind. In den oberen Schichten der wärmeren Zonen ist sie am häufigsten und in allen Entwicklungsstadien vertreten, wird jedoch höchstens 9 mm lang und schon nur 5 mm messende Tiere können vollständig geschlechtsreif 'sein. Größere Exemplare kommen dagegen nur aus den tieferen, kälteren Schich- ten in halbreifem bis reifem Zustande. Wie bei allen Chäto- gnathen verzögert eben auch bei K. subtilis niedrige Temperatur die Reife, fördert aber das somatische Wachstum. Von ihrer bedeutenderen Länge abgesehen, stimmt aber diese K. subtilis aus dem Mesoplankton mit derjenigen der Oberfläche so überein, daß an einer Zusammengehörigkeit der beiden nicht zu zweifeln ist, um so mehr, als mittlere Tiefen auch mittel- große Exemplare liefern. Fehlen jedoch letztere in einer Sammlung, so kann man leicht zur An- nahme einer spezifischen Verschiedenheit der meso- und der epiplanktonischen K. subtilis verleitet werden. In dieser Weise glaube ich es erklären zu können, daß Fowler wieder zwei Arten, die größere K. subtilis und die kleinere K. pacifica, in seiner Monographie anführt, nachdem er selbst in einer früheren Arbeit (23, p. 79) für die Identität der Art Aida's mit der Grassi's eingetreten ist. Die Unterschiede, die Fowler zwischen ihnen zu finden glaubt, sind sämtlich gradueller Natur und dabei so geringfügig, daß nicht einmal Varietäten darauf gegründet werden könnten. Bestes Habitusbild bei Doncaster (17, p. 255). Tabellen bei Fowler (23, p. 78; 24, p. 24). Vorkommen. In tropisch -subtropischen Meeren holoplanktonisch, in höheren Breiten nur mesoplanktonisch. Fig. 50. K. sub- tilis, Zahn. i I %! Im i',.i!i gl rg t- ra.^ Fig. 51. K. subtilis, Corona und Tast- hügel hei vorge- zogener Kappe. Species incertae. Sagitta bipunctata Eydoux u. Souleyet (18, p. 645 ff.; PI. 1) aus dem Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean. — Wie die Tafel zeigt, haben die Autoren unter dem angeführten Namen die verschiedensten Arten zusammengefaßt; einige der Abbildungen lassen sich mit ziemlicher Sicherheit als S. hexaptera und *S. enflata erkennen. Sagitta bipunctata Sutherland (71, p. 102) aus verschiedenen arktischen und nordatlantischen Ge- bieten. — ■ Der Autor macht nur auf die in höheren Breiten zunehmende Größe der von ihm beobachteten Art aufmerksam. Daher ist es sehr wahrscheinlich, daß ihm S. elegans vor- gelegen, der allein diese Eigenschaft zukommt. v. Ritter-Zähony, Sagitten. 47 Sagitta britannica Forbes (21. p. 72) aus der Nordsee und dem Kanal. — Ich selbst habe früher S. britannica, die nur durch ihr Vorkommen charakterisiert ist, zu S. elegans gestellt, als ich diese noch für synonym mit S. bipunctata hielt (62, p. 255) und nicht wußte, daß gerade in der Nordsee noch eine zweite, ihr nahe verwandte Art, S. setosa, vorkommt. Nun gehört natürlich S. britannica zu den nicht erkennbaren Arten. Sagitta coreana Moltschanoff (51, p. 207) aus dem Gelben Meer. — Die „Beschreibung" dieser Art besteht lediglich aus einigen Zahlen für die Kopfbewaffnung und die relative Länge des Schwanzabschnittes. Danach läßt sich auf keine der bekannten epiplanktonischen Warm- wasserarten mit Sicherheit schließen; eine neue Art hat jedoch schwerlich vorgelegen. Sagitta darwini Grass 1 = S. exaptera Darwin (s. u.). Sagitta diptera Orbigny (55, p. 144) aus dem tropischen Atlantischen Ozean. — Vermöge der heutigen Kenntnis der Chätognathen ist man berechtigt, das Vorkommen von Arten, denen seitliche Flossen vollständig fehlen, entschieden in Abrede zu stellen. Orbigny hat an seiner S. diptera, die wahrscheinlich S. hexaptera war, eben die Seitenflossen übersehen. Sagitta euxina Moltschanoff (52, p. 888) aus dem Schwarzen Meer. — Versehentlich habe ich S. euxina an anderer Stelle (62, p. 256) mit S. elegans identifiziert. Diese Art kann es nicht gewesen sein; nach der knappen Beschreibung ist es jedoch unmöglich, zu entscheiden, ob es sich tatsächlich um eine besondere Art handelt, oder ob dem Autor nicht eher S. enflata, mit der bis auf den als klein bezeichneten Kopf völlige Übereinstimmung zu herrschen scheint, vorgelegen hat. Gegen S. setosa, an die man auch denken könnte, spricht der kurze Schwanz - abschnitt und die höhere Zahl der Vorderzähne. Sagitta exaptera Darwin (15, p. 1 ff.) aus dem Atlantischen und dem Stillen Ozean. — Die wenigen anatomischen Bemerkungen Darwin' s sind durchaus allgemein gehalten; wie der Forscher selbst meint, hat er wahrscheinlich mehrere Arten miteinander konfundiert. Grassi jedoch nimmt an, daß nur eine, von£. exaptera (= hexaptera) verschiedene Art vorgelegen und nennt sie S. darwini (33, p. 19). Sagitta flaccida Galzow (27, p. 13) von der Ostküste Kamtschatkas. — Der Autor identifiziert eine Art mit S. flaccida Conant, einem Synonym von S. enflata. Allein schon der nördliche Fundort schließt diese Art aus; die Zahlenverhältnisse der Kopfbewaffnung und die Darm- d i v e r t i k e 1 machen es vielmehr wahrscheinlich, daß Galzow etwas mazerierte Exemplare von S. elegans vorgelegen haben. Sagitta gegenbauri Fol = Sp. innom. I Gegenbaur (s. u.). Sagitta helgolandica B. Leuckart. — Dieser Name kommt einmal irrtümlich in einem Bericht Leuckart's (Arch. Naturg., Jahrg. 23, Bd. 2, p. 182) über Untersuchungen G. Meissner's vor. In der entsprechenden Originalarbeit ist lediglich von einer ,,bei Helgoland häufigen Spezies" die Rede. Sagitta hispida Conant (11, p. 290) von Beaufort (Nord -Karolina). — Wie aus der Beschreibung mit Sicherheit hervorgeht, konfundierte Conant bei Aufstellung seiner S. hispida mehrere Arten. Man kann an S. bipunctata, elegans, robusta, setosa denken, jede derselben erscheint aber auch durch ein oder das andere in der Beschreibung angegebene Merkmal ausgeschlossen. 48 • Deutsche Siidpolar-Expedition. Dasselbe gilt für die Figur Conant's, die, wie schon Fowler (24, p. 32) richtig bemerkt, mit der Beschreibung nicht übereinstimmt. Sagitta levis Galzow (27, p. 2) von der Ostküste Kamtschatkas. — Der Autor war so freundlich, auf meine Bitte hin mir eine große Anzahl von Originalexemplaren dieser Art zu senden. Es scheint sich tatsächlich um eine besondere Art zu handeln, ihr Erhaltungszustand ist aber ein so kläglicher, daß sich auch mit dem besten Willen eine halbwegs brauchbare Beschreibung nicht herstellen läßt. Der Autor hat wahrscheinlich Falten und Kunzein in den Seitenfeldern für die Seitenflossen gehalten und danach eine ganz unmögliche Form und Lage und eine ganz unmögliche Variabilität dieser Organe konstruiert. An dem schlecht in Alkohol konser- vierten Material sind aber die Flossen überhaupt gar nicht mehr oder nur noch in Spuren erhalten! Da Samenblasen und Corona ebenfalls zerstört sind, lassen sich nur in der rela- tiven Länge des Schwanzabschnittes und in den Organen der Kopf bewa ff nung notdürftig einige Merkmale erkennen, die vielleicht später einmal die Identifizierung von S. levis ermöglichen. Nach meinen Messungen beträgt der Schwanzabschnitt von 7,4 — 9 mm langen, jedoch etwas geschrumpf- ten Individuen 25 — 29% der Gesamtlänge, also relativ viel. Die Vorderzähne, die Galzow in seiner Fig. 7 abbildet, sind ziemlich lang und schlank, decken sich nur wenig an ihren Basen und stehen etwas gespreizt; ich zählte 4 — 5. Die Hinterzähne sind typisch; vor ihnen liegen kleine Vestibularwülste mit abgerundeten Papillen. Die Zahl der ebenfalls typischen Haken ist 8 oder 9, zuweilen konnte ich noch einen zehnten, halbentwickelten beobachten. Ob eine Collerette vorhanden ist, läßt sich wegen des ungünstigen Erhaltungszustandes nicht sicher er- kennen. Darmdivertikel fehlen. Die kolbenförmigen Ovarien enthielten bei einigen Exem- plaren bereits reife Eier und maßen im Maximum 1,8 mm Länge. Sagitta longicauda Galzow (27, p. 8) von Wladiwostok. - - Herr Galzow hatte die Freundlich- keit, mir das Originalexemplar zu senden; es erwies sich als identisch mit S. levis. Sagitta orientalis Moltschanoff (51, p. 208) aus dem Gelben Meer. — Für diesen Namen, den der Autor einem „einzigen, verdorbenen Exemplar" eines Chätognathen gegeben hat, gilt dasselbe, was ich oben zu S. coreana bemerkt habe. Spadella profunda Doncaster (48, p. 267) aus dem Tyrrhenischen Meer (1000 — 1100 m). — Originale dieser Art konnte ich trotz meiner Bemühungen darum nicht erhalten. Die dürftige Beschreibung verbietet ein Urteil und läßt nur vermuten, daß es sich nicht um eine Spadella, sondern um eine Sagitta handelte. Sagitta rostrata Busch (6, p. 98) aus dem Mittelmeer. — Busch sagt von seiner S. rostrata, daß sie mit der WiLMs'schen Art (S. setosa) übereinstimme, aber einen Höcker auf dem Kopfe trage. Der Höcker entspricht dem Gehirn und kommt allen Sagitten zu. S. setosa ist bisher im Mittelmeer nicht aufgefunden worden; es bleibt daher, wenigstens einstweilen, ganz un- bestimmt, was Busch unter der WiLMs'schen Art verstanden hat. Irrtümlich habe ich selbst S. rostrata zu S. bipunctata gestellt (62, p. 255), als ich S. setosa noch für identisch damit hielt. Sagitta setosa Langerhans (42, p. 134) von Madeira. - - Aus den wenigen, teilweise unwahrschein- lichen Angaben (8 — 15 Haken) läßt sich auf keine bestimmte Art schließen, wenn es auch wahrscheinlich ist, daß S. bipunctata vorgelegen hat. v. Rittek-Zähony, Sagitten. 49 Sagitta tenuis Conant (12, p. 213) von Jamaika. — Soll sich nur durch geringere Größe und den Mangel von Darmdivertikeln von S. hispida (s. o.) unterscheiden. Ebenso wie unter diesem Namen, kann man sich aber auch unter S. tenuis eine bestimmte Art nicht vor- stellen. Sagitta triptera Orbigny (55, p. 142) aus dem Stillen Ozean. — In noch viel größerem Maße gilt hier das schon bei S. diptera (s. o.) Gesagte: auch S. triptera ist wahrscheinlich eine etwas phantastisch gedeutete 8. hexaptera gewesen. Krohnia viridis Aida (1, p. 18) ist wohl nur ein Schreibfehler für Ä\ pacifica, deren Epidermis von Aida als gelbgrün beschrieben wird. Sp. innom. Gegenbaur I u. II (29, p. 5) aus dem Mittelmeer. ■ — Die vagen, lediglich die Flossen betreffenden Bemerkungen Gegenbaur' s enthalten nicht die geringste Andeutung darüber, was für Arten vorgelegen haben könnten; ganz zwecklos hat daher auch Fol die erste derselben ohne nähere Charakteristik S. gegenbauri genannt (20, p. 123). Sp. innom. Oersted (56, p. 26) aus der Nordsee. — Seit dem Nachweis mehrerer epiplanktonischen Arten in der Nordsee ist die lediglich durch ihr Vorkommen charakterisierte, angeblich flossen- lose Art Oersted's auch vermutungsweise nicht weiter identifizierbar. Spp. innom. Scoresby (67. tab. 16, Figg. 1, 2) von Spitzbergen. — Auf die Unidentifizierbar- keit der beiden Chätognathenabbildungen Scoresby' s habe ich schon an anderer Stelle (62, p. 273) hingewiesen. II. Übersicht über die Gattungen und Arten. Wenn ich hiermit den Versuch mache, eine Bestimmungstabelle für die Chätognathen zu geben, so muß ich vorausschicken, daß dieselbe, namentlich für die Vertreter des Genus Sagitta, deren Unterscheidungsmerkmale oft außerordentlich geringfügig sind, nur bei vorzüglich konserviertem oder lebendem Material anwendbar ist. Man suche sich zunächst diejenigen Individuen heraus, die entwickelte Samenblasen haben und mache durch leichte Färbung mit Hämatoxylin oder Me- thylenblau die Corona sichtbar; zugleich werden dabei auch die Flossen, deren Strahlen besonders leicht den Farbstoff annehmen, besser hervortreten. Kennt man einmal die erwachsenen Stadien, so läßt sich leicht auch die jeweilige Zugehörigkeit der jüngeren bestimmen. A. Gattungen. 1. Quermuskulatur im Rumpfabschnitt vorhanden 2 Keine Quermuskulatur im Rumpf 4 2. Mittelgroße Arten, jederseits mit 1 oder 2 Reihen zahlreicher Zähne und einem über Rumpf und Schwanz sich erstreckenden langen Flossenpaar 3 Kleine gedrungene Arten mit 1 oder 2 Reihen weniger Zähne und einem auf den Schwanz beschränkten Flossenpaar, zu dem eventuell noch ein zweites kleineres am Rumpf kommen kann Spadella. Deutsche Siklpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 7 50 Deutsche Südpolar-Expedition. 3. Jederseits 2 Reihen von Zähnen; im vordersten Drittel des Schwanzes eben- falls Quermuskulatur Heterokrohnia (mit der einzigen Art H. mirabilis). Jederseits 1 Reihe von Zähnen; im Schwanz keine Quermuskulatur Eukrohnia. 4. Jederseits 1 Reihe schlanker, konvergierender Zähne; 1 Paar seitlicher Flossen Krohnitta (mit der einzigen Art K. subtilis). Jederseits 2 Reihen meist konischer Zähne 5 5. 2 Paare seitlicher Flossen, die manchmal miteinander verbunden sind .... Sagitta. 1 Paar seitlicher Flossen am Schwanz als Fortsetzung einer voluminösen Collerette Pterosagitta (mit der einzigen Art Pt. draco). B. Arten. Spadella. Ein Paar seitlicher Flossen am Schwanzabschnitt Sp. cephaloptera. Außerdem noch ein zweites, viel kleineres Paar am Rumpf Sp. schizoptera. Eukrohnia. Corona von flaschenförmigem Umriß, auf Kopf und Rumpf gelegen; Greif - haken 8 — 10; Augen ohne Pigment E. hamata. Corona von birnförmigem Umriß, auf den Kopf beschränkt; Greifhaken 11 — 13; Augen pigmentiert E. fowleri. Sagitta. 1. Greifhaken längs der Schneide mit zahnartigen Knötchen besetzt S. serratodentata. Greifhaken ohne derartige Knötchen • 2 2. Kopf unverhältnismäßig groß, länger als breit, mit zahlreichen braunen Zähnen; 10 — 12 Haken; schlanke, mittelgroße Art der Tiefsee S. macrocephala. Kopf proportioniert; ausnahmsweise (S. robusta) mäßig vergrößert, dann aber von annähernd gleichem Quer- und Längsdurchmesser und mit bedeutend weniger Haken 3 3. Corona kurz, vor den Augen knapp hinter dem Gehirn beginnend, nur bis auf den Hals reichend; keine Darmdivertikel 4 Corona langgestreckt, vor den Augen knapp hinter dem Gehirn beginnend und mehr oder weniger weit über den Rumpf reichend. Darmdivertikel meist fehlend (nur bei S. elegans und robusta vorhanden) 8 Corona hinter den Augen beginnend und auf den Rumpf oder höchstens noch einen Teil des Hinterkopfes beschränkt; Darmdivertikel vorhanden 14 4. Vestibularorgane aus sitzenden konischen oder halbkugeligen Papillen beste- stehend ; größere Arten 5 Seitlich vorspringede Vestibularwülste 7 v. Ritter-Zähony, Sagitten. 51 5. Seitenflossen voneinander entfernt; Vorderflossen klein; 3 — 4 meist ab- stehende, lange Vorderzähne; 2 — 5 Hinterzähne; Anus knapp vor dem Rumpfschwanzseptum S. hexaptera. Seitenflossen einander genähert und oft mittels eines dünnen Steges ver- bunden; Vorderflossen langgestreckt; Vorderzähne nicht lang und nicht abstehend, gewöhnlich mehr als 4; Anus vom Rumpfschwanzseptum etwas entfernt 6 6. Vorderflossen fast knapp hinter dem Bauchganglion beginnend; jüngste (d. h. oberste) Haken krallenförmig S. lyra. Vorderflossen vom Bauchganglion um dessen ein- bis zweifache eigene Länge entfernt; jüngste Haken nicht krallenförmig S. gazellae. 7. Vestibularwülste hohe Kämme mit konischen Papillen; Vorderflossen lang, mit den Hinterflossen kontinuierlich verbunden; wenige, voneinander etwas entfernte Hinterzähne (höchstens 8, meist 5 — 6); Anus vom Rumpfschwanzseptum etwas entfernt; große Art der Tiefsee S. maxiina. Vestibularwülste mit kleinen, abgerundeten Papillen; Vorderflossen klein, von den Hinterflossen getrennt; Hinterzähne aneinanderschließend, 10 — 18; Anus knapp vor dem Rumpfschwanzseptum; kleinere, schlaffe Warmwasserart S. enflata. 8. Reife Samenblasen von der Schwanzflosse etwa um ihre halbe eigene Länge entfernt, die Hinterflossen fast berührend S. setosa. Reife Samenblasen von den Hinterflossen mindestens um drei Viertel ihrer eigenen Länge entfernt, an die Schwanzflosse anstoßend 9 Reife Samenblasen sowohl an die Hinter- als an die Schwanzflosse anstoßend oder beiden sehr genähert 10 9. Reife Samenblasen länglich -konisch; Vorderflossen weit hinter dem Bauch - ganglion beginnend; Darmdivertikel vorhanden S. elegans. Reife Samenblasen relativ groß, vorn kopfartig verdickt, hinten spitz; Vorder- flossen knapp hinter dem Bauchganglion beginnend; keine Darmdiver- tikel S. bipunctata. 10. Vorderzähne platt, in zur Querachse des Körpers fast parallelen Reihen, sehr zahlreich (15 — 18); Samenblasen eiförmig . *S. helenae. Die beiden Reihen der Vorderzähne bilden miteinander einen stumpfen bis spitzen Winkel; in jeder Reihe höchstens 10 Zähne, nur bei S. bedoti eventuell mehr; Samenblasen vorn köpf artig verdickt 11 11. Vorderzähne jeder Reihe einander seitlich nur wenig deckend; Kopf etwas vergrößert; Darmdivertikel »S. robusta. Vorderzähne jeder Reihe einander dachziegelartig deckend; Kopf proportio- niert; keine Darmdivertikel 12 12. Die Vorderflossen beginnen in einiger Entfernung hinter dem Bauch- ganglion • S. setosa. 7* 52 Deutsche Siidpolar-Expedition. Die Vorderflossen beginnen knapp hinter dem Bauchganglion oder noch weiter vorne 13 13. Hinterzähne relativ klein und besonders zahlreich (20 — 33); Vorderzähne 9 — 13; Haken meist 6, seltener 7; indopazifische Art der Oberfläche . S. bedoti. Hinterzähne 10 — 15; Haken meist 6, seltener 7; indopazifische Art der Oberfläche S. pulchra. Hinterzähne 14 — 22, Haken 8 oder 9; atlantische Art der Oberfläche S. friderici. 14. Samenblasen eiförmig, von der Schwanzflosse etwas entfernt, der Hinter - flösse stark genähert; Schwanzabschnitt durchschnittlich 30% der Ge- samtlänge; sehr kleine, indopazifische Warmwasserarten 15 Samenblasen von den Hinterflossen um mindestens ihre halbe eigene Länge entfernt, die Schwanzflosse berührend. Schwanzabschnitt weniger als 30% der Gesamtlänge; Corona auf den Rumpf beschränkt 16 15. Corona ungefähr von doppelter Kopflänge, am Hinterkopf beginnend; mehr als 6 Hinterzähne; Collerette nur angedeutet S. nsglecta. Corona etwas kürzer, ganz am Rumpf gelegen; höchstens 6 Hinterzähne; voluminöse Collerette S. regularis. 16. Collerette wohl entwickelt, eventuell bis an die Vorderflossen reichend; Samen - blasen länglich konisch; Corona vorn spitz; kräftige, ziemlich opake Art S. planctonis. Collerette nur angedeutet oder fehlend; Samenblasen länglich, vorn verdickt; Corona vorn abgerundet; zarte, durchsichtige Arten 17 17. Haken mit einwärts gekrümmter Spitze; höchstens 5 Vorderzähne; sehr kleine, schlaffe Art S. minima. Haken typisch; Vorderzähne zahlreicher (6 — 10); schlanke, mittelgroße Art S. decipiens. III. Faunistischer Teil. Das Vorkommen von Sagitten unter allen Breiten und in allen Tiefen ist durch zahlreiche Expeditionen der letzten Jahrzehnte hinlänglich bewiesen worden. Zugleich hat es sich aber heraus- gestellt, daß im Gegensatz zu früheren Ansichten nicht eine einzige Art in allen Tiefen aller Meeres- gebiete in gleicher Weise anzutreffen ist, also als kosmopolitisch im weitesten Sinne des Wortes bezeichnet werden kann. Das Vorkommen einer solchen Art ist sogar unwahrscheinlich, da, wie die Erfahrung gelehrt hat, auch die Chätognathen, innerhalb gewisser Grenzen, nicht nur von der Temperatur der von ihnen bewohnten Wasserschichten,- sondern auch von deren Druck ab- hängig sind. Manche Arten kommen nur an der Oberfläche vor und reichen höchstens bis zur Lichtgrenze hinab, andere dagegen bevölkern die bedeutendsten Tiefen, fehlen aber oberhalb der Lichtgrenze vollständig. Danach unterscheidet man nach Fowler epi- und mesoplanktonische Arten. Je nach der höheren oder niedrigeren Temperatur, an die ein Chätognath gebunden ist, werden aber auch Warm- und Kalt wasserarten einander gegenübergestellt. Es hat sich jedoch gezeigt, daß weder die eine noch die andere Einteilung streng durchführbar ist, da mehrere Arten v. Ritteu-Zämony, Sagitteii. 53 in der Jugend im warmen Wasser oder im Epiplankton, im Alter dagegen im kalten Mesoplankton zu Hause sind. Faunistiseh sind daher die Chätognathen nickt in zwei Gruppen zu teilen, doch kann man mehrere bestimmte Verbreitungstypen unterscheiden, denen sich alle bekannten Arten einordnen lassen: A. Das Verbreitungsgebiet liegt im oberen Epiplankton und ist gewöhnlich von größerer Aus- dehnung. Hieher gehören die meisten Warmwasserarten, die mehr oder minder breite kontinuier- liche ..Zonen" im Weltmeer bewohnen, d.h. die tropischen und subtropischen, zum Teil auch die gemäßigten Regionen aller Ozeane (S. bipunctata, enflata, robusta, Pt. draco) oder wenigstens des Indischen und Stillen Ozeans (S. bedoti, neglecta, pulchra, regularis) zugleich umfassen. Aber auch Kaltwasserarten sind hierher zu zählen, wie die nördlich -zirkumpolare S. elegans. Beschränkter scheint die Verbreitung der ebenfalls rein epiplanktonischen *S. friderici, helenae, setosu, Sp. cephal- optera und Sp. schizoptera zu sein. B. Das Verbreitungsgebiet ist das Mesoplankton des Weltmeeres, Jugendstadien können aber auch schon mehr oder weniger weit über der Lichtgrenze vorkommen. Dies sind die sogenannten mesoplanktonischen Arten S. decipiens, lyra, maxima, planctonis, macrocephala, E. fowleri, unter denen, wie später ausgeführt wird, nur die beiden zuletzt genannten die Bezeichnung im strengsten Sinne verdienen. Da diese sechs Arten überall vorkommen, wo die See tief genug ist, kann man sie als kosmopolitisch i. e. S. bezeichnen. Wahrscheinlich ist auch Heterokrohnia mirabilis ihnen zuzuzählen. C. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im Epiplankton, erwachsene Stadien kommen aber auch tief im Mesoplankton vor; die Verbreitung im Mesoplankton umfaßt (horizontal) ein weiteres Gebiet als die im Epiplankton. Hierher gehört S. hexaptera, K. subtilis und wahrscheinlich auch S. serrato- dentata. Das Vorkommen dieser drei Arten an der Oberfläche der Warmwassergebiete aller drei Ozeane findet nördlich und südlich ungefähr am 40. bzw. 60. Breitengrade seine Grenzen, in tieferen Schichten sind aber, wenigstens die beiden erstgenannten, auch über diese ihre Grenze (40° N und S} hinaus nachgewiesen. S. gazellae dagegen, eine Kaltwasserart, kommt im südlichen Eismeer zirkum- polar-holoplanktonisch vor, im Mesoplankton aber auch noch in den südlichen Teilen der an- grenzenden Ozeane. D. Das Vorkommen der Art ist überall dort möglich, wo die Temperatur des Seewassers ein bestimmtes Maximum (nach Fowler 13° — 16°) nicht überschreitet. Diesem Typus entspricht nur E. hamata, die an den Polen holo-, sonst mesoplanktonisch ist. Vielleicht gehört aber auch S. planc- tonis, die einstweilen besser zum Typus B gestellt wird, hierher. Allgemein gilt, daß die jüngeren Stadien in höheren, die älteren in tieferen Schichten über- wiegen. Es ist dies besonders bei den Arten leicht konstatierbar, deren vertikale Verbreitung sehr ausgedehnt ist, läßt sich aber auch bei den rein epiplanktonischen schon nachweisen. Ich erkläre mir die Erscheinung so, daß, wie bei vielen anderen pelagischen Organismen, auch bei den Chäto- gnathen während ihres ganzen Lebens ein allmähliches Sinken von höheren Schichten, in denen die Eier zur Entwicklung gelangten, in tiefere stattfindet. Die rein epiplanktonischen Arten sind mit Ausnahme der Küstenform S. elegans durchweg kleinere Arten des warmen Wassers, die relativ bald reifen, bevor sie noch in tiefes (zu kaltes) Wasser gelangen, in dem sie zugrunde gehen würden; die anderen dagegen vermögen wohl Hunderte von Metern vertikal zu durchwandern, ehe sie ge- schlechtsreif werden, und können dabei die stattlichsten Dimensionen erreichen. 54 Deutsche Südpolar-Expedition. Eine andere Frage ist die, ob sich, die Chätognathen in neritische und ozeanische Arten (im Sinne Fowler's, vgl. 24, p. 42) einteilen lassen. Die Frage muß schon mit Rücksicht auf die verschiedene Tiefenverbreitung der Spezies verneint werden. Selbst wenn sie aber nur in bezug auf die rein epiplanktonischen und jene Arten gestellt wird, deren Verbreitung dem Typus C ange- hört, so muß auf die Ergebnisse der Siboga-, Plankton- und Gauss-Expedition hingewiesen werden, die zeigen, daß dieselben Arten neritisch und ozeanisch vorkommen und daß es rein ozeanische Chätognathen überhaupt nicht gibt. Nur Arten mit ausgesprochen neritischer Tendenz scheinen wirklich zu existieren. Es sind dies zunächst die an gewisse Algen gebundenen Spadellen, dann aber auch vielleicht einige Sagitten, wie S. elegans, für die es in hohem Grade wahrscheinlich ist (vgl. 62, p. 282). Im folgenden fasse ich das kurz zusammen, was von der Verbreitung der einzelnen Arten bekannt ist und versuche danach die Frage zu beantworten, wie man sich die Verteilung der einzelnen Arten im Weltmeer vorzustellen hat. Vorausgeschickt sind jedesmal unter der Marke ,, Fundnotiz" speziell die Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition. Mit Rücksicht auf die hydrologischen Verhältnisse der südlichen Hemisphäre ist der 60.° S und nicht der Polarkreis als nördliche Grenze des Antarktischen Ozeans angenommen. Diejenigen Arten, die bisher nur aus einem bestimmten, enger begrenzten Gebiet bekannt geworden sind oder eine besondere Erörterung nicht verdienten, sind bereits im systematischen Teil erledigt worden. Sagitta hexaptera. Fundnotiz. Im Atlantischen Ozean in Vertikalfängen aus 400 — 3000 m fast regelmäßig, oft in größerer Menge; einige Male an der Oberfläche. Im Indischen Ozean in mehreren Vertikal- fängen aus 400 m und in einem Oberflächenfang. Im Antarktischen Ozean ein einziges Mal ein Exemplar aus 385 m. Die holoplanktonische Verbreitung der S. hexaptera im tropisch -subtropischen Gebiet des Atlantischen und des Indischen Ozeans ist durch mehrere Expeditionen bereits nachgewiesen und bedarf keiner weiteren Erörterung. Es harrt jedoch die Frage, wie weit und in welcher Weise S. hexaptera auch in höheren Breiten vorkommt, noch einer bestimmten Antwort. Beobachtungen sprechen dafür, daß S. hexaptera unter normalen Verhältnissen schon in den gemäßigten Zonen selten wird und etwa vom 40. Breitengrade an an der Oberfläche überhaupt nicht mehr vorkommt ; wohl aber findet sie sich unter höheren Breiten im Mesoplankton, scheint jedoch dahin erst im erwachsenen Zustand aus niedrigen Breiten einzuwandern. Die Ver- breitung der S. hexaptera würde also dem dritten der in der Einleitung zum faunistischenTeil gegebe- nen Verbreitungstypen entsprechen. Ich gründe meine Ansicht auf folgende Tatsachen: 1. Es gibt keinen einzigen verbürgten Fundort der S. hexaptera aus dem Epiplankton der Meere nördlich von 40° N. 2. Es ließ sich in den meisten Fällen nachweisen, daß das, was bisher als subarktische und arktische „S. hexaptera" gegolten hatte, tatsächlich S. maxima oder elegans war (vgl. 62, p. 275). 3. Zahlreiche große Chätognathensammlungen, die im Nordatlantischen Ozean (Nordmeer, Nordsee und Annexe) und den arktischen Meeren gemacht wurden und die ich selbst durchgesehen habe (vgl. 62, Einleitung), enthielten nicht ein einziges Exemplar von S. hexaptera. v. Ritter-Zähony, Sagitten. 55 4. Nachdem dank der Gauss -Expedition S. gazellae nun gut bekannt geworden, unterliegt es keinem Zweifel, daß Fowler's subantarktische und antarktische S. hexaptera (25) jene Art gewesen ist. 5. Die einzigen verbürgten Fundorte der S. hexaptera nördlich von 40° N sind vier Stationen der Plankton-Expedition und die Irische See. Von den genannten Stationen liegen zwei (J.-Nr. 45, 47) im Floridastrom und kommen, da sie, wie auch die bekannten Fundorte der S. hexaptera im Mittelmeer in ein an sich wärmeres Gebiet fallen, nicht in Betracht; die anderen zwei liegen im Golfstrom (J.-Nr. 272, 274) nordöstlich von den Azoren und entsprechen Vertikalzügen aus 350 und 400 m, die einige wenige mittelgroße und kleine Exemplare fischten. In einer außerordentlich umfangreichen Sammlung aus der Irischen See fand ich von S. hexaptera nur einige 5 — 6 cm lange Tiere in Schließnetzen aus 1280—2742 m Tiefe (65, p. 2). Einige, jedoch nicht sicher bestimm- bare Exemplare fand außerdem Fowler in Vertikal- und Schließnetzfängen aus dem Golf von Biscaya (23, p. 73). 6. S. hexaptera fehlt mit einer einzigen Ausnahme in allen den vielen Fängen der Gauss - Expedition, die südlich von 35° S liegen. Die Ausnahme betrifft einen Vertikalfang aus 385 m, der ein 15 mm langes Individuum enthielt (Gaussstation, 22. November 1902, auf c. 66° S). 7. Die jüngsten Stadien der 8. hexaptera sind bisher nur aus warmen Regionen bekannt geworden. Besonderes Gewicht lege ich auf die Befunde in der Irischen See. Sie machen es wahrscheinlich, daß die S. hexaptera der Plankton-Expedition aus dem Golfstrom bereits im Mesoplankton oder im unteren Epiplankton in das Netz gelangt ist. In ähnlicher Weise möchte ich auch den erwähnten Fang aus dem Antarktischen Ozean deuten 1 ). In der tropisch -subtropischen Region, dem engeren Verbreitungsgebiet der S. hexaptera, fischte sie die Plankton-Expedition an der Oberfläche nur in ganz jungen Exemplaren. Ebenso fand ich sie in der großen Sammlung Dr. Hartmeyer' s aus der Umgebung der Tortugas nur in einem einzigen kleinen Individuum vor; die Gauss-Expedition erbeutete jedoch mehrmals mittelgroße (30—35 mm lange) Exemplare an der Oberfläche. Auffallend ist dabei, daß die betreffenden Fänge (vgl. die Übersicht am Schluß der Abhandlung) abends oder nachts gemacht worden waren, nur einer, vom 1. Oktober 1901, morgens (der Tagesfang vom 13. September 1901 enthielt nur junge Tiere). Da auch Chtjn (8, p. 18) dieselbe Beobachtung im Mittelmeer gemacht hat, ist daher ein Aufsteigen der S. hexaptera während der Dunkelheit nicht unwahrscheinlich. Sonst fanden sich, wie auf der Plankton-Expedition, in den Vertikal fangen gewöhnlich desto größere Exemplare aus je größerer Tiefe das Netz emporgezogen wurde. In Analogie mit vielen anderen Arten schließe ich daraus, daß die Eier von S. hexaptera wahrscheinlich nur in den warmen oberen Schichten zur Entwicklung gelangen können und daß die heranwachsenden Tiere unter Anpassung an niedrigere Temperaturen allmählich in die Tiefe sinken; vom unteren Epi- und vom Mesoplankton der warmen Regionen aus können sie dann auch leicht nach Norden und Süden in höhere Breiten wandern (eventuell auch passiv), ohne jedoch wieder zur Oberfläche emporzusteigen. x ) Erwähnt sei, daß auch der Co n seil International (13) S. hexaptera in Vertikalfängen aus 430 — 270 m aus der Nordsee anführt (Ann. 1902—1903, p. 252; Ann. 1903—1904, p. 24 u. 96). Es bleibe dahingestellt, ob tatsächlich S. hexaptera oder etwas anderes vorgelegen. 5g Deutsche Südpolar-Expedition. Eine analoge Verbreitung der S. hexaptera im Stillen Ozean ist, obwohl ihre Fundorte daraus noch wenig zahlreich sind, nach den allgemeinen Erfahrungen, die man über das Vorkommen der Chätognathen macht, vorauszusetzen. Sagitta maxima. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikalfängen aus mindestens 800 m wenige kleinere und größere Exemplare. Im Antarktischen Ozean aus 400 — 3423 m nur einzelne, meist größere Individuen. An die Reihe der bisherigen Fundorte der S. maxima im Nördlichen Eismeer und in der ganzen nördlichen Hälfte des Atlantischen Ozeans (vgl. 62, p. 277 ff.) schließen sich die der Gauss- Expedition an und beweisen das Vorkommen der Art unter allen Breiten. Festgestellt ist ferner, daß ihr Hauptverbreitungsgebiet im Mesoplankton liegt und daß wahrscheinlich nur in kälteren Regionen junge Stadien auch schon im unteren Epiplankton anzutreffen sind. Die Gauss -Expedition hat natürlich für die Tiefenverbreitung von S. maxima neue Belege gebracht, da die Art unter den vielen Vertikalfängen gerade nur in den allertief sten und da fast regelmäßig vorkommt. Der erwiesene Kosmopolitismus anderer mesoplanktonischen Arten läßt auf das Vorkommen der S. maxima auch im Stillen Ozean, aus dem sie bisher allerdings noch nicht bekannt geworden ist, mit Sicherheit schließen. Sagitta lyra. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikalfängen aus mindestens 400 m fast regelmäßig; in einigen der tiefsten Fänge (3000 m) mehrere hundert Individuen. Der kosmopolitische Charakter der Verbreitung von S. lyra ergibt sich aus folgender Zu- sammenstellung ihrer bisherigen Fundorte: Tyrrhenisch.es Meer: Krohx (40), Grassi (33), Lo Biaxco (47, 48), Krumbach (41). Grassi schreibt ihr zwar die Oberfläche als Wohngebiet zu, Lo Biaxco (47, p. 456; 48, p. 215) aber hebt ausdrücklich hervor, daß über der Licht- grenze nur junge Individuen gefangen werden, die größeren jedoch in der Tiefe zu Hause sind. Aber auch jene werden im Tyrrhenischen Meere durch die diesem eigentümlichen Strömungen wahrscheinlich passiv in höhere Regionen entführt (vgl. 59, p. 13). Atlantischer Ozean, Route der Plankton -Expedition: Steinhaus (68, S. furcata) und Ritter-Zähoxy (66, p. 5). In Vertikalfängen aus mindestens 200 m, zweimal auch aus 80 und 100 m und in Tiefenfängen zwischen 300 und 1000 m. Stiller Ozean (Misaki); Aida (1). Ohne nähere Angaben. V alencia; Gamble (28, 8. furcata). Angeblich von der Oberfläche, es fehlt jedoch jede Garantie, daß wirklich S. Iura vor- gelegen. Um Kapland; Cleve (10, S. furcata). Aus 277 und 900 m. Golf von B i s c a y a; Fowler (23, S. furcata). Im Epiplankton und oberen Mesoplankton mit der größten Dichte zwischen 91 und 183 m; einige erwachsene Exemplare (Sp. indeterm. III, p. 74) aus 914 und 457 m. Malayischer Archipel; Fowler (24, 8. furcata ). In Vertikalfängen aus 900 und 1500 m. Östliches Mittelmeer; Ritter-Zäho.n y (59 1. Nur im Schließnetz aus verschiedenen Tiefen zwischen 130 und 1000 m; Maximum zwischen 150 und 250 m. Stiller Ozean (San Diego); .Michael (49, p. 68. ,s r . finrnla). Ohne Angaben; nach einer persönlichen Mitteilung Herrn Michael's aber nur ausnahmsweise von der Oberfläche, sonst immer aus dem unteren Epi- und dem Mesoplankton in Schließnetzen. Nordmeer; Ritter-Zahony (62, p. 275). Aus 75— 50 m. Irische See; Ritter-Zähoxy (65, p. 3). Einmal einige kleine Exemplare in 137 m Tiefe, sonst nur im Mesoplankton mit dem Maximum aus 457 m. Wenn danach das Vorkommen von S. lyra sowohl im Epi- als im Mesoplankton festgestellt ist, so sprechen doch die Beobachtungen, zu denen nun auch die der Gauss-Expedition kommen, •v. Ritter-Zähony, Sagitten. 57 dafür, daß ihre eigentliche Verbreitung erst im unteren Epiplankton beginnt und sich von da aus wohl durch das ganze Mesoplankton erstreckt. Ihr Vorkommen an der Oberfläche ist durch Fowler wohl verbürgt; daß es aber als exzeptionell zu betrachten ist, darauf deuten gerade die Untersuchun- gen dieses Forschers im Golf von Biscaya sowie meine eigenen am Material aus der Irischen See und die Michael's im Stillen Ozean hin. Sagitta gazellae. Fundnotiz. Im Antarktischen Ozean zwischen 60° und 66° S in Vertikalfängen aus allen Tiefen von 20 m an fast regelmäßig, jedoch gewöhnlich nur in geringer Anzahl. Große, über 50 mm lange Exemplare seltener, jedoch auch in Fängen aus 50 und 100 m. In zwei Fängen aus dem südlichen Indischen Ozean aus 150 und 2700 m einige kleine Exemplare; außerdem in einem Fang aus 2500 m weiter nördlich (43° S) drei große Individuen. Im Atlantischen Ozean nur in einem Fang aus 3000 m auf c. 35,5° S zwei erwachsene Tiere. Nachgewiesen war S. gazellae bisher aus dem südlichen Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean (Gazelle-Expedition); Fowler hat sie von der Antarktis als S. hexaptera (25) und von Neuseeland als unbekannte Spezies (26) beschrieben. Diese Fundorte zeigen im Verein mit denen der Gauss -Expedition, daß S. gazellae eine zirkumpolare Kaltwasserart der südlichen Hemisphäre ist und etwa bis zum 35.° S holoplanktonisch vorkommt, daß aber größere, erwachsene Tiere schon in der gemäßigten Region, etwa von 45° S an, nur auf die Tiefe beschränkt sind. Die Fundortreihe, die ich selbst im Anschluß an die erste unvollständige Beschreibung der Art (61, p. 789) gegeben habe, bedarf der Korrektur. Erstens ist es, wie ich leider erst später erfuhr, nicht sicher, daß die Exemplare der Gazelle -Expedition an der Oberfläche gefischt wurden; sie dürften eher aus Schleppnetzen stammen. Zweitens ist mir durch persönliche Mitteilung wahrscheinlich gemacht worden, daß ein an derselben Stelle ebenfalls erwähntes Exemplar von den Tonga -Inseln nicht von dorther, sondern von Neuseeland und auch aus einem Schleppnetzfange stammt. Meine ursprünglich geäußerte Ansicht von der ozeanischen Verbreitung der S. gazellae im tropischen Gebiet ist nun natürlich hinfällig geworden. Sagitta enflata. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikal- und Oberflächenfängen unregelmäßig, jedoch nicht südlich vom 35.° s. Br. Schon aus der 1906 von Fowler zusammengestellten Liste der Fundorte von S. enflata (24, p. 54 und 55) geht hervor, daß es sich um eine rein epiplanktonische, tropisch -subtropische Art der mittleren Ozeane handelt, deren Verbreitungsgebiet jedoch auch noch etwas in die gemäßigten Zonen hineinrgat. Die zahlreichen Fundorte, die in den letzten Jahren noch dazugekommen sind — darunter auch San Diego (Michael) — stehen, ebenso wie die der Gauss -Expedition, damit voll- kommen im Einklang und berechtigen, annähernd den 40.° N und S als nördliche und südliche Grenze der Verbreitung von S. enflata zu bezeichnen (vgl. 66, p. 6). Warme Strömungen, z. B. der Floridastrom, werden ihr Vorkommen stellenweise wohl auch über diese Grenze hinaus möglich machen, kalte, z. B. die Westwindtrift, werden es gelegentlich etwas einschränken. Für das letztere sprechen gerade die Ergebnisse der Gauss-Expedition, die S. enflata nicht nuf auf der ganzen Strecke Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. ö 58 Deutsche Südpolar-Expedition. zwischen Kapland und den Kerguelen sondern auch auf der Rückfahrt durch den kühleren Ben- guelastrom (August 1903) vermißte. Die S. enflata (S. flaccida) Galzow's von Kamtschatka (27. p. 13) kann, wie schon aus den anatomischen Bemerkungen des Autors über seine Exemplare hervorgeht, nicht diese Art gewesen sein (s. o. Species incertae). Sagitta bipunctata. Fundnotiz. Im Atlantischen Ozean ziemlich häufig, im Indischen regelmäßig in Vertikal- und Oberflächenfängen. Seitdem es sich nachweislich herausgestellt hat, daß bis in die neueste Zeit die verschiedensten Arten (S. bedoti, decipiens, elegans, hexaptera, setosa, wahrscheinlich auch neglecta und robusta) mit S. bipunctata verwechselt oder konfundiert wurden und daß daher keine einzige der vielen Literaturangaben über das Vorkommen von „S. bipunctata 11 als verbürgt betrachtet werden kann, bin ich nur auf Grund der eigenen Untersuchungen imstande, die Frage nach ihrer Verbreitung zu beantworten. Außer aus dem Tyrrhenischen Meer, aus dem sie Krohn, Hertwig und Grassi gut kenntlich beschrieben, lag sie mir noch von folgenden Fundorten vor: A d r i a und östliches Mittel meer (59) ; Oberfläche und Epiplankton. Tor tu gas (63); Oberfläche. "Atlantischer Ozean, vom Gebiet des Floridastroms südwärts in Vertikal- und Oberflächenfängen bis etwa zum 32.° S (Plankton- und Gauss-Expedition). Santa Catharina (Südbrasilien); Oberfläche (Berliner Museum). Indischer Ozean; Vertikal- und Oberflächenfänge der Gauss-Expedition auf der Fahrt von Neu-Amsterdam nach Port Natal. Sharks-Bai (64); Oberfläche. Neu-Guinea; Oberfläche (Berliner Museum). Große Sandy-Insel (Queensland); Oberfläche (Berliner Museum). S. bipunctata fehlte ferner in allen den von mir untersuchten, teilweise sehr umfangreichen Kollektionen aus höheren Breiten. Danach halte ich mich für berechtigt, ihr dieselbe Verbreitung zuzuschreiben wie S. enflata; sie gehört also dem oberen Epiplankton der tropischen, subtropi- schen und gemäßigten Regionen des Weltmeeres bis etwa zum 40.° n. und s. Br. an. Sagitta robusta. Fundnotiz. Im Atlantischen Ozean zwischen 0° und 20° N, im Indischen zwischen 20° und 30° S in Vertikalfängen und an der Oberfläche, jedoch verhältnismäßig selten. Die Fundorte der Gauss-Expedition bedeuten für S. robusta insofern nichts Neues, als die Art schon aus den verschiedensten Lokalitäten der tropischen und subtropischen Regionen des At- lantischen und Indischen Ozeans bekannt geworden ist und zwar stets in Oberflächen- oder Vertikal - fangen *). Ihre Verbreitung ist danach derjenigen von *S. bipunctata oder enflata ähnlich, reicht aber nicht so weit nach Norden und Süden wie die der genannten Arten. Auf der Westseite des J ) Die Fundorte sind: Tortugas (63); Atlantischer Ozean, vom Floridastrom südwärts (Plankton -Expedition); Rotes Meer (60); Seychellen (61, p. 792); Maladiven und Lakkadiven, Singapur (Doncaster); Sumatra (61, p. 792); Malayischer Archipel (Fowler); Sharks-Bai (64, p. 126). v. Ritter-Zahony, Sagitten. 59 Atlantischen Ozeans wird sie zwar durch den Floridastrom wohl bis in die Gegend des 40.° N ge- bracht, auf der Ostseite gelangt sie jedoch kaum bis zum 35. Breitegrad, da sie ja schon im Mittel- meer fehlt. Im Süden dürfte sie gerade noch um die Südspitze Afrikas herumkommen. Im Stillen Ozean ist sie bisher nur von fünf Fundorten, die sämtlich auf seiner Westseite liegen, bekannt ge- worden: Misaki (Aida, S. hispida); südliches Japanisches Meer (Galzow, S. japonica); Philippinen und Große Sandy -Insel (61, p. 792); Neu-Guinea (Berliner Museum). Ich glaube jedoch, daß die Verbreitung der S. robusta im Stillen Ozean der im Atlantischen völlig analog ist, d. h. das tropisch - subtropische Gebiet umfaßt und nur auf der Westseite etwas weiter nach Norden reicht, wobei der Kuro-Siwo die Rolle des Floridastroms übernimmt. Sagitta bedoti, neglecta, regularis und pulchra. Die bisherigen Fundorte dieser vier Arten, von denen nur die letztgenannte dem Material der Gauss-Expedition fehlte, sind zwar nicht zahlreich, liegen jedoch weit auseinander und gestatten den Schluß, daß es sich um ausgesprochen tropische indo-pazifische Arten der Oberfläche handelt. Keine davon ist im Atlantischen Ozean, dessen pelagische Tierwelt seit der Plankton-Expedition ja als gut untersucht gelten kann, nachgewiesen. Dies scheint in Anbetracht dessen, daß so viele Warmwasserarten dem Atlantischen und Indischen Ozean gemeinsam sind, etwas unwahrscheinlich; ich glaube jedoch, daß die eigentümlichen hydrologischen Verhältnisse der Meeresoberfläche, an der einzigen Stelle, an der eine Kommunikation der wärmern Teile beider Ozeane stattfinden könnte, der Südspitze Afrikas, wohl eine natürliche Grenze schaffen, die besonders temperatur- empfindliche Organismen nicht zu überwinden vermögen. Gerade an der Südspitze Afrikas prallt ja der warme Agulhasstrom fast normal auf die nordöstlich strömende, kalte Westwind trift des Atlantischen Ozeans und wird durch sie südöstlich wieder in den Indischen zurückgelenkt. Drei der oben genannten Arten sind aber schon im Agulhasstrom (Port Natal) nachgewiesen, die vierte (S. pulchra) zwar noch nicht, sie dürfte ihm aber mit Rücksicht auf ihr sonstiges Vorkommen auch nicht fehlen. Die Fundorte der vier Arten lassen sich folgendermaßen zusammenstellen: S. bedoti: Port Natal (Gauss-Expedition); Maladiven und Lakkadiven (Doncaster, S. polyodon); Sharks-Bai (64, p. 125); Malayischer Archipel (Beraneck, Fowler); Philippinen und Formosa (Berliner Museum); Misaki (Aida, S.bipunctata). S. neglecta: Port Natal (Gauss-Expedition); Rotes Meer (Ritter-Zahony); Mala- diven und Lakkadiven (Doncaster, S. septata); Malayischer Archipel (Fowler); Formosa (Berliner Museum); Misaki (Aida); Kalifornien (49, p. 68) *). S. regularis : Port Natal und südöstlich von Madagaskar (Gauss-Expedition); Rotes Meer (Ritter-Zahony); Maladiven und Lakkadiven (Doncaster); Sharks-Bai (64, p. 126); Singapur (Doncaster, S. bedfordii); Malayischer Archipel (Fowler); Formosa (Berliner Museum); Misaki (Aida). S. pulchra: Maladiven und Lakkadiven (Doncaster); Sharks-Bai (64, p. 126); Malayischer Archipel (Fowler); Neu-Guinea (Berliner Museum); Kalifornien (49, p. 68) J ). *) Es ist erst abzuwarten, ob dieser Fundort sieh bestätigt. 60 Deutsche Südpolar-Expedition. Sämtliche angeführten Fundorte beziehen sich auf Oberflächenfänge, einige wenige (Siboga- und Gauss-Expedition) auch auf Vertikalfänge. Sagitta serratodentata. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikal- und Oberflächenfängen regelmäßig, oft in großer Menge. Bekannt ist, daß S. serratodentata neben S. enflata im Epiplankton der tropischen, subtropischen und teilweise auch der gemäßigten Regionen des Atlantischen und Indischen (und jedenfalls auch Stillen) Ozeans eine der häufigsten Arten ist; daher interessiert zunächst nur die Frage nach der nördlichen und südlichen Grenze der Art. Die wenigen Fundorte, die bisher nördlich vom 50.° N resp. südlich vom 50." S bekannt ge- worden sind, sind folgende: Nordatlantischer Ozean. Mehrere Vertikal- und Oberflächenfänge zwischen 50° und 60,2° N mit stets wenigen, großen Exemplaren (Plankton-Expedition). — Ein großes Exemplar auf 60,5° N 17° W (vgl. 62, p. 276). Irische See. Wenige erwachsene, meist reife Exemplare an der Oberfläche und in Schließnetzen aus 137—2100 m (65, p. 2). Nordsee. Im Schließnetz einmal zwischen 430 und 150 m (2, Tabelle 8). Magell an -Straße. Acht, angeblich junge Individuen von der Oberfläche (69, p. 7). Falklands-Inseln. Fünf größere Individuen von der Oberfläche (23, p. 85). Südlicher Indischer Ozean auf 51° 20' S, 126° 23' O. Ein größeres Individuum (25, p. 3). Mehrere größere Chätognathensammlungen aus dem arktischen Gebiet, die ich selbst unter- suchte, ließen S. serratodentata vollständig vermissen. An der Ausbeute der Plankton-Expedition und an einem umfangreichen Material aus der Irischen See konnte ich konstatieren, daß sie zwischen dem 50. und 60. Breitengrade eine relativ seltene Art ist. Auffallend ist ferner, daß, wenigstens soweit meine eigenen Beobachtungen reichen, in jenen Gegenden nur größere, der Reife nahe Indi- viduen (neben zahlreichen jungen Tieren anderer Arten) gefangen wurden, so daß der schon ein- mal von mir geäußerte Schluß (65, p. 2), S. serratodentata gelange erst im älteren Zustand und vielleicht nur passiv in subarktische und subantarktische Regionen wohl berechtigt scheint. Ihre Verbreitungsgrenzen an der Oberfläche würden dann, je nach der Jahreszeit sich etwas verschiebend, auf beiden Hemisphären zwischen den 50. und 60. Breitegrad fallen (vgl. auch 25, p. 6). Die Frage nach der Tiefenverbreitung von *S. serratodentata vermögen in Anbetracht ihrer großen Dichte im Epiplankton wohl nur Schließnetzfänge zu beantworten. Leider sind solche im warmen Gebiet nur von der Plankton -Expedition und mit einem relativ kleinen Netz gemacht worden. Sie enthielten keine S. serratodentata, doch ist die Zahl der Fänge zu gering, um daraus auf ein Fehlen der Art im Mesoplankton der tropischen und subtropischen Region zu schließen; es ist im Gegenteil sehr wahrscheinlich, daß S. serratodentata daselbst vorkommt, jedoch, ähnlich wie S. hexaptera, relativ seltener und bloß in erwachsenen Tieren. Für die nördliche gemäßigte Region ist dies bereits nachgewiesen, wie außer aus den erwähnten Schließnetzfängen aus der Iri- schen See und der Nordsee, auch aus den Untersuchungen Fowler's im Golf von Biscaya hervor- geht (23, p. 59). Sonst haben nur noch Chun (8, p. 18) und Lo Bianco (48, p. 215) S. serratodentata in Schließnetzen aus 1000 und mehr m im Mittelmeer beobachtet. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, daß analog zu S. hexaptera und K. subtilis (s. u.) die Verbreitung der S. serratodentata im Mesoplankton weiter reicht als im Epiplankton. v. Ritter-Zähony, Sagitten. ßj Sagitta minima. F u n d n o t i z. Im Atlantischen und Indischen Ozean in einigen Vertikalfängen, im Indischen Ozean einmal auch von der Oberfläche. Die bisherigen Fundorte der S. minima sind: Tyrrhenisches Meer (Grassi, Doncaster, Krumbach). Oberfläche; von November bis April häufig, in den anderen Monaten selten. Misaki (Aida). Ohne Angaben; wahrscheinlich Epiplankton. Atlantischer Ozean zwischen 43,6° N und 8° S (Plankton-Expedition). In einem Vertikalfang aus 37 m (bei den Azoren), sonst häufig aus 100 und mehr Meter; August, September, Anfang Oktober. Sharks-Bai (64, p. 125). Oberfläche; Mitte Juni. Atlantischer Ozean (Gauss-Expedition). In wenigen Vertikalfängen zwischen 10° und 20° S (Mitte Oktober) und zwischen 9° S und 21° N (Ende September und Anfang Oktober). Indischer Ozean (Gauss-Expedition). In zwei Vertikalfängen auf etwa 25° und 27° S und von Port Natal; Mai. Nach den Ergebnissen der Plankton-Expedition ist S. minima eine der häufigeren Arten. Ihre relative Seltenheit in den Fängen des „Gauss", der ja im Atlantischen Ozean um dieselbe Jahreszeit fischte, wie seinerzeit der „National", nimmt daher wunder; doch fehlt mir irgend eine Erklärung dafür. S. minima ist ja allerdings ihrer geringen Größe wegen schwieriger zu be- obachten und namentlich im unreifen Zustand von den Jungen anderer Arten kaum zu unter- scheiden; ich habe jedoch mit Rücksicht auf das Ergebnis der Plankton -Expedition im Material des „Gauss" besonders nach ihr gesucht, hatte aber den angegebenen nicht erwarteten Erfolg. Sicher ist einstweilen ihr Vorkommen im Epiplankton; ob sie darauf beschränkt ist, oder ob sie auch noch ins Mesoplankton reicht, werden spätere Untersuchungen zu entscheiden haben. Ihre horizontale Verbreitung umfaßt wohl die tropischen, subtropischen und wenigstens teil- weise auch die gemäßigten Regionen des Weltmeeres. Sagitta decipiens. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikalfängen aus 400 m und mehr häufig, aber meist in geringer Anzahl. S. decipiens ist sonst noch in folgenden Lokalitäten nachgewiesen worden: Irische See (65). Nur in Schließnetzen aus 300—2100 m. Golf von Biscaya (Fowler). In Vertikalfängen aus mindestens 182 m, in Schließnetzen im oberen Mesoplankton. Atlantischer Ozean zwischen 60° N und 8° S (Plankton-Expedition). Im Vertikalnetz aus mindestens 200 m und im Schließnetz zwischen 200 und 1200 m. Rotes Meer (60, «5. sibogae). Nur im Sehließnetz zwischen 348 und 820 m. Malayischer Archipel (Fowler, S. sibogae). Nur in Vertikalfängen aus 1000 — 2000 m. Das Wohngebiet von S. decipiens ist daher das Mesoplankton und das untere Epiplankton; in letzterem kommen wahrscheinlich nur jüngere Stadien vor. Wie S. lyra oder planctonis (s. u.) ist die Art wohl kosmopolitisch i. e. S. Sagitta planctonis. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikalfängen aus mindestens 400 m, oft in größerer Anzahl, doch meist unreife Tiere. Im Antarktischen Ozean am 20. Nov. 1902 und 18. Jan. 1903 aus 385, resp. 150 m je ein kleines Exemplar. Auf der Heimfahrt vom 18. Febr. bis 3. März 1903 zwischen 66° und 65° S regelmäßig aus 150 und mehr m, oft in bedeutender Menge; nicht große, aber männlich reife Exemplare. ß2 Deutsche Siidpolar-Expedition. S. plandonis ist unter allen Arten der Tiefsee am häufigsten in der Literatur erwähnt, oft aller- dings auch unter anderem Namen; ich stelle daher die bisherigen Fundorte zusammen: Nordmeer (62, p. 275). Aus 75—50 m. Irische See (65). Zweimal je ein kleines Individuum aus 64 resp. 91 m, sonst nur im Mesoplankton, oft in relativ großer Menge. Bei Marthas Vineyard (12, p. 213; S. hexaptera). Im Schleppnetz, 24 — 34 mm lange Exemplare. Golf von Biscaya (23, p. 83; S. zetesios, S. plandonis). In Vertikalfängen aus dem Mesoplankton und im Schließnetz; im oberen Mesoplankton nur junge Tiere. Atlantischer Ozean zwischen 60° N und 8° S (Plankton-Expedition). In Vertikalfängen aus mindestens 300 m, nur einmal aus 200 ; im Schließnetz aus 200 — 850 m. Westküste Afrikas zwischen 9° und 17° S (68, p. 37). Von der Oberfläche bis 30 m. Ich bezweifle, daß tatsächlich S. plandonis vorgelegen. Kalifornien (Michael, 49, p. 68; S. zetesios). Ohne Angaben; nach persönlicher Mitteilung Herrn Michaels, der mir auch einige Originale sandte, im Mesoplankton. Malayischer Archipel (24, p. 61; S. zetesios). In Vertikal- und Schleppnetzen aus mindestens 750 m, einmal im Schließnetz zwischen 975 und 415 m. Südlicher Atlantischer, Indischer und Stiller Ozean zwischen 34° und 39° S. (61, p. 791). Wahr- scheinlich im Schleppnetz, nicht, wie angegeben, von der Oberfläche (vgl. o. p. 57). Antarktischer Ozean zwischen 64° und 60° S, 79° und 91° O (25, p. 5). Drei kleine Individuen von der Oberfläche (14. und 21. Februar 1874). Aus dieser Liste geht hervor, daß S. plandonis eine kosmopolitische Art des ganzen Mesoplank- tons ist, jedoch ähnlich wie *S. lyra und S. decipiens auch das untere Epiplankton, doch weniger dicht und wahrscheinlich nur in jüngeren Stadien, bewohnt. Eigenartig ist ihr Verhalten in höheren Breiten der südlichen Hemisphäre. Zu einer bestimmten Jahreszeit (Ende Sommer) scheint da S. plandonis massenhaft im Epiplankton aufzutreten, wie aus den antarktischen Fängen der Gauss -Expedition hervorgeht, von denen gerade zwei der höchsten die größte Anzahl von Individuen (über 100) enthielten. Eine zweite Eigentümlichkeit ist dabei die, daß, wie ich schon im systematischen Teil hervorgehoben, die Tiere sich in einem Zustand männlicher Frühreife befinden. Im übrigen hatte schon der,, Challenger" S. planctonis im Antarkti- schen Ozean zur selben Jahreszeit wie der Gauss an der Oberfläche beobachtet. Merkwürdiger- weise ist auf der besser bekannten nördlichen Hemisphäre Ähnliches nicht konstatiert worden. Sagitta macrocephala. Fundnotiz. Im Atlantischen Ozean mit einer einzigen Ausnahme in allen Vertikalfängen, die aus 1000 und mehr Metern kamen; einmal auch aus 800 m (30. Sept. 1903). Im Indischen in einem Vertikalfang aus 2500 m. Sonst ist *S. macrocephala bisher noch aus folgenden Lokalitäten bekannt geworden: Irminger See; Plankton-Expedition (Stat. J. N. 10). Zwischen 1000 und 800m. Fär-Öer-Rinne; Fowler (24, p. 58). Zwischen 877 und 639 m. Nordatlantischer Ozean; Plankton-Expedition (Stat. .1. N. 31). Vertikalfang aus 300 m mit einem Exemplar. Irische See (65). Nur in Schließnetzen zwischen 366 und 2100 m, regelmäßig erst von 1100 m an. G 1 f von Biscaya; Fowler. Im Vertikalnetz aus mindestens 639 m, im Schließnetz zwischen 3657 und 731 m. Mittelatlantischer Ozean; Plankton-Expedition. Im Vertikalnetz aus 400 m (Stat. J. N. 186), im Schließnetz zwischen 1200 und 700 m. — Aus 2760 m (Günther, p. 361). M alayischer Archipel; Fowler (24, p. 15). In Vertikalfängen aus 1500 und 1536 m. Unter den Vertretern des Genus Sagitta ist S. macrocephala die einzige Art, die im strengsten Sinne als rein mesoplanktonisch bezeichnet werden kann. d. h. oberhalb der Lichtgrenze wahr- scheinlich nicht vorkommt. Denn auch die höchsten Vertikalfänge, in denen man sie bisher fand, v. Ritter-Zähony, Sagitten. 63 beginnen bereits im Mesoplankton und in Schließnetzfängen pflegt sie in desto größerer Menge vertreten zu sein, in je größerer Tiefe gefischt wurde. Aus den angeführten Fundstellen geht auch ihr Kosmopolitismus hervor; denn, wenn sie auch aus dem größten Teil des Stillen Ozeans noch nicht nachgewiesen ist, so kommt dies wohl daher, daß eben die Tiefsee daselbst noch so wenig untersucht ist. Pterosagitta draco. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean fast regelmäßig in den Vertikalfängen zweimal auch an der Oberfläche. Das Vorkommen der Pt. draco im oberen Epiplankton der warmen Regionen ist bekannt. Ihre Verbreitung dürfte sich mit der von S. enflata und bipunctata decken, doch ist die Art in den ge- mäßigten Zonen, soweit sie überhaupt noch darin vorkommt, schon seltener als jene beiden, wie aus den Bemerkungen Grassi's (33), Hertwig's (36) und Lo Bianco's (48, p. 216) über ihr Vor- kommen im Mittelmeer hervorgeht. Der nördlichste Punkt, auf dem bisher Pt. draco nachgewiesen erscheint, ist Station J. N. 45 der Plankton-Expedition auf 41,6° N, 56,3° W, der südlichste 4P 32' S, 35°49'0 (68, p. 43). Eukrolmia hamata. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikalfängen von 400 und mehr Metern ; aus 1500 — 3000 m mehrmals über hundert Exemplare. Im Antarktischen Ozean regelmäßig auch in geringen Tiefen. Die Fänge der Gauss -Expedition bedeuten für das, was von der Verbreitung der E. hamata bereits bekannt ist, nichts Neues. Im Antarktischen Ozean war ihre Menge auf den einzelnen Statio- nen ganz unabhängig von der Höhe der durchgefischten Wassersäule sehr wechselnd und gestattete keinen Schluß auf eine besondere Dichte der Art in bestimmter Tiefe (vgl. 62, p. 283 ). Eukrohnia fowleri. Fundnotiz. Im Atlantischen, Indischen und Antarktischen Ozean fast regelmäßig in allen Vertikalfä ngen aus mindestens 880 m. Die Verbreitung von E. fowleri dürfte mit der von S. macrocephala zusammenfallen, also nach oben über die Lichtgrenze nicht hinausreichen. Da man der Art bisher keine Aufmerksamkeit ge- schenkt und sie meist mit E. hamata konfundiert hat, läßt sich nach den wenigen bisher bekannt gewordenen sicheren Fundorten nur in Analogie zu anderen Arten auf ihr Vorkommen im allge- meinen schließen. Ich halte es für kosmopolitisch i. e. S. Außer auf 19 Stationen des,, Gauss" (vgl. die Übersicht über sämtliche Fänge) ist E. fowleri bis- her noch in folgenden Gegenden konstatiert: Irische See (65, p. 5). Zwischen 2100 und 366 m im Schließnetz. Golf von Biscaya (Fowler, Kröhnia hamata var.). Vertikal aus 640 m, sonst im Schließnetz zwischen 3660 und 549 m; größere Tiere nur zwischen 3660 und 1830 m. Mittelatlantischer Ozean (Plankton-Expedition). In einem Vertikalfang aus 1000 m und vier Tiefenfängen zwischen 1500 und 600 m. Malayischer Archipel (Fowler, Kröhnia hamata pars). In Vertikal fangen aus mindestens 900 m. g4 Deutsche Siidpolar-Expedition. Krolmitta subtilis. Fundnotiz. Im Atlantischen und Indischen Ozean in Vertikal- und Oberflächenfängen. Einmal ein Exemplar aus dem Antarktischen Ozean im Vertikalnetz aus 385m (22. Nov. 1901, auf etwa 66°S). Von K. subtilis, deren Verbreitungszentrum das Epiplankton der tropisch -subtropischen Regio- nen ist (vgl. 24 p. 64), interessieren besonders diejenigen Fundorte, die außerhalb dieser Regionen liegen, da man über die horizontalen und vertikalen Verbreitungsgrenzen der Art noch im Unklaren ist. Nur vermutungsweise läßt sich aus einigen wenigen Beobachtungen schließen, daß das Vorkommen von K. subtilis im allgemeinen demj enigen von S. hexaptera analog ist. Im Mesoplankton der warmen Region ist sie durch die Plankton-Expedition, die sie im Schließnetz mehrmals erbeutete, am tiefsten zwischen 850 und 650 m, nachgewiesen (66, p. 27). Als reine Oberflächenform reicht K. subtilis wohl nur in einigen warmen Meeresströmungen über den 40. Grad hinaus, in gewisser Tiefe fehlt sie jedoch auch auf höheren Breiten nicht. Fowler fand sie im Golf von Biscaya nur in Vertikalfängen von mindestens 91 m, ich selbst in Sammlungen aus der Irischen See nur in Tiefen zwischen 1370 und 640 m (65, p. 5) u. z. stets wenige große reife oder der Reife nahe Exemplare. Noch weiter nördlich, auf 60,2° Breite, fischte endlich der „National" ein 16 mm langes Individuum vertikal aus 400 m ( J. N. 9). Da auch die erwähnten Tiefenfänge der Plankton -Expedition im Mittelatlantischen Ozean nur sehr große (mindestens 12 mm lange) Tiere, wie sie an der Oberfläche niemals gefangen werden, enthielten, so vermute ich, daß ebenso wie S. serrodentata u. a. K. subtilis während des Lebens aus höheren, wärmeren Schichten, in denen sie ihre ersten Entwicklungsstadien durchläuft, in kühlere, tiefere zu sinken vermag. Zum Teil wird sie allerdings auch noch im oberen Epiplankton reif, zum Teil aber auch mehr oder minder tief im Mesoplankton. Das kalte Wasser scheint dabei die Ent- wicklung der generativen Organe zu verzögern, zugleich aber die Möglichkeit stärkeren somatischen Wachstums zu bieten. Außerdem kann die an niedrigere Temperaturen angepaßte K. subtilis leicht auch in höhere Breiten wandern, deren Epiplankton sie fehlt. In dieser Weise glaube ich, die Beob- achtungen im Golf von Biscaya und in der Irischen See erklären zu können. Von dem Exemplar der erwähnten Station J. N. 9 der Plankton-Expedition wäre dann auch anzunehmen, daß es schon im Mesoplankton ins Netz gelangt ist. Für ein ganz analoges Verhalten der K. subtilis auf der südlichen Hemisphäre spricht endlich der oben hervorgehobene Vertikalfang der Gauss- Expedition im antarktischen Gebiet. Zum Schluß sei mit einigen Worten der Unterschiede zwischen der arktischen und antarktischen Chätognathenwelt gedacht, soweit sich nach den bisherigen Beobachtungen etwas darüber sagen läßt. Dem artenarmen Epiplankton beider Regionen ist E. hamata gemeinsam; sonst aber charakte- risiert sich der Norden durch die neritische S. elegans, der Süden durch die in ihrem Vorkommen von der Küste unabhängige S. gazellae. Ob S. planctonis, die, wie durch die Gauss-Expedition nach- gewiesen ist, auf hohen Breiten der südlichen Hemisphäre aus dem Mesoplankton ins obere Epi- plankton emporsteigt, sich im hohen Norden ebenso verhält, bedarf erst der Untersuchung; ich halte es für unwahrscheinlich, da verschiedene Chätognathensammlungen aus dem arktischen Gebiet, die bereits bearbeitet sind, die Art nicht enthielten. In bezug auf die noch fast ganz unerforschte Tiefsee der Polargegenden läßt sich nur vermutungsweise mit Rücksicht auf den gleichförmigen Charakter der Tiefsee überhaupt auf Übereinstimmung in beiden Regionen schließen. Nur S. gazellae, v. Ritter-Zähony, Sagitten. 65 die erst aus höheren Schichten nach unten wandert, dürfte auch im Mesoplankton dem südlichen Eismeer allein eigentümlich sein. Zu der folgenden Übersicht über die Vertikal- und Oberflächenfänge ist zu bemerken, daß das Vorkommen einer Art durch ein liegendes Kreuz angedeutet ist; waren in einem Vertikalfang über 100 Individuen derselben Art enthalten, so ist dies durch ein ~> bezeichnet. Als Oberflächen- fänge sind auch einige Vertikalzüge aus geringen Tiefen aufgefaßt. Die geographische Lage der Stationen ist aus der Karte Bd. XII (Zoologie Bd. IV) Taf. XLI zu ersehen. Übersicht über die Vertikalfänge. Station Tiefe (m) 8 52 5Q ,60 OS cd OQ GQ .2 -2 o Kl .22 '*4 1. Okt. 1901 800 7. Okt. 1901 400 11. Okt. 1901 1200 <—> X x V 14. Okt. 1901 1900 ■ X X X x X 17. Okt. 1901 1000 X X 19. Okt. 1901 500 X X X Atlantischer 19. Okt. 1901 800 X X Ozean 22. Okt. 1901 26. Okt. 1901 5. Nov. 1901 5. Nov. 1901 3000 1340 500 1000 X X X X X • X X v X X >< X X X X 12. Nov. 1901 3000 x X <-> X X X X - - X X 16. Nov. 1901 3000 <-* " •i x X (Kapstadt) 5. Dez. 1901 500 Indischer J Ozean 18. Dez. 1901 19. Jan. 1902 10. Febr. 1902 3. März 1902 10. März 1902 20. März 1902 20. März 1902 20. März 1902 4. Apr. 1902 19. Apr. 1902 23. Mai 1902 4. Juni 1902 2500 150 2700 300 300 200 300 335 50 275 2oo 366 ■» X Antarktischer 14. Juni 1902 329 Ozean 20. Juni 1902 329 (Gauss - 30. Juni 1902 385 Station) 14. Juli 1902 22. Juli 1902 22. Juli 1902 26. Juli 1902 13. Aug. 1902 29. Aug. 1902 8. Sept. 1902 385 200 300 385 385 350 300 Deutsche Südf olar-Expedition. XII . Zoolc gie V. 9 6G Deutsche Südpolar-Expedition. Station Tiefe (m) 0^ Cq «3 CQ SQ -5£ p o .OD rS CQ g s cd CO p es 's o e Gq k5 ,6g .o? 23. Sept. 1902 300 30. Sept. 1902 8. Okt. 1902 350 350 18. Okt. 1902 385 29. Okt. 1902 350 14. Nov. 1902 350 20. Nov. 1902 385 21. Nov. 1902 350 22. Nov. 1902 385 X 1. Dez. 1902 200 1. Dez. 1902 350 Antarktischer 5. Dez. 1902 350 Ozean 5. Dez. 1902 385 (Gauss- 21. Dez. 1902 200 Station) 22. Dez. 1902 5. Jan. 1903 8. Jan. 1903 9. Jan. 1903 10. Jan. 1903 12. Jan. L903 17. Jan. 1903 18. Jan. 1903 20. Jan. 1903 27. Jan. 1903 31. Jan. 1903 2. Febr. 1903 2. Febr. 1903 18. Febr. 1903 19. Febr. 1903 19. Febr. 1903 23. Febr. 1903 25. Febr. 1803 26. Febr. 1903 27. Febr. 1903 27. Febr. 1903 350 350 30 40 40 50 100 150 150 250 20 150 350 400 200 400 400 400 150 150 400 X x (-> <— > Antarktischer 28. Febr. 1903 3. März 1903 150 4(i() (** <-» Ozean (Heimfahrt) 4. März 1903 6. März 1903 9. März 1903 10. März 1903 15. März 1903 15. März 1903 17. März L903 23. März L903 23. März L903 27. März 1903 LApr. L903 3. Apr. L903 400 1200 4IIO 3000 100 300 400 200 400 2000 150 3423 X X v Ül r- 5 <-* v. RiTTiäu-ZÄnoNY, Sagitten. 67 Station Tiefe (m) 3 "'S fei "53 1 o s z 2Q 6g ,0g © Sil a "3. a c g a f*5 fei .2 r V5 •«3 "2 1. Mai 1903 400 2. Mai 1903 400 x 5. Mai 1903 400 X Indischer Ozean 8. Mai 1903 15. Mai 1903 15. Mai 1903 18. Mai 1903 20. Mai 1903 25. Mai 1903 11. Aug. 1903 13. Aug. 1903 18. Aug. 1903 19. Aug. 1903 20. Aug. 1903 22. Aug. 1903 22. Aug. 1903 24. Aug. 1903 26. Aug. 1903 26. Aug. 1903 3. Sept. 1903 400 400 400 400 400 400 400 400 200 400 400 400 1500 400 200 400 400 X X X X X X X X y X X X v X X X X X X V X X X X X X X X X X X X X X X X y y X V X X X y X X X X X X X X X X X 4. Sept. 1903 2000 X X X x <-> x <•> X X X 5. Sept. 1903 400 x C"> X Atlantischer 8. Sept. 1903 400 X X X Ozean 10. Sept. 1903 3000 V X X y x y X X y X X X Ascension) 11. Sept. 1903 16. Sept. 1903 17. Sept. 1903 18. Sept. 1903 19. Sept. 1903 400 400 400 400 400 v V x V X X X 26. Sept. 1903 3000 <-> X <-' X X <— > x X X (-> X X X 30. Sept. 1903 800 . X X X X X X y X X y X X X 30. Sept. 1903 1500 x X ■ X X X X x y X X x 1. Okt. 1903 200 x y X 5. Okt. 1903 400 x X X X X X 9. Okt. 1903 3000 X X X X X X X x X X X X X X 13. Okt. 1903 200 X 13. Okt. 1903 3000 e-» <-> X X X X X X X X 20. Okt. 1903 3000 X X X X X X X X 68 Deutsche Südpolar-Expedition. Übersicht über die Oberflächenfänge. Station Zeit Tiefe (m) es sä. e sä ^0 43 O 's O e *-> 1 &i ja CO ■^J - r>Ö < Portogrande) 13. Sept. 1901 22. Sept. 1901 24. Sept. 1901 Tag Nachm. X X X Atlantischer . 28. Sept. 1901 Abend Ozean l. Okt. 1901 5. Okt. 1901 7. Okt. 1901 4. Nov. 1901 Morgen Vorm. Abend Abend X Ind. Ozean . 14. Mai 1903 Nacht 1 ) 20 (Port Natall 31. Mai 1903 Tag X y^ X 5. Aug. 1903 Abend 7. Aug. 1903 Vorm. 15. Aug. 1903 Abend 1. Sept. 1903 — 45 Atlantischer 20. Sept. 1903 Nacht 10 Ozean 21. Sept. 1903 23. Sept. 1903 7. Okt. 1903 Abend Nacht Nacht 10 40 x X X X 16. Okt. 1903 Nacht II Verzeichnis der im Text vorkommenden Gattungs- und Artnamen. (Gute Gattungen und Arten sind fett gedruckt; p. 52 ff. beziehen sich auf den faunistischen Teil.) Seite mrhrll 15 australis 13 hatziam 36 bedforäii 25 bedoti 20, 59 bipunctata 16, 58 bipunctata (Aida) 20 bipunctata (Bisraneck ) 24 bipunctata ( Bush | 14 hi r nini'i/,i (Kyihm-.n ii. Souleyet) 16 bipunctata (Fov ler) 15 bipunctata (Gegenbaur) 7 bipunctata ( Krohn ) 7 bipioirltitu (J.kw i:s | .".. r ) bipunctata (Möbius) 14 lii/mm/ulii (Miiss) 14 bipunctata i Ritter-Zähony) 15 Seite bipunctata (Strodtmann) 15 bipunctata (Sutherland ) 46 bi/iiincf'da f. 1/i/iirn 15, 16 brachycephala 13 britannica 47 cephaloptera 35 fln/utmli 36 coreana 47 äarwini 47 decipiens 27, 61 diptera 47 draeo 33, 63 elegwns 14 eleffans f. arcticu 15 elegans f. baltiea 15 enflata 13, 57 enfiata f. gardineri 14 'l In der Nacht wurde immer mif einem weitmaschigen Netz gefischt, das nur größere Tiere zurückbehalten konnte. Daher das Fehlen aller kleinen Arten in solchen Fangen. v. Ritter-Zahony, Sagitten. 69 Seite (vflatu var. (Hallez) 14 EuJeroh nia 38 I ii ii ml 47 i .ni/iti in 7, 47 falcidens 14 ferox 17 flaccida ( Con axt) 13 flaeeida (Galzow ) 47 foliaeea 39 fouleri 40, 63 friderici 19 furcata 8 gallica 35 gardineri 13 f/azellae 10, 57 gegenbauri 47 gt rmanica 14 giganlea 8 glacialis 15 graeüis 14 hamata 39, 63 hamata (Fowler) 40 liiimalii var. (Fowler) 40 hamata var. borealis 39 hclenae 18 helgolandica 47 Heterokroh nia 42 hexaptera 7, 54 hexaptera (Conant) 29 hexaptera (Fowler) 10 Inj ii/ifera ( Strodtmaxn) 8 hispida (Aida) 16 hispida (Conant) 47 inflata 13 japonica 17 Krohnia 38. 44 Krohnitta 44 h vis 48 longicauda 48 longideniaia 7 lyra 8, 56 lyra i Laxgerhaxs) 13 macrocephala 31. 62 magna 7 mariana 35 ///"/ min 16 tnaxima 8, 56 iiKili/rinnini {Sitijittii) 7 mediterraru " i PU rosagitia) 33 melanognaiha 15 minima 25, 61 minima (STRODTMANN) 15 m irabilis 42 mültidi ntata 16 musadosa 36 neglecta 23, 59 iiin ntalis 48 pacifica 44 parvula 36 pla-nctonis 29, 61 polyodon 20 pontica 35 profunda 48 Iteros«{/itta 33 pulchra 21, 59 rapax 15 regularis 25, 59 robusta 16, 58 rostrata 48 Sagitta 4 Sagitta 35 schizoptera 37 septata 23 serratodentata 22, 60 serrulata 22 setosa •. 14 setosa (Laxgerhaxs) 48 sibogae 27 Spadella 35 Spadelh 4, 33, 38, 44 suhtitis 44, 64 /■ nuis ' 49 tricuspidata 7 triptera 49 viridis 49 vougai 33 whartoni 8 zetesios 29 Sp. indeterm. I. Fowler 7 Sp. indeterm. II. Fowler 8 Sp. indeterm. III. Fowler ■ 8 Sp. indeterm. I. Gegexbaur 49 Sp. indeterm. IL Gegexbaur 49 Sp. innom. Fewkes 39 Sp. innom. Fowler 10 Sp. innom. Krohx 16 Sp. innom. Örsted 49 Sp. innom. Scoresby 49 Sp. innom. Verrill 8 Sp. innom. Wilms 14 70 Deutsche Südpolar-Expedition. Literatur. 1. Aida, T., Chaetognaths from Misaki Harbour. Annot. zoo!. Japon., Vol. I, 1897. 2. Apstein, C, Plankton in Nord- und Ostsee auf den deutschen Terminfahrten. I. Teil (Volumina 1903). Wiss. Meeres- unters., N. F. Bd. IX, Abt. Kiel, 1906. 3. Aurivillius, C. W. S., Das Plankton der Baffins Bay und Davis' Strait. Zoologische Studien, Festschrift für W. Lillje- borg. Upsala 1896. 4. Beraneck, E., Les Chetognathes de la Baie d'Amboine. Rev. Suisse Zool., Tom. III, 1895. 5. Broch, H., Über die Chätognathen des Nordmeeres. Nyt Mag. Naturv., Bd. XLP7, 1906. 6. Busch, W., Beobachtungen über Anatomie und Entwicklung einiger wirbellosen Seethiere. Berlin 1851. 7. 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DIE SPHAERELLARIEN DES WARMWASSERGEBIETES DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR -EXPEDITION 1901—1903 VON Dr. A. POPOFSKY OBERLEHRER AN DER OBERREALSCHULE ZU MAGDEBURG. MIT TAEEL I— VIII UND 77 FIGUREN IM TEXT Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. ](i J)ie vorliegende Arbeit umfaßt die zweite Unterlegion der Legion der Spumellarien, die von Haeckel (1887) mit dem Namen Sphaerettaria benannt wurde. Dieser Name ist hier allerdings nicht im HAECKELschen Sinne zu verstehen, sondern entspricht der, nach meiner Meinung zutreffen- deren Umgrenzung von Brandt (1902, p. 83). Es sind hier ausgeschlossen die polyzoen Radio- larien, die wegen ihrer vielfachen Beziehungen zu den Colliden besser mit diesen zusammen zur Unterlegion Sphaerocottida vereinigt werden, besonders in Rücksicht auf die polyzoen Zustände mancher Colliden. Die Arbeit umfaßt daher die größere Hälfte der Spumellarien. Die Bearbeitung der ersten Unterlegion Sphaerocottida wurde einstweilen zurückgestellt, bis auch die Monopyleen der Südpolar-Expedition von mir zum Druck fertiggestellt sein werden. Gerade das reichhaltige und schön konservierte Material der koloniebildenden Radiolarien wird manchen Einblick auch in histologische und ontogenetische Fragen gewähren. Da von den in der vorliegenden Arbeit geschilderten Sphaerellarien, in bezug auf den Weich - körper und die Fortpflanzungs Verhältnisse nur das klassische Material von Joh. Müller, Haeckel und Hertwig vorliegt, und unsere Kenntnisse auf diesem Gebiet, das wegen der Kleinheit der Formen auch schwer bearbeitbar ist, stagnieren, so hatte ich mein Augmmerk besonders darauf richten wollen. Das Material war größtenteils gefärbt und eingelegt und ließ leider derartige Beob- achtungen, die über das bisher Bekannte hinausgeführt hätten, nicht zu, da nur mit Behandlung in moderner Technik diese Kenntnisse vertieft werden können. Das sonstige ungefärbte und in kleinen Gläschen ausgesuchte Material war zu derartigen Studien nicht mannigfaltig und um- fangreich genug. Große Schwierigkeiten in der Identifizierung der Arten machten die Artbeschreibungen anderer Autoren ohne Beigabe von Abbildungen; solche Beschreibungen sind oft so gut wie wertlos, nament- lich in anbetracht des Formenreichtums der zierlichen Radiolarien. Auch wird der Artbeschreibung neuer Radiolarien durch die zum Teil unzulänglich beschrie- benen und abgebildeten fossilen Radiolarien mancher Stein in den Weg gelegt. Bei aller Rücksicht auf die Unzulänglichkeit des Materiales kann die Systematik der rezenten Radiolarien auf Ab- bildungen, wie sie z. B. von G. J. Hinde [Notes on Radiolaria from the Lower Palaezoic Rocks (Llandeilo-Caradoc) of the South of Scotland, in Annais and Magazine of Natural History 1890] gegeben werden, kaum zurückgreifen. 10* 76 Deutsche Siidpolar-Expedition. Das sorgfältig ausgesuchte Radiolarienmaterial der Expedition aus der Antarktis ließ erwarten, daß die Untersuchung der Warmwasserradiolarien noch mehr Klarheit in die faunistischen und biologischen Beziehungen zwischen Kaltwasser- und Warmwasserformen bringen würde. Einiges Neue wird sich ja wohl aus der vergleichenden Betrachtung der alten und neuen Fundorte und deren biologischen Bedingungen ergeben, aber es ist weniger, als ich erwartet hatte. Eines zeigt aber die vorliegende Arbeit in großer Deutlichkeit: daß wir noch weit entfernt davon sind, die Mannigfaltigkeit der Formen auch nur annähernd erschöpft zu haben. Bei allem Bestreben, kleinere und größere Art- oder Formenkreise unter einem Artnamen zusammenzubringen, um die Artzahl nicht ins Ungemessene wachsen zu lassen, waren 44 Arten und Formen von den 73 überhaupt gefischten Arten vollkommen neu. Wie schon vorher erwähnt, ist die Unterlegion Sphaerellaria hier im engeren Sinne, unter Ausschluß der Colliden (Thalassicotta u. s. w.) und koloniebildenden Radiolarien zu verstehen. Die Spumellarienlegion gliedert sich wie folgt: 1. Unterlegion Sphaerocollida. Einzeln lebende oder koloniebildende Radiolarien von Kugelform, mit meist umfangreicher Gallerte, ohne Achsen- fäden, mit oder ohne Skelett (Nadeln, einfache Schalen). Während der reproduktiven Zustände gehen auch die einzeln lebenden in polyzoe Zustände über (Thalassophysa). Legion Spumellaria: Radio- larien mit allseitig von Poren durchbohrter Zentralkapselmem - bran. 2. Unterlegion Sphaerellaria. Stets einzeln lebende Radiolarien, stets mit Skelett in Form einer oder mehrerer vollkommener Gitterschalen oder deren Substituenten (Schwammnetzwerk). Mit geringerer Gallerte. Achsenfäden häufig vorhanden. Keine polyzoen Zustände. Diese Unterlegion Sphaerellaria gliedert sich nach Haeckel in vier Ordnungen: Skelett aus einer oder mehreren kugligen konzentri- ] 1. Ordnung sehen Gitterschalen bestehend. I Sphaeroidea. Unterlegion Sphaerellaria 2. Ordnung Gitterschale elliptisch oder eine Achse verlängert. } _ . 1 JPrunoidea. Schale scheibenförmig oder eine Achse verkürzt. I 3. Ordnung J Discoide a. 4. Ordnung Schale langelliptisch, mit verschieden starkem i Wachstum nach drei Achsen. J L a r c o i d e a. Hierbei ist zu bemerken, daß aus der ersten Ordnung Sphaeroidea die Familie Collosphaeridae ausscheidet und mit Brandt (1902, p. 83) der Ordnung Sphaerozoea zugewiesen wird, die sie mit den Collosphaeriden zusammen ausmacht, sodaß sie sich folgendermaßen gliedert: Popof.skv, Sphaerellarien, n 7 Ordnung 1 Sphaeroidea. Sphaerellarien mit einer oder mehreren konzentrischen kugligen Schalen. Farn. 1. Liosphaeridae. Schale ohne äußere Stacheln. Farn. 2. Stylosphaerida e. Schale mit zwei gegenüberstehenden äußeren Stacheln. Fam. 3. Staurosphaerida e. Schale mit vier äußeren Stacheln, in Kreuzform gestellt. Fam. 4. Cubosphaeridae. Schale mit sechs äußeren, in drei auf einander senk- rechten Achsen stehenden Stacheln. Ordnung Sphaeroidea: Eine oder mehrere konzentrische kuglige Schalen. Fam. 5. Astrosphaeridae. Schale mit vielen äußeren Stacheln. Möglicherweise wird es nötig sein auch die erste Familie zu beseitigen und ihre Arten auf die übrigen vier Familien zu verteilen, wie aus dem Folgenden ersichtlich wird. Einige allgemeine Betrachtungen über den phylogenetischen Zusammenhang der Familien dieser Ordnung untereinander und mit den monozoen SphaerocoUida mögen hier den speziellen Betrachtungen vorausgeschickt werden. Dreyer (90) hat bekanntlich versucht, die Spumellarien und Nassellarienskelette auf den Vierstrahler als Grundform zurückzuführen. Er stellte den Vier- strahler als Ausgangspunkt hin und dachte sich die Kugelschalen der Spumellarien dadurch ent- standen, daß von je drei Vierstrahlern jedesmal zwei Basalstacheln, die einander zugewandt waren, verschmolzen, und auf diese Weise Gitterkugeln mit sechseckigen Maschen entstanden, bei denen auf drei abwechselnden Ecken der Maschen radiär gerichtete Stacheln standen. Es wären demnach aus etwa Thalassosphaeriden -artigen Vorfahren mit vielen Einzelspicula zuerst Astrosphaeriden entstanden, aus denen durch besondere Modifikationen die übrigen Familien der Ordnung Sphae- roidea entwickelt worden wären. Im folgenden soll gezeigt werden, daß bei besonderer Wertung der nach jener Arbeit von Dreyer später bekannt gewordenen paläozoischen Radiolarien Rüsts, der von mir neu aufge- fundenen Cubosphaeriden und von Mast beschriebenen Astrosphaeriden mit innerem zentral in der Medullarschale vereinigten Stachelgerüst, wir zwar auch zu der Auffassung kommen, daß der Vier- strahler die Grundlage des Spumellarienskelettes ist, daß dasselbe sich aber wahrscheinlich aus einem Einzelvierstrahler resp. Doppelspiculum und nicht aus der Verschmelzung vieler herleiten wird. Die paläozoischen Befunde Rüsts (92) und die eben angeführten Spumellarien mit zentral vereinigtem Stachelgerüst innerhalb der Medullarschale, weisen auf das Doppelspiculum als Basis für die phylogenetische Herleitung der Spumellarienskelette. Dreyer nahm den einfachen Vier- strahler dafür an (Textfigur la). Auch auf diese einfachste Form können wir zurückgehen, wenn wir uns das Doppelspiculum aus zwei einfachen Vierstrahlern durch Verschmelzung zweier Stacheln entstanden denken (Tetxfigur 1, b, c). jg Deutsche Südpolar-Expedition. Schröder, Haecker und ich haben kürzlich darauf hingewiesen, daß in den dizentrischen Thalassothamniden Radiolarien vorliegen, die statt der vielen kleinen Spicula ein einziges großes Doppelspicuhun entwickelt haben. Dabei haben wir auch in dem von mir (1908, p. 206) be- schriebenen Conostylus vitrosimilis eine Mittelstufe, bei der ein größeres Hauptdoppelspiculum und ein kleines Nebendoppelspiculum vorhanden sind. Sie leitet von den Thalassosphaeriden-Arten mit vielen Spicula (auch Doppelspicula) zu den Thalossothamniden mit nur einem Doppelspiculum (Constylus diploconus, Thalassothamnus- Arten) über (Textfigur 1 f). Diese Doppelspicula waren aber noch deutlich dizentrisch. Innerhalb der Familie der Thalassothamnidae findet dann ein Ver- schmelzen beider Zentren statt, so namentlich bei der Gattung Cytocladus (Textfigur 1 g), die zwölf Stacheln besitzt, welche von einem Zentrum ausstrahlen und um zwei Pole gruppiert sind. Auch die Lithacanthidae besitzen ein monozentrisch.es einziges dreiachsiges Doppelspiculum (Textfigur 1 h). Denken wir uns nun um die sechs Strahlen des Doppelspicuiums einer solchen Art (etwa Cono- stylus diploconusPov. 08, Taf. XX, Fig. 4) in gleicher Entfernung vom Mittelpunkt des Verbindungs- balkens von den Stacheln eine Gitterschale ausgeschieden, so entstehen Arten, wie sie Rüst als Stigmosphaera rothpletzii (Textfigur 1 i) aus dem Carbon beschrieben hat. Dieselbe besaß ein deutliches Doppelspiculum im Innern der Medullarschale. Arten, bei denen mehr Stachelenden aus den Enden des Mittelbalkens entsj^ringen. wie z. B. die meisten Cystocladus- und Thalasso- ihamnus- Arten, ergeben durch Umhüllung mit einer Gitterschale, die von den Stacheln ausgebildet wird, Radiolarien, wie Rüsts gleichfalls paläozoische Stigmosphaera suspecta (Textfigur 1, k). Bei dieser Stigmosphaera suspecta liegen daher acht oder mehr Stacheln, die von einem Punkt aus- strahlen, im Innern der einzigen Gitterschale. Rüst erwähnt schon, daß unter den dizentrischen Exemplaren von Stigmosphaera rothpletzii gelegentlich auch monozentrische von ihm beobachtet wurden (Textfigur 1,1). Dieses wäre der nächste Schritt auf der Stufenleiter der Skelettentwicklung des Doppelspicuiums der Sphaerocollida zum Gitterschalenskelett der Sphaeroidea. Dadurch, daß der Verbindungsbalken bei dem in der Markschale liegenden Doppelspiculum verschwindet, orientieren sich die sechs Stacheln in drei aufeinander senkrechten Achsen; werden diese noch über die Schale hinaus verlängert, so ergibt sich die phylogenetische Grundform der Familie Cubosphaeridae, wie solche sich bis auf unsere Zeit erhalten haben in der neu aufgefundenen Centrolonche hexalonche (Textfigur 1, n). Auch der direkte Entwicklungsweg von den schon monozentrischen sechsstrahligen doch bereits triaxialen Lithacanthiden ist denkbar (siehe Textfigur 1, h, 1). Schon bei jener, nach unserer Ansicht altertümlichen Centrolonche, die also eine einfache Gitter- schale besitzt mit sechs dünnen, außerhalb kräftig entwickelten, im Innern der Schale zu einem Punkt vereinigten Stacheln, finden sich die innerhalb der Schale gelegenen Stachelteile nur sehr schwach ausgebildet, wohl ein Zeichen dafür, daß es sieh um ein ..rudimentäres" Organ handelt. Dieser bei Centrolonche angedeutete Schritt der Rückbildung der innerhalb der Schale gelegenen Stachelten« ist dann bei den meisten rezenten Cubosphaeriden durchgeführt (Textfigur 1. u). So entstehen dann Formen, bei denen eine einfache runde Gitterschale vorhanden ist mit sechs auf dieser Schale aufsitzenden, nieist kräftigen Radialstacheln, die aber nicht mehr im Innern der Schale zusammentreffen. Kehren wir nun zu jenem anderen Zweig des Stammbaumes zurück, den wir aus Conostylus Püpofsky, Sphaerellarien. 7;) oder Cytocladus -artigen (Textfigur 1, g, h) Radiolarien bis zur Bildung von Formen wie die paläo- zoische Stigmosphaera suspeeta Rüst (Textfigur 1, k) verfolgt hatten. Diese Art besitzt acht kräftige Stacheln im Innern einer kugligen Gitterschale, äußere Stachelenden fehlen. Die kräftig ent- wickelten Stacheln innerhalb der Gitterschale werden überflüssig werden, in dem Maße als die Radiolarie , .erlernt", die Schale aufzubauen, ohne die Stacheln als Grundlage zu benutzen. Daß dieser Weg in der Tat eingeschlagen sein wird (wie oben bei der sechsstachligen Stigmosphaera rothpletzii), davon zeugt die von Haeckel beschriebene, rezente Stigmosphaera actinocentra (Text- figur 1, m). Dieselbe besitzt eine kuglige Schale, in derem Innern zwölf strichdünne Radialstacheln in einem zentralen Punkt vereinigt sind. Diese Art wäre demnach noch eine recht altertümliche, welche die inneren Stachelteile als ursprüngliches Merkmal bis heute erhalten hat. Das hat nichts Auffälliges, da ja von Ehrenberg, Rüst und anderen eine große Zahl von Radiolarien festgestellt worden ist, die noch heute in derselben Ausbildung lebend angetroffen werden, wie sie sich aus paläozoischen oder mesozoischen Schichten erhalten haben. Denken wir uns nun bei dieser mehr als sechs, meist zwölf innere Stacheln besitzenden Stigmo- sphaera actinocentra H. die zwölf Stacheln nach außen verlängert, so entstehen Arten, wie sie jüngst von Mast (10) beschrieben worden sind als Heterosoma heptacanthum (Textfigur 1, r). Diese Arten besitzen also mehr als sechs Stacheln, die im Innern der einfachen Schale vereinigt sind und sich auch außerhalb der Schale fortsetzen. (Auf die Deutung des zentralen Stachelvereinigungspunktes als reduzierte Markschale werde ich später zurückkommen.) Formen, die dieser Heterosoma heptacanthum Mast ähnlich waren, können nun für einen großen Teil der Astrosphaeriden als phylogenetische Grundform angesehen werden. AVerden nämlich die nur dünn noch vorhandenen inneren Stachelteile zurückgebildet, so resultieren einfache Astro- sphaeriden wie z. B. Acanthosphaera dodecastyla Mast, Taf. II, Fig. 1. (Textfigur 1, v). Ich sagte oben, daß nur ein Teil der Astrosphaeriden diesen Entwicklungsweg gemacht haben wird, ein anderer Teil läßt sich nämlich aus der Cubosphaeridengrundform, Textfigur 1, n (Arten ähnlich Centrolonche hexalonche n. sp.) ableiten. Als Uberleiter dient hier die von Rüst beschriebene interessante Acanthosphaera entactinia R. Sie besitzt in ihrer einfachen Schale sechs dünne zentral vereinigte Stacheln, die sich aber auch über die Schale hinaus fortsetzen. Außerdem ist aber die Schale von vielen akzessorischen Stacheln bedeckt, die dieselbe Form haben, wie die äußeren Enden der sechs Primärstacheln. (Textfigur 1, q). Bilden sich die rudimentären inneren Stachelteile zurück, so resultieren ohne Zweifel auch Astro- sphaeriden (Textfigur 1, v). Die Astrosphaeridenfamilie könnte somit als diphyletisch bezeichnet werden. Der eine Teil leitet sich direkt aus dem Doppelspiculum der Constylus-artigen Formen her. Der andere Zweig macht den Umweg über die Cubosphaeriden. Gelangen nun von Stigmosphaera rothpletzii -artigen Radiolarien nur zwei gegenüberstehende Stacheln zu einem Wachstum über die Schalen hinaus, so bilden sich Radiolarien aus, die im Innern sechs Radialstacheln besitzen und somit auf die Urform der Cubosphaeriden (Textfigur 1, n) zurück- weisen, aber außerhalb der Schale zwei in einer Achse gegenüberstehende kräftige Außenstacheln besitzen (Textfigur 1, o). Auch dieser Uberleiter ist uns in Rüsts Stigmosphaerocephalus notabilis als paläozoische Radiolarie überliefert worden. So führt die Entwicklung der Cubosphaeriden über SO Deutsche Südpolar-Expedition. Stigmosphaera notabüis ähnliche Vorfahren zu den rezenten Stylosphaeriden. Es ist nur noch not- wendig, daß, wie bei den Urformen der Cubosphaeriden und Astrosphaeriden, die inneren Stachel- teile rückgebildet werden (Textfigur 1, s). Analog leitet sich aus Stigmosphaera rothpletzii ähnlichen Cubosphaeriden, also aus der Urform dieser Familie (Textfigui 1,1), die Urform der Staurosphaeriden mit kreuzweis gestellten, vier äußeren Stacheln her, indem nur vier von den sechs vorhandenen inneren Stacheln über die Schale hinaus fortwachsen. Diese hypothetische Zwischenform (Textfigur 1, p) ist allerdings noch nicht gefunden. Sie wäre auch herzuleiten aus Ce ntrolo nche - artigen Radiolarien (Textfigui 1, n) durch Rück- bildung zweier äußerer gegenüberstehender Stacheln. Verschwinden dann wieder wie bei den Cubosphaeriden, Astrosphaeriden und Stylosphaeriden die inneren Stachelteile, so ergeben sich die Staurosphaeriden in ihrer heutigen Form (Textfigur 1 t). Haeckel hielt schon (87, p. 56) die Cubosphaeriden für die älteste Gruppe der Sphaeroidea und leitet aus derselben die Staurosphaeriden durch Verlust von einem, die Stylosphaeriden durch Verlust von zwei Paaren gegenständiger Stacheln her. Die Astrosphaeriden sollen aus den Cubo- sphaeriden durch Vermehrung der äußeren Stacheln entstanden sein. In den vorstehenden Erörterungen wurde versucht, die einzelnen Etappen dieser Entwicklung aus dem heute bekannten Material herauszulesen und diese HAECKELsche Ansicht fester zu begründen und zu modifizieren. Im folgenden (Textfigur 1) sind diese einzelnen Entwicklungsphasen schematisch und der besseren Übersicht wegen bildlich wiedergegeben. Es sei hier noch darauf aufmerksam gemacht, daß nicht Wert darauf gelegt wird, die angeführten Arten selbst als Uberleiter anzusehen, sondern es kommen nur Radiolarien ähnlich diesen hierfür in Betracht. Durch diese Ausführungen gelingt es also, die Familien der Ordnung Sphaeroidea untereinander und mit der Unterlegion SphaerocolUda in enge phylogenetische Beziehungen zu bringen. Haeckel selbst hat dann (87) eingehend erörtert, wie aus den Sphaeroiden die übrigen Ordnungen der Sphae- rellaria : Prunoidea (durch Verlängerung einer Achse) Discoidea (durch Verkürzung einer Achse) und Larcoidea (durch verschiedenes Wachstum nach drei Achsen) entstehen können. Damit ist aber gezeigt, daß der Doppeldreistrahler in der Tat als Grundlage des Spumellarienskelettes gelten kann, wenn auch in anderer Hinsicht, als Dreyer (92) wollte. Daß der Doppeldreistrahler oder der einfache Vierstrahler als Ausgangspunkt für das Monopyleenskelett dient, ist schon wiederholt betont worden. Unter den Monopyleen finden wir selten Arten, bei denen ein inneres Stachelgerüst fehlt, während wir bei den Spumel- larien selten Formen mit innerem Stachelgerüst in der innersten Gitterschale antreffen. Auch diese Tatsachen stimmen gut mit den oben erwähnten überein. Schon beim Durch- blättern von Rüsts Abbildungen der fossilen paläozoischen Radiolarien fällt der große Reich- tum dieser Formationen an Spumellarienarten auf, während die Monopyleen dürftig vertreten sind. Auch hierin ist heute eher wohl das Umgekehrte festzustellen. Man geht daher wohl nicht fehl, wenn man die Spumellarien als ältere, dieMonopyleen als jüngere Entwicklungsprodukte des Radio- larienstammes ansieht. Da nun nach dem oben erörterten das innere Stachelgerüst funktionell durch das phylogenetisch jüngere Skelettprodukt, die Gitterschale, verdrängt und daher rück- gebildet wird, so ist es verständlich, wenn außer den älteren Spumellarien nur wenige Arten heute Popoi'sky, Sphaerellarien. 81 Entstehung des Vierstrahler Gesaml&keleH m Oeslalf eines dizentrischen / Doppelspiculums bei Thalassoihamvus, Qligmosphaera rothplelriiK. / dizenlrisch ' Spicula vor? Thaloss osphaeriden Lilhacanlhvr ~fc Slrgmosphaera suspecla 7? dicke Jhnenslacheln t^~ SJjgmo&phaera rolhplelz.ii R monoz.enlrisch Sligmosphaera/ aennocenfra H dünne Jnnensfacheln Sligmosphaerocephalus nolabilis R. / heptacanlhum hl recsnle Slylosphaeridae Rs Irosphaertdas Cubo - 1/ sphaeridae Textfigur 1. Deutsche Sildpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 11 $2 Deutsche Südpolar-Expedition. noch das „rudimentäre" Merkmal, das innere Stachelgerüst, zentral vereinigt zeigen. Bei dem zeitlich jüngeren Monopyleenzweig muß daher das innere Stachelgerüst noch vielfach zu finden sein, und nur verhältnismäßig wenige Arten haben sich erst von demselben emanzipiert, Fam. Liospliaeridae. H. 18S1. Radiolarien mit kugliger Zentralkapsel und kugligem Skelett, ohne Radialstacheln außerhalb desselben, werden nach Haeckel (87) unter dem Namen Liosphaeridae zusammengefaßt. Er selbst trennt seine Familie in zwei Gruppen, die eine Hälfte soll von den Etmosphaeridae mit nur einer innen hohlen Gitterschale, die andere von den „Liosphaeridae concentricae" eingenommen werden; bei letzteren sind zwei oder mehr Gitterschalen durch Radialbalken verbunden, welche nicht über die äußerste Gitterschale hinausragen. Zahl und Anordnung derselben erinnern an diejenige der äußeren Radialstacheln der Astrosphaeridae. Haeckel führt acht Fälle der Stellung der Badialbalken an. von denen ich folgende hervorheben möchte: 1) 2 Radialstäbe in Gegenstellung, 2) 4 Radialstäbe in zwei Achsen senkrecht zueinander, 3) 6 Radialstäbe in drei Achsen sich paarweise gegenüber- stehend, 4) mehr als 8 Radialstäbe regelmäßig verteilt. Mast (10) ist neuerdings nun auf Grund seiner Untersuchungen an Astrosphaeriden zu der Ansicht gekommen, die nach meinem Dafürhalten für alle mit Radialstacheln versehenen Spumel- larien gilt, daß die Länge der Stacheln nicht systematisch von Bedeutung ist. Er ist daher auch der Meinung, daß zwischen Liosphaeriden und Astrosphaeriden in vielen Fällen kein Unterschied fest- zustellen ist. Die dornige Oberfläche bei Liosphaeriden kann noch als Stachelentwicklung ange- sehen werden und die reduzierten Stacheln der Astrosphaeriden, Liosphaeriden erkennen lassen. Die Familie Liosphaeridae erscheint daher gegenüber den folgenden: Stylosphaeridae, Stauro- sphaeridae, Cubosphaeridae und Astrosphaeridae durchaus künstlich. Haeckel selbst deutet das an (87), indem er die Liosphaeridae mit 12 — 20 inneren Radialstäben eventuell vereinigt wissen will mit den Astrosphaeridae mit 12 — 20 äußeren regelmäßig verteilten Radialstacheln. Es erweist sich daher wohl am zweckmäßigsten, die Familie, die anscheinend Arten der Stylo- sphaeridae, Staurosphaeridae, Cubosphaeridae und Astrosphaeridae, mit teilweise (Haeckels Lio- sphaeridae) oder ganz reduziertem Stachelskelett (Haeckels Etmosphaeridae z. T.) umfaßt, aufzu- lösen, wobei man im Zweifel sein kann, ob die einschaligen Liosphaeriden ohne Radialstäbe im Innern und ohne Rauhigkeiten der Schale (welche die rudimentären Stacheln darstellen würden) als echte Liosphaeriden die Familie aufrechterhalten können. Aber auch hier wird der Unterschied zwischen den Dornen (Radialstacheln) etwa in den Eckpunkten von hexagonal gerahmten Poren und etwaigen Buckeln auf der Schale schwer festzustellen sein. Die 14 bisher bekannten Genera der Familie würden sich dann folgendermaßen auf die vier Familien der Stylosphaeridae, Staurosphaeridae, Cubosphaeridae, Astrosphaeridae verteilen: 1. Alle Arten mit einfacher, glatter bis rauher Schale und alle mit zwei oder mehr Schalen, welche durch mehr als 8 Radialbalken verbunden sind, gehören in die entsprechenden Genera der Astrosphaeriden. 2. Alle Arten mit zwei gegenständigen Radialstäben kommen in die bezüglichen Genera der Stylosphaeriden. 3. Die Formen mit 4 kreuzständigen Radialstäben werden in die Genera der Staurosphaeriden, Popofsky, Spliaerellarien. 83 4. die mit 6 Radialstäben in die Familie Cubosphaeriden eingeordnet. Der Mangel (Rückbildung) der Radialstachehi ist bei der HAECKELschen Subfamilie Etmo- sphaeriäae leicht verständlich, da nach seinen Angaben Zentralkapsel und Gallerthülle innerhalb der Schale liegen und damit auch der extrakapsulären Sarkode genügend Halt gegeben wird, was sonst bei einem Weichkörper, welcher größer als die Schale ist, z. B. bei den Akantharien und Tripyleen, wie bekannt, den Stacheln zufällt. Im allgemeinen wird die Entwicklung äußerer Stacheln mit dem Wachstum des Weichkörpers über die Schale hinaus zusammenhängen. Die extrakapsuläre Sarkode (Gallerthülle) braucht dann eine Stütze, die durch die zentrifugale Verlängerung der Radialstäbe hergestellt wird. Durch Nahrungsmangel würde Wachstumshemmung und Hemmung im Skelettbau eintreten können. Es ist also nicht immer notwendig, daß die Arten, welche sonst übereinstimmen und sich nur durch das Vorhandensein, bezüglich Fehlen äußerer Radialstacheln unterscheiden, phylogene- tisch, die eine als ältere, die andere als jüngere oder umgekehrt aufzufassen sind, sie können auch, und das ist entgegen der Ansicht- von Mast (10) häufig der Fall, wie ich bei vielen Entwick- lungsreihen zeigen werde, als ontogenetisch jüngere und ältere Stadien aufzufassen sein. Da mein Material, welches zu den Liosphaeriden gehört, zu dürftig ist, um eine solche Trennung der Familie zu rechtfertigen, so sollen einstweilen die hierher gehörigen Arten noch unter diesem Familiennamen aufgeführt werden. Plegmosphaera leptoplegina H. Plegmosphaera leptoplegma H. 1887, p. 89. Plegmosphaera leploplegma Pop. 08, p. 208, Tai'. XXI, Fig. 2. Diese Art wurde von der Challenger-Expedition im Nord-Atlantik Stat. 253 an der Oberfläche gefangen. Sie zeigte sich auch im antarktischen Material der Südpolar -Expedition an zwei Fund- stellen: Winterstation 21. Juni 1902. 0—100 m; 25. August 1902, 0—300 m. Sie wurde ferner gefangen: D. S. P. Exp. 2. Juni 1903, Indischer Ozean. 11. Sept. 1903, 1- Individuum i _ , Atlantischer Ozean. 21. Sept. 1903, 400 m 2 Exemplare J Fam. Stjlospliaeridae H. 87 p. 121. Kuglige Spumellarien mit zwei Gegenstacheln, einzeln lebend. Ein interessantes Objekt für die phylogenetische Herleitung der Stylosphaeriden stellt Stylacontarium bispiculum n. sp. dar. Die auf der größten von den Gitterschalen stehenden beiden Gegenstacheln weisen die Art den Stylosphaeriden zu; bei näherer Untersuchung finden sich aber sechs Hauptstacheln, von denen nur die besagten zwei über die äußere Schale hinausragen, während die anderen vier in dem Gitterwerk dieser Schale endigen. Diese sechs Hauptstacheln, die sich in drei Achsen gegenüberstehen, zeigen die Zugehörigkeit der Art zu den Cubosphaeriden. Denkt man sich die funktionell bedeutungs- loseren kurzen Hauptstacheln völlig reduziert, so entstehen Stylosphaeriden aus den Cubosphaeriden. Womit ein wichtiger phylogenetischer Hinweis auf die Abstammung und den phyletischen Zu- sammenhang dieser Familien gegeben ist. 11* 84 Deutsche Siidpolar-Expedition. Würden nur zwei dieser Axialstäbe rückgebildet, so resultieren Staurosphaeriden mit je zwei aufeinander senkrechten Achsen von je zwei Hauptstacheln. Wie die Stylosphaeriden, so fehlen auch die seltenen Staurosphaeriden in meinem Material. Fam. Cubosphaeridae H. 87, p. l(>t>. Kuglige. einzeln lebende Radiolarien mit einer oder mehreren konzentrischen Kugelschalen, über diese hinausragend sechs Stacheln in drei aufeinander senkrechten Achsen. Neuerdings hat Mast (10) bei Astrosphaeriden darauf hingewiesen, daß bei zunehmender Mächtig- keit des Netzwerkes außerhalb der Primärschale, die die Radialstacheln tragende Primärschale redu- ziert wird. Je mehr Netzwerk und Radialstacheln kräftiger werden, desto mehr wird die Primärschale funktionell überflüssig und daher reduziert bis auf ein Parallelopiped oder einen Kubus von mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit. So werden bei Heterosoma polyacanthum und Heliosoma irreguläre die inneren Schalen nur durch ein Maschenwerk von äußerst feinen regellos verbundenen Kieselfäden angedeutet. Bei Heterosoma heptacanthum, die nur sieben Hauptstacheln besitzt, ist die Markschale im Innern noch weiter reduziert, indem im Zentrum fünf der Hauptstacheln direkt zusammentreffen und nur durch die Gabelungspunkte von zweien dieser zentralen Radialstachel- enden die Markschale noch angezeigt wird. Ähnliches gilt für Hahomma cruciatum, wo nach Mast (p. 163, Fig. 6) die Markschale durch zwei senkrechte gekreuzte Kieselfäden dargestellt wird, die in einiger Entfernung vom Mittel- und Kreuzungspunkt Seitenäste abgeben. Fälle, in denen bei Astrosphaeriden die Markschale nicht einmal mehr angedeutet ist, werden von ihm nicht angeführt. Da bei den Cubosphaeriden nur sechs Stacheln, meist kräftig ausgebildet, vorhanden sind, so waren ähnliche Erscheinungen, wie sie Mast für jene Arten bei Astrosphaeriden schildert, auch hier zu erwarten, also Arten, bei denen die Reduktion der Markschale angedeutet ist; solche sind schon von Haeckel beschrieben und abgebildet worden. So zeigt z. B. sein Hexacromyum octahedrum (87, p. 202, Tai. 23, Fig. 2) vier Schalen, die durch außen kräftige Stacheln verbunden sind. Die beiden äußeren Schalen sind aus widerstandsfähigen Kieselbalken gebildet, die beiden inneren aus einem strichdünnen polygonalen Netzwerk. Dasselbe zeigt die zweischalige Hexalonche amphisiphon H. (87, p. 182. Taf. 25 Fig. 2 a). Im Zusammenhang mit der kräftigen Entwicklung der Außenschale und der Außen - enden der Stacheln steht meist eine Rückbildung der inneren Schalen und der inneren Radialstachel - enden. Das gilt nicht nur bei vielen Spumellarien, sondern auch bei Monopyleen und Akantharien (Acanthophracten), wie ich für letztere 1906 nachweisen konnte. Übergänge von dieser aus dünnsten Gitterfäden gebildeten Markschale bis zum völligen Schwund derselben sind bisher noch nicht festgestellt, ohne Zweifel bilden aber Formen wie Hexadoras octahe- drum H. (87 p. 205) mit oktoerlerförmiger Markschale und wenigen unregelmäßig polygonalen .Maschen Übergänge zu Arten, bei denen die Markschale durch einige Verzweigungspunkte der im Zentrum zusammentreffenden Stacheln nur noch angedeutet wird. Solche sind für die Astrosphaeri- den, wie oben angeführt, von Mast gefunden und werden auch für die Cubosphaeriden zu er- warten sein. Um so mehr, da mir zwei Cubosphaeriden vorliegen, bei denen die Markschale völlig geschwunden ist, oder wenn man will, nur noch durch das Zentrum angezeigt wird, von dem die dünnen Radialstäbe ausgehen, die ohne irgend welche Verzweigung die Schale durchsetzen und zu kräftigen äußeren Stacheln werden. Poi'of.skv, SpUaerellarien. 85 Faßt man nun den zentralen Verzweigungspunkt der auf Taf. I, Fig. 1 und in Fig. 4 darge- stellten Cubosphaeriden als reduzierte Marksehale auf. so wären bei der erstgenannten Art zwei Schalen vorhanden, bei der letzten drei, sie würden also in die HAECKELsehen Gattungen Hexa- lonche und Hexacontium gehören. Bei teilweis reduzierter Markschale, wo dieselbe immerhin noch angedeutet war, ist dieser Weg der Einordnung in die HAECKELsehen Gattungen von Mast (10) bei den entsprechenden Astrosphaeriden z. T. eingeschlagen worden. Die völlige Reduktion der Markschale zu dem zentralen Stachel Verschmelzungspunkt berechtigt wohl zur Aufstellung zweier neuer Gattungen, die sich an die genannten HAECKELsehen Hexulonche und Hexacontariuin an- schließen. Die neue Gattung Centrolonche, mit einer Schale und sechs im Zentrum vereinigten Stacheln, würde sich als phylogenetisch jüngere aus Hexalonche herleiten und an dieses anschließen lassen. Centracontium, mit zwei Schalen und sechs im Mittelpunkt der Schale zusammenstoßen- den Radialhauptstacheln, schließt sich an Hexacontium an und läßt sich aus letzterem entstanden denken, durch Reduktion der innersten Schale bis auf das Stachelzentruni . Arten unter den Cubosphaeriden und Astrosphaeriden (siehe Rhizosphaera paradoxa Taf. VIII Fig. 3), bei denen die innere Schale nur durch einen dünnschaligen Kubus oder durch eine außer- ordentlich unregelmäßige innere Markschale, wie sie Haeckel bei Rhizosphaera serrata H. (87 p. 284. Taf. 18, Fig. 5, 6) darstellt, deuten darauf hin. daß die oben dargelegte Anschauung einige Wahr- scheinlichkeit für sich hat. Eine andere ist aber gleichfalls nicht von der Hand zu weisen. Rüst (92) beschreibt unter dem Namen Stigmosphaera drei paläzoische Radiolarien, St. rothpletzii, St. mira und St. suspeeta, aus den karbonischen Kieselschiefern des Harzes, die eine einzige Kieselschale besitzen, welche im Innern von sechs oder mehr Stacheln, die von einem Zentrum ausstrahlen, durchsetzt sind. Stigmo- sphaera rothpletzii erscheint besonders interessant (siehe R. 92 p. 135, Taf. VI, Fig. 10). Die sechs dünnen Radialstäbe sollen nach Rüst meist ihre den drei Oktaederachsen entsprechende Stellung verlassen haben und stark verbogen sein; nur wenige Exemplare zeigten das Stachelkreuz in der ..ursprünglichen" Stellung. Mir will es, nach der Abbildung zu urteilen, scheinen, als ob wir hier dem glücklichen Zufall durch Rüst einen wertvollen Fund verdanken. Das innere Stachelgerüst erinnert in seiner Ausbildimg mit zwei Knotenpunkten zu deutlich an die Doppeldreistrahler im Weichkörper bei Sphaerocollida (Sphaerozoum, Rhaphidozoum. Thalassoxanthium, Lampoxanthium), als daß nach Rüst sich diese Eigentümlichkeit durch Verlagerung erklären ließe, wobei immer noch unverständlich bliebe, wodurch dabei die beiden Knotenpunkte, von denen je drei Stacheln aus- strahlen, entstehen konnten. Ich fasse dieses Stachelgerüst als Doppeldreistrahler auf, der zu weiterem Schutze eine Gitterkugel gebildet hat. Die von Rüst gleichfalls gesehenen Individuen von Stigmosphaera rothpletzii, bei denen sechs dünne Stacheln von einem Zentrum ausstrahlen, sind ein weiterer Schritt zur Zentralisierung des Skeletts, wie wir solchen auch bei den rezenten Thalassothamniden durch 'Schröder und Haecker kennen gelernt haben. Bei der Gattung Cyto- cladus rücken die Stacheln schon gelegentlich in zwei Zentren auseinander, was auch bei den meisten Thalassothamnus- Arten der Fall ist.sodaß das große Skelett an dieDoppelspicula der obenerwähnten Sphaerocolliden erinnert. Die monozentrischen Cytocladus und Thalassothamnus -Arten wären demnach die jüngeren Formen und entsprechen den monozentrischen von Stigmosphaera rothpletzii, die älteren dizentrischen Arten jener Gattungen den dizentrischen Formen der letztgenannten Art. Eine andere gg Deutsche Siidpolar-Expedition. monozentrische Form mit sechs Stacheln, bei der die Stacheln aber außerordentlich dick und kräftig ausgebildet sind, bildet Rüst (92, p. 135) auf Taf. VI, Fig. 7 in Stigmosphaera mira ab. Diese würde mit Stigmosphaera rothpletzii zusammen als phylogenetische Vorgängerin der Cubo- sphaeriden angesehen werden können. Im Sinne dieser Betrachtung wären die neuen Cubosphaeriden Centrolonche hexalonche und Centracontium hexaconlarium altertümliche Formen, bei denen die, den Urformen der Cubo- sphaeriden zukommenden, die innere Schale durchsetzenden und von einem (oder zwei) Zentrum ausstrahlenden Radialstäbe zwar in Rückbildung begriffen, (weil sehr zart und dünn) aber noch nicht vollständig geschwunden sind. Bei allen rezenten Sphaeroideen, mit Ausnahme dieser neuen Formen und den von Mast beschriebenen Astrosphaera- Arten mit zentralem Kiesel- fädengerüst, fehlen die inneren, von einem Zentrum ausstrahlenden Stacheln in der innersten Gitter - schale stets. Auch in jenen paläozoischen Schichten finden sich neben den RüsTschen Stigmo- sphaera -Arten alle Sphaerellarien ohne Stachelgerüst in der innersten Schale. Ob nun das zentral vereinigte innere Stachelgerüst als reduzierte. Gitterschale oder als ein Relikt der paläzoischen Sphaerellarien zu deuten ist, ist schwer zu entscheiden, da für beide An- sichten wichtige Gründe vorliegen. Letzteres scheint allerdings in der Mehrzahl der Fälle als das Wahrscheinlichere. Es würfe die letztere Ansicht auch noch ein durch Tatsachen bestätigtes Licht auf die Skelett - bildung der Gitterschalen. Bei den rezenten Sphaerellarien beobachtet man, wenn mehr Gitter- schalen angelegt werden, daß die äußeren Schalen stets von den Stacheln aus, die auf der inneren Schale stehen, gebildet werden. Die Stacheln also sind der Ausgangspunkt für die Skelettbildung, genau so wie bei den einfachsten ältesten fossilen Sphaerellarien auch die e r s t e Gitterschale von den sechs Enden des Doppelspiculums aus gebildet wurde. Als dann der Weichkörper die „Fähig- keit erworben" hatte, die Gitterschale zu bilden, ohne die Stacheln als erste Kristallisationspunkte zu benutzen, wurden diese überflüssig und durch Mutation entfernt oder blieben gelegentlich nur als rudimentäre Gebilde erhalten. Auch für die Astrosphaeriden (siehe diese) läßt sich eine ähnliche Anschauung begründen. Weiter vorn wurde unter Stylosphaeridae auf eine interessante Form hingewiesen Stylacon- tarium bispicvlum n. sp., die man gewissermaßen als Sammeltypus ansehen kann. Da auf der zweiten Schale, von innen gerechnet, die Haupt- und Nebenstacheln stehen, so könnte sie wohl bei dieser neuen Form, welche auf Taf. II Fig. 2 zur Darstellung gelangte, als Primär- schale im Sinne von Mast (10) angesehen werden. Weil nun viele Stacheln (sechs Haupt- und viele Nebenstacheln) vorhanden sind, so zeigt die Art immer noch Astrosphaeriden-Merkmale. Das funktionelle und morphologische. Hervortreten der sechs Hauptstacheln zeigt ihre Zugehörig- keit zu i,\v\\ Cubosphaeriden. Die gänzliche Reduktion der äußeren Stachelenden bei vier dieser sechs Hauptstacheln, die in der äußeren Schale' aufgehen, sodaß nur zwei axial gegenüberstellende Hauptstacheln mit langen Stachelenden über die äußerste Schale hinausragen, zeigt ihre Neigung /.uni Übergang in die Familie der Stylosphaeriden. Hierzu wäre nur notwendig, daß die dicken vier Axialst älie. welche die drei Schalen stützen, auf die Bedeutung und Form der Nebenstacheln herabsinken, während die beiden großen Hauptstacheln erhalten bleiben. Wir hätten damit eine Art, die von den Astrosphaeriden durch die Form «1er Cubosphaeriden hindurch, sich zu einer Poiwsky, Sphaerollarien. 87 Stylosphaeride entwickeln will und auf dem mittleren Wege stehen geblieben ist; ohne Zweifel ein wichtiger Hinweis auf die phylogenetische Entwicklung der Stylo- und Staurosphaeriden aus den Astrosphaeriden über die Cubosphaeriden. Haeckel (87 p. 200) beschreibt in seinem Genus Hexacontarium zwei Arten, bei denen dieser Schritt noch nicht deutlich, sondern nur angezeigt ist. Diese beiden Arten, die das genannte Genus ausmachen, haben sechs Radialhauptstacheln, welche sämtlich über die äußerste, die dritte Gitterschale hinausragen. Sie unterscheiden sich aber derart an Länge voneinander, daß vier kürzere und zwei axial gestellte längere vorhanden sind, wobei die längeren bei Hexacontarium dentatum fünfmal, bei Hexacontarium clavatum dreimal die kürzeren an Größe übertreffen. Was bei diesen beiden in bezug auf die Reduktion der vier Hauptstacheln angedeutet ist, wird bei der neuen Art Stylacontarium bispiculum weiter durchgeführt. Ich habe deshalb für dieselbe die neue Gattung Stylacontarium geschaffen. Der Name möge andeuten, daß die Spezies sich als Cubosphaeride an Haeckels Gattung Hexacontarium anschließt, jedoch überleitet zu den Stylo - sphaeriden. Auffällig ist. daß die beiden HAECKELschen Hexacontarien-Arten, die oben genannt wurden, gleichfalls dreischalig sind, wie die neue Form. In derselben Weise wie hier Hexacontarium und noch besser das neue Genus Stylacontarium von den dreischaligen Cubosphaeriden zu den dreischaligen Stylosphaeriden überleitet, würde das Genus Hexastylarium (mit vier kürzeren und zwei längeren Hauptstacheln) für die einschaligen und das Genus Hexaloncharium für die zweischaligen Cubosphaeriden den Übergang zu den Stylo- sphaeriden vermitteln. Für die vier-, fünf- und sechsschaligen Cubosphaeriden sind solche Uber- leiter noch nicht bekannt geworden. Genus Hexalonche Haeckel 1881, p. 451. Haeckel 1887, p. 179. Cubosphaeriden mit doppelter Gitterschale und sechs gleichgroßen Stacheln. Hexalonche aristarchi H. Textfigur 2. Haeckel 1887, p. 185, Taf. 22, Fig. 3. Cubosphaeride mit zwei konzentrischen kugligen Schalen und sechs gleichlangen Radialstacheln. Die äußere Schale nach Haeckel viermal, in den mir vorliegenden Fällen etwa dreimal so breit als die innere Schale (die in der Figur durch Schraffierung angedeutet wurde). Poren der äußeren Schale nach Haeckel unregelmäßig polygonal und sehr variabel in Größe und Gestalt, zwei bis sechs, bei meinen Exemplaren bis zu zehnmal so breit wie die dünnsten Gitterbalken. Die unregel- mäßig polygonalen Maschen können, wie die Textfigur zeigt, ihre Ecken auch ausrunden, sodaß unregelmäßig rundliche Poren entstehen. Die innere Schale soll nach Haeckel reguläre Sechsecke als Poren besitzen; in einem Falle wollte es mir vorkommen, als ob die Poren dieser Schale auch unregelmäßig polygonal bis rundlich wären. Beide Schalen sind durch dünne Radialstäbe verbunden, die sich gegen die äußere Schale hin verbreitern und in sechs kräftige, breite, pyramidale dreiflüglige Stacheln übergehen. Nach Haeckel sind diese so lang wie der Schalenradius, bei mir nur kaum 88 Deutsche Südpolar- Expedition'. Textfignr 2. Hexalonche aristarchi H. Das voll- ständige Exemplar hat sechs über die äußere Schale hinausragende Stacheln. Die innere Gitterschale wurde schraffiert angedeutet. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m > 650. halb so lang (siehe Textfigur). Ein anderes Exemplar zeigte eine Stachellänge, welche zwischen dieser ge- ringen und der von Haeckel gemessenen lag. Maße: Schalendurchmesser der großen Schale 0,09 — 0,1 mm, der Poren 0,05—0,02 mm; der kleinen Schale 0,025—0.034 mm. Länge der Stacheln 0,03— 0,05 mm. Breite derselben an der Basis nach Haeckel 0.01, nach meinen Exemplaren bis 0,017 mm. Vorkommen : Challenger -Expedition; Nord- Pacifik, Stat. 241. 2300 Faden tief. Deutsche Südpolar- Expedition; 15. Mai 1903, 400 m (Stacheln kurz), 2. Juni 1903 (Stacheln mittellang). Je ein Exemplar. Die von mir gefundenen Individuen weichen etwas in den Größenverhältnissen von den von Haeckel be- schriebenen ab. Die innere Schale ist größer, die äuße- ren Stachelenden sind kürzer, diePorenecken ausgerundet. Hexalonche heteracantha n. sp. Textfigur 3. Zwei kuglige konzentrische Gitterschalen sind durch sechs kräftige Radialstacheln verbunden. Die äußere Schale mit unregelmäßig rundlichen Poren von außerordentlicher Größen Verschieden- heit. Kleine Poren liegen namentlich in der Nähe der Stacheln, so in den Ecken zwischen je zwei Stachelflügeln, sind aber auch über den anderen Teil der Schale zerstreut, der jedoch hauptsächlich von vielen großen ovalen Poren durchsetzt ist. Innere Schale mit rundlichen Poren, die meist kreisförmig und gleichmäßiger im Durchmesser sind, welch letzterer etwa so groß ist wie die trennenden Gitterbalken. Über die innere Schale zerstreut, wenige dornige unregelmäßige Beistacheln, ein Drittel so lang wie der Abstand der beiden Schalen. Die Figur zeigt nur vier Nebenstacheln. Da das Exem- plar zertrümmert und der Weichkörper nicht erhalten war, ist sicher anzunehmen, daß mehr Beistacheln vorhanden waren, die mit dem Weichkörper in den sie eingebohrt waren, ent- fernt worden sind. Ihre Zahl kann aber nicht groß gewesen sein, da sonst die Bruchstümpfe auf der inneren Schale aufzufinden sein müßten. Beide Schalen durch sechs, auch zwischen den Schalen kräftig entwickelte Hauptstacheln ver- Textfigur 3. Hexalonche heteracantha n. sp. Zertrümmertes Exemplar mit wenigen lieistacheln auf der inneren Schale, die für die Art charakteristisch sind. Deutsche Südpolar-Expedition II. September L903, 400m x 4:14. Popofsky, Sphaerellarien. 85) blinden, dieselben sind dreiflüglig und gegen beide Schalen ein wenig verbreitert, namentlich gegen die äußere. Außerhalb der äußeren Schale bilden sie kurze dreiseitige Pyramiden, deren breite Basis einer Seitenfläche gleichkommt. .Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0.13 mm; der inneren 0,086 mm. Länge der Stacheln außerhalb der äußeren Schale 0,022 mm; Breite an dieser Schale 0,02 mm; Länge der Nebenstacheln 0,019 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar -Expedition; 11. September 1003. 400 m. Nur ein Exemplar. Die neue Art würde sich vielleicht inHAECKELsSubgenus/Zm/icmcM/« mit Beistacheln auf der Schale anschließen, unterscheidet sich aber dadurch, daß die Beistacheln hier auf der inneren Schale, dort auf der äußeren Schale angebracht sind. Centrolonclie nov. gen. Cubosphaeriden mit einer Gitterschale, sechs außerhalb kräftig entwickelten Radialstacheln, die im Innern der Schale in einem Zentrum zusammentreffen. Dieses Zentrum ist vielleicht als reduzierte zweite Schale aufzufassen — die Stellung der Gattung wäre dann hinter Haeckels Hexulonche — oder aber, das Stachelgerüst ist. wie weiter oben erörtert, ein rudimentäres Ge- bilde, das bei den ältesten fossilen Cubosphaeriden stets vorhanden war. Dann hätte die Gattung Centrolonche (als einschalig anzusehen) als phylogenetisch älteste Gattung der Familie am Be- ginn derselben vor Haeckels Hexast ylus zu stehen. Centrolonche hexalonche nov. gen. n. sp. Taf. 1 Fig. 1. Eine regelmäßig kuglige Gitterschale mit sehr verschieden großen rundlichen Poren, die mehr oder weniger unregelmäßig kreisförmig bis ellipsoid sind. In manchen großen Poren finden sich noch nach dem Porenlumen zu ein (in der Figur rechts) oder zwei (Figur links) Zähne, welche die Pore durch Balkenneubildung in zwei Poren teilen wollen. Sechs Radialstacheln außen mit breiter Basis auf die Schale aufgesetzt, dreiflüglig pyramidal, kräftig und anscheinend ziemlich lang. Leider sind alle Stacheln abgebrochen, sodaß die wahre Länge nicht festzuteilen ist. Die Stacheln im Innern der äußeren Gitterkugel sind strichdünn und zu einem dünnen punktförmigen Zentrum vereinigt. Die Stellung der Stacheln ist anscheinend nicht regelmäßig wie etwa die drei zu ein- ander senkrechten Achsen der Cubosphaeriden. Die Schale ist mit kurzen, dornigen, unregel- mäßig dünneren und dickeren Beistacheln bedeckt, die vielleicht auf jedem Kreuzungspunkt stehen und hier durch den bei der Konservierung verloren gegangenen extrakapsulären Weichkörper mit entfernt wurden. Maße: Schalendurchmesser 0,112 mm; Porendurchmesser 0.002 — 0,02 mm; Durchmesser der Stacheln an der Stachelbasis 0.01 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition. 18. Stpt. 1903. 400 m. Ein Exemplar. Centracontinin nov. gen. Cubosphaeriden mit zwei konzentrischen Gitterschalen und sechs außerhalb der Schalen kräftig entwickelten Radialstacheln, die im Innern der Schale in einem Zentrum zusammentreffen. Dieses Zentrum kann, wie in der vorigen Art. als rückgebildete Markschale anzusehen sein. Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 12 90 Deutsehe Südpolar-Expedition. Die Gattung wäre also dann von Haeckels Hexacontarium durch Rückbildung der einen Mark- schale abzuleiten, daher auch im System hinter Hexacontarium aufzuführen. Sie kann aber auch als phyletische Vorgängerin der zweischaligen Cubosphaeriden aufgefaßt werden, mit innerem Stachelgerüst, das bei den rezenten Arten stets geschwunden ist. Sie hätte dann ihren Platz am besten vor Haeckels Hexalonche. die sich durch Rückbildung des inneren Stachelgerüstes aus Centracontium herleitet. Centracontiuni hexacontarium nov. gen. n. sp. Textfigur 4. Beide Schalen kuglig und konzentrisch. Äußere Schale von vielen regelmäßigen, gleichgroßen Trichterporen durchbohrt, die am Grunde kreisförmig, außen hexagonal begrenzt sind (hexagonal gerahmte Poren nach Haeckel). Gitterbalken, zwischen je zwei runden Öffnungen gemessen, fast so dick wie die Poren selbst. 14 — 16 Poren kom- men auf einen Viertelmeridian. In jedem Knoten- punkt der hexagonalen Maschen ein langer dünner Beistachel bis zu dreiviertel so lang wie die Hauptstacheln. Dicht unter der äußeren Schale eine zweite aus hexagonalem strichdünnem Maschenwerk gebildet. Alle Maschen dieser Schale sehr klein und mehr oder weniger regel- mäßig. Sechs Hauptstacheln außerhalb der äußeren Schale kräftig entwickelt, dreiflüglig, pyramidal, etwa so lang wie der Schalenradius. Stacheln bei dem einzigen Exemplar leider teil- weise abgebrochen, sodaß ihre Stellung zweifel- haft ist. Hauptstacheln im Innern der beiden Schalen strichdünn, nur dicht unterhalb der äußersten Schale ein wenig verdickt, ebenso gegen das Zentrum hin, in dem die Stacheln sich Textfigur 4. Centracontium hexacontarium nov. gen. nov. spec. I >ie dünnen Stachelteile im Innern treffen sich im Mittelpunkt. Äußere und zierliche innere Schale nur teilweise gezeichnet ebenso auch die Beistacheln. Deutsche Südpolar-Expedition 18. Sept. 1903, 400m -220. an einem etwas dickeren Punkt vereinigen. Das Stachelzentrum zeigt auch, daß sicher sechs Hauptstacheln vorhanden waren. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,236 mm, der Poren 0,006 mm. Länge der Haupt- stacheln 0,133 mm; Breite derselben an der Basis 0,015 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition, 18. September 1903. 400 m. Ein Exemplar. Stylacontarium nov. gen. Cubosphaeriden mit drei konzentrischen Gitterschalen und sechs Radialstacheln, von denen aber nur zwei über die äußerste Schale hinausragen, die anderen vier in dieser endigen. Die Gattung würde sich an Haeckels Hexacontarium anschließen, bei der aber die äußeren Enden der Radialstacheln erhalten bleiben, nur zwei von den sechs länger entwickelt sind als die anderen vier. Popofsky, Sphaerellarien. 91 Stylacontarium hispiculum n. sp. Tat. II, Fig. 2. Deutlich entwickelt drei konzentrische kuglige Gittersehalen. Alle Schalen mit unregelmäßig, gelegentlich auch regelmäßig runden Poren von etwa gleicher Größe. Nach dem Rande zu werden auf der äußeren Schale auch Poren von ausgerundet polygonaler Form sichtbar, sodaß die Art sicher auch mit polygonalem Netzwerk um die Poren vorkommt. Die innerste Schale etwa halb so groß als die mittlere, diese wiederum ein Viertel so breit als die äußerste. Diese ist an den Staehel- insertionspunkten zweier Hauptstacheln (in der Figur Tai. II, Fig. 2) links und rechts eingesenkt; ob die beiden anderen Radialstäbe, von denen man nur einen in der Mitte auf die Spitze sieht, ebenso in eine Beule der Schale einmünden, ist fraglich. An den linken und rechten Radialstäben erkennt man. daß sie kurz vor der Obeifläche der äußersten Schale sich in stumpfem Winkel gabeln, wo- durch die Einbuchtung in der Schale entsteht. Seitlich von diesen Gabelästen liegen dann die ersten. .Aspinal"poren (siehe Acanthophracten) und nach Bifurkation der Gabeläste bilden sich dann die nächsten Poren aus. was deutlich an dem mittelsten Radialstabe sichtbar wird. Zwei der Radial- hauptstäbe verlängern sich, in einer Achse sich gegenüberstehend, zu zwei konischen, vielleicht auch etwas komprimierten Stacheln, welche am Insertionspunkt der äußersten Schale etwas dünner, dann bis zur Mitte an Breite zunehmend, in eine feine Spitze auslaufen. Diese beiden Stacheln erreichen mit ihren äußeren Enden nicht ganz die Länge des Radius der größten Schale. Alle sechs Hauptstacheln stehen genau in drei aufeinander senkrechten Achsen. Die mittlere Schale trägt noch eine Anzahl Beistacheln, die in ihrem morphologischen Verhalten sich den Radialstäben anschließen, indem sie sich an den Enden gabeln. Es wollte mir scheinen, als ob einige dieser Neben - stacheln auch mit der äußersten Schale in Verbindung träten. Die festgestellte Zahl von nur etwa 12 Nebenstacheln ist sicher bei dem intakten mit vollständigem Weichkörper versehenen Indi- viduum größer. Diese Nebenstacheln treten vielleicht zur Bildung eines eigenartigen Netzwerkes zusammen, wie es Mast (1910. p. 171 Fig. 20) für Heterosplmem tenuis abbildet und wie es unsere Textfigur 5 für Hexaci'omyum degans wiedergibt. Maße : Durchmesser der äußeren Schale 0.12 mm, der mittelsten Sehale 0.034 mm. der innersten 0.014 mm. der Poren bis 0,015 mm. Stacheln außerhalb der äußeren Schale 0,066 mm lang, größte Breite derselben 0.006 mm. Breite der Gitteräste der äußersten Schale 0.003 mm. Vorkom m e n : Deutsche Südpolar-Expedition, 15. Mai 1903. 400 m. Ein Exemplar. Mast fand (10. p. 138), daß zwischen Stacheln mit dreikantigem und solchen mit rundem Querschnitt bei Astrosphaeriden ein wichtiger Unterschied besteht, indem die ersteren sich niemals, die letzteren jedoch oft in Äste auflösen und sich dabei dichotom gabeln. Auch bei unserem Styla- contarium sind runde Hauptstacheln vorhanden, von denen sich vier durch dichotome Gabeluni; in der Gitterschale auflösen. Überhaupt scheint bei vielen Spumellarien ein durehgreif ender Unterschied im Schalenbau zu bestehen, je nach der Art des Querschnittes der Stacheln. Ist derselbe dreikantig oder drei- flüglig, so werden stets drei Aspinalporen zuerst in den Winkeln der Flügel liegen und drei Primär- gabeläste gebildet, während die Stacheln mit rundem Querschnitt, falls sie völlig rund sind, vier oder nur zwei Primära pophysen ansetzen, wobei vier und zwei Aspinalporen zwischen den Lücken der Gabeläste gebildet werden (vgl. auch Acanthophractidon). V2* 92 I leutsche Siidpolar-Expedition. Genus Hexacomyum Haeckel 1881, p. 453. Haeckel 1887. p. 201. Cubosphaeriden mit vier konzentrischen Gitterschalen und sechs gleichlangen Stacheln. Hexacroinyum elegans H. Textfigur 5—7. Hexacromywm elegans H. 87, p. 201, Taf. 24, Fig. 9. Cubosphaeridae mit vier konzentrischen Schalen, alle kuglig und mit unregelmäßig rundlichen Poren, die auf einer Schale nicht sehr verschieden an Größe sind, die Poren der dritten Schale, von innen gerechnet, meist hexagonal oder polygonal ge- rahmt; von den Knotenpunkten der Rahmen er- heben sich nadelartige Beistacheln, die sich verzwei- gen und eine zierliche aus lauter Bögen bestehende vierte Schale bilden. Die Radialstacheln beteiligen sich nicht am Aufbau der vierten Schale. Sechs Hauptstacheln außerhalb der dritten Schale kräftig, dreiseitlich pyramidal, mit eingewölbten Seiten- flächen, bis dreifliiglig. Von der dritten Schale nach innen zu nehmen sie etwas an Dicke ab, um zwischen der zweiten und ersten Schale zu dünnen Kieselfäden zu werden. Die Stacheln sollen an der dritten Schale ihre größte Breite besitzen, welche dem Durch- messer der innersten Schale gleichkommt. In allen mir vorliegenden Individuen war die Stachelbreite stets geringer, meist nur halb so groß, wie der Durch- messer der Innenschale. Die Text Agaren 6 und 7 fasse ich als Entwicklungsstadien zu unserer Art auf. Texfigur 5. Hexacromyum elegans H. ]>ie beiden inneren Schalen nur angedeutet. Äußere Schale und deren Hülle nur teilweise gezeichnet. Fast vollständig entwickeltes Individuum. Deutsche Siidpolar-Expedition 2. Juni 1903. x 434. Maße: Durchmesser der vier Schalen von innen nach außen 0,02; 0.0461— 0,05; 0,1 1—0,15; 0,16— 0,2mm. Länge der Stacheln 0,07 — 0.1 mm; größte Breite 0,017— 0,02 mm. Die ge- ringeren Maße geben die für das in Textfigur 5 gezeichnete Individuum, die höheren Zahlen die Größenverhältnisse nach Haeckel an. Vorko m m e n : Challenger- Expedition: Zentral - Pacifik, Station 271. Oberfläche. Deutsche Siidpolar- Expedition: Das vollständig ent- wickelte Tier wurde seltener gefangen, 2. Juni 1903, 26. August 1903, 200m; Textfigur G. Hexacromyum elegans H. Entwicklungsstadium, dem die äußere Hülle fehlt. Stacheln zum Teil abgebrochen. Innere Schalen nur angedeutet. Deutsche Siidpolar-Expe- dition 2. Juni 1903. 434. Textfigur 7. Hexacromyum ele- gans H. Jüngeres. Entwicklungs- stadium, bei dem die dritte Schale in Form von Gabelapophysen an- gelegt ist. Deutsche Siidpolar- Expedition 2. Juni 1903. x4.".l. Popofsky, Sphaerellarien. 93 Individuen mit drei Schalen, die den Maßen für unsere Art entsprechen und noch ungeteilte Bei- stacheln besaßen, fanden sich am 15. Mai 1903, 400 m; 11. August 1903, 200m (zwei Exemplare). Exemplare mit drei Schalen und in Form von Höckern angedeuteten Beistacheln, in den Fängen vom 20. August 1903, 400 m; 2. Juni 1903 (drei Exemplare) und 13. Oktober 1903, 200 m. Stadien wie Textfigur 7 kamen vor am 6. Juni 1903 und 8. August 1903 50 m. Wo nichts Besonderes ge- sagt ist, gilt immer, daß nur ein Exemplar gefischt wurde. Wegen der geringeren Stachelbreite könnte man die gefundenen Formen vielleicht Hexa- cromyurn quadrigatum H. zuweisen. Sie entspricht aber in ihren sonstigen Größenverhältnissen Hexacromyum efegans. Jene Art besitzt noch bedeutend größere Maße als H. elegans. Wie die Übersicht über das Vorkommen der Art zeigt, wurden alle in den drei Textfiguren zur Darstellung gekommenen Entwicklungsstadien von der Südpolar-Expedition gleichmäßig häufig angetroffen. Die bei gleicher Vergrößerung gezeichneten Figuren zeigen ohne weiteres die Zu- sammengehörigkeit der drei Stadien zu einer Art. Auch finden sich in dem Fang vom 2. Juni 1903 alle drei Stadien nebeneinander. Der Abstand des Stadiums von Textfigur 7 (mit erst zwei Schalen) zu dem vollständigen Tier (Textfigur 5. mit vier Schalen) ist ein sehr weiter, sodaß eine momentane, vollständige Anlage des Skelettes, wie eine solche neuerdings wieder von Mast für Astrosphaeriden angegeben wird, äußerst unwahrscheinlich erscheint. Es ist demnach möglich, daß einige der schon beschriebenen Cubosphaeriden -Arten mit weniger entwickeltem Skelett zu unserer Art als Entwicklungsstadien gehören und einzuziehen wären. Familie Astrosphaeridae H. 87,p. 206. Mast 1910 ff. Einzeln lebende Spumellarien mit mehr als acht Stacheln auf der Oberfläche der kugligen Schale. Mast (10) hat neuerdings eine Bearbeitung dieser wichtigen Familie erscheinen lassen, die unsere Kenntnisse der Gruppe wesentlich vertieft hat. Ich habe dem dort Wiedergegebenen außer einer Reihe von neuen Arten, die an der von Mast aufgestellten Einteilung der Familie nicht viel ändern, nur wenig hinzuzufügen. Nach Mast läßt sich die Familie in folgende Unterfamilien einteilen: 1. M o n o s p h a e r i n a c. Formen mit einer Schale, der Primärschale. 2. A c t i n o s p h a e r i n a e. Arten mit mehreren Schalen, die äußerste, derbe, ist die Primär- schale, die anderen sind Markschalen. 3. Heterosphaerinae. Mehrere Schalen, von den Actinosphaerinae dadurch unter- schieden, daß Nebenstacheln vorhanden sind, entweder auf der Primärschale oder auf einer Mark- schale; diese bilden eine Sekundärschale. 4. Arachnosphaerinae. Außerhalb der Primärschale eine oder mehrere Tertiärschalen. 5. Spongosphaerinae. Die Badialstacheln bilden außerhalb der Primärschale ein spongiöses Netzwerk, letzteres kann auch allein vorhanden sein. Die Primärschale zeichnet sich durch besondere Derbheit aus und gilt als Hauptstütz- punkt der Stacheln. Sekundärschalen entstehen als Außenschalen durch Verästelung stets kreisrunder Nebenstacheln, welche sich nicht über dieselbe hinaus fortsetzen. 94 Deutsche Siklpolar-Expedition. Terti ä rschalen bilden sich aus Seitenästen der Hauptstacheln. Im folgenden soll diese Einteilung und Bezeichnung beibehalten werden. Mast spricht die Astrosphaeriden im allgemeinen als Warmwassertiere an. Aus den ant- arktischen Meeren kennt er nur die vonHAECKEL dorther beschriebenen sechs Arten. Ich habe denselben (Pop. 08, p. 211 ) neun neue Formen und eine neue Gattung zugefügt, die von der Deutschen Südpolar-Expedition in südlichen Kaltwässern erbeutet wurden. Bei der Betrachtung der Cubosphaeriden wurde darauf hingewiesen, daß kürzlich durch Mast (10) Astrosphaeriden bekannt geworden sind, bei denen die innere Markschale nur noch durch einige wenige Verzweigungspunkte der Stacheln angedeutet war. Mast erklärt diese Erscheinung als eine in Rückbildung begriffene Markschale, hervorgebracht dadurch, daß die äußere Primärschale kräftiger ausgebildet wurde, die innere Markschale funktionell ersetzte und damit übelflüssig machte. Arten, bei denen die Markschale außerordentlich unregelmäßig ist und durch ein Geflecht von nicht in einer Kugeloberfläche liegenden Kieselfäden gebildet wird, sind von mir schon (1908) in Cladococcus aquaticus und Lonchosphaera spicata beschrieben worden. In der vorliegenden Arbeit ist auf Tai. VIII Fig. 3 eine derartige Astrosphaeride mit außerordentlich unregelmäßiger, aus einem wirren Geflecht bestehenden Markschale dargestellt. Diese zeigen uns offenbar den Weg, wie die Markschalen bei weiterem unregelmäßigen Aufbau und Rückbildung allmählich ver- schwinden können. Ich schließe mich in den von Mast angeführten Fällen daher dieser An- sicht an. Arten, bei denen, wie bei den von mir weiter vorn beschriebenen Cubosphaeriden, die Mark- schale nur durch den zentralen Vereinigungspunkt der Stacheln angedeutet ist, sind von Mast nicht gesehen worden. Rüst (92) beschreibt aber eine solche aus dem paläozoischen Carbon des Harzes als Stigmosphaera suspecta. Dieselbe besitzt acht oder mehr kräftige Stacheln, die im Innern der Markschale zusammenstoßen. Sodann erwähnt Haeckel (87 p. 68) ein Genus Stigmosphaera mit der Art Stigmosphaera actinocentra, in deren Markschale sich zwölf dünne Stacheln zentral vereinigen. Schon Haeckel weist, wie Mast bei anderen Astrosphaeriden darauf hin, daß diese einschalige Art aus dem doppelschaligen Genus Carposphaera, durch Verlust der Markschale abge- leitet werden könnte. Danach wäre dann der zentrale Vereinigungspunkt der Stacheln ein sekun- däres Produkt, durch Rückbildung in jüngerer Zeit erst entstanden. Entgegen dieser Ansicht hat die andere Möglichkeit viel für sich, daß die Stacheln innerhalb der Markschale und das Stachelzentrum das primäre, Altertümliche darstellen, was zuerst vom Mittelpunkt des Weichkörpers aus gebildet wurde. Durch Apophysen entstanden dann von diesen ans eine oder mehrere Gitterschalen, die dann bei den meisten rezenten Radiolarien. später ohne Beihilfe von zuerst angelegten Stacheln, ausgeschieden wurden. Die von Rüst beschriebene Stigmo- sphaera suspecta zeigt demnach noch die Entstehungsweise der Gitterschalen, vor allem aber auch der MarkschälenJ von den Stacheln aus. Haeckels Stigmosphaera actinocentra wäre dann eine altertümliche Form, die als eine der wenigen rezenten Radiolarien die Stacheln und das Stachel- Zentruta im Innen) der Markschale noch nicht rückgebildet hat. was bei den meisten rezenten Sphaerellarien geschehen ist. Die verhältnismäßig schwache Ausbildung der zentral vereinigten Stacheln, wie sie bei den Centrolonche-, Centracontium- Arten, Stigmosphaera actinocentra, und den von .Mast beobachteten Astrosphaeriden vorhanden ist. läßt im Gegensatz zu der kräftigen Anlage Popofsky, Sphaerellarien. 95 derselben bei den fossilen Sphaerellarien: Stigmosphaera suspecta, Stigmosphaerostylus notabilis Rüst auf ein in Rückbildung begriffenes Skelettstück schließen. Damit läßt sich dann das Skelett der Astrosphaeriden auch auf die Doppelspicula zurückführen, indem die acht Stacheln der Stigmosphaera suspecta z. B. den acht Enden eines Doppelspiculums entsprechen, das an jedem Ende vierstrahlig ist und den Yerbindungsbalken zurückgebildet hat. Wenn mehr innere Stacheln als acht auftreten, so braucht man sich nur die Zahl der Äste an den Enden desSpiculums vermehrt zu denken, wobei wir (wie Jörgensen(üo) und ich (08) kürzlieh gezeigt haben) in dem auf das Tripodium zurückführbaren Skelett der Monopyleen ein Beispiel halten, wie die ursprünglichen vier Äste des Tripodiums durch akzessorische Stacheln allmählich vermehrt werden können. Doch ist es nicht immer notwendig, die größere Anzahl der Radialstacheln (acht oder mehr) bei den heutigen Astrosphaeriden nach der eben erwähnten Anschauung entstanden zu denken. Die von Rüst beschriebene Acanihosphaera entactinia aus dem Carbon des Harzes zeigt uns noch einen anderen Weg. Sie besitzt eine starke Gitterkugel mit zwanzig gleichstarken Stacheln auf der- selben. Im Mittelpunkte stoßen jedoch sechs dünne Kieselfäden zusammen (R. 92, p. 147, Taf. XIII, Fig. 1.) Die vergrößerte Stachelzahl ist also erst sekundär auf der Schale entstanden; ursprünglich echte Stacheln sind nur sechs vorhanden (die Stacheläste des Doppeldreistrahlers). Diese führen zur Bildung der Gitterschale, die nun ihrerseits die sekundären Stacheln in beliebiger Zahl zu pro- duzieren vermag. Für die Herleitung der Familien Cubosphaeridae. Stylosphaeridae, Staurosphaeridae, Astro- sphaeridac ergäbe sich demnach folgendes: Das Ursprüngliche ist jedenfalls, daß die sechs inneren Stacheln des Doppeldreistrahlers sich auch außerhalb der Gitterschale fortsetzen, so daß Cubosphaeriden entstehen; bei den rezenten Arten der Familie ist dann fast immer das innere Stachelgerüst der Markschale^geschwunden. Werden von den sechs kräftig entwickelten inneren Stacheln nur zwei äußerlich fortgesetzt, wie bei Rüsts Stigmosphaerostylus notabilis (Rüst 92 p. 142 Taf. X, Fig. 1) so entstehen Formen, die man als Stammformen der Stylosphaeridae bezeichnen könnte und die durch Rückbildung des inneren Stachelgerüstes der Markschale unsere rezenten Mitglieder der Familie hervorgehenließen. Daß auch die mit vier kreuzständigen Stacheln ausgestatteten Staurosphaeriden solche Vorfahren hatten, welche in der ersten innersten Markschale ein solches Stachelgerüst besaßen, darauf scheint mir Rüsts fossiler Lithelius difficilis aus dem Carbon des Harzes hinzudeuten, bei dem die innerste Schale deutlich von vier auch äußerlich verlängerten Stacheln durchsetzt wird (siehe Rüst 92 Tai. XXVI. Fig. 1,2). Die Astrosphaeriden endlich können auf zwei Wegen sich aus Cubosphaeriden entwickelt haben. Die inneren sechs Stacheln sind entweder durch akzessorische Stacheln vermehrt und dann außerhalb fortgesetzt und innen reduziert worden, oder es bleibt die Zahl sechs innerhalb der Markschale, und außerhalb derselben werden neue Sekundärschalen in größerer Zahl aufgesetzt, während die inneren sechs Stacheln verschwinden. Unterfaniile Monospliaerinae Mast 1910, p. 155. Astrosphaeriden mit nur einer Primärschale. gg Deutsche Südpolar-Expedition. Genus Acantosphaera Ehrenberg 1858, p. 12. Haeckel 1887, p. 209. Mast 1910, p. 155. Astrosphaeriden mit einer Schale und einfachen, unter sich gleichen Radialstacheln. Acanthosphaera pentagonalis n. sp. Textfigur 8. Die sehr kleine Schale besteht aus dünnen Gitterästen, die Fünf- und Sechsecke mit sehr weiten Maschen bilden. Im ganzen etwa 20 Poren. In jedem Knotenpunkt erhebt sich ein kurzer, dornartiger Stachel, im ganzen etwa 40 solcher Stacheln. M a ß e : Schalendurchmesser 0,027 mm. Durchmesser der Poren 0,011 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903. 400 m. Zwei Exemplare. Die Art ist die kleinste der bisher bekannten Acanthosphaera-Aiten. Sie er- TextfigurS. Acan- j nner t a n Haeckels Acanthosphaera macropora, besitzt aber keine runden hexa- thosphaera penta- . . . gonalis n. sp. gonal gerahmten regelmäßigen Poren, der Durchmesser ist nur em Drittel so groß Deutsehe Südpolar- w i e dort und die Stacheln kürzer. ,-ono inn" o~n Die Kleinheit der Art läßt vermuten, daß eventuell ein Entwicklungsstadium 1 no:i, 400 m >;6o0. einer anderen Astrosphaeride in ihr vorliegt, von der sie die innerste Schale bilden würde. Solche Spezies, deren innerste Schale einen derartigen Durchmesser und polygonale Poren besitzen, sind unter den höher entwickelten Astrosphaeriden häufig. Acanthosphaera marginata n. sp. Tai. I, Fig. 2. Die kleine runde Schale wird von im Querschnitt flach dreieckigen Gitterästen gebildet, die sich zu mehr oder weniger regelmäßigen Sechs-, seltener Fünfecken zusammenfügen. Die Maschen sind groß, bis zu achtmal so breit wie die trennenden Gitteräste, die nach außen in eine Kante auslaufen, sodaß die Poren unregelmäßig polygonal gerahmt erscheinen. Die Ecken des Porenlumens können mehr oder weniger ausgerundet sein. Auf vielen Knotenpunkten, vielleicht auf allen, stehen Stacheln ; von verschiedener Länge. Die längsten sind etwa so groß wie der Schalenradius, die kürzesten etwa ein Drittel so lang. Die Stellung der Stacheln fiel nicht immer in die radiäre Richtung, wie das sonst bei den Astrosphaeriden der Fall ist. M a ß e : Durchmesser der Schale 0.052 mm. Länge der Stacheln 0,01 — 0.023 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition. 11. September 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die verschiedene Länge di^v Stacheln könnte diese kleine Acanthosphaera vielleicht in das Genus Heliosphaera verweisen. Da aber hier nicht zwei verschiedene Arten von Stacheln. Haupt - und Nebenstacheln vorliegen, sondern offenbar verschiedene Entwicklungsstadien einer Stachelart, so ist sie besser zu den Acanthosphaera zu stellen, da von den kleinsten bis zu den größten Stacheln alle Übergänge vorkommen. Popofsky, Sphaerellarien. 97 Acantbosphaera circopora n. sp. Textfigur 9. Die kuglige, dünne Schale ist von regelmäßig kreisrunden Poren durchsetzt, die hexagonal gerahmt sind. 8—10 Poren auf einem Halbmeridian. Alle Poren ungefähr gleich groß. Die Poren etwa sechsmal so breit wie die Gitteräste. Von den sechs Knotenpunkten, die um eine Pore herum an- geordnet sind, sind je drei miteinander abwechselnde mit Stacheln besetzt. Diese sind ziemlich kräftig und, da die drei in einem Punkt zusammenstoßenden Rahmenkanten sich auf sie fortsetzen, drei- kantig pyramidal mit etwas holden Seitenflächen. Maße: Schalendurchmesser 0,074 mm, Durchmesser der Poren 0,012 mm. Länge der Stacheln 0,02 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition, 2. Juni 1903. Zwei Exemplare. Die Art steht üä-eckels Acanthosphaera dentata am nächsten. Ihre Poren sind aber größer, die Gitteräste dünner. Radialstacheln erheben sich nicht von allen, sondern nur von der Hälfte der Knotenpunkte. Die Radialstacheln sind kürzer und nicht mit gesägten Kanten versehen. Textfigur 9. Acanthosphaera circopora n. sp. Stacheln mir teilweise gezeichnet, um jede Pore drei. Deutsche Südpolar-Expedi- tion 2. Juni 1903, x 434. Acanthosphaera insignis R. Hertwig. Taf. I, Fig. 3. Heliosphaera insignis R. Hertwig 18^9, p. 40, Taf. 5, Fig. 7. Acanthosphaera insignis Haeckel 1887, p. 212. Acanthosphaera insignis Mast 1910, p. 156. Schale sehr dünn, mit mehr oder weniger regelmäßigen hexagonalen Maschen, deren Ecken abgerundet sein können. Poren zehnmal so breit wie die Gitteräste. Über die Schale verbreitet, nicht regelmäßig gestellt, 100—120 Stacheln, welche dreikantig und fein gezähnt sind. Die Stacheln sind so lang wie der Schalendurchmesser; bei dem auf Tai. I, Fig. 3 dargestellten Exemplar waren sie etwas kürzer. Maße: Schalendurchmesser 0.2 mm, Porendurchmesser 0,02 mm, Breite der Gitterbalken 0,002—0,003 mm; Stachellänge 0,17—0,18 mm. Vorkommen: Messina (Hertwig) ; Challenger-Expedition, Stat. 325, 347, Atlantik, Indik (Cey - Ion); Pacifik, Stat. 270— 274. Valdivia: Atlantik. Indik häufiger angetroffen. Deutsche Südpolar-Ex- pedition 18. September 1903, 400m. Drei Exemplare. 21. September 1903, 400 m. Ein Individuum. Eines der Exemplare meines Materiales hatte bedeutend weniger Stacheln, dieselben waren dafür aber um so länger, der Schalendurchmesser geringer. Ein anderes Individuum zeigte ein strichdünnes Gitterwerk und sehr dünne Stacheln, an denen die Zähne kaum erkenntlich, das Skelett also erst noch in Bildung begriffen war. Acanthosphaera dodecastyla. Mast. Taf. II, Fig. 1; Taf. III, Fig. 1. Acanthosphaera dodecastyla, M\st 1910, p. 156, Fig. 1. Schale mäßig dick bis dick mit mehr oder weniger regelmäßigen rundlichen Poren, die kräftig mit hohen Kanten hexagonal gerahmt sind. Stacheln 10 bis 12 mit breiter Basis der Schale auf- sitzend, so breit wie eine Pore, doppelt so lang wie der Schalenradius. Deutsche SUdpolar-Ei-peilition. XIII. Zoologie V. 13 98 Deutsche Siidpolar-Expedition. Maße: Schalendurchmesser 0,06—0,065 mm, Porendurchmesser 0,012—0,014 mm, Breite der Gitterbalken 0,004—0,005 mm, Länge der Stacheln 0,1 mm, Breite derselben an der Basis 0,015—0,02 mm. Vorkommen: Valdivia, Stat, 214, Deutsche Siidpolar-Expedition, 11. September 1903, 400 m. Zwei Exemplare. Bei meinen beiden Exemplaren war die Schale an Durchmesser, Balkenbreite und Porenlumen etwas größer, die Stacheln dagegen um ein Viertel geringer an Breite und wahrscheinlich nur zehn davon vorhanden. Auf Tai. II, III, Fig. 1, 1 wurden beide zur Ansicht gebracht. Die Figur auf Tai. III, 1 stellt wahrscheinlich ein verkrüppeltes Individuum dar, indem einige Stacheln kurz bleiben und unregel- mäßige Begrenzung zeigen. Ein Stachel (links oben in der Figur) ist nicht dreikantig und kräftig, sondern dünn und konisch, außerdem schienen einige Knotenpunkte in diesem Falle zu kurzen Bei- stacheldornen ausgezogen zu sein (siehe Figur oben rechts). Genus Heliosphaera Haeckel 1862, p. 350. Haeckel 1887, p. 217. Mast 1910, p. 157. Astrosphaeriden mit einer Schale, Haupt- und Nebenstacheln. Heliosphaera radiata n. sp. Textfigur 10. Schale mit regelmäßigen sechseckigen Maschen, diese fünfmal so breit wie die Gitterbalken. Etwa 16— 20 Hauptstacheln, dreikantig, drei Viertel so lang wie der Radius, breit und kräftig, pyramidal. Nebenstacheln dornig, höchstens ein Drittel so lang wie die Hauptstacheln, zu vielen über die Schale verteilt. Maße: Schalendurchmesser 0,115 mm, Porendurchmesser 0,01 mm, Gitterbalken 0,002 bis 0,003 mm, Hauptstacheln lang 0,046 mm, Nebenstacheln lang 0,01 mm, Hauptstacheln breit an der Basis 0,015 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, 15. Mai 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die Art steht Heliosphaera hexagonaria H. am nächsten, ist aber nur halb so groß und hat höchstens 20, nicht 40 Haupt- stacheln. Die Gitterbalken sind bei Heliosphaera radiata viel klüftiger und die Hauptstacheln länger. Textfigur 10. Heliosphaera radiata n. y on Heliosphaera octacantha Mast ist sie durch die größere sp. Schalt' und Stacheln nur teilweise . gezeichne.. Deutsche Südpolar-Expedi- Stachelzahl und den kleineren Schalendurchmesser unter - tion 15. Mai 1903, 400mx434. schieden. Genus Cladococcus J. Mülle r. 1856, p. 485. Haeckel 1887, p. 223. Mast J910, p. 158. Einschalige Astrosphaeriden, deren Stacheln unverzweigte oder verzweigte Seitenäste tragen. Stachelstamm stets unverzweigt. Popofskv, Sphaerellarien. 99 Cladococcus irregnlaris n. sp. Taf. III, Fig. 2. Schale kuglig, von unregelmäßig rundlichen, verschieden großen Poren durchsetzt, diese ein- bis dreimal so breit wie die Gitterbalken, 6 — 7 auf einem Viertelkreis. 30 — 40 Radialstacheln, bis doppelt so lang wie der Durchmesser der Schale, mit breiter Basis der Schale aufgesetzt, dann etwas verdünnt, an Stärke gleich bleibend, bis etwa zur Hälfte der Länge, wo die ersten Seitenäste ab- gehen. Die Seitenäste entspringen alle in verschiedener Höhe und sind unverzweigt, zwei bis vier an einem Stachel, die ersten Seitenäste sind die längsten, die vom Stamm zuletzt abzweigenden die kürzesten. Der Stachelstamm bleibt als feine Spitze bis an das Ende erhalten. Stacheln und Seitenäste dreikantig. M a ß e : Schalendurchmesser 0,063 mm, Poren- durchmesser bis 0,006 mm, Länge der Stacheln 0.1 mm. Breite derselben an der Basis 0,005 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, Indischer und Atl. Ozean, 2. Juni 1903; 6. Juni 1903; 11. und 20. Sept. 1903, 400 in. Je ein Exemplar. Die Art erinnert an Cladococcns scoparius H. Sie hat aber keine "regelmäßigen Poren, doppelt so viel Stacheln, die nur zweimal so lang wie der Schalen- durchmesser sind' (nicht dreimal) und ihre Stacheln tragen unverzweigte Seitenäste, welche auch in ge- ringer Anzahl vorhanden sind. Die übrigen Cladococ- ctts-Arten haben alle eine viel größere Schale. Cladococcus pinetum H. var. octacantha n. var. TYxtfigur 11. Cladococcus pinetum, H. 1887, p. 226, Tal. 27, Fig. 1. Cladococcus pirietum, Pop. 1908, p. 212, Taf. XXII, Fig. 1. Eine ausführliche Beschreibung der Art findet sich Pop. 1908, 1. c. Ich habe hier nur hinzuzufügen, daß die Stacheln des antarktischen Exemplares, welches dort beschrieben wurde, etwas kürzer waren, sowie, daß die vielfach verzweigten Seitenäste der Stacheln ein kugliges dichtes Geflecht bilden können, bei dem aber die Verzweigungsprodukte eines Stachels von denen des benachbarten deutlich getrennt bleiben. Haeckel selbst hat ein Jugendstadium in seiner Figur (1. c.) abgebildet, deshalb wurde das vollständige Tier hier zur Darstellung gebracht. Die Anzahl der Stacheln betrug hier sicher nur acht, gegen zwanzig, wie Haeckel beschreibt und wie sie das von mir aufgefundene antarktische Exemplar besaß. Ich möchte daher, da sonst völlige Übereinstimmung Textfigur 11. Cladococcus pinetum var. octa- cantha nov. var. Wenigstachlige Varietät mit nur 8 Stacheln (gegen 20 sonst). Vollständig entwickeltes Skelett. Von Haeckel hisher nur Jugendstadien beschrieben und abgebildet. Deutsche Südpolar- Expedition 8. Aug. 1903, x 330. 13* 100 Deutsche Südpolar-Expedition. in Maßen und im Bau mit dem Typus herrscht, diese Form wegen der geringen Stachelzahl als Varietät octacantha abgliedern. Cladococcus erinaceus n. sp. Textfigur 12. Die kuglige Schale wird von regelmäßigen, hexagonalen Poren durchsetzt, wovon etwa fünf auf einen Viertelmeridian entfallen. Die Poren sind achtmal so breit wie die dünnen Gitterbalken. Ungefähr zwanzig bis dreißig Hauptstacheln, welche auf den Knotenpunkten stehen, sind prismatisch, dreikantig bis dreiflüglig, an der Spitze konisch. Das untere Drittel der Stacheln hat keine Seitenäste, von dort an, un- gefähr gleichmäßig voneinander entfernt, treten vier bis sechs Quirle von wiederholt verzweigten Seitenästen auf, die wahrscheinlich eine ähnliche, wenn auch nicht so dichte zweite Skeletthülle wie bei Cladococcus pinetum bilden (siehe Textfigur 11). Diejenigen Knotenpunkte, welche nicht von Hauptstacheln besetzt sind, tragen jeder einen kurzen, konischen Nebenstachel, der radial gerichtet ist. Maße: Schalendurchmesser 0,07 mm, Porendurch- messer 0,014 mm. Stachellänge 0,12 mm, Breite derselben 0,005 mm, Länge der Nebenstacheln 0,009 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m, 18. September 1903, 400 m. Ind. u. Atl. Ozean. In der Figur sind nur wenige Stacheln gezeichnet, die übrigen waren abgebrochen. Die Art erinnert in den Größenverhältnissen an Cladococcus viminalis H., wofür noch sprechen könnte, daß Mast (1910, p. 159) auch bei dieser Art gelegentlich Nebenstacheln antraf. Sie besitzt jedoch keine fein gezähnten Kanten und ein regelmäßig sechseckiges Maschenwerk. Textfigur 1 2. Cladococcus erinaceus n. sp. Stacheln nur teilweise gezeichnet. Das Gitter- werk, welches durch Verästelung von Seiten - apophysen der Stacheln entsteht, ist wahr- scheinlich zum Teil abgebrochen, also sonst dichter. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 434. Geniis Elapliococcus Haeckel 1887, p. 227. Astrosphaeridae mit einer Gitterschale und dichotom gegabelten Radialstacheln. Elapliococcus gaussi n. sp. Tai. VI, Fig. 1. Poren alle etwa gleich groß, rund, vielleicht hervorgegangen aus hexagonalen Poren, deren Ecken ausgerundet wurden. Poren sechs- bis achtmal so breit wie die Gitterbalken. Radialstacheln dreißig bis vierzig, zylindrisch, mit den Ästen höchstens so lang wie der Schalendurchmesser. Die Stacheln stehen zum Teil in den Knotenpunkten des Maschenwerks, zum Teil auch auf den Mitten der Gitterbalken. Der Stachelstamm im äußeren Teil selten einmal, meist zweimal dichotom ge- gabelt. Die Enden der Gabeläste liegen ungefähr auf einer Kugelschale. Die ganze Schale mit kurzen, dornartigen, konischen Beistacheln besät, welche stets auf den Mitten der Gitterbalken angebracht sind. Popofsky, Sphaerellarien. 101 Maße : Schalendurchmesser 0,077 mm, Porendurchmesser 0,012 mm, Länge der Stacheln 0,064 mm. Breite 0,003 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, 15. Mai 1903, 400 ni. Drei Exemplare. Der Verzweigung der Stacheln nach steht die neue Art Haeckels Elaphococcus furcatus am nächsten und zwar so wie sie Mast (1910. p. 162) beschreibt, wo nicht an allen Knotenpunkten Stacheln standen und dieselben ein- bis zweimal dichotom verästelt wurden. Auch die Neben - stacheln auf den Mitten der Balken werden dort schon angegeben. Sie unterscheidet sich aber von ihr außer durch geringeren Poren- und Schalendurchmesser und die runden Poren dadurch, daß auch ;lie Hauptstacheln alle auf den Mitten der Balken stehen. Ich bin überhaupt geneigt anzu- nehmen, daß Haeckels Art. nach seiner Diagnose, völlig für sich getrennt gehalten werden muß von der Form, die Mast mit zu Haeckels Art hinzubeschrieben hat. Masts Diagnose paßt besser auf die neue Art Elaphococcus guussi. Von Elaphacoccus cervicornis, deren Maße sonst für Elaphacoccus gaussi zutreffen, ist sie durch die geringe Verzweigung der Stacheln zu unterscheiden. Unter-Fani. Actinosphaerinae Mast 1910, p. 162. Astrosphaeriden mit Primärschale und einer oder mehreren Markschalen. Genus Haliomma Ehrenberg 1838, p. 128. Haeckel 1887, p. 230. Mast 1910, p. 162. Astrosphaeriden mit zwei Schalen, die durch Stacheln verbunden sind. Mal in ni m ;i acanthophora n. sp. Textfigur 13. Die kräftige, verhältnismäßig dicke, holpe- rige Außenschale wird von unregelmäßig rund- lichen verschieden großen Poren durchsetzt. In fast allen Knotenpunkten erheben sich kürzere oder längere, verschieden gestaltete unregel- mäßige Radialstacheln, die dick und kegelförmig, aber auch länger und dann mehr zylindrisch gestaltet sein können. Sie sind am Ende ent- weder zugespitzt oder abgewölbt, zeigen auch oft warzige Auswüchse und stehen vielfach nicht genau radial gerichtet. Sie erreichen eine Länge, die dem Durchmesser der inneren Markschale gleichkommen kann. Manche bleiben Textfigur i:;. Haliomma acanthophora n. sp. Die raube, auch nur als Rauhigkeiten und Buckel auf der höckrige, äußere Schale war zum Teil ausgebrochen, um die Schale erkenntlich. macht die äußere Schale einen robusten, gro ben, unregelmäßigen Eindruck. Innere, oder Markschale aus polygonalen, meist fünf- und sechs- eckigen Maschen uii'l strichdünnen Balken aufgebaut, von deren Knotenpunkten sich etwa zwanzig „, , , innere Schale sichtbar zu machen. Deutsche Südpolar-Expedition Durch diese Stacheln , K « • ,„„, ,™ ,<>, lo. Mai 1903, 400 m x 434. IQ2 Deutsche Südpolar-Expedition. bis vierundzwanzig Radialstäbe erheben. Diese, ebenso dünn wie die Gitteräste der Markschale, verbinden Markschale mit Primärschale. Sie inserieren in Knotenpunkten. Aber auch auf den Mitten der Gitterbalken der äußeren Schale können sie sich in äußere Stacheln fortsetzen oder in dieser aufgehen. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,17 mm, der inneren Schale 0,023 mm, Poren- durchmesser bis 0,02 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition, 15. Mai 1903, 400 m. Zwölf Exemplare. 8. August 1903, 50 m. 7. September 1903, 400 m. Je ein Exemplar. Die Art erinnert an Haeckels Haliomma erinaceum, unterscheidet sich aber von ihr durch die robuste Außenschale und die dicken Radialstacheln. (Siehe auch zum Vergleich die Abbildung von Haliomma erinaceum H. 62, Taf. XXIII, Fig. 3, 4 und in der vorliegenden Arbeit Taf. IV, Fig. 1.) Haliomma erinaceum H. Taf. IV, Fig. 1. Haliomma erinaceum H. 1862, p. 427, Taf. XXIII, Fig. 3, 4. Haliomma erinaceum, H. 1887, p. 236. Haliomma capillaceum, H. 1887, p. 236. Haliomma erinaceum, Mast 1910, p. 164. Unter diesem Namen sind zwei ÜAECKELsche Arten von Mast neuerdings zusammengefaßt worden. Auf Taf. IV Fig. 1 ist ein ziemlich junges Exemplar dargestellt worden, mit außerordent- lich weiten und unregelmäßigen Poren, die die Größe des Durchmessers der Markschale übertreffen können. Die Poren bleiben aber wahrscheinlich nicht so groß, da in vielen Poren schon trennende Gitterbalken in Gestalt von Zähnchen angelegt sind, wodurch eine große Pore in zwei kleinere zer- legt wird, eine Art der Verkleinerung der Poren, die bei vielen rundporigen Radiolarien angetroffen wird. Die Radialstäbe entspringen auch von den Mitten der Gitterbalken der Markschale, wodurch sich diese Art auch von der vorhergehenden Haliomma acanthophora unterscheidet, auch setzen sich die Radialstäbe außerhalb der Primärschale in Radialstacheln fort. Maße: Die Maße waren bei beiden hierher gehörigen Exemplaren etwas geringer als Haeckel und Mast angeben. Durchmesser der äußeren Schale 0,182 mm, der inneren 0,03 mm. Vorkommen : Messina, Atlantik, Indik, Pacifik von Haeckel und Mast festgestellt. Die Deutsche Südpolar-Expedition fing sie 15. Mai 1903, 400 m in zwei Exemplaren. Genus Actinomma H. 1862, p. 440. Actinomma IL 1887, p. 231. Aiiiiiomina Mast 1910, p. 168. Astrosphaeriden mit drei konzentrischen Schalen und gleichartigen, unverzweigten Radial- stacheln. Actinomma gigautea n. sp. Taf. V, Fig. 1. Drei konzentrische, außerordentlich unregelmäßige Schalen. Die äußerste Schale von vielen unregelmäßig runden, auch polygonalen Poren in sehr verschiedener Größe durchbohrt. Der Schalenumriß ist nicht kreisrund, sondern ein Kreis mit vielen verschieden großen und verschieden Popofsky, Sphaeiellarien. 103 hohen unregelmäßigen Buckeln. In einem Fall war die Schale weniger bucklig, mehr regelmäßig. Auf dieser Schale finden sich viele unregelmäßig verteilte, dreikantige kräftige Radialstacheln, so lang oder etwas länger wie der Durchmesser der innersten Schale; die Stacheln hatten oft einige Zähnchen an den Seitenkanten. Gelegentlich wurden auch auf einem anderen Exemplar außer den drei- kantigen Stacheln auch drehrunde und komprimierte mit kleinen Zähnchen beobachtet. Hier schienen die Stacheln auch oft krumm und nicht radial gestellt zu sein, auch waren sie in sehr großer Zahl vorhanden. Mittlere Schale ebenso gestaltet wie die äußere Schale-; auf den Buckeln erheben sich mit etwas breiterer Basis fünfzig oder mehr Radialbalken, prismatisch, dreikantig, auch inner- halb der äußeren Schale mit wenigen unregelmäßig verteilten Zähnen an den Kanten versehen. Die Radialstäbe setzen sich außerhalb in Radialstacheln fort. Die Poren dieser Schale sind unregel- mäßig rundlich bis polygonal von sehr verschiedener Größe. Innerste Markschale ein Drittel so groß im Durchmesser wie die mittelste Schale, anscheinend im Querschnitt auch polygonal (fünf- eckig?). Über die Porenbeschaffenheit war nichts festzustellen, da die beiden äußeren Schalen sie zu sehr verdeckten. Maße: Äußere Schale 0,215 — 0,25 mm Durchmesser, mittlere Schale 0,10 mm, innere Schale 0,04 mm. Stacheln lang 0,05 mm, breit am Grunde 0,015 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition, 8. August 1903, 50 m. Ein Exemplar. Die Art steht Haeckels Actinomma arcadophorum nahe, ist aber durch ihre außerordentliche Unregelmäßigkeit und die dreikantigen gezähnten Stacheln von ihr unterschieden. Auf der äußeren Schale fanden sich neben den dreikantigen Stacheln, welche die Zahl der Radialstäbe bei weitem übertreffen, auch dornartige, kurze, konische Beistacheln. Der fünfeckige Querschnitt der inneren Markschale ist vielleicht in Beziehung zu bringen zu einer Beobachtung Masts (1910, p. 169, Fig. 4) an Actinomma heptacantha, bei der die Markschale eine fünfseitige Doppelpyramide darstellt, von deren sieben Ecken sieben Radialstäbe zur mittleren Markschale gehen. In der Zeichnung unserer neuen Art, Taf. V, Fig. 1 sähe man dann von der Doppelpyramide gerade die Basis in horizontaler Lage im optischen Schnitt. Actinomma brevispiculuni n. sp. Taf. TT, Fig. 3. Drei konzentrische kuglige Schalen, die mittelste zweimal so groß im Durchmesser als die innerste, die äußerste dreimal so breit wie die mittelste. Die innerste Schale mit sehr großen unregelmäßig polygonalen Poren und wenigen Gitterbalken, welche die zentralen Stachelenden verbinden. Von der innersten Schale ziehen sieben bis acht ziemlich kräftige zylindrische Radialstäbe zur mittelsten Schale, welche sich aber nur zum Teil darüber hinaus fortsetzen. Die mittelste Schale hat rund- liche, verschieden große Poren und ziemlich dicke Gitterbalken, welche den Porendurchmesser erreichen können. Auf der mittelsten Schale stehen wiederum sieben bis acht, meist nicht in Ver- längerung der inneren Radialstäbe liegende Stäbe, welche bis zur äußeren Schale verlaufen und in dieser mit einem verbreiterten Fuß endigen. Die äußere Schale hat regelmäßige sechseckige Maschen die viermal so breit wie die trennenden Gitterbalken sind. Selten (in der Abbildung Taf. II, Fig. 3 rechts), zeigt sich die Einmündungsstelle eines Radialstabes in die äußere Schale auch außerhalb durch einen kurzen konischen Höcker an. Bei einem anderen Exemplar fanden 104 Deutsche Siidpolar-Expedition. sich neun Stacheln. Die Poren waren infolge Ausrundung der sechseckigen Maschen regelmäßig kreisrund geworden und jede Pore umgab ein erhöhter Wall, auf dem drei kurze Dörnchen saßen (siehe Taf. II, Fig. 3). Maße : Durchmesser der innersten Schale 0.015 mm, der mittleren Schale 0,03 mm, der äußersten Schale 0,09 mm. Porendurchmesser der äußeren Schale 0,008 mm. Vorkommen: 15. Mai 1903, 400 m; 11. August 1903, 200 m (mit bedornter Schale); 26. August 1903, 200 m; 23. September 1903, 200 m. Je ein Exemplar. Ind. u. Atl. Ozean. Die kleine Art unterscheidet sich von allen bekannten Arten der Gattung durch den Mangel an äußeren Stachelenden. Eine Reihe von Actinomma -Arten, die sechs in drei Achsen stehende innere Radialstäbe be- sitzen und viele, jedenfalls mehr als sechs äußere Radialstacheln auf der äußersten Schale haben, scheinen mir eher zu den Cubosphaeriden zu gehören, so z. B. Actinomma anthomma H., Actinomma castanomma H. Unter-Fani. Arachnosphaerinae Mast 1910 p. 173. Astrosphaeriden mit Primärschale und einer oder mehreren Teritiärschalen; (diese entstanden durch Verzweigung von Seitenästen der Radialstacheln). Genus Leptosphaera H, 1887. p. 243. Beide Schalen ohne Nebenstacheln. Leptosphaera minuta n. sp. Textfigur 14. Primärschale sehr klein aus hexagonalen Po- ren bestehend, welche durch sehr dünne strich- artige Balken getrennt sind, sechs Poren auf einem Durchmesser. Auf einer Anzahl Knotenpunkte erheben sich etwa zwanzig bis dreißig Radial- stacheln, welche nach außen zu immer kräftiger werden. Dieselben sind dreikantig und tragen in gleicher Entfernung von der Primärschale je drei strichdünne Seitenäste, welche mit denen der Nach- barstacheln zusammentreffen, sodaß eine Tertiär- schale mit weiten dreieckigen Maschen gebildet wird. Maße: Durchmesser der inneren Schale 0,02 mm, der äußeren Schale 0,14 mm. Voikom m e n : Deutsche Südpolar - Expe- dition, 15. Mai 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die Art unterscheidet sich von allen bekannten Leptosphaera -Arten, die durchweg relativ große Radiolarien sind, durch die sehr kleinen Schalen- durchmesser. Textfigur 14. Leptosphaera minuta n. sp. Die äußere sehr dünne Schale wurde durch schwarze Striche gekennzeichnet. Nicht alle Stachelapophysen waren mehr erhalten. Deutsche Siidpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 434. Popofsky, Sphaerellarien. 105 Genus Drymosphaera H. 1881, p. 452. Äußere der beiden Schalen mit Nebenstacheln. Drymosphaera denticulata n. sp. Textfigur 15. Primärschale (innen) aus regelmäßigen Sechsecken gebildet, die Poren fünf- bis sechsmal so breit wie die Gitterbalken. Radialstacheln lang und kräftig, prismatisch, am Ende pyramidal zu- gespitzt, der ganzen Länge nach an Breite gleichbleibend, die drei Kan- ten mit zierlichen Zähnen versehen. Die Flügelkanten zum Teil gedreht. In dem Abstand des Durchmessers der Primärschale von dieser ent- springen an jedem Stachel sechs Sei- tenäste, an jedem Stachelflügel zwei, welche mit vielen kleinen nach außen gerichteteten Dornen besät sind; eine Anzahl von ihnen verlängert sich zu konischen, gebogenen mit klei- neren Dörnchen besetzten Nebenstacheln. Ein Stachel, in der Figur oben links, zeigt noch ein eigentümliches Netzwerk beim Übergang in den einen Seitenast. Die Seitenäste der Hauptstacheln vereinigen sich zu einer zweiten Schale mit weit dreieckigen Maschen. M a ß e : Durchmesser der äußeren Schale 0,36 mm, der inneren 0,13 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar -Expedition, 15. Mai 1903, 400 m, drei Exemplare; 26. August 1903, 200 m, ein Exemplar. Das Skelett der Axt war leider zertrümmert, doch schien die Anzahl der Stacheln nur gering, etwa neun bis zehn zu sein. Wegen der hexagonalen Poren der Primärschale steht die Art Haeckels Drymosphaera hexagonalis nahe, unterscheidet sich aber von ihr durch die gezähnten Stachelkanten, außerdem durch den geringeren Divrehmesser der inneren Schale (0,13 statt 0,16) und den dornigen zum Teil verästelten und wieder bedornten Ästen der äußeren Schale. Textfigur 15. Drymosphaera denticulata n. sp. Skelett zertrümmert. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 200. Genus Astrosphaera H. 1887, p. 250. Astrosphaera, Mast 1910, p. 174. Zweischalige Astrosphaeriden mit Primär- und Tertiärschale und Nebenstacheln auf beiden. Astrosphaera hexagonalis H. Textfigur 16, Taf. VIII, Fig. 2. Astrosphaera hexagonalis, H. 87, p. 250, Taf. 19, Fig. 4. Astrosphaera hexagonalis, Mast 1910, p. 174. * Primärschale mit regelmäßigen Sechsecken und dünnen Gitterbalken, auf jedem Knotenpunkt ein gerader kurzer Beistachel ; diese sind leicht zu übersehen. In etwa zwanzig Knotenpunkten drei - kantig bis dreiflüglige, prismatische Stacheln, deren Kante ich auch wie Mast (1. c.) gezähnt fand. Deutsche Südoolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 14 106 Deutsche Südpolar-Expedition. In einer bei allen Stacheln gleichbleibenden Ent- fernung von der inneren Schale bilden sich an jeder der drei Stachelkanten je eine Apophyse, welche sich sofort gabelt, sodaß es den Anschein hat, als ob zwei unter einem Winkel von etwa 60° aus- strahlende Guirlanden von jeder Stachelkante aus- gehen. Gelegentlich kann auch abnormerweise die Gabelung unterbleiben (Taf. VIII Fig. 2), so daß nur eine Apophyse von der Stachelkante fortzieht. Diese Guirlanden bilden mit denen der Nachbar- stacheln die zweite, äußere Schale. Äußere Schale aus dreieckigen Maschen und einer Reihe ver- schieden großer, gekrümmter Beistacheln. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,30 mm, der inneren 0,153 mm. Vorkommen : Challenger: Pacifik; Vaklivia; Atlantischer und Indischer Ozean. Deut- sche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m, drei Exemplare; 20. Mai 1903, 400 m; 26. August 1903, ein Exemplar. In der Textfigur sind, weil nach einem zerbrochenen Exemplar angefertigt, nicht alle Stacheln eingezeichnet. Textfigur 16. Astrosphaera hexagonalis H. Schale zertrümmert, daher nicht alle Stacheln eingezeichnet. Stachelkanten fein gezähnt, was Haf.ckel nicht abbildet- Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 190;'.. 400m x 200. Astrosphaera aruorescens n. sp. Testfigur 17, 18. Innere, Primärschale mit regelmäßig hexagonalen Poren , jeder Balken des zierlichen, dünnen Ge- rüstes gekreuzt von einem tangentialen Querbalken, sodaß in jedes Poreninnere sechs Strahlen hinein- gehen, die sich aber nicht im Mittelpunkt treffen. Auf je drei abwechselnden von den sechs Knoten- punkten jeder Pore stehen lange, unregelmäßig gebogene und gekrümmte Nebenstacheln. Diese sind lang und dünn, zylindrisch, aber mit rauhen Kanten versehen und mitDörnchen gekörnt. Sie reichen bis dicht unter die äußere Tertiärschale, oder noch über diese hinaus. Fünf Sechstel der Länge sind nur bedornt und gekörnt, das letzte Sechstel ist in mehrere, meist zwei, höchstens vier unregel- mäßig abgehende Seitenäste verzweigt, das letzte Ende meist gegabelt, sodaß sie einem kleinen Bäumchen nicht unähnlich sehen. An etwa sechzehn bis zwanzig der Primärschalen-Knotenpunkten erheben sich kräftige, dreiflüglige, prismatische Stacheln mit etwas breiterer Basis. Zwischen den beiden Schalen sind die Stacheln weit gezähnt, mit wenig hervortretenden Spitzen und flachen Einsenkungen. Im äußeren Viertel der Hauptstacheln erhebt sich von jeder Kante ein sofort gegabelter Seitenast, sodaß es den Anschein hat, als wenn von den drei Kanten im ganzen sechs Seitenäste in gleicher Höhe entspringen und wie Guirlanden, etwas gebogen, zu den Nachbar- stacheln ziehen. Diese Seitenäste sind mit einer Reihe kleinerer und größerer Nebenstacheln be- setzt, die nach außen gerichtet sind und von denen die größeren in unregelmäßigen Abständen von einander stehen und wieder mit kleineren Seitendornen versehen sind. Die Seitenäste der Radial- stacheln bilden die Tertiärschale, welche außen gelegen ist und von großen dreieckigen Maschen gebildet wird. Das äußere Viertel der Hanptstacheln wird durch zwei Wirtel von je drei nach der Popofsky, Sphaerellarien. 107 Stachelspitze zu gebogenen, hakenförmigen, kurzen Seitenästen in drei gleiche Abschnitte geteilt. Die Kanten dieses Stachelteiles und der Seitenäste erscheinen durch äußerst winzige Dornen gekörnt. Nach dem zweiten Wirtel rundet sich die Spitze allmählich ab. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,35 mm, der inneren Schale 0,133 mm. Gesamt- länge der Stacheln 0,22 mm, Breite derselben 0,01 mm. Porenbreite 0,014 mm. Vorko m m e n : Deutsche Südpolar -Expedition, 2. Juni 1903, nur ein Exemplar. Textfigur 17. Astrosphaera arborescens n. sp. Skelett zerbrochen. Der Stachel in der Figur links oben und auch der rechts oben ist in der ganzen Länge erhalten geblieben. Beistacheln nur wenige gezeichnet. Deutsche Südpolar-Expedition 2. Juni 1003, x 200. ~$*% Textfigur 18. Astrosphaera arborescens n. sp. Einzelstachel des in Textfigur dargestellten In- dividuums, • 434. Durch die eigentümliche Ausgestaltung der Poren der Primärschale, die Zähne an den Stacheln und die Wirtel von Seitenästen erinnert die Art an Astrosphaera stellata H., doch hat sie bedeutend geringere Maße und nicht fünf, sondern nur zwei Wirtel außerhalb der Tertiärschale an den Stacheln. Die baumförmig verästelten Nebenstacheln trennen sie übrigens deutlich von allen bekannten Astrosphaera- Arten. Die HAECKELschen Genera Leptosphaera, Drymosphaera, Diplosphaera und Astrosphaera ent- halten anscheinend eine Reihe von Entwicklungszuständen von Astrosphaeriden, deren völlig aus- gebildete Schale sie der letztgenannten Gattung zuweisen würde. Leptosphaera hexagonalis, Diplo- sphaera hexagonalis, Drymosphaera hexagonalis, Astrosphaera hexagonalis stehen offenbar in einem solchen ontogenetischen Zusammenhang, was auch noch durch die übereinstimmenden Maße (äußere Schale stets 0,36 mm, innere 0.15 bis 0,16 mm) bewiesen wird. 14* 108 Deutsche Südpolar-Expedition. Genus Arachnosphaera Haeckel 1862, p. 355. Arachnosphaera H. 1887, p. 268. Mast 1910, p. 170. Die auf der Primärschale sitzenden Radialstacheln geben Quirle von mehrfach verzweigten Seistenästen ab, welche mehrere kuglige Tertiärschalen mit unregelmäßig polygonalen Poren liefern. Arachnosphaera hexasphaera n. sp. Textfigur 19—21. Innerste (Primär-) Schale mit unregelmäßig polygonalen Poren und strichdünnen Gitterbalken. Die innere Schale klein, im Durchmesser so groß wie der Abstand der dritten von der vierten Schale; die Schalenabstände nehmen von innen nach außen zu, sodaß die vierte von der fünften Schale dreimal so weit entfernt ist, wie die erste von der zweiten. Auf den Knotenpunkten der Primärschale sechzig bis achtzig Stacheln, dreikantig, nach der äußersten Schale hin an Dicke etwas zunehmend, I Textfigur 19. Arachnosphaera hexasphaera n. sp. Durch Deckglasdruck etwas verschobenes sonst konzentrisches Skelett im optischen Schnitt dargestellt. Deutsche Südpolar- Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 168. fer^ Textfigur 20. Arachnosphaera hexasphaera n. sp. Ein Teil des in Textrigur 1!) dargestellten Tieres bei stärkerer Vergrößerung, x 300. außerhalb dieser etwas konisch zugespitzt. In bestimmten Abständen entspringen fünf (vielleicht bei anderen Exemplaren auch mehr) Wirtel von je drei Apophysen, welche sich wiederholt gabeln (siehe Textfigur 21) und zu höckrigen mit unregelmäßiger Oberfläche versehenen Tertiärschalen anastomosieren. Maße: Durchmesser der inneren Schale 0,05 mm, der äußersten (sechsten) Schale etwa 0,38 mm. Letztere Angabe ungenau, da die Individuen zertrümmert waren. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m; 11. September 1903, 40U in. Je ein Exemplar. Die Art erinnert an Arachnosphaera increscens H. unterscheidet sich aber von ihr durch die um ein Drittel geringeren Maße und die unregelmäßigen Primärschalenppren. Arachnosphaera Popofsky, Spliaerellarien. 100 velaris hat zwar irreguläre Poren auf der Primär- schale und die entsprechenden Maße, hat aber nur halb so viel Stacheln und nur halb so viel Gitterschalen und Wirtel an den Radialstacheln. Die Figuren wurden nach einem zerdrückten Exemplar angefertigt, daher sind die einzelnen Schalen in den Zeichnungen nicht konzen- trisch. Genus Spongosphaera Ehrenberg 1847, p. 54. Astrosphaeriden mit zwei konzentrischen inneren Schalen und einem die äußere der beiden Schalen umgebenden Schwammnetzwerk. Nach Mast ist die innere Schale die Primärschale, die zweite eine Sekundärschale, welche zwischen Primärschale und Netzwerk eingeschoben ist. Spongosphaera streptacantha H. Textfigur 22, Taf. VIII, Fig. 4 (?)■ Spongosphaera streptacantha, TL 1862, p. 455, Taf. XXVI, Fig. 1-3. Spongosphaera streptacantha, Bütschli 1880/82, Taf. 22, Fig. 1. Sponijosphiiriti t\ 118 Deutsche Südpolar-Expedition. Fain. Cyphinidae, Haeckel 1887, p. 359. Prunoidea mit ellipsoider Zwillingsschale, welche durch eine äquatoriale Einschnürung in zwei halbelliptische oder kuglige Kammern geteilt wird. Die äußere Schale ist einfach oder doppelt und umschließt eine oder mehr Markschalen. Genus Cyphonium, Haeckel 1887, p. 362. (Yphinidae mit einfacher Zwillingsaußenschale und doppelter Markschale, ohne Polstacheln und Tuben. Cyphonium monozonium n. sp. Textfigur 29. Zwillingsschale dünn, mit glatter Oberfläche, Poren groß, unregelmäßig rund und verschieden groß, bis fünfmal so groß wie die trennenden G-itterbalken. mit zwölf bis vierzehn Poren auf einem Halbmeridian, zehn bis zwölf auf einem Halbäquator jeder Zvvil- lingsschalenkammer. Die beiden Markschalen im Verhältnis sehr groß. Die äußere Markschale berührt die Zwillingsschale mit ihren beiden spitzeren Polen. Beide sind also nicht durch Ra- dialstäbe verbunden. Beide Markschalen linsenförmig, konzen- trisch, wie auch die Zwillingsschalenkammern von den Polen aus zusammengedrückt, daher diese halbelliptisch, jene elliptisch im optischen Schnitt erscheinen. Auf der einen Seite der Schale (in der Textfigur oben) zeigten sich zwei kurze Dornen in der Ein- schnürung. Maße: Länge der Hauptachse 0,12 mm, der Äquatorial - achse 0,065 mm. Größte Breite der Kammern 0,086 mm. Breite der Poren bis 0,012 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Süclpolar -Expedition 7. September 1903, 400 m. Zwei Ent- wicklungsstadien, wie sie die Textfigur zeigt, und zwei Individuen mit geschlossener Zwillingsschale. Die Art unterscheidet sich von sämtlichen anderen Cyphonium- Arten dadurch, daß äußere Markschale und Zwillingsschale direkt einander im Äquator berühren und nicht erst durch Radial- stäbe, die meist in der Äquatorialebene liegen, verbunden werden. Cyphoniuni profunduin, Ehrenberg. Textfigur 30—37. Äußere Zwillingsschale nach Haeckel und Ehrenberg dünnwandig, bei meinen Exemplaren meist ziemlich dickwandig, mit spitzeren oder stumpferen dreieckigen kurzen Zähnen, die zwischen den Poren unregelmäßig verteilt sind. Poren, der äußeren Schale polygonal bis unregelmäßig rund, verschieden groß, in manchen Fällen fast gleichgroß und kreisrund; dann waren die Stacheln spitzer und kleiner meist so breit wie die trennenden Gitterbalken. Die beiden inneren Schalen elliptisch bei Ansicht auf den Äquator (Textfigux 30. 33. 37). kreisförmig im Querschnitt bei Pol- ansichl (Textfigur 31, 34, 35. 36). mit vielen kleinen rundlichen Poren, welche kaum die Breite der Gitterbalken erreichen. Äußere und mittlere Sehale durch Radialbalken verbunden, welche Textfigur 29. Cyphonium monozonium n. sp. Äußere Markschale direkt mit der äußersten Schale der Zwillingsschale verbunden. Letztere an den Seiten noch offen. Deutsche Südpolar-Expedition 7. Sept. 1903, 400 m x 434. Popofsky, Sphaerellarien. 119 sich nicht über die äußere Schale hinaus fortsetzen, sondern mit verbreitertem (Textfigur 34) oder sogar mehrfach gegabeltem Ende (Textfigur 31) in diese übergehen. Die Radialbalken liegen zum Teil in, zum Teil nicht viel außerhalb der Äquatorialebene (Textfigur 33), sodaß man sie bei Äquatorialansicht links und rechts von der mittleren Schale wie Büschel an den beiden Seiten ausstrahlen sieht. Textfigur 30. Cyphonium profundum Ehrbg. Ent- wicklungsstadiuni, ohne Zwillingsschale, doch ist diese im Begriff sich zu bilden, wie die an den En- den gegabelten und ange- schwollenen Stacheln zei- gen. Äquatorial- oder Sei- tenansicht. Deutsche Süd- polar-Expedition 21. Sept. 1903, 400 m x 650. Textfigur 31. Cypho- nium prcfundum Ehrbg. Entwicklungs- stadium wie Textfig. 30, aber Polaransicht, da- her die beiden Mark- schalen kreisförmig im optischen Schnitt er- scheinen. Deutsche Süd- polar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m > G50. Textfigur 32. Cypho- nium profundum Ehrbg (?). Entwick- lungsstadium ohne Zwil- lingsschale, breiteste Ansicht des dreiaxigen Ellipsoids. Deutsche Südpolar - Expedition 7. Sept. 1903, 400 m > 650. Textfigur 33. Cyphonium pro- fundum Ehrbg. Entwicklungs- stadium bei dem sich in Form eines äquatorialen Gürtels die Zwillingsschale anlegt. Äqua- toransicht. Deutsche Siidpolar- Expedition 11. Sept. 1903, 400 m x 650. Textfigur 34. Cyphonium profundum Ehrbg. Entwicklungsstadium wie Textfigur 33 aber bei Polaransicht, wodurch die Markschalen wieder kreisförmig im Querschnitt erscheinen und die im Äquator liegenden Stacheln sichtbar werden. Deutsche Südpolar-Expedition 1 1. Sept. 1903, 400 m ■ 650. Textfigur 35. Cyphonium profundum Ehrbg. Entwicklungsstadium etwas fortgeschrittener als in Textfigur 34. Äquatorialgürtel schon breiter. Polansicht. Deutsche Südpolar-Expedition 26. Aug. 1903, 200 mx 650. Maße: Länge der Hauptachse 0,086 — 0,1 mm, der Äquatorialachse 0,06 — 0,063 mm, größte Breite 0,07—0,072 mm. Breite der Poren 0,005—0,012 mm; Gitterbalken 0,002 mm, Stacheln 0.005 mm breit. Vorkom m e n: Pacifik, tropische Zone; Philippinen, Ehrenberg 3300 Faden tief . Challenger- Station 266—274, 2350 bis 2925 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition: 13. Mai 1903, 120 Deutsche Südpolar-Expedition. 400 m; 15. Mai 1903, 400 m; (2 Exemplare); 2. Juni 1903 (3 Exemplare); 11. August 1903, 200 m; 20. August 1903, 400 m (6 Exemplare); 26. August 1903 (2 Exemplare); 1. September 1903, 45m; 7. September 1903, 400 m (2Exemplare); 11. September 1903, 400 m (3 Exemplare); 21. Sep- tember 1903, 400 m. Die von mir gefundenen Exemplare hatten alle eine dickere Schale als Ehrenberg abbildet, auch waren aus den polygonalen Poren runde geworden, was vielleicht eher auf Cyphonium cri- bellum. H. passen würde, zumal diese Art auch elliptische Innenschalen besitzt, während Cyphonium profundum kuglige Markschalen haben soll. Die unregelmäßigen verschieden großen Poren und die Textfigur 36. Chyphonium profundum Ehrbg. Vollständig entwickeltes Exemplar bei schräger Polansicht. Äquatorialstacheln wieder sichtbar. Deutsche Südpolar-Expedi- tion 6. Okt. 1901, y 650. Textfigur 37. Cyphonium profundum Ehrbg. Vollständig entwickeltes Exemplar bei Ansicht auf den Äquator. Deutsche Südpolar-Ex- pedition 1. Sept. 1903. St. Helena. 45 m xG50. auffällig zusammenstimmenden Maße, haben mich veranlaßt, meine Individuen der letztgenannten Art zuzuweisen. Die Textfiguren 30 bis 37 stellen wohl sicher Entwicklungsstadien unserer Art dar. In Textfigur 30 sind nur die beiden inneren Schalen mit kurzen keulenförmigen, zum Teil im Begriff der Gabelung stehenden Stacheln vorhanden. Textfigur 31 zeigt ein Exemplar bei Polansicht, daher die Schalen kreisförmig im Querschnitt erscheinen, alle Stacheln sind hier verdickt am Ende und im Begriff sich zu gabeln. In Textfigur 33 sieht man wie von den Gabelästen der Radial- balken aus zuerst ein äquatorialer Gürtel der äußeren Schale angelegt wird. Textfigur 34 zeigt dasselbe bei Ansicht auf einen Pol und in Textfigur 35 ist der äquatoriale Gürtel schon beträchtlich verbreitert. Textfigur 37 gibt dann ein vollständiges Individuum bei Breitansicht, Textfigur 36 ein anderes bei Längsansicht wieder; beachtenswert ist der scheinbare Unterschied in beiden Bildern in der Stachelverteilung. Genus Cypassis Haeckel 1887, p. 366. Cyphinidae mit zwei inneren und zwei äußeren Schalen, zwei Medullär- und zweiKortikalschalen. Cypassis cingulata n. sp. Taf. VII, Fig. 1. Innere Kortikalschale, also dritte Schale von innen, mit unregelmäßig rundlichen Poren von sehr verschiedener Größe. Die Poren liegen in die Schale eingesenkt und sind von unregelmäßigen, Popofsky, Sphaerellarien. 121 nach außen mit ausgeschweiften Kanten versehenen Rahmen umgeben. Von den Rahmen erheben sich kurze, dornartige, spitze Beistacheln, welche in der Äquatorialzone, soweit sich die Einsenkung bemerkbar macht, verzweigt sind und ein unregelmäßiges, aus dünnen Balken gebildetes Gitterwerk bilden. Dieses hat polygonale Poren und zieht sich von dem größten Breitengrad der einen Kammer zu dem der anderen, sodaß die Einschnürung im Äquator durch das Gitterwerk wie mit einer Brücke überdeckt wird und der ganze Schalenumriß ein elliptischer wird. Die beiden inneren konzentrischen Markschalen sind von den Polen aus stark zusammengedrückt und daher im optischen Schnitt von sehr geringer Breite. Von der äußeren Markschale ziehen Radialstäbe nach der äußeren Schale, die alle in der Äquatorialebene zu liegen scheinen. Maße : Hauptachse lang 0,12 mm; Breite der Zwillings -Kortikalschale 0,066 mm. Größte Breite der Schale 0,092 mm. Länge der äußeren Markschale 0,04 mm; Breite derselben 0,021 mm. Länge der inneren Schale 0,014 mm; Breite 0,008 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition 7. September 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die neue Art ist insofern interessant, als sie ein Mittelding darstellt zwischen Cyphonium und Cypassis- Arten. Die ersteren haben nur eine, die letzteren zwei Kortikal-Zwillingsschalen. Bei unserer Art ist die äußere Kortikalschale nur durch einen äquatorialen Gürtel angedeutet, man kann daher im Zweifel sein, welcher der beiden Gattungen sie zuzuweisen ist. Familie Panartidae Haeckel 1887, p. 375. Prunoidea mit vierteiliger vierkammriger Kortikalschale und zwei Medullarschalen im Zentrum. Genus Peripanartus Haeckel 1887. p. 382. Panartiden mit doppelter Medullär- und doppelter Kortikalschale, von denen die innere Kortikal- schale vierteilig ist. Ohne Polstacheln oder Röhren an beiden Polen der Hauptachse. Peripanartus irregularis n. sp. Textfigur 38. Die vier Kammern der Kortikalschale flach -nierenförmig, die proximalen Kammern mit glatter, regelmäßiger, die distalen Kammern mit rauher unregelmäßiger, wellig eingesenkter und an den Stacheln spitz in die Höhe gezogener Oberfläche. Die distalen Kammern auch größer an Raum- inhalt und breiter als die proximalen Kammern. Die distalen Kammern werden getragen von den vielen plumpen, konischen, kräftigen Stacheln, etwa zwölf bis vierzehn, die sich um die Pole der proximalen Kammern gruppieren und unregelmäßig gestellt sind. Dieselben zeigen auch ab und zu seitliche Haken und Dornen in geringer Anzahl. Die proximalen Kammern mit rundlichen bis polygonalen und polygonal gerahmten Poren von verschiedener Größe. Auf den Knotenpunkten erheben sich die Stacheln, welche die äußere Hülle stützen. Die Stacheln des äquatorialen Gürtels zwischen den beiden distalen Kammern sind dünn und zierlich zum Unterschied von den vorher erwähnten kräftigen Polstacheln. Nur in der äquatorialen Einschnürung selbst erheben sich auch einige kräftige Stacheln. (Siehe in der Textfigur 38 links und rechts von der Einschnürung.) Die distalen Kammern haben große unregelmäßig runde Poren, die dort am größten sind, wo sich die distalen Kammern an die proximalen anschmiegen. Von dem breitesten Teil der beiden distalen Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 16 122 Deutsche Südpolar-Expedition. Kammern zieht sich ein unregelmäßiges, zierliches, dünnes Gitterwerk, welches durch die Verästelung der dünnen Seitenstacheln entsteht, über die Einschnürung mit unregelmäßiger, welliger Oberfläche hinweg. Die ganze Außenschale ist von kurzen Dörnchen, den Fort- sätzen des unregelmäßigen Gitterwerks rauh. Über die Form der inneren beiden Markschalen war nichts festzustellen, da sie durch den Weichkörper und die übrigen Skeletteile stark verdeckt wurden. Maße: Länge der Hauptachse des Skelettes 0,22 m, der Quer- achse 0,143 mm. Breite der Kammern 0,077 mm. Länge der äußeren Stachelenden 0,03 mm. Vork o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die Art ist ein Gegenstück zu der vorher aufgeführten Cypassis cingulata. Sie steht wiederum zwischen den beiden Gattungen Fa- nartus und Peripanartus. Erstere hat nur eine vierkammrige Kor- tikalschale, letztere zwei Kortikalschalen. Diese zweite Kortikal- schale, die sonst konzentrisch die erste in ungefähr überall gleichem Abstand umgibt, ist hier nur wieder in Form eines äquatorialen Gürtels entwickelt, welcher über die hier vorhandenen drei Einsenkungen hinwegzieht; die Polkappen zu dieser zweiten Kortikalschale fehlen, während sie sonst im Genus Peripanartus vorhanden sind. Sie er- innert auf den ersten Blick an Haeckels Panartus pluteus (H. 87, p. 382, Taf. 40, Fig. 2), nur sind hier die Stacheln kräftiger, und eine vollständige zweite Hülle ist auch im ä äquatorialen Gürtel ausgebildet, die bei Panartus pluteus fehlt. Letztere ist auch kleiner an Länge (nur 0,17 mm). Man könnte Peripanartus irregularis als einen weiter entwickelten Panartus pluteus ansehen. Möglicherweise ist letzterer ein Entwicklungsstadium zu unserer Art. Textfigur 38. Peripanartus irre- gularis n. sp. Form und Be- schaffenheit der beiden Markschalen zweifelhaft. Sie wurden daher in der Abbildung fortgelassen. Zwil- lingsschale und äußere Hülle nur teilweise gezeichnet. Deutsche Süd- polar-Expedition 15. Mai 1903,400m x 300. Peripanartus atractus H. Textfigur 39, 40. Peripanartus atractus, H. 1887, p. 384, Taf. 40, Fig. 7. Innere Kortikalschale mit vier ungleichen Kammern, zwei nierenförmig bis kugligen proxi- malen und zwei konischen distalen Kammern. Die proximalen Kammern mit unregelmäßig rund- lichen Poren von verschiedener Größe, die etwas in die Schale eingesenkt erscheinen und bis drei- tnal so breit sind wie die Gitterbalken. Die distalen Kammern sind mit den proximalen durch sehr dicke Stacheln verbunden, welche zwischen sich große viereckige zu einem Ring angeord- nete Poren freilassen. Die anderen Polen dieser Kammern sind klein und rund, kaum so breit wie die trennenden Gitterbalken. Oft sind auf den distalen Kammern noch die Seitenäste der die Kammern bildenden Polstacheln zu erkennen (siehe Textfigur 39 oben, Mitte rechts). Die zweite Kortikalschale ist nur eine Fortsetzung der proximalen Hüllte der distalen Kammern, umhüllt diese also nicht vollständig (ähnlich wie in der vorhergenannten Art). Die Oberfläche der äußeren Schalen- Fopofsky, Sphaerellarieii. 12:: teile ist rauh von vielen kleinen Dornen. Diese finden sich auch auf der inneren Kortikalschale und sind besonders kräftig zahnartig entwickelt in der äquatorialen Einschnürung. Die inneren Me- dullar-(Mark)schalen sind im Querschnitt elliptisch, linsen- förmig, mit der inneren Kortikalschale durch Stacheln ver- bunden, die vornehmlich in der Äquatorialebene orientiert sind. Maße: Hauptachse 0.23—0,28 mm, Äquatorialachse 0,17 mm. Poren der distalen Kammern 0,002 — 0.004 mm. Hauptachse der proximalen Kammern der inneren Kortikalschale 0,06 — 0,07 mm, Äquatorialachse 0,08 — 0,09 mm. Vorkommen : Challenger, Nord-Pacifik, Stat. 244, 2900 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition: 18. September 1903, 400m; 21. Sep- tember 1903, 400 m. Je ein Exemplar. Die mir vorliegenden beiden Individuen waren geringer an Größe und bedeutend unregelmäßiger in der äußeren Form als sie Haeckel darstellt, auch war bei der einen der äquatoriale Teil der äußeren Kortikalschale erst in der Ent- wicklung begriffen. Die kräftigen Zähne in der äquatorialen Ein- senkung werden sicher zu Stacheln (Textfigur 39 rechts), die die äußere Textfigur 39. Peripanartus atractus H. Der äquatoriale Teil der äußeren Korti- kalschale ist noch nicht entwickelt, doch deuten die dort vorhandenen Stacheln dar- auf hin, daß er sich zu bilden beginnt. Poren nur teilweise eingezeichnet. Deut- sche Südpolar-Expedition 21. Sept. 1903, 400 m x 434. Textfigur 40. Peripanartus atrac- tus H. (?) Entwicklungsstadium, bei dem die äußere Kortikalschale von den Stacheln der Zwillings- schale aus sich in Form von Seitendornen zu bilden beginnt. Deutsche Südpolar - Expedition 6. Okt. 1901, 4O0m X 434. Kortikalschale bilden helfen und sie stützen. Einer dieser Stacheln war mit zierlichen Dörnchen besetzt, was sich auch bei dem in der Textfigur 40 zur Darstellung gelangten Individuum wiederfand, weshalb dieses Exemplar möglicherweise als Entwicklungsstadium zu unserer Art angesehen werden kann. Die langen Dornen auf der Schalenoberfläche würden sicher noch zu Stacheln geworden sein, die eine äußere Kortikalschale bilden können. Peripanartus pachystylus n. sp. Tai. VIII, Fig. 1. Alle vier Kammern der Kortikalschale von gleicher Gestalt und gleichem Bau und Größe, nierenförmig, zweimal so breit wie lang. Poren unregelmäßig rundlich, sehr verschieden groß, auf den proximalen Kammern größer und daher geringer an Zahl, auf den distalen Kammern in größerer Anzahl und kleiner an Durchmesser. Alle Poren der Kortikalschale sind in die ziemlich dicke Schale eingesenkt, oft auch polygonal gerahmt. Von den Ecken erheben sich die Stacheln, welche das äußere Netzwerk in Gestalt einer konzentrischen, vollständigen, zweiten Kortikalschale tragen. 16* i 94 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Einschnürungen der inneren Kortikalschale sind sehr flach. Die äußere Kortikalschale ent- steht durch die Verästelung und die Seitenäste der Stacheln. Sie besteht aus einem tonnenartigen, bauchig erweiterten, äquatorialen Teil und zwei halbkugligen Polkappen, letztere liegen näher an der inneren Kortikalschale als der äquatoriale Gürtel, der statt der Einsenkung der Zwillingsschale eine Hervorwölbung trägt. An den Längsseiten der äußersten Schale scheinen die Stacheln völlig in dem Gitterwerk aufzugehen, indem sie sich mehrmals spalten. Die Stachelspitzen reichen hier sehr selten über die Schale hinaus und die Stacheln sind dünn und zierlich. An den Polkappen sind die Stacheln sehr verschieden an Größe, sie können sogar pyramidal dreikantig werden. Sie haben dieselbe Breite und Länge; sie gehen nicht völlig im Gitterwerk der Polkappen auf, sondern ragen als Spitzen über dieselbe hinaus; das äußere Netzwerk wird von zierlichem Gitterwerk mit sehr dünnen Balken und sehr unregelmäßigen polygonalen Poren gebildet. Die beiden Markschalen im Innern sind konzentrisch, ellipsoid und von den Polen her etwas zusammengedrückt; sie stehen mit der inneren Kortikalschale durch eine Anzahl Stacheln in Verbindung, welche fast alle in die Äqua- torialebene fallen. Proximale und distale Kammern werden durch je einen Ring von großen un- regelmäßigen, von kräftigen Balken umgebenen Poren getrennt; fünf bis sechs solcher Poren sieht man bei Ansicht auf die eine Seite der Schale. Maße: Länge der ganzen Schale (Hauptachse) 0,21 mm, Breite derselben (Äquatorialachse) 0,12 mm. Innere Kortikalschale 0,18 mm lang, breit am Äquator 0,07 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 2. Juni 1903; 8. August 1903, 400 m; 11. September 1903, 400 m. Je ein Exemplar. Die neue Art erinnert in dem Aufbau ihres inneren Skelettes deutlich an Panartus tetrathalamus H. Die Form, Größe und Ausbildung der vierteiligen inneren (bei Panartus einzigen) Kortikal- schale ist genau dieselbe wie Haeckel 87, Tai 40, Figur 3 abbildet. Auf den distalen Kammern sind bei Panartus tetrathalamus schon die kräftigen Polstacheln angedeutet, während die schneller zu bildenden dünneren Stacheln an den Seiten noch nicht erkenntlich sind. Peripanartus pachystylus würde sich nur durch die später entstandene äußere Kortikalschale unterscheiden. Es ist daher wohl n öglich, daß diese Art erst das vollständig entwickelte Individuum darstellt, Panartus tetra- thalamus nur ein jüngeres Entwicklungsstadium dazu. Fani. Zygartidae Haeckel 1887 p. 391. Prunoidea mit geringelter Schale, äußere Schale mit fünf oder mehr parallelen Einschnürungen und daher sechs oder mehr Kammern, in der Mitte zwei oder drei konzentrische Mark-(Medullar)- schalen einschließend. Genus Desmocampe H. 87, p. 396. Zygartiden mit doppelter Kortikalschale und doppelter Medullarschale ohne Polartuben. Äußere Kortikalschale oft unvollständig entwickelt. Pesmocainpe taenioides H. Textfigur 41. Desmocamjic taenio'iäes, H. 1887, p. 397. Innere Kortikalschale mit sechs bis zehn Kammern, meist von annähernd gleicher Größe und Gestalt, die distalen Kammern etwas kleiner. Jede Kammer nierenförmig, mit vier bis sechs Quer- Popofsky, Sphaerellarien. 125 reihen von unregelmäßig rundlichen Poren, zwei- bis fünfmal so breit wie die Gitterbalken. Die proximalen Kammern mit größeren Poren, je weiter nach den Enden, desto kleiner und zahlreicher die Poren. Äußere Kortikalschale zylindrisch, halbkugelig an den beiden Polen, glatt oder mit dorniger Oberfläche; statt der äquatorialen Einschnürung aber eine geringe Erweiterung. Poren wie auf der inneren Kortikalschale, aber kleiner und von zierlicheren Balken getrennt. Bei gut ausgebildeten Exem- plaren ist der Abstand der beiden Kortikalschalen gleich dem Durchmesser der äußeren Markschale. Oft ist derselbe jedoch (siehe Textfigur 41) bedeutend geringer. Auch sind die Polkappen der äußeren Schale in dem mir vor- liegenden Individuum nicht entwickelt und die äußere Kortikalschale ist nur durch einen Mantel angedeutet, der die vier proximalen Kammern umhüllt. Beide Markschalen konzentrisch, ellipsoid, von den Polen her zusammenge- drückt und mit der Kortikalschale durch eine Anzahl Stacheln verbunden, welche in der Äquatorialebene liegen. Die einzelnen Kammern werden an jeder Einschnürung von einem King von großen, viereckigen Maschen getrennt. Maße: Länge der sechskammrigen inneren Kortikalschale 0,22 — 0,25 mm. der äußeren 0,3 mm; größte Breite der Kammern 0,064 — 0,07 mm, der äußeren Schale 0,11 mm. Porendurchmesser 0,005 — 0,01 mm; Gitterbalken der inneren Schale 0.004 mm, der äußeren 0,001 mm. Vorkommen: Challenger, Pacifik, Stat. 268, 2900 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition 7. September 1903, 400 m. Ein Exemplar. Das mir vorliegende Individuum hatte geringere Maße und eine unvoll- ständige äußere Kortikalschale, welche einen sehr geringen Abstand von der inneren Kortikalschale besaß. Textfigur 41. Desmo- campe taenioides H. Mit unvollständiger äu- ßerer Kortikalschale, welche nur geringen Ab- stand von der inne- ren Kortikalschale hat. Deutsche Südpolar-Ex- pedition 7. Sept. 1903, 400m x 434. Genus Monaxonium nov. gen. Zygartiden mit doppelter Kortikalschale und dreifacher Medullarschale. Das neue Genus unterscheidet sich von allen übrigen der Zygartiden durch die dreifachen Medullarschalen. Ferner sind die ersten Kammern nicht zu einer einheitlichen Zwillingsschale ver- schmolzen, sondern sitzen getrennt den Markschalen an zwei entgegengesetzten Polen auf. Man kann hierin ein ursprünglicheres Verhalten erblicken, indem aus derartigen, aufgesetzten Kammern durch Vergrößerung derselben ein Zusammenfließen stattfindet und beide Kammern so eine Zwil- lingsschale ergeben. Möglicherweise ist aber auch die dritte (äußere) Medullarschale als die Zwil- lingsschale anzusehen, die dann nur noch nicht in das einachsige Wachstum hineingezogen wäre. Jedenfalls liegt uns hier ein interessanter Fall vor, der den phylogenetischen Zusammenhang kon- zentrischer Gitterschalen und aufgesetzter Kammern deutlich zeigt, indem je zwei polar sich ent- sprechende Kammern anzusehen sind als zusammengehörige Hälften einer Kugelschale, die durch einachsiges Wachstum auseinandergezogen werden. Die neue Gattung könnte nach den drei Medullarschalen als einer neuen Familie angehörig betrachtet werden. In Hinsicht auf die eben ausgesprochene Vermutung ist es aber wohl zulässig sie an die Spitze der Zygartiden zu stellen. 226 Deutsche Südpolar-Expedition. Vielleiclit bestehen auch phylogenetische Beziehungen zu den Amphibrachium- Arten der Familie Porodiscidae (H. 87 p. 517. Taf. 44, Fig. 6). Monaxonium perforatuni nov. gen. n. sp. Taf. VI, Fig. 3. Innere Kortikalschale bestehend aus drei konzentrischen, durch Radialstäbe verbundenen Markschalen und jederseits auf entgegengesetzten Polen aufgesetzten vier Kammern von Nieren- form. Die zweite Markschale soweit entfernt von der innersten, ersten, wie die zweite von der dritten. Alle drei Markschalen mit kleinen, unregelmäßig rundlichen, verschieden großen Poren. Die beiden der äußeren Markschale aufgesetzten ersten Kammern sind im Durchmesser kleiner als die dritte Markschale. Die folgenden Kammern nehmen nach außen hin an Größe zu. Alle Kammern sind nierenförmig und werden nach außen zu immer flacher. Die vierte Kammer ist durch eine sattelförmige Einsenkung auf dem Gipfel an einem Pol anders gestaltet. Alle Kammern mit unregelmäßig rundlichen Poren von nicht sehr verschiedener Größe. Die ganze innere Kortikal- schale von einer weitmaschigen äußeren Kortikalschale umhüllt. Beide Schalen stehen durch Radialstäbe in Verbindung, die zum Teil über die äußere Schale als kleine Dornen und Stacheln hinausragen. Von diesen Stäben aus nimmt auch die äußere Schale ihren Ursprung. Dieselbe ist von großen unregelmäßig rundlichen Poren durchsetzt, die sehr verschiedene Größe haben. Die äußere Schale ist an einem Pol anscheinend etwas zugespitzt, am Äquator am breitesten, dann wieder etwas eingesenkt und am anderen Pol (wo die letzte Kammer eingesattelt war) etwas weniger breit als am Äquator. Die Gitterbalken bilden nicht nur die äußere Schale, sondern durchsetzen auch den Zwischenraum zwischen den beiden Kortikalschalen, sodaß dort eine Art weitmaschigen Schwammgerüstes entstellt. Maße: Hauptachse 0,3 mm, Äquatorialachse 0.128 mm. Innere Markschale 0,014 mm, mittlere 0,03 mm, äußere 0,05 mm im Durchmesser. Länge der inneren Kortikalschale 0,24 mm. Durchschnittliche Höhe der Kammern 0,023 mm, die inneren etwas kleiner; die äußeren etwas größer. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 30. August 1901. Nur ein Exemplar. Ordimng Discoidea. Spumellarien mit Scheiben- oder linsenförmiger Zentralkapsel und -schale. Familie Phacodiscidae Haeckel 1887 p. 419. Scheibenförmige Spumellarien mit einfacher äußerer ,,Phacoid"-Schale, die durch Radialstäbe mit einer inneren, einfachen oder doppelten konzentrischen Markschale verbunden ist. Ohne ge- hämmerten Äquatorialgürt el. Genus Sethostaurus H. 87, p. 433. Phacodisciden mit einfacher Medullarschale und mit vier in der Äquatorialebene gekreuzten Stacheln, welche über die äußere Schale hinausragen. Popofsky, Sphaerellarien. 127 Sethostaurns parvalns n. sp. Textfigur 42. Im Innern eine kleine Medullarschale, unregelmäßig rundlich mit wenigen großen polygonalen Poren; von ihr erheben sich eine Anzahl Radialstäbe, die nach der unregelmäßig rundlichen, äußeren Schale gehen und in dieser endigen. Die äußere Schale mit vielen un- regelmäßig rundlichen, ungefähr gleichgroßen Poren. An vier nicht genau gegenüberliegenden Polen erheben sich vier dreikantige, py- ramidale Stacheln, die nicht bis zur inneren Schale verlaufen und die Länge des Durchmessers der äußeren Schale erreichen. Maße: Durchmesser der äußeren Schale 0,03 mm. der inneren Schale 0,015 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar -Expedition 15. Mai 1903, 400 m. Bin Exemplar. Diese winzige Form unterscheidet sich von allen bisher bekannten Sethoconus- Arten durch die geringe Größe, was auch den Verdacht nahelegt, daß wir es hier mit einem Entwicklungsstadium einer kreuz - achsigen Radiolarie zu tun haben. Textfigur 42. Sethostaurus par- vulus n. sp. Deutsche Süd- polar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 650. Familie Porodiscidae Haeckel p. 481. Discoidea ohne ,,Phacoid"-Schale, mit flacher scheibenförmiger Schale, in welcher eine einfache kuglige Zentralkammer von konzentrischen gehämmerten Ringen umgeben ist. Diese unvoll- ständige Kammerung wird durch die Radialstäbe hervorgebracht. Beide flache Seiten der Schale sind von porösen Siebplatten bedeckt. Genus Perichlamydium H. 87, p. 498. Porodisciden (ohne Radialstacheln und gehämmerte Arme) mit einfacher, scheibenförmiger Schale, am Rand von einem mit Poren versehenen Äquatorialgürtel umgeben. Perichlamydinm saturnus H. Taf. III, Fig. 3; Taf. IV, Fig. 3. Haeckel, p. 499, Taf. 41, Fig. 5. Die von Haeckel beobachteten Formen hatten drei bis vier konzentrische Ringe, die aber auch spiralig oder völlig unregelmäßig sein konnten. Die Stacheln sind nur im Innern vorhanden. Der äußere Äquatorialgürtel ohne jede Stacheln und mit kleineren Poren als die inneren Schalenteile. Maße : Nach Haeckel (ohne Gürtel, mit drei Ringen) 0,11mm, Breite der Ringe 0,02 mm, Poren 0,004 mm, Breite des Gürtels 0,05 mm, der Gürtelporen 0,002 mm. Meine Individuen hatten meistens einen geringeren Gesamtschalendurchmesser, höchstens 0,11 — 0,16 mm, gegen 0,21 mm bei Haeckel. Vorkommen: Challenger -Expedition Central-Pacifik-Stat. 265; 2900 Faden tief . Deutsche Südpolarexpedition 15. Mai 1903, 400 m; 8. August 1903, 50 m; 7. September 1903, 400 m (2); 18. September 1903, 400 m (2). ]^28 Deutsche Südpolar-Expedition. Ich habe nun Individuen beobachtet, bei denen die inneren Teile völlig unregelmäßig (Tai. IV, Fig. 3) oder teilweis konzentrisch und zum Teil, namentlich außen, unregelmäßig waren (Taf. III, Fig. 3). Das erstabgebildete Exemplar zeigte einen ziemlich kräftigen Stachel, welcher auch auf den Äquatorialgürtel überging und über diesen hinausragte. Das zu zweit abgebildete Indivi- duum ließ die meisten Radialstäbe in dem Ring verlaufen, nur sechs setzten sich bis in den Rand fort und vier davon, unregelmäßig verteilt, ragten sogar noch über den Äquatorialgürtel hinaus; einer von diesen war ziemlich kräftig ausgebildet. Bei dem einen in Taf. IV, Fig. 3 dargestellten Tier war die Gesamtform etwas oval; an dem Ende, wo der einzige Stachel über den Rand hinaus- ragte, war der letztere in vier bis fünf, dem großen Stachel parallel gerichtete kleine Stacheln aus- gezogen. Die inneren Schalenporen waren zwar größer als die Randporen, doch war der Gegensatz nicht auffällig, vielmehr gingen erstere allmählich in letztere über. Das andere Tier war im Umriß (Taf. III, Fig. 3) noch unregelmäßiger, doch trat hier der Gegen- satz zwischen inneren großen Schalen- und äußeren kleinen Randporen deutlicher in die Er- scheinung. Derartige unregelmäßige Formen, die noch mehr Stacheln in den Gürtel schickten und über diesen hinausstreckten, sind von mir häufiger angetroffen worden und zeigten alle Übergänge bis zu den regelmäßigen Stylodictya dujardinii. Ich halte demnach Periclüamydium saturnus H. für verkrüppelte, unregelmäßig ausgebildete Stylodictya dujardinii, womit der erstgenannte Name hinfällig würde und die Art eingezogen werden muß. Die sonstigen Maße und der Schalenbau stimmen bei beiden überein. Maße : Nach Haeckel Schalendurchmesser (ohne Gürtel, mit drei Ringen 0,15 mm) Breite der Ringe 0,02 mm, Poren 0,004 mm, Breite des Gürtels 0,05 mm, der Gürtelporen 0,002 mm. Meine Individuen hatten meistens einen geringeren Gesamtschalendurchmesser, höchstens 0,11 — 0,16mm, gegen 0,21 mm bei Haeckel. Vorkommen : Challenger -Expedition: Zentral -Pacifik-Stat. 265, 2900 Faden tief. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m; 8. August 1903, 50 m; 7. September 1903, 400 m (zwei Exemplare); 18. September 1903, 400 m (zwei Exemplare). Genus Ommatodiscus H. 87, p. 500. Porodiscidae ohne radiale Anhänge an der konzentrisch geringelten Scheibe und ohne gehäm- merte Arme, aber mit einer großen randständigen Öffnung, die von einem Kranz von Stacheln umgeben sein kann. Ommatodiscus anacanthus n. sp. Taf. V, Fig. 2. Schale rund mit unregelmäßiger Begrenzung, bestehend aus einer kugligen Zentralkammer und fünf dazu konzentrischen, gehämmerten Ringen. Ein Fünftel des Randringes wie die übrigen vier mit Poren versehen, die übrigen vier Fünftel glatt, hyalin. Begrenzung der Ringe wellenförmig. Die Radialstäbe münden jedesmal in einem Wellental und setzen sich auch in den porenlosen Äqua- torialgürtel fort, treten aber nicht über den Rand hinaus. Die Ringe nehmen von innen nach außen an Breite zu, so daß der vierte doppelt so breit ist, wie der erste, innerste. Die Schale ist von kreis- Popofsky, Sphaerellarien. 129 förmigen gleichgroßen Poren durchsetzt, von denen zwei bis drei auf die Ringbreite gehen. Die Randöffnung (Osculum) ragt über den Rand etwas röhrenartig verlängert hinaus und besitzt keinerlei Stacheln. Maße: Durchmesser der Schale 0,10 mm. Breite der Zentral Kammer 0,011 mm, der inneren Ringe 0,008 mm, der äußeren 0.013 mm. V orko m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 11. September 1903, 400 m. Die bisher bekannten Ommatodiscus -Arten zeigten alle einen Rand ohne Stacheln im äußeren Riug und an der Randöffnung einen Stachelkranz. Das Auftreten von Poren auch auf dem sonst bei anderen Arten undurch- bohrten Äquatorialgürtel zeigt, daß wir es hier mit einem wenig beständigen Merkmal zu tun haben. Eine weitere Art, die möglicherweise zu Ommatodiscus gehört, wurde in einem Fang vom 18. September 1903, 400 m gefunden (Textfigur 43). Sie zeigte eine Randöffnung, welche von einem tütenförmigen Gebilde umgeben war, das noch deutlich viele dünne Stacheln erkennen ließ, aus denen es durch Verschmelzung hervorgegangen war. Da die Öffnung jedoch nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte, so sei die große Form, deren Durchmesser 0,17 mm betrug, hier nur anhangsweise erwähnt und durch die Textfigur 43, auf die Kante der Scheibe gesehen, wiedergegeben. Die Stacheltüte, welche das Osculum umgab, war länger als zwei Ringdurch- messer, von denen vier die ziemlich große Zentralkammer umgaben. mi m m 'mm ura M J (l m m m Art* 4& Genus Stylodictya, Ehrenberg 1847, p. 54. Porodisciden mit zahlreichen (fünf oder mehr, gewöhnlich acht bis zwölf) festen Stacheln an dem Rand der kreisförmigen oder polygonalen Scheibe. Rand einfach, ohne einen porösen Äcpiatorialgürtel. Textfigur 43. Ommatodis- cusC?) spec. Deutsche Süd- polar-Expedition 18. Sept. 1903, 400 m > 650. Stylodictya raultispina H. Textfigur 44^46. Stylodictya muliispina, Haeckel 1862, p. 490, Taf. XXIV, Fig. 5. Stylodictya Forbesü, Ehbenberg 1875, p. 160, Taf. XXIII, Fig. 6. Alle Ringe der Scheibe konzentrisch, von gleicher Breite oder ein wenig breiter werdend nach außen. Poren regelmäßig, kreisrund, zwei, auch zweieinhalb bis drei auf den Durchmesser eines Ringes gehend. Acht bis zwölf Radialstacheln beginnen von der inneren kugligen Zentralkammer, die anderen von den inneren Ringen. Vom dritten oder vierten Ring erheben sich vierundzwanzig bis dreißig (bisweilen weniger, z. B. 15, 20, 22; bisweilen mehr, bis 40 und darüber) Radialbalken, die sich über den Rand hinaus in nadeiförmig dünne Radialstacheln fortsetzen. Die Länge der Stacheln außerhalb der Schale kann zwei bis vier Ringdurchmesser betragen, in manchen Fällen auch die doppelte Schalenbreite. Maße : Durchmesser der Scheibe 0,13 — 0,20 mm (mit sieben Ringen). Breite der Ringe Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 1' 1.30 Deutsche Südpolar-Expedition. 0,011 — 0,013 mm. Zentralkammer 0,018 mm, Poren 0,004 mm. Länge der Stacheln vom Zentrum aus gemessen 0.10 — 0,15 mm. Vorko m m e n : Mittelmeer, Atlantik, Indischer Ozean, Pacifik, Oberfläche und in verschiedenen Tiefen nach Ehrenberg und Haeckel. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m häufig; 2. Juni 1903 (5 Exemplare); 11. August 1903, 200 m (3 Exemplare); 26. August 1903; 1. September 1903, 45m; 7. September 1903, 400m (3 Exemplare); 11. Sep- tember 1903, 400 m; 18. September 1903, 400 m; 13. Oktober 1903, 200 m (2 Exemplare). Diese häufige Art scheint in der Stachellänge und der Stachelzahl er- heblich zu variieren. So zeigt Textfigur 44 ein Exemplar mit 18 Stacheln, Textfigur 45 ein solches mit 7 Ringen und 22 Stacheln, Textfigur 46 24 Stacheln, auch solche mit 15 und 30 Stacheln wurden von mir gesehen. Es scheint als ob, wenn die Stacheln dick und kurz sind, die Anzahl geringer ist, als wenn sie dünn und lang angelegt werden. Auch in bezug auf die Stachellänge bieten die abge- bildeten Exemplare schöne Beispiele der Variabilität in diesem Merkmale. Zunächst ist es selbstver- ständlich, daß jüngere Exemplare (mit etwa drei oder vier Ringen) im Verhältnis längere äußere Stachelenden haben müssen, als ältere (mit sieben Ringen), denn ein Stück des Stachels wird durch die Textfigur 45. Stylodictya multispina H. Exemplar mit 7 Ringen und 22 kur- zen dicken Stacheln. Deut- sche Südpolar-Expedition 7. Sept. 1903, 400 m xlG8. Textfigur 4-1. Stylodictya multispina H. Poren nur teilweise eingezeichnet. Exemplar mit 18 kurzen dicken Stacheln und G Ringen. Deutsche Südpolar- Expedition 11. Sept. 1903, 400 m x 434. Textfigur 40. Stylodictya multispina H. Individuum mit 20 langen dünnen Stacheln und 4 Ringen. Deut- sche Südpolar-Expedition 1.0. Mai 1903,400m x 434. hinzuwachsenden vier Ringbreiten in das Stachelinnere mit einbezogen. Doch ist die Stachellänge auch bei den ausgebildeten Individuen, als welche wahrscheinlich die mit sieben Ringen zu gelten haben, verschieden. Sie ist oft kaum so groß wie eine Ringbreite (Textfigur 44) kann auch zwei Ring- breiten betragen (Textfigur 45) und sich bis auf den doppelten Schalendurchmesser steigern (Textfigur 46). Zwischen diesen Extremen werden alle Übergänge gefunden. Die Anzahl der Popofsky, Sphaerellarien. 131 Ringe steht in keinem Zusammenhang mit der Zahl der Stacheln, zeigten doch schon vierringige Individuen zwanzig Stacheln, während siebenringige mit derselben Stachelzahl angetroffen werden. Stylodictya arachnia J. M. Taf. II, Fig. 4. Styloeyclia arachnia, Jon. Müller 1850, p. 492. Slylocyclia arachnia, Joh. Müller 1858, p. 41, Taf. I, Fig. 8, 9. Slylodictya arachnia, Haeckel 1862, p. 497. Stylodictya arachnia, Haeckel 1887, p. 510. Alle Einge der Scheibe konzentrisch, kreisförmig oder polygonal, ihre Breite nimmt von der Zentralkammer nach der Peripherie hin zu, so daß der vierte oder fünfte Ring zweimal so breit ist als der zweite. Von den kreisförmigen Poren gehen zwei auf eine Ringbreite. Ein Teil der Radial- balken ist in acht bis sechzehn (meist zwölf) lange dünne Stacheln verlängert, die bis dreimal so lang sind, wie der Schalendurchmesser. Das mir vorliegende Exemplar der (wie Haeckel 1. c. schon erwähnt) variablen Spezies hatte fünf Ringe, von denen der letzte erst zur Hälfte entwickelt war, außerdem waren zehn Stacheln vorhanden. Die Stacheln waren bei diesem als Entwicklungs- stadium anzusehenden Individuum zweieinhalbmal so lang wie der Schalendurchmesser. Maße : Durchmesser der Schale mit zehn Ringen 0,22 mm (bei vier Ringen 0,113 mm); Durchmesser der Zentralkammer 0,012 mm, der inneren Ringe 0,004 — 0,008 mm, der äußeren 0,012—0,015 mm, der Poren 0,003--0,00o mm. Länge der Stacheln vom Zentrum aus gemessen 0,315 mm und mehr. Vorkommen : Mittelmeer, Atlantik, Indischer Ozean, Pacifik, Oberfläche, nach Haeckel. Deutsche Südpolar -Expedition 26. August 1903, 200 m; 7. September 1903, 400 m. Je ein In- dividuum. Stylodictya polygonia n. sp. Tai. V, Fig. 3. Alle Ringe konzentrisch, innen kreisförmig, nach außen mehr und mehr in eine wellenförmige Kreislinie übergehend, die ersten sechs Ringe kreisförmig begrenzt, die folgenden drei mit Wellen- linien, der äußerste wieder glatt, kreisförmig. Die Ringe nehmen von innen nach außen an Breite zu, so daß der fünfte Ring doppelt so breit wie der zweite ist. Von den inneren Ringen erheben sich achtzehn bis zwanzig Stacheln, welche die Ringe in Kammern unvollständig abteilen, die Wellenlinien in den Tälern durchschneiden und als dünne Radialstacheln über den Rand hinaus- treten. Die Stacheln sind in dem dargestellten Exemplar durch den fortgeschwemmten Weich - körper mit fortgerissen und waren wahrscheinlich länger als in der Figur gezeichnet wurde. Poren rundlich, zwei bis drei auf eine Ringbreite gehend. Die vorletzte (von innen nach außen gerechnet) Begrenzungslinie ist nicht einheitlich, sondern in einzelne, zum Teil unregelmäßige Stücke auf- gelöst. Einzelne der Radialstäbe verlaufen im Innern etwas gebogen und nicht in radiärer Richtung. Maße: Scheibendurchmesser 0.26 mm; Durchmesser der Zentralkammer 0,015 mm, der inneren Ringe 0,01 mm, der äußeren Ringe 0,02 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 21. September 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die neue Art steht Stylodictya solmaris H. (87, p. 511) am nächsten. Sie unterscheidet sich aber von ihr durch den größeren Schalendurchmesser (0,20 bei jener, hier 0,26 mm), hat keine 17* 132 Deutsche Südpolar-Expedition. wellig gebogenen Stacheln, dafür aber wellige Ringabgrenzungen, auch kommt nicht nur eine Pore auf eine Ringbreite, sondern deren drei. Die wellige Ringabgrenzung erinnert an den weiter vorn schon beschriebenen Ommatodiscus anacanthus n. sp. Taf. V Fig. 2. Stylodictya heliospira H. Textfigur 47. Stylodictya Miospira, H. 87, p. 512; Taf. 41, Fig. 8. Alle sieben bis neun Ringe zu einer einzigen regelmäßigen Spirale aufgewunden, welche von innen nach außen an Breite zunimmt, jedoch ist die Spirale nicht völlig regelmäßig begrenzt, wie Habckel zeichnet. Zentralkammer sehr klein. Der sechste bis achte Ring doppelt so breit, wie der zweite. Poren auf der ganzen Schale, unregelmäßig rundlich, zwei bis zweieinhalb auf die Ringbreite gehend. Am Rand der Schale viele dünne nadeiförmige Stacheln, bis vierzig und mehr, halb, bis ein Drittel so lang wie der Radius. Maße : Schale nach Haeckel mit sieben Ringen 0,16 mm im Durchmesser. Das mir vorliegende Individuum mit neun Ringen maß 0,243 mm. Durchmesser der Zentralkammer 0,013 mm. Breite der inneren Ringe 0,008 mm, der äußeren 0,013 — 0,016 mm. Poren- durchmesser 0,002 bis 0,006 mm. Vorko m m e n : Mittelmeer, Portonno bei Genua, Oberfläche. Auch fossil im Tertiär von Sizilien, Caltanisetta, nach Haeckel. Deutsche Südpolar-Expedition 20. August 1903, 400 m. Ein Exemplar. Dieses atlantische Exemplar war anscheinend oval in seinem Schalen- bau, auch waren die Stacheln nur ein Drittel so lang als der Radius, die Ringe nicht so breit, und statt sieben Ringen waren deren neun vor- handen, wodurch der Schalendurchmesser um ein beträchtliches er- höht wurde. Wegen dieser Abweichungen wurde das Individuum etwas schematisiert in Text- figur 47 wiedergegeben. Textfigur47. Stylodictya helios- pira H. Atlantisches Exemplar mit ovaler Schale, kurzen Stacheln und !) Ringen. Deutsche Südpo- lar-Expedition 20. Aug. 1903, 4nom 200. Genus Trilobatum nov. gen. Porodisciden mit konzentrischen Ringen, dreiteiliger Zentralkammer und Stacheln, welche auf allen Teilen der Schale stehen. Trilobatum acnferiim n. sp. Textfigur 48. Zentralkammer mit drei halbkugligen Wülsten, die in die Scheibenebene fallen, oft etwas exzentrisch gelegen, wie auch in der Figur zur Darstellung gelangte. In ziemlich weitem Abstände davon liegt die konzentrische kreisförmige Begrenzungslinie des ersten Ringes. Ein zweiter Ring meist vorhanden; mehr Ringe bisher noch oicb.1 festgestellt. Die Schale ist mit vielen bis fünfzig und mehr elastischen, dünnen nadeiförmigen Stacheln bedeckt, die nicht nur am Rand stehend radiär von der Scheibe aussl rahlen, sondern nach allen Richtungen auch von den flachen Seiten der Scheiben- Popofsky, Sphaerellarien. 133 Textfigur 48. Trilobatum acuferum n. gen. n. sp. Individuum mit zwei Ringen um die dreilappige Zentralkammer. Zweiter Ring unvollständig. Deutsche Südpolar- Expedition 15. Mai 1903, 400 m 434. förmigen Schale ausgehen. Diese ist von vielen verhältnis- mäßig großen polygonalen, ungleichen Poren durchsetzt, von denen drei auf einen Ringdurchmesser entfallen. Maße: Durchmesser der Zentralkammer 0,016 mm. Durchmesser der Schale bei zwei Ringen 0,05 mm. Länge des äußeren Stachelendes 0,055 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m, 10 Exemplare; 18. September 1903, 400 m, 2 Individuen.' Trilobatum tribracchium n. sp. Textfigur 49. Zentralkammer dreiteilig, aus drei anscheinend gut von- einander getrennten kugligen Teilen bestehend. Alle drei Teile liegen in der Hauptebene der flachen scheibenförmigen Schale. Auf den drei Kerben der Zentralkammer erheben sich von den Stacheln aus gebildet und auch von diesen getragen drei trapezartige Hohlräume, deren kleinere Basis der Kerbe aufliegt. Sie sind an den einander zugerichteten Seiten (den Schenkeln der Trapeze) offen, nach außen jedoch durch C4itterwerk geschlossen. Von der Zentralkammer erheben sich viele schlanke nadeiförmige Stacheln, die die aufgesetzten Trapeze durchsetzen und noch weit über den Rand hinaus- ragen. Auch in den Zwischenräumen zwischen den Trapezen stehen Stacheln, sowie auch auf den flachen Seiten der Schale (in der Figur nach oben und unten gerichtet). Die äußeren Stachelenden erreichen die Länge des Durchmessers der Schale. Diese ist von vielen un- regelmäßig rundlichen, verschieden großen Poren durchbrochen. Die ganze Schale macht den Eindruck, als ob um die dreiteilige Zentralkammer ein neuer Ring angelegt werden sollte, der aber nur in miteinander abwechselnden Sechsteln zur Ausbildung gelangte. Daß in dieser Form Entwicklungsstadien von noch nicht bekannten Padiolarien vorliegen, ist möglich, doch wurde die Art in dieser Ausbildung (wie sie die Textfigur 49 zeigt) häufiger gefunden. Textfigur 49. Trilobatum tribracchium n. gen. n. sp. Äußerer Ring um die dreiseitige Zentralkammer noch unvollständig, in drei Teilen angelegt. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m X G50. 134 Deutsche Südpolar-Expedition. Maße: Durchmesser der Zentralkammer von einem Buckel bis zu einer Kerbe 0,035 mm. Durchmesser der ganzen Schale über den breitesten Teil gemessen 0,06 mm. Länge der äußeren Stachelenden 0,06 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m; 9., 11. 20. August 1903, 200—400 m; 11. September 1903, 400 m; 13. Oktober 1903, 200 m. Je ein Exemplar. Diese Art ist offenbar mit der vorhergehenden Trilobatum acuferum nahe verwandt. Die Drei- teilung der Zentralkammer, die bei der letztgenannten erst durch Einkerbungen angedeutet ist, ist hier bis zu einem gewissen G-rade durchgeführt. Trilobatum tribraccliium ist also die höhere Ent- wicklungsstufe und damit die phylogenetisch jüngere Art. Stylochlainydium asteriscus H. Textfigur 50. Styloehlamydium asteriscus, Haeckel 1887, p. 514; Taf. 41, Fig. 10. Alle Ringe konzentrisch von innen nach außen an Breite zunehmend, so daß der fünfte Ring doppelt so breit ist wie der zweite. Poren unregelmäßig, rundlich von innen nach außen an Größe abnehmend, auf dem Rand oft nur noch als winzige Punkte erkennbar. Am dritten Ring gehen zwei Poren auf die Ringbreite, am fünften vier bis fünf kleinere. Der von den Ringen gebildete Teil ist von einem Äquatorialgürtel umgeben, der ein Drittel bis fast halb so breit sein kann wie der Radius lang ist. Der äußerste Ring ist nach dem Äquatorialgürtel zu streckenweis nicht abgegrenzt, da die Grenzlinie mehrere Male unterbrochen wird. Der Äquatorial- gürtel ist an den Stacheln, von denen zehn bis zwölf mehr oder weniger regelmäßig gestellt sein können, zipfelig in die Höhe gezogen. Vier Stacheln, die kreuzweis gestellt sind, sollen nach Haeckel an der Zentralkammer entspringen, je zwei der übrigen, in den Quadranten dazwischen, von dem ersten Ring ausgehend. Von einer derartigen Regelmäßig- keit in der Stachelanordnung war an meinem Exem- plar nichts zu sehen. M a ß e : Durchmesser der fünf Ringe 0,11 — 0,15 mm. Durchmesser der ganzen Scheibe 0,18 — 0,25 mm. Breite des zweiten Ringes 0,01 mm, des fünften Ringes 0,02 mm. Poren 0,001 bis 0,005 mm. Vorkommen: Pacifik, Challenger- Station 272; aus 2600 Faden Tiefe. Deutsche Süd- polar-Expedition 13. Oktober 1903, 200 m. Ein Exemplar. Das von der Deutschen Südpolar-Expedition gefangene Tier dieser Art war bedeutend unregel- mäßiger gebaut als Haeckel für Stylochlamyddum asteriscus angibt und abbildet, es hatte auch nur zehn unregelmäßig verteilte Stacheln und war (siehe Maße) bedeutend kleiner. Die Art der TextfiguröO. Styloehlamydium asteriscus H. Vielleicht abnorme Form von Stylodictya dujardinii 11. Deutsche Südpolar-Expedition L3. Okt. 1!)0Ö, 200 m > 3?,0. Popofsky, Sphaerellarien. 135 Begrenzung des fünften Ringes nach außen läßt darauf sehließen, daß nicht immer soviel Ringe vorhanden zu sein brauchen und auf dieselbe Weise durch Ringauflösung der äquatoriale Gürtel entstanden zu denken ist. Damit würde die Art dem Stylodictyum Dujardinii erheblich nähergerückt und vielleicht als eine abnorme Form dieser Art anzusehen sein. In den Maßen und der unregel- mäßigen Stachelanordnung würde das Individuum der Südpolar -Expedition Stylochlamidium lim- batum, Ehrenberg, entsprechen, unterscheidet sich aber von diesem durch die fast gleich- bleibende Ringbreite. Genus Amphibrachium Haeckel 1881, p. 460. Porodiscide mit zwei einfachen ungeteilten gekammerten Armen in einer Achse gegenüber- stehend. Ohne Netzwerk zwischen den Armen (Patagium). Ainphibrachium monstrosum n. sp. Taf. IV, Fig. 2. Zwei gehämmerte Arme, zwei- bis zweieinhalbmal so lang wie breit, mit fünf bis sieben Kammern von konvexen Kugelhauben, gleichbreit der ganzen Länge nach und an den Enden wie abgebrochen erscheinend. Beide Arme stehen sich nicht axial gegenüber, sondern die Hauptachse ist geknickt. Die Arme gehen von einem Zentralstück aus, welches aus einer Zentralkammer und einem dazu konzentrischen Ring besteht. Der Ring und die Armkammern sind von Radialstäben durchsetzt. Die ganze Schale ist mit Rauhigkeiten und Dornen besetzt, die möglicherweise ein umhüllendes Gitterwerk (Patagium) entstehen lassen. Die Poren, die die ganze Schale überziehen, sind unregel- mäßig rundlich und verschieden groß. Maße: Länge eines Armes vom Skelettmittelpunkt gemessen 0,085 mm, Breite desselben 0,034 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar -Expedition 15. Mai 1903, 400 m. Ein Exemplar. Die geschilderte Form erinnert viel an Amfhymenium monstrosum H. (87, p. 520 Taf. 44, Fig. 11). Doch ist dort ein die Arme umhüllendes Netzwerk (Patagium) vorhanden und die Hauptachse bedeutend mehr geknickt, auch sind drei spiralig um die Zentralkammer aufgerollte Ringe vorhanden, nicht nur einer. Wenn, was nicht unwahrscheinlich ist, ein Patagium von den Dornen und Stacheln aus angelegt wird, so würde die Art zur Gattung Amfhymenium H. gehören. Auch liegt hier, wie Haeckel schon bei Amfhymenium monstrosum vermutet, der Verdacht nahe, daß wir es mit einer monströs entwickelten dreiarmigen Porodiscide, also einer Euchitonia (bzw. Ehopctlastrum, wenn kein Patagium zur Ausbildung gelangt) zu tun haben, bei der zwei Arme unter großem stumpfen Winkel geneigt sind, während der dritte Arm nicht zur Entwicklung gelangte. Doch gilt das mehr für jene HAECKELsche Art, als für die neue, da hier die Abweichung von der Hauptachse verhältnis- mäßig gering ist. Genus Amphicraspedum Haeckel 1881, p. 460. Porodiscide mit zwei gekammerten Armen, die sich gegenüberstehen und durch ein Netzwerk verbunden sind (Patagium). Einer oder beide Arme am distalen Ende in zwei Äste gegabelt. 136 Deutsche Südpolar-Expedition. Amphicraspedum anomalum n. sp. Tat III, Fig. 4. Beide Arme verschieden gestaltet, der längere ungegabelte Arm lanzettlich, ein wenig gebogen; Kammerimg nicht mehr erkennbar, nur am Grunde setzen sich die Ringe, die um die Zentral- kammer liegen, auf diesen und den anderen Arm fort. Der kleinere Arm in der unteren Hälfte ein- fach, rechteckig, in der distalen Hälfte in zwei kreisförmige Äste gegabelt. In dem Stück, wo der untere Armteil mit den Gabelästen zusammentrifft, findet sich wieder eine konzentrische Anordnung der Skelettmasse, ähnlich wie im Skelettmittelpunkt, doch undeutlicher, mit zwei bis drei ungenau abgegrenzten Ringen. Die Arme stehen sich nicht diametral gegenüber und sind unregelmäßig gebogen. Sie sitzen auf dem zentralen Skeletteil, welcher aus einer Zentralkammer und fünf kon- zentrischen Ringen besteht, von denen allerdings nur zwei vollständig entwickelt sind, während von den übrigen nur der durch den überstumpfen Winkel gehende Teil entwickelt ist, der sich dann in den Armen allmählich verliert. Die Arme werden durch ein Netzwerk (Patagium) verbunden und sogar an den Enden davon umhüllt. Maße: Länge der Hauptachse 0,31 mm. Größte Breite des ungeteilten Armes 0,063 mm. Größte Breite des gegabelten Armes 0,1 mm. Größte Breite des Patagiums 0,18 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition 30. August 1901. Ein Exemplar. Die neue Art erinnert an Amphicraspedum WyviUeanum H. (87, p. 523, Taf. 45, Fig. 12), unter- scheidet sich aber durch die unregelmäßig gebogenen Arme, die nicht in einer Achse stehen, durch die Rosettenanlage im Gabelarm und durch die fünf konzentrischen Ringe um die Zentralkammer, von denen bei jenem nur drei vorhanden sind. Genus Hymeniastrum Ehrenberg 1847, p. 54. Porodiscide mit drei einfachen ungeteilten gehämmerten Armen, die durch Netzwerk verbunden sind. Die dreieckige Schale ist regelmäßig, mit drei gleichen Armen und drei gleichen Ecken aus- gebildet. Hj iiieniastrum euclidis H. Testfigur 51. Euchüonia euclidis, HÄeckel 1881, p. 490, Taf.XLIII, Fig. 13. Hymeniastrum euclidis, Haeckel 1887, p. 531, Taf. 43, Fig. 13. Arme eineinhalb- bis zweimal so lang als an der breitesten Stelle breit, keulenförmig an der breitesten Stelle; am distalen Ende dreimal so breit wie am proximalen Teil. Das Patagium, welches die Arme verbindet, ist vollständig, läuft auch über die runden Arrnenden hinweg und hüllt so die ganze dreieckige Schale ein; es besitzt acht bis neun konvexe Kammerreihen. Das in der Textfigur dargestellte Textfigur 51. Hymeniastrum euclidis H. Individuum hat noch kein vollständiges Patagium und ist Entwicklungsstadium, weil noch kein voll- (lahpr woW als Entwicklimgsstadiurn anzusehen. Die Maße ständiges Patagium vorhanden. Deutsche oua- polar-Expedition C. Okt. 1903, x 220. stimmten mit den HAECKELschen gut überein, doch waren Popofsky, Sphaerellarien. 137 die Arme etwas massiger und breiter, was in den mitangegebenen folgenden Zahlen zum Aus- druck kommt. M a ß e : Radius eines Armes 0.17—0,18 mm. Breite an der Basis 0,025—0,03 mm. Größte Breite 0,07—0,09 mm. V o r k o m m e n : Deutsche Südpolar - Expedition 6. Oktober 1903, Oberfläche. Zwei Exemplare. Genus Euchitonia Ehrenberg 1860, p. 831. Porodisciden mit drei einfachen, ungeteilten gehämmerten Armen, die durch ein Netzwerk verbunden sind (Patagium). Die dreieckige Schale ist bilateral, indem ein Arm dem anderen Arm- paar, das meist einen kleineren Winkel miteinander bildet, in der Verlängerung einer den Winkel zwischen jenen beiden Armen halbierenden Linie gegenübersteht. Euchitonia mülleri H. Textfigur 52—54. Euchitonia müUeri, Haeckel 1862, p. 508, Taf. XXX, Fig. 5— 10. Euchitonia mülleri, Stöhr 1880, p. 110, Taf. V, Fig. 5. Euchitonia müUeri, Haeckel 1887, p. 533. Abstand der beiden zusammengehörigen, , .gepaarten" Arme ungefähr zwei Drittel so groß wie der von dem Einzelarm, der meist etwas länger ist. Länge der Arme zweieinhalb bis dreimal so Textfigur .VJ. Euchitonia muelleri H.(?) Dunkle, fast undurchsichtige Form mit vollständigem Patagium und breiten Armen. Deutsche Südpolar-Expedition -2. Juni 1903, ■ 220. Textfigur 53. Euchitonia muelleri H. (?) Breitarmige Form mit unvoll- ständigem Patagium und spiraligem zentralen Skelettteil. Deutsche Süd- polar-Expedition 11. Sept. 1903, 400 m > 220. Textfigur 54. Euchitonia muelleri H. Schmalarmige Form mit kon- zentrischem Aufbau der zentralen Skelettteile und eben sich entwickeln- dem Patagium. Deutsche Südpolar- Expedition S.Aug. 1903, 50m x 200. lang wie dieselben am abgerundeten Ende breit sind. Das Patagium mit konkaven Kammerreihen hüllt die Arme ein bis auf die freibleibenden Enden. Um die Zentralkammer vier bis fünf Ringe. Sehr variable Art nach Haeckel. Maße: Radius der Arme 0,15—0,22 mm. Basale Breite 0,03—0,05 mm. Distale Breite 0,06—0,08 mm. Vorkommen : Kosmopolit, nach Haeckel eine der gemeinsten Arten der Discoidea in allen Meeren, Oberfläche und verschiedene Tiefen. Fossil im Tertiär von Barbados und Sizilien. Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 18 iSfi Deutsche Südpolar-Expedition. Deutsche Südpolar-Expedition 8. August 1903, 50 m (zwei Exemplare); 18. September 1903, 400 m (ein Exemplar). Die in Textfigur 52 und 53 abgebildeten Exemplare lassen sich schlecht einer der bekannten Euchitonia-Ästen einfügen, da bei dem von Haeckel beschriebenen Typus die gehämmerten Arme verhältnismäßig dünn und schlank sind, während sie bei diesen beiden dick sind. Die in Figur 53 dargestellte Euchitonia schließt sich an Figur 52 und damit an den Typus dadurch an, daß das Patagium dieselbe Höhe an den Armen erreicht und sein Gitterwerk deutlich noch von dem Arm- gitterwerk unterscheidbar ist. Die Schichtung des zentralen Netzwerkes um die Zentralkammer ist jedoch nicht konzentrisch, sondern deutlich spiralig. Ein Unterschied der in anbetracht des häufigen Wechsels zwischen konzentrischem und spiraligem Bau bei vielen Stylodictya- Arten nicht von Bedeutung ist. Das in Figur 52 abgebildete Exemplar ist in seinem Gitterwerk so dicht und dunkel geworden, daß das Patagium von dem übrigen Gitterwerk nicht mehr unterschieden werden kann, auch ist der Aufbau des zentralen Netzwerkes unsichtbar. Offenbar ist aber ein Patagium vorhanden, welches die drei Arme völlig einhüllt, sogar die Armenden überzieht. Die äußeren Um- risse und die Größenverhältnisse bei beiden Formen deuten aber offenbar auf eine Zusammen- gehörigkeit derart, daß die Form mit vollständigem Patagium die ontogenetisch ältere darstellt, was sich auch durch dichteres Gitterwerk zu erkennen gibt. Diese massigeren Formen mit fast doppelt so breiten Armen als die normalen Euchitonia muelleri, waren recht häufig und könnte man versucht sein, sie von dieser als Art abzugrenzen, da sie sich auch bei den anderen bekannten Arten von Euchitonia nicht unterbringen lassen. Ich habe da- von Abstand genommen, da Haeckel die Art als sehr variabel bezeichnet. Aus dem Grunde rechne ich auch Euchitonia -Formen hierher, deren Armgitterwerk der drei Arme je eine kreisrunde Scheibe darstellt, welche in ungefähr gleich weiten Abständen der ebenso großen zentralen Scheibe aufsaßen. Sollten die Euchitonia muelleri mit den dickeren Armen und vollständigem Patagium von den übrigen abgegrenzt werden, so möchte ich die Fundorte von den eigentlichen Euchitonia getrennt aufführen. Formen wie Textfigur 53: 15. Mai 1903, 400 m (2 Exemplare); 11. August 1903, 200 m; 7. September 1903, 400 m (2 Exemplare); 11. September 1903, 400 m; 21. September 1903, 400 m (2 Exemplare). Formen wie Textfigur 52 fanden sich im Fang vom 2. Juni 1903 zu drei Exemplaren. Formen mit kreisrunden Armscheiben am 21. September 1903. 400 m und 1. Oktober 1903, 200 m. Euchitonia elegans Ehrenberg. Textfigur 55-57. Taf. VII, Fig. 2. Pteractis elegans, Ehrenberg 1872, p. 299, Taf. VIII, Fig. 3. Euchitonia elegans, Haeckel 1887, p. 535. Abstand der beiden paarigen Arme nur halb so groß als ihr Abstand von dem einzelnen Arm. Alle drei Arme entweder gerade mit welligen Konturen oder, wie Haeckel nach Ehrenbergs Figur (1. e.) beschreibt, die beiden gepaarten Arme mit ihren Enden der Mittelachse zugebogen. Arme drei- bis fünfmal solang als breit mit abgerundeten Enden (Textfigur 57) oder bei Entwicklungs- stadien mit abgebrochen erscheinenden Enden (Textfigur 55, 56, Taf. VII, Fig. 2) oder auch wohl, wie Ehkenbeeg zeichnet, mit zugespitzten Enden. Einen Endstachel auf den Armen, wie ihn Haeckel wohl in fälschlicher Deutung von Ehrenbergs Abbildung beschreibt, habe ich nie gesehen. Auch deutd Letzterer nur an dem Einzelarm eine Spitze an, die aber wohl als unvollendetes Gitter- Popofsky, Sphaerellarien. 139 werk aufzufassen ist. Der zentrale Skeletteil ist meist konzentrisch um die Zentralkammer aufge- baut, oft mehr oder weniger unregelmäßig, gelegentlich auch (siehe Textfigur 55) spiralig. Um die Zentralkammer stets drei Ringe. Die Arme undeutlich gekammert, mit verhältnismäßig großen rundlichen Poren. Das Patagium fast vollständig, bei ausgewachsenen Individuen aus vier bis fünf Etagen Gitterwerk bestehend, dessen äußere Grenze zwischen je einem Paararm und dem Einzelarm konvex, zwischen den Paararmen selbst konkav ist. Vom Patagium bleiben nur die Armenden frei, dasselbe besteht aus sehr feinen zierlichen Gitterästen. Maße: Radius der Arme bis 0,21 mm, Breite derselben am Grunde bis 0,034 mm, am Ende etwas breiter bis 0,037 mm. Arme fast gleich bleibend an Breite vom Grunde bis zur Spitze. Textfigur 55. Euchi- tonia elegans Ehrbg. Entwicklungsstadium, bei dem die Arme eben dem zentralen Skelett- teil aufgesetzt werden. Deutsche Südpolar-Ex- pedition 15. Mai 1903, 400 m x 112. Textfigur 56. Euchitonia elegans Ehrbg. Ent- wicklungsstadium, etwas weiter entwickelt als das in Textfigur 55 dargestellte Tier. Deutsche Südpolar- Expedition 2. Juni 1903, x 112. Textfigur 57. Euchitonia ele- gans Ehrbg. Vollstänig ent- wickeltes Individuum. Deut- sche Südpolar - Expedition 18. Sept. 1903, 400 m x 112. Vorkommen: Ehrenberg: Tropischer Pacifischer Ozean, nahe den Philippinen. 3300 Faden tief. Deutsche Südpolar -Expedition 15. Mai 1903 (4 Exemplare); 2. Juni 1903 (10 Exem- plare); 8. August 1903, 50 m (1 Exemplar); 26. August 1903, 200m (lExemplar); 7. September 1903, 400 m (1 Exemplar); 11. September 1903 (1 Exemplar) ; 18. September 1903. 400 m (1 Exemplar); 21. September 1903, 400 m (1 Exemplar); 6. Oktober 1903 (4 Exemplare). Diese relativ häufige Art kam in den verschiedensten Entwicklungszuständen in den Fängen vor. Die Textfiguren 55 bis 57 geben ein Bild von der Entwicklung der Arme, sowie des verhält- nismäßig spät angelegten Patagiums. Der häufigste Entwicklungszustand, welcher angetroffen wurde, ist auf Tai. VII Fig. 2 dargestellt. Vollständige Individuen (Textfigur 57) fanden sich nur zweimal. Auch hier zeigt sich deutlich die Zugehörigkeit der Jugendformen zu den endgültigen Stadien und daß von einem Schalenbildungsmoment, einer plötzlichen Schalenbildung, wobei die gesamte Schale in ihrer vollen Größe angelegt wird, bei den meisten Radiolarien nicht die Rede sein kann. Die Deutung jener kleineren Individuen als Krüppelformen und Wachstumshemmungen, wie sie neuerdings versucht wird, scheint mir meist nicht zulässig, obwohl solche neben den Entwicklungs- zuständen zweifellos vorkommen. Euchitonia aequipondata n. sp. Taf. VII, Fig. 3, 4. Abstand der beiden gepaarten Arme bedeutend kleiner als der gepaarten von dem Einzelarm, letzterer ist fast zweieinhalb mal so groß als ersterer. Alle drei Arme entweder fast gerade (Taf. VII. 18* i aq Deutsche Siidpolar-Expedition. Fi». 3) oder die beiden gepaarten Arme mit den Enden einander zugebogen. Die Arme sind bis sechseinhalbmal so lang als am Grunde breit und nehmen nach der Spitze mit geschwungenen, aus- gebuchteten Begrenzungslinien an Breite zu, um regelmäßig abgerundet zu endigen. An den Armen keine deutliche Kammerung sichtbar, Gitterwerk der Arme mit kleinen rundlichen Poren, welche, des dunklen Gitterwerkes wegen, nur schwer erkenntlich sind. Die Arme besitzen daher Keulenform. Sie entspringen von einer kleinen zentralen Scheibe, wo um eine winzige Zentralkammer noch drei Ringe, konzentrisch gelagert sind, die sich an Breite etwa gleichkommen. Das Patagium ist voll- ständig oder fast vollständig. Es überzieht den Einzelstachel, ist in den stumpfen Armwinkeln konvex nach außen, im spitzen Armwinkel konkav. Die beiden gepaarten Arme werden anscheinend nicht von dem Patagium überzogen, es müßten denn die vorliegenden Exemplare noch nicht ihren Skelettbau beendet haben. In den stumpfen Armwinkeln links und rechts neben dem Einzelstachel findet sich das Patagium oberhalb des Skelettmittelpunktes klumpenartig verdichtet, so daß dunkle undeutlich abgegrenzte, allmählich in das übrige Skelett übergehende Scheiben dort zu lagern scheinen (Taf. VII Fig. 4), während das übrige Patagium schichtweise aus Kammern aufgebaut ist, von denen besonders die erste, den Armen anliegende Kammerreihe kenntlich ist. Die Skelettver- dichtungen des Patagiums können auch Kreissegmente statt der Scheiben sein (Taf. VII, Fig. 3). Der Bogen dieser Segmente und zugleich der dichteste Teil liegt am weitesten nach außen im Pata- gium, während nach innen zu die Dichte bis zur Sehne des Bogens allmählich abnimmt. Auch kann der zentrale Teil insofern unregelmäßig werden, als von dem äußersten Ring nur die eine Hälfte ausgebildet wird. Maße: Radius der Arme 0,2 — 0,25 mm; proximale Breite der Arme 0,037 mm; distale Breite derselben 0,073 mm. Vorkommen : Deutsche Siidpolar-Expedition 2. Juni 1903 (Exemplar mit kreisförmigen Skelettwülsten Taf. VII Fig. 4). 11. und 21. September 1903, 400 m; je ein Exemplar mit kreis- segmentartigen Skelettverdichtungen im Patagium (Tai. VII Fig. 3). Die Form erinnert in der Größe und der Art der Skelettbildung an die vorhergehende EucJiitonia elegans. Sie stimmt mit ihr überein in den einander zugebogen gepaarten Armen, dem mit drei Ringen versehenen zentralen Skeletteil und dem fast vollständigen Patagium. Sie unterscheidet sich von ihr durch die keulenförmige Ausgestaltung der Arme (die dort fast gleich breit blieben) und durch die auffällige Verdichtung gewisser Teile des Patagiums. Wobei aber darauf aufmerk- sam zu machen ist, daß Formen wie die in Taf. VII Fig. 3 dargestellte, zu den EucJiitonia elegans überzuleiten vermögen. Welche Bedeutung diesen Patagiumverdichtungen zukommt, bleibt dahin- gestellt; möglich ist, daß dadurch eine günstigere Verschiebung des Schalenschwerpunktes herbei- geführt und das Schweben im Wasser erleichtert wird. Genus Histiastrum Ehbenberg 1847, p. 54. Porodisciden mit vier einfachen ungeteilten gehämmerten (? immer) Armen, die durch ein Patagium verbunden werden. Schale ein regelmäßiges Kreuz bildend mit vier gleich langen Armen und vier rechten Winkeln dazwischen. Popofsky, Spliaerellarien. 141 Histiastrum velatuni H. ('{) Textfigur 58. THdyastrwm velatum, Haeckel IST'.t, Taf.XLVI, Fig. 4. Histiastrum velatwm, Haeckel 1887, p. 545, Tai. 46, Fig. 4. Vier Arme mehr oder weniger (siehe Textfigur 58) birnenförmig, von ihrer sehmaleren Basis schnell an Breite zunehmend, fast kreisförmig, wenig länger als breit. Jeder Arm nach Haeckel mit acht oder neun Querreihen von Kammern, deren distale Begrenzung konvex, proximale konkav ist; die seitliche Grenz- linie derselben ist am Grunde der Arme konkav, weiter oben konvex. In dem mir vorliegenden. Exemplar war die Kamme - rung nicht mehr sichtbar. Um die Zentralkammer drei oder vier Ringe konzentrisch geschichtet, welche die zentrale Scheibe bilden. Auch die Ringe waren nur sehr undeutlich bei meinem Exemplar zu sehen. Die zentrale Scheibe ist et- was kleiner an Flächeninhalt als ein Arm. In den Winkeln zwischen den Armen liegen je sechs bis sieben Radialbalken, welche den Zwischenraum zwischen je zwei Armen voll- kommen ausfüllen und einen Teil des die Arme vollständig Textfigur 58. Histiatrum velatum H. (?) Sehr undurchsichtiges schwammiges Netz- werk. Deutsche Südpolar-Expedition 11. Sept. 1903, 400 m >: 200. einhüllenden Patagiums ausmachen. Radialbalken waren allerdings hier nicht sichtbar, doch zeigte sich das Patagium- netzwerk an den Stellen dunkler und undeutlich wie zu vier kleinen Zwischenarmen abgesetzt. Das eigentliche Patagium wird von einem gleich breiten, aus feinerem Netzwerk bestehenden Gürtel eingeschlossen, der also die ganze Schale umhüllt und ihr das Aussehen eines Vierecks mit abgerundeten Ecken und eingesenkten Seiten verleiht. Maße: Radius der Arme ohne äußere Hülle 0,13—0,2 mm (letzteres von Haeckel ge- messen). Basale Breite der Arme 0,03 (Haekel) bis 0,047 mm; distale Breite 0,087—0,12 mm (Haeckel). Vorkommen: Challenger, Süd-Atlantik, Stat. 330, Oberfläche, Deutsche Südpolar-Ex- pedition 11. September 1903, 400 m (1 Exemplar). Das mir vorliegende Exemplar, welches auch in Textfigur 58 in Umrissen dargestellt wurde, ließ nicht so viele Einzelheiten erkennen, als Haeckel beschreibt, war undurchsichtiger und schwammiger im Netzwerk und bedeutend kleiner, was auch in der Diagnose und den Maßen zum Ausdruck gebracht wurde. Man könnte daher Zweifel hegen, mein Exemplar als zu Histiastrum velatum gehörig zu betrachten, was durch das Fragezeichnen hinter dem Namen ausgedrückt wer- den soll. Histiastrum quadratum n. sp. Textfigur 59. Taf. VI, Fig. 4. Das Skelett dieser neuen Art ist außerordentlich dunkel und schwammig, so daß Einzelheiten nicht mehr erkennbar waren. Die Arme sind (Textfigur 59) anscheinend am Grunde fast so breit wie an der Spitze, vielleicht (Taf. VI, Fig. 4) ein wenig schmäler. Sie haben die Form eines Recht- 142 Deutsche Südpolar-Expedition. ecks mit abgerundeter distaler Kante. Von dem Aufbau der zentralen Scheibe war nichts mehr zu wehen. Zwischen den Armen liegt das Patagium, welches dieselben vollständig einhüllt und nur die Spitze freiläßt. Über das eigentliche Patagium zieht sich ein Gürtel feineren Netzwerkes, welches nach außen geradlinig begrenzt wird und über den Armenden zu Ecken ausgezogen ist, soclaß die ganze Schale die Form eines Quadrates erhält, in welchem man dunkler und undeutlich die Zentralscheibe mit den vier Armen liegen sieht. Textfigur 59. Histiastrum quadra- tum n. sp. Entwicklungsstadium, dessen Patagium noch nicht voll- ständig ist. Deutsche Siidpolar-Ex- pedition 6. Okt. 1901, x 330. Textfigur t;0. Entwicklungsstadium einer Histiastrum-Art, welches die erste Anlage des Gitterwerks der vier Arme zeigt. Deutsche Südpolar-Expedition 2. Juni 1903, x 434. Maße: Radius der Arme 0,1 mm. Diagonale der quadratischen Schale 0,23 mm. Basale Breite der Arme 0,05 mm; distale Breite 0,06 mm. Vork o m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 6. Oktober 1901, 2. Juni 1903, 11. Septem- ber 1903, 400 m. Je ein Exemplar. Das in der Textfigur 59 abgebildete Individuum hat noch nicht den charakteristischen form- gebenden Gürtel der ausgebildeten Schalen, ist also ohne Zweifel ein Entwicklungsstadium. Die viereckige Schale, also das vollständige Histiastrum, wurde zweimal gefunden. Anhangsweise sei hier ein Entwicklungsstadium einer Histiastrum- Art erwähnt und abgebildet (Textfigur 60), dessen Zugehörigkeit sich auf dieser Stufe noch nicht bestimmen läßt, welches aber zeigt, wie die Armanlage an der zentralen, hier ausnahmsweise spiralig gebauten Zentralscheibe vor sich geht. Es fand sich in einem Fang der Deutschen Südpolar-Expedition vom 2. Juni 1903. Farn. Pyloiliscidae Haeckel 87, p. 561. Radiolarien mit scheibenförmiger Schale, bei denen eine einfache, nicht geringelte oder spirahge Schalr von einem oder zwei triradialen Gürteln umgeben wird. Jeder Gürtel hat drei große Öff- nungen („Tore"), zwischen denen drei einfache, nicht geteilte Armkammern liegen. Auch die Öffnungen können noch durch Gitterwerk verschlossen werden. Der hierher gehörige Triodiscus variabilis Pop. wurde schon unter den antarktischen Radiolarien von mir gefunden und seinerzeit (Pol-. 08, b. 225, Taf. XXV, Fig. 4, Tat. XXVI, Fig. 1—3) be- schrieben und abgebildet. Besonders auffällig erschien dort der Unterschied zwischen einem aus dem Warmwassergebiet vom 22. Juli 1903, 400 m und einem aus einem Kaltwasserfang stammenden Popofsky, Sphaerellarien. 143 Individuum, indem ersteres nur wenige kurze, letzteres dagegen bedeutend mehr und lange Stacheln besaß. Fünf weitere Exemplare aus dem Warmwasserfang vom 21. September 1903, 400 m zeigten jedoch zum Teil dieselben langen Stacheln wie die KaltwasserfoTm. Es scheint also, als wenn die Stachellänge bei Kalt- wie Warmwassertieren unserer Art individuell variiert. Ein Grund mehr, vorsichtig in der physikalisch-mechanischen Deutung von Stachellängen zu sein, etwa in der Art, daß Warmwasserformen kürzere, Kaltwasserformen längere Stacheln besäßen, um damit größere oder geringere Reibungswiderstände zu erzielen, ein Schluß, der nach den zuerst vorliegenden Befunden leicht fälschlicherweise gezogen werden konnte. Fain. Spongodiscidae Haeckel 18S7, p. 573. Schale flach, scheibenförmig; eine einfache kuglige (?) Zentralkammer, umgeben von einem unregelmäßigen schwammigen Netzwerk (manchmal mit konzentrischen Ringen um die Zentral- kammer). Oberfläche der Schale ohne Gitterplatten, durchweg schwammig. Genus Spongodiscus Ehrenberg 1854. Spongodisciden mit einfacher kreisförmiger Scheibe, ohne Radialstacheln und radiale Anhänge und ohne Äquatorialgürtel am Rand. Spongodiscus bicoiicavus H. Taf. VI, Fig. 2. Spongodiscus biconcavus, H. 87, p. 577. Die Schwammschale ist kreisrund und auf den flachen Seiten bikonkav, ringartig, am Rande dicker als in der Mitte (nachHAECKEL zweimal so dick), welch letztere ausgehöhlt ist. Mit unregel- mäßigem Netzwerk, ohne konzentrische Ringe. Zentralkammer nicht sichtbar. Maschenwerk innen dichter als in der äußeren lockeren Hälfte. Maschen der äußeren Hälfte fünf- bis sechsmal, der inneren Hälfte zwei- bis dreimal so dick wie die trennenden Gitteräste. Die Schale ist im Zentrum dunkler, dann folgt ein hellerer Ring, darauf ein ebenso breiter dunkler Ring, der nach dem Rande zu etwas heller wird. Diese Schattierung erklärt sich wahrscheinlich so : Durch das dichtere Maschen- werk muß das Zentrum dunkler erscheinen, dann beginnt aber das feinere Netzwerk, das in dünner Schicht heller aussieht, daher der helle Ring. An dem dickeren Rande decken sich mehr Netz- fäden, wodurch derselbe dunklere Schattierung annehmen muß. Maße: Durchmesser der Scheibe 0,216 — 0,25 mm, der äußeren Maschen 0,01 — 0,012 mm, der inneren 0,004 — 0,006 mm. Der kleinere Durchmesser gilt für das von der Südpolar -Expedition gefangene Exemplar. Vorkommen: Challenger -Expedition, Pacifik, Station 265, 2900 Faden tief. Deutsche Südpolar -Expedition 1. Oktober 1901 und 18. und 21. September 1903, 400 m, je ein Exemplar. Die geringere Größe (0,21 gegen 0,25 bei Haeckel) ist wohl darauf zurückzuführen, daß die scheibenförmige Schale bei meinen Individuen noch nicht völlig entwickelt war, worauf auch der rauhe unfertige Rand hindeutet, der ein weiteres Breitenwachstum der Schale zuläßt und andeutet. 144 Deutsche Südpolar-Expedition. Genus Stylotrochus Haeckel 1862, p. 463. Spongodisciden mit zahlreichen festen Radialstacheln auf dem Rand der Scheibe, alle in der Äquatorialebene gelegen. Stylotrochus arachnius H. Spongotrochus arachnius, H. 62, p. 464. Stylotrochus arachnius, H. 87, p. 583. Stylotrochus arachnius, Popofsky 08, p. 227, Taf. XXVI, Fig. 5, 6; Taf. XXVIII, Fig. 1. Betreffs genauerer Beschreibung und Abbildung der gut kenntlichen Art mit linsenförmiger, kreisrunder Schale ohne konzentrische Ringe und acht bis zwanzig Stacheln auf dem Schalenrande verweise ich auf meine Arbeit über die antarktischen Radiolarien (08). Die Art gehörte zu den wenigen dauernd im Kaltwassergebiet festgestellten Radiolarien. Sie wurde von der Südpolar- Expedition häufiger auch im Warmwassergebiet an folgenden Stellen gefischt: 15. Mai 1903, 400 m; 11. August 1903, 200 m; 26. August 1903, 200 m (2 Exemplare); 1. September 1903, 45 m; 11. Sep- tember 1903, 400 m. Wie ich früher (1. c.) bemerkte, wichen die von Haeckel beschriebenen Warmwasserformen insofern von denen des Kaltwassers ab, daß erstere nur bis zu 0,15 mm, letztere sogar bis zu 0,37 mm Schalenbreite erreichten. Bei zwei gemessenen Warmwasserindividuen betrug der Schalendurch- messer 0,08 mm in beiden Fällen, war also noch geringer als bei Haeckels kleinsten Individuen. Dafür war aber die Stachellänge, wie Haeckel auch für Warmwasserindividuen angibt, bedeutend größer, bis zu 0,2 mm. Übergänge zwischen kleinschaligen, langstachligen und großschaligen, kurz- und breitstach- ligen Formen sind jedoch schon von mir früher beobachtet und beschrieben worden. Genus Spongotrochus Haeckel 1860, p. 844. Spongodisciden mit zahlreichen festen Radialstacheln über die ganze Oberfläche und den Rand der Schale unregelmäßig zerstreut, oder zu beiden Seiten desselben regelmäßig auf der Schale ange- ordnet. Spongotrochus brevispinus H. (J) Textfigur 61. Spongotrochus brevispinus, Eaeckel 1862, p. 462, Taf. XXVII, Fig. 4, 5. Spongotrochus hrevispinus, Haeckel 1887, p. 586. Das schwammige Netzwerk der ganzen kreis- runden Scheibe unregelmäßig, überall gleichartig. Die ganze Oberfläche der Scheibe mit zahlreichen, kurzen, nadeiförmigen Stacheln besetzt, die stets radial ge- stellt sind. Stacheln ungefähr so lang (?) wie die Dicke der Schale, welche etwa ein Fünftel des Durch- Tcxtfigur (il. Spongotrochus brevispinus H. Deut- . sehe Südpolar-Expedition ll.Sept. 1903, 400 m x 300. messers ausmacht. Bei meinen Exemplaren waren Popofsky, Sphaerellarien. 145 die Stacheln etwas länger. Die Zahl der Stacheln ist sehr groß und beträgt schätzungsweise zweihundert bis zweihundertundvierzig. Maße: Schalendurchmesser 0,14—0,18 mm. Länge der Radialstacheln 0,02—0,04 mm, basale Breite derselben 0,002 mm. Vorkommen: Nach Haeckel kosmopolitisch, Mittelmeer, Atlantischer und Pacifischer Ozean, Oberfläche. Deutsche Südpolar-Expedition 11. September 1903, 400 m. Zwei Exemplare. Die beiden von mir der Art zugerechneten Individuen waren kleiner im Schalendurchmesser und besaßen auch kürzere Stacheln. Npongotroclius glacialis Pop. Spongotrochus glaäälis, Popofsky 1908, p. 228, Tat'. XXVI, Fig. 8; Tal XXVII, Fig. 1; Taf. XXVIII, Fig. 2. Die an anderer Stelle von mir (1. c.) genauer beschriebene und abgebildete Radiolarie besitzt eine linsenförmige Schale aus feinem Schwammgerüst und ist mit vielen verschieden großen Stacheln besetzt, von denen dreizehn bis zwanzig oder mehr groß und kräftig, die anderen kleiner und dünn sind. Auch diese Art war wie Stylotrochus arachnius eine in südlichen Kaltwässern häufigere Radiolarie. Fundorte im Warmwassergebiet waren bisher von ihr nicht bekannt. Die Deutsche Südpolar- Expedition fing sie an folgenden Stellen: 2. Juni 1903; 1. September 1903, 45 m; 7. September 1903, 400 m; 11. September 1903, 400 m (2 Exemplare); 18. September 1903, 400 m (2 Exemplare). Der Schalendurchmesser bei zwei gemessenen Individuen betrug 0,14 und 0,13 mm, während er bei antarktischen Exemplaren von 0,2—0,24 mm festgestellt wurde. Es findet sich also auch hier die Eigentümlichkeit des Skelettes, daß dasselbe im Warmwassergebiet fast nur halb so groß ausgebildet wird wie im Kaltwasser. Ähnliches zeigte schon der verwandte Stylotrochus arachnius. Ordnung Larcoidea. Spumellarien mit ungleichem Schalenwachstum nach drei verschiedenen aufeinander senk- rechten Achsen. Familie Pylonidae Haeckel 1881, p. 4(>3. Larcoideen d.h. Spumellarien mit langelliptischer Zentralkapsel und Kieselschale, deren Wachs- tum verschieden ist in Richtung der drei ungleichen aufeinander senkrechten Achsen. Geome- trische Grundform des Skeletts ist das triaxiale Ellipsoid. Kortikalschale stets unvollständig gegittert, zwei, vier oder mehr symmetrisch angeordnete ,,Tore" freilassend, zwischen den drei gegitterten Gürteln, die auf einander senkrecht stehen. Ein, zwei oder drei konzentrische Systeme solcher Gürtel (jedes System aus drei Gürteln bestehend) können vorhanden sein. Um das Verständnis der schwer zu erkennenden Arten und ihres Schalenbaus zu erleichtern, sind die ÜAECKELschen Bezeichnungen gebraucht und in dem nebenstehenden Schema, Textfigur 62, dargestellt. Das Ellipsoid mit drei verschieden langen Achsen besitzt eine Längs- oder Hauptachse (von oben nach unten in der Figur verlaufend), die längste der drei gewöhnlich, dann eine Quer- oder Lateralachse, in der Figur von links nach rechts gezeichnet und eine Sagittalachse, die kleinste Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 19 14G Deutsche Südpolar-Expedition. der drei, von vorn nach hinten verlaufend. Die Ebene, die durch Längs- und Sagittalachse geht, heißt Sagittalebene (in der Figur von vorn nach hinten verlaufend). Durch Sagittal- und Lateral - achse geht die Äquatorial- oder Zonalebene (obere von der unteren Hälfte in der Figur trennend); durch Längsachse und Lateralachse verläuft die Lateralebene (in der Figur in der Zeichenfläche liegend). Dementsprechend gibt es (Textfigur 63. 64) in der Äquatorialebene liegend einen Äqua- Lälgs\t"<>x Aiouatfi }£«» Textfigur 62. Schema für die Achsen und die durch . dieselben bestimmten Ebenen der Larcoidea. Textfigur 63. Schema für die Gürtelbildung bei den Larcoidea. Atqualonal- Ti Lati Textfigur 64. Schema für die Gürtelbildung des Äqua- torial- und Lateralgürtels der Larcoidea. Dasselbe Schema wie in Textfigur 63 von einem Pol aus gesehen. Sa- gittalring fortgelassen. torial- oder Quergürtel, dann in der Lateralebene einen Lateralgürtel, in der Sagittalebene einen Sagittalring. In dieser Reihenfolge scheinen auch phylogenetisch wie ontogenetisch die Gürtel zu entstehen, wenn sie alle drei an demselben Tier vorhanden sind. Am schnellsten kommt man in der Deutung der Schalen vorwärts, wenn man sich das triaxiale Ellipsoid modelliert und mit den Gürteln bemalt, wodurch die in verschiedenen Lagen erscheinenden Gürtel der Skelette ohne weiteres von selbst erkenntlich werden. Es sei auch hier auf die interessanten Studien und Zeichnungen von Jörgensen 1905, p. 120, Taf. X, Fig. 42 — 45 verwiesen, welche den eigen- tümlichen Aufbau des Skelettes von Phorticium pylonium H. verdeutlichen sollen und auch zum Verständnis des Skelettbaues der Pyloniden herangezogen werden können. Genus Monozonium Haeckel 1887, p. 633. Pyloniden mit einfacher, kugliger oder triaxial ellipsoider Zentralkammer, umgeben von einem einzigen gegitterten Äquatorial- oder Quergürtel. Monozonium pachystylum n. sp. Textfigur 65, 66. Zentralkammer der Schale verhältnismäßig groß und deutlich triaxial ellipsoid, also mit drei ver- schieden langen Achsen, so daß bei Blick auf die auf der Bildebene senkrechte Sagittalebene eine breitere, auf die auf der Bildebene senkrechte Lateralebene, entsprechend den beiden Textfiguren 65, 66, eine schmalere Ellipse im Querschnitt entsteht. Um die Zentralkammer ein einziger ellipsoider Poi'OFSKV, Sphaerellarien. 147 Gürtel, der Quer- oder Äquatorialgürtel. Beide Seitenflügel des Ringes gleichgroß, mit drei bis vier Reihen großer unregelmäßiger runder, an Größe verschiedener Poren. Die Gitterbalken ein Drittel bis halb so lang wie die Poren, nach außen unregelmäßig erhaben, so daß die Poren in Wulste eingebettet und von runden Buckeln getrennt erscheinen, die da, wo drei Poren zusammenstoßen, meist einen kurzen, plumpen, gelegentlich (Textfigur 65) auch zugespitzten Dorn bilden. Am und um den oralen, sowie den aboralen Pol der Zentralkammer, deren Gitterwerk einen ähnlichen Bau besitzt, erheben sich einige stärkere, zugespitzte Stacheln. Textfigur 65. Monozonium pa- chystylum n. sp. Ansicht schräg auf den Äquatorialgürtel. Deut- sche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 440 m x 434. Textfigur 6G. Monozonium pa- chystylum n. sp. Blick auf den Lateralgürtel. Deutsche Südpo- lar-Expedition 2. Juni 1903, x434. Maße: Längsdurchmesser der Zentralkammer 0,046 mm, Querdurchmesser (Lateralachse) bis 0,05 mm, Äquatorialachse 0,02 mm. Breite der Gürtelflügel nach links oder rechts vom Skelett- mittelpunkt gemessen 0,036 — 0,05 mm. Breite des Gürtels (von oben nach unten) bis zu 0,054 mm (aber nicht an den verbreiterten Enden gemessen). Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m (1 Exemplar); 2. Juni 1903 (1 Exemplar). Die Art unterscheidet sich von den bekannten Monozonium -Arten durch die große Zentral- kammer und den mit rauher Oberfläche und unregelmäßig gestellten Stacheln versehenen Äqua- torial (Quer- )gürtel, sowie die Stacheln am oralen und aboralen Pol. Es scheint mir jedoch nicht ausgeschlossen, daß eine Weiterentwicklung im Verlauf der Onto- genese stattfindet, indem noch der Lateralgürtel, der durch Ausziehen und Breiterwerden der Gürtelflügel des Äquatorialgürtels gegen den Rand hin angedeutet ist, wirklich ausgebaut wird; dieser Lateralgürtel würde dann sich dachartig über den oralen und aboralen Pol wölben. Die Ver- treter der Genera Monozonium, Dizonium, Trizonium scheinen überhaupt manche ontogenetisch zusammenhängende Entwicklungsstadien zu umfassen. Genus Amphipyle Haeckel 1881, p. 463. Pyloniden mit einer aus drei Gürteln entstandenen, die Zentralkammer umschließenden Me- dullarschale (innere), welche von einem einzigen gegitterten kortikalen Quer- oder Äquatorialgürtel umgeben wird. Eine solche Medullarschale soll im folgenden nach Haeckel Larnacilla- Schale genannt werden. 19* 148 Deutsche Südpolar-Expedition. Amphipjle aspera n. sp. Textfigur 67, 68. Die Medullarschale umschließt die triaxial-ellipsoide Zentralkammer, welche mit den ersten drei Gürteln die Medullarschale bildet. Der erste, der Äquatorialgürtel, ist an zwei gegenüberliegen- den Punkten mit der Zentralkammer verwachsen und nimmt von diesen Punkten aus Ursprung. Er ist in der Figur als dunkleres, von links nach rechts ziehendes, an den Seiten nach oben und unten ausschweifendes Band gezeichnet. Diese Ausschweifungen bilden den Lateralring, von dessen in der Figur 68 am weitesten oben und unten liegenden Stellen sich der Sagittalring dem Be- schauer entgegenwölbt und die Medullarschale schließt. So ist um die Zentralkammer das erste Gürtelsystem entstanden. Durch füllendes Gitterwerk, welches sich zwischen die durch die Binge freibleibenden ,,Tore" legt, entsteht daraus eine triaxial ellipsoide Schale (Markschale = Larnacilla- Textfigur 67. Amphipyle aspera n. sp. Blick auf den Sagittal- und Aquatorial- gürtel. Entwicklungsstadium, bei dem der Äquatorialgürtel des zweiten Systems noch nicht vollendet ist (siehe in der Figur links). Äquatorialgürtel des ersten Systems und Zentralkammer im Innern der Medullar- schale nicht eingezeichnet. Deutsche Süd- polar-Expedition lö.Mai 1903, 400m x434. Textfigur 68. Amphipyle aspera n. sp. Blick auf den Lateral- und Äquatorialgürtel. Deutsche Süd- polar-Expedition lö.Mai 1903, 400m x 434. Schale). Medullarschale rauh, mit eingesenkten Poren, welche unregelmäßig rundlich und verschieden groß sind. An den Knotenpunkten der die Poren umrahmenden erhabenen Kanten sind letztere zu kurzen, spitzen Dornen ausgezogen, welche an den Polen, am oralen sowohl wie am aboralen, in je drei bis vier unregelmäßig gestellte längere Stacheln auslaufen; gelegentlich (Figur 68, Mitte, unten) können sie auch gegabelt oder mit Seitendornen versehen sein. Durch Dornen und Stacheln erhält die Medullarschale eine rauhe Oberfläche. Medullarschale (Larnacilla-Schale) umgeben von einem Äquatorial -Quergürtel von etwa gleicher Breite. Äquatorialgürtel mit vier Keinen großer unregelmäßig rundlicher Poren, die ein-, zwei- bis viermal so breit wie die trennenden Gitter - balken und sehr verschieden groß sind. Die Poren sind, wie auf der Larnacilla-Schale auch, einge- senkt, und zwischen ihnen, entweder an den Knotenpunkten der Gitterbalken, aber gelegentlich auch auf der Mitte derselben, erheben sich kürzere dornige oder längere nadeiförmige Stacheln, die unregelmäßig, aber ziemlich dicht über den ganzen Gürtel zerstreut sind und besonders an dem- jenigen Gürtelrand, welcher dem oralen und dem aboralen Pol zugekehrt ist, in größere Stacheln über- gehen. Die Stacheln selbst sind am Ende öfter gegabelt oder mit unregelmäßigen Seitendornen Popofsky, Sphaerellärien. 149 versehen. An den beiden (oralen und aboralen) Polen bleiben links und rechts von der Sagittal- ebene je eine halbkreis- oder auch mondsichelförmige Öffnung („Tor") frei. Maße: Länge der Larnacilra-(Mediillar-)Schale 0,065 mm, Breite in Richtung der Lateral- achse 0,05 mm. Breite des äquatorialen Ringes von links nach rechts 0,15 mm, von oben nach unten 0,06 mm. Voiko m m e n : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. Zwei Exemplare. Das in Textfigur 67 dargestellte Tier stellt offenbar ein Entwicklungsstadium zu Amphipyle aspera dar, bei dem der Äquatorialgürtel des zweiten Systems erst in Bildung begriffen ist. So zeigt sich auf der linken Seite der Gürtel noch offen. Die Zentralkammer und der erste Äquatorialgürtel wurde hier nicht eingezeichnet, weil er nur undeutlich sichtbar war. Die neue Art unterscheidet sich von allen übrigen Amphipyle -Arten durch die unregelmäßig verteilten und gestellten größeren Stacheln. Auch wenn man sie, was denkbar wäre, als ein Ent- wicklungsstadium etwa einer Tetrapyle ansehen wollte, so ließe sie sich unter den bekannten Arten auch dort deswegen nicht unterbringen. Sie gehört aber eng zusammen mit der folgenden neuen Art. Amphipyle horrida n. sp. Textfigur 69. Medullarschale mit Larnacilla-Bau, d. h. eine triaxialelliptische Zentralkammer wird von drei Gürteln umgeben. Medullarschale kleiner als bei der vorigen Art, aber anscheinend nicht rauh an der Oberfläche, sondern glatt, mit rundlichen Poren. Über die Medullarschale ist eine Reihe langer, dünner, nadelartiger Stacheln unregelmäßig verteilt, die auch nicht immer genau radial gestellt sind; sie erreichten am oralen Pol sogar eine Länge, welche der Breite der Medullar- schale gleichkam. Besonders auffällig waren vier Stacheln: je einer am oralen und aboralen Pol und in derselben Ebene, also der Lateral- ebene aber in der Verlängerung der Lateral - achse liegend, je ein Stachel, die mit den beiden vorigen daher in Kreuzstellung stehen. Doch waren auch dazwischen kürzere Stacheln über die Medullarschale verteilt und kann jene An- ordnimg auch zufällig gewesen sein. Die äußere oder Kortikalschale besteht nur aus einem Äquatorial- Quergürtel, welcher außen in Rich- tung der Lateralebene flügeiförmig in Spitzen ausgezogen ist, was möglicherweise zur Bildung eines zweiten Ringes, des Lateralringes, führt. Auf der rechten Seite ist der Ring noch von der Me- dullarschale bis zum Rand ungefähr gleich breit. Dieser Äquatorialgürtel ist von drei bis vier Reihen sehr großer rundlicher Poren durchsetzt, die bis zu achtmal so groß sein können als die trennenden einfachen Gitterbalken. Doch ist es wahrscheinlich, daß weiter entwickelte Individuen die Gitterbalken verstärken und dadurch die Poren einengen; auch wird sich die Schale dann mehr dem Typus von Amphipyle aspera nähern. Auf dem Gürtel finden sich entweder an den Knoten- Textfigur 69. Amphipyle horrida n. sp. Deutsche Süd- polar-Expedition 18. Sept. 1903, 400 m x 434. jfjQ Deutsche Südpolar-Expedition. punkten oder auch, wie in der vorigen Spezies, auf den Mitten der Gitterbalken viele kürzere und längere Stacheln unregelmäßig verteilt und nicht immer radiär gestellt Die kürzeren Stacheln sind dornenartig, die längeren oft unregelmäßig gewachsen, gebogen, nadelartig, oder auch gabel- förmig tief gespalten, oder endlich an den Enden verdickt, wo wahrscheinlich Gabeläste aus der Ver- dickungsstelle heraus gebildet werden. Maße: Länge der Larnacilla -Medullarschale 0,05 mm, Breite in der Lateralachse 0,038 mm. Breite des Äquatorial- Querringes von links nach rechts 0,12 mm, von obennach unten 0,05 — 0,1 mm. (am linken breiteren Flügel). Vorkommen : Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m; 18. September 1903, 400 m. Je ein Exemplar. Wie die. vorige Art unterscheidet sich die Amphipyle horrida von den anderen Genusvertretern durch die unregelmäßige Bestachelung. Von der Amphipyle aspera, mit der man versucht sein könnte, wie ich es auch erst beabsichtigte, sie zu einem Formenkreis zusammenzufassen, unterscheidet sie sich durch die kleinere Larnacilla- Schale, die hier glatt, dort rauh war, sowie durch die langen Stacheln auf der Medullarschale, von denen vier kreuzweis stehen; solche fehlen bei Amphipyle asper. Wenn wirklich die Flügelanhänge am Äquatorialring auf der linken Seite der Schale (in der Textfigur 69) zur Bildung eines Lateralringes führen, so wäre damit nur die Versetzung der Art in die Gattung Tetrapyle notwendig, welche Äquatorial- und Lateralring um die Larnacilla -Schale aufbaut. Tetra- pyle-Aiten, mit denen sie dann identisch werden könnte, sind bisher nicht bekannt. Genus Tetrapyle J. Müllfr 1858, p. 154. Pyloniden mit einer aus drei Gürteln entstandenen, die Zentralkammer umschließenden Me- dullar-Larnacilla-Schale. Diese wird von einem Äquatorial- oder Querring und einem dazu senk- rechten Lateralring umgeben, von denen der erstere der kleinere, der letzte der größere ist. Zwi- schen den zwei Kortikalgürteln bleiben vier ungegitterte ,,Tore" frei, welche kein Sagittalseptum zwischen sich haben. Tetrapyle quadriloba Ehrenberg. Textfigur 70—72. Schizomma quadrilöbum, Ehrenberg 1860, p. 815. Tetrapyle quadriloba, Haeckel 1862, p. 436. Rclrizomnui quadrilöbum, Ehrenberg 1872, Taf. X, Fig. 12 — 14. Tetrapyle quadriloba, Haeckel 1887, p. 645. Medullarschale von Larnacilla -B&u mit kleinen rundlichen Poren diese etwas eingesenkt, Gitterbalken gewölbt, so daß die Medullarschale ein buckliges Aussehen erhält; gelegentlich stehen auch auf der rauhen Oberfläche dieser Schale kleine spitze oder stumpfe Dornen (Textfigur 71). Lateralgürtel elliptisch, und zwar breitelliptisch, bis zu eineinhalbmal so lang wie breit. (Text- figur 71.) Vier „Tore", von denen bei Dorsalansicht nur zwei sichtbar bleiben, sind unregelmäßig kreis- förmig, doch macht sich durch Bildung von neuen Gittergabelästen bei älteren Individuen das Be- streben bemerkbar, auch diese „Tore" noch zu schließen. In Textfigur 72 ist das an dem unteren Tore sichtbar. Auf dem Äquatorialgürtel (des zweiten Gürtelsystems) drei bis vier Reihen von großen unregelmäßig rundlichen Poren verschiedener Größe, die bis viermal so breit sind wie die Popopsky, Sphaerellarien. 151 trennenden Gitterbalken. Von diesen erheben sich viele dornige Stacheln, welche der Kortikal- schale ein rauhes Aussehen verleihen. Maße : Länge der LarwaciW«-Medullarschale 0,05 — 0,06 mm, Breite 0,04 mm. Länge der Kortikalschale 0,13—0,16 mm, Breite 0,1 mm. Durchmesser der ,,Tore" 0,05 mm. Die größeren Maßangaben stammen von Haeckel; meine Exemplare waren durchschnittlich kleiner. Vorkommen: Nach Haeckel kosmopolitisch, Mittelmeer, Atlantischer, Indischer, Pazi- Textfigur 70. Tetrapyle quadriloba Ehrbg. Ent- wicklungsstadium. Deut- sche Südpolar-Expedition 6. Okt. 1903, x 434. Textfigur 71. Tetrapyle quadriloba Ehrbg. Dorsal - Ansicht. Deutsche Südpolar-Expedition 6. Juni 1903, x434. Textfigur 72. Tetrapyle quadriloba Ehrbg. Seiten- ansicht. Poren nicht voll- ständig eingezeichnet. Deut- sche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 434. fischer Ozean, Oberfläche. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m (zwei Exemplare) ; 6. Oktober 1903. In Textfigur 70 ist eine Radiolarie zur Darstellung gebracht, welche nach den Größenverhält- nissen und dem sonstigen Skelettbau ohne Zweifel ein Entwicklungsstadium zu Tetrapyle quadri- loba darstellt, bei der nur erst der Äquatorial- oder Quergürtel mit wenigen Poren angelegt ist. Daß eine Weiterentwicklung stattfinden wird, darauf deuten die frei endigenden Gitteräste, die neue Poren zu bilden haben. Textfigur 71 ist ein Exemplar bei dorsaler Ansicht, wo also die Lateralebene mit der Zeichen- ebene zusammenfällt. Textfigux 72 ist ein anderes Individuum mit Blick auf die auf der Zeichen- ebene senkrecht zu denkende Querachse, wo also die Sagittalebene in die Zeichenebene fällt; die Ansicht wäre also lateral. An diesem Exemplar fällt noch ein nach oben gerichteter Stachel an der Larnacilla- Schale auf. Familie Lithelidae, Haeckel 1862. Larcoideen (Erklärung d. Unterordnung p. 143, 144 bei der Familie Pylonidae) mit symmetrisch- spiraliger Schale, die durch eine Spiralebene in symmetrisch gleiche Hälften geteilt wird. Alle Windungen der Spirale liegen in dieser Ebene. Zentral (oder Primordial -)kammer einfach oder eine Larnacilla- Schale. Als Spiralebene können alle drei, Äquatorial-, Lateral- und Sagittalebene in Betracht kommen. 152 Deutsche Südpolar-Expedition. Genus Tholospira Haeckel 1887, p. 699. Lithelide mit doppelter, trigonaler oder Larnacilla -artiger Medullarschale. Kortikalschale lang- elliptisch oder annähernd kuglig, aus einer einfachen oder doppelten Spirale des Sagittalgürtels (des dritten kortikalen Gürtels) bestehend. Die Spiralebene dreht sich um die Querachse. Tholospira cervicornis H. Textfigur 73. Tholospira cervicornis, Haeckel 1887, p. 700, Taf. 49, Fig. 5. Kortikalschale bestehend aus doppelten Spiralwindungen, welche von den beiden Flügeln des Sagittalringes ausgehen und in derselben Richtung einander überwachsend, sich um die Querachse drehen. Äußere Schalenteile mit zahlreichen (vierzig bis fünfzig oder mehr) verästelten Radialstacheln be- deckt, welche unregelmäßig verteilt sind und sehr un- regelmäßig gegabelt, bedornt oder hirschgeweihartig ver- zweigt sind und die Länge der Medullarschale erreichen können. Die innere oder Larnacilla- Schale mit acht bis zwölf Stacheln, welche sich gabeln und in die äußeren Kortialspiralen einmünden und dieselben stützen. Op- tischer Schnitt der Lateralebene elliptisch, eineindrittel bis eineinhalb mal so lang als breit. Im Innern der Spi- ralen liegen zwischen denselben und der Medullarschale vier nierenförmige Tore wie beim Genus Tefrapyle. Beide umeinander sich drehende Flügel des Sagittalgürtels erreichen eineinhalb bis zwei Doppel- spiralenwindungen an Länge. Maße : Länge der Kortikalschale 0,13 — 0,2 mm, Breite derselben 0,072 — 0,15 mm. Länge der Medullarschale 0,03—0,04 mm, Breite derselben 0,02—0,025 mm. Vorkommen: Challenger, Pazifischer Ozean, Stat. 271, Tiefe 2425 Faden. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. Die oben angegebenen geringeren Maße gelten für die mir vorliegende Form, von der ich aller- dings die Zugehörigkeit zu Tholospira cervicornis nur mit Bedenken angebe, da der Schalenbau nur mit großen Schwierigkeiten annähernd entziffert werden konnte, wie das für viele Arten dieser Familie gilt, zumal, wenn es nicht mehr möglich ist, die Radiolarien unter dem Mikroskop zu drehen, weil sie schon in Kanadabalsam eingebettet sind. Die auffällige Übereinstimmung mit der ÜAECKELschen Abbildung hat mich jedoch bestimmt, sie der genannten Art zuzurechnen, obwohl die Maße (mit Ausnahme der Länge der Medullarschale) durchweg geringer waren. Die Stacheln sind nicht, wie das nach der HAECKELschen Diagnose scheinen könnte, durchweg gleichartig, son- dern sehr verschieden gebaut und verzweigt. Textfigur 73. Tholospira cervicornis H. (?) Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 434. Genus Spironium Haeckel 1887, p. 701. Lithelide mit doppelter, trizonaler oder Larnacilla -artiger Medullarschale, Kortikalschale fast kugelig oder langelliptisch, aus zwei gekreuzten Spiralen bestehend, welche von den beiden Seiten- Popofsky, Sphaerellarien. 153 flügeln eines Gürtels entspringen (gewöhnlich vom Lateralgürtel) und sich in entgegengesetzter diagonaler Richtung um die Hauptachse drehen. Npiroiiiuni cochlearium n. sp. Textfigur 74. Medullarschale im Querschnitt elliptisch und deutlich Larnacilla-axtig gebaut. Von der Seite der Medullarschale erheben sich die beiden Flügel des Lateralgürtels und streben von Anfang an in entgegensesetzter Richtung den beiden Polen zu. Der linke Flügel wächst in diagonaler Richtung nach dem unteren Pol und dreht sich um diesen herum. Der rechte Flügel wächst ebenso nach dem oberen Pol der Hauptachse und dreht sich um diesen. Mit zunehmendem Wachstum geht der eine über den anderen hinweg, so daß die dia- gonalen Spiralwindungen nunmehr im Bau eine 8 darstellen. In dem gezeichneten Exemplar ist das obere linke und das untere rechte Viertel der 8, im Bau begriffen, die Schale also noch nicht vollständig. Die zwischen den Spiralwindungen liegenden offenen Tore können später vielleicht noch mit unregelmäßigem Netzwerk geschlossen werden. Die so entstehende Kortikalschale ist mit großen buckligen Textfigur 74. Spironium cochlea- Wölbungen versehen, trägt auch zwischen den Poren kurze plumpe Expedition 15 . mm 1903, ■ 200. Stacheln und hat unregelmäßig rundliche große Poren. An den beiden Poren der Hauptachse der Medullarschale stehen zwei kräftige Stacheln, nicht genau radial gerichtet und einmal oder zweimal gegabelt; diese Gabeläste gehen in das Polgitterwerk der Kortikal- schale über, welche sie stützen. Maße: Kortikalschale lang 0,25 mm; breit 0,20 mm. Medullarschale lang 0,076 mm, breit 0,063 mm. Vorkommen: Deutsche Südpolar -Expedition 15. Mai 1903. Ein Exemplar. Dieses Spironium imterscheidet sich von den bisher bekannten zuerst durch die bedeutendere Größe, ferner dadurch, daß die Schale weder breitelliptisch wie bei Spironium octonium, noch kuglig wie bei Spironium diagonale, sondern schief-langelliptisch ist. Familie Phorticidae, Haeckel 1881, p. 464. Larcoidee mit völlig unregelmäßiger einkammriger Schale, welche unregelmäßige Modifikationen einer ursprünglich langelliptischen Gitterschale darstellt. Die unregelmäßige Kortikalschale um- schließt eine regelmäßige oder annähernd regelmäßige, langelliptische oder trizonale Medullarschale. Zu dem von Haeckel sehr unsicher umgrenzten und beschriebenen Genus Phorticium rechne ich das in Textfigur 75 wiedergegebene Radiolar. Es entspricht etwa dem von Jörgensen (05, p. 120) genauer beschriebenen und abgebildeten Phorticium pylonium und stimmt speziell überein mit seiner Abbildung Tai X, Fig. 42 c, wäre demnach also jene Art in apikaler Ansicht. Dieselben Zweifel, die Jörgensen betreffs der Art Phorticium pylonium erhebt, sind auch mir aufgestiegen. Das als Textfigur 76 dargestellte Radiolar schien mir auch zum Genus Phorticium gehörig und würde wegen der Kleinheit der Schale, der vieleckigen Poren und vor allem der dünnen langen Deutsche Südpolar-Expedition. XIU. Zoologie V. 20 [54 Deutsehe Südpolar-Expedition. Stacheln wegen, welche in ihrem äußeren Teil dieselbe Länge erreichen wie der Längsdurchmesser der Kortikalschale, eine neue Art bilden, für die ich den Namen Phorticium multispinum vorschlage. Die Gesamtlänge der Schale betrug 0,074 mm, die Breite 0,05 mm. Es fand sich in zwei Exemplaren in einem Fang der Deutschen Südpolar-Expedition vom 15. Mai 1903, 400 m. Textfigur 75. Phorticium pylonium H. (?) Deut- sche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 in x 434. Textfigur 7G. Phorticium multispinum n. sp. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m x 650. Anhang zu den Spumellarien. Als Anhang zu den Spumellarien sei hier ein sonderbares Radiolar aufgeführt, dessen systema- tische Stellung ich vorläufig nicht festlegen konnte, da mir Weichkörper- und Kernstudien an den- selben dadurch unmöglich gemacht wurden, daß sämtliche vier Exemplare schon mit anderen Radio- larien in Kanadabalsam eingebettet waren. Die im Innern des Protoplasmas liegenden eigentümlichen Skelettmassen erinnern auf den ersten Blick an die Kristalle von Collosphaeriden, wie sie Haeckel (H. 87, Tai 5, Fig. 12) z. B. für Tribonosphaera centripetalis darstellt. Man könnte daher denken, ein Individuum jener kolonie- bildenden Radiolarie vor sich zu haben, deren kuglige Gitterschale zertrümmert oder sonstwie ver- loren gegangen wäre. Solche Kristalle sind aber stets viel kleiner als die hier in Betracht kommen- den Skelettkörper und in viel größerer Zahl vorhanden als bei unserer Radiolarie. Dagegen, daß die Schale verloren gegangen ist, die das Ganze einhüllte, spricht der Umstand, daß die Radiolarie in vier Exemplaren in drei verschiedenen zum Teil weit voneinander liegenden Fängen immer in derselben Ausbildung vorkam. Des einen relativ großen Kernes und der frei im Weichkörper liegenden vielen Skelettkörper wegen könnte man die Form hinter der Familie Thalassosphaeridae aufführen und zu dieser in Be- Popofsky, Sphaerellarien. 155 ziehung bringen. Jene sind bekanntlich einzeln lebende Spumellarien, die im Gegensatz zu den ThalassicoUidae ein Skelett aus Nadeln oder Spicula im ektoplasmatischen Weichkörper besitzen. Die eigentümliche Abweichung im Skelettbau von der einheitlichen Familie Thalassosphaeridae in bezug auf die Skelettelemente, sowie die Lagerung derselben anscheinend im Endoplasma, be- rechtigt die Aufstellung einer neuen Familie, die ich einstweilen aus den angegebenen Gründen den Thalassosphaeridae anreihe; sie trage den Namen Farn. Cristallosphaeridae. Einzeln lebende Spumellarien mit rundlichen einzeln im intrakapsulären (?) Weichkörper verteilten Skelettkörpern. Genus Cristallosphaera nov. gen. Das einzige Genus habe einstweilen die Definition der Familie. Cristallosphaera cristalloides n. sp. Textfigur 77. Weichkörper annähernd kuglig (in Textfigur 77 durch Deckglasdruck etwas verschoben, andere Exemplare waren kuglig). Von demselben waren an gefärbten Exemplaren ein dunkler, wabig aufgebauter Teil und ein durchsichtiger klarer Teil, der in einem Fall auch Reste von maschen- artigem Aufbau (Textfigur 77) zeigte. Den zentralen dunklen Teil spreche ich als Kern, den peripheren Teil als intrakapsuläres Endoplasma an, die äußere Gallerthülle mit dem extrakapsulären Plasma war nicht erhalten. Unregelmäßig verteilt durch das Endoplasma liegen die Skelettkörper, und zwar konnte ich in zwei Fällen jedesmal deren vier- zehn zählen. Sie sind unregelmäßig kuglig oder (Textfigur 77, rechts) seltener walzenförmig langgestreckt. Ihre Oberfläche wird durch ein Leistenwerk von erhabenen Kanten in Fünf- und Sechsecke geteilt, Textfigur 77. Cristallosphaera cristalloides n. gen. n. spec. Südpolar-Expedition 6. Okt. 1901, x 650. Deutsche deren Fläche nach dem Mittelpunkt zu ausgehöhlt ist. Auch die Kanten des Leistenwerks sind nach innen zu gebogen, so daß die Ecken der Leisten am weitesten vom Mittelpunkt entfernt sind und über die Oberfläche hinausragen, wodurch jeder Skeletteil die Form eines Morgensternes erhält. Die Kanten können stumpf und gerundet oder auch nach außen zn- geschärft sein. 20* jjjg Deutsche Südpolar-Expedition. Maße : Durchmesser des Endoplasmas im Mittel 0,154 mm. Durchmesser des Kernes ( ?) im Mittel 0,037 mm, der Skelettkörper 0,032—0,04 mm. Vorkommen : Deutsche Südpolar -Expedition 30. August 1901 (2 Exemplare); 6. Oktober 1901 (1 Exemplar); 21. September 1903, 400 m (1 Exemplar). Für die Weichkörperverhältnisse ist noch eine andere Deutung zulässig im Hinblick darauf, daß die Skelettnadeln bei den Thalassosphaeridae in der extrakapsulären Gallerte verteilt liegen und Skelettkörper in der Zentralkapsel bisher noch nicht bei solchen Radiolarien angetroffen wurden. Es wäre dann der periphere durchsichtigere Teil mit den kristallartigen Skelettkörpern die Gallert- hülle (Calymma), der dunklere Teil wäre die Zentralkapsel, die nun die vielen kleinen Kerne (wie bei Akantharien) oder einen einzigen größeren Kern wie bei den Thalassicollidae und Thallasso- sphaeridae umschließen müßte. Da jedoch bei gefärbten Exemplaren in dem allerdings wenig durchsichtigen zentralen Teil Kerne nicht festgestellt werden konnten, so habe ich den stark färbbaren wabigen mittleren Teil des Weichkörpers als Kern, den skeletthaltigen als intrakapsuläres Plasma gedeutet, der äußere plasmatische Teil wäre dann, wie man das häufig bei Acantharien sieht beim Fang mit der Gallerthülle fortgeschwemmt. Johannes Müller beschreibt eine Radiolarie (1856, p. 477; 1858, p. 28, Taf. VII, Fig. 1, 2 als Thalassicolla morum, die ähnlich gestaltete Skelettkörper, aber in der extrakapsulären Sarkode enthielt; dieselben waren blau gefärbt, zackig und erinnerten an Kristalldrusen. Seine Tafelabbildung dieses Tieres zeigt neun solcher Körper. Haeckel beobachtete diese selbe Form lebend im Mittel- meer und Thomson in großer Zahl im Pacifik; letzterer beschrieb sie unter dem Namen Calcaromma calcarea. Die Skelettkörper, „Calcastrella" von Haeckel genannt, bestehen nach Thomson und Haeckel aus Kalk. Haeckel sieht sie als Fremdkörper im Radiolarienkörper an, da sie sich in ver- schiedenen Badiolarien z. B. in manchen Discoidea finden. Er vermutet in ihnen einzellige Kalk- algen und glaubt, daß Thalassicolla morum und Calcaromma calcarea eine Actissa darstellen, die eine Anzahl „Calcastrella" in den extrakapsulären Weichkörper aufgenommen hat. Ob unsere Art Beziehungen hat zu dieser Thalassicolla morum, ist sehr zweifelhaft. Die drusigen Skelettkörper liegen hier im Endoplasma, also innerhalb der Zentralkapselmembran, dicht um den Kern gruppiert, können daher nicht Fremdkörper sein, sondern müssen aus dem Tier selber stammen, da die Zentralkapselmembran solche großen Fremdkörper unmöglich von außen nach innen ge- langen lassen kann. Auch waren die Skelettkörper nicht blau gefärbt, wie Joh. Müller angibt. Die Übereinstimmung der drusenartigen Skelettkörper unserer Art mit „Calcaslrella" von Thalassicolla morum ist daher vielleicht nur eine Übereinstimmung der Form. Entscheiden könnte darüber nur eine chemische Untersuchung der Skelettmasse, die mir leider nicht möglich war. Bezüglich der durch die Mittagspositionen des „Gauss" angegebenen Fundstellen sei auf die Übersichtskarte in Bd. XII Tafel 41 der wissenschaftlichen Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition 1901—03 verwiesen. Literaturverzeichnis. Zu dem in meiner Arbeit über die Radiolarien der Antarktis (in Ergebnisse der Deutschen Südpolar-Expedition X, Zoo- logie II) 1908, p. 297 gegebenen Literaturverzeichnis, welches die einschlägigen Werke über Radiolarien bis zum Jahre 1907 berücksichtigt, seien hier die seitdem mir bekannt gewordenen neuen Arbeiten hinzugefügt. Dieselben sind auch hier mit auf- geführt, auch wenn sie zu dem Inhalt der vorliegenden Arbeit in keiner engeren Beziehung stehen. Erwähnt sind liier wieder nur die Arbeiten, welche sich auf die Spumellarien, Acantharien und Monopyleen beziehen. 1907. Haecker, V., Über Chromosomen- und Sporenbildung bei Radiolarien. Verh. d. Deutsch. Zool. Ges. 1908. Hinde, George J., Radiolaria from the triassic and other rocks of the dutch east-indian archipelago in: Verbeek, Report on the geology of the moluccas, Jaarboek van het Mijnwezen in Nederlandsch Oost-Indie, Bd. XXXVII. 1908. Haecker, V., Tiefsee -Radiolarien in: Wissenschaftl. Ergebnisse der Deutschen Tiefsee-Espedition. Bd. 14. 1909. Moroff Th. u. Stiasny G., Über den Bau und die Fortflanzung von Acanthometra. Centralbl. f. Physiol. Bd. XXII Nr. 19. 1909. Hartmann M. u. Hammer E. Untersuchungen über die Fortflanzung von Radiolarien in: Sitzungsber. d. Ges. Natur- forsch nder Freunde Nr. 4, Jahrg. 1909. 1910. Mast, H, Die Astrosphaeriden in: Wissenschaftl. Ergebnisse der Deutschen Tiefsee-Expedition Bd. 19, Heft 4, Jena 1910. 1910. Ostenfeld, C. H., Marine Plankton from the East-Greenland Sea: Protozoa. In Danmark-Ekspeditionen til Grön- lands Nordöstkyst 1906—1908, Bd. III, Nr. 11. Kopenhagen 1910. Tafelerklärung. Bei den meisten Gitterschalen wurde er Deutlichkeit halber nur die obere Hälfte gezeichnet, T a f e 1 I. Fig. 1. Centrolonche Jiexalonche nov. gen. nov. spec. Sechs Radialstacheln im Innern, strichdünn und in einem gemeinsamen Zentrum (der nduzierten Markschale?) vereinigt. Stacheln und ein Teil der Beistacheln abgebrochen. Deutsche Südpolar-Expedition 18. Sept. 1903, 400 m. > 650. Fig. 2. Acanthosphaera marginala nov. spec. Einfache Schale mit im Querschnitt dreieckigen Gitterästen und ungleich langen Dreikantstacheln. Sehr kleine Acanlhosphaera- Art. Deutsche Südpolar-Expedition 11. Sept. 1903, 400 m. x 650. Fig. 3. Acanthospliaera insignis, Hertwio. Schale mit vielen Stacheln, die aber in dem gezeichneten Individuum kürzer als der Schalendurchinesser waren (nicht ebenso lang wie dieser, wie Hertwig beschreibt). Deutsche Südpolar- Expedition 18. Sept. 1903, 400 m. > 330. Fig. 4. Disfongia velata nov. gen. nov. spec. Innen dichte Schwammkugel, deren Gitteräste sich außen ungefähr parallel richten und in geringem Abstand eine neue Hülle anlegen. 11. Sept. 1903, 400 m. • 200. Fig. 5. Dispongia velata nov. gen. nov. spec. Detail des in Fig. 4 dieser Tafel vollständig abgebildeten Individuums bei 650- facher Vergrößerung, ein Stück des Randes darstellend. 158 Deutsche Siidpolar-Expedition. Tafel IL Fig. 1. Aeanthosphaera äoclecastyla, Mast. Vollständig ausgebildetes Exemplar mit 10 Stacheln. Deutsche Siidpolar-Expe- dition 11. Sept. 1903, 400 m. x 650. Fig. 2. Stylaeoniarium Mspiculum nov. gen. nov. spec. Drei konzentrische Gitterschalen, die innerste, kleinste, nur angedeutet. Sechs Hauptstacheln, die die drei Schalen verbinden, von denen aber nur zwei verschieden lange über die äußerste Schale Mnausragen. Auf der mittleren Schale noch gegabelte Beistacheln. Deutsche Siidpolar- Expedition 15. Mai 1903, 400 m. x 650. Fig. 3. Actmomma Irevispiculum nov. spec. Drei konzentrische Schalen durch sieben bis acht Radialstäbe verbunden, die sich nicht über die äußere Schale erheben. Die drei Schalen nicht vollständig gezeichnet. Deutsche Südpolar- Expedition 15. Mai 1903, 400 m. 650. Fig. 4. SlißoilirUjtt iiritijiiiin Jon. Müller. Entwicklungsstadium mit 4>o Ringen und zehn Stacheln. Deutsche Siidpolar- Expedition 7. Sept. 1903, 400 m. x 168. Tafel III. Fig. 1. Acanthosphaera dodecastyla, Mast. Anscheinend verkrüppeltes Individuum der Art, Einige Stacheln bleiben kurz und zeigen eine unregelmäßige Begrenzung. Ein Stachel war nicht dreiflüglig, sondern konisch (in der Figur links oben). An einigen Knotenpunkten Beistacheln. Vergleiche hiermit den auf Tai. II, Fig. 1 dargestellten Typus. Deutsche Südpolar -Expedition 11. Sept. 1903, 400 m. ■ 650. Fig. 2. Cladococcus irregularis nov. spec. Schale mit dreißig bis vierzig Radialstacheln, die Seitenäste abgeben. Deutsche Siidpolar-Expedition 6. Okt. 1901. x 650. Fig. 3. Stylodidya dujardinii, H. Unregelmäßig ausgebildet, von Haeckel als PericMamydium salurnus beschrieben und ab- gebildet. Die ersten beiden Ringe um die Zentralkammer sind noch regelmäßig ausgebildet, der dritte nur teilweise. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. x 650. Fig. 4. Amphicraspedum anomalum nov. spec. Beide Arme nicht axial gegenüberstehend. In dem gegabelten Arm undeut- lich konzentrische Ringe erkenntlich. Deutsche Siidpolar-Expedition 30. August 1901. x 300. T a f e 1 IV. Fig. 1. Haliomma erinaceum,, H. Jugendliches Exemplar mit außerordentlich weiten Gitterporen, die aber später noch ver- kleinert werden, worauf die in die Poreidumen vorspringenden Zähne an manchen Gitterästen (in der Figur Mitte links) lünweisen. Die Radialstäbe entspringen von den Mitten der Gitterbalken der Markschale und setzen sich in Radialstacheln außerhalb der äußeren Schale fort, Deutsche Siidpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. x 650. Fig. 2. Amphibrachw/m monstrosu/m nov. spec. Zwei gekammerte Arme, die sich nicht axial gegenüberstehen und einer Zentral- kammer aufsitzen, die von einem Ring umgeben ist. Hauptachse geknickt, Deutsche Südpolar-Expe- dition 15. Mai 1903, 400 m. x 650. Fig. 3. Stylodidya dujardinii, sehr unregelmäßig ausgebildet, von Haeckel unter dem Namen PericMamydium saturnus be- schrieben. Die Unregelmäßigkeiten in der Kammerung der Ringe gehen hier noch viel weiter, als in dem auf Taf. III, Fig. 3 dargestellten Individuum, bei dem wenigstens zwei deutliche, vollständig ausgebildete Ringe noch vorhanden waren. Während dort noch vier Stacheln den Rand erreichten und sich über diesen hinaus fortsetzten, ist lüer nur noch ein Stachel vorhanden. Deutsche Südpolar-Expedition 7. Sept. 1903, 400 m. x 650. Fig. 4. Spongurus tricolus, H. Schwammschale eines kleinen Individuums, das möglicherweise an den beiden Enden durch Zwischenlagerung von Skelettfäden zwischen die Endstacheln wächst. Stacheln der Breitseiten länger als Haeckel angibt, Deutsche Südpolar-Expedition 18. Sept. 1903, 400 m. x 650. Tafel V. Fig. 1. Actinomma gigantea nov. spec, Bucklige Außenschale mit dreikantigen Stacheln, oft sind dieselben mit wenigen Zähnen versehen. Auch an den Radialstäben einige Zähne. Innenschale nur angedeutet. Deutsche Südpolar- Expedition 8. August 1903, 50 m. x 650. Fig. 2. Ommatoäiscus anacanthus nov. spec. Der größte Teil des Randringes ohne Poren. Ringbegrenzung wellenförmig. Am Randring ein Osmium, etwas über denselben hinausragend. Deutsehe Südpolar-Expedition 11. Sept. 1903, 400 m. x 650. Fig. 3. Stylodidya polygonia nov. spec. Ringabgrenzung von innen nach außen immer mehr in eine Wellenlinie übergehend. Ein Teil der Bandstacheln ist wahrscheinlich durch den fortgeschwemmten Außenweichkörper mit entfernt worden. Deutsche Südpolar-Expedition 21. Sept. 1903, 400 m. x 330. Popopsky, Sphaerellarien. 159 T a f e 1 VI. Fig. 1. Elaphococcus gaussi nov. spec. Schale mit dichotom verzweigten Stacheln und kleinen Nebenstacheln auf den Mitten der Gitterbalken. Deutsche Südpolar-Expedition 15. Mai 1903, 400 m. > 650. Fig. 2. Spongodiscus Mconcavus H. (?) Scheibenförmige Schale, die in der Mitte dicker (dunkel in der Figur), dann ringförmig eingesenkt dünner (heller) und nach dem Rande zu wieder verdickt ist. Der Rand ist rauh und deutet auf ein noch nicht völlig abgeschlossenes Breitenwachstum des Skelettes hin. Deutsche Südpolar-Expedition 1. Oktober 1901, Oberfläche, x 300. Fig. 3. Monaxonvum perforatwm nov. gen. nov. spec. Vielfach gekammerte Schale, deren einer Arm in der letzten Kammer sich anscheinend zu spalten beginnt. Die Schale, welche die gehämmerten Arme umhüllt, war bei dem gezeich- neten Exemplar hauptsächlich in der Äquatorialebene entwickelt. Möglicherweise umgibt sie später die ge- hämmerten Arme ganz. Deutsche Südpolar-Expedition 30. August 1901. ■ 650. Fig. 4. Eistiastrum quadralum nov. spec. Quadratische Schale, in deren Innern undeutlich die vier gleich breiten Arme, die von einem Zentrum ausgehen, sichtbar sind. Über den Armen ist das Patagium in vier Zipfel ausgezogen, sodaß das Skelett annähernd die Form eines Quadrates erhält, Deutsche Südpolar-Expedition 2. Juni 1903. x 330. Tafel VII. Fig. 1. Cypassis cingulata nov. spec. Die äquatoriale Einschnürung der Zwilliiigsschale wird von einem unregelmäßigen . Gürtel von Netzwerk überdeckt, der sich von einer Halbkugel zur anderen spannt. Deutsche Südpolar- Expedition 7. Sept. 1903, 400 m. > 650. Fig. 2. Euchilonia elegans, Ehbexberg. Entwicklungsstadium mit noch nicht völlig ausgebildeten Armen und unvollständigem Patagium. Deutsche Südpolar-Expedition 6. Okt. 1901. x 650. Fig. 3. Euchilonia aeguifondata nov. spec. Exemplar mit kreissegmentartigen Verdickungsstellen im Patagium. Deutsche Südpolar-Expedition 11. Sept. 1903, 400 m. x 168. Fig. 4. Euchilonia aeguifondata. Typisches Individuum mit kreisförmigen Verdichtungsstellen des Patagiums jederseits des Einzelstachels. Deutsche Südpolar-Expedition. 2. Juni 1903. x 300. Tafel VIII. Fig. 1. Peripanartus pachyslylns nov. spec. Die doppelte Medullarschale im Innern dunkel durchschimmernd. Das äußere Ge- flecht nur teilweise gezeichnet, um die vierteilige erste Kortikalschale nicht zu verdecken. Deutsche Südpolar- Expedition 2. Juni 1903. x 650. Fig. 2. Astrosphaera hexagonalis, H. Einzelstachel schräg auf die Spitze gesehen. Von jeder Kante des Stachels gehen zwei Girlanden zu den Nebenstacheln. Die Kante rechts bildet anormalerweise nur eine solche. Fig. 3. Rhizosphaeraparadoxa nov. spec, Die innere, aus einem unregelmäßigen Geflecht bestehende Primärschale ist von einem ebenso beschaffenen Geflecht umgeben, der Sekundärschale. Die etwa 40 Stacheln bilden das in einer Kugel- ebene hegende dritte Geflecht. Deutsche Südpolar-Expedition 19. August 1903, 400 m. >: 650. Fig. 4. Spongosphaera streptacantha H. ? Individuum mit acht Stacheln, die außen nicht vollständig gezeichnet wurden. Die innerste Medullarschale vorhanden, die zweite, sonst vorhandene, ist mit in dem Schwammnetzwerk aufgelöst. Die äußersten Fäden des schwammigen Geflechtes meist alle annähernd radial gerichtet. Deutsche Südpolar- Expedition 22. August 1903, 1500 m. x 168. Deutsche Südpolar-Expeoition. 1901-3. Ba-jd XIII Tafel I. Fig. 2 Fig. 5 Fig. 1 PopoK Verleg von Georg Rö Fig. 1 Centrolonche hexalonche n. sp. Fig. 2 Acanthosphaera marginata n. sp. Fig. 3 Acanthosphaera insignis Hedwig. Fig. 4 u. 5 Dispongia velata n. sp. Deutsche Südpolar- Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel Fig. 2 Popofsky gez. Verlag von Georg Reimer in Berlin. Fig. 1 Acanthosphaera dodecastyla Mast. Fig. 2 Stylacontarium bispiculum n. sp. Fig. 3 Actinomma brevispiculum n. sp. Fig. 4 Stylodictya arachnia H. Deutsche Süopolar-Expeoition. 1901-3. Band XIII Tafel III. Popo';.. eimer in Berlin. Fig. 1 Acanthosphaera dodecastyla Mast. Fig. 2 Cladococcus irregularis n. sp. A Fig. 3 Perichlamydium saturnus H.? = Stylodictya Dujardinii H. Fig. 4 Amphicraspedum anomalum n ^ÄQ Deutsch?. Südpolar-Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel IV. « < r r < . '. ' ' ' y ' f W . r r ■ • r r ' ( r . ■r' i ! ■''■ ' ' Fig. 2 Popoi Verlag von Georg Reimer in Berlin. Fig. 1 Haliomma erinaceum H. Fig. 2 Amphibrachium monstrosum n. sp. Fig. 3 Perichlamyclium saturnus H.(?) = Stylodictya Dujardinii H. Fig. 4 Spongurus tricolus H. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel V. ~'r J; '-- Popolsky gez. Verlag von Georg Reimer in Berlin. Fig. 1 Actinomma gigantea n. sp. Fig. 2 Ommatodiscus anacanthus n. sp. Fig. 3 Stylodictya polygonia n. sp. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel VI. Fig. 4 Popo'.- Verlag von Georg Reimer in Berlin. Fig. 1 tlaphococcus gaussi n. sp. Fig. 2 Spongodiscus biconcavus H.(?) Fig. 3 Monaxonium perforatum n. sp. Fig. 4 Histiastrum quadratum n. sp. DEUTSCHE SüDPOLAR-ExPEOITION. 1901-3. Band XIII Tafel VII. l< j c Fig. 1 tq Reimer in Berlin; Fig. 1 Cypassis cingulata n. sp. Fig. 2 Euchitonia elegans Ehrbg. Fig. 3 u. 4 Euchitonia aequipondata n. sp. DEUTSCHE SüDPOLAR-ExPEDITIC. Band XIII Tafel VII PopOfSky gel. Verlag von Georg Reimer in Berlin. Fig. 1 Peripanartus pachystylus n. sp. Fig. 2 Astrosphaera hexagonalis H. Fig. 3 Rhizosphaera paradoxa n. sp. Fig. 4 Spongosphaera streptacantha H. (?) DIE FISCHE DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR -EXPEDITION 1901-1903 I. DIE FISCHE DER ANTARKTIS UND SUBANTARKTIS VON P. PAPPENHEIM, BERLIN MIT TAFEL IX UND X UND 10 FIGUREN IM TEXT Deutsehe Sildpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 21 Plagiostomi Farn. Rajidae. Raja Art. R. eatonii Gthr. A. Günther in „Fishes" in „An account of the petrological, botanical, and zoological collections made in Kerguelens Land and Rodriguez during the Transit of Venus Expedition, carried out by order of her majesty's government in the years 1874 — 75. London 1879 als Vol. 168 (Extra volume) der „Philosophical Transactions of the Royal Society of London", p. 166. Hierher gehört ein männliches Exemplar von 68 cm Länge (vgl. hierzu die unten angegebenen Maße). Die Interorbitalbreite beträgt die Hälfte (nämlich 6 cm) des Augenabstandes von der Schnauzen- spitze (12 cm), während Günther (op. cit.) nur 2 / 7 angibt. Der „single larger recurved spine" in der Rückenmitte ist bei dem vorliegenden Exemplar nicht ausgebildet, auch finde ich nur 8 kleinere Stacheln in der Schwanzmediane, während Günther 9 oder 10 feststellt. Alles andere, auch die Beschaffenheit der Zähne, stimmt dagegen mit Günthers Angaben überein, sodaß die Artzugehörigkeit erwiesen ist. Fundort : Kerguelen, 31. I. 1902, Observatory-Bay, am Bootshafen, augenscheinlich von der See ausgeworfen (erheblich unterhalb der Flutmarke), während Niedrigwasser in frischem Zu- stande gefunden (Dr. Werth). Maße: Totallänge (einschl. Schwanz) 68 cm, Scheiben länge (bis Ansatz der Ventralen) 43 cm, Scheibenbreite 44,5 cm. F a r b e : (in frischem Zustand): „Ganze Oberseite gleichmäßig dunkel (dunkler als die Unter- seite des Schwanzes, fast schwarz)" (Dr. Werth). Unterseite — nach einer Farbskizze von Dr. Werth — ■ schmutzig bläulich -weißlich, mit roten Tönen dazwischen. Teleostii Haplomi Farn. Scopelidae Myctophum Raf. Subg. Myctophum Raf. M. (M.) antarcticiun (Gthr.) A. Günther, Report on the Deep-Sea Fish colleeted by H. M. S. Challenger during the. years 1873 — 76, p. 196 — 97, pl. LI fig. D. London 1887. Vgl. auch A. Brauer, Die Tiefsee-Fische. I. Systematischer Teil, p. 168—170, Textfiguren p. 169 und Tabelle p. 161 ff. in „Wissenschaftl. Ergebnisse d. Deutsch. Tiefsee-Expedition 1898—99", XV. Bd. — Jena 1906. 21* j «4 Deutsche Siidpolar-Expedition. Die Bestimmung der fünf von dieser Art vorliegenden Exemplare rührt von A. Brauer her. Sämtliche Fische wurden nordwestlich von der Gaussstation auf Eisschollen tot liegend erbeutet, und zwar ein Fisch von 5,9 cm Länge (einschl. der etwas lädierten C. 6,8 cm) am 26. II. 1903, zwei Exemplare von 5,3 (5,9) l ) und 5,8 (6,4) cm Länge am 16. März 1903 und zwei noch größere von 6,3 (7,2) und 7,7 (8,8) cm am selben Tage. Sie wurden wahrscheinlich von der See ausgeworfen. Acanthopterygii Jugulares. 1. Farn. Leptoscopidae Pleuragramma Blgr. G. A. Boulenger, in: Report on the Collections of Natural history made in thc Antarctic regions cluring the voyage of the „Southern Cross", Pisees, p. 187, 188, pl. XVIII 2 ). — London 1902, 8°. P. antarcticum Bi,gr. Ich finde an dem mir vorliegenden Material: D,5— 8, Du 34— 38; A. 36— 38. Sq. 56— 60, quer etwa 14 (zwischen D H und A. Ansatz). Größte Körperhöhe 6mal 3 ), Kopflänge 3H — 3%mal in der Körperlänge 4 ) enthalten. Schnau- zenlänge etwas größer als der Augendurchmesser, selten gleich groß. Augendurchmesser 3]/ d — 3%- mal, Interorbitalbreite 5 — 5%mal in der Kopflänge B ) enthalten. Kiemendornen schlank, 21 — 23 (selten 24) am unteren Teil 6 ) des ersten Bogens. Länge der P. etwas über Vi Kopflänge, die der V. kürzer. C. meist stark defekt, ihre Form nicht mehr gut erkennbar, anscheinend mit schwachem Ausschnitt. Mit starkem Silberglanz auf den Wangen, Kiemendeckeln und den Körperseiten. Rücken hellbraun '). Körperlänge 11 — 16 cm. Die überwiegende Mehrzahl der erbeuteten Exemplare (über 30) stammt „aus einem Robben- magen (3. II. 1903)" 8 ) und hat infolgedessen bereits stark gelitten. Besonders läßt die Beschuppung zu wünschen. Indessen erlaubt bei einigen „tot an der Oberfläche treibend" gefundenen Exem- plaren die gute Ausprägung der Schuppen tasclien und die — großenteils — hier vorhandene Erhaltung der Schuppen eine genaue Feststellung der Schuppenformel in den oben angegebenen Werten. x ) Da die Schwanzflossen sämtlich lädiert sind, haben nur die kleineren Längenangaben (ohne C.) Anspruch auf Genauigkeit. 2 ) Im folgenden stets einlach als „Southern Cross" zitiert. 3 ) Selten weniger, bis zu 5 2 / 5 mal. J i Die „Körperlänge" messe ich von der Schnauzenspitze bis zum Ansatz der (mittleren) C. -Flossenstrahlen. Dieses Maß entspricht der „longueur totale" (= total length) bei Boulenger, „Les poissons du bassin du Congo, Brüssel 1901, 8°, p. XLIX. i ohne Unterkiefer zu messen. ') D. h. bis zum Gelenk. Vgl. hierzu Boulenger, op. zit, p. LIV, Figur. 7 ) Die Farbenangaben beziehen sich auf a u s s c hli e ß 1 i c h mit Alkohol konservierte Exemplare. 8 ) Nach der Angabe des Sammlers (Vanhöffen). Pappenheim, Antarktische Fische. 165 Von der für diese. Art von G. A. Boulenger gegebenen Besehreibung unterscheiden sich die mir vorliegenden Exemplare durch geringere Breite des Interorbitalraums, kürzere Brust- und Bauchflossen, kleinere Schuppen (daher schon ohne weiteres höhere Werte in der Schuppen- formel) und etwas abweichende Strahlenzahl in D n und A., sowie ferner in den oben angegebenen Körperproportionen. Es erscheint mir indessen zweifelhaft, ob diesen Unterschieden ein wirklich Textfigur 1. Larve von Pleuragramma, etwa r,'2mal vergrößert. unterscheidender Wert beizumessen ist. da die von Boulenger gegebene Beschreibung auf wenige Stücke basiert ist, deren Erhaltungszustand, wie der Autor der Art ausdrücklich angibt, sehr mangel- haft war. Auch die von der Art gegebene Abbildung soll ja gleichfalls nach der Angabe des Autors, mehr als ,,a restoration" angesehen werden. Viel- leicht kann daher die auf eine größere Anzahl augenscheinlich besser konser- vierter Exemplare basierte Beschreibung der von der Deutschen Südpolar-Ex- pedition erbeuteten Fische zur Ergänzung der ursprünglichen Diagnose dienen. Unter dem Material findet sich eine verhältnismäßig hohe Zahl pa- thologischer Exemplare, sogenannter „Mops-" und „Rundköpfe". Auf diese Art beziehe ich ein größeres Material (über Tausend Exem- plare) etwa 2 cm langer Larven (vgl. Textfigur 1), erbeutet mittelst Brut- netzes (350 m Tiefe) am 22. November und 1. Dezember 1902 bei der Gaussstation. Der After liegt am Ende des ersten Köiperdrittels ; von der spärlichen Pigmentierung fällt besonders eine Gruppe größerer dunkler Zellen am Hinterkopf auf (Textfigur 2). Textfigur 2. Larve von Pleuragramma. Kopf von oben, stärker vergrößert. Farn. Nototkeniidae Notothenia 1 ) Rich. und Tremat o m u s Blgr. Vor der Besprechung der einzelnen Arten dieser beiden auch im Material der Deutschen Südpolar-Expedition reich vertretenen Gattungen muß an der von Boulenger (,. South. Cross", p. 176, 177) gegebenen, ausschließlich auf anatomisch-osteologischer Grundlage basierten Differentialdiagnose der beiden Gattungen Kritik geübt werden. Es sei indessen vorweg be- merkt, daß damit kein Zweifel an der Berechtigung zur Unterscheidung dieser beiden subantark- tischen Genera ausgesprochen werden soll, diese vielmehr auch nach des Bearbeiters Anschauung generell auseinanderzuhalten sind, wenn auch aie von Boulenger zur Charakterisierung ange- zogenen Merkmale nicht ausreichen und irreführen müssen. x ) Zur Etymologie dieses Namens möchte ich bemerken, daß die Angabe Vaillants — Espedition antaretique francaise 1903 — 1905, Poissons, p. 14 — : „t'6tymologie du nom n'est pas donnee, mais il est admissible qu'il vient de: Xötoc, vent austral; o&sv, d'oü." unrichtig ist. Vielmehr gibt Richardsox — Ichthyology of the voyage of H. M. S. Erebus& Terror, London 1848, p. 5 — bei der Aufstellung dieser Gattung ausdrücklich ihr „high soutliem habitat" als Erklärung des Namens an und leitet ihn von voxcu&sv ab, eine Schreibung, die nur in Noxoflsv (von Süden) zu berichtigen bleibt. Jßß Deutsche Südpolar-Expedition. Boulenger unterscheidet in seiner Übersicht der Familie Nototheniidae die beiden Gattungen Trematomus und Notothenia folgendermaßen: „scapular foramen in scapular bone Trematomus Blgr." „scapular foramen between scapula and coracoid Notothenia Rtch." Ich habe nun bei einer Nachprüfung dieser Charaktere festgestellt, daß innerhalb der Gattung Notothenia die Ausbildung des fraglichen Foramen nach Lage, Form und Größe nicht nur unter den Angehörigen e i n e r Art, sondern sogar an ein- und demselben Individuum solchen Schwan- kungen unterworfen ist, daß von einer Verwertung dieses Charakters als Genusmerkmals abgesehen werden muß. Dagegen scheint, auch nach meinen Befunden an einem ziemlich reichen Material, für die Gattung Trematomus (nach Aussonderung des fälschlich hierzugestellten T. bernacchii Blgr., welcher eine echte Notothenia ist s. u.), tatsächlich die rein intrascapulare Lage des fraglichen Foramen einen konstanten Charakter darzustellen. Weil nun aber eine solche Lage, wie unten gezeigt wird, auch innerhalb der Gattung Notothenia vorkommt, so müssen die beiden Gattungen anders charakterisiert werden, da an eine Zusammenziehung dieser beiden zwar einander nahestehenden, aber dennoch typisch unterschiedenen Formenkreise nicht gedacht werden kann. Zunächst aber möchte ich die Begründung für meine kritische Negation der von Boulenger auf osteologischer Grundlage basierten und scheinbar so einfachen Unter- scheidung der beiden Gattungen geben. Ein typisch zwischen Scapula (sc. der Figur) und Coracoid (co) eingeschlossenes Foramen zeigt ein Exemplar von Notothenia microlepidota Hutt. - - Mus. Berol. Pisc. Cat. 10 541 — Fig. 3. Hier lassen die Ausschnitte in der Scapula und dem Coracoid ein großes, herzförmiges Loch frei. Hiermit stimmt ein Exemplar von Notothenia macrocephalus Gthr. — Pisc. Cat. 10 516 Fig. 4 — überein. Textfigur 3. Textfigur 4. Bedeutend reduzierter zeigt sich das entsprechende Foramen bei einem zweiten Exemplar der gleichen Art — der Type der inzwischen von Boulenger mit macrocephalus Gthr. vereinigten Notothenia antarclica Ptrs. (Pisc. Cat. 9386), wie es Figur 5 darstellt. Hier waren offenbar die Ossifikationen an den Schulterknochen bedeutender, sodaß von dem — auf früheren Stadien wahr- scheinlich größeren - - Foramen nur noch ein kleiner herzförmiger Rest übrig geblieben ist, wenn auch seine Lage und Umgrenzung durch beide Knochen noch die typische ist. Etwas anders zeigen diese Verhältnisse die von der Deutschen Südpolar-Expedition erbeuteten Exemplare von Notothenia lepidorhinus P.\rPH. Bei einem Exemplar - - es ist dies gleichzeitig der Fisch mit dem Pappenheim, Antarktische Fische. 167 absolut größten foramen scapulare innerhalb der ganzen Ausbeute — wird das linksseitige Foramen (Figur 6) oben von einem bogigen Ausschnitt des Scapulare umschlossen, unten aber von einem bedeutend flacheren Bogen des Coracoids begrenzt. Auf den rechtsseitigen Schulterknochen dieses Textligur 5. Textfigur (j. Fisches, sowie ferner bei allen andern Exemplaren dieser Ausbeute liegen die Verhältnisse aber schon anders: auf Figur 7 sehen wird das Foramen ganz auf das Scapulare beschränkt und nur noch auf eine kurze Strecke von dem nicht ausgebuchteten Rand des Coracoids begrenzt. Noch stärkere Reduktion des Foramen zeigt ein zweites Exemplar (Figur 8). Hier bildet das Coracoid nur auf eine ganz kleine Strecke die Begrenzung für seinen Unterrand. Den letzten Schritt zeigt uns dann das Exemplar der Figur 9. Textfigur 7. Textfigur 8. Textfieur 9. Hier sehen wir das Foramen durch eine breite Knochenbrücke des Scapulare vom Coracoid abge- drängt, somit zu einem echten ,, foramen scapulare" verwandelt, was Boulenger als Charakter der da- nach benannten Gattung Trematomus betrachtet, wie ich es, dem vorigen Bilde ähnlich, bei einem von der Deutschen Südpolar-Expedition erbeuteten Trematomus finde und in Fig. 10 darstellen kann. Die Figuren 3 — 10 stellen sämtlich genaue Umrißzeichnungen dar, die nur insofern schematisiert sind, als sie auf ungefähr gleiche Größe gebracht und zur Hälfte spiegelbildlich dargestellt sind, um das Verständnis zu erleichtern. Scheinbare Unstimmigkeiten amClavicularrand der Schulterknochen sind dadurch zustande gekommen, daß bei einigen schlecht erhaltenen älteren Präparaten der Zu- sammenhang zwischen Clavicula und den beiden andern Schulterknochen durch Mazeration zer- 168 Deutsche Südpolar-Expedition. stört war, wodurch das ganze Scapulare sichtbar wurde. Da diese Verhältnisse hier gänzlich belanglos erscheinen, wurden sie der Ein- fachheit halber unverändert zur Darstellung gebracht. Die schein- baren Unterschiede in der Ausbildung der Zwischenräume der Radialia (= Pterygiophoren) der Brustflossen erklären sich durch teilweise nicht ganz durchgeführte Abtragung der Schulter muskulatur bei der Prä- paration und sind gleichfalls für die hier in Frage kommenden Ver- hältnisse als unerheblich zu vernachlässigen. Ist so im vorigen der Nachweis geführt, daß die bisher für kenn- zeichnend gehaltene Gattungsmerkmale für Notothenia und Trematomus nur für Trematomus charak- teristisch, dagegen für Notothenia absolut unzutreffend sind, so handelt es sich jetzt darum, die beiden Gattungen auf anderer Grundlage zu definieren. In Anlehnung an die von Günther (Cata- logue of the Acanthopterygian Fishes in the Collection of the British Museum, Vol. II, p. 260) gegebene Gattungsdiagnose möchte ich die beiden Gattungen in folgender Weise gegenüber- stellen: Textfigur 10. Notothenia Trematomus Körpergestalt Mehr oder weniger verlängert, lünten schwach kom- primiert, vorn gerundet, Kopf deprimiert Etwas schief gestellt Vorstehend Aufwärts gerichtet Ktenoid, ziemlich klein Unterbrochen Maulspalte p r i m i e r t , Kopf komprimier t. Maulspalte ziemlich stark geneigt. Vorstehend Unterkiefer Augenachse Schuppen Seitwärts gerichtet. Ktenoid sehr klein. Seitenlinie Rückenflossen Bauchflossen Zähne Mit weichen Strahlen, I von II deutlich abgesetzt Jugular Desgleichen. Jugular. angeordnet, die Vorderzähne etwas stärker, Palatina zahnlos angeordnet, die Vorderzähne durch ihre Form und Größe als canini von den liinteren unter- schieden. Palatina zahnlos. Operculum Mit zwei stumpfen Ecken Winklig gerundet, Hinterrand nach vorn geneigt Sechs Unten vereinigt Vorhanden Feldt Praeoperculum Radii branchiostegi . . Kiemenmembranen. . . Pseudübranclüac Schwimmblase Sanft gerundet, tliiiterrand senkrecht. Sechs. Unten vereinigt. Vorhanden. Fehlt. AppendiceB pyloricae Nasenrühren In geringer Anzahl Sehr lang Ein Foramen entweder zwischen Scapula und Coracoid, von versclüedenster Form und Größe, In geringer Anzahl. Schultergürte] Foramen stets als foramen interscapulare aus- gebildet und auf das Scapulare beschränkt, oder dasselbe nur an der Unterseite der Scapula, oder, als echtes f. interscapulare, auf die Mitte der Scapula beschränkt und vom Coracoid durch eine immer vom Coracoid deutlich getrennt. Crista elavicularis . . . Kopfporenreihen Knochenbrücke getrennt, in diesem Fall wie bei Trematomus Sehr stark ausgeprägt Treten auf der Stirn meist zu einem u n p a a r e n Schwach ausgeprägt. Auch auf der Stirn meist getrennt, in Form Porus zusammen zweier selbständiger Reihen verlaufend. Biologisches .Merkmal ( rrundfisch Schwimmfisch. Pappenheim, Antarktische Fische. 169 Notothenia Rich. N. lepidorhinus Papph. Pappenheim, in „Sitzber. Gesellsch. naturforsch. Freunde Berlin, Nr. 8, Oktober 1911, p. 382/383. (Tat IX, Fig. 1 und Taf. X, Fig. 1 und ta). D. VI-VII 32-33 »); A. 34-36. Sq. 72-82 ^^; L. 1. f^^^ Körperhöhe 4— 4% mal, Kopflänge 3%— 3% mal in Körperlänge (ohne C). Augendurch- messer 3 — 3 3 / 4 mal, Interorbitalbreite 6— 67 3 mal in Kopflänge. Maxillare reicht bis unter den vorderen Linsenrand des Auges (etwa 2 /s des Augendurchmessers). Unterkiefer ragt deutlich über die Oberlippe vor. Kopfoberseite vollständig beschuppt, desgleichen Wangen, Operculum, Praeoperculum, Kinngegend und sogar die radii branchiostegi. Kiemendornen: 16 am unteren Teile des 1. Bogens (+ 8 am oberen Teil). Längste Dorsalstrahlen messen Y 2 Kopflänge oder beinahe soviel 3 ), längste Analstrahlen y 3 — 2 / 5 derselben, die Pectoralen 6 /e, sie enden senkrecht über der Basis des 8. — 10. Analstrahls. Ventralflossen messen % Kopflänge, reichen bis zur Basis des 3. — 5. Analstrahls. Caudale rund abgestutzt. Schwanzstiel etwas höher als lang. Färbung: in frischem Zustand blaugrau mit netzförmig verästelten dunkleren Quer- binden, Kiemendeckel und Schultergegend gelblich angehaucht. Iris chromgelb. Die Membran zwischen den drei vordersten Strahlen der D z dunkelgrau, D„ mit 5 — 6 nicht sehr deutlichen schiefen grauen Binden. (Vgl. hierzu die Farbentafel IX.) In Alkohol konserviert zeigt der Fisch eine h e 1 1 r e h b r a u n e Grundfarbe, die Querbinden dunkler. 5 Exemplare von 16.1 — 24,0 cm Länge (einschließlich Schwanzflosse) an der Winterstation des „Gauss" (Kaiser Wilhelm -II -Land) 1902—1903 in 385 m Tiefe; hierzu rechne ich ferner ein junges Fischchen von 29 mm Länge, das am 20. Juni 1902 mittelst Brutnetzes aus 350 m Tiefe gefangen wurde. Die Fangdaten der einzelnen Tiere sind auf der Tabelle angegeben. Zur Type bestimme ich das Exemplar von 24 cm Länge. Die neue Art steht zwischen N. tessellata Rich. einerseits und N. hansoni und bemachii (Bou- lenger) andrerseits. Von tessellata Rich. — mir liegen Exemplare von Feuerland vor (Beagle Kanal, Sammler Plate) — unterscheidet sie sich leicht: das Auge ist bedeutend größer (1 V^nial), die Beschuppung am Kopf weiter ausgedehnt, sie reicht über die ganze Schnauze bis zur Ober- lippe und erstreckt sich über die Wangen, Kiemendeckel und sogar die radii branchiostegi. Die Schuppen auf Interorbitalraum und Wangen sind bedeutend größer als bei tessellata, auch sind die Schuppen stärker ctenoid als bei dieser Art. Ferner besitzt sie schlankere Zähne und längere und etwas anders geformte P. und V., einen längeren und eleganteren Schwanzstiel. Die Occipital- und Nuchalregion sind deutlich stärker konvex als bei tessellata. Was die Beziehungen der Art zu N. hansoni und bernacchii (Blgr.) anlangt, so sei vorweg bemerkt, daß ich diese beiden Arten im Gegensatz zu Boulenger — der sie als „Trematomus' *) Das kleinste Exemplar von 16,1 cm Länge hat hier DVII 38. 2 ) Auf der farbigen Tafel — IX, Fig. 1 — ist die Schuppenzahl und L. 1. nicht genau wiedergegeben. 3 ) Diese und die folgenden Maße beziehen sich nur auf die drei größten Exemplare. Deutsche Südpolar-EipditioD. XIII. Zoologie V. 22 KV 170 Deutsche Südpolar-Expedition. hansoni und „T." bernachii beschreibt („Southern Cross" p. 177 und 180/81) zu Notothenia stellen muß. Die Untersuchung der Schulterknochen an drei Exemplaren der zweiten Art — mir liegen Originalstücke vom Kap Adare vor, die das Berliner Museum seinerzeit durch die Güte der Baro- nesse Newnes erhielt - - beweisen keineswegs die Zugehörigkeit dieser Art zur Gattung Trema- tomus, und ebenso glaube ich auch den dieser Art nahestehenden „Tremqtomus" hansoni auf Grund der Beschreibung und Abbildung in „Southern Cross" (p. 180 u. pl. XIII) als Notothenia ansprechen zu müssen. Von N. hansoni Blgr. unterscheidet sich N. lepidorhinus durch schmaleren Interorbital- raum, ferner durch höhere Strahlenzahl inD n , durch den die Oberlippe überragenden Unterkiefer, längere P. und abweichende Färbung, von N. bernachii Blgr. durch höhere Strahlenzahl in D T , längere P. undV., längeren und niedrigeren, früher verjüngten Schwanzstiel, eine vorn (am Kopf ) stärker geknickte L: 1., vollständig beschuppte Kiemendeckel mit kleineren Poren, und auch in der Occipitalgegend stark ctenoide Schuppen. Notothenia lepidorhinus Papph. Länge in cm A Körperhöhe Kopflänge Augendureh- Interorbital- Datum a) mit 1 .-, , . Caudale b) ohne | Di D„ in Kürper- länge in Körperige. niesses in Kopf länge breite in Kopflänge des Fanges 24,00 (20,5) 6 33 36 4,2 3,7 3,2 6,1 4. XL 1902, 385 m 23,7 (20,5) 6 32 36 4,2 3,7 3,4 6,1 3. XL 1902, 385 m 21,5 (18,6) 7 33 36 4,1 3,5 3,5 5,9 \ 18. XI. 1902, 18,6 (15,9) 6 32 35 4,1 3,6 3,1 6,3 J Reuse 385 m .30. VI. 1902 Brut- 16,1 (13,8) 7 38 34 4,5 3,4 3,7 0,3 | netz mit Köder | 385 m N. coriiceps Rieh. (Tafel IX, Fig. 2.) J. Richardson, in „Ichthyology of the voyage of H. M. S. Erebus & Terror, p. 5, pl. III, fig. 1 u. 2. London 1848. Hierzu gehört die überwiegende Mehrzahl der auf Kerguelen erbeuteten Notothenien, näm- lich 78 Exemplare, von 4,2 bis 16,0 cm Körperlänge (einschl. C. gemessen). Sie stammen aus der „unteren Region der Ebbezone, unter Steinen u.a." (Dr. Werth), kleine Exemplare vom Januar 1902 schienen vorwiegend zwischen Macrocystis zu leben. Ich konnte feststellen D 1 4 — 5, D n 34—36, A (29) 30—31 (32). Leider hat die Formalinkonservierung der Mehrzahl die Bestimmungsarbeit ganz erheblich erschwert und bereitet der Vergleichung dieses Materials mit alkoholkonservierten Exemplaren älterer Museumsbestände ganz unverhältnismäßig große Schwierigkeiten, die sich bei der alther- gebrachten und für Zwecke der systematischen Bearbeitung allein geeigneten Alkoholkonservierung lei< lit hätte vermeiden lassen. An den vorliegenden Exemplaren ist z. B. die ganze, bei dieser Art schon von Natur stark entwickelte Kopfhaut („coriiceps") derartig gequollen, daß die Schuppen der Randpartien der Wangengegend, ein systematisches Merkmal, nur mit Mühe erkennbar sind, auch an den Exemplaren, bei denen sie verhältnismäßig reichlich zur Ausbildung gekommen sind. Ebenso macht die übermäßige starke Quellung der Mundschleimhaut die Untersuchung der Zähne Pappenheim, Antarktische Fische. 171 sehr schwierig und erschwert durch Fixierung der Bänder und Muskeln der Kieler das Öffnen des Maules und damit die Möglichkeit, einen Abdruck des Gebisses in Plastilin zu nehmen. Bei der geringsten Manipulation am geschlossenen Maul findet bereits eine Verletzung der Kieferknochen statt. Daß außerdem die Feststellung der Flossen- und Schuppenformeln bedeutend erschwert wird, mag nur nebenher erwähnt werden. N. cyauobrancha Rieh. J. Richardson, Ichthyol. Ereb. & Terror (siehe oben) p. 7, pl. IV, fig. 1 und 2. Von dieser Art liegen mir nur neun Exemplare vor von 3,7 — 10,0 cm Länge. Ich unterscheide sie von der vorigen Art an der dichten und vollständigen Beschuppung auf dem Praeopercular- raum („cheek" bei Boulenger in „Southern Cross" p. 183). Dagegen vermag ich nicht die von Vaillant angegebenen Unterschiede in der Länge des V. zwischen beiden Arten zu entdecken; auch bei den größten Exemplaren (16 cm) der vorigen Art mißt die V. etwa % Kopflänge, also wesentlich mehr als Vaillant zuläßt (51%). Von der vorliegenden Art habe ich leider nur Exem- plare „de petite taille" (Vaillant, Expedit. Antarct. Francaise (1903—05), Poissons p. 27) zur Verfügung. F u n d o r t : Observatory-Bay auf Kerguelen, 6 Exemplare vom 18. November 1902. zwei vom 26. od. 27. Juli desselben Jahres, die letzteren beiden Fische „in der unteren Region der Ebbe- zone, unter Steinen und dgl." (Werth), der kleinste Fisch vom 4. November 1902, ebenda. N. acuta Gthr. (Taf. IX, Fig. 3.) Günther, A. Report on the Shore Fishes procured during the Voyage of H. M. S. C h a 1 1 e n g e r in the Years 1873 — 76, p. 17. (Eine Abbildung des Fisches scheint bisher noch nicht zu existieren.) Es liegen 2 Exemplare vor von 11.9 bzw. 11,6 cm Länge (mit C), bei den ich feststellen konnte: D 1 7. D n 29—30, A 31 und D L 6 D n 28, A 28. Fundort : Das größere Exemplar Observatory-Bay, 16. I. 1902, in Reuse; das kleinere ebendaher, 11. VIII. 1902, aus Aalkorb; Kerguelen. Trematomus Blgr. Boulenger, in „Southern Gross" p. 177. T. borchgrevinki Blgr. Boulenger, op. cit. p. 177, 179 und PI. XII. 80 Exemplare von 10.2 — 27,8 cm Länge (einschließlich C), außerdem 8 ganz jugendliche von 2,9 (einschl. C.) bis 5,6 cm Länge. Für eine Anzahl habe ich auf der unten folgenden Tabelle die Werte für die Flossenformeln u.a. angegeben. Die Anzahl der Kiemendornen schwankt nach meinen Zählungen zwischen 15 imd 19, während Boulenger (op. cit.) 18 — 20 angibt. Die Fische stimmen gut mit der Beschreibung und Abbildimg in „Southern Cross" überein. Es liegen im ganzen 80 Exemplare vor. Fundort : Winterstation des „Gauss", 1902, 1903, an der Oberfläche. Es scheint sich bei dieser Art um einen leidlich guten S c h w i m m e r zu handeln. 22* 172 Deutsche Siidpolar-Expedition. Treinatomus borchgrevinki Blgr. r Robbe durch den begonnenen Verdauungsakt gelitten. Indessen sind die zur Bestimmung notwendigen Charaktere sämtlich noch erhalten, auch die „hellebardenförmige" Ausbildung („lochaber axe" bei Boulenger, p. 3) des obersten Opercularstachels gut erkennbar. Übrigens ragt bei diesem Exemplar der Unterkiefer deutlich über die Oberlippe vor, während Boulenger (p. 3) angibt: „jaws equal in front". Außerdem liegt ein Schädelfragment mit Unterkiefer vor, in sehr schlechter Verfassung, vom gleichen Fundort ohne nähere Bezeichnung. Schädellänge 4,5 cm. Auch hier scheint der Unter- kiefer vorzuragen. Zu dieser Art gehört noch ein junger Fisch von 3,2 (bzw. 2,9) cm Länge, gefangen am 4. April L902 in der Winterstation mittelst Brutnetz in 350 m Tiefe. Er stimmt mit der Beschreibung und Abbildung bei Boulenger (p. 4 und pl. II) gut überein. Der Unterkiefer ragt auch hier vor. ') Ohne diese nur 20,0 cm. Pappenheim, Antarktische Fische. 175 Die rechtsseitige Präparation der Schulterpartie bei dem größten Exemplar zeigte mir, daß das foramen scapulare bei Champsocephalus ganz so wie bei Notothenia gelegen ist, nur hat es eine viel schmalere, langelliptische Form, so daß man eher von einer „Spalte" sprechen müßte. Aller- dings kann ich bei so spärlichem Material nicht entscheiden, ob diese Art der Ausbildung die typische ist, oder ob auch hier solche Schwankungen vorkommen, wie bei Notothenia (vgl. p. 166—168). Pagetodes Rich. J. Richardson, in „Erebus & Terror" p. 15. Cryodraco Dollo, in Bullet. Aeacl royale Belgique [Classe des Sciences], no. 2 [fevries] 1900, p. 4. In Übereinstimmung mit L. Vaillant (,,Poissons" in „Expedition Antarctique Francaise [1903 — 05] p. 5) halte ich die von Dollo (op. cit.) aufgestellte Gattung Cryodraco für identisch mit der von Richardson (op. cit.) skizzierten Gattung Pagetodes und gebe infolgedessen diesem Namen den Vorzug, ohne damit das Verdienst von Dollo zu verkennen, eine ausführlichere Charak- teristik dieser durch Richardson nur skizzenhaft beschriebenen l ) Gattung und eine brauchbare Abbildung gegeben zu haben. Aber es unterliegt für mich keinem Zweifel, daß diese Gattungen auf eine reduziert werden müssen, und — ohne sonst ein Anhänger des absoluten Prioritätsprinzips zu sein — halte ich in diesem Falle die Anwendung des älteren Namens für das nomenklatorisch Einfachste, wie es auch Vaillant (op. cit.) tut. P. antareticus (Dollo). Cryodraco antareticus Dollo, op. cit. p. 5—12, und „Poissons" in „Expedition Antarctique Beige, Resultats du voyage du S. Y. Belgica en 1897—99, Zoologie", p. 20—24, und pl. I, III, V, VI. Von dieser interessanten antarktischen Art liegen mir drei Exemplare vor, von 16,8, 6,9 und 3,0 cm Länge (bei den größeren ohne die defekte C. gemessen). Ich muß sie getrennt besprechen. a) aus einem Robbenmagen, erbeutet am 23. Januar 1903 bei der Winterstation des „Gauss". Länge 16,8 cm. Dieser Fisch entspricht gut der von Dollo (op. cit.) gegebenen Gattungsdiagnose. Nur zeigt mein Exemplar die Interorbitalbreite (16 mm) etwas größer, als die Länge des größten Augen - durchmessers beiderseits (13 mm) beträgt. Die Zahl der D- Strahlen bei einer bisher in so wenigen Exemplaren vorliegenden Art in die G a 1 1 u n g s diagnose aufzunehmen, erscheint mir von vorn- herein bedenklich; deshalb sehe ich auch in einer geringen Abweichimg von der Zahl der „harten" Strahlen in Dj „rayons simples flexibles (epines atrophiees) sans membrane interradiale" (Dollo) keinen Grund, an der Zugehörigkeit zu dieser Gattung zu zweifeln. Im einzelnen stelle ich an dem Exemplar fest: D x 5 D n 45 Dollo: gegenüber III 44 A 39 43 V 2/5 I 5 P 22 25 Die Strahlen in D x sind bei meinem Exemplar bedeutend länger als bei dem der „Belgica". Der längste (der zweite) mißt fast 2 / 5 der Kopflänge, der nächste (dritte) ist nur ganz wenig kürzer. Augenscheinlich hat Dollo bei den V. den ersten, rudimentären h a r t e n Strahl übersehen. Dagegen ') Immerhin müssen die von Richardson gegebenen Maß Verhältnisse des bald nach erfolgter Messung verloren gegan- genen Fisches durchaus als Beschreibung angesehen werden, wodurch auch der formale Einwand Dollos hinfällig wird, die — allerdings fehlerhafte — Abbildung von Pagetodes sei „ne pas aecompagnö d'une description qui y supplee". 17ß Deutsche Siidpolar-Expedition. fehlt meinem Exemplar die eigentümliche Verlängerung der mittleren weichen Strahlen, die aber im Robbenmagen verloren gegangen sein kann. Das Exemplar zeigt außerdem unmittelbar hinter dem Schädel eine bucklige Verbildung der Wirbelsäule, wodurch die ganze Körperform eine sagittale Krümmung erhält, deren Bogen nach oben konvex gekrümmt ist. Infolge dieser Mißbildung zeigen die Körperproportionen einige geringfügige Abweichungen gegen- über den Angaben von Dollo; indessen stimmen gut die Kopf breite und die Schnauzenlänge in ihrem Verhältnis zur Kopflänge. Abweichend von den DoLLOschen Angaben ist nur die Beschaffen- heit der V. Sie stimmt leidlich zu dem schlechten Bild von Pagetodes bei Richardson (op. cit., fishes pl. VIII) und läßt die extreme Verlängerung des 2. und 3. Strahls (in der Zählung von Dollo, bei mir = 3. und 4.) gänzlich vermissen, zeigt dagegen eine ziemlich gleichmäßige Ausbildung sämtlicher Strahlen. Es reichen bei meinem Exemplar der 2. und 3. Strahl, die die Spitze der ganzen Flosse bilden, nur bis unter den Ansatz des 14. Strahls von D n . Vielleicht handelt es sich bei der merkwürdigenVerlängerung des Exemplares der „Belgica" um einen sekundären Geschlechtscharakter. Ich sehe indessen trotz dieser Abweichungen keinen Grund, an der Zugehörigkeit meines Exemplars zu P. antarcticus (Dollo) zu zweifeln. b) 6,9 cm lang, gefangen mit Vertikalnetz (350 m) bei der Winterstation des „Gauss" am 22. Dezember 1902. Hier finde ich: D x 4 D n 31, A 31, V. 1/5 (ob auch 2/5 wie bei dem großen Exemplar?). Dieses Exemplar stimmt noch besser zu der von Dollo (op. cit.) gegebenen Abbildung. Es hat die kurzen Strahlen in Dj, etwas längere V.- Strahlen mit der charakteristischen Schwarzfärbung, aber auch ohne die Verkümmerung der hinteren Strahlen, wie sie die DoLLOsche Abbildung zeigt. Auf diese Art beziehen sich übrigens die Notizen Vanhöffens über das Vorkommen von „Chaenichthys" (Veröffentlichungen des Instituts für Meereskunde 1903. Heft V Biologischer Bericht S. 148 und 151), die dann von Dollo (op. cit. p. 128) bei ,,Ch. indetermine" zitiert Würden, c) 30 mm, gefangen mit Brutnetz aus 370 m am 25. Fehruar 1902. Gymnodraco Blgr. G. A. Boulenger, in „Southern Cross" p. 18ü. E. Vanhöffen, Verüffentl. d. Tust, für Meereskunde 1903 Heft V S. 148, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1904 S. 368 Abb. 30. 6. acuticeps Blgr. (Taf. LX, Fig. 4.) Boui.enger, op. cit. p. 186 und pl. XVII. Von dieser Art, die erst 1900 vom „Southern Gross" bei Cap Adare erbeutet wurde, liegt jetzt das zweite Exemplar von 20,0 (ohne C. 17,5) cm Länge, vor, welches am 12. Januar 1903 mittelst Oberfiächenreuse in einer Eisspalte bei der Winterstation des „Gauss" gefangen wurde. Ich finde D 29, A 22, dazu hier ein rudimentärer Strahl zwischen dem 14. und 15. Strahl. Im übrigen stimmt das vorliegende Exemplar bis auf unwesentliche Abweichungen zu der Beschreibung und Abbildung von Boulenger (op. cit.). Vgl. die farbige Abbildung auf Tafel IX, Figur 4. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3 Band xiii Tafel ix <■ «k ±y%&Z;°\%i&&i&iJ* /. Notothenia lepidorhinm Papph. 2. Noh iiceps Ri Vototkenia acuta Gthr. 4. Gipnnod Rarpagifer bispin, G. Lycodichthy.i antarcticns Papph. Deutsche Süopolar- Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel X. 2a 1a :s — -^ _ ,• ~^- — ~ ^ " _ 3V;V Verlag von Georg Reimer in Berllr 1 Notothenia lepidorhinus Papph. 1a dgl. Kopf von oben. 2 Lycodes bothrioeephalus sp. n. 2a dgl. Kopf von oben. 3 Lycodes brachycephalus sp. n. 4 Lycodichthys antareticus Papph. Pappenheim, Antarktische Fische. 177 Harpagifer Rich. J. Richardson, in „Erebus & Terror" p. 11. H. bispinis (Bl. Sohn.) Tafel IX, Fig. 5a und 5b. Vgl. Günther, Cat. Fish. II p. 203/64. Mir liegt ein größeres Material — 106 Exemplare — von dieser Art vor, vermutlich die reichste Ausbeute, die bisher von einer Expedition gemacht wurde. .Sämtliche Fische stammen aus den Fängen von Dr. Werth, von Kerguelen, die sich über die Zeit vom 5. Januar bis Ende Juli 1902 erstrecken. Sie wurden sämtlich in der untern Region der Ebbezone, unter Steinen und dgl. an der Observatory-Bay erbeutet. Trotzdem ist es mir nicht gelungen, die „Augententakeln" beim Männchen (vgl. Günther, Fish. Cat. II p. 263) zu finden, und ich nehme daher an, daß diese Bildungen nur ganz vorübergehenden Charakter besitzen und sich vielleicht nur für wenige Tage, in der Laichzeit entwickeln, um dann wieder spurlos zu verschwinden. Die Größe der Fische bewegt sich in den Grenzen von 4,6 — 8,2 cm (einschl. Schwanzflosse). Als Flossenformel konnte ich an 30 Stück des vorliegenden Materials feststellen: Dj 3—4, D n 21—22 (23) (24), A (16) 17—18 (19). Im einzelnen finde ich folgende Variationen: Harpagifer bispinis. Lfd. Nr. Länge in mm(mitC.) Di Du A Bemerkungen 1 71 4 22 17 Dj stößt an I>n 2 (39 Q Ö 22 17 3 68 3 22 18 4 67 4 21 17 5 67 3 22 18 einfarbig dunkel 6 67 3 22 17 7 66 3 22 17 8 65 3 21 17 9 64 4 22 18 10 63 4 22 18 11 63 4 22 17 12 62 3 22 17 13 62 3 22 17 14 61 4 24 19 15 60 4 22 18 16 59 4 22 17 17 59 4 21 17 18 59 3 22 16 19 58 3 23 18 20 57 4 22 18 21 56 4 21 17 22 56 3 22 18 sehr hell 23 54 3 24 18 24 54 3 23 18 25 53 3 21 18 26 51 3 22 17 27 50 3 22 17 28 47 4 21 17 29 46 4 22 18 30 46 3 22 17 Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 23 17g Deutsche Südpolar-Expedition. Fam. Zoarcidae Subfani. Lycodinae. Lycodes E. Vanhöffen 1. c. Biologischer Bericht S. 151. L. bothriocephalus sp. 11. Tafel X, Fig. 2 u. 2 a. D+ i/ 2 C 116, A + y 2 C 95, LI. ca. 90. Körperhöhe über dem After (16 mm) beträgt 9% der Körperlänge (181 mm), die Kopflänge (27 mm) 15%. Schnauzenlänge (7 mm) beträgt 26% der Kopflänge, der Abstand der Schnauzen- spitze vom After (58 mm) beträgt 32% der Körperlänge, der Abstand des Rückenflossenanfangs von der Schnauzenspitze (31 mm) 17% derselben. Körperform „zoarciform" (vgl. hierzu A. S. Jensen, The North-European and Greenland Lycodinae in „The Danish Ingolf -Expedition", Vol. II, Part. 4, Kopenhagen, 1904, p. 3). Kopf abgestumpft konisch, auf dem Interorbital- und Frontalraum nur schwach deprimiert. Kopfporen ganz auffallend groß 1 ), jederseits 8 in der oberen Reihe (in einem Halbkreise um das Auge herum gruppiert). 7 (+ 1 medianer, unpaarer) in der unteren Reihe. Lippen kräftig, Oberlippe kaum merklich über die Unterlippe vorgezogen, diese mit einer deutlichen Einziehung an der Symphyse. An den Mundwinkeln wird die Oberlippe durch eigentümliche, lappenförmige Wülste 'überragt, die von der zwischen den Kopfporen stehen gebliebenen Haut gebildet werden. Ähn- liche, noch stärker ausgebildete, kulissenartig vorspringende Falten bildet die Haut zwischen den unter der Unterlippe stehenden Poren. Brustflossen annähernd kreisförmig im Umriß, der Rand zackig ausgerandet (ähnlich wie bei L. seminudus Reinh. in der Abbildung bei A. S. Jensen [op. cit.] tab. IX, fig. 1 c). Bauchflossen sehr schmal und kurz, nur so lang wie der größte Augendurchmesser. Schwanz deutlich komprimiert, seine Höhe verjüngt sich nach der Spitze zu ganz allmählich. Seitenlinie einfach, „mediolateral" (vgl. A. S. Jensen, op. cit. p. 4), mit etwa 90 Poren jeder- seits, von der Kiemenspalte beginnend bis zum Ende der Seitenlinie am Schwanz gerechnet. Nirgends Schuppen sichtbar. Färbung: in frischem Zustande „von ähnlicher Färbung wie Lycodichtlvys antarcticus (siehe diesen auf S.181), aber die Flecken alle kleiner und die helleren Stellen daher weniger auffallend. Bauch bläulich" (Vanhöffen). In Alkohol konserviert braun, auf Kopf, Rücken, Rücken- flosse und den Körperseiten bis herunter zur Seitenlinie dunkler, mit helleren Flecken marmoriert, an der unteren Hälfte der Körperseiten heller, die Marmorierung undeutlich. Bauch ganz ein- farbig, ebenso die Afterflosse. Die neue Art gehört nach der Ausbildung der Seitenlinie in die reticulatus- Gruppe bei Jensen (op. cit. p. 12, Abschnitt II), womit aber die Kürze des Abstandes zwischen Schnauzenspitze und After — 32% der Körperlänge -- nicht übereinstimmt. In der Ausbildung der Kopfform erinnert die neue Art an die Abbildung von L. cicatrifer S. Grmn. (S. Garman, „The Fishes" in „Reports on a exploration off the west coasts of Mexico, Central and South America, and off the Galapagos 'j Daher die Speziesbenennung. Pappenhbim, Antarktische Fische. 17;) Islands . . . by the U. S. Fish Commission Steamer „Albatross", 1899, Cambridge U. S.A., PL XXXI, Fig. 1) und von Lycenchehjs kolthoffi, Jensen (op. cit. p. 88, Fig. 23). Es liegt nur ein einzig es Exemplar vor vonl8,lcm Länge, gefangen bei der Winterstation des „Gauss" am 26. Januar 1903, mittelst Quastendretsche in 380 m Tiefe. L. brachycepbalus sp. n. Tafel X, Fig. 3. D + i/ 2 C 95—103, A + V, C 79—90. Körperhöhe über dem After 10 — 13% Kopflänge 13 — 17% der Körperlänge. Kopf auffallend kurz und stumpf schnauzig; die Schnauze kurz, ihre Länge 21 — 27% der Kopflänge. Abstand des Afters von der Schnauzenspitze 36 — 42%, Abstand des Anfangs der Rückenflosse (Basis des ersten Strahles) von der Schnauzenspitze 1 ) 19 — 21% der Körperlänge. Körperform „zoarciform" (vgl. hierüber das bei der vorigen Art Gesagte). Der plumpe Kopf zeigt jederseits zwei Reihen großer Poren: die obere, aus je 7 bestehend, beginnt dicht oberhalb der Nasenröhre und bildet unterhalb des Auges einen Viertelkreisbogen um dasselbe als Mittel- punkt. Der 7. (letzte) Porus steht ziemlich genau auf einer Geraden, die (im Profil) den Augen- mittelpunkt mit der Basis der Bauchflossen verbindet. Die untere Porenreihe (gleichfalls je 7 pori) bildet auf jeder Kopfseite einen annähernd konzentrischen Bogen zur oberen Reihe. Das vorderste Paar steht symmetrisch zur Symphyse des Unterkiefers in unmittelbarer Nähe derselben, der letzte Porus jederseits auf einer Geraden die den zugehörigen letzten Porus der oberen Reihe mit dem unteren Winkel der Kiemenspalte verbindet. Augendurchmesser kaum Ve der Kopflänge. Maul mäßig breit, Lippen gut ausgebildet, aber ohne jede besondere Faltenbildung (vgl. dagegen die vorige Art). Brustflossen von kreis- bis eiförmigem Umriß, ihre Länge (ich messe die Länge der oberen Kante vom Ansatz bis zur Spitze) etwa 3 / 4 der Kopflänge. Bauchflossen fast rudimentär, kürzer als der (längste) Augendurchmesser. Schwanz deutlich komprimiert, seine Höhe nach der Spitze zu allmählich abnehmend. Seitenlinie — nicht bei allen Exemplaren sichtbar — „einfach, mediolateral" (vgl. das bei Jensen p. 11 u. 12 Gesagte), sie beginnt oberhalb der Kiemenspalte, beschreibt unmittelbar dahinter einen absteigenden Bogen bis zur Körpermitte, die sie bereits unter dem Ende der Brustflosse erreicht hat, und verläuft dann annähernd geradlinig bis zur Schwanzspitze, auf der hinteren Schwanzhälfte etwas unterhalb der Mitte (ihr Verlauf ähnlich wie bei L. seminudus Reinh. in der Abbildung bei Jensen Tafel X, flg. l a und l b ). Beschuppung, über den ganzen Körper verbreitet, läßt nur den Kopf, die Gegend um den After und einen schmalen Bezirk in der Mittellinie des Bauches frei. Die einzelnen Schuppen von kreisförmigem Umriß, in der Anordnimg, wie die Figur 3 Tafel X sie zeigt. Färbung: In frischem Zustand „grau", die in Alkohol konservierten ebenfalls grau, nach Entfernung der Schleimschicht (mit der Epidermis) einförmig braun; bei den jungen der Rücken und die Kopfoberseite dunkler, braun, die Seiten grau, beide Töne gut gegeneinander abgesetzt. Was die systematische Stellung innerhalb der Gattung L. anlangt, so müßte die neue Art nach der Ausbildung der Seitenlinie der reticulatus-Grxivve im Sinne Jensens (op. cit. p. 12) zugerechnet, werden, womit aber der geringere Abstand des Afters von der Schnauzenspitze (nur 36 — 42% der l ) Durch Präparatioü freigelegt. 23* I qa Deutsche Südpolar-Expedition. Körperlänge statt der geforderten 43 — 52%) nicht übereinstimmt, ebensowenig wie die höhere Strahlenzahl in D. und A., die die Art in die vahlii-esmarkii- Gruppe weisen würde. Es liegen von dieser Art 58 vollständige Exemplare vor (neben zahlreichen Köpfen) von 9,0 cm langen, noch schuppenlosen an bis zu solchen von 19,0 cm Länge; sämtliche sind bei der Winterstation des „Gauss" in 385 m Tiefe gefangen, und zwar zu sämtlichen Jahreszeiten, vom März 1902 an bis Februar 1903. Der Fang geschah auf verschiedene Weise, nämlich mittelst Reuse, Quastendretsche und zum Teil mit Brutnetz. Über die Laichzeit u. a. kann ich leider keine Angaben machen. - - Diese Fische wurden wie auch die folgende Art von den Teilnehmern der Gaussfahrt gegessen und aalähnlich wohlschmeckend gefunden (Vanhöffen). Lycodichthys Papph. P. Pappenheim, „Neue antarktische Fische", in „Sitzungsberichte der Gesellschaft Naturforschender Freunde" Berlin, Jahrgang 1911, Nr. 8, p. 382/383. Körper'form wie bei Lycodes : ) (zoarciform 2 )). Zwischen- und Unterkiefer nur mit je einer Reihe Zähne von Fangzahn typus. Keine Zähne am V o m e r und den P a 1 a t i n a. Ver- tikale Flossen wie bei Lycodes. Ventralen einander genähert, stark reduziert, wie bei der Unter- gattung Iluocoetes Jenyns. Oberlippe überragt die Unterlippe. Keine Barteln. Kiemenspalte ziemlich breit, die Membranen am Isthmus breit verwachsen. Die Gattung scheint der Gattung Lycodopsis Collett am nächsten zu stehen, von der sie sich •durch einreihige Anordnung der Zähne und ihre abweichende Form unterscheidet; ihre Stellung innerhalb der Sectio Lycodineae der Subfam. Lycodinue veranschaulicht folgendes Schema: Subfam. Lycodmae: Sectio Lycodineae. 1. Vomer und Palatina be zahnt (Unterkieferzähne mehrreihig): Lycodes (auch inkl. Iluocoetes und Phycocoetes), Lycenchelys, Lycodonus. 2. Vomer und Palatina z a h n 1 o s. a) Zähne sind „Schneidezähne"; oben und unten nur in e i n e r Reihe Platea. b) Zähne nicht schneidezahnförmig. a) Unterkieferzähne mehrreihig, bürstenartig; Oberkieferzähne unregelmäßig zweireihig; der einzelne Zahn mit abgestutzter Spitze und zylindrischem Querschnitt . . Lycodopsis. ß) Unterkieferzähne einreihig, ebenso im Oberkiefer; Zähne ähnlich denen von Lycodes „Fangzahntyp" Lycodichthys. L. antareticus Papph. Lycodes, Vanhöffen, Die Tierwelt des Südpolargebiets, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1904 S. 368 Abb. 29. Lycodichthys antareticus P. Pappenheim, op. cit. p. 383. Tafel IX, Fig. 6 und X, Fig. 4. D + Vi Cca 92—94, A ! l / 2 C ca 84—86 3 ). Körperhöhe über dem After 11 — 13% der Körperlänge, Kopflänge 18 — 21%. Schwanz länger als Kopf und Rumpf zusammengenommen, der Abstand der Schnauzenspitze vom After beträgt ») Vgl. Günther, Catalogue of the fishre Brit. .Mus. IV, p. 319. London 1862. *) Vgl. A. S. Jensen, op. cit. p. 10. :l ) Da die Zählung der Strahlen nur an vollständig frei präparierten Flossenstrahlen vorgenommen werden konnte, beschränkt sie sich auf 5 Individuen. Pappenheim, Antarktische Fische. 1H\. 39 — 44% der Körperlänge, ihr Abstand vom Ansatz der Rückenflosse x ) 20 — 24%. Schnauzen - länge 25 — 29% der Kopflänge. Kopf ähnlich dem von Lata Iota (L.), nach vorn meist depreß, nach hinten allmählich in den zylindrischen Körper übergehend. Schnauzenpartie kräftig, das breite Maul reicht mit den Mundwinkeln bis unter den Mittelpunkt des Auges. Nasenröhren ziem- lich kräftig, ebenso die Kopfporen. Ihre untere Reihe beginnt mit einem vorderen, symmetrisch an der Symphyse liegenden Paare und umzieht dann in konzentrischem Bogen zunächst die Unter- lippe, erhebt sich hinter den Mundwinkeln und endet mit ihrem hintersten (8.) Porus etwas unter- halb der Mitte zwischen Auge und oberen Winkel der Kiemenspalte. Die obere Kopfporenreihe beginnt jederseits auf der Schnauze etwas unterhalb und vor der Nasenröhre und umzieht in an- fangs sehr flachem, zuletzt scharf aufwärts abgeknicktem Bogen das Auge. Der letzte (7.) Porus liegt unmittelbar hinter dem Auge, weniger als einen Augendurchmesser vom Hinterrand desselben entfernt. Augendurchmesser etwa 5y 2 ma\ in der Kopflänge enthalten. Lippen kräftig ausge- bildet, die obere steht über die untere vor. Am Gaumen unmittelbar hinter der oberen Zahnreihe, entspringt eine Membran, die in der normalen Lage nach hinten (innen) umgeschlagen ist und dem Gaumen anliegt. Eine entsprechende Hautfalte erhebt sich hinter der Zahnreihe im Unterkiefer, unmittelbar vor der Zungenspitze. Diese Membranen sind viel stärker ausgebildet als bei den beiden oben beschriebenen Lycodes -Arten. Brustflossen von eiförmigem Umriß, ungefähr halb so lang wie der Kopf; sie reichen, nach vorn umgelegt, nicht ganz bis unter den hinteren Augenrand. Bauchflossen außerordentlich schwach, fast rudimentär, von etwa 2 / 3 der Länge des größten Augendurchmessers. Schwanz deutlich kom- primiert, seine Höhe nach der Spitze zu allmählich abnehmend. Seitenlinie einfach, mediolateral (vgl. hierüber das bei der vorigen Art Gesagte), aber sehr schwer erkennbar, am deutlichsten sind die Poren in ihrem vordersten Teil. Der vorderste Porus liegt etwas oberhalb und vor dem oberen Winkel der Kiemenspalte; in der Gegend der Brust- flosse steigt die Seitenlinie in flachem Bogen abwärts, um vom Hinterende der Brustflosse an un- unterbrochen in gerader Linie genau in der Körpermitte bis zur Schwanzspitze zu verlaufen. Die sehr feine Beschuppung ist ganz gleichmäßig über den Körper verbreitet, nur der ganze Kopf und der Bauch sind nackt. Farbe : die frischen Exemplare hellbraun mit schokoladebraunen dunkleren Flecken etwa von Augengröße, auch auf den Brustflossen. Auf Kopfoberseite und Rücken treten diese Flecken so dicht zusammen, daß ein einheitlicher dunkler Ton entsteht. Eingeweide durchschimmernd, daher die Bauchgegend dunkel. (Taf. IX, Fig. 6.) In Alkohol alle Farben stark verblaßt. Es liegen im ganzen 25 Exemplare vor, von 11 bis 20,0 cm Körperlänge. Fundort: Eisspalte bei der Winterstation des „Gauss" (Kaiser-Wilhelm-II-Land) 1902 bis 1903 in 385 m Tiefe. Der Fang erfolgte mittelst Reuse und Quastendretsche. l ) D. i. Ansatz des freigelegten 1. Strahles. Ig2 Deutsche Südpolar-Expedition. Figurenerklärung. Tafel IX. Die farbigen Abbildungen beruhen alle auf nach dem Leben gezeichneten Farbenskizzen der Sammler. Notothenia lepidorhinus Papph. Beschuppung uud Verlauf der Seitenlinie sind nicht genau wiedergegeben. Notothenia coriiceps Rich. Junges Exemplar. Notothenia acuta Gthr. Dgl., der Kopf in der Ansicht von oben. Gijmnodraco acuticeps Blgr. Harpagifer bispinü (Bl. Schn.), in der Rückenansicht. Dgl. in der Seitenansicht. Lycodichthys antarctieus Papph. Tafel X. Notothenia lepidorhinus Papph. Dgl., Kopf mit Beschuppung von oben, in natürl. Größe. Lycodes I othriocephalus sp. n. Dgl., Kopf von oben. Lycodes brachycephalus sp. n. Lycodichthys antarctieus Papph. Fig. 1. Fig. 2. Fig. 3. Fig. 3 a. Fig. 4. Fig. 5 a. Fig. 5 b. Fig. 6. Fig. 1. Fig. 1 a. Fig. 2. Fig. 2 a. Fig. 3. Fig. 4. DIE ANTARKTISCHEN SCHNECKEN UND MUSCHELN V( >N Dr. JOH. THIELE BERLIN MIT TAFEL XI— XIX UND 18 FIGUREN IM TEXT Von der Ausbeute der Deutschen Südpolar -Expedition an Schnecken und Muscheln sind auf den folgenden Blättern nur die antarktischen im Zusammenhange bearbeitet worden, denn die Erforschung der antarktischen Fauna war ja bei weitem der Hauptzweck der Expedition und die unterwegs gesammelten Schalen, hauptsächlich von Südafrika und den Kapverden, können nur in geringem Maß zur Vermehrung unserer Kenntnis von den Mollusken dieser Gegenden bei- tragen; besonders die Kapfauna ist so gut erforscht, daß ich über die verhältnismäßig wenigen Schalen unserer Expedition nicht vollständig zu berichten brauche. Holantarktische Mollusken. Gastropoda. Prosobrancliia. Docoglossa. Von den drei Familien der Docoglossen ist nur eine, die der Lepetiden, auf dem Sockel des antarktischen Festlandes vertreten. Pelseneer hat (Resultats du Voyage du S. Y. Belgica, Mol- lusqu.es, p. 18) von einer kleinen — 1,7 mm langen, 1,3 mm breiten und 0,7 mm hohen — unge- nügend erhaltenen PropiUdium- Schale eine kurze Beschreibung gegeben; sie ist in 70° 48' südl. Breite und 80° westl. L. in einer Tiefe von 500 m gefunden worden. Ferner beschreibt Edg. Smith (National Antarctic Exped., nat. Hist,, v. 2, Mollusca, Gastropoda, p. 12 t. 2 f. 11) eine Art unter dem Namen Lepeta (Pilidium) antarctica aus der MacMurdo-Bai. Auch die Deutsche Südpolar -Expedition hat zwei Arten erbeutet; von der einen ist die Iden- tität mit Smiths Art zweifellos, während es von der anderen unsicher bleibt, ob sie mit der zu- sammenfällt, die Pelseneer erwähnt hat, jedenfalls ist das Exemplar beträchtlich größer. Lepeta (Pilidium) coppingeri (Edg. Smith). Einige Schalen von der Gauss-Station stimmen mit Smiths Beschreibung von Lepeta ant- arctica so überein, daß sie zweifellos zu dieser Art gehören. Ihre Skulptur besteht aus feinen kon- zentrischen Fältchen, die sich in radiären Reihen zu deutlichen Schüppchen erheben; die Zahl dieser Schuppenreihen ist etwas veränderlich und meist sind die längeren deutlicher als die kurzen Deutsehe Sudpular-Expedition. XIII. Zoologie V. 24 jgß Deutsche Südpolar-Expedition. vorderen. Smith hat nur eine Schale gesehen, von der er angibt, daß sie sich von der magellani- schen L. Göppingen Edg. Smith durch dieKleinheit und geringere Kippenzahl unterscheide, indessen beide Merkmale dürften wenig für eine Artunterscheidung beweisen. Ein Vergleich mit Exem- plaren von Punta Arenas macht es mir sehr wahrscheinlich, daß beide Arten zusammenfallen, und so behalte ich den älteren Namen bei. Propilidiiun pelseneeri n. sp. Tafel 11, Fig. 1—3. Das einzige Exemplar ist in der bedeutenden Tiefe von 3397 m im Gebiet des Scholleneises nordwestlich von der Gauss-Station erbeutet worden; ich benenne die Art nach dem um die Mollusken -Anatomie hochverdienten Prof. Pelseneer, der die antarktischen Arten der Belgica - Expedition bearbeitet hat. Die Schale ist etwas über 4 mm lang, 3 mm breit und fast 2 mm hoch. Der nach vorn gekrümmte Apex ist verloren und das obere Ende der Schale daher abgestumpft (Fig. 3). Der vordere Abfall der Schale ist deutlich konkav, der hintere etwas konvex, die Seiten kaum gewölbt; der vordere Abfall hat etwa 2 / 3 von der Länge des hinteren, demnach liegt die Spitze vor der Schalenmitte. Unter der Lupe erscheint die Oberfläche fein gegittert, die Maschen sind ungefähr quadratisch; vorn ist die Skulptur deutlicher als hinten (Fig. 1). Im Innern befindet sich etwas hinter der Spitze ein deutliches, von der Außenwand wenig entferntes, schmales Septum (Fig. 2). Der Umriß der Schale ist eiförmig, vorn ein wenig breiter als hinten. Pelseneers Schale scheint verhältnismäßig niedriger zu sein mit in der Mitte gelegenem Apex. Rhipidoglossa. Von den Gruppen der Khipidoglossen sind in der Antarktis vertreten die Fissurelliden, die Scissurelliden und die Trochoiden in weiterem Sinne. Von den erstgenannten liegt eine von der Kerguelen-Artderitlich verschiedene Pwutfw-eKa-Art vor. Von der Gattung Scissurella hat Pelseneer (Resultats du Voyage du S. Y. Belgica, Mollusques, p. 17 flg. 43—45) eine Art, Sc. euglypta, be- schrieben; diese hat die Deutsche Südpolar-Expedition wiedergefunden, außerdem aber noch eine zweite Art, leider nur in zerbrochenen Schalen. Pelseneer hat sechs antarktische Arten von Trochoiden beschrieben und sie in die Gattungen TJtarsis, Margarita, Cyclostrema und Circulus gestellt, allerdings ohne die Tiere näher untersucht zu haben, daher ist seine Annahme unsicher. Die leeren Schalen von „Margarita" lamellosa und „Circulus" perlatus dürften sicher in andere Gattungen zu stellen sein. Edg. Smith beschreibt (Nat. Antarctic Exped., nat. Hist., v. 2, Moli. Gastropoda, p. 10—12) vier Arten, die er in die Gattung Valvatella ( =Margarüa Leach) stellt. Ich habe von dem Material der Deutschen Süd- polar-Expedition einen Teil der Arten auf das Gebiß hin untersucht, und unter den Trochoiden Angehörige verschiedener Gattungen festgestellt. Pimcturella spirigera n. sp. Tafel 11, Fig. 4—10. Neben mehreren leeren und zum Teil zerbrochenen Schalen ist auf der Gauss-Station auch ein lebendes Tier gefunden worden. Die Maße sind etwa die folgenden: Länge 8,25 mm, Breite Thiele, Schnecken und Muscheln. J#7 5,5 mm, Höhe 6,5 mm; eine zerbrochene Schale ist noch etwas größer. Das Anfangsgewinde ist stark entwickelt und besteht aus fast zwei Umgängen, es hängt ziemlich weit nach hinten über, liegt aber wegen der bedeutenden Höhe der Schale noch deutlich vor dem Hinterrande (Fig. 4 — 6). Der Schlitz ist ziemlich lang, aber größtenteils durch das Septum verschlossen. Die Skulptur besteht aus kräftigen, rundlichen, ziemlich dichtstehenden Radialrippen, zwischen denen je eine etwas schwächere eingeschoben ist. Die Schale ist durchscheinend weiß mit zahlreichen, zwischen und auf den Rippen verlaufenden Radialreihen undurchsichtig weißer Punkte. Das größere Gewinde, die bedeutendere Höhe und die dichteren Rippen unterscheiden die Art leicht von der Kerguelen-Form. Die starke Entwicklung des Gewindes ist besonders bei jungen Exemplaren (Fig. 7 — 10) sehr auffällig, so daß ich zuerst darin eine Ubergangsform zu Scissurella vor mir zu haben glaubte. Scissurella euglypta Pelseneer. Mehrere Schalen und einige Tiere von der Gauss-Station. Die größte mir vorliegende Schale hat eine Höhe von 3,3 mm bei einem Durchmesser von 4,2 mm; Pelseneers Maßangaben sind sicher irrig, da er die Höhe von 5 mm bei einem Durch- messer von 3,5 mm angibt, es kann wohl umgekehrt sein. Die weiße, in frischem Zustande durch- scheinende Schale besteht aus 4% Windungen, deren oberste wenig vorragen und etwas abgerundet sind. Die folgenden sind oben flach gewölbt, schräg herablaufend, über dem Schlitzband etwas konkav, unter diesem ziemlich schwach gewölbt, überall durch niedrige Radial- und Spiralstreifen gegittert. Der Schlitz ist sehr lang, am Ende verschmälert; das Band reicht bis an die zweite Win- dung. Der Nabel ist ziemlich eng. Die Mündung ist am Schlitz ungefähr rechtwinklig, während der Mundrand mit der vorletzten Windung oben und unten einen stumpfen Winkel bildet. Der obere Mundrand und der Spindelrand sind schwach gebogen, der letztere etwas umgeschlagen. Scissurella auioena n. sp. Tafel 11, Fig. 11. Von dieser Art, die von der vorigen ganz verschieden ist, liegen mir drei zerbrochene Schalen von der Gauss-Station vor, deren größte ich abbilde (Fig. 11). Die Form ist der von Sc. alta Watson ziemlich ähnlich, doch hat sie bedeutendere Größe, etwa 3,5 mm an Höhe und Durchmesser. Von den 4 J /2 Windungen sind die zwei ersten flach, die folgenden deutlich herabsteigend, oben deutlich gewölbt, das breite Schlitzband liegt über der Naht; die letzte Windung ist auch unten gewölbt, so daß das Schlitzband ziemlich in der Mitte gelegen ist. Die Oberseite ist mit ziemlich starken gebogenen Radiärleisten und schwächeren Spiralreifen skulptiert, ebenso die Unterseite. Nabel mäßig weit, zum Teil vom Spindelrand überdeckt. Mündung ziemlich rund. Solariellopsis ? lamellosa (Pelseneer). Tafel 11, Fig. 12. 1903 Margarita lamellosa, Pelseneer in: Result. Voy. Belgica, Moll., p. 18, Fig. 47. Eine leere, an der Mündung etwas zerbrochene Schale (Fig. 12) gehört wohl sicher zu Pelseneers Margarita lamellosa, indessen dürfte die Art in eine andere Gattung gehören; nach der Schalen- form hat sie Ähnlichkeit mit Arten, die Schepman unlängst (Siboga-Exped., v. 49 p. 53) in eine 24* jgg Deutsche Südpolar-Expedition. neue Gattung Solariellopsis gestellt hat, daher stelle ich sie, bis durch die Untersuchung der Radula die Frage entschieden wird, in diese Gattung. Außer der glatten Embryonalwindung sind die Windungen mit schrägen, zum Teil etwas unterbrochenen Längsfalten besetzt; die mittleren Win- dungen sind stumpfkantig, auf der letzten tritt in der Mitte der schräg abfallenden Oberseite noch eine schwächere Kante auf und in der Fortsetzung des Mundrandes verläuft eine stumpfere, weniger hervortretende Kante, an der Unterseite finden sich noch drei ziemlich flache Kanten, deren unterste den Nabel umgibt; alle Kanten werden durch die Rippen, die sonst an der Unterseite undeutlich sind, gezähnelt. Der Nabel ist ziemlich eng, größtenteils vom Spindelrand überdeckt. Die Farbe ist gelblich-weiß, die Innenseite perlmuttrig. Die Maße entsprechen ungefähr den von Pelseneer angegebenen; Pelseneers Abbildung erweckt den Anschein, als ob in der unteren Ecke der Mündung eine Rinne verläuft, das ist in der Tat nicht der Fall; diese Ecke ist ziemlich rechtwinklig. Fundort : Gauss -Station. Margarella refulgens (Edg. Smith). 1907 Valvatella refulgens, Edg. Smith in Nat. Antarctic Exp., Moll. Gastrop., p. 11 t. 2 f. 7. Einige Tiere und leere Schalen von der Gauss-Station stimmen völlig mit Smiths Beschreibung und Abbildung der genannten Art überein, nur die Größe ist etwas geringer, ich finde, die Höhe beträgt 3,5 mm, der Durchmesser 3,75 mm. Der blaue Perlglanz ist besonders bei den frischen Schalen auffallend Nach der Radula gehört diese Art in die Gattung Margarella. Außer den zwei längst bekannten Arten, M. violacea und expansa, hatLAMY unter dem Namen Margarita antarctica eine wahrscheinlich hierher gehörende genabelte Art beschrieben (Bull. Mus. Paris, v. 11 p. 481 und in Exped. Ant- arct. Franc., Gastrop. prosobr., p. 9 t. 1 f. 2 — 4); ferner dürften Photinula achüles Strebel (Wiss. Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 73 t. 5 f. 69), Photinula steineni Strebel (Zool. Jahrb. Syst., suppl. 8 p. 158 t. 5 f. 16) und Margarita Jcophameli Strebel (ibid. p. 160 t. 5 f. 18) hierher gehören, während die von mir ursprünglich auch zu Margarella gestellten Arten von Auckland wohl besser zu Gibbula zu stellen sind. Dann würden alle Margarella -Arten in der Antarktis und Subantarktis (Patagonien — Kerguelen) vorkommen. Strebels „Margarita" subantarctica macht den Eindruck einer jungen Schale, die vermutlich zu Margarella antarctica Lamy gehört. Strebels Promargarita tropidophoroides gehört sowohl nach dem Verhalten des Spindelrandes wie nach der Radula (Tafel 5 Fig. 17) zu Margarella, so daß dieser Gruppenname überflüssig sein dürfte. Submargarita streben n. sp. Tafel 11, Fig. 13, 14. Strebel hat (Wiss. Ergebn. Schwed. Südpolar-Exped., v. 6 p. 75) eine Untergattung Sub- margarita aufgestellt mit folgender Angabe: „Die Kleinheit des Gehäuses, die Spiralreifen wenig- stens auf der Basis, und die abweichende Spindel unterscheiden die nachfolgende Art von den vorangehenden Photinula -Gruppen und nähern sie der Gattung Margarita, von der sie aber die abweichende Aufrollung und das Fehlen des Nabels unterscheidet"; die typische Art ist S. impervia (Fig. 17). Das letzte Merkmal wird kaum Bedeutung haben denn es gibt einige antarktische Thiele, Schnecken und Muscheln. Jg9 Formen mit ähnlicher Schalenform, die aber mehr oder weniger weit genabelt sind, so Margarita notalis Strebel, Cyclostrema liratulum Pelseneer und Valvatella minutissima Edg. Smith, die ich in dieselbe Gruppe stellen möchte '). Durch Untersuchung der Radula habe ich festgestellt, daß Submargarita impervia in dieselbe Gruppe gehört wie einige Arten von der Gauss -Station. Ein charakteristisches Merkmal der Schale scheint die ziemlich große, warzenförmige Em- bryonalschale darzustellen und wenigstens um den Nabel einige Spirak-eifen, die meisten Arten aber sind auch sonst mit feinen Furchen umzogen. Die Radula unterscheidet sich nicht wesentlich von derjenigen von Margarella, daher wird man die beiden Gruppen als Untergattungen der Gattung Margarites anzusehen haben. Die Mittelplatte ist groß, hinten rundlich verbreitert, durch einen ziemlich breiten Halsteil in die große dreieckige, ziemlich weit übergebogene Schneide übergehend, die an den Seiten einige — etwa 7 — spitze Zähnchen trägt und in eine ziemlich lange, sehr spitze Endzacke ausläuft. Die fünf Seitenplatten stehen in einer schwach nach hinten abfallenden Reihe, ihre Schneiden nehmen allmählich an Größe ab, so daß die äußerste ziemlich klein ist mit bedeutend schrägem Vorderrande, sie haben gleichfalls gezähnelte Seitenränder und eine scharfe Endspitze. Die zahlreichen Seitenplatten sind unter einander wenig verschieden, schon die erste ist ziemlich schmal mit wenig übergebogener gezähnelter Schneide. In Fig. 18 der Tafel 15 bilde ich die Mittel- und Zwischenplatten der typischen Submargarita impervia ab. Während die drei genannten Arten sämtlich Spiralstreifung zeigen, ist die eine der mir vor- liegenden Arten bis auf die schrägen Anwachsstreifen und drei Reifen um den Nabel ganz glatt, durchscheinend weiß, ihre Höhe erreicht etwa 2,5 mm bei einem Durchmesser von 2,1 mm (Fig. 13, 14). Die Schale besteht aus 3 — 3U Windungen, der Apex ist äußerlich undeutlich spiralig, von ähnlicher Form wie Fig. 16 von der folgenden Art zeigt, die Windungen nehmen ziemlich schnell an Größe zu, sie sind gewölbt, die letzte beim Übergang in die Unterseite ein wenig abgerundet kantig. Der Nabel ist sehr eng, indem der Spindelrand in ihn etwas hineingedrückt ist. Die Mün- dung ist oben etwas eckig, sonst rundlich. Der äußere Mundrand verläuft schräg, während der Spindelrand ziemlich senkrecht herabfällt an seinem untern Ende ist der Mundrand etwas rund- lich vorgezogen. Smiths Abbildung und Maße von Valvatella minutissima würden unserer Art gut entsprechen, nur fehlt dieser die Spiralstreifung. Fundort: Gauss -Station. Submargarita similis n. sp. Tafel 11, Fig. 15, 16. Während Submargarita impervia ohne Nabel ist, soll Pelseneers „Cyclostrema" liratulum weit genabelt sein; jene ist 2,7 mm, diese nur 1,1 mm hoch. Demnach stimmen beide nicht mit zahlreichen Exemplaren einer Art von der Gauss -Station überein, die zwar auch spiralig gestreift ist, aber ziemlich eng durchbohrt ist; die größten Exemplare haben eine Höhe von 1,9 mm bei einem Durchmesser von 1,7 mm. Es sind nur etwa 2% Windungen vorhanden, Apex kaum spiralig, deutbch abgesetzt, die folgenden Windungen gleichmäßig abgerundet, die letzte ziemlich bauchig ') Smiths Valvatella crebrilirulata ist bedeutend größer, hat aber auch zahlreiche Spiralreifen, so daß sie vielleicht hier- her gehört. ] 90 Deutsche Südpolar-Expedition. mit zahlreichen Spiralreifchen, deren Entfernung etwas veränderlich ist und die um den Nabel herum etwas stärker sind. Dieser ist von unten gesehen offen, ziemlich eng, kaum vom Spindelrand bedeckt. Die Mündung ist wenig höher als breit, unten gleichmäßig gerundet, oben etwas eckig; der Mundrand ist rechts und unten links etwas vorgezogen. Die Schale ist weiß, in frischem Zu- stande durchscheinend. Strebels Margarita notalis ist sehr ähnlich, aber kleiner (Fig. 18) und mit sehr dichtstehenden Spiralstreifen skulptiert. Submargarita inanunillata n. sp. Tafel 11, Fig. 19. Die in Fig. 19 abgebildete Schale stimmt, wie ein Vergleich der Abbildungen zeigt, mit keiner bisher beschriebenen Art überein. Die Höhe beträgt fast 1,7 mm, der Durchmesser 1,4 mm, dem- nach ist die Schale merklich höher als breit, aus vier Windungen gebildet, die zuerst wenig, dann schneller zunehmen, dadurch bilden die ersten eine warzenartige Spitze; die letzten Windungen sind aufgeblasen, mit tiefer Naht. Die letzte ist offen genabelt und an der Unterseite mit einigen feinen eingerissenen Spirallinien versehen. Die Mündung ist oben etwas eckig und am Ende des Spindelrandes ist gleichfalls eine deutliche Ecke vorhanden. Fundort : Gauss -Station. Submargarita unifilosa n. sp. Tafel 11, Fig. 20. Einige Schalen unterscheiden sich von den vorher genannten Arten durch die Gegenwart eines starken Fadens auf der letzten Windung ungefähr in der Fortsetzung der Naht. Bei näherem Vergleich rindet man auch sonst Unterschiede (Fig. 20). Die abgebildete Schale ist 2,3 mm hoch und 1,7 mm breit, sie ist demnach verhältnismäßig höher und weniger breit als Submargarita strebeli, der sie in der Form sonst ähnlich ist, besonders der etwas kantigen letzten Windung und dem Ver- halten des Mundrandes; in den Spirallinien finde ich kleine Verschiedenheiten, meist sind außer der einen keine weiteren sichtbar, doch bei dem abgebildeten Exemplar sind darüber ein paar schwache Linien und bei einem andern sind zwei Fäden in der Nabelgegend vorhanden. F u n d o r t : Gauss -Station. Margarites dulcis (Edg. Smith). Tafel 11, Fig. 21. Diese Art, von der mir zwei Schalen von der Gauss -Station vorliegen, ist der nordischen Val- vatella ( = Margarites) cinerea (Couthouy) in der Form, Skulptur und der Mündung sehr ähnlich. Mr. Edgar Smith war so gütig, mir auf meinen Wunsch ein Tier unserer Art zu schicken, dessen Etadula ich untersuchen konnte. Danach ist die Übereinstimmung der Gebisse eine derartige, daß diese antarktische Art zu derselben Gattung gestellt werden muß. Die Form der Mittel- und /wischenplatten ist ähnlich wie bei der genannten nordischen Art, nur hat diese vier Zwischen- platten, M. dulcis fünf; die erste Seitenplatte verhält sich auch ganz ähnlich wie bei M. cinerea (Tafel 15 Fig. 17). Was den Gattungsnamen anlangt, so hat Smith Grays Namen Valvatella angenommen, den dieser (Guide to the systematic Distribution of Mollusca in the British Museum. London 1857) Thiele, Schnecken und Muscheln. 191 aufgestellt hat; unter den Merkmalen gibt er an ,,axis imperforate" (p. 157) und nennt eine Art „V. groenlandica"'. Diese wurde bisher als „Margarita" grönlandica = undulata Sowerby aufge- faßt, indessen hat diese Art einen offenen Nabel und daher scheint es mir recht zweifelhaft zu sein, ob Gray tatsächlich diese Art gemeint hat, umsomehr da er (p. 153) bei Margarita zwar zunächst M. helicina nennt, aber von einer „Margarita antarctica" das Gebiß darstellt, obwohl eine solche Art — abgesehen von der neuerlichen Art Lamys — garnicht existierte; das Gebiß kann möglicherweise einer Calliostoma-Axt angehören. Unter diesen Umständen scheint mir Grays Gattung VahateUa kaum annehmbar zu sein *). weil die typische Art unsicher ist, und da Margarita Leach von diesem Autor selbst vergeben ist, wird man am besten tun, die von demselben vorgeschlagene Änderung Margarites anzunehmen (vgl. Gray in: Ann. nat. Hist., ser. 1 v. 20 p. 271). Da Smiths Abbildung zwar kenntlich, aber in der Form nicht ganz richtig zu sein scheint, habe ich das eine Exemplar nochmals abgebildet (Fig. 21). Es ist noch nicht ganz ausgewachsen, da es nur 4 1 / 2 Windungen zeigt und einen Durchmesser von 6 mm hat bei einer Höhe von 5 mm. Die letzte Windung ist nach unten zwar deutlich erweitert, aber doch nicht so stark, wie es Smiths Figur zeigt; von oben bis zu dieser abgerundeten stumpfen Kante ist sie mit fünf Spiralrippen besetzt, während die Unterseite 15 flache und dicht aneinanderliegende Spirallinien aufweist; an der Oberseite sind die schrägen Faltenstreifen zwischen den Rippen sehr auffallend, während sie an der Unterseite viel feiner und undeutlicher sind. Das Innere des Nabels ist glatt. Margarites? sp. Tafel 11, Fig. 22 a, b. Von einer beträchtlich größeren Art liegen ein paar Bruchstücke vor, die eine ähnliche Skulptur aufweisen wie vorige Art, so daß sie wahrscheinlich zu derselben Gattung gehören. Es ist aus diesen Bruchstücken folgendes zu entnehmen. Am Übergang zur Unterseite hat die letzte Windung eine stumpfe Kante, der eine starke Spiralrippe entspricht; darüber sind mehrere — die Zahl ist nicht festzustellen — etwas schwächere und etwas entfernte Spiralfäden, deren oberste gezähnelt sind (Fig. 22a, b). Zwischen ihnen sind schräge Fältchen sichtbar, an der Naht entsprechend den Zähnchen der obersten Spirallinie treten diese Fältchen stärker hervor. Die Unterseite ist mit schwächeren und dichteren Spirallinien skulptiert. Fundort : Gauss -Station. Cirsonella extreraa n. sp. Tafel 11, Fig. 23. Die typische Art von Cirsonella ist australisch, Suter hat dann (Proc. malac. Soc. London, v. 8 p. 26 t. 2 f. 13) von den Snares- und Bounty -Inseln eine Art, G. densilirata, beschrieben. Diesen Arten ist eine in zahlreichen Schalen und einigen Tieren von der Gauss -Station vorliegende Art ähnlich, so daß ich nicht zögere, sie in diese Gruppe zu stellen, in der sie die größte ist. Sie erreicht etwa eine Höhe von 2,7 mm bei einem Durchmesser von 2,9 mm. Die Schale ist gelblich weiß, etwas *) Ich finde nachträglich, daß Dall (U. S. geol. Survey, v. 59 p. 98) ganz dieselbe Ansicht über den Namen Val- valella ausgesprochen hat. J92 Deutsche Siidpolar-Expedition. breiter als hoch, aus 3% Windungen gebildet (Fig. 23). Der Apex ist ziemlich groß, aber wenig vortretend, die Windungen stark gewölbt, die Naht daher tief; die letzte Windung verhältnis- mäßig sehr groß, an der Unterseite mit feinen eingerissenen Spirallinien. Die Mündung ist rund, etwas schräg, der Mundrand innen etwas verdickt, links außen erweitert, oben an die vorletzte Windung befestigt, darunter frei abstehend und den mäßig weiten Nabel zum großen Teil ver- deckend. Der Deckel ist bräunlich, ziemlich dick, aus zahlreichen Spiralwindungen zusammen- gesetzt. Die Mittelplatte der Radula ist breiter als lang, ungefähr sechseckig, der Vorderrand fast gerade und zu einer schwachen Schneide vorgebogen, ohne Halsteil sich nach hinten bis etwas hinter der Mitte verbreiternd und liier einen Winkel bildend, hinten etwas rundlich. Die fünf Zwischenplatten liegen in einer ziemlich geraden Querlinie, sie sind länger als die Mittelplatte und überragen diese vorn; ihre mäßig breiten Schneiden sind nicht weit übergebogen, am Rande ge- zähnelt; die zahlreichen Seitenplatten sind schmal, an den kleinen Schneiden etwas gezähnelt. Leptothyra innocens n. sp. Tafel 11, Fig. 24. In mehreren, meist zerbrochenen Schalen und einem Tier liegt eine Art vor, die nach dem ziemlich dünnen, durchscheinend weißlichen, vielgewundenen, außen konkaven Deckel, sowie nach der Radula unzweifelhaft zu Leptothyra gehört. Die größte zerbrochene Schale hat 7 mm im Durchmesser, während die in Fig. 24 dargestellte etwas über 5 mm im Durchmesser und fast 5 mm an Höhe hat. Sie besteht aus 3% Windungen; diese beginnen mit einem rundlichen, glatten, wenig vortretenden Apex, dem noch etwa y 2 glatte Windung folgt; die folgenden Windungen sind mit rundlichen, ziemlich starken Spiralrippen skulptiert, die allmählich durch weitere, in den tiefen Furchen auftretende, an Zahl zunehmen, so daß ihre Zahl bis auf etwa 20 steigt, deren letzte in dem tiefen, mäßig weiten Nabel gelegen sind. Die Windungen sind rundlich, schnell zunehmend und herabsteigend, das Gewinde ist oben deutlich abgestumpft; die Oberfläche zeigt deutliche, dichte, ein wenig faltige Anwachsstreifen. Die Mündung ist rundlich; der Außenrand zeigt die Enden der Rippen, der Spindelrand ist in der Mitte etwas verbreitert und umgeschlagen; der ganze Rand zeigt eine deutliche Abgrenzung des äußeren durchscheinenden Teiles gegen die innere Perl- mutterschicht. Zwei einzelne Deckel, die gleichfalls außen nach der Mitte hin vertieft sind, indem die Win- dungen gegen einander stufenförmig abgesetzt sind (Fig. 25), beweisen, daß entweder die beschrie- bene Leptoihyra-Axt noch größer wird - - der größte Deckel hat 2,9 : 2,6 mm im Durchmesser — oder daß daneben noch eine größere Art vorkommt; das erstere halte ich für wahrscheinlicher, da die Form des Deckels nicht dagegen spricht. Fundort: Gauss- Station. Ftenoglossa und Gymnoglossa. Trochaclis (nov. gen.) antarctica n. sp. Tafel 11, Fig. 29. Die Schale hat ganz ähnliche Form wie Submargarita strebeli,- daher bedurfte es der Radula- Untersuchung, um festzustellen, daß die Art gar nicht zu den Rhipidoglossen, sondern in die Nähe Thiele, Schnecken und Muscheln. [93 von Actis gehört; da die Arten dieser Gattung indessen nicht nur auffallend verschiedene Schalen- form, sondern auch einen wesentlich verschiedenen Deckel besitzen, habe ich dafür eine neue Gattung aufgestellt. Diese hat also die Schalenform von Trochiden, das Gebiß von Aclis oder Hemiaclis und im Deckel Ähnlichkeit mit Scalaria. Die einzige Art der Gattung, die durch einige Tiere und leere Schalen von der Gauss-Station vertreten ist, hat eine weiße rundlich kegelförmige Schale (Fig. 29), deren Höhe fast 4 mm erreicht bei einem Durchmesser von 3,5 mm. Sie hat 4% ziemlich schnell zunehmende, rundliche Win- dungen mit vertiefter Naht; der Apex ist von mäßiger Größe, deutlich vorragend. Die Oberfläche ist bis auf die schrägen Anwachsstreifen glatt. Mündung rundlich, oben etwas eckig, schräg, Mundrand durch dünnen Callus mit konkavem Rande verbunden, Spindelrand gerade, oben in den Nabel hineingedrückt und diesen ganz oder bis auf eine Ritze verschließend. In der Nabelgegend verlaufen einige nach außen schwächer werdende Spirallinien, in der Regel dürften es vier sein. Der Deckel (Fig. 29a) ist dünn, bräunlich, rundlich eiförmig, außen etwas konkav, mit ziem- lich zentralem Kern und einigen undeutlichen Windungen, der Rand ist sehr zart. Die Zähnchen der Radula sind alle gleichartig, klein, sehr dünn, fast fadenförmig, am freien Ende hakenförmig umgebogen. Eulima tumidiila n. sp. Tafel 11, Fig. 31. Aus der Antarktis sind bisher zwei Eulima-Axten beschrieben: E. convexa Edg. Smith (Nat. Antarctic-Exp., v. 2 Moll. Gastr. p. 7 t, 1 f. 9) und E. antarctica Strebel (Ergebn. Schwed. Süd- polar -Exp., v. 6 p. 65 t. 6 f. 91), jene aus der MacMurdo-Bai, diese bei der Seyniour-Insel (64° 20' südl. Br., 56° 38' westl. L.); mir scheint aber auch Volutaxiella subantarctica von Süd-Georgien in diese Gattung zu gehören, während die andere Art Volutaxiella translucens wohl eine Odostomia sein dürfte. Das mir vorliegende Material enthält mehrere, meistens unausgewachsene Schalen mit oder ohne Tiere. Sie zeigen sicherlich etwas verschiedene Formen, so daß man wohl kaum alle in einer Art vereinigen kann, doch ist es recht schwierig, sie gegen einander abzugrenzen. Eulima convexa ist nach der Abbildung schlank, 5,75 mm hoch und 2 mm breit, aus acht Windungen ge- bildet, £W. antarctica ist nach einemwohl unausgewachsenen Exemplar von 3,lmmHöhe und 1,2mm Durchmesser beschrieben, das aus sechs Windungen besteht. Die erstere Art scheint hier nicht vertreten zu sein, von der andern ist das möglich, wenn auch unsicher; um nicht überflüssige Arten aufzustellen, will ich vorläufig die Exemplare mit angedrückter Naht und sehr wenig gewölbten Windungen als die STREBELsche Art bezeichnen (Tafel 11 Fig. 30). Beträchtliche Unterschiede zeigt die (Tafel 11 Fig. 31) abgebildete Form, deren Windungen verhältnismäßig schneller zunehmen, deutlich gewölbt und durch eine eingedrückte Naht geschieden sind. Das abgebildete Exemplar besteht aus fast acht Windungen und ist 5,25 mm hoch bei einem Durchmesser von 2 mm; die letzte Windung ist etwas aufgeblasen, wohl gerundet, die Mündung eiförmig, der Mundrand rechts wie gewöhnlich rundlich vorgezogen. Diese Form möge als Eulima tumidula unterschieden werden. Fundort: Gauss-Station. Taenioglossa. Von antarktischen Rissoen sind schon einige Arten beschrieben worden; Pelseneer hat 3: Rissoa (Setia) inflata, R. (S.) columna und R. ( ? Ceraha) suhtruncata, Smith 5: R. adarensis, frau- Deutsche Siidpolar-Ei-pedition. XIII. Zoologie V. 25 194 Deutsche Südpolar-Expedition. dulenta, gelida, deserta und glacialis, Lamy eine: R. turqueti benannt — von den subantarktischen Arten sehe ich hier ab. R. adarensis und columna sind einander recht ähnlich, auch R. turqueti und fraudulenta, deren Skulptur wie bei R. subtruncata aus feinen Spiralfurchen besteht; R. gelida hat deutlichere Spiralreifen. Die mir vorliegenden Arten habe ich, da sie z. T. nicht genau mit den Abbildungen überein- stimmen, bei Lupenvergrößerung gezeichnet, vier lassen sich ziemlich gut mit beschriebenen iden- tifizieren, während zwei noch unbekannt sein dürften. Rissoa deserta (?) Edg. Smith. Tafel 11, Fig. 33. Eine Schale von der Gauss-Station (Fig. 33) hat im wesentlichen die Form, welche die Original- figur der genannten Art darstellt; wie diese ist sie glatt, weiß, unten ziemlich bauchig, ihre Höhe beträgt 2,3 mm, der Durchmesser 1,6 mm, dabei besteht sie aus wenig über vier Windungen, während Smith 5 Windungen und eine Höhe von 2,5 mm angibt. Das stimmt also nicht ganz, da die letzte Windung ja sehr groß ist, und es ist immerhin möglich, daß mir eine andere ein wenig verschiedene Art vorliegt, doch ist das nicht sicher festzustellen, die Breite der Schale kann, wie ich bei R. gelida sehe, etwas veränderlich sein. Rissoa pelseneeri n. nom. Tafel 11, Fig. 34. Ein paar Schalen von der Gauss-Station dürften zu Pelseneers R. subtruncata (non Velain 1877!) gehören (Fig. 34); da der Name schon vergeben war, ersetze ich ihn durch den des Autors. Die 3% Windungen nehmen ziemlich gleichmäßig zu, sie zeigen mit Ausnahme der glatten oberen Windung feine Spiralfurchen, die Mündung ist nur wenig höher als breit. Die Höhe beträgt 1,9 mm, der Durchmesser 1,3 mm. Rissoa fraudulenta Edg. Smith. Tafel 11, Fig. 35. Ein Exemplar von der Gauss-Station (Fig. 35) stelle ich zu dieser Art, die von der vorigen durch höhere und schlankere Form und auch durch die Art der Skulptur abweicht; unter einer guten Lupe sieht man einige flache Spiralfurchen, die in der Originalfigur (Nat. Antarctic-Exp., v. 2 Gastr. Taf. 2 Fig. 3) dargestellt sind, unter dem Mikroskop sind außerdem aber noch sehr feine und dichte Spirallinien erkennbar. Das mir vorliegende Exemplar besteht aus 4 Windungen und hat eine Höhe von etwas über 2 mm und 1.2 mm im Durchmesser. Die Mündung ist schief ei- förmig. Rissoa ovata n. sp. Tafel 11, Fig. 36. Ein paar Schalen von der Gauss-Station, deren größte Fig. 36 darstellt, sind durch die sehr scharf abgesetzten, schnell zunehmenden Windungen mit tiefer Naht auffallend gekennzeichnet. Die Form der Schale ist eiförmig, die gezeichnete Schale ist 2,8 mm hoch und 2,2 mm breit, aus 3 3 / 4 Windungen gebildet, die meist oben an der Naht deutlich abgeflacht sind, letzte sehr groß, aufgeblasen, bei weitem den größten Teil der Höhe einnehmend. Die Anwachsstreifen sind ziem- Thiele, Schnecken und Muscheln. J95 lieh faltig, eine Spiralskulptur fehlt. Mündung eiförmig, rechts vorgezogen. Nabel offen, mäßig weit. Farbe gelblich weiß. Rissoa gelida Edg. Smith. Tafel 11. Fig. 37. Zahlreiche Exemplare von der Gauss -Station gehören ohne Zweifel zu dieser Art. Sie sind 2,5 mm hoch und 1,5 — 1.7 mm breit, ihre letzte Windung ist verschieden groß, vielleicht sind die breiteren Exemplare Weibchen. Die Skulptur besteht aus mehr oder weniger faltigen Anwachs- streifen und einigen mehr oder weniger starken Spiralreifen, die an der Unterseite bis in die Nabel- gegend reichen; unter dem Mikroskop erkennt man feine eingerissene mäßig dichtstehende Spiral- linien (Fig. 37). Da die Spiralreifen zuweilen ziemlich schwach sind, erscheint es mir nicht unmög- lich, daß Smiths Rissoa deserta nur eine glatte Varietät darstellt, freilich möchte ich das von der vorher beschriebenen Schale nicht annehmen. Wegen der Veränderlichkeit in der Form, sowie in der Stärke und Zahl der Spiralreifen werden auch die in Fig. 38 dargestellten Schalen zu dieser Art gestellt werden können. Rissoa inilatella n. sp. Tafel 11, Fig. 39. Einige Schalen haben zwar ganz ähnliche Spiralreifen wie die vorige Art, unterscheiden sich aber beträchtlich durch die schneller zunehmenden Windungen und daher kürzere, bauchigere Form (Fig. 39). Die Spitze ist mikroskopisch spiralig gestreift; im ganzen sind 4 Windungen vorhanden, die etwas faltige Anwachsstreifen und deutliche Spiralreifen zeigen, an der Unterseite schwächer werdend, doch kann ich die mikroskopischen Spirallinien, wie sie R. gelida zeigt, hier nicht erkennen. Der Nabel ist offen durchbohrt; Mündung groß, eiförmig. Fundort : Gauss -Station. Adeorbis antaretieus n. sp. Tafel 12, Fig. 1—3. Eine antarktische Adeorbis-kxt ist bisher noch nicht beschrieben worden, mir liegt nur eine Schale von der Gauss-Station vor, die ich in Fig. 1 — 3 abgebildet habe. Sie ist 4 mm hoch und 5,5 mm breit, gelblich -weiß, ziemlich dünn, glatt, aus etwa 3U Windungen gebildet, die anfangs wenig, dann mehr herabsteigen; sie sind schwach gewölbt, die letzte unter der Naht abgeflacht, dann gewölbt; Nabel ziemlich weit, durchgehend, ein wenig vom obern Teil des Spindelrandes bedeckt. Mündung sehr schräg, vorn an der vorletzten Windung weit vorgezogen. Sublacuna (n. gen.) indecora n. sp. Tafel 12, Fig. 4. Für diese Art stelle ich, da sie hauptsächlich des Gebisses wegen keiner bekannten Gattung zugeteilt werden kann, eine neue Gattung auf. Ein halbes Radulaglied habe ich in Fig. 19 der Tafel 15 abgebildet. Die Mittelplatte ist kurz und nach hinten verbreitert, an der Schneide mit einem ziemlich großen spitzen Mittelzahn und jederseits drei kleineren Zacken; hinten hat die Platte nicht solche Zähnchen wie bei den Rissoiden. Die Zwischenplatte ist groß, an der Schneide zuinnerst mit einer ziemlich großen spitzen Zacke, darauf folgt eine kleinere, dann wieder eine 25* ]f)ß Deutsche Siidpolar-Expedition. größere, der sich noch drei kleine Zacken anschließen. Die innere Seitenplatte hat innen eine sehr spitze Zacke und außen eine größere und zwei kleinere, die auch sehr spitz sind; die äußere Seiten- platte ist sehr dünn, mit zwei sehr spitzen Zacken am Ende. Außer den zwei Arten, die ich hier beschreibe, dürften Lacuna notorcadensis Melvill & Standen (Rep. Voy. Scotia, v. 5 p. 101 fig. 3) und L. macmurdensis Hedley (Brit. antarctic Exp. 1907 — 09, v. 2 p. 4) hierher gehören. Die Schale der typischen Art ist gelblich weiß, rundlich kegelförmig, 3,4 mm hoch und 3 mm breit, mattglänzend, mit schrägen Anwachsstreifen (Fig. 4). Die Schale besteht aus 3% Windungen, die abgerundet und durch eine tiefe Naht getrennt sind; Nabel durchbohrt. Mündung rundlich eiförmig, schräg, Mundrand zusammenhängend, rechts etwas vorgezogen, Spindelrand gerade ab- geschnitten. Deckel braungelb, aus wenigen Windungen gebildet. Fundort : Gauss -Station. SuMacuna trilirata n. sp. Tafel 12, Fig. 5. Obwohl mir von dieser Art nur leere Schalen vorliegen, scheint mir doch ihre Verwandtschaft mit der vorigen hauptsächlich durch die Verhältnisse der Mündung und des Nabels wahrschein- lich zu sein, während die deutliche Skulptur sie leicht unterscheidet. Lacuna macmurdensis Hedley (a.a.O.) ist sehr ähnlich, zeigt aber an der Unterseite noch zwei schwächere Reifen, die hier fehlen, nur ausnahmsweise ist eine Spirallinie angedeutet; immerhin können beide Varietäten einer Art sein. Von genannter Art hat nur ein Brachstück vorgelegen. Von den 3% Windungen ist nur die erste glatt, die folgenden zeigen zwei starke Reifen, während an dem dritten die Naht verläuft, wodurch er meistens verdeckt wird; die letzte Windung läßt alle drei Reifen erkennen, an der Unter- seite ist sie etwas abgeflacht, der Nabel durchbohrt. Die schrägen Anwachsstreifen sind ein wenig faltig. Die Mündung ist rundlich, der Mundrand rechts schräg, der Spindelrand gerade abge- schnitten. Höhe und Durchmesser 3,3 mm. Fundort: Gauss-Station. Frovina (n. gen.) soror n. sp. Tafel 11, Fig. 40. Obwohl mir von dieser Art nur ein wahrscheinlich junges Exemplar von der Gauss-Station vorliegt, scheint es mir doch hauptsächlich durch die Radula bemerkenswert genug, um es zu berück- sichtigen. Diese (Tafel 15 Fig. 20) hat eine ziemlich große Mittelplatte in jedem Gliede, die vorn ein wenig eingebuchtet und mit einer fünfzackigen Schneide versehen ist. Die mittelste Zacke ist etwas kleiner als die zwei benachbarten, während die äußersten nur schwach sind; nach hinten ver- breitert sich die Platte zu zwei dünnen lappenförmigen, hauptsächlich nach den Seiten vortretenden Fortsätzen, die sich gegen den stärkeren Mittelteil absetzen. Die Zwischenplatte ist groß, hinten breit und geht in einen abgesetzten Schneidenteil über, der zu innerst eine starke spitze Zacke, darauf eine wenig schwächere und weiter einige sehr kleine. Zacken aufweist. Die stärkere innere und die schwächere äußere Seitenplatte laufen jede in zwei spitze Zähnchen aus. Der hornige Deckel ist eiförmig, spiralig, mit wenigen Windungen. Die Schale (Tafel 11 Fig. 40) ist 1,5 mm hoch und 1,4 mm breit, weiß, glatt, aus 2 1 / 3 schnell zunehmenden Windungen gebildet, Thiele, Schnecken und Muscheln. li)7 oben abgestumpft, die große rundliche letzte Windung wird oben etwas vom Gewinde überragt, der Nabel ist kaum durchbohrt; Mündung rundlich, der Spindelrand etwas gerade abgeschnitten. Trichotropis antarctica n. sp. Tafel 12, Fig. 6. Unter dem Namen Lacuna wandelensis hat Lamy eine in der Form ähnliche Art beschrieben, die er aber wegen des „Operculum paucispiratum" nicht zu Fossarus gestellt hat. Mir liegt eine Art in einem wahrscheinlich noch nicht ausgewachsenen Tier und einer noch kleineren Schale von der Gauss -Station vor (Taf. 12, Fig. 6), die in der Schalenform gleichfalls Ähnlichkeit mit Fossarus zeigt, doch ist das Gebiß völlig verschieden, und danach gehört die Art zu Trichotropis. Ich bilde das Gebiß in Fig. 21 (Tafel 15) ab. Die Mittelplatte ist nach hinten be- deutend verbreitert, der Hinterrand konkav, die Schneide dreieckig, ziemlich kurz mit einigen kleineren Zähnchen neben der Mittelzacke. Zwischenplatte groß mit einfacher, scharf zugespitzter Schneide. Seitenplatten mäßig lang, allmählich scharf zugespitzt. Die Schale ist wenig höher als breit, nach dem größeren vorliegenden Exemplar 2,8 mm hoch und 2,7 mm breit (Fig. 6), aus 3 Windungen gebildet, von denen die beiden ersten rundlich und glatt sind, während die letzte acht Spiralreifen aufweist und starke, dichte, faltige, etwas schräge Anwachsstreifen, auf denen das ziemlich starke Periostracum sich gleichfalls in deutlichen Fältchen erhebt. Der Nabel ist offen, mäßig weit, Spindelrand ziemlich gerade, mit einem rechten Winkel in den Unterrand der Mündung übergehend, Außenrand mit dem Spindelrand verbunden, oben ziemlich gerade, dann bogig, die Mündung ist deutlich höher als breit. Torellia (Trichoconcha) mirabilis (Edg. Smidt). Edg. Smith hat für diese Art, von der mir ein junges Exemplar von der Gauss-Station vor- liegt, eine Gattung Trichoconcha aufgestellt, mir scheint diese aber der Torellia so ähnlich zu sein — auch im Gebiß und in der Deckelform — , daß man sie wohl höchstens als Untergattung dazu stellen wird, da das kaum erhobene Gewinde wohl der einzige Unterschied ist. Trachysma tenue n. sp. Tafel 12, Fig. 7. Die Literatur -Angaben über die Gattung Trachysma sind kaum verständlich. G. 0. Sars hat (Mollusca Regionis arcticae Norwegiae, p. 212) nach Jeffreys Angaben diese Gattung für eine kleine Art aus dem nördlichen Atlantischen Ozean aufgestellt, die er beschreibt und abbildet und sehr wahrscheinlich fälschlich für identisch mit dem von Philippi beschriebenen fossilen Cyclo - Stoma ? delicatum erklärt; Philippis Art ist viel größer (etwa 12 mm hoch und breit) und wenn Sars auch angibt, daß die Exemplare der Porcupine -Expedition über doppelt so groß seien wie die seinigen, die nur 1 mm hoch sind, so liegt doch kein Grund vor zu der Annahme, daß Philippis Form dieselbe Art ist, daher nenne ich die von Sars beschriebene typische Art Trachysma sarsianum. Gänzlich ausgeschlossen ist auch, daß, wie Sars erwähnt, Architaea catenulata (Sars schreibt cate- nularia) A. Costa mit Philippis oder seiner Art identisch ist, diese ist völlig verschieden. In Tryons Manual of Conchology ist die Konfusion noch vergrößert, indem Philippis Art im 9. Bande unter dem Namen Torellia delicata, die SARSsche dagegen im 10. als Archytaea delicatum Philippi 198 Deutsche Südpolar-Expedition. beschrieben und abgebildet ist; Trachysma ist als Synonym von Archytaea bezeichnet. Ob die japanischen Arten, die Tryon dazu stellt, wirklich hierher gehören, ist ganz unsicher. Betrachtet man die nordische Form unter dem Mikroskop bei starker Vergrößerung, so fällt auf, daß die Embryonalschale eigentümlich körnig, die weitere Oberfläche dagegen deutlich spiralig gestreift ist. Die var. expansa Sars wird wohl eine besondere Art sein, und vielleicht gehört auch Adeorbis fragilis Sars hierher. Über das Tier ist leider nichts bekannt, ich finde nur eine Notiz von Poppe (Abh. naturw. Ver. Bremen, v. 8 p. 384, 1883), daß die Radula taenigloss- sei. Herr Schacko hat eine Zeichnung davon gemacht, die mir vorliegt. Bei dieser ungenügenden Kenntnis von der Gattung Trachysma möchte ich wegen einer ähn- lichen Schalenskulptur und Form die in Fig. 7 dargestellte Art dazu rechnen. Durch die schnell zunehmenden Windungen ist sie der var. expansa Sars ähnlich. Sie ist 1,7 mm hoch und 1,9 mm breit, aus fast 3 Windungen gebildet, deren letzte verhältnismäßig sehr groß ist, mit deutlichen Spiralstreifen, offen genabelt, mit großer, schief eiförmiger Mündung. Eine junge Schale scheint zu derselben Art zu gehören, ihre ziemlich große Embryonalschale zeigt eine körnige Oberfläche und setzt sich deutlich gegen die weitere, mit Spiralstreifen versehene Schale ab. Ich habe mich vergebens bemüht, Deckel oder Radula des Tieres durch Auflösen des letzteren in Kalilauge zu erhalten und kann daher nichts über dessen systematische Stellung angeben. Fundort: Gauss-Station. Trachysma ? ignobile n. sp. Tafel 12, Fig. 8. Die Schale hat große Ähnlichkeit mit Submargarita, doch sehe ich keinen Deckel am Tier und dieses scheint dem der vorigen Art ähnlich zu sein, daher stelle ich die Art, deren Schale Fig. 8 darstellt, hierher. Die Schale ist ein wenig höher als breit, 2,6 mm : 2,5 mm, sie ist aus drei ziem- lich schnell zunehmenden Windungen gebildet, die abgerundet und durch eine tiefe Naht getrennt sind; Nabel offen; Mündung eiförmig. Die Unterseite zeigt einige deutliche Spirallinien, die aber weiterhin undeutlich werden. Fundort: Gauss- Station. Ich möchte hier die in Fig. 9 der Tafel 12 dargestellte, sehr kleine glashelle Schnecke erwähnen, die mir in einem Exemplar vorliegt, das ich keiner Gattung einzufügen wage und daher unbenannt lasse. Die Form ist ähnlich wie von der letzten Art, aber viel kleiner, mit kleiner Embryonalschale. Es sind fast 4 Windungen vorhanden, die ziemlich schnell zunehmen und abgerundet sind; die letzte ist in der unteren Hälfte deutlich spiralig gestreift, der Nabel ist offen. Mündung rundlich, Mundrand zusammenhängend. Höhe und Durchmesser 0,55 mm. Pelseneers Rissoa (Setia) inflata - der Name R. inflata ist durch Monterosato vergeben, daher zu ersetzen durch R. Immilis n. nom. - - hat eine ähnliche Form und ist 0,8 mm hoch, ohne Spiralstreifen, daher artlich sicher verschieden, aber auch bei ihr ist die Zugehörigkeit zu Rissoa höchst zweifelhaft. Homalogyra atomus (Philippi). Ein paar Tiere von der Gauss-Station, deren größtes 1,4 mm im Durchmesser hat, unterscheiden sich nicht wesentlich von der genannten Art, die auch schon früher von Watson als dieselbe an- Thiele, Schnecken und Muscheln. 199 gesehen ist, welche vom „Challenger" zwischen Marion- und Prinz Eduard-Insel gefunden wor- den war. Microdiscula (n. gen.) vanhüffeni n. s)i. Tafel 12, Fig. 10-12. In einigen Tieren und leeren Schalen liegt mir eine kleine Art von der Gauss-Station vor, die ich keiner bekannten Gattung einreihen kann; die Form der Schale ist ähnlich wie von Skenea, doch hat der Mundrand eine andere Form und die Radula ist verschieden. Diese hat etwa 22 Quer- reihen, deren jede — soviel ich erkennen kann -- aus fünf Platten besteht. Die Mittelplatte ist groß, mit gezackter dreieckiger Schneide und zwei schräg nach hinten laufenden Fortsätzen der Basis; Zwischenplatte ziemlich klein, mit kleiner, etwas gezähnelter Schneide; Seitenplatte mit einer ziemlich langen, schwach gebogenen Schneide. Recht eigenartig sind die Kiefer, sie bestehn aus einer ziemlich geringen Anzahl verhältnis- mäßig großer Plättchen, von denen meistens vier in einer Querreihe bogenförmig angeordnet sind, die inneren sind am kleinsten, die äußersten am größten, diese messerartig geformt, die Vorder- ränder sind fein gezähnelt. Solcher Querreihen sind etwa 10 vorhanden. Die nachher erwähnte M. subcanaliculata (Edg. Smith) hat ganz ähnliche Radula und Kiefer (vgl. Tafel 16 Fig. 5, 6). Der Deckel ist dünn, hornig, gelblich. Die Schale ist sehr niedrig, fast scheibenförmig, weiß, durchscheinend; von den 3% Windungen überragen die ersten nur wenig die letzte, die rundbch, am Umfang undeutlich kantig ist; Naht ziemlich tief eingesenkt; Nabel weit offen. Bis auf feine, dichte Anwachsstreiten ist die Oberfläche glatt. Der Mundrand ist oben rechts ziemlich stark lappenförmig vorgezogen, darunter wird er konkav, unten wieder konvex und tritt am Ansatz ziemüch stark zurück (Fig. 10 — 12). Capulus subcompressus Pelseneer. Tafel 12, Fig. 13, 14. Einige Tiere und leere Schalen von der Gauss-Station (Fig. 13) gehören wohl zweifellos zu dieser Art (Result. Voy. Belgica, Moll. p. 20); Pelseneer gibt eine Länge von 3 mm und eine Höhe von 2 mm an. Bei den mir vorhegenden Tieren erreicht die Länge der Mündung etwa 4,75 mm, ihre Breite 3 mm und die Höhe der Schale vom Mundrande bis zur entgegengesetzten Seite 5 mm. Pelseneers Abbildungen stimmen mit kleineren Schalen ganz überein, indessen ist die Schale hinsichtlich ihrer Breite etwas veränderlich, auch kann der Apex, der gewöhnlich oben ziemlich flach ist, sich etwas einsenken. Betrachtet man die Anfangsspirale bei guter Lupenvergrößerung, so fallen an ihrer Außenseite vier flache Kiele auf (Fig. 14). Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß die von Pelseneer in seiner Fig. 61 abgebildete Larve, die jedenfalls mit der von mir (Fig. 15) abgebildeten identisch ist, die Jugendform unserer Art dar- stellt, welche demnach fünf Hautsäume aufweist, die später abgerieben werden; die oberen Säume sind stärker als die unteren. Außer den Anwachsstreif en zeigt diese Jugendform deutliche Spirallinien. Natica delicatula Edg. Smith. Von zwei etwas verwitterten Schalen von der Gauss-Station habe ich die größere in Fig. 16 (Tafel 12) abgebildet. Es scheint mir möglich zu sein, daß Smiths N. delicatula, die nur in einem stark 9Q0 Deutsche Siidpolar-Expedition. erodierten Exemplar von Kap Adare vorgelegen hat, mit unserer Art identisch ist. Diese Schale ist freilich nur 4 mm hoch und breit -- Smith gibt fast die doppelte Größe an — , aus 3 Windungen gebildet, die sehr schnell zunehmen, die letzte ist abgerundet, unten durchbohrt, oben von den kleinen Anfangswindungen deutlich überragt; Mündung eiförmig, Mundrand durch dünnen Callus verbunden. Von einer andern wahrscheinlich größeren Art, die vielleicht zu Natica gehört, liegt eine ganz junge, aus kaum 1 % Windungen gebildete Schale vor; sie ist bedeutend größer als die Anfangs- windung der vorigen (Tafel 12. Fig. 17). Marseniopsis pacüica Beruh. Ein großes Tier ist am Gaussberg in der Tiefe von 70 m erbeutet worden; seine Schale bilde ich in Fig. 18 (Tafel 12) ab, ihre Form ist zwar ziemlich ähnlich der von Lameilaria conica, die von der Southern Cross -Expedition bei Kap Adare gefunden worden ist, dürfte aber doch kaum zu dieser Art gehören. Sie besteht aus 3 Windungen und ist etwa 10,5 mm hoch und 10 mm breit. Ein paar kleinere Tiere, die zu derselben Art gehören, sind im Februar 1903 in einer Tiefe von 350 m gesammelt; von einem habe ich die Radula untersucht und finde sie der von Marseniopsis pacifica Bergh (Rep. Voy. Challenger, v. 151 p. 19 f. 16 — 21) recht ähnlich; diese Art ist bei Kerguelen gefunden und so wäre es ja wohl möglich, daß sie auch am Gaußberg vorkommt. Berghs Ab- bildung der Schale läßt deren Form nicht genügend erkennen. Ich möchte nur erwähnen, daß die innere Seitenplatte an ihrer Innenseite eine kleinere Nebenzacke besitzt, was nach Bergh nicht der Fall ist, doch kann er sie übersehen haben. Mr. Edgar Smith hatte die Güte, mir auf meinen Wunsch ein Exemplar seiner Lamellaria mollis von Kap Adare (Rep. Voy. Southern Cross, p. 205 t. 24 f. 19 — 21) zu senden. Ich finde auch bei ihm die Schale aus einer dünnen Haut bestehend, wie es Smith angibt. Die Radula und den Kiefer habe ich herausgenomemn und finde sie sehr ähnlich wie bei Marseniopsis murrayi Bergh. Die Mittelplatte der Radula (Tafel 15, Fig. 22) ist wenig länger als breit, vorn konvex, jederseits der großen mittleren Spitze mit fünf kleineren Zacken der Schneide versehen; die Zwischenplatte ist kräftig mit langer spitzer Schneide, an deren Innenrand zwei ziemlich große Zähnchen stehen, während der Außenrand nicht oder nur undeutlich gezähnelt ist. Die beiden Seitenplatten sind einfach zugespitzt, die äußere schwächer als die innere. Demnach gehört diese Art zur Gattung Marseniopsis. Im Anschluß hieran möchte ich erwähnen, daß zwei kleine Tierchen von der Gauss -Station, deren Fuß noch kaum entwickelt ist und die noch keine Radula erkennen lassen, durch ihre häutige, von einem dicken, durchscheinenden Mantel umgebene Schale große Ähnlichkeit mit Marseniopsis mollis zeigen, so daß sie wahrscheinlich als Larven dieser Art — oder doch derselben Gattung — anzu- sehen sind. Vermutlich sind dies die von Simroth (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 9 p. 400) unter dem Namen Limacosphaera erwähnten Larven; jedenfalls liegt kein Grund gegen meine Annahme darin, daß die Larven der Gattung Lamellaria die bekannte Echinospira- Schale haben, besonders mögen die ungünstigen Verhältnisse der Antarktis auf die Entwicklung der Marseniopsis -Arten von Einfluß gewesen sein. Thiele, Schnecken und Muscheln. 201 Auf Simroths phantastische Betrachtungen über die Limacosphaera und ihre phylogenetische Bedeutung einzugehen, ist hiernach überflüssig; ich möchte nur bemerken, daß mir die Identität der Marseniopsis -Larve mit der von Macdonald, ebenso mit der aus dem Indischen Ozean noch recht zweifelhaft erscheint, jedenfalls ist diese Gattung bisher nur in der Antarktis nachgewiesen. Alaba incolorata n. sp. Tafel 12, Fig. 19. Eine Schale von der Gauss -Station, die 6 mm hoch und 2,75 mm breit ist, gehört nach dem Verhalten der Spindel jedenfalls zu Alaba. Die Schale (Fig. 19) ist nicht frisch, daher etwas bräun- lich, im Leben vermutlich einfarbig weiß, glatt und glänzend, aus fast 6 Windungen gebildet, die wohlgerundet und durch eine eingedrückte Naht getrennt sind, sie nehmen gleichmäßig zu, die Mündung ist 2,5 mm hoch, also deutlich kürzer als das hohe Gewinde. Mündung lang eiförmig; die Spindel steht etwas schräg und ist gerade. Eine Nabelöffnung fehlt. TuiTitellopsis gratissüna n. sp. Tafel 12, Fig. 20. G. 0. Sars hat (Moll. Reg. arct. Norveg., p. 186) auf Grund der Radula eine Gattung Turri- tellopsis aufgestellt; die hier von mir beschriebene Art zeigt zweifellos die Merkmale dieser Gattung. Außer der nordischen typischen Art hat Tryon in seinem Manual of Conchology (Bd. 8 p. 207, 208) noch Turritella erosa Cotjth. und reticulata Migh. & Ad. zu derselben Gruppe gestellt, was nach den Gebissen falsch ist, diese beiden Arten gehören zur Sektion Tachyrhynchus Mörch von der Gattung Mesalia Gray. Ich kenne keine weitere bisher beschriebene Art der Gattung Turritellopsis. Nach den mir vorliegenden Schalen von der Gauss -Station erreicht die antarktische Art eine Höhe von etwas über 9 mm bei einem Durchmesser von 2,5 mm (Fig. 20); sie ist sehr hoch getürmt und schlank, weiß, aus 11 Windungen gebildet, die langsam und gleichmäßig zunehmen und deut- lich gewölbt sind; die Anfangswindung ist glatt, die folgenden mit kräftigen Spiralreifen und faden- förmigen, ziemlich dichten Streifen, die zu jenen senkrecht laufen und hauptsächlich in den Zwischen- räumen deutlich sind. Auf den mittleren Windungen erkennt man oben zwei schwächere und darunter drei stärkere Reifen, auf der vorletzten Windung bildet ein weiterer starker Reifen den Ansatz der letzten Windung, und diese ist an ihrer Unterseite noch mit drei schwächeren Reifen versehen. Eine Nabelöffnung fehlt. Die Mündung ist kurz eiförmig, Außenrand scharf, der Spindel- rand tritt zurück und bildet unten beim Übergang in den Unterrand eine deutliche, bei der Ansicht von unten sichtbare Bucht. Der Deckel ist kreisrund, mit zahlreichen Windungen. Die Radula (Tafel 15 Fig. 23) ist der der genannten nordischen Art im wesentlichen sehr ähnlich, jedes Glied besteht nur aus drei Platten, von denen die mittlere eine durch eine tiefe Bucht in zwei Hälften geteilte Schneide besitzt; die Bucht ist rundlich, jede Schneidenhälfte mit 8 Zähnchen besetzt, die Platte selbst ist breiter als lang. Die gleichfalls ziemlich große Seitenplatte hat eine breite, mit mehreren Zähnchen besetzte Schneide, die Zacken nehmen von innen nach außen an Größe ab. Auch der Kiefer zeigt ein ähn- liches Verhalten, wie es Sars von der nordischen Art dargestellt hat, jedes Stäbchen ist basal ver- breitert, distal mit einigen kleinen Spitzen versehen (Tafel 15 Fig. 24). Deutsehe Sudpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 26 202 Deutsche Siidpolar-Expedition. Turritellopsis latior n. sp. Tafel 12, Fig. 21. Ein paar Schalen von der Gauss -Station, die wohl sämtlich nicht ausgewachsen waren, zeigen im ganzen mit der vorigen Art soviel Ähnlichkeit, daß ich sie zu derselben Gattung stelle. Das größte Exemplar ist nur 2,75 mm hoch und 1,4 mm breit (Fig. 21), aus 5% Windungen gebildet, deren erste glatt ist, während die folgenden mit Spiralreifen und dazu senkrechten Faltenstreifen skulptiert sind, doch sind die Reifen beträchtlich schwächer und etwas zahlreicher als bei der vorigen Art, auf jeder Windung ist einer mehr, und die Unterseite der letzten Windung zeigt mehrere feine Reifen. An der Mündung ist die untere Bucht nicht sehr deutlich. Die Schale ist auch im ganzen deutlich breiter. Farn. Cerithiopsidae. Da bisher noch keine Untersuchungen über Gebisse antarktischer Arten angestellt worden sind und die Schalen wenig auffallende Merkmale für Gattungsunterscheidung bieten, ist es er- klärlich, daß über die Gattungen keine Sicherheit herrscht. Martens & Pfeffer haben (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, v. 3 p. 97 t. 2 f. 7) ein Cerithium georgianum beschrieben, dessen Schale mit starken Spiralreifen besetzt ist; seine Stellung ist etwas unsicher. Cerithium pullum Phil, kann nach Strebels Abbildung (Zool. Jahrb. Syst., v. 22 p. 652 t. 23 f. 40) möglicherweise eine Ceri- thiopsis sein; Strebel schwankte zwischen dieser und Bittium. Dagegen dürfte Strebels Bittium michaelseni (ibid. p. 655 t. 23 f. 41) sicher zu Eumeta gehören. Später hat Strebel noch weitere Arten beschrieben (Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 47 ff.); sein Bittium seymourianum und astrolabiensis würde ich zu Cerithiella, B. bisculptum vermutlich zu Cerithiopsis ? und Ceri- thiopsis malvinarum vielleicht zu Bittium stellen, wenn es nicht eine Mathilda ist. Außerdem hat Edg. Smith eine Lovenella antarctica (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Gastr. p. 10 t. 2 f. 6), Lamy ein Cerithium charcoti (Exp. antarct. Franc, Gastr. prosobr. Pelecyp., p. 4 f. 1) und Hedley eine Lovenella austrina beschrieben (Brit. Antarctic Exp. 1907 — 9, v. 2 p. 5 f. 7). G. 0. Sars hat die Gebisse von Lovenella metula (Loven) und Cerithiopsis costulata (Möller) beschrieben. Dazu ist zu bemerken, daß der Name Lovenella, der vergeben war, von Verrill durch Cerithiella ersetzt worden ist, und daß für die letztere Art von Mörch eine Gruppe Eumeta auf- gestellt worden ist (Vid. Meddel. 1868 p. 208). Das Gebiß der typischen Cerithiopsis-Avt, tuber- cularis (Munt.), ist sehr verschieden, daher nehme ich Eumeta als Gattung an. Hierbei sei bemerkt, daß Bartsch (P. U. S. Mus., v. 39 p. 565) von der Westküste Amerikas drei Eumeta - Arten beschreibt, deren Form und Skulptur aber vielmehr mit Cerithiella metula ähnlich ist, so daß sie wohl eher hierher gehören; auch sei erwähnt, daß die Gattung Stilus Jeffreys wahrscheinlich mit Cerithiella zusammenfällt. Von den antarktischen Arten habe ich vier untersucht, die sämtlich verschiedene Gebisse auf- weisen, das eine ist dem von Cerithiella metula, ein anderes dem von Eumeta costulata sehr ähnlich, ein drittes zeigt einige Ähnlichkeit mit Cerithiopsis, das vierte erinnert etwas an Bittium, dabei sind auch die Schalen den typischen Arten dieser beiden Gattungen so wenig ähnlich, daß es mir nötig er- scheint, für die betreffenden Arten besondere Untergattungen Cerithiopsilla und Eumetula aufzustellen. Thiele, Schnecken und Muscheln. 203 Cerithiella erecta n. sp. Tafel 12, Fig. 22. Fig. 22 stellt die Schale der Art dar, deren Radula der von Cer. metula ganz ähnlich ist; beim Vergleich beider Schalen findet man hauptsächlich in der Form der Spindel und des Sipho, sowie in der Form der Anfangswindungen Ähnlichkeit. Die Schale ist 6,75 mm hoch und 1.9 mm breit, also sehr hoch getürmt, aus 10 Y 2 Windungen gebildet, die sehr allmählich zunehmen und die gerundet und durch eine deutlich eingezogene Naht getrennt sind. Die drei Anfangswindungen sind glatt, die folgenden mit zwei schwachen Spiralreifen, zu denen auf den unteren Windungen dicht über der Naht noch ein dritter Reifen kommt; die Anwachsstreifen sind wenig auffallend, so daß die Schale ziemlich glatt und glänzend ist; sie ist durchscheinend weiß. Die Spindel ist stark gedreht, unten schräg abgestutzt, der Außenrand der eiförmigen Mündung gleichmäßig gebogen. Außer dem abgebildeten Exemplar von der Gauss -Station liegen noch ein paar Schalen vor. Cerithiella shnilis n. sp. Tafel 12, Fig. 23. Die Art, von der einige Schalen von der Gauss -Station vorliegen, ist in der Form der vorigen ähnlich, unterscheidet sich aber von ihr durch stärkere Skulptur, indem nicht nur die Spiralreifen beträchtlich größer sind, sondern auch deutliche und regelmäßige Fältchen den Anwachsstreifen parallel verlaufen, hauptsächlich zwischen und über den Reifen, auch ist die Form der Spindel und der Mündung ein wenig verschieden (Fig. 23 J. Die abgebildete Schale ist fast 6 mm hoch und etwas über 1,5 mm breit, die größte vorhandene ist noch Y 2 mm höher. Die Anfangswindungen sind etwas verschieden geformt, meist ist die erste kleiner als in Fig. 23 (Fig. 23 a); auf der folgenden Windung treten dichte Längsfältchen auf, auf der dritten auch die Spiralreifchen. Strebels Bittium seymounanum hat ähnliche Skulptur, ist aber nach der Abbildung wesent- lich breiter, ebenso astrolabiensis ; diese drei Arten dürften aber einander nahe stehen. Cerithiella superba n. sp. Tafel 12, Fig. 24. Die in Fig. 24 dargestellte Schale von der Gauss -Station ist in der Mündungsform den vorigen Arten und Cerithiella metula so ähnlich, daß ich nicht Bedenken trage, sie in dieselbe Gattung zu stellen; die Embryonalschale erinnert an Stilus insignis Jeffreys. Die Schale besteht aus 14 Win- dungen, die zuerst kaum merklich, weiterhin deutlicher zunehmen; die zwei ersten sind glatt, die folgenden mit Längsfalten besetzt, die weiterhin ebenso wie die Zwischenräume von zwei Furchen durchschnitten werden. Auf der letzten Windung enden die Falten an einem Spiralreifen, unter dem die Basis ziemlich flach gewölbt ist. Die Spindel ist stark abgestutzt, darunter ein schräger Kanal. Die Windungen sind ziemlich schwach gewölbt. Die Schale ist 9 mm hoch und 2,3 mm breit. Eiuneta strebeli n. sp. Tafel 12, Fig. 25. Einige Schalen von der Gauss -Station verhalten sich bezüglich der Stärke der Spiralreifen ziemlich verschieden, dürften aber doch zu einer einzigen Art gehören, die der Eumeta michaelseni 26* 20-J. Deutsche Südpolar-Expedition. (Strebel) ähnlich ist, nach der Abbildung aber doch, hauptsächlich in der Form der Mündung, abweicht. Die in Fig. 25 dargestellte Schale ist 6 mm hoch und 1,75 mm breit, aus 9 gewölbten Windungen gebildet, die ziemlich langsam und gleichmäßig zunehmen. Der Apex ist eigentüm- lich abgestumpft; die 2 ersten Windungen zeigen regelmäßige Längsfalten, die auf den folgenden Windungen von zwei mehr oder weniger deutlichen Spiralreifen gekreuzt werden; diese sind be- sonders in den Zwischenräumen bemerkbar. Unten reichen die Falten bis zu einem dritten Spiral- reifen, an den sich die folgende Windung absetzt und der an der letzten Windung die gewölbte Unterseite abgrenzt. Die Mündung ist ziemlich schmal, die Spindel etwas gewunden und unten zugespitzt, nicht so abgestutzt wie bei Cerithiella. Die Radula ist ganz ähnlich wie bei Eumeta costulata (Möller) nach der Darstellung von G. 0. Sars, nur haben die auffallend kurzen und breiten Mittel- und Zwischenplatten je einen beträchtlich stärkeren Hauptzahn; an der Mittelplatte sind jederseits von ihm fünf kleinere spitze Zähnchen vorhanden, an der Zwischenplatte noch mehr. Die Seitenplatten sind kurz und gleich- falls mit kammartigen spitzen Zähnchen bewehrt. Da die Stärke der Skulptur ziemlich verschieden ist, wäre es vielleicht möglich, daß die in Fig. 26 abgebildete Schale auch nur eine Varietät ist, die jeder Skulptur entbehrt und nur auf der letzten Windung eine Andeutung des untersten Reifens erkennen läßt; ich will sie als var. laevis unterscheiden. Cerithiopsilla (n. gen. an subg.) cincta n. sp. Tafel 12, Fig. 27. Da die Radula dieser Art von den zwei vorher genannten Gruppen sehr verschieden ist und auch mit der von CentMopsis nur entfernte Ähnlichkeit zeigt, stelle ich diese neue Gruppe auf, die vielleicht der Gattung Cerithiopsis untergeordnet werden kann. Außer der untersuchten typi- schen Art gehört jedenfalls Bittium bisculptum Strebel und wahrscheinlich Lovenella antarctica Edg. Smith und L. austrina Hedley hierher. Bei den beiden erstgenannten Arten sind die An- fangswindungen mit Längsfalten skulptiert, auch die dritte hat nach der Originalabbildung solche, während sie bei der letzten nicht deutlich sind. Die Mündung und Spindel sind weniger lang als bei Eumeta. Das abgebildete Exemplar (Fig. 27) ist 5 mm hoch und 1,7 mm breit, es besteht aus 8 H Win- dungen, von denen die 2V 2 ersten — bei einer andern Schale sind es 3 — mit deutlichen Fältchen besetzt sind; dann treten plötzlich drei Spiralreifen auf, die sich allmählich vermehren, so daß auf der letzten Windung fünf sichtbar sind; sie werden von mehr oder weniger dichten, den Anwachs- linien parallelen feinen Fältchen gekreuzt. Die Windungen sind gerundet, mit eingedrückter Naht; die frische Schale ist durchscheinend. Die Spindel ist etwas gedreht und am Ende schräg abge- schnitten; Mündung eiförmig. Die von einem jungen Tier entnommene Radula zeigt eine verhältnismäßig große, mit breiter und kurzer dreieckiger und mit zahlreichen kleinen Zähnchen besetzter Schneide versehene Mittel- platte; die Zwischenplatte ist, soviel ich erkennen kann, schmal und nicht so cmer gerichtet wie bei Eumeta, sondern sehr schräg, mit vorgebogener, vermutlich fein gezähnelter Schneide. Die Thiele, Schnecken und Muscheln. 205 Seitenplatten sind sehr lang und schmal, ähnlich wie bei typischen Cerilhiopsis -Arten, am Ende mit etwas verbreiterter Schneide, die wenige spitze Zähne erkennen läßt, Fundort : Gauss-Station. Cerithiopsilla antaretica (Edg. Smjdt). Tafel 12, Fig. 28. Ein paar Schalen, von denen ich eine in Fig. 28 abbilde, dürften zur genannten Art gehören, die der vorigen ähnlich ist, doch scheint die Anfangswindung glatter zu sein, die letzte Windung ist breiter, unten stärker abgesetzt. Die Spiralreifen treten zuerst in Zweizahl auf und vermehren sich bis auf 6 — 7 auf der letzten Windung; an der Unterseite sind noch ein paar undeutlichere Reifen erkennbar. Die Spindel ist deutlich abgestutzt, der Außenrand der Mündung wenig unter das Spindelende herabgehend. Fundort: Gauss-Station. Cerithiopsilla austrina (Hedley). Mit einigem Bedenken stelle ich zwei mangelhaft erhaltene Schalen von der Gauss-Station, deren eine ich in Fig. 29 (Tafel 12) abbilde, zur genannten Art. Die Skulptur entspricht in der Hauptsache Hedleys Abbildung, ist aber ziemlich schwach. Die Windungen nehmen etwas schneller zu als bei den vorigen Arten und sind abgerundet; die Spindel ist am Ende weniger ab- gestutzt. Eumetula (n. subgen.) dileeta n. sp. Tafel 12, Fig. 30. Fig. 30 stellt ein junges Exemplar und Fig. 30a eine bedeutend größere, aber oben abgebrochene Schale derselben Art dar. Die erwachsene Schale hat demnach etwa 15 etwas gewölbte Windungen, von denen die zwei ersten mit Längsfältchen besetzt sind, während alle folgenden mit zwei Knoten - reihen skulptiert sind, die an den Schnittstellen von zwei Reifen mit herablaufenden Fältchen gebildet werden; die letzteren enden unten aus einem glatten Spiralreifen, dem sich die folgende Windung anheftet, so daß er meistens noch über der Naht sichtbar ist. Von ihm fällt die Unter- seite in ziemlich flacher Wölbung ab. Die Spindel ist ziemlich kurz, die Mimdung bildet unten mehr oder weniger deutlich eine Ecke, der untere Rand überragt das Spindelende nur wenig. Die Höhe mag etwas über 10 mm erreichen bei einem Durchmesser von 2,2 mm. Die Radula schließt sich in der Form der mittleren Platten an Eumeta an, erinnert aber durch die beträchtlich geringere Zahl der Schneidenzacken an Bittium. Die sehr kurze Mittelplatte hat fünf an Größe wenig verschiedene Zähnchen, die quer gerichtete und gleichfalls sehr kurze Zwischenplatte hat außen von der Hauptzacke fünf allmählich kleiner werdende Zacken. Die beiden Seitenplatten sind schmal und ziemlich kurz, mit gezähnelten Schneiden. Fundort : Gauss-Station. Triforis delicatula n. sp. Tafel 12, Fig. 30. Die einzige Schale von der Gauss-Station (Fig. 30) ist 4,5 mm hoch und 1,25 mm breit, aus 11 Windungen gebildet, die ziemlich schwach gewölbt sind und eine flache Naht zeigen. Sie sind 20(3 Deutsche Südpolar-Expedition. mit schmalen, etwas schrägen Fältchen skulptiert und zeigen etwas unter der Mitte einen Kiel, der besonders auf den unteren Windungen nach oben steiler abfällt, als nach unten; darüber weisen die unteren Windungen noch drei erhabene Spirallinien auf, durch welche die Längsf ältchen knotig erscheinen. Unmittelbar über der Naht ist noch eine einfache, nicht knotige Spirallinie sichtbar und an der Unterseite der letzten Windung noch eine ähnliche. Der Spindelfortsatz ist kurz und deutlich gedreht, an dem Exemplar ebenso wie der Unterrand der Mündung etwas beschädigt. Ntenoglossa. Farn. Buccinidae. Von den Unterfamilien der Bucciniden sind im antarktischen Meer vertreten die Chrysodominae und die Buccininae. Die erstere hat Dall (Proc. U. S. Museum, v. 24 p. 522) in eine Anzahl von Gattungen und Untergattungen eingeteilt, die meist in der Arktis heimisch sind. Aus der Ant- arktis s. s. sind bisher folgende Arten beschrieben: Sipho antarctidis Pelseneer (Result. Voy. Belgica, Moll. p. 22 f. 60), Sipho ( ? Mohnia) astrolabiensis Strebel (Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 31 1. 3 f. 37) (Astrolabe -Insel), Chrysodomus (Sipho) archibenthalis Melvill & Standen (Transact. R. Soc. Edinburgh, v. 46 p. 138 f. 9), Chrysodomus (Sipho) crassicostatus Melvill & Standen (ibid. p. 138 f. 10) von den Süd- Orkney -Inseln. Über die Gattung, in welche die. Arten zu stellen sind, hat sich keiner dieser Zoologen näher ausgelassen, meistens haben ihnen nur leere Schalen vorgelegen, die keine nähere Untersuchung zuließen. Den Namen Sipho hat Dall überhaupt nicht angenommen, für Fusus islandicus Grono- vius gebraucht er Tritonofusus Beck und Chrysodomus Swainson benutzt er für die Gruppe des antiquus (L.). Die Tiefsee-Art Chr. archibenthalis liegt nur in einer schlecht erhaltenen Schale vor, über deren systematische Stellung ich kein Urteil habe; die übrigen bilden mit einigen subant- arktischen Arten eine Gruppe, die sowohl im Aussehn der Schale, als auch im Verhalten der Radula den nordischen Arten so wenig ähnlich ist, daß ich sie zu keiner der von Dall angenommenen Gruppen stellen, sondern dafür eine neue Gruppe unter dem Namen Prosipho schaffen möchte. Im Vergleich mit den nordischen Arten sind die antarktischen bedeutend kleiner, das größte mir vorliegende Exemplar ist noch nicht 12 mm hoch, alle zeigen eine deutliche Spiralskulptur auf den unteren Windungen; der untere Kanal hat recht verschiedene Länge; die Anfangswindung ist meistens glatt, zuweilen eigenartig geformt, bei zwei Arten sind die oberen Windungen indessen mit Längsf ältchen besetzt. Von den genannten Arten stimmt keine vollkommen mit den mir vor- liegenden überein. Eine linksgewundene Art, von der ich nur zwei leere Schalen habe, ist dem Spiegelbild einiger dieser Arten so ähnlich, daß sie ihnen wohl sicher nahe verwandt ist; Dall hat für eine ähnliche links- gewundene Form (1. c. p. 532 und Bull. Mus. Harvard, v. 43 p. 315 t. 15 f. 14) eine Gattung Anti- streptus aufgestellt, die er allerdings neben Trophon unterbrachte, während Strebel dieselbe Art mit einigem Zweifel zu Glypteuthria gestellt hat (1. c, p. 29). Bei genauem Vergleich beider Figuren Thiele, Schnecken und Muscheln. 207 scheinen sie mit aber doch nicht so weit übereinzustimmen, daß man sie in dieselbe Gattung stellen müßte, ich will die fragliche Art vorläufig bei Prosipho einreihen. Von Buccininen ist der Hauptvertreter in der Antarktis und Subantarktis Neobuccinum; Strebel hat von N. eytoni Smith unter dem Namen N. praeclarum eine ähnliche Art abgetrennt, die vielleicht ein etwas niedrigeres Gewinde hat (1. c. p. 31 t. 3 f. 38). Smith hat ferner eine kleinere und auch in der Form verschiedene Art dazu gestellt, die wohl in einer Untergruppe Probuccinum untergebracht werden kann. Eine kleine Art hat Smith mit einigem Zweifel in die Gattung Thesbia gestellt, die zu den Pleurotomiden gehört; da mir von derselben Art ein Tier vorlag, konnte ich durch Untersuchung der Radula feststellen, daß sie vielmehr zu den Bucciniden gehört, wie schon der von Smith ab- gebildete Deckel wahrscheinlich macht. Sie schließt sich den in der Subantarktis verbreiteten Euthria-Arten an; da aber das Gebiß von dem der typischen E. Cornea beträchtlich verschieden ist, möchte ich auch für sie eine Untergruppe annehmen, die den von Strebel geschaffenen Namen Pareuthria erhalten muß. Chlanidota erreicht zwar die Antarktis, ist aber hauptsächlich subantarktisch und auch Strebels Gattung Pfefferia ist bisher nur bei Süd -Georgien und den Falkland -Inseln gefunden. Ich bilde in Fig. 20 (Tafel 16) die Radula von Pf. palliata Strebel ab, sie ist der von Chlanidota vestita sehr ähnlich. Prosipho similis n. sp. Tafel 12, Fig. 32. Die größte Schale ist kaum 7,5 mm hoch und 3 mm breit, aus 6 Windungen gebildet (Fig. 32). Sie hat große Ähnlichkeit mit Pelseneers Sipho antarctidis, da aber diese bei derselben Zahl von Windungen 1,2 cm hoch und wahrscheinlich 0,5 cm breit (Pelseneer gibt offenbar irrtümlich 1,5 cm an), also beträchtlich größer und mit 6 Spiralreifen auf den mittleren Windungen skulptiert ist, muß sie artlich getrennt werden. Die 1 Yz Anfangswindungen sind glatt, verhältnismäßig groß, rundlich; die übrigen Windungen sind mit starken Spiralreifen besetzt; in der Regel sind deren vier auf jeder Windung sichtbar, auf den unteren kann unter der Naht noch ein schwächerer Reifen auftreten; die letzte Windung zeigt unter den bis dahin sichtbaren Reifen einen, dem sich die Naht anfügt, und weiter mehr oder weniger deutlich noch einige an der Unterseite und der verhältnis- mäßig kurzen geraden Atemröhre. Im ganzen ist die Art hoch getürmt, die Windungen sind rund- lich, gleichmäßig zunehmend; Mündung eiförmig, mit ziemlich kurzem Atemrohr. Die Radula der Art habe ich in Fig. 7 (Tafel 16) dargestellt. Die Mittelplatte ist länger als breit, mit drei gleichgroßen spitzen Zähnen, die die ganze Breite einnehmen. Die Seitenplatten haben eine mäßig breite Schneide mit fünf Zacken, von denen die drei mittleren größer sind als die Endzacken; die Basis läuft nach außen und vorn in einen ziemlich langen Fortsatz aus. Fundort: Gauss- Station. Prosipho gracilis n. sp. Tafel 12, Fig. 33. Einige Schalen (Fig. 33) sind beträchtlich schlanker als die vorige Art, sie erreichen etwa 6 mm an Höhe und 1,8 mm an Breite. Die zwei Anfangswindungen sind glatt und weniger kuglig, 208 Deutsche Siidpolar-Expedition. schmaler, die folgenden 4 — 4% Windungen tragen drei starke Spiralreifen, während der vierten sich die Naht anheftet. An der Unterseite der letzten Windung sind noch ein paar schwächer werdende Reifen vorhanden. Über die Windungen laufen feine mehr oder weniger regelmäßige Fältcken herab. Bei gut erhaltenen Exemplaren stehen an den Schnittpunkten kurze borsten- artige Fortsätze des Periostracum auf den Reifen. Die Mündung ist ziemlich schmal, nach unten in eine etwas schräge, mäßig verlängerte Atemröhre auslaufend. Fundort: Gauss-Station. Prosipho glacialis n. sp. Tafel 12, Fig. 34. Diese kleine Art ist durch die eigentümlich ausgezogene Anfangswindung (Fig. 34) und die etwas weniger getürmte Form ausgezeichnet; sie hat etwa 5 mm Höhe und 2,25 mm Durch- messer. Es sind fünf Windungen vorhanden, von denen die erste glatt ist und unregelmäßig vortritt; die folgenden sind mäßig gewölbt und je nachdem die Naht etwas höher oder tiefer liegt, mit zwei oder drei starken Spiralreifen versehen; an der Unterseite der letzten Windung pflegt meistens noch ein Reifen deutlich zu sein, es können auch noch ein paar schwächere sichtbar sein. Der Spindelfortsatz ist gerade, mäßig lang, die Mündung länglich eiförmig, mit etwas schrägem Atem- rohr. Die frische Schale ist durchscheinend weißlich, ohne auffallendes Periostracum. Die Radula (Tafel 16 Fig. 8) hat eine ziemlich lange und schmale, nach vorn verbreiterte Mittel - platte mit drei ziemlich gleichgroßen Zähnchen; die Seitenplatten haben dreizackige Schneiden, die innerste Zacke ist ziemlich groß, etwas länger als breit, die beiden andern sind aneinander gerückt, sodaß nur die Spitzen getrennt sind, von denen die äußere größer ist. Fundort: Gauss-Station. Prosipho pusillus n. sp. Tafel 12, Fig. 35. Ein paar Exemplare (Fig. 35) sind dem Prosipho crassicostatus (Melvill & Standen) recht ähnlich, doch sollen bei diesem die 2 — 3 Anfangswindungen glatt sein, während es hier nur die iy 2 ersten sind, und die Größe ist etwas verschieden, auch die Spiralreifen der letzten Windung sind etwas anders. Die 1H Anfangswindungen sind glatt und rundlich, die drei übrigen mit starken Spiralreifen besetzt. Unter der Naht erweitert sich jede Windung plötzlich, daher erscheint die Naht vertieft; die mittleren Windungen haben zwei Reifen, darüber tritt auf der letzten Windung noch ein schwächerer auf und an der Unterseite zunächst ein starker, dann ein schwächerer und ein paar undeutliche. Die frische Schale ist durchscheinend. Die Spindel ist unten schräg abgeschnitten, die Mündimg ziemlich groß, mit bogigem Außenrand, so daß das Atemrohr kaum abgesetzt ist. Die Höhe beträgt 4,3 mm, der Durchmesser 2,25 mm. Die Radula (Tafel 16 Fig. 9) ist der von Prosipho similis ähnlich. Die Mittelplatte ist ab- gerundet rechteckig mit drei kurzen, spitzen Zähnchen; die Seitenplatten haben ziemlich breite Schneiden; die beiden äußeren Zacken sind nur distal getrennt, die äußerste kürzer, die folgende Zacke ist groß, durch tiefe Einschnitte abgegrenzt, die innerste beträchtlich kleiner. Außerdem kann an der äußersten Ecke noch ein kleines Zähnchen entwickelt sein. Fundort: Gauss - Station. Thiele, Schnecken und Muscheln. 209 Prosipho nodosus n. sp. Tafel 12, Fig. 36. Das Hauptmerkmal dieser Art bilden die Längsfalten, die hauptsächlich auf dem obern Teil der Windungen sichtbar sind und die an den Kreuzungsstellen den obersten Spiralreifen, zuweilen auch den folgenden knotig machen (Fig. 36). Die Höhe beträgt kaum 5,5 mm, der Durchmesser 2,5 mm. Von den 4 y 2 Windungen sind die 1 y 2 ersten glatt, flach gewölbt, mäßig groß, die folgen- den mit zwei starken Spiralreifen, die Naht liegt über dem dritten Reifen, der somit nur an der letzten Windung sichtbar ist. Oben unter der Naht sind die Windungen stark erhoben, ohne aber einen abgesetzten Reifen zu bilden. Die Unterseite der letzten Windung und der untere Fortsatz sind zuweilen deutlich mit einigen Reifen skulptiert, die bei anderen Schalen undeutlich sind. Die Mündung ist lang eiförmig, unten mit einer Röhre, die mehr oder weniger schief gerichtet ist. Die Radula ist ähnlich wie bei Prosipho glaciaUs, nur ist die äußerste Zacke der Seitenplatte kleiner als die Nebenzacke (Tafel 16 Fig. 10). Fundort: Gauss- Station. Prosipho contrarius n. sp. Tafel 13, Fig. 1. Zwei beschädigte Schalen von der Gauss -Station gehören zu einer linksgewundenen Art, die spiegelbildlich der vorigen in der Form ähnlich, aber doch merklich schlanker ist; das größere der beiden Exemplare (Fig. 1) ist 4,6 mm hoch und 2,3 mm breit, aus 4\o Windungen gebildet, von denen die erste glatt und spitz ist; die folgenden sind mit zwei oder drei scharfen Spiralreifen skulp- tiert, je nachdem die Naht auf oder unter dem untersten Reifen gelegen ist. Die Windungen nehmen ziemlich schnell zu, sie sind ziemlich schwach gewölbt; die Anwachsstreifen sind dicht und deutlich sichtbar. An der Unterseite der letzten Windung sind zwei schwache Reifen sichtbar. Der untere Fortsatz ist ziemlich lang und dünn, im oberen Teil mit undeutlichen Reifen skulptiert. Die Mün- dung ist schmal eiförmig, gegen die untere Röhre deutlich abgesetzt. Prosipho spiralis n. sp. Tafel 13, Fig. 2. Einige Exemplare von der Gauss -Station sind durch den eigentümlich geformten Apex, der oben wie abgeschnitten aussieht, auffallend gekennzeichnet (Fig. 2). Die Höhe der Schale beträgt 7,5 mm, der Durchmesser 3,75 mm. Sie ist aus 4% Windungen gebildet; die glatte Embryonal- schale besteht aus 1 % Windungen, die seitlich ziemlich grade sind. Die nächsten Windungen haben anfangs drei Spiralreifen, über denen dann einer und später noch einer hinzukommt; auch die Unter- seite der wohlgerundeten, etwas bauchigen, letzten Windung hat deutliche Spiralreifen, so daß deren Zahl im ganzen 10 beträgt. Die Mündung ist ziemlich groß, eiförmig, allmählich in die untere etwas schräge Röhre übergehend. Strebels SipJw astrolabiensis ist in der Form ähnlich, aber doch etwas schlanker und der Apex verhält sich anders. Prosipho gaussianus n. sp. Tafel 13, Fig. 3. Einige Exemplare von der Gauss -Station sind durch die regelmäßigen glatten Anfangswin- dungen, die wenig vortretenden Spiralreifen und die ziemlich lange Atemröhre ausgezeichnet (Fig. 3). Deutsche Sildpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 27 210 Deutsche Südpolar-Expedition. Sie erreichen etwa eine Höhe von 8,5 mm bei einem Durchmesser von 4 mm. Von den fünf ziemlich schnell zunehmenden gewölbten Windungen sind die beiden ersten glatt, rundlich, die folgenden mit deutlichen, aber wenig erhobenen, schmalen und durch breitere Zwischenräume getrennten Spiralreifen skulptiert, von denen die mittleren Windungen in der Regel vier zeigen. Darüber können auf den unteren Windungen noch ein bis zwei schwächere Reifen auftreten und die Unterseite der letzten Windung läßt einige ziemlich dichte und flache Reifen erkennen. Nach unten setzt sich die letzte Windung wenig scharf von dem ziemlich geraden Fortsatz ab. Die Mündung ist läng- lich eiförmig, nach unten allmählich in die wenig schräge Röhre übergehend. Die Radula (Tafel 16, Fig. 11) hat eine ziemlich große, nach vorn verbreiterte Mittelplatte mit drei gleichgroßen, divergierenden spitzen Zähnchen. Die Seitenplatte hat eine schmale Schneide mit drei Zacken, deren innerste ziemlich breit und kurz ist, während die beiden andern dicht an- einander gerückt sind, die mittlere ist größer als die äußere. Prosipho bisculptus n. sp. Tafel 13, Fig. 4. Diese nach dem vorliegenden Material größte Art der Gattung hat der vorigen ähnliche Form, unterscheidet sich aber von allen Arten dadurch, daß die Anfangswindungen nicht glatt, sondern mit entfernten, schmalen Radialfältchen besetzt sind, während die folgenden Windungen auch hier Spiralreifen haben. Die frische Schale trägt Reihen von ziemlich langen hornigen Börstchen (Fig. 4b). Die größte Schale (Fig. 4) von der Gauss-Station ist 11,5 mm hoch und 5,5 mm breit, aus 5 Windungen bestehend, von denen die beiden ersten nur die erwähnten Fältchen aufweisen, während die übrigen Spiralskulptur zeigen; zunächst setzen sich die Fältchen noch auf der 3. Win- gung fort und werden allmählich schwächer, so daß die letzten 2 Windungen außer den Reifen nur die ziemlich dichten Wachstumsstreifen erkennen lassen. Die 3. Windung hat nur drei Reifen, die sich aber bald vermehren, so daß über der Mündung deren sieben vorhanden sind; darunter hat die letzte Windung noch vier deutliche Reifen und einige weniger deutliche am untern Fortsatz. Die Windungen sind gewölbt, die letzte groß, unten mit geradem Fortsatz. Mündung lang und ziemlich schmal, der Außenrand bogig, unten fast gerade. Prosipho elongatus n. sp. Tafel 13, Fig. 5. Die schlanke Form mit langer Atemröhre und die spitze Anfangswindung kennzeichnen diese Art, von der ein paar ziemlich schlecht erhaltene Schalen von der Gauss-Station vorliegen; die in Fig. 5 dargestellte ist noch nicht ausgewachsen, die größte etwas beschädigte Schale ist 10 mm hoch und 4 mm breit, aus 4 ' :, Windungen gebildet, von denen die 1 y 2 ersten etwas spitz ausgezogen und glatt, die folgenden mit Spiralreifen besetzt sind. Sie sind ziemlich flach gewölbt, die mittleren haben sieben Reifen und die letzte hat solche nicht nur an der Unterseite, sondern auch an dem lang ausgezogenen Fortsatz; dichte, etwas faltige Anwachsstreifen ziehen darüber hin und ihnen entsprechend haben frische Schalen deutliche Fältchen des ziemlich kräftigen bräunlichen Peri- ostracums. Die Mündung ist schmal, nach unten allmählich in den Kanal übergehend. Thiele, Schnecken und Muscheln. 9] 1 Neobuccinum eytoni Edg. Smith. Ein paar Tiere sind in der Nähe des Gaussbergs in der Tiefe von 70 m gefangen worden. Das Verhältnis der Höhe zum Durchmesser ist etwas veränderlich, doch ist nicht zu zweifeln, daß die Tiere mit denen von Kerguelen zu derselben Art gehören. Probuccinum tenerum (Edg. Smith.) Einige Tiere, die am Gaussberg in Tiefen bis 180 m gefangen sind, stimmen ziemlich gut mit der Abbildung der genannten Art überein (Nat. Antarctic Exp. Moll. Gastr. p. 2 t. 1 f. 2), so daß ich sie zu dieser stelle (Tafel 13 Fig. 21). Sie erreichen eine Höhe von 17 mm (nach Smith 15 mm) und fast 9 mm im Durchmesser, so daß sie etwas größer sind als das von Smith beschriebene Exemplar von der Coulman -Insel. Von den sechs gewölbten Windungen sind etwas über zwei glatt und glänzend, die übrigen mit feinen Spiralstreifen versehen und mit etwas stärkeren fadenförmigen Rippchen, auf denen sich das Periostracum mehr oder weniger faltenartig erhebt. Die letzte Win- dung ist ziembch kuglig, nach unten gegen den Fortsatz deutlich abgesetzt; dieser ist in der An- sicht von vorn ziemlich gerade, in der Ansicht von der linken Seite aber schräg nach links gerichtet. Mündung ziemlich breit, Außenrand in der Ansicht von vorn gleichmäßig gebogen und unten nur schwach eingebuchtet. Färbung gelblich -weiß. Die Höhe des Gewindes ist etwas verschieden. Der Deckel ist gelbbraun, nach hinten links in eine vorragende Spitze ausgezogen (Tafel 13 Fig. 21a). Die Radula (Tafel 16 Fig. 21) ist ähnlich wie bei Neobuccinum eytoni, Mittelplatte breiter als lang, vorn ausgebuchtet, in der Mitte der Hinterseite mit drei spitzen Zähnen, deren mittelster am größten ist; Seitenplatte mit drei nach innen konkaven Zacken, deren mittelste etwas kleiner ist als die beiden andern. Hiernach scheint mir eine Verwandtschaft der Art mit Neobuccinum zwar sicher zu sein, aber die Form des Spindelfortsatzes, des Mundrandes und des Deckels doch eine generische oder wenig- stens subgenerische Trennung zu erfordern. Probucciniun costatum n. sp. Tafel 13, Fig. 22. Ein vielleicht noch nicht ganz erwachsenes Exemplar ist im Februar 1903 an der Gauss-Station in einer Tiefe von 350 m gefangen worden, außerdem fand sich eine beschädigte Schale im Januar desselben Jahres. Diese sind in der Schalenform von der vorigen Art sehr deutlich ver- schieden, aber in der Skulptur und dem Verhalten des Spindelfortsatzes doch so weit ähnlich, daß sie zu derselben Gattung gehören dürften. Die Höhe der Schale beträgt 14 mm, der Durch- messer etwas über 6 mm. Sie besteht aus 5 Y 2 Windungen, von denen die zwei obersten rundlich, glatt und glänzend sind; die folgenden haben feine, zahlreiche Spiralreif chen und einige gebogene, ziemlich kräftige Rippen, deren auf der letzten Windung zehn vorhanden sind (Fig. 22). Diese Windung ist beträchtlich höher als breit und geht nach unten ziemlich allmählich in den langen Spindelfortsatz über. Mündung schmal, nach unten nicht gegen die Atemröhre abgesetzt, Mund- rand unten in der Ansicht von vorn wenig eingebuchtet. Färbung gelblich -weiß. 27* 2 1 2 Deutsche Siidpolar-Expedition. Pareuthria innocens (Edg. Smith). Obwohl Smith für seine Tliesbia innocens (1. c. p. 4 t. 1 f. 1) eine Höhe von 7,5 mm angibt, während die mir vorliegenden Exemplare von der Garns- Station nicht mehr als 5 mm haben, diese auch in der Regel eine Rippimg zeigen, die Smith nicht erwähnt hat, möchte ich doch keine neue Art schaffen, da die Form ganz ähnlich ist, wie sie die bezeichnete Figur darstellt. Das Exemplar, dessen Radula ich untersucht habe, ist durchscheinend weißlich, aus 4% Windungen gebildet, von denen die ersten 1 y 2 glatt, die folgenden deutlich mit zahlreichen Spiralstreifen und in der Regel auch mit Längsrippchen besetzt sind; die letzteren sind aber bald mehr, bald weniger deutlich entwickelt. Im übrigen kann ich mich auf Smiths Beschreibung beziehen. Das abge- bildete Exemplar (Tafel 13 Fig. 23) ist 5 mm hoch und 2,25 mm breit. Den Deckel hat Smith abgebildet. Die Radula (Tafel 16 Fig. 22) hat ziemlich breite Mittelplatten, die nach hinten gerundet und in der Mitte mit drei spitzen Zähnchen bewehrt sind, deren mittelster beträchtlich größer ist als die beiden anderen. Die Seitenplatte hat eine schwach gebogene Basis, die vorn die Schneide eine Strecke weit überragt; sie trägt zwei nach innen konkave Zacken, deren äußere ein wenig größer ist als die innere. Pareuthria plieatula n. sp. Tafel 13, Fig. 24. Einige Schalen von der Gauss-Station sind der vorigen Art ähnlich, doch ohne deutliche Spiral- skulptur, sie haben aber alle deutliche Längsl'ältchen. Das abgebildete Exemplar (Fig. 24) ist 6,5 mm hoch und 2,75 mm breit, die Form ist etwas länger gezogen als bei der vorigen Art. Von den fünf Windungen sind die 1 y 2 ersten glatt, die folgenden mit ziemlich dichten, etwas unregelmäßigen und ein wenig gebogenen Fältchen versehen; zuweilen sind dazwischen einige unregelmäßige Spiral- reifen schwach angedeutet. Die Windungen sind gewölbt, die letzte gegen den Spindelfortsatz deutlich abgesetzt. Mündung lang- eiförmig, etwas schräg, mit kurzer, wenig abgesetzter Atem- röhre. Familie Muricidae. Von Muriciden ist in der Antarktis nur die Gattung Trophein vertreten; Smith hat zwei Arten beschrieben: T. longstaffi und coulmanensis (Nat. Antarctic Exp., Moll. Gastr. p. 3 t. 1 f. 3, 4) und Hedley hat erstere Art und eine neue: T. shaclietoni beschrieben (Brit. Antarctic Exp. 1907 — 09, v. 2 p. 7 f. 13); die 'Trophon- Arten der schwedischen Expedition gehören der Subant- aretis an. Mir liegen zwei Arten vor, von denen die eine wohl mit Trophon coulmanensis zusammenfällt, während die andere neu ist, ich benenne sie nach dem Leiter der Expedition. Trophon coulmanensis Edg. Smith. Die einzige Schale von der Gauss-Station ist wenig über 8 mm hoch — also kleiner als Smiths Exemplar, das 13 mm hoch ist -- aus 4% Windungen gebildet, von denen die 1 % ersten glatt, die folgenden mit Lamellen besetzt sind, die an der Schulterkante mehr oder weniger ausgezogene, schräg aufwärts gerichtete rinnenförmige Fortsätze aufweisen. Die letzte Windung ist nach unten stumpfkantig gegen den ziemlich langen, etwas gebogenen Spindelfortsatz abgesetzt. Thiele, Schnecken und Muscheln. 213 Trophon drygalskii n. sp. Tafel 13, Fig. 25. Außer zwei weniger gut erhaltenen Schalen liegt mir das in Fig. 25 dargestellte Exemplar von der Gauss-Station vor, das 7 mm hoch und halb so breit ist, in der Form der vorigen Art ziemlich ähnlich, doch ist der Spindelfortsatz etwas gerader; den Hauptunterschied bilden aber die zahl- reichen Fältchen, die nicht nur in der Schultergegend deutlich ohriörmig ausgezogen sind, sondern auch — wenngleich etwas schwächer — über der Naht und an der letzten Windung über dem Anfang des Spindelfortsatzes. Es sind auch hier 4 y 2 Windungen vorhanden, von denen die 1 y 2 ersten glatt und rundlich sind, die folgenden erscheinen durch die Falten deutlich kantig und ziemlich senkrecht abfallend, doch ist der Außenrand der Mündung gleichmäßig gebogen. Die Mündung mit dem Kanal ist 4 mm lang, wovon auf letzteren fast die Hälfte entfällt. Familie Marginellidae. Bisher sind Marginelliden aus der Antarktis noch nicht bekannt, daher ist es von Interesse, daß eine Marginella — leider nur in unerwachsenen Exemplaren — ■ an der Gauss-Station gefangen worden ist. Marginella hyalina n. sp. Tafel 13, Fig. 26. Das größte der vorliegenden Exemplare habe ich in Fig. 26 abgebildet, es ist 4,5 mm hoch und 2,1 mm breit, stark durchscheinend, abgerundet spindelförmig, aus 3 % Windungen gebildet. Das Gewinde ist 1 mm hoch mit flacher Naht, letzte Windung ziemlich gleichmäßig gewölbt, unten nur von links gesehen deutlich konkav; Spindelrand gewunden, darüber drei deutliche Fältchen. Außenrand der langen und schmalen Mündung scharf und zerbrechlich. Familie Volutidae. Auch von Volutiden sind bisher keine Vertreter in der Antarktis gefunden; durch Untersuchung der Radula konnte ich nachweisen, daß eine Art, die ich nach der Schale freilich nicht zu den Voluten gestellt hätte, in diese Familie gehört. Die Schale hat große Ähnlichkeit mit den nordischen Volut- harpa-Arten und daher hätte ich die Art in diese Gattung gestellt, wenn ich nicht durch das Gebiß darüber belehrt worden wäre, daß die Art nicht dazu gehören kann. Da sie in keiner bisher be- kannten Gattung unterzubringen ist, stelle ich dafür eine neue auf, deren Name Harpovoluta ich im Hinblick auf die Ähnlichkeit mit Volutharpa wähle. Die Art benenne ich nach ihrem verdienst- vollen Sammler. Harpovoluta (n. gen.) vanhöffcni n. sp. Tafel 14, Fig. 1. Die Gattung ist zunächst durch ihr Gebiß charakterisiert, indem die Radula (Textfig. 1) vollkommen wie bei Voluta beschaffen ist, mit einer Längsreihe von Platten, deren jede drei spitze Zähne besitzt; der mittelste von ihnen überragt die beiden anderen beträchtlich. Die Basis ist ziemlich breit, vorn deutlich konkav. Der Fuß ist deckellos und so groß, daß er kaum ganz in die Schale zurückgezogen werden kann. Nach einer Notiz Vanhöffens hat das Tier Purpursaft ab- gesondert. 2|4 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Schale ist skulpturlos, dünn, mit einer schwachen Schmelzschicht überzogen, das Gewinde spitz, im Anfang wenig, dann stark zunehmend, mit großer Mündung. Spindel mit einem schwach vortretenden, etwas gedrehten Rande, ohne Querfalten. Das Fehlen dieser Falten kennzeichnet auch die Gattung Fusivoluta Martens, die indessen ebenso wie Guivillea Watson in der Schalen- form bedeutend verschieden ist. Das am Gaussberg gefangene Tier war zum großen Teil von einer Aktinie bedeckt; durch deren Ablösung und das Herauspräparieren des Tieres ist der sehr zerbrechliche Mündungsrand beschädigt worden, möglicherweise verläuft er im untern Teil etwas anders, als meine Zeichnung (Fig. 1) dar- stellt. Die Spitze des Gewindes ist nicht erhalten, so daß die Zahl der Windungen nicht genau fest- zustellen ist; die weiße Schale ist 45 mm hoch und 26 mm breit; von der Spitze bis zum Oberrand der Mündung beträgt die Höhe 12 mm. Das Gewinde verbreitert sich zuerst wenig, dann stark; durch die Schmelzschicht nimmt man an den mittleren Windungen mit der Lupe eine feine Spiral- streif ung wahr. Die große letzte Windung ist eiförmig, ohne Spiralstreif ung, mit nach links kon- vexen Anwachsstreifen, die unten eine breite und flache Bucht erkennen lassen. Der glatte Spindelrand ist im oberenTeil etwas verbreitert und schwach rinnen - förmig, ein wenig gedreht, in der untern Hälfte verschmälert. Die große Mündung ist unten breit, ihr Außenrand ist bis zur untern Ecke ziemlich gleichmäßig gebogen, der Unterrand mit einer breiten und flachen Bucht. Die in Fig. 2 (Tafel 14) dargestellte Schale von der Gauss-Station stelle ich nur mit einigem Zweifel zu derselben Art, sie ist nur 25 mm hoch und 14,5 mm breit, dabei ist der Mündungsrand wenn auch kaum verdickt, doch verhältnismäßig kräftig, was darauf deuten kann, daß die Schale ausge- Textfig. 1. Zwei Radu- wachsen ist, das Gewinde scheint spitzer und verhältnismäßig höher zu sein, laplatten von Harpoi ^ Spi nc i e lrand stärker gedreht und mehr abgesetzt, der Mündungsrand unten hda vanhöffeni. . . . . . ' . T . . weniger gebogen, die Spiralstreifung, die aus zahlreichen fadenförmigen Linien besteht, ist noch auf der letzten Windung, besonders in der oberen Hälfte sehr deutlich. Hiernach möchte ich die Form mindestens als Varietät unter dem Namen H. (vanhöffeni var.) striatula unterscheiden. Familie Pleurotoniidae. Wenn ich von Smiths „Thesbia" innocens absehe, die wie erwähnt zu den Bucciniden gehört, hat nur Strebel ein paar antarktische Pleurotomiden beschrieben: Bela anäerssoni von der Sey- mour-Insel, B. fulvicansl von der Astrolabe -Insel, B. antarctica von der Schneehügel-Insel und „Surcula" ? magnifica von derselben und einer unsicheren Station. Ich stimme Strebel darin bei, daß die Unterbringung der antarktischen Arten in den Gattungen der Pleurotomiden gegenwärtig!: sehr unsicher ist, und ich habe nur von zwei Arten die Gebisse untersuchen können. Daß einige Arten zu Bela gestellt werden, ist bei der Ähnlichkeit mit nordi- schen Formen gut zu verantworten, einige lassen sich bei Pleurotomella unterbringen, die übrigen aber bleiben zweifelhaft; von einer Art ist es überhaupt unsicher, ob sie in diese Familie gehört. Keine von Strebels Arten stimmt mit den mir vorliegenden überein, die beiden ersten haben bedeutend höheres Gewinde. Thiele, Schnecken und Muscheln. 215 Bela striatula n. sp. Tafel 14, Fig. 3. Diese kleine Art, von der ein paar Schalen von der Gauss -Station vorliegen, ist in der Skulptur der bedeutend größeren Bela antarctica Strebel ähnlich, aber in der Form deutlich verschieden. Die größte Schale (Fig. 3) ist 4,25 mm hoch und 2,25 mm breit, aus 4% Windungen gebildet, deren erste glatt, rundlich und wenig vorragend ist, die folgende ist abgerundet und deutlich spiralig gestreift, die dritte Windung hat eine starke Schulterkante, unter der sie nach unten schwach abnimmt, ihre Oberfläche weist den Anwachsstreiten parallele Längsfalten auf; sie sind über der Kante nach links konkav, darunter konvex. Die letzte Windung ist wenig auffallend gegen den Spindelf ortsatz abgesetzt. Die Mündung ist von oben bis unten fast gleichbreit, die kurze untere Röhre durch eine äußere Einbuchtung abgegrenzt. Bela plicatula n. sp. Tafel 14, Fig. 4. Die Schalen, die ich in dieser Art vereinige, erreichen etwas bedeutendere Größe als die vorige, sie sind weniger kantig und nur ziemlich undeutlich spiralig gefurcht (Fig. 4). Die abgebildete Schale ist 5,7 mm hoch und 3 mm breit, aus 3% Windungen bestehend, von denen die ersten 1 y 2 glatt und rundlich sind, die folgenden eine abgerundete Schulterkante und deutliche gebogene Längsfältchen zeigen. Die letzte ist schwach gewölbt, unten gegen den Spindelfortsatz schwach abgesetzt; die Spiralfurchen sind an der Unterseite und am Anfang des Spindelf ortsatzes wenn auch nur flach, so doch deutlich erkennbar. Die Mündung ist 3,3 mm hoch und in der Mitte 1,25 mm breit, der Außenrand deutlich bogig, unten kaum konkav. Fundort: Gauss -Station. Bela glacialis n. sp. Tafel 14, Fig. 5. Die abgebildete Schale von der Gauss-Station ist fast 9 mm hoch und 4,25 mm breit, aus vier ziemlich schnell zunehmenden Windungen gebildet, von denen die 1% ersten glatt, die folgenden mit ungleichen, zum Teil etwas faltigen, gebogenen Längsstreifen und mit flachen, aber deuthchen Spiralstreifen versehen sind; die Schulterkante ist undeutlich, daher ist die letzte Windung ziem- lich gleichmäßig gewölbt, nach unten schwach abgesetzt. Die Mündung ist 5,25 mm hoch und 2 mm breit, ihr Außenrand bis unten bogig. Typliloinangelia ? prineipalis n. sp. Tafel 14, Fig. 6, 7. Außer der abgebildeten jungen Schale (Fig. 6) liegen nur Bruchstücke vor, deren größtes 16 mm breit ist, dementsprechend mag die ganze Schale fast 40 mm hoch gewesen sein. Die ersten 1 y 2 Windungen sind auffallend groß und glatt, die folgenden haben zahlreiche flache Spiralreifen und im oberen Teil deutlich buchtige Anwachsstreifen, diesen parallel erheben sich einige ziemlich flache Rippen, die von der Schulterkante, über der die Windungen deutlich rinnenförmig eingedrückt sind, herablaufen. Unter der Kante ist die letzte Windung ziemlich gerade, dann flach gewölbt und durch eine schwache Einbuchtung nach unten gegen den Spindelfortsatz abgesetzt. Die Mün- 916 Deutsche Siidpolar-Expedition. dung des großen Bruchstückes ist etwa 25 mm hoch und 7 mm breit, bei der kleinen abgebildeten fast 14 mm hohen Schale fast 9 mm hoch, also bedeutend höher als das Gewinde; der Außenrand ist unten kaum ein- gebuchtet. Von einem ganz jungen Tier, dessen Schale Fig. 7 darstellt, habe ich die Radula untersucht. Die paarweise angeordneten Zähne (Textfig. 2) sind fast 200 (i lang, wovon der vierte Teil auf die basale Verbreiterung kommt; der lange dünne Distalteil ist hohl und ganz allmählich scharf zu- gespitzt, die Endspitze aber besteht aus einer Wandverdickung und ist nicht hold. Da die Radulazähne der nordischen Typhlomangelia nivalis ziemlich ähnlich sind, auch die Schalenskulptur nicht wesentlich verschieden ist, habe ich trotz der verschiedenen Höhe des Gewindes und der großen Embryonalschale die Art einstweilen in diese Gattung gestellt. Fundort: Gauss- Station. Textfig. 2. Ein Paar Radula- ziiline von Typhlomangelia prineipalis. Pleurotomella simillima n. sp. Tafel 14, Fig. 8. Der typischen Art der Gruppe Pleurotomella, P. fackardi Verrill, ist nach der Abbildung eine antarktische Art sehr ähnlich und dürfte daher mit Sicherheit zu dieser Gruppe gehören. Die einzige Schale von der Gauss-Station (Fig. 8) ist ziemlich dünnwandig, gelblich -weiß, 11 mm hoch und 5,75 mm breit, aus 5Y 2 Windungen gebildet, von denen die zwei ersten glatt, die folgenden mit fadenförmigen Spiralreifen skulptiert sind, die die letzte Windung und den Spindelfortsatz in ganzer Ausdehnung einnehmen; der obere rinnenförmige Teil der Windungen weist fadenförmige bogige Streifen auf und von der starken Schulterkante an verlaufen bogenförmige, mäßig erhobene Rippen herab. Die letzte Windung ist nach unten gewölbt und gegen den geraden Spindelfortsatz stark abgesetzt, dementsprechend hat auch der Außenrand der Mündung unten eine deutliche einspringende Kante am Anfang der kurzem Atemröhre. Das Gewinde ist etwas kürzer als die Mündung. Pleurotomella irigida n. sp. Tafel 14, Fig. 9. Von dieser kleinen Art mißt die größte vorliegende Schale (Fig. 9) 5 mm an Höhe und 2,75 mm an Durchmesser, sie hat 4 y % Windungen, von denen die zwei ersten glatt, die folgenden mit dichten Spiralfäden skulptiert sind; die Windungen sind gewölbt, die letzte gegen den Spindelf ortsatz ab- gesetzt. Die Mündung ist ein wenig höher als das Gewinde; der Außenrand ist unten schwach eingebuchtet. Von der vorigen Art durch die geringere Größe auch der Anfangswindungen und das Fehlen der Rippen unterschieden, hat diese doch ähnlichen Habitus und dürfte zu derselben Gattung gehören. Die Radula (Tafel 19 Fig. 20) hat ziemlich kleine und einfache Zähne, sie sind 33 fi lang, an einer Seite mit verdickten), schräg abstehendem Basalstück, am Ende zugespitzt. F u n d ort: Gauss-Statiou. Thiele, Schnecken und Muscheln. 217 Pleurotomella annulata n. sp. Tafel 14, Fig. 10, 11. Diese eigentümliche Art erinnert etwas an Raphitoma amoena G. 0. Sars, die nachher in eine Gruppe Teres Bucquoy, Dautzenberg & Dollfus gestellt worden ist, und es ist nicht unmög- lich, daß sie in dieser Gruppe ihren richtigen Platz hat, doch kenne ich die genannte Art nicht aus eigener Anschauung und da unsere antarktische Art doch auch zu den beiden zuletzt beschriebenen Arten einige Ähnlichkeit zeigt, will ich sie zu Pleurotomella stellen. Auch hiervon liegt nur eine unausgewachsene Schale nebst ein paar Bruchstücken von der Gauss-Station vor (Fig. 10, 11). Das größte erreicht einen Durchmesser von 6,5 mm, die Höhe mag dementsprechend etwa 10 mm betragen. Die zwei Anfangswindungen sind glatt, die folgenden mit starken Spiralreifen skulptiert, von denen zunächst drei sichtbar sind; der oberste entwickelt sich zu einem starken wulstigen, selbst feiner spiralig gestreiften Ringe und an der letzten vorhandenen Windung tritt auch der untere Reifen wulstartig vor, wenn auch nicht so stark wie der oberste. Die Unterseite der letzten Windung und der stark abgesetzte gerade Spindelf ortsatz sind mit zahlreichen, zuweilen etwas ungleichen Spiralreifchen skulptiert. Die Mündung mit der schmalen Atemröhre ist wenig länger als das Gewinde, die Mündung ziemlich breit, der Außenrand den großen Reifen entsprechend gebuchtet. Pleurotomella ? deliciosa n. sp. Tafel 14, Fig. 12. Obwohl nur ein Bruchstück dieser Art vorliegt, sei es doch benannt, da die Skulptur höchst charakteristisch ist und die Art leicht wiedererkennen lassen wird. Das Bruchstück (Fig. 12) zeigt zwei glatte Anfangswindungen und zwei weitere, die mit einigen schmalen Spiralrippen skulptiert sind, diese werden von etwas entfernteren Fältchen parallel den Anwachslinien gekreuzt und an den Schnittpunkten finden sich knotenförmige Erhebungen. Die Reifen an der Unterseite der letzten Windung und an dem ziemlich langen geraden Spindelfortsatz sind nicht knotig. Da die Art nach den gebogenen Anwachsstreifen an der Oberseite zu den Pleurotomiden gehört, mag sie in die Nähe der zuletzt beschriebenen Arten zu stellen sein, denen sie in der Form und dem Besitz von Spiralreifen ähnlich ist. Fundort: Gauss-Station. Die in Fig. 13 (Tafel 14) abgebildete Schale ist von allen bisher beschriebenen Arten so ver- schieden, daß ich die Art keiner der aufgeführten Gattungen einfügen möchte und sie wegen des dürftigen Materials unbemannt lasse. Sie dürfte noch unerwachsen sein und besteht aus etwas über 4 Windungen, von denen die 1 Y> ersten glatt, die folgenden mit etwas 3 -förmig gebogenen Längsfalten und niedrigen Spiralreifen skulptiert sind. Der ziemlich lange Spindelfortsatz ist deutlich gebogen; Mündung schmal, allmählich in die Atemröhre übergehend. Opisthobranchia. Tafel 14, Fig. 13. Von schalentragenden Opisthobranchien ist aus der Antarktis nur wenig bekannt, von Kap Adare hat Edg. Smith drei Arten beschrieben: Philine antaretica, Ph. apertissima und Newnesia antaretica (Rep. Southern Cross, p. 208) und von der Winterstation der „Discovery" eine Art: Deutsche SUdpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 28 .) I o Deutsche Südpolar-Expedition. Bullinella gelida. Strebel beschreibt außer einigen subantarktischen Arten eine Art von der Paulet- Insel, die er in eine neue Gattung Anderssonia stellt; beim Vergleich des der Beschreibung zugrunde oeleo-ten Tieres, das ich aus Stockholm erhalten habe, mit der Beschreibung und den Abbildungen Smiths (1. c, t. 25 f. 1—6), sowie den Angaben von Eliot (Journ. Conch., v. 11 p. 312 — 315, 1906) über Newnesia zweifle ich nicht an der Identität dieser beiden Gattungen. Es kann sein, daß die STREBELsche Art: A. sphinx von der N. antarctica verschieden ist, dafür könnte die etwas bedeutendere Größe und die Form der tentakelförmigen Falten sprechen. Die Radula habe ich, um das Tier zu schonen, nicht präpariert. Im Anschluß hieran möchte ich erwähnen, daß Eliots Ansicht, nach der Newnesia eine Uber- gangsform zwischen Tectibranchien und Ascoglossen (besonders Lophocerciden) darstellen dürfte, mir wahrscheinlich ist; unter den ersteren möchte ich wegen der auffallenden Ähnlichkeit der Ge- bisse hauptsächlich auf Toledonia hinweisen, die u. a. auch eine ähnliche in der Mitte der Fußsohle mündende Drüse besitzt, so daß diese Gattung, die noch eine deutlich gedrehte Viszeralkommissur hat und sich dadurch Actaeon nähert, wohl als diejenige Tectibranchien-Gattung gelten kann, der sich Newnesia am nächsten anschließt. Beide haben ja auch ihre Verbreitung in demselben Gebiet. Hierher endlich gehört auch Odostomiopsis major Hedley von Kap Royds. Auch mir liegt nur eine kleine Zahl von Arten vor, meist in schlechtem Zustande. Größer ist die Zahl der aus der Antarktis bekannten Nudibranchien. Sir Chaeles Eliot (Trans. R. Soc. Edinburgh, v. 41 p. 519—532 und Nat. Antarctic Exp., v. 2 Nudibr.) und Vayssiere (Exped. Antarct. Franc, Nudibr.) haben eine Anzahl von Arten beschrieben, die sie in die Gattungen Bathydons, Archidoris, Tritonia, Tritoniella (n. gen.), Dolo, Notaeolidia (n. gen.), Charcotia (n. gen.), Cuthonella, Cratena, Galvinella (n. gen.) und Guy-Valvoria (n. gen.) gestellt haben. Ich konnte 8 Arten unterscheiden, von denen die meisten zu den genannten Gattungen ge- hören; außerdem ist die Gattung Aegires aus der Antarktis noch unbekannt und für zwei Arten mußte ich neue Gattungen schaffen unter den Namen Prodoridunculus und Pseudotritonia. Toledonia major (Hedley). Tafel 14, Fig. 14, 15. Einige Exemplare von der Gauss-Station stimmen ziemlich gut zu Hedleys Beschreibung und Abbildung von Odostomiopsis major (Brit. Antarctic Exp. 1907 — 09, v.2 p. 6 f. 9, 10), so daß ich sie zu dieser Art stelle. Die größte Schale habe ich in Fig. 14 dargestellt. Die Anfangswindungen zeigen, wie Hedley angibt, Spiralreihen eingestochener Punkte, während die folgenden Windungen keine Skulptur besitzen. Diese Gattung hat in kurzer Zeit drei Namen erhalten: Toledonia Dall (P. U. S. Mus., v. 24 p. 512, 1902), Odostomiopsis (Martens & Thiele, Wissensch. Ergebn. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 68, 1903) und Ohlinia Strebel (Zool. Jahrb. Syst., v. 22 p. 597, 1905); während Dall und Strebel sich über die systematische Stellung der Gattung ganz im unklaren befanden, habe ich ihre Beziehung zu Actaeon nachgewiesen, worauf auch das Verhalten der Spindel und die bei T. circumrosa überall vorhandenen Spiralreihen von Punkten hindeuten, ein Deckel fehlt aber. Die eigentümliche Radula habe ich (1. c. t. 7 f. 29, 30) abgebildet; die von T. major ist der von T. circumrosa ähnlich; Textfig. 3 zeigt zwei Mittelplatten von oben gesehen und eine Seiten- Thiele, Schnecken und Muscheln. 219 platte, Fig. 3a die ersteren in Seitenansicht. Die stark vorgezogene Schneide hat außer der Mittelzacke jederseits vier bis sechs Seiten- zacken, die Seitenplatte ist dünn und schneidenlos. ziemlich breit. Die Mittelplatte erinnert lebhaft an die gewisser Nudibranchien und hauptsächlich an die von Newnesia, welche freilich keine Seiten- platten aufweist. Die Arten dieser Gattung scheinen in ihrer Form ziemlich ver- änderlich zu sein, daher will ich das in Fig. 15 dargestellte be- deutend schlankere Exemplar nicht von T. major abtrennen, da die Skulptur der Anfangswindungen ähnlich ist. Textfig. 3. Zwei Mittelplatten und eine Seitenplatte von Toledonia major; a dieselben in Seiten- ansicht. Toledonia striata n. sp. Tafel 14, Fig. 16. Ein Tier, dessen Schale Fig. 16 darstellt, von der Gauss-Station läßt sich hauptsächlich wegen der Spiralfurchen an der unteren Hälfte der letzten Windung nicht mit der vorigen Art zusammen- stellen, auch nehmen die Windungen schneller zu und die Spindelfalte dürfte merklich stärker entwickelt sein. Die Schale ist 3,5 mm hoch und 2,3 mm breit. Die eingestochenen Punkte der Anfangswindung sind deutlich. Actaeon antarcticus n. sp. Tafel 14, Fig. 17. Nur eine Schale, von der es zweifelhaft ist, ob sie ausgewachsen ist, von der Gauss-Station (380 m Tiefe) ist von dieser Art vorhanden (Fig. 17). Sie ist weiß, 3 mm hoch und 2 mm breit, aus drei gewölbten Windungen mit tiefer Naht bestehend, die mit mehreren Spiralfurchen skulptiert sind. Spindelrand deutlich gedreht, unten nach links gebogen; Außenrand der ziemlich breiten Mündung gleichmäßig gerundet. Neactaeonina (n. gen.) fragilis n. sp. Unter dem Namen Actaeonina cingulata hat Steebel eine Art von Süd-Georgien beschrieben (Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 8 t. 2 f. 17); ich habe das einzige Exemplar der Art in Händen gehabt und die Radula untersucht. Diese stellt ein typisches Raubschneckengebiß dar, dessen Zähne denen von Jantliina sehr ähnlich sind (Textfig. 4). Jede Quer- reihe enthält 15 Zähne, zu denen auf der linken Seite in einigen Gliedern noch eine ziemlich rudimentärer hinzu- kommt, was jedenfalls individuell ist; jedenfalls dürfte eine Mittelplatte und jederseits 7 oder 8 Seitenplatten anzu- nehmen sein, die aber nur in der Größe, nicht in der Form verschieden sind; die äußersten sind kleiner als die mittleren. Jede Querreihe bildet einen sehr flachen, nach hinten kon- kaven Bogen. Die Schneide ist sehr lang, einfach, nach hinten gebogen, bedeutend länger als die Basis; der vierte Zahn vom rechten Rande ist 230 /* lang. Der Kiefer ist stark entwickelt und 28* Textfig. 4. Die äußeren Zähne zweier Glieder von Neactae- onina cingulata. Textfig. 5. Zwei Kieferstäbchen derselben. 220 Deutsche Sfidpolar-Expedition. besteht aus Elementen von ähnlicher Form (Fig. 5) wie die Radulazähne, nur kleiner und schwächer gebogen; die am Rande sind 95 fi lang. Die Gattung Actaeonina ist von d'Orbigny iür eine fossile Art aus dem Kohlenkalk aufge- stellt worden, die mit der vorliegenden lebenden Art doch wenig Ähnlichkeit hat, daher ziehe ich es vor, für diese eine andere Gattung (oder Untergattung) unter dem Namen Neadaeonina vorzuschlagen. Eine schlecht erhaltene, etwa 17 mm hohe und 9,5 mm breite, zum Teil mit Bryozoen bedeckte Schale von der Gauss-Station ist dieser Art in der Schalenform ähnlich, so daß sie wohl zu der- selben Gattung gehört. Da auch die Spitze nicht erhalten ist, kann ich mit der Schale wenig an- fangen und sie nicht abbilden. Die Oberfläche zeigt flache, unregelmäßige und wenig auffallende Spiralfurchen, während die von N. cingulata sehr deutlich und zahlreich sind; der Spindelrand ist umgeschlagen, nach rechts konkav, wie es Strebel abbildet; die Schale ist größer und dünner als die STREBELsche. Diaphana extrema n. sp. Tafel 14, Fig. 18. Die Gattung ist durch einige subantarktische Arten vertreten, von denen Pfeffers ,.Utri- culus" antarcticus der vorliegenden Art ziemlich ähnlich ist. Mir liegen zwei Schalen von der Gauss- Station vor, wovon eine zerbrochen ist. Sie sind kaum mehr als 2 mm hoch und 1,2 mm breit, glatt, aus 3 Windungen bestehend, von denen die erste etwas aufgerichtet, die nächste rundlich, die letzte durch eine tief eingedrückte Naht getrennt, seitlich gerade, unten etwas gewölbt sind. Mündung oben schmal, nach unten verbreitert, unten gerundet. Neben dem Spindelrande, der ziemlich gerade verläuft, ist eine deutliche Nabelritze sichtbar. Die Art gehört wohl sicher in dieselbe Gattung, wie die weiterhin beschriebene Diaphana ker- guelensis, deren Gebiß ich untersucht habe. Cylichna gelida (Edg. Smith)? Eine schlecht erhaltene Schale von 4 mm Länge hat Ähnlichkeit mit Smiths BuUineUa gelida, der ungenügende Zustand der Schale gibt aber keine Sicherheit über die Zugehörigkeit zu dieser Art. Fundort: Gauss-Station. Philine alata n. sp. Tafel 14, Fig. 19, 20. Eine Schale von der Gauss-Station (Fig. 19) stimmt mit keiner der bisher beschriebenen Phüine-Arten überein, daher gebe ich ihr wegen des flügeiförmigen Mundrandes den angegebenen Namen. Sie ist etwa 15 mm hoch und 13 mm breit; die Öffnung ist nach unten sehr verbreitert, der eingerollte Teil der Schale ziemlich klein mit ziemlich tief eingesenktem Gewinde; an der letzten Windung zeigt die Einsenkung einen deutlich spiralgestreiften Teil (Fig. 20) und 2 Windungen sind erkennbar. Der Mundrand steigt oben deutlich an und bildet dann einen rechten Winkel, darunter ist er gerade, unten bogig. Bathydoris clavigera n. sp. Tafel 19, Fig. 1—3. Ein Tier von der Gauss-Station, das im Leben etwa 9 cm lang Und 5 cm breit war, sich bei der Konservierung indessen etwa um ein Drittel verkürzt hat, dürfte zur Gattung Bathydoris Bergh Thiele, Schnecken und Muscheln. 221 gehören; zu ihr hat Eliot (Nat. Antarctic-Exp., v. 2 Nudibr. p. 12 ff.) zwei antarktische Arten gestellt, hodgsoni und inflata, von denen die erstere unserer Art am ähnlichsten ist. Den vorderen Teil des Körpers nimmt der etwa 26 mm breite Kopf ein (Fig. 1), in der Mitte der Vorderseite ist die große Mundöffnung sichtbar, ein etwa 3 mm langer senkrechter Spalt um- geben von einem braunen wulstigen Rande, der 6 : 7 mm im Durchmesser hat; daran schließt sich eine von mehr oder weniger unregelmäßigen Furchen durchzogene konvexe Fläche. Ihr Rand steht oben etwa 3 mm breit über und zieht sich seitlich in je einen Zipfel aus. Etwas dahinter stehen die beiden langen, zugespitzten, mit zahlreichen Querlamellen besetzten Tentakel. Der Rücken ist in der Seitenansicht wenig gebogen. Der Fuß beginnt unter und hinter dem Kopf und zieht sich mit seinem gefalteten Rande bis zum Hinterende des Tieres; sein Rand ist an den Seiten von oben sichtbar, er ist also breiter als das Notaeum. Dieses zeigt etwas hinter der Mitte eine 8 mm lange, nach links geneigte Afterpapille. Rechts von dieser liegen zusammengedrängt die unregelmäßig gefalteten Kiemen, sie nehmen etwa 10 mm in der Länge und 6 mm in der Breite ein. Das Hinterende des Notaeum läuft in einen schmalen zugespitzten Zipfel aus. Zwischen dem Fußrande und dem Notaeum ist ein glatter Streifen sichtbar, der vorn breiter, hinten schmal ist. Die ganze Fläche des Notaeum war mit zahlreichen Anhängen besetzt, die aber bei der Kon- servierung bis auf wenige abgefallen sind. Diese Anhänge haben beträchtliche Größe; sie sind meistens im unteren Teil mehr oder weniger stark aufgetrieben und distal in eine Spitze ausge- zogen (Fig. 3). Die Mehrzahl ist der Fig. 3a ähnlich geformt, die Länge dieses Anhanges beträgt 8 mm; zuweilen sind zwei oder drei von ihnen unten zusammengewachsen; die schmaleren scheinen hauptsächlich in der Nähe des Randes gestanden zu haben, sie werden über 11 mm lang. Ähn- liche aber kleinere Anhänge sind auch bei Bathydoris hodgsoni vorhanden; diese Art ist u. a. durch die Lage der Kiemen von der vorliegenden verschieden. Die Rückenanhänge des lebendes Tieres waren isabellfarbig. Da bei der Ähnlichkeit mit B. hodgsoni nicht daran zu zweifeln ist, daß die Art in dieselbe Gattung gehört, habe ich die Anatomie nicht untersucht, um das einzige Exemplar nicht zu zer- schneiden. Es sei nur erwähnt, daß die große Genitalöffnung, die rechts etwas hinter dem Kopf liegt, das Ende eines etwas vorgestülpten Rohrs und dahinter einen breiten zungenförmigen Fort- satz zeigt (Fig. 2). Archidoris nivalis n. sp. Unter dem Namen Archidoris tuberculata var. beschreibt Vayssiere (Exped. Antarct. Franc., Nudibr. p. 4 t. 3 f. 39 — 41) eine Art von der Wandel-Insel, doch scheint es mir höchst zweifelhaft zu sein, daß diese mit der nordischen Art identisch ist. Von der Färbung vermutet Vayssiere, daß sie orangegelb gewesen ist. Außerdem sind zwei Arten dieser Gattung von Kerguelen bekannt. Mir liegt ein Exemplar von der Gauss -Station vor, das etwa 10 mm lang und 5 mm breit ist; die Form ist ähnlich wie sie Vayssiere abgebildet hat, die Färbung aber ist weißlich, ebenso beim lebenden Tier. Die Rückenfläche weist zahlreiche, mäßig dichte, etwas verschieden große Wärzchen auf; die Fühler und Kiemen sind eingezogen. 222 Deutsche Südpolar-Expedition. Die Radiila scheint genügende Merkmale für eine Unterscheidung der Arten in dieser Gattung darzubieten, daher bilde ich (Textfig. 6a, b) die inneren und die äußeren Platten eines Gliedes ab. Jederseits sind 19 oder 20 Platten vorhanden, die sowohl nach der Mitte wie nach dem Rande hin kleiner werden. Die innerste ist vorn schmal mit einer kleinen vorgebogenen Spitze, hinten deutlich verbreitert, die folgenden fünf nehmen ziemlich schnell an Größe zu, alle haben einfache zugespitzte, hakenartige Schneiden, an der Außenseite mehr oder weniger deut- lich einen Eindruck von der Nachbarplatte. Die sechs äußersten Platten werden allmählich kleiner und rücken mit ihren Basen etwas nach vorn; sie haben verhältnis- mäßig kleine Basalteile und lange, dünne, zugespitzte, ziemlich schwach gebogene Schneiden (Fig. 6 c). Textfig. 6. Radulaplatten von Archidoris nivalis; a die der Mitte zunächst stehenden, b die äußer- sten eines Gliedes; c die 4 äußersten Platten stärker vergrößert. Aegires albus n. sp. Tafel 19, Fig. 4. Ein Tier von der Gauss-Station (Fig. 4), das kon- serviert wie lebend eine weiße Färbung zeigt, ist durch zahlreiche, dichtstehende, mehr oder weniger große Wärzchen auch an den Seiten und dem Rücken des Fußes und die schmalen Mantelfalten gekennzeichnet. Die Untersuchung der Radula ergibt, daß es eine Art der Gattung Aegires ist, von der bisher nur wenige nordatlantische Arten bekannt sind. Das Exemplar ist 15 mm lang, das Notaeum ist 11mm lang. Die Warzen sind in der Mitte größer und dichter als am Rande. Der Kopf und der vordere Teil des Fußes sind ebenso wie die Fühler und Kiemen eingezogen. Wie die Körperform stimmt auch die Radula gut mit der von Aegires punctilucens überein. Neben dem nackten Mittelstreifen steht eine schwache Platte (Textfig. 7 a) mit kleiner vorgebogener Spitze und hinterer verbreiterter Basis; die folgenden Platten nehmen ziemlich schnell an Größe zu, sie haben innen eine lamellenartige Verbreiterung. Es sind jederseits 21 oder 22 Platten vorhanden. Die äußersten (Fig. 7b) werden etwas kleiner; sie haben starke haken- förmige Schneiden und dahinter eine Verbreiterung der konkaven Seite. Die Kalkspikula der Rückenhaut sind in der Regel kreuzförmig (Fig. 7c) von etwas verschiedener Größe, r die kurzen Spitzen nicht selten etwas unregelmäßig geformt. Prodoridunculus (n. gen.) gaussiamis n. sp. Tafel 19, Fig. 5. Textfig. 7. Radulaplatten von Ae- gires albus; a die der Mitte zu- nächst stehenden, b die äußersten Von zwei sehr kleinen Tieren von der Gauss-Station bilde ich das eines Gliedes; c Kalkspikulum. Thiele, Schnecken und Muscheln. 223 größere in starker Vergrößerung ab (Fig. 5). Es hat im ganzen ähnliche Form wie eine Doris, einen schmaleren Fuß und einen breiteren Mantel, der am Rande dünn und etwas radiär gestreift ist. Er überragt auch hinten den Fuß. Seine Oberseite, die ziemlich flach gewölbt ist, trägt mehrere kürzere oder längere kegelförmige Anhänge, in der Hauptachse in vier Längsreihen geordnet. Von diesen deutlich verschiedene Fühler oder Kiemen kann ich nicht wahrnehmen. Die Länge des Tieres beträgt 1,8 mm, seine Breite 1 mm, die des Fußes 0,5 mm; die Färbung des lebenden Tieres ist nicht sicher, wahrscheinlich war sie weißlich. Die Radula zeigt nur mit der von Doridunculus echinnlatus G. 0. Sars Ähnlichkeit, daher zweifle ich nicht an der Verwandtschaft mit dieser nordischen Art, die aber durch ihre beiden auf- rechten Hautfalten, vor denen quergefaltete Fühler stehen, sich unterscheidet, während der dünne Mantelrand große Ähnlichkeit erkennen läßt. Der Verwandt- schaft will ich im Namen Ausdruck geben und benenne daher ™ )[*■ unsere Art als Prodoridunculus gaussianus. Nach der Abbildung Q(^\^J von G. 0. Sars (Mollusca Reeionis arcticae Norvegiae, t. XIV . . . . Textfig. 8. Zwei Radulagheder von f. 5) hat Doridunculus jederseits sechs Radulaplatten in jedem Prodoridunculus gaussianus. Gliede, während eine Mittelplatte fehlt. Unsere antarktische Art hat jederseits vier Platten, deren Form aber ganz ähnlich ist; die innerste ist am größten, breiter als lang, mit vier spitzen Zacken, deren zweite am größten ist; die folgende Platte ist etwas kleiner mit drei schwachen Zacken, die nächste läßt nur eine solche erkennen und die äußerste Platte ist rudi- mentär, klein und ohne Schneide (Textfig. 8). CJalvinella glacialis n. sp. Tafel 19, Fig. 6. Eliot beschreibt (Nat. Antarctic-Exp., v. 2 Nudibr. p. 26 f. J, K; 28—30) unter dem Namen Galvinella antarctica eine von der „Discovery" gefundene Art mit eigentümlich keulenförmigen Rückenanhängen, deren Radula der von Galvina ähnbch ist. Mir liegt ein größeres und ein kleineres Exemplar einer Art von der Gauss -Station vor, deren Gebiß dieselben Merkmale zeigt, während die Rückenanhänge zylindrisch sind mit einem eichelartigen Distalte.il. Das größere Tier (Fig. 6) war im Leben grau- lich mit braungrauen, am Ende weißen Rücken- anhängen, weißen Fühlern und weißer Sohle. Es ist 18 mm lang. Die Fußsohle ist ziemlich schmal, vorn etwas verbreitert, der Rücken breiter, etwas abgeflacht. Die oberen Tentakel sind zylindrisch, quergefaltet. Die Rückenanhänge sind jederseits in acht etwas unregelmäßigen Gruppen ange- ordnet, unten an den Seiten befinden sich kleine, . die nach oben an Größe zunehmen, sie sind am Textfig. 9. a Mittelplatte von Galctnella glacialis, b zwei . solche in Seitenansicht, c Seitenplatte derselben. Grunde am dicksten und verschmälern sich all- 224 Deutsche Südpolar-Expedition. mählich bis zum Anfang der weißen, distal zugespitzten Eichel. Die Afteröffnung liegt etwas rechts von der Mitte des Tieres. Die Radula ist dreireihig. Die Mittelplatte (Textfig. 9a, b) hat eine kräftige, aber kurze Mittelzacke und jederseits 4 Nebenzacken, die in Seitenansicht vor der Mittelzacke liegen, vorn ist die Basis tief eingebuchtet. Die sehr dünne und breite Seitenplatte (Fig. 9 c) hat eine dreieckige ganzrandige Schneide, die der Mittelplatte viel näher liegt als dem Seitenrande. Notaeolidia rufopicta n. sp. Tafel 19, Fig. 7, 8. Ein größeres Tier von der Gauss- Station und einige kleinere zeigen in der Körperform große Ähnlichkeit mit Notaeolidia depressa Eliot (Nat. Antarctic-Exp., v. 2 Nudibr. p. 20 f. H, I), daher kann an der Zugehörigkeit zu dieser Gattung kein Zweifel sein. Das gezeichnete Exemplar (Fig. 7,8) ist durchscheinend mit im Leben ziegelroten Leberfortsätzen, die sich am Rande verzweigen und in die Fortsätze hineinziehen, diese sind weiß gerändert. Die Länge beträgt 3 cm. Der Fuß ist schmal, das Notaeum bedeutend breiter, in der Mitte ziemlich flach, an den Seiten mehr oder weniger erhoben, etwas gefaltet und in zahlreiche zugespitzte Anhänge von verschiedener Größe ausgezogen. Die größten von ihnen sind ziemlich regelmäßig symmetrisch angeordnet und über die andern erhoben. Beim konservierten Tier sind die Leberfortsätze schwarzbraun, unter der Lupe knotig. Die Lippentaster sind unregelmäßig kegelförmig, die Tentakel ziemlich dünn, walzenförmig, quer gefaltet. Der Fuß ist hinten zugespitzt und überragt ein wenig das Hinterende des Notaeum. Die Seitenanhänge scheinen bei der vorliegenden Art regelmäßiger angeordnet zu sein als bei Notaeolidia depressa, und die beiden andern Arten, N.gigas Eliot und purpurea Eliot, sind wesent- lich verschieden. Pseudotritonia (n. gen.) quadrangularis n. sp. Tafel 19, Fig 9, 10. Zwei Tiere von der Gauss -Station erinnern durch ihre vierkantige Form an Tritonia, indessen gehören sie nach ihrem Gebiß nicht in diese Gruppe, sondern schließen sich einerseits an Notaeolidia an, andererseits zeigt die Zunge beträchtliche Ähnlichkeit mit der Gattung Charcotia Vayssiere (Exped. Antarct. Franc-, Nudibr. p. 27), die sich wohl hier anschließen kann. Ich dachte zuerst, daß es eine Notaeolidia -Art wäre, deren Anhänge noch nicht entwickelt sind, doch zeigt das Gebiß bedeutende Unterschiede, so daß ich eine neue Gattung dafür aufstelle. Das Tier ist 2 cm lang und 6 — 7 mm breit, es war im Leben olivengrün mit weißen Säumen. Der Rücken hat in der Mitte eine flache Rinne und erhebt sich seitlieh zu etwas gefalteten vor- tretenden Rändern; unter dem Notaeum sind die Seiten eingeschnürt und die Fußränder werden wieder breiter, doch nicht so breit wie das Notaeum. Dieses reicht hinten bis zum Ende des Fußes, während vorn seine Ränder lappenförmig zu den beiden Fühlern umbiegen, vor denen sie endigen (Fig. 9). Darunter findet sich eine breit halbmondförmige, ziemlich große Falte, die seitlich je einen Zipfel bildet und die Mundöffnung an der Unterseite umgibt (Fig. 10). Der Fuß ist vorn nicht verbreitert. Die Tentakel sind kurz und dick, wohl infolge der Konservierung mit einigen Längs- falten. Alle Ränder (Fuß, Notaeum und Kopffalte) zeigen kleine, undurchsichtig gelbe Wärzchen, zu denen die sich verzweigenden Leberfortsätze verlaufen. Thiele, Schnecken und Muscheln. 225 Die Radula trägt eine Reihe sehr starker Mittelplatten und j euerseits davon zwei dünne Seiten- platten. Die Mittelplatte (Textfig. 10) hat einen sehr kräftigen, langen und ziemlich breiten, am Ende zugespitzten Mittelzahn und an seinem Grunde jederseits drei kleine spitze Zacken. Die innere Seitenplatte ist hinten in eine sehr scharf zugespitzte, dreieckige Schneide ausgezogen, deren Innenrand eine Anzahl kleiner spitzer Zacken aufweist. Die äußere Platte hat eine schräge, sehr dünne Basis, die breiter als lang ist und an der Innenseite nach hinten in eine schwache zugespitzte Schneide ausläuft. Vergleicht man diese Zeichnung mit Vayssieres Fig. 7 von Notaeolidia gigas und mit Fig. 32 — 34 von Charcotia granulosa, so wird man mit letzterer mehr Ähnlichkeit finden als mit ersterer, hauptsächlich in der Form der Mittelplatte. Notaeolidia hat vier oder fünf, Charcotia eine Seitenplatte, so daß Pseudotritonia mit ihren zwei Seitenplatten dazwischen steht; ihre innere Seitenplatte ist der von Notaeolidia gigas ähnlich geformt. Die Rückenwarzen von Charcotia entsprechen jedenfalls den Randwärzchen der Pseudotritonia. Jedenfalls dürften diese drei antarktischen Gattungen miteinander verwandt sein ; wahrscheinlich gehört auch der magellanische Microlophus poirieri Mab. & Rochebr. (Miss. Kap Hörn H p. 11 t. 6 f. 1) hierher. Textfig. 10. Zwei Mittelplatten der Radula von Pseudotritonia qua- drangularis in Vorder- und Seitenansicht und die Seitenplatten. Doto sp. Tafel 19, Fig. 11. Eliot hat (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Nudibr. p. 19) eine Doto antarctica beschrieben; mir liegt eine kleine Doto von der Gauss -Station (350 m) vor, die ich in Fig. 11 abbilde, doch möchte ich sie nicht benennen, da das Material mir zu dürftig erscheint. Das Tier zeigt keine ausgesprochene Färbung, lebend soll es weiß gewesen sein; es ist etwa 5 mm lang, jederseits mit fünf ziemlich großen spindelförmigen, unregelmäßig warzigen Rückenanhängen. Der Rand der Tentakelscheiden ist lappig. Mit der genannten Art dürfte sie der Färbung wegen (bright yellow) nicht identisch sein. Bivalvia. Pecten colbecki Edg. Smith. Mehrere Bruchstücke, die zum Teil auf dem Eis am Gaussberg gefunden wurden, zeigen zwar verhältnismäßig kleinere Ohren als die Original-Abbildung der genannten Art (Rep. Voy. Southern Cross, p. 212 t. 25 f. 11), aber etwas größere als P. racovitzai Pelseneer (Result. Voy. Belgica, Moll. p. 27 t. 8 f. 101, 102). Lamy hat (2. Exp. antarct. Franc., Gastr., Pelec, p. 23) aber beide Arten zusammengezogen; es mag sein, daß die Größe der Ohren veränderlich ist. E. v. Martens hat zu dieser Art einen Zettel gelegt mit der Bezeichnung Amussiopecten; diese Untergattung hat Sacco 1897 für P. burdigalensis Lam. geschaffen. Ich lasse es dahinge- Deutsche Siidpolar-Espeditioiw XIII. Zoologie. V. 29 t)Oß Deutsche Südpolar-Expedition. stellt, ob unsere Art hier untergebracht werden kann. Die kleine in Fig. 1, la (Tafel 17) abgebildete Schale wollte ich zunächst für eine besondere Art halten, doch zeigt eine etwas größere schon eine Andeutung von Radialfalten und von rötlicher Färbung, daher halte ich diese Tiere für junge Exemplare von P. colbccki. Camptonectes (Pallioliun) gaussianus n. sp. Tafel 17, Fig. 2. Verrill hält (Tr. Connect. Acad., v. 10 p. 65 und Proc. U. S. Mus., v. 20 p. 829) Monterosatos Gruppe Palliolum höchstens für eine Sektion von Camptonectes; dazu gehört vitreus Chemnitz, dem einige antarktische Arten sehr nahe stehen. Mehrere Exemplare von der Gauss -Station (Fig. 2) sind dem C. clathratus Martens von den Kerguelen recht ähnlich, haben aber ein wenig verschiedene Form der Ohren und die Radiallinien der linken Schale sind hier kaum angedeutet, dagegen tragen die konzentrischen Säume kleine spitze Schüppchen. Die abgebildete Schale ist 4,25 mm hoch und unbedeutend länger. Die rechte Schale (Fig. 2a) zeigt eine etwas rundliche Byssusbucht und glatte Oberfläche. Lima (Liiuatula) hodgsoui Edg. Smith. Einige Tiere und Schalenhälften von der Gauss -Station. 6 V Lima (Liiuatula) simillima n. sp. Tafel 17, Fig. 4. Einige Schalenhälften von der Gauss -Station sind der nordischen L. subauricidata Montagu auffallend ähnlich, so daß man erst bei genauem Vergleich Unterschiede findet, die doch zur Ab- trennung der antarktischen Form ausreichen. Diese ist nach unten hin mehr verbreitert und hat einen verhältnismäßig kürzeren Schloßrand, die radiale Skulptur ist etwas verschieden, konstant scheint eine breitere Mittelrippe vorhanden zu sein (Fig. 4). Die abgebildete Schale ist fast 10 mm hoch und 5,7 mm lang. Lima (Limatula) ovalis n. sp. Tafel 17, Fig. 5. Zahlreiche Tiere und Schalen von der Gauss -Station haben einige Ähnlichkeit mit Lima goughensis Melvill & Standen (Tr. R. Soc. Edinb., v. 46 p. 148 f. 18), sind aber gleichmäßiger eiförmig im Umriß. Die gezeichnete Schale (Fig. 5, 5a, b) ist 6 mm hoch und 4,3 mm breit, die Dicke beträgt 3,25 mm. Die Wirbel überragen den Schloßrand deutlich; die Schale ist wenig schief, mit zahl- reichen feinen Radialrippchen, die nach vorn und hinten undeutlich werden; konzentrische Skulptur fehlt wie bei der vorigen Art. Dacrydurm modioliforme n. sp. Tafel 17, Fig. 9. Die einzige in Fig. 9 abgebildete Schalenhälfte dürfte von Dacrydium albidum Pelseneer, wovon gleichfalls ein Tier und ein paar Schalenteile vorliegen, verschieden sein, nicht nur durch die bedeutend längere und weniger hohe Korin. wie es scheint, auch durch bedeutendere Größe, ferner durch größere, die Schloßlinie mehr überragende Wirbel, endlich durch das Verhalten der Thiele, Schnecken und Muscheln. 227 Ligamentgrube, die hier nicht besonders auffällt, während in der entsprechenden rechten Schale von D. albidum ein deutlicher Einschnitt unterhalb des Wirbels vorhanden ist (Fig. 10, 10a). Fundort: Gauss -Station. Philobrya sublaevis Pelseneer. Unter diesem Namen hat Pelseneer eine antarktische Art beschrieben (Result. Voy. Bel- gica, Moll. p. 25 f. 93, 94), der mehrere Tiere und Schalen von der Gauss-Station ähnlich sind, ohne doch völlig mit der Beschreibung übereinzustimmen, so daß es mir unsicher ist, ob mir dieselbe oder nur eine ähnliche Art vorliegt. Pelseneer bildet eine junge 45 mm hohe Schale ab. gibt aber an, daß sie fast 14 mm hoch wird; die größte Schale von der Gauss-Station ist etwa 11 mm hoch, die in Fig. 11 (Tafel 17) dargestellte 10 mm. Die kleineren Exemplare sind in der Regel mehr rundlich, vor der Spitze kaum eingebuchtet, wie es Pelseneer abgebildet hat. Auch finde ich das Ligament beträchtlich länger als es Pelseneer darstellt; die Prodissoconcha ist, wovon nichts gesagt wird, deutlich radiär gerippt; besonders die größeren Schalen sind innen gegen den Rand hin radiär gestreift. Es mag sein, daß diese Unterschiede zum Teil auf Variabilität beruhen daher will ich keine neue Art aufstellen. Auch die von Lamy (Exped. Antarct. Franc., Moll. Gastr. Pelec, p. 18 f. 17, 18) als Ph. sublaevis bezeichnete Form kann verschieden sein. Mit Ph. limoides Edg. Smith (Nat. Antarctic Exp., Lamellibr. p. 4 t. 3 f. 2) dürfte unsere Art auch nicht zusammen- fallen, doch ist auch sie nahe verwandt. Die konservierten Exemplare zeigen einen breiten bräunlichen Hautsaum, gestützt von borsten- artigen Verdickungen, die in der Schalenmitte deutlich in Radiärreihen geordnet, vorn und hinten schräg auswärts gewendet und kaum reihenweise angeordnet sind. Philobrya tuniida n. sp. Tafel 17, Fig. 12. Einige Exemplare von der Gauss-Station sind von der vorigen Art ganz verschieden und ent- behren der starken Schalenhaut, da b(i den konservierten Tieren nur kleine Härchen, die am Ende eine kleine runde Scheibe aufweisen (Fig. 12c) auf der Schalenoberfläche vorhanden sind. Die Schale ist ziemlich aufgeblasen (Fig. 12 b) ihre Höhe beträgt 7 mm, ihre Länge 6 mm, ihre Breite über 5 mm. Ihr Umriß in Seitenansicht (Fig. 12) bildet ein unregelmäßiges Oval, vor und hinter dem Apex, der ziemlich über den Schloßrand hinausragt, leicht konkav. Die Außen- und die Innenseite sind mit zahlreichen, ziemlich flachen Radiärrippen versehen. Das Ligament ist ziem- lich lang und schmal (Fig. 12 d), der ziemlich lange, etwas konkave Vorderrand klafft schwach. Die Prodissoconcha ist glatt. Hochstetteria limopsoides n. sp. Tafel 17, Fig. 13. Einige Tiere und zahlreiche Schalen von der Gauss-Station haben in der Schalenform und Skulptur die größte Ähnlichkeit mit der von mir beschriebenen Limopsis- Art, sie gehören nach dem Schloß aber zur Gattung Hochstetteria. Höhe und Länge der Schale sind gleich und betragen 2,5 mm bei einer Breite von 1,8 mm. Die Prodissoconcha überragt den Schloßrand sehr deutlich; das Schloß besteht aus zwei ziemlich langen, gekerbten Abschnitten entlang der geraden Dorsal- 29* 228 Deutsche Südpolar-Expedition. linie und beiderseits von dem dreieckigen Ligament. Die Schale ist rundlich, deutlich schief, vorn, hinten und in der Mitte des Randes mit einigen Zähnchen (Fig. 13a). Die Außenseite (Fig. 13) zeigt zahlreiche, feine konzentrische Säume, die von zarten radialen Rippchen durchschnitten werden; das Periostracum bildet auf ihnen Böistchenreihen. Eine Art dieser Gattung war bisher noch nicht in der Antarktis nachgewiesen. Adacnarca intens Pelseneer. Mehrere Tiere und Schalenteile von der Gauss-Station stimmen mit den Angaben Pei.seneers (Result, Voy. Belgica, Moll. p. 24 f. 83) und Edg. Smiths (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Lamellibr., p. 5 t. 3 f. 6) überein. Die Oberfläche ist mit kleinen Härchen besetzt ähnlich wie bei Phylobrya tumida. Das Schloß mit dem gekerbten Rande vor und hinter dem Ligament ist ähnlich wie bei der vorigen Art. Limopsis grandis Edg. Smith. Mehrere Schalen von der Gauss-Station passen gut zur Beschreibung der genannten Art (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Lamellibr. p. 5 t. 3 f. 7); die größte Schale ist etwa 43 mm lang und 38 mm hoch. Das Schloß ist in der Mitte unterbrochen, bei großen Schalen in weiter Ausdehnung, der Rand an der Innenseite glatt. Lamy wollte hiermit L. jousseaumei (Mab. & Rochebr.) identifizieren, indessen nach einem Exemplar aus der Magellanstraße finde ich das Schloß wesentlich verschieden, es ist in der Mitte, nicht unterbrochen und die Zähne sind größer, auch der Wirbel ragt etwas mehr über den Schloß- rand hinauf (Tafel 17 Fig. 14 a, b). Limopsis scabra n. sp. Tafel 17, Fig. 16. Während die beiden vorher genannten, ebenso wie die. übrigen bisher beschriebenen antark- tischen Arten innen glatt sind, finde ich bei einigen kleinen Schalen das Innere deutlich radiär gestreift ähnlich wie bei der nordischen L. minuta Phil.; Pelseneer gibt von seiner L. longipilosa zwar an, daß sie in die Verwandtschaft dieser Art gehört, erwähnt aber nichts von einer Radiär- furchung der Innenseite, die auch in der Figur nicht dargestellt ist, daher kann ich die mir vor- liegende Art nicht mit seiner identifizieren, zumal auch die Form und Lage des Wirbels merklich verschieden, meine Schalen auch etwas schiefer sind (vgl. Fig. 15). Die Außenseite der abgerie- benen Schale zeigt ziemlich dichte konzentrische Säume und eine Anzahl radiärer Streifen; die frische Schale zeigt einen Borstenbesatz, auf den Radiärstreifen am stärksten. Die größten Schalen sind etwa 4,5 mm hoch und lang. Die, Wirbel sind ziemlich über den Schloßrand erhoben, das Ligament ist klein, dreieckig. Lissarca gourdoiü (Lamy). Tafel 18, Fig. 3. Vom Alexander-Land und von der Petermann -Insel beschreibt Lamy unter dem Namen Area (Bathyarca) gourdoni eine Art (2. Exped. Antarct. Franc., Gastr., Pelecyp. p. 28 f. 21, 22), mit der zahlreiche Exemplare von der Gauss-Station identisch sein dürften; Fig. 3 stellt eine Schale in der Ansicht von innen dar, und zum Vergleich mit anderen Arten habe ich ein jüngeres Exemplar Thiele, Schnecken und Muscheln. 221) gezeichnet (Fig. 3a). Dieses ist gleichmäßiger gerundet als die größere Schale und von mittlerer Länge; das Ligament ist dreieckig. Ich stelle die Art zu Lissarca, da sie mit Bathyarca kaum Verwandtschaft zeigt. Leda ecaudata Pelseneer. Einige Schalen von der Gauss-Station (Tafel 17 Fig. 20) dürften mit Pelseneers Leda ecau- data (Result. Voy. Belgica, Moll. p. 22 f. 77, 78) zusammenfallen. Die abgebildete Schale ist wenig größer, als Pelseneer angibt, und hat ein bis zwei Zähnchen vor und hinter dem Ligament mehr (12 vorn, 9 hinten), doch sind die mittelsten sehr klein. Leda antaretica n. sp. Tafel 17, Fig. 21. Pelseneers Leda oblonga (1. c, p. 23 f. 79, 80) hat mit mehreren Schalen von der Gauss- Station zwar eine gewisse Ähnlichkeit, unterscheidet sich aber doch in der Form und dem beträcht- lich stärkeren Schloß, so daß die mir vorliegende Art als verschieden anzusehen ist. Die Länge beträgt etwa 3,75 mm bei einer Höhe von 2,5 mm. Der Wirbel liegt etwas vor der Mitte, der vordere Teil ist abgerundet, der hintere breit und am Ende schräg abgeschnitten, so daß der schwach kon- vexe Hinterrand oben und unten abgerundete Winkel bildet. Die Schloßzähne und das sie unter- brechende Ligament sind ziemlich schwach. Diese antarktischen Arten dürften sich der nordischen Gruppe Portlandia anschließen. Leda lougicaudata n. sp. Tafel 17, Fig. 22. Ein paar Schalenhälften von der Gauss-Station gehören zu einer hinten sehr lang ausgezogenen Art, wie sie in der Gruppe Poroleda Täte vereinigt sind. Die größte Schale ist 16 mm lang und 6 mm hoch, der Wirbel liegt ungefähr hinter dem vordersten Drittel, der vordere Teil ist etwas verlängert abgerundet, der hintere Teil aufwärts gebogen, daher dorsal konkav. Vom Wirbel ver- laufen 2 Kiele nach dem Hinterende, der darüber hegende schmaleTeil ist glatt, die ganze übrige Oberfläche zeigt dichte konzentrische Fältchen. Die Schloßzähne bilden mehr oder weniger deut- lich spitze Winkel, deren oberer Schenkel länger ist, mit den Spitzen nach dem Ligament hin ge- wendet. Die Oberfläche der weißen Schale trägt ein bräunliches Periostracum. Astarte antaretica n. sp. Tafel 18, Fig. 8. Von dieser im Norden häufigen Gattung ist bisher nur eine subantarktische Art, A. magellanica Edg. Smith, bekannt; mir liegen mehrere Schalen und wenige Tiere von der Gauss-Station vor, die der nordischen A. banksii Leach ziemlich ähnlich, aber verhältnismäßig kürzer und höher sind und vermutlich deren Größe bei weitem nicht erreichen; A. magellanica ist deutlich höher als die vorliegende Art und von etwas verschiedener Form. Die abgebildete Schale (Fig. 8) ist 6 mm hoch und lang, ziemlich flach, weiß mit gelblichem Periostracum. Der Wirbel ist spitz, nach vorn geneigt, so daß der Rand vor ihm deutlich konkav ist; die Skulptur besteht aus ziemlich dichten, 230 Deutsche Siidpolar-Expedition. deutlichen konzentrischen Furchen, die ungefähr so breit sind wie die Fältchen. Entsprechend der geringen Stärke der Schale sind die Schloßzähne ziemlich klein. Der innere Schalenrand ist deutlich gezähnelt. Cardita (Cyclocardia) intermedia n. sp. Tafel 18, Fig. 9. Edg. Smith hat eine antarktische Art : C.antarctica mit sehr steil erhobenen Wirbeln beschrieben (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Lamellibr. p. 2 t. 2 f. 15), die der magellanischen C. velutina Edg. Smith ähnlicher ist als der G. astartoides Martens von Kerguelen. Mir hegen einige meist schlecht erhaltene Schalen von der Gauss -Station vor, die mit keiner der genannten Arten übereinstimmen und zwischen den genannten Arten ungefähr in der Mitte stehen. Bei dem größten Exemplor (Fig. 9) sind die Radialrippen gegen den Rand hin undeutlich und auch an der Innenseite des Randes nur schwach, jüngere Schalen zeigen sie dagegen deutlich. Der Wirbel ist ziemlich erhoben, mehr als bei C. astartoides (Fig. 10) und die Schale ist mehr aufgeblasen; bei jungen Schalen wird es aller- dings wohl schwer sein, diese Unterschiede nachzuweisen. Die beschriebene Schale ist 26 mm lang und 22 mm hoch. Tellünya ovalis n. sp. Tafel 18, Fig. 11. Edg. Smith hat unter dem Namen Tellimya antarctica eine ziemlich langgezogene Art be- schrieben (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Lamellibr. p. 3 t. 2 f. 16), der ein paar Schalenhälften von der Gauss-Station ähnlich sind bis auf die mehr rundliche Form (Fig. 11). Die Wirbel treten deutlich vor, im übrigen ist der Umriß eiförmig, 3 1 / 3 mm lang und (im ganzen) 2,8 mm hoch. In der einen Hälfte (Fig. IIa) sind zwei divergierende Zähne vorhanden, in der anderen Hälfte nur ein Aus- schnitt. Tellünya gibbosa n. sp. Tafel 18, Fig. 12. Die von Lamy (Exped. Antarct. Franc., Gastr. Pelecyp., p. 13 t. 1 f. 13, 14) unter dem Namen Montaguia charcoti beschriebene Art dürfte in dieselbe Gattung gehören, wie die vorige Art; sie hat indessen mehr nach vorn gerückte Wirbel und hierin zeigt sie einige Ähnlichkeit mit einigen Exemplaren von der Gauss-Station, deren Wirbel aber stumpfer sind und deren Form im ganzen höher ist (Fig. 12). Das Schloß (Fig. 12a) ist ähnlich wie bei der vorigen Art. Der Umriß ist vor und hinter dem Wirbel gerade, sonst eiförmig, der Vorderrand fällt ziemlich senkrecht ab. Die größte Schale ist 3,4 mm lang und 2,8 mm hoch, außen und innen glatt bis auf die Anwachsstreifen, bei lebenden Tieren vermutlich durchscheinend, farblos. Mysella? truncata n. sp. Tafel 18, Fig. 18. Diese und die folgende Art, die in dieselbe Gattung gehören dürfte, liegen nur in ziemlich schlecht erhaltenen Schalenhälftcn vor, so daß ich nicht sicher entscheiden kann, in welche Gattung sie gehören, sie scheinen am meisten Ähnlichkeit mit MyseKa -Arten zu zeigen nach Dalls Auf- fassung dieser Gruppe (vgl. P. U. S. Mus., v. 21). Die eine der beiden Arten (Fig. 18) ist an einem Thiele, Schnecken und Muscheln. 231 Ende ziemlich kurz abgestutzt, am andern ziemlich lang und abgerundet, nach unten bogig gerundet. Die abgebildete Schalenhälfte ist fast 8 mm lang und 6,25 mm hoch. Fundort: Grauss-Station. MysellaJ frigida n. sp. Tafel 18, Fig. 19. Die einzige Schalenhälfte von der Gauss-Station (Fig. 19) ist 6 mm lang und 4,3 mm hoch; sie unterscheidet sich von der vorigen Art durch die bedeutendere Größe der abgestutzten Hälfte, an der andern fällt der Oberrand ziemlich steil ab und der Unterrand ist schwach gebogen. Pseudokellya gradata n. sp. Tafel 18, Fig. 17. Pelseneer hat (Result. Voy. Belgica, Moll. p. 48) für Kellia cardiformis Edg. Smith (Rep. Voy. Challenger, v. 13 1 p. 202 t. 11 f. 6) eine Gattung Pseudokellya aufgestellt, die sich anatomisch wesentlich von Kellia unterscheidet. In der Schalenform und dem Schloß sind der genannten Art ein paar Schalen von der Gauss-Station so ähnlich, daß sie zweifellos in dieselbe Gattung gehören. Sie unterscheiden sich dadurch, daß unten entgegengesetzt zum Wirbel der Umriß eine abgerundete Ecke bildet und daß alle vorhandenen Schalen eine Anzahl stufenförmiger Wachstumsabsätze aufweisen (Tafel 8 Fig. 17a). Außerdem zeigen sie unter der Lupe deutliche, wenig erhobene Radialrippchen und eine mikroskopische dichte konzentrische Streif ung; die frische Schale ist durchscheinend weiß. Das Schloß besteht wie bei der genannten Art links aus zwei, rechts aus einem Zahn vor dem Knorpel und einem schwachen hinteren Seitenzahn (Fig. 17, b, c). Länge und Höhe beträgt ungefähr 4 mm. Cyamium rotuiidatum n. sp. Tafel 18, Fig. 20. Eine Schalenhälfte von der Gauss-Station hat mit Cyamium denticulatum Edg. Smith (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Lamellibr. p. 3 t. 3 f. 4) große Ähnlichkeit, doch dürfte diese Art durch den mehr vorragenden Wirbel und die Symmetrie der Schale verschieden sein. Die von der Gauss-Station vorliegende Schale (Fig. 20) ist 3,6 mm lang und 3,4 mm hoch, weiß, mäßig gewölbt, deutlich asymmetrisch, indem das Vorderende kürzer und niedriger ist als das ein wenig abgestutzte Hinter- ende. Die von einer glatten Embryonalschale bedeckten Wirbel sind etwas über den Schloßrand erhoben. Die Schale ist mit Ausnahme der oberen Teile des Vorder- und Hinterrandes mit regel- mäßigen Radialfurchen skulptiert. Das Schloß (Fig. 20a) ist dem von C. denticulatum ähnlich. Dieses hat aber auch soviel Ähnlichkeit mit dem von Cyamiomaclra laminifera LAMY(Exp. Antarct. Franc., Gastr. Pelecyp. p. 11 f. 10 — 12), daß diese Art in dieselbe Gattung gehören dürfte. Ich finde das Schloß von Cyamium antarcticum Philippi, der typischen Art dieser Gattimg, auch so übereinstimmend, daß ich mit Smith diese Arten zuCyamium stelle; allerdings ist Smiths Diplodonta incerta der Cyamiomactra laminifera so ähnlich, daß man sie für dieselbe Art halten möchte, diese wird dann wohl Cyamium laminiferum (Lamy) heißen müssen. 239 Deutsche Südpolar-Expedition. Ptjchocardia (n. gen.) vanhöffeni n. sp. Tafel 18, Fig. 24. Eine zum Teil zerbrochene Schale von der Gauss -Station (Fig. 24) scheint nach der Form und dem Schloß sich am nächsten an die Gattung Callocardia A. Adams anzuschließen, ohne doch mit ihr zusammenzufallen, daher stelle ich dafür eine neue Gattung auf unter dem obigen Namen. Die eigentümliche Faltung der Schale und das Verhalten des Schlosses dürften die Gattung hin- reichend unterscheiden. Die Schale ist fast 9,5 mm hoch und 7 mm lang, also deutlich höher als lang, die Breite beträgt etwa 7,5 mm; die Schale ist dünn und durchscheinend. Die Wirbel sind groß und weit über den Schloßrand erhoben, stark nach vorn geneigt. Der Vorderrand ist ein wenig eingebuchtet, unten springt die nach vorn durch eine Bucht abgegrenzte breite Falte vor, der Hinterrand ist wenig gebogen. Das Schloß besteht in beiden Klappen (Fig. 24 b, c) aus zwei Zähnchen; links ist der hintere winkelförmig, der vordere davon getrennt, kurz, etwas schräg, rechts liegen beide anein- ander, der vordere ist lamellenförmig. Axinopsis debilis n. sp. Tafel 18, Fig. 25. Eine einzelne Schalenhälfte (Fig. 25) hat in der Form Ähnlichkeit mit der nordischen Axinopsis orbiculata G. 0. Sars und wenn man berücksichtigt, daß die Schale bedeutend dünner ist als bei dieser Art, wird auch das Schloß, das ein schwach vortretendes Zähnchen unter dem Wirbel bildet (Fig. 25 a), als ähnlich gelten können — leider fehlt ja die andere Hälfte. Der Wirbel tritt deutlich über dem Schloßrand hervor und ist nach vorn geneigt; im übrigen ist die Schale rundlich eiförmig, etwas über 2 mm hoch und lang, glatt, weiß. F u n d o r t: Gauss -Station. Poromya spinosula n. sp. Tafel 18, Fig. 26. Einige Schalenhälften von der Gauss-Station (Fig. 26) gehören zu der aus der Antarktis noch unbekannten Gattung Poromya. Die größten sind 14 mm lang und 10 mm hoch, innen perlmutter- glänzend, außen hellbräunlich mit zahlreichen dichten Badialreihen kleiner Dörnchen besetzt. Die Wirbel sind ziemlich hoch über den Schloßrand erhoben; die Schale ist vorn abgerundet, ziem- lich kurz, unten gebogen, hinten länger, am Ende ein wenig abgestutzt. In der rechten Hälfte befindet sich unter dem Wirbel ein zugespitzter Zahn, dem ein Eindruck der andern Hälfte (Fig. 26a) entspricht; das Ligament ist äußerlich. Lysonsiela planulata n. sp. Tafel 18, Fig. 27. Auch diese Gattung war bisher noch nicht in der Antarktis gefunden worden. Mir liegen einzelne Schalenhälften und ein Tier von der Gauss-Station vor, die der nordischen L. abyssicola M. Sars ähnlich sind; aber bedeutend schmaler und länger als diese. Die abgebildete Schale (Fig. 27) ist 8 mm lang und 4,75 mm hoch, dünn und durchscheinend, mit kleinen Körnchen auf der Schalen- oberfläche und einigen Radiürstrciien; häufig kleben Sandkörner an der Schale. Der nach vorn Thiele, Schnecken und Muscheln. 233 gewendete Wirbel liegt etwas hinter dem Vorderende; der Vorderrand ist wenig gebogen, steil ab- fallend, der Unterrand bogig, der Hinterrand ein wenig konvex, der Oberrand gerade, bei dem konservierten Exemplar etwas konkav. Cuspidaria infelix n. sp. Tafel 18, Fig. 28. Eine schlecht erhaltene und mit Bryozoen zum Teil überwachsene Schalenhälfte von der Gauss - Station (Fig. 28) hat einige Ähnlichkeit mit Cuspidaria platensis (Edg. Smith) (Rep. Voy. Chal- lenger, v. 13 1 p. 45 t. 9 f. 4), ist aber vorn gleichmäßiger abgerundet. Die Schale ist 24 mm lang und 14 mm hoch. Die rundlichen Wirbel sind über den Schloßrand deutlich erhoben; vor ihnen bildet der Rand einen undeutlichen Winkel, Vorder- und Unterrand sind stark gebogen; der hintere Fortsatz ist ziemlich kurz, am Ende breit abgestutzt. Von dem Schloß ist nichts zu sehen. Cuspidaria concentrica n. sp. Tafel 18, Fig. 29. Eine Schalenhälfte von der Gauss -Station ist 3,6 mm lang und 2,3 mm hoch (Fig. 29), sie erinnert in der Form und konzentrischen Skulptur an Cuspidaria herguelensis (Edg. Smith) (Rep. Voy. Challenger, v. 13 1 p. 46 t. 24 f. 8), hat aber entferntere konzentrische Rippen und stimmt auch sonst nicht ganz mit der bezeichneten Abbildung überein. Der Wirbel tritt wenig über dem Schloßrand vor; vorn ist die Schale etwas unregelmäßig eiförmig, hinten in einen ziem- lich kurzen, verschmälerten Schnabel übergehend. Die Zahl der deutlichen Rippen, die der Ober- fläche aufsitzen, beträgt sechs, sie sind bedeutend schmaler als ihre Zwischenräume. Cuspidaria plicata n. sp. Tafel 18, Fig. 30. Die in Fig. 30 dargestellte Schale erscheint zunächst der vorigen ähnlich, doch ist sie größer und dünner, nicht mit äußeren Rippen besetzt, sondern konzentrisch gefaltet, so daß auch die Innen- seite faltig ist. Die Schale ist 8 mm lang und 5 mm hoch; der Wirbel ist wenig erhoben, der vordere Teil rundlich, der hintere Fortsatz ziemlich kurz und breit, auf ihn setzen sich die Falten nicht deut- lich fort; diese sind ungefähr so breit wie ihre Zwischenräume. Der Oberrand ist hinter dem Wirbel etwas konkav. Fundort: Gauss -Station. Subantarktische Mollusken. Gastropoda. Prosobranchia. Docoglossa. Lepeta (Pilidium) coppingeri (Edg. Smith). Ein Exemplar, das etwas gröber skulptiert und bedeutend größer ist, aber sonst mit den Exemplaren von Patagonien übereinstimmt, ist im Drei Insel Hafen, Kerguelen gefimden worden; die Schale ist 10,5 mm lang und 8 mm breit. Es scheint mir kein genügender Grund vor- Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 30 234 Deutsche Siidpolar-Expedition. zuliegen, hierfür eine andere Art anzunehmen, allerdings bin ich wie Strebel (Zool. Jahrb. Syst., v. 25 p. 112) der Ansicht, daß Patella emarginuloides Philippi sehr wahrscheinlich dieselbe Art ist. Nacella (Patinigera) kerguelensis (Edg. Smith). Von dieser hübschen Art liegen drei Exemplare aus der Observatory Bay vor; sie sind etwa 75 mm lang, 65 mm breit und 30 mm hoch, breit eiförmig, ohne deutliche Verschmälerung des vordem Endes. Nacella (Patinigera) aenea (Martyn). Aus der Observatory -Bay sind vier Exemplare vorhanden, die zu dieser Art gehören dürften; im Reisebericht der „Gazelle" ist diese Art aus dem Royal Sound aufgeführt (freilich finde ich in der Sammlung kein Exemplar von Kerguelen); dagegen gibt Pilsbry in seiner Monographie (Manual of Conchology, v. 13 p. 117) nur die Magellanstraße als Heimat an. Drei der Schalen sind innen unregelmäßig braun und weiß gefleckt, gegen den Rand meist schwärzlich, die vierte ist regelmäßiger gefärbt, in der Mitte kastanienbraun, im übrigen schwärz- lich mit Silberglanz. Der Apex liegt etwa in 1 | 3 der Länge; die Maße sind etwa 54 mm Länge, 43 mm Breite und 14 mm Höhe. Nacella (Patinigera) fuegiensis (Keeve). Zahlreiche Exemplare dieser flachen, schildförmigen Art sind in der Observatory Bay gefunden worden. Nacella mytiliiia (Helbling). Ein größeres und ein kleines Exemplar aus der Observatory Bay und drei kleine aus dem Royal Sound, die kleinen mit ganz vorderständigem Apex. Rhipidoglossa. Puncturella noaeliina (Linne). Die Challenger -Expedition hat von verschiedenen Stellen des subantarktischen Gebietes eine Punchirella-Axt erbeutet, von der Watson sagt, daß er sie für identisch mit der nordischen halte, jedenfalls hat jene schon denNamen P.princeps Mighels erhalten. Das hat E. v. Martens offen- bar übersehen und hat die Kerguelenform als Puncturella analoga von neuem beschrieben (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 70). Wenn man sie wirklich von P. noaeliina unterscheiden will, muß sie natürlich den angegebenen älteren Namen erhalten. Scissurella supraplicata Edg. Smith. Einige Exemplare aus der Observatory Bay. Margarella expansa (Sowekby). Zahlreiche Exemplare aus der Observatory Bay und eins aus dem Royal Sound. Submargarita studeri n. sp. Tafel 11, Fig. 26. Im Museum finde ich eine von der „Gazelle" bei Kerguelen (49° südl. Br., 70° östl. L.) ge- sammelte Schale mit einem vermutlich unzutreffenden Namen, den v. Martens dabei geschrieben Thiele, Schnecken und Muscheln. 235 aber m. W. nicht veröffentlicht hat. Diese Art scheint nach der Beschaffenheit des Apex eine Submargarita zu sein, der ich den angegebenen Namen beilege. Die weiße Schale (Fig. 26) besteht aus etwa 2% Windungen, die gleichmäßig gerundet und durch eine mäßig eingedrückte Naht ge- schieden sind. Die etwas verwitterte Oberfläche läßt undeutliche Spuren von Spiralstreifung erkennen, doch scheint solche um den engen Nabel nicht auffallend ausgebildet zu sein. Höhe und Durchmesser betragen 1,7 mm. Die Art ist etwas niedriger und vermutlich weniger deutlich gestreift als S. similis. Cirsonella kerguelensis n. sp. Tafel 11, Fig. 27, 28. Von dieser kleinen Art, die nur 1 mm breit und 0,9 mm hoch ist, liegen ein paar Exemplare aus der Observatory Bay vor. Sie sind weißlich, glatt, aus 2 y z schnell zunehmenden, oben etwas gedrückten Windungen bestehend, die letzte ist unten etwas abgeflacht (Fig. 27, 28). Die Mündung ist schräg, etwas unregelmäßig rundlich, der Oberrand rundlich vorgezogen. Der Nabel ist mäßig weit. Nach dem hornigen vielgewundenen Deckel und der Radula dürfte die Art zur Gattung Cir- sonella zu stellen sein, zumal da diese ja auch in der Antarktis vorkommt. Gymnoglossa. Odostomia peregrina n. sp. Tafel 11, Fig. 32. Das einzige Exemplar aus der Observatory Bay (Fig. 32a, b) ist durchscheinend weiß, bis auf eine sehr feine, unter dem Mikroskop wahrnehmbare Spiralstreifung glatt, 2.7 mm hoch und 1 mm breit, aus 4i-> Windungen gebildet, oben ziemlich stumpf, die Windungen gleichmäßig zunehmend, gewölbt mit eingedrückter Naht; Spindelrand ziemlich gerade, unten in eine Ecke auslaufend, in der Ansicht von vorn ist kaum ein Spindelzahn wahrzunehmen, aber deutlich in schräger Ansicht, der Außenrand der länglichen Mündung ist scharf, gleichmäßig gebogen. T a e n i o g 1 o s s a. Pellilitorina setosa (Edg. Smith). Einige Exemplare sind in der Observatory Bay gefangen worden. Laevilitorina caliginosa (A. Goulp). Zahlreiche Exemplare aus der Observatory Bay. Diese Art ist in der Subantarktis verbreitet; die Höhe des Gewindes ist etwas veränderlich, es scheint, daß die Kerguelentiere im ganzen etwas höher sind als die feuerländischen, ich bilde ein Exemplar ab (Tafel 14 Fig. 25) zum Vergleich mit Pfeffers Abbildung (Jahrb. Hamb. wiss. Anst., v. 3 t. 1 f. 8). Eatoniella kerguelensis (Edg. Smith). Zahlreiche Exemplare aus der Observatory Bay stimmen mit Smiths Beschreibung und Ab- bildung gut überein, das abgebildete Exemplar ist 3,2 mm hoch und 1,8 mm breit (Tafel 14 Fig. 26); das von Pfeffer abgebildete Exemplar von Süd-Georgien ist deutlich breiter (1. c, t. 2 f. 5). 30* 236 Deutsche Siidpolar-Expedition. In Pfeffers Arbeit ist die Radula — jedenfalls aus einem Tier von Süd-Georgien — nach Schacko beschrieben und abgebildet, doch finde ich diese nicht ganz damit übereinstimmend, daher bilde ich sie nochmals ab. Die Mittelplatte (Tafel 16 Fig. 1) ist vorn fast gerade, im hintern Teil verbreitert und jederseits mit einer kleinen schräg nach hinten stehenden Spitze ausgestattet; die Schneide besteht aus einer großen Mittelzacke und jederseits zwei kleineren Zacken, eine dritte ist noch angedeutet. Die Zwischenplatte legt sich vorn etwas über die Mittelplatte, an der Innen- seite hat sie eine Bucht; an der Schneide sehe ich nach innen von der Hauptzacke zwei kleinere, außen drei solche. Die ziemlich breite innere Seitenplatte hat vier spitze, ziemlich gleichgroße Zacken und an der Außenseite noch ein paar viel kleinere; an der schmalen äußeren Seitenplatte kann ich nur zwei Zacken wahrnehmen, deren äußere größer ist. Diese Unterschiede lassen im Verein mit einer Verschiedenheit der Schale, die sich bei eingehendem Vergleich herausstellt, schließen, daß die Form von Süd-Georgien artlich verschieden ist, sie steht zwischen den beiden Kerguelenarten in der Mitte. Strebel hat diese Form als Eat. kerguelensis forma contusa bezeichnet (Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 58 t. 4 f. 58); ich fasse diese hiernach als Art auf mit dem Namen Eatoniella contusa Strebel. Eatoniella caliginosa (Edg. Smith). Einige Exemplare aus der Observatory Bay, von denen ich eins in Fig. 27 (Tafel 14) dargestellt habe, dürften zur genannten Art gehören, obwohl die Abbildung und auch die Maßangabe nicht ganz stimmt; ich finde die Naht nicht so vertieft und den Durchmesser größer, aber auch die Ab- bildung zeigt, daß letzterer 1,4 mm beträgt, sodaß die Angabe 1 mm wahrscheinlich irrtümlich ist. Die Schale erreicht kaum eine Höhe von 2 mm und sie ist von der vorigen Art durch die weniger abgesetzten und schneller zunehmenden Windungen unterschieden, demnach ist sie verhältnis- mäßig breiter; schon die ersten Windungen sind dunkel gefärbt, während sie bei der vorigen Art heller sind, und besonders auf der letzten Windung ist das Pigment mehr oder weniger deut- lich in Spiralstreifen angeordnet. Eatoniella hyalina n. sp. Tafel 14, Fig. 28. Zwei kleine Schnecken mit stark durchscheinender, ungefärbter Schale und schwarzem Mantel von denen ich die größere in Fig. 28 abbilde, gehören nach der Radula und dem Deckel zu Eatoniella und sind von jungen Tieren der beiden vorigen Arten deutlich verschieden — zum Vergleich bilde ich daneben eine junge Eatoniella caliginosa ab (Fig. 27a) — vermutlich auch von Eatoniella sub- rufescens (Edg. Smith), die ich nicht kenne. Die Schale besteht aus drei schnell zunehmenden, sehr gewölbten Windungen mit tief eingedrückter Naht, die letzte ist ziemlich gleichmäßig gerundet mit offenem Nabel; Mündung eiförmig, Spindelrand etwas umgeschlagen. Höhe fast 1 mm, Durch- messer fast 0,8 mm. Die kleine Anfangswindimg, die stark eingedrückte Naht und die gleichmäßige Rundung der letzten Windung unterscheiden die Art von den vorhergehenden, auch die Mündungsform ist verschieden. Fundort: Observatory Bay, Kerguelen. Thiele, Schnecken und Muscheln. 237 Eatoniopsis paludinoides (Edg. Smith). Edg. Smith hat unter dem Namen Eatoniella paludinoides eine kleine braune Schnecke von Kap Adare beschrieben (Rep. Voy. Southern Cross, p. 205 t. 24 f. 18), von der er dem Berliner Museum einige Exemplare abgegeben hat; ich bilde eins davon bei starker Vergrößerung ab (Fig. 29). Ich erwähne diese Art hier aus dem Grunde, weil ich nach Untersuchung der Radula diese von der der vorigen Art recht verschieden finde, so daß sie nicht wohl in dieselbe Gattung gestellt werden können, daher errichte ich eine neue Gattung unter dem Namen Eatoniopsis. Der Deckel hat an der Innenseite einen bogenförmigen Fortsatz ähnlich wie bei Eatoniella (Fig. 29a). Die Mittelplatte der Radula (Tafel 16 Fig. 2) ist klein, vorn bogig, hinten eingebuchtet, breiter als lang mit einer in der Mitte eingebuchteten und daher zweizackigen Schneide. Die viel größere Zwischenplatte hat eine ziemlich breite Schneide und einen allmählich verschmälerten äußeren Fortsatz, der Vorderrand ist gerade; die Schneide besteht aus sieben Zacken, deren zweite von der Mitte am größten und am Ende schräg abgeschnitten, deren erste die nächstgrößte ist, während die fünf übrigen schmal und nach außen hin allmählich kleiner sind. Die beiden Seitenplatten sind wohl entwickelt, die innere hat zwei große und außen eine kleine Zacke, die äußere ist ziemlich breit, mit zwei Zacken, deren äußere etwas größer ist. Watsonella sinapi (Watson). Ein paar Exemplare aus der Observatory Bay, von denen ich eins in Fig. 2 (Tafel 15) abbilde, stimmen ziemlich gut mit der Abbildung von Rissoa (Setia) sinapi (Rep. Voy. Challenger, v. 15 p. 610 t. 45 f. 13) überein, so daß ich sie für diese Art halten möchte, die aber nach der Radula nicht zu Setia, auch nicht zu Rissoa gestellt werden kann, daher muß ich dafür eine neue Gruppe schaffen, der ich den angegebenen Namen beilege. Die eiförmige Schale ist 1,25 mm hoch und 1 mm breit, hornbraun, glatt bis auf die etwas faltigen, ziemlich regelmäßigen Anwachsstreifen hauptsächlich auf der letzten Windung. Die Mündung ist durch die vorletzte Windung deutlich gebuchtet. Auffallend ist der Spindel- rand beschaffen, was aus Watsons Darstellung nicht zu ersehen ist, er tritt oben deutbch nach rechts vor, während der Mundrand weiter nach links verläuft und dann ziemlich gerade nach unten zieht; dann setzt sich dieser vortretende Teil des Spindelrandes nach unten durch einen deutlichen, wenn auch schwachen Höcker ab. Das dürfte das Hauptmerkmal, das an der Schale zu erkennen ist, sein. Der Nabel ist fast geschlossen. Der Deckel (Fig. 2a) ist dem von Eatoniella ähnlich, indem er einen starken inneren bogenförmigen Fortsatz hat, unter dem ein rundlicher Lappen an der Innenseite vorspringt. Die Mittelplatte der Radula (Tafel 15 Fig. 25) ist nach vorn stark verschmälert und abgerundet mit einer ziemlich kräftigen, ein wenig eingebuchteten Schneide ; am hintern Basalteil fallen ein in der Mitte gelegener spitzer Höcker auf und daneben ein paar schwache erhobene Fältchen. Die Zwischenplatte ist sehr groß, hinten breiter als vorn; an der Innenseite findet sich ein kräftiger Zahn, dem sich nach außen in flachem Bogen 11 kleine Zähnchen anschließen. Die beiden Seitenplatten sind von mäßiger Größe, zugespitzt, an der Innenseite mit einigen Zähn- chen bewehrt. 238 Deutsche Siidpolar-Espedition. Rissoa kergueleni Edg. Smith. Das in Fig. 30 (Tafel 14) bei starker Vergrößerung dargestellte, von der „Valdivia" gefundene Exemplar ( ? Gazelle-Hafen) dürfte als die genannte Art zu bezeichnen sein. Die dargestellte Schale ist 2,25 mm hoch und 1,25 mm breit, im ganzen stimmt sie zur Beschreibung und Abbildung, besonders trifft die Angabe zu, daß die durchscheinende Schale hier und da kreideweiße Streifen aufweist. Die R. georgiana Pfeffer scheint ähnlich zu sein. Fig. 31 stellt eine R. australis Watson zum Vergleich dar. Im Anschluß an diese Arten will ich ein paar von der „Gazelle" bei Kerguelen gesammelte Schalen beschreiben, die zu oder in die Nähe von Rissoa zu stellen sein dürften. Vermutlich sind sie aus der Swains Bay. Rissoa subantarctica n. sp. Tafel 14, Fig. 32. Eine weißliche, etwas verwitterte Schale (Fig. 32) scheint der R. grisea Martens von Süd- Georgien ähnlich zu sein, sie ist aber noch breiter, die Mündung runder. Sie besteht aus vier ge- wölbten Windungen mit eingedrückter Naht; ihre Höhe beträgt 2,5 mm bei einem Durchmesser von 1,75 mm. Die Mündung ist fast kreisrund, eine Nabelritze ist kaum angedeutet. Stellen- weise ist auf der Oberfläche eine feine und dichte Spiralstreifimg erhalten. Fundort: Kerguelen. Rissoa studeriana n. sp. Tafel 14, Fig. 33. Eine einzelne Schale (Fig. 33) ist bedeutend schmaler als die vorige und mit deutlichen, etwas entfernteren Spirallinien skulptiert, die letzte Windung ist etwas faltig. Die Höhe beträgt 2,5 mm, der Durchmesser 1,4 mm. Die zwei Anfangswindungen sind etwas verwittert, die folgenden glänzend, gelblich, in ganzer Ausdehnung mit den erwähnten Spirallinien geziert. Die Mündung ist eiförmig, eine Nabelritze ist nicht vorhanden. Fundort: Kerguelen. Rissoa principis Watson. Die in Fig. 34 (Tafel 14) dargestellte Schale paßt durch ihre Kegelform, ihre Größe, die 2 mm an Höhe und 1,3 mm an Breite beträgt, und ihre erweiterte Mündung ziemlich gut zur Abbildung der genannten Art (Rep. Voy. Challenger, v. 15 p. 608 t. 44 f. 13). Fundort: Kerguelen. Rissoa bythinella n. sp. Tafel 14, Fig. 35. Die einzige Schale (Fig. 35) ist 3,25 mm hoch und 2 mm breit, glatt, weißlich, in der Form gewissen Bythinella- Arten ähnlich, daher gebe ich ihr den angegebenen Artnamen. Von den vier Windungen sind die unteren unterhalb der Naht abgeflacht und haben eine deutliche Schulter- kante. Die Mündung ist eiförmig, die Nabelspitze deutlich vorhanden. Die Art hat trotz der deut- lichen Verschiedenheit eine gewisse Ähnlichkeit mit der vorigen und wird vielleicht in dieselbe Gruppe zu stellen sein; ob sie bei Setia, wohin Watson jene gestellt hat, richtig untergebracht ist, dürfte zweifelhaft sein. Fundort: Kerguelen. Thiele, Schnecken und Muscheln. 239 Rissoa lartetia n. sp. Tafel 15, Flg. 1. Eine Schale, die ich in Fig. 1 abbilde, zeichnet sich durch ihre lange schmale Form sehr aus, sie ist 1,9 mm hoch und 0,8 mm breit, glatt, weißlich, aus vier wenig zunehmenden, gewölbten Windungen bestehend mit ziemlich tiefer Naht; die Mündung ist lang eiförmig, eine Nabelritze ist angedeutet. Fundort: Kerguelen. Rissoa miliaris n. sp. Tafel 15, Fig. 3. Das einzige in Fig. 3 dargestellte Exemplar aus der Observatory Bay ist 1 mm hoch und 0,75 mm breit, gelbbraun, glatt, eiförmig mit gewölbten Windungen, genabelt; Mündung eiförmig, oben schwach ausgeschnitten. Diese Art scheint der R. edwardiensis Watson verwandt zu sein, die aber größer und etwas anders geformt ist. Rissoa (!) observationis n. sp. Tafel 15, Fig. 4. Eine in Fig. 4 dargestellte glänzend weiße Schale aus der Observatory Bay hat dieselbe Größe wie Rissoa kergueleni, ist aber anders geformt, mehr bauchig, indem die Windungen schneller zu- nehmen, auch hat die Mündimg andere Form, so daß die Artverschiedenheit wohl sicher ist. R. au- stralis ist dagegen kürzer und mehr eiförmig, mit rundlicher Mündung. Jeffreysiella (n. gen.) notabilis n. sp. Tafel 15, Fig. 5. Eine unscheinbare kleine glatte weiße Schale aus der Observatory Bay zeigt einige Ähnlich- keit mit Jeffreysia ( ?) edwardiensis Watson von der Prinz Edward Insel und es ist nicht unmög- lich, daß beide in dieselbe Gattung gehören (Rep. Voy. Challenger, v. 15 p. 584 t. 43 f. 5). Ich konnte durch Untersuchung des Gebisses der mir vorliegenden Schnecke feststellen, daß diese weder zu Jeffreysia, noch zu einer andern bekannten Gattung gehört, so daß ich dafür eine neue aufstellen muß, der ich wegen der Ähnlichkeit mit Jeffreysia den angegebenen Namen gebe. Die in Fig. 5 abgebildete Schale ist 1,8 mm hoch und 1,25 mm breit, aus 2% Windungen ge- bildet, von denen die erste ziemlich groß, glänzend weiß, die übrigen mehr durchscheinend und mattglänzend sind, gewölbt, mit eingedrückter Naht. Mündung länglich eiförmig, oben schwach eingebuchtet. Eine Nabelritze ist vorhanden. Der Deckel ist leider nicht genügend gut erhalten. Der Kiefer besteht aus abgerundet rhom- bischen Körperchen (Tafel 16 Fig. 4), deren eine Seite einen gezähnelten Rand besitzt. Die Radula ist breit und kurz; ihre Mittelplatte (Tafel 16 Fig. 3) ist groß, halbmondförmig, vorn konvex, hinten konkav, breit, in der Mitte nicht weit vor dem Hinterrande mit drei kleinen Zähnchen. Die starke Zwischenplatte hat eine gebogene, zugespitzte Schneide, deren Ränder mit einigen Zähnchen besetzt sind. Die innere Seitenplatte hat im wesentlichen ähnliche Form, doch ißt sie schwächer und seitlich nicht so zugespitzt; sie läuft in zwei Zacken aus, deren äußere be- 240 Deutsche Südpolar-Expedition. deutend größer ist als die innere, und daran schließen sich einige kleine Zähnchen an der Außen- seite und weiter eine zahnartige Lamelle an der hinteren Ecke. Die äußere Seitenplatte ist rudimen- tär und besteht aus einer einfachen schneidenlosen Basis, die breiter als lang ist. Die beiden Hälften der Eadula sind etwas asymmetrisch. Da nicht nur die Schale, sondern auch der Kiefer (Tafel 16 Fig. 4) ähnlich ist wie bei Jeffreysia, wird diese Kerguelen-Art wahrscheinlich in die Verwandt- schaft dieser Gattung zu stellen sein, obwohl die Eadulae recht beträchtlich verschieden sind. Die von Jeffreysia besteht bekanntlich nur aus drei Plattenreihen, was jedenfalls eine stärkere Abweichung von dem Taenioglossen-Gebiß darstellt, als die Eadula von Jeffreysieila, deren Seitenplatten noch beide erhalten sind, wenngleich die äußere ihre Schneide verloren und die innere eine etwas unge- wöhnliche Form angenommen hat. Microdiscula subcanalieulata (Edg. Smith). Einige Exemplare aus der Observatory Bay, von denen ich das größte in Fig. 6 (Tafel 15) abbilde, stimmen im wesentlichen mit Smiths Beschreibung seiner Skenea subcanalieulata überein, allerdings ist eins der auffälligsten Merkmale, der lappenförmig vorgezogene Mundrand nicht erwähnt, auch nicht abgebildet (Transact. EoyalSoc. London, v. 168p. 175t. 9 f. 15), indessen schreibt mir Mr. Edg. Smith auf meine Anfrage, daß er bei genauem Zusehen den vorgezogenen Mundrand bei seiner Art findet. Die Schale ist 0,9 mm hoch und 1,5 mm breit, aus 3% Windungen gebildet, deren obere deutlich über die letzte emporragen. Das ist der Hauptunterschied gegenüber der nahe verwandten Art Microdiscula vanhöffeni von der Gauss-Station, deren Gewinde noch flacher ist. Deckel (Tafel 15, Fig. 6a) und Gebiß (Tafel 16, Fig. 5, 6) sind ganz ähnlich wie bei dieser Art. Verinetus (Siphonium) ? sp. Auf einem TropJion albolabratus sind einige Bohren angewachsen, von denen ich eine in Fig. 7 (Tafel 15) abbilde, sie kann möglicherweise einer Siphonium -Axt angehören, die ich nicht benennen möchte, ohne das Tier zu kennen. Die Schale zeigt meistens einen Kiel und ist innerhalb davon etwas gedrückt. Der Durchmesser des Eohrs beträgt 1 mm. Auf anderen Schalen der genannten Art sind Serpuliden-Eöhren vorhanden. Fundort: Observatory Bay. Turritella austrina Watson. Außer einer als Turritella hookeri Eeeve bestimmten Schale, welche die „Gazelle" bei den Ker- guelen (49° l'südl. Br., 70° 44' östl. Länge) gefunden hat, befinden sich mehrere als T. austrina Watson bestimmte Schalen in der Berliner zoologischen Sammlung. Vergleicht man das von der Tiefsee-Expedition im Gazelle-Hafen gefundene Exemplar, dessen unteren Teil ich in Fig. 8 (Tafel 15) abbilde, mit den Originalfiguren dieser Art (Eep. Voy. Challenger, v. 15 11 p. 470 t. 29 f. 2), so möchte man es kaum für dieselbe Art halten, indem die Skulptur sowie die Form der Mündung erheblich verschieden sind (die Oberfläche ist bei dieser Schale zum größten Teil erodiert, die Eückseite zeigt die Skulptur besser). Indessen die in Fig. 9 dargestellte Schale kann schwerlich davon ge- trennt werden, da die Skulptur fast ganz übereinstimmt und auch die Mündung ähnlich ist. Am meisten nähert sich der Abbildung Watsons die in Fig. 10 abgebildete Form, deren Unterseite sehr deutlich abgeflacht ist. Auch die oberen Windungen stimmen nicht ganz überein, trotzdem bin Thiele, Schnecken und Muscheln. 241 ich der Meinung, daß alle zu ein und derselben Art gehören, deren Original-Abbildung indessen ziemlich viel zu wünschen läßt. Die Skulptur besteht aus mehreren Spiralreifen auf der letzten Windung, deren mittlere am stärksten sind, besonders eine etwas unterhalb der Mitte; die oberen Windungen haben zwei starke Reifen, dazwischen können mehr oder weniger deutlich schwächere hegen und bei gut erhaltener Oberfläche sind außerdem dichte und feine Spiralfäden sichtbar. An der Unterseite sehe ich drei flache Reifen. Die Mündung ist eiförmig, zuweilen unten mehr oder weniger gerade. Turritella frigida n. sp. Tafel 15, Fig. 11. Eine kleine von der „Gazelle" erbeutete Schale (Fig. 11) aus 49° südl. Breite und 70° östl. Länge hat eine von der vorigen Art ganz verschiedene Form und Skulptur. Die Höhe beträgt 3,5 mm, der Durchmesser 1,4 mm, die oberen Windungen sind nicht erhalten. Hiernach kann natürlich die Frage, ob die Schale ausgewachsen ist, nicht beantwortet werden. Sie ist weiß, aus 5 Windungen gebildet, die mäßig gewölbt, aber oben mit einer deutlichen Schulterkante versehen sind. Von dort an sind sie ziemlich schnell verschmälert, die Naht ist im ganzen mäßig tief. Die Skulptur besteht aus vier sehr schwachen, fadenförmigen Reifchen, sonst ist die Oberfläche glatt. Die Unterseite der letzten Widnung ist etwas gewölbt. Die Mündung ist fast so breit wie hoch, abgerundet drei- eckig, indem der Spindelrand stark gebogen, der Außenrand mehr flach gekrümmt ist. Cerithiopsilla kergueleiisis n. sp. Tafel 15, Fig. 12. Bisher war noch keine Art dieser Familie bei Kerguelen gefunden worden; mir hegen drei Arten vor, deren jede zu einer der vorher erörterten Gruppen gehören dürfte, sie unterscheiden sich von den Arten von der Gauss -Station auf den ersten Bhck durch ihre braune Farbe, sind aber auch sonst deutlich verschieden. Durch die Form der Spindel, die Spiralskulptur und das Gebiß gehört die eine Art, von der einige Tiere in der Observatory Bay gefunden sind, zu Cerithiopsilla. Die Schale (Fig. 12) erreicht eine Höhe von 8 mm bei einem Durchmesser von 2,75 mm, sie besteht aus neun gewölbten, gleich- mäßig zunehmenden Windimgen, von denen die zwei ersten mit Längsfältchen skulptiert sind während die übrigen mit ziemlich flachen und breiten Spiralreifen besetzt sind; deren Zahl beträgt zuerst drei, vermehrt sich bis auf sechs auf der vorletzten Windung und die letzte hat zehn solche; sie sind in der Regel etwas breiter als ihre Zwischenräume. Der Spindelfortsatz ist deutlich gedreht, unten schräg abgeschnitten. Der dünne Deckel besteht wie bei verwandten Gruppen aus wenigen schnell zunehmenden Windungen. Die Mittelplatte der Radula hat Ähnlichkeit mit der von Turritellopsis, sie ist sehr breit und kurz, hinten konkav, vorn doppelt bogig, in der Mitte etwas eingekerbt, hier scheint auch die Schneide unterbrochen zu sein; diese ist fein gezähnelt, jederseits mit zehn Zacken. Die Zwischenplatte ist ähnlich wie die innere Seitenplatte schmal und lang, vorn mit einer vorgebogenen, aus einigen langen und schmalen Zähnen gebildeten Schneide; auch die äußere Seitenplatte ist ähnlich, nur schmaler, mit zwei Zähnen. Deutsche Sildpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 31 242 Deutsche Südpolar-Expedition. Cerithiella werthi n. sp. Tafel 15, Fig. 13. Leider nur in einem jungen Exemplar liegt eine Art vor, die ich nach Dr. Werth, dem Zoologen der Kerguelen- Station, benenne. In der Spindelform und der Skulptur ist die Art der Cerithiella metula (Loven) recht ähnlich, so daß sie wohl sicher in diese Gruppe gehört. Die braune Schale ist 2,5 mm hoch und 1 mm breit, aus 6 Windungen gebildet, die kaum ge- wölbt sind, daher sind die Seiten der Schale gerade (Fig. 13). Die erste Windung zeigt Längs- fältchen, die auf der folgenden Windung von einer flachen Furche durchschnitten werden; die folgenden Windungen haben drei Knotenreihen, und an der Unterseite der letzten ist noch ein Spiral- wulst sichtbar. Der Spindelf ortsatz ist kurz, unten schräg abgestutzt. Mündung ziemlich schmal, Außenrand nach unten mit einer Ecke abgesetzt. Eumeta ornata n. sp. Tafel 15, Fig. 14. Zwei gleichgroße Exemplare aus der Observatory Bay (Fig. 14) sind in der Form und Skulptur der nordischen Eumeta costulata (Möller) recht ähnlich, so daß sie neben diese gestellt werden müssen. Sie sind 4,25 mm hoch und 1,6 mm breit, aus 7 % Windungen gebildet, die. sämtlich mit Längsfältchen skulptiert sind, außerdem mit Ausnahme der zwei ersten in den Zwischenräumen mit einigen schwachen Spiralreifchen. Die gewölbte Unterseite der letzten Windung zeigt keine deutliche Skulptur, sie geht in den geraden, kaum abgestutzten Spindelfortsatz über. Mündung ziemlich groß, abgerundet rhombisch, Außenrand bogig. Struthiolaria (Perissodonta) mirabilis Edg. Smith. In seinen Bemerkungen über diese Art (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 67, 68) gibt v. Martens an, daß er den Namen Perissodonta im Zoolog. Record, v. 19 (1883) aufgestellt habe; das ist ein Irrtum, er hat den Namen schon 1878 in den Sitzungsber. der Gesellschaft naturf. Freunde, p. 22 veröffentlicht. Die Südpolar-Expedition hat die in tieferem Wasser lebende Art nicht gefunden. Natica perscalpta Martens. In der vorliegenden Sammlung von Kerguelen befindet sich eine Schale dieser Art ohne nähere Fundortsangabe, vermutlich stammt sie aus der Observatory Bay. Marseniopsis pacifica Beegh. Ein Exemplar aus der Observatory Bay dürfte zu dieser Art gehören. Stenoglossa. Im 3. Bande des Berichtes über die Reise der „Gazelle" werden einige Bucciniden und Fusus- Arten aufgezählt unter folgenden Namen: Fusus (Neptunea) regulus Watson, Fusus (Sipho) futile Watson, Buccinum albozonatum Watson, Chlamidota (err. pro Cldanidota) vestita Martens, Neo- buccinum eatoni Edg. Smith, Euthria chlorotica Martens und E. fuscata Bruguiere. Dazu ist zu bemerken, daß gegenwärtig Neptunea und Sipho nicht zu den Fusiden, sondern zu den Bucciniden gestellt werden. Fusus regulus Watson ist wahrscheinlich ebenso wie F. edwar- Thiele, Sehnecken und Muscheln. 243 Mensis Watson — sehr nahe mit Neobuccinum tenerum Edg. Smith verwandt und gehört demnach in die Gruppe Probuccinum. Fusus futile Watson hat ziemlich große Ähnlichkeit mit der magellanischen Art, die Strebel unter dem Namen Euthria {Glypteuthria) martensi beschrieben hat (Zool. Jahrb. Syst., v. 22 p. 630 t. 21 f. 13). Dazu habe ich folgendes zu bemerken. Die Gruppe Glypteuthria hat Strebel für einige magellanische Arten mit Rippenfalten und Spiralreifen aufgestellt ; nach brieflicher Mitteilung soll die erste der genannten Arten: meridionalis Edg. Smith als typisch gelten. Aus einem Exemplar dieser Art, das ich aus Hamburg erhielt, habe ich die Radula präpariert und finde diese (Tafel 16 Fig. 17) sehr ähnlich mit der von Neobuccinum und Cominella. Die Schale des untersuchten Tieres bilde ich in Fig. 6 (Tafel 13) ab. Von der vorher erwähnten Art: E. martensi Strebel besitzt das Berliner Museum ein Exemplar, das die „Gazelle" erbeutet hat und das mit einem aus Hamburg erhaltenen übereinstimmt. Das Gebiß dieser Art (Tafel 16 Fig. 18) ist von dem der Euthria meridionalis sehr verschieden: eine Mittelplatte fehlt ganz und die Seitenplatten haben ganz andere Form, die Schneide ist nach hinten ausgezogen und mit sechs Zacken ausgestattet. Vergleicht man nun die Schale dieser Art (Tafel 13 Fig. 7) mit der von G. meridionalis, so findet man auch hier Unterschiede in der Form und in der Skulptur der Anfangswindung, die bei jener Radialfältchen, bei dieser Spiralreif chen aufweist. Infolge dieser Unterschiede halte ich es für unmöglich, die beiden genannten Arten in derselben Gruppe zu vereinigen, und daher muß für E. martensi Strebel eine neue Gruppe geschaffen werden, die ich Meteuthria nenne. Hierzu gehört auch Euthria agnesia Strebel und wahrscheinlich Watsons Fusus futile, der also Meteuthria futilis heißen müßte. Weiter hat Strebel eine Gruppe Anomacme geschaffen, deren einzige Art: A.smithi einen etwas aufgerichteten Apex zeigt. Das Gebiß dieser Art (Tafel 16 Fig. 14) hat eine dreizähnige Mittel- platte und eine sechszackige Seitenplatte, die einerseits der von Meteuthria, andererseits der von Prosipho pusillus ähnlich ist. Jedenfalls dürfte zwischen Anomacme und Prosipho eine nahe Ver- wandtschaft bestehen. Der Schale der Anomacme (Tafel 13 Fig. 8) dürfte die linksgewundene von Antistreptus magel- lanicus Dall (vgl. p. 206) am meisten ähnlich sein, so daß diese Art vielleicht in dieselbe Gruppe gehört. Die „Lachesis" euthrioides Melvill & Standen (vgl. Strebel 1. c. p. 639 t. 21 f. 12) hat im Gebiß (Tafel 16 Fig. 15) große Ähnlichkeit mit Prosipho-Avten, von denen sie sich hauptsächlich durch die warzigen Spiralreif en unterscheidet. Da das Gebiß der typischen Lachesis -Art, L.mamillata Risso wohl noch nicht beschrieben ist, bilde ich es in Fig. 19 (Tafel 16) ab; man findet zwar eine gewisse Ähnlichkeit, hauptsächlich in der Form der Seitenplatte mit der nach vorn verlängerten Basis, so daß wohl sicher eine Verwandtschaft zu dieser Gattung, die später Donovania umgetauft worden ist, besteht, doch ist die Mittelplatte mit nur einem Zähnchen und auch die Schneide der Seitenplatte abweichend. Auch das Gebiß von Strebels Savatieria dubia (Tafel 16 Fig. 16) zeigt Ähnlichkeit mit den vorher genannten Gruppen; die Mittelplatte ist aber auffallend schmal, hinten mit drei kleinen Zähnchen, die Seitenplatte mit breiter vierzackiger Schneide und kleinem vorderen Fortsatz. 31* 244 Deutsche Siidpolar-Expedition. Watsons Buccinum albozonatum halte ich für identisch mit der von Martens später be- schriebenen Lücliesisl australis (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 62 t. 5 f. 18); wahrscheinlich hat v. Martens die Beschreibung im Challenger -Report nicht beachtet. Ich habe das Gebiß dieser Art untersucht (1. c, p. 167 t, 9 f. 55), es stimmt durchaus mit dem von Euthria {Pareuthria) innocens (Edg. Smith) und den magellanischen Arten dieser Gruppe überein, so daß es zu dieser gestellt werden muß. Pfeffers Mangelia antarctica (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, v. 3 p. 74 t. 1 f. 5), die Strebel neuerdings zu Lachesis stellt, ist nach dem typischen Exemplar der genannten Kerguelen- Art so ähnlich, daß sie wohl sicher mit ihr identisch ist. Von seiner Euthria chlorotica hat v. Martens (Sitzungsber. Ges. naturf. Fr. 1878 p. 22, 23) eine kurze Beschreibung der Radula gegeben, woraus zu ersehen ist, daß auch sie zu Pareuthria gehört. Cominella modesta Martens von Süd-Georgien hat ein eigenartiges Gebiß (Textfig. 11); die Mittelplatte ist ähnlich wie bei „Lachesis" euthrioides, vorn breit ge- buchtet, hinten entsprechend konvex mit drei ziemlich gleichgroßen spitzen Zähnen; die Seitenplatte ist ziemlich breit mit vier ziemlich großen Zacken, deren äußerste Textfig. n. Radulaglied von „Cominella" etwas kleiner ist als die übrigen; an einer Seite zeigt das modesta. untersuchte Tier noch eine fünfte kleinere Zacke. Es ist hiernach schwierig, die Art unterzubringen, zu Cominella würde ich sie freilich nicht stellen. Euthria fuscata Bruc. habe ich von Kerguelen noch nicht gesehen. Hiernach ist von diesen Inseln noch keine sichere Prosipho -Art bekannt; darum ist es bemerkens- wert, daß diese Gattung mir in einigen Arten vorliegt; von einer habe ich das Gebiß untersucht, aber auch von den anderen ist es bei der Ähnlichkeit mit den Arten der Gauss -Station kaum zweifel- haft, daß sie hierher gehören. Eine Art indessen, deren spindelförmige braune Schale eher mit Pareuthria -Arten ähnlich ist, hat eine so verschiedene Radula, daß ich sie zum Typus einer besonderen Gruppe machen möchte unter dem Namen Buccinella, deren Verwandtschaft etwas unklar ist. Ferner zeigt eine Art in der Schalenform eine gewisse Ähnlichkeit mit einigen nordischen Chrysodomus-Avten, während die Radula mehr Troschelia- und i^m^s-ähnlich ist; sie scheint aber keiner bekannten Gattung zugeteilt werden zu können, daher stelle ich dafür eine neue auf mit dem Namen Proneptunea. Endlich liegt ein Exemplar einer Tiefsee-Art vor, die den von Watson unter den Namen Fusus (Neptunea) calathiscus und setosus beschriebenen ähnlich ist; diese Gruppe scheint gewissen nordi- schen Arten der Gattung Tritonojusus nahe zu stehen, doch möchte ich sie keiner der von Dall vorgeschlagenen Untergattungen einreihen, sondern dafür eine neue unter dem Namen Bathydomus vorschlagen. Dall hat allerdings (Bull. Mus. Harvard, v.43 p.303, 304), indem er für eine Art aus dem Pazifischen Ozean, die er mörchii nannte, eine Untergattung von Troschelia unter dem Namen Thalassoplanes aufstellte, die Meinung geäußert, daß die beiden genannten Arten Watsons auch dazu gehören, indessen gibt er — -\ 1 als Radulaformel der typischen Art an, die — wie wir 6 6 sehen werden — auf die mir vorliegende Art nicht zutrifft; dieöe steht wohl sicher den Arten Thiele, Schnecken und Muscheln. 245 Watsons näher als die Dalls. Abbildungen der Schale oder des Tieres hat Dall leider nicht ge- geben; der Deckel scheint ähnlich zu sein, ob die Form des Penis übereinstimmt, ist mir nicht klar. Jedenfalls ist die Radula meiner Art der der Chrysodominae ähnlich, so daß mir ihre Zu- gehörigkeit zu dieser Gruppe kaum zweifelhaft erscheint; Thalassoplanes scheint im Gebiß mit Meteuthria Ähnlichkeit zu haben. Prosipho pellitus n. sp. Tafel 13, Fig. 9. Das einzige Exemplar aus der Observatory Bay (Fig. 9) hat ähnlich wie P. antarclidis und similis ein hoch getürmtes Gewinde und einen kurzen Spindelf ortsatz, wodurch es den Cerithien ähnlich erscheint; die Form der Kerguelen-Art ist aber von den beiden genannten Arten deutlich verschieden, und durch ihr mit ziemlich regelmäßigen Hautsäumen besetztes Periostracum erinnert sie an P. gracilis, eine schlankere Art. Die Schale ist 5,3 mm hoch und 2 mm breit, aus 6 % Win- dungen gebildet, von denen die zwei ersten wie gewöhnlich glatt und rundlich sind, während die übrigen mit Spiralreifen besetzt sind, und zwar jede mit drei Reifen, während die letzte in der Fort- setzung der Naht noch einen vierten aufweist. Die Windungen sind etwas flach gewölbt und durch eine eingedrückte Naht getrennt. Der kurze Spind elf ortsatz ist nach oben scharf abgesetzt; Mün- dung eiförmig mit schräger Atemröhre. Prosipho certus n. sp. Tafel 13. Fig. 10. Auch die in Fig. 10 dargestellte Schale ist mit keiner bisher beschriebenen Art identisch. Sie ist fast 5 mm hoch und 2,75 mm breit, die 4% Windungen nehmen ziemlich schnell zu, sie sind gewölbt, mit wenig eingesenkter Naht, die 1 % ersten glatt, die übrigen mit Spiralreifen, deren zuerst drei, dann vier sichtbar sind, während die ziemlich aufgeblasene letzte Windung etwa 12 Reifen zeigt, von denen die am Umfange gelegenen am stärksten sind. Der mäßig lange Spindelfortsatz ist schwach gekrümmt. Mündung groß, eiförmig, mit kurzer, schräger Atemröhre. Die Radula (Tafel 16 Fig. 12) ist ganz ähnlich wie bei P. gaussianus, die Seitenplatte hat eine schmale Schneide mit drei Zacken, deren innerste am größten ist. Fundort: Observatory Bay. Prosipho propinqmis n. sp. Tafel 13, Fig. 11. Eine Schale aus der Observatory Bay (Fig. 11) ist dem P. nodosus recht ähnlich, doch ohne Knotenbildung, daher möchte ich die Formen auseinander halten, bis etwa an reicherem Material ihre Identität nachgewiesen werden kann. Die Höhe der Schale beträgt 4,5 mm, ihr Durchmesser 2,3 mm. Sie besteht aus 4% Windungen, von denen die mittleren zwei starke Reifen haben, während die letzte drei starke Reifen am Umfange und drei schwächere an der Unterseite aufweist, auch der gerade, ziemlich lange und breite Spindelfortsatz ist mit einigen Reifen besetzt. Die Mündimg ist ziemlich groß, eiförmig, allmählich in die schräge Atemröhre übergehend. 246 Deutsche Siidpolar-Expedition. Prosipho pupa n. sp. Tafel 13, Fig. 12. Ein Exemplar aus der Observatory Bay ist dem P. pusillus ähnlich, aber es hat statt der zwei Reifen auf den mittleren Windungen drei solche und ist auch in der Form ein wenig verschieden, vermutlich ist es noch nicht ganz ausgewachsen, es ist 3,5 mm hoch und 2 mm breit, aus vier Win- dungen bestehend, deren 1 Y 2 erste glatt, die mittleren wie gesagt mit zwei Reifen besetzt sind, zu denen an der Unterseite der letzten Windung noch zwei hinzukommen. Der Spindelfortsatz ist kurz, gerade, ohne Reifen; Mündung ziemlich klein mit kaum abgesetzter, breiter Atemröhre (Fig. 12). Prosipho fuscus n. sp. Tafel 13, Fig. 13. Im Gegensatz zu allen übrigen Arten der Gattung, die ich kenne, ist die in Fig. 13 dargestellte braun; in der Form ist sie der letztgenannten ähnlich, aber doch unschwer zu unterscheiden. Leider ist auch hiervon nur ein vielleicht unausgewachsenes Exemplar vorhanden, es ist 3 mm hoch und 1,7 mm breit, aus 4 Windungen gebildet, deren 1 y 2 oberste glatt sind, während die folgenden zwei starke Spiralreifen zeigen; auf der letzten etwas abgeflachten Windung sind vier starke und an der Unterseite ein paar schwächere vorhanden, außerdem aber zeigt die letzte Windung etwa in ihrem ersten Drittel einen starken, nach unten allmählich verschwindenden Varix-artigen Wulst; der mäßig lange Spindelfortsatz ist nach oben nicht scharf abgesetzt. Die Mündung ist etwas eckig ei- förmig, mit kurzer, schräger Atemröhre. Bucciuella (n. gen.) jucunda n. sp. Tafel 13, Fig. 14. Das größte der mir vorliegenden Exemplare aus der Observatory Bay habe ich in Fig. 14 dar- gestellt, es ist 5,5 mm hoch und 3 mm breit, aus 4 y 2 Windungen gebildet, die ziemlich schnell zu- nehmen und etwas flach gewölbt sind, mit Ausnahme der 1 x / z obersten mit einigen feinen eingerissenen Spirallinien skulptiert, sonst glatt. Die Schale ist von brauner Farbe, hoch kegelförmig, die letzte Windung allmählich in den ziemlich langen, geraden Spindelfortsatz übergehend. Außenrand der ziemlich großen Mündung gleichmäßig gebogen und in der Ansicht von vorn keine deutliche Bucht und keine abgesetzte Atemröhre bildend. Den eiförmigen Deckel habe ich in Fig. 20 (Tafel 13) abgebildet. Die Radula (Tafel 16 Fig. 13) hat mehr Ähnlichkeit mit der von Prosipho, als mit der von Pareuthria, während die Schale dieser ähnlicher ist. Die vorn tief eingebuchtete Mittelplatte hat ziemlich parallele Seitenränder und an der konvexen Schneide fünf Zacken, deren äußerste weiter vorn liegen als die drei mittelsten. Die Seitenplatte hat eine schräg nach vorn gerichtete, ziemlich lange Basis, von der die Schneide schräg nach hinten verläuft; an ihrer nach hinten und innen gerichteten Seite hat sie sechs Zacken, deren innerste am kleinsten, deren vorletzte am größten ist. Proneptunea (n. gen.) amabilis n. sp. Tafel 13, Fig. 15, IG. In den Ergebn. der Deutschen Tiefsee-Expedition, v. 7 p. 168 t. 9 f. 58 habe ich eine Radula beschrieben, während die dazugehörende Sehale von Marxens nicht beschrieben worden ist und Thiele, Schnecken und Muscheln. 247 seitdem, wie es scheint, verloren gegangen ist. Ich finde jetzt die Radula einer in drei Exemplaren aus der Observatory Bay vorliegenden Art völlig mit der beschriebenen identisch, so daß es da- mals höchst wahrscheinlich dieselbe gewesen ist. Nach der Angabe v. Maetens' hatte ich sie als Fusus (Troschelia) sp. bezeichnet, indessen stimmt weder die Schalenform noch die Radula so mit der von Troschelia bemiciensis überein, daß ich sie zu dieser Gattung stellen kann, daher muß ich dafür eine neue Gruppe schaffen, die ich Proneptunea nenne. Eine Verwandtschaft mit Tro- schelia ist immerhin nicht unwahrscheinlich, auch der Deckel könnte dafür sprechen, die Form der Schale ist freilich auch der gewisser Prosipho-Arten nicht unähnlich. Die Schale (Fig. 15) ist von einer starken, mit dichten Fältchen besetzten Oberhaut bedeckt, die die Skulptur nur undeutlich erkennen läßt, Fig. 16 stellt eine kleinere Schale dar, deren Peri- ostracum durch Kalilauge abgelöst ist. Das größte Exemplar ist 11,5 mm hoch und 6 mm breit. Das Gewinde ist ziemlich kurz, der Spindelfortsatz groß. Von den 4% Windungen ist die erste glatt, oben mehr oder weniger stark abgeflacht (Fig. 16a), die folgenden haben zwei und weiter drei starke Spiralreifen, während die letzte Windung auch an ihrer Unterseite und am Spindel- fortsatz noch mehrere, allmählich schwächer werdende Reifen aufweist. Der gerade Spindel- fortsatz ist bald stärker, bald schwächer nach oben abgesetzt. Die große Mündung geht allmäh- lich in die ziemlich lange und breite, etwas schräge Atemröhre über. Bezüglich der Radula verweise ich auf meine frühere Beschreibung. Bathydomus obtectus n. sp. Tafel 13, Fig. 17—19. Aus einer Tiefe von 3423 m im Gebiet des Scholleneises nordwestlich von der Gauss -Station ist am 3. April 1903 ein Tier erbeutet worden, das ich in Fig. 17 abbilde; die Schale ist ohne die abgebrochenen Anfangswindungen 22 mm hoch und 14 mm breit. Es sind etwa 4 Windungen er- halten, die einander fast bis zur Mitte bedecken, daher ist trotz ihrer starken Wölbung eine ziem- lich flache Naht vorhanden. Die Schale ist weiß, aber von einem starken, blättrigen Periostra- cum überzogen, das die Skulptur der Oberfläche nur undeutlich erkennen läßt, doch sind die Falten auf den Spiralreifen etwas verbreitert und mit kleinen Härchen besetzt, wodurch sich er- kennen läßt, daß die letzte Windung 15 Reifen hat, die von oben bis unten allmählich dichter zusammenrücken; die vorletzte Windung zeigt vier Reifen. Die letzte Windung ist sehr gewölbt und setzt sich gegen den etwas gedrehten Spindelfortsatz ab, der freie Spindeband ist etwas verdickt. Der Außenrand der ziemlich großen Mündung setzt sich oben im Bogen bis zum Ansatz foit und ist bis unten ziemlich gleichmäßig gebogen, unten bildet er eine Ecke und steigt nach links empor; die Atemröhre ist schräg. Der große Fuß ragte etwas aus der Öffnung hervor und auch das Ende des Penis war sichtbar. In Fig. 18 habe ich den aus dem Mantel herausragenden Teil des Tieres in Seitenansicht dar- gestellt, man sieht die beiden Tentakel, dahinter den Ansatz des großen Penis; Fig. 18a zeigt dessen Ende mit einer nach Art einer Eichel abgesetzten Spitze. Der Deckel (Fig. 19) ist abgerundet dreieckig, am Ende mit einer gekrümmten Spitze. Das Gebiß (Tafel 16 Fig. 23) zeigt eine vorn tief eingebuchtete, hinten schwächer konvexe Mittelplatte mit fünf Zähnchen, die nicht die ganze Breite einnehmen; die beiden äußersten 248 Deutsche Südpolar-Expedition. a Zähnchen sind klein. Die Basis der Seitenplatte ist schräg nach vorn gerichtet, wenig länger als die Schneide; diese zeigt eine mäßig große Innenzacke und eine deutlich längere Außenzacke, beide nach innen konkav, und zwischen ihnen ein paar bedeutend kleinere Zacken. Die beiden Challenger -Arten sind etwas größer und verhältnismäßig höher; in der Form des Spindelfortsatzes ist Fusus setosus der vorliegenden Art ähnlicher als calathiscus , doch dürften alle drei Arten auseinanderzuhalten sein. Neobucchium eatoni Edg. Smith. Einige Exemplare aus der Observatory Bay. Tropkon albolabratus Edg. Smith. Zahlreiche Exemplare aus der Observatory Bay; das größte hat eine Höhe von 50 mm und einen Durchmesser von 29 mm. Aus den Gruppen der Volutiden und Cancellariiden hegt mir kein Material vor. Die Challenger -Expedition hat bei Kerguelen eine als Volutomitra fragillima von Watson beschriebene Art gefunden. Strebel hat (Ergebn. Schwed. Südpolar-Exp., v. 6 p. 22) eine Untergattung Pa- radmete aufgestellt. Schon nach der Schale würde ich die typische Art zu Volutomitra stellen imd das Gebiß beweist mit Sicherheit, daß die Art hierher gehört. Ich bilde von dem sehr eigenartigen Gebiß eine isolierte Mittelplatte (Fig. 12a), ein kleines Stück derRadula von unten gesehen (Fig. 12c) und zwei Mittelplatten in Seitenansicht ab (Fig. 12 b). Nach einem Vergleich mit den Abbildungen, die G. 0. Saes (Moll. arct. Norv., t. IX f. 12) von Voluto- Textfig. 12. Gebiß von Paradmete tijpica; . r 7 - • • i -ctto a Mittelplatte, b zwei solche in Seitenansicht, mUm ^oenlandica gegeben hat, ist nicht zu zweifeln, daß c Teil der Radula von unten gesehen. beide Arten in dieselbe Gattung gehören. In einer Admete antarctica Strebel, die ich in Kalilauge aufgelöst habe, finde ich keine Radula, und da die Schale der nordischen A. viridula ähnlich ist, wird auch diese Gattung als bipolar gelten können. Thesbia translucida Watson. E. v. Martens hat (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 61) ein paar Schalen aus dem Gazelle- hafen als Thesbia ? corpulenta Watson bezeichnet; ich habe nach der größeren die Umrißzeichnung (Tafel 15 Fig. 15) gemacht, die wenig zu dieser Art, bedeutend besser zu Thesbia translucida Watson stimmt, daher sehe ich sie als diese Art an. Die typische Art der Gattung Thesbia, die nordische Th. nana (Fig. 16) hat in der Schalenform so viel Ähnlichkeit mit dieser Kerguelen -Art, daß man sie ganz wohl nebeneinander stellen kann. Die enclgiltige Entscheidung kann natürlich nur die Untersuchung des Tieres erbringen. Drillia? sp. juv. Eine junge Schale ist zusammen mit Bathydomus in der Tiefe von 3423 m erbeutet worden. Die Form ist ähnlich der Pleurotoma studeriana Martens, scheint aber eine deutliche Spiralskulptur aufzuweisen; jedenfalls ist die Schale aber für eine Benennung der Art unzureichend. Thiele, Schnecken und Muscheln. 249 Opisthobrancliia. Toledoiiia lininaeacforniis (Edg. Smith). Wie ich schon (p.218) erwähnt habe, muß die von mir anatomisch untersuchte Odostomiopsis den Namen Toledonia erhalten; die Schale hat v. Martens unter dem Namen Odost. typica be- schrieben, indessen ist die Art jedenfalls mit Admete limnaeaeformis Edg. Smith identisch und muß daher diesen Artnamen führen. Später hat Watson dieselbe Art noch Alaba (Diala) limnaeiformis genannt (Rep. Voy. Challenger, v. 15" p. 567 t. 41 f. 7) und nach Stkebels Meinung ist die magel- lanische Form damit identisch, die von Dall den Namen Toledonia perplexa und von Strebel Ohlinia limnaeiformis erhalten hat (Zool. Jahrb. Syst., v. 24 p. 169). Außer dieser Art habe ich von Kerguelen noch eine zweite Art: T. circumrosa festgestellt, deren Schale v. Martens beschrieben hat (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 69). Dazu kann ich jetzt noch drei weitere Arten hinzufügen, deren Zugehörigkeit zu dieser Gattung ich durch Unter- suchung der Gebisse festgestellt habe. Toledonia media n. sp. Tafel 14, Fig. 21. Das einzige Exemplar aus der Observatory -Bay habe ich in Fig. 21 dargestellt. Die Schale ist 2,1 mm hoch und 1,25 mm breit, weiß, durchscheinend, glatt, aus 3 Windungen gebildet; diese nehmen zuerst schnell zu, so daß die Schale oben etwas stumpf erscheint, sie sind unter der Naht zuerst etwas stärker gewölbt, dann aber ziemlich flach, so daß die Form mehr walzenförmig ist als bei der vorigen Art. Die letzte Windung steigt im Bogen bis zur untern Ecke der Mündung herab. Der Außenrand der Mündung ist unten stärker gebogen als oben; der Spindelrand bildet einen in der Mitte deutlich konvexen Bogen; er sowie ein Teil der vorhergehenden Windung wird von einem ziemlich breiten Callus überzogen. Die Radula zeigt die charakteristische Mittelplatte, wie ich sie bei drei Arten der Gattung gefunden und beschrieben habe. Toledonia elata n. sp. Tafel 14, Fig. 22. Ein vollständiges Exemplar und ein Tier mit zerbrochener Schale aus der Observatory Bay gehören zu einer durch ihre bedeutend höhere Form ausgezeichneten Art (Fig. 22). Die Schale ist 2,5 mm hoch und 1,2 mm breit, durchscheinend weiß, glatt, mit etwas schrägen Anwachsstreifen. Sie besteht aus 3 l / 2 Windungen, die oben gegen die Naht hin etwas rundlich kantig, dann nur schwach gewölbt sind, die letzte ist nach dem Unterrand der Mündung stark herabgezogen. Die Mündung ist birnförmig, der Spindelrand verläuft schräg, hat aber kaum eine vortretende Falte wie die vorige Art. Toledonia punctata n. sp. Tafel 14, Fig. 23. Ein Exemplar aus der Observatory Bay hielt ich zunächst wegen der Skulptur für identisch mit T. circumrosa, doch zeigt ein eingehender Vergleich einige Unterschiede, wegen derer ich die Form unter dem angegebenen Namen als Art abtrenne (Fig. 23). Die Schale ist fast 4 mm hoch und 2,25 mm breit, weißüch, aus 3 % Windungen gebildet, deren zweite etwas höher ist und deren Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 32 250 Deutsche Südpolar-Expedition. letzte nicht so gleichmäßig gewölbt ist wie bei T. circumrosa, sondern sie bildet unter der Naht eine gerundete Kante und ist darunter nur ganz schwach gewölbt und allmählich verbreitert, dann an der Unterseite stärker gewölbt. Die Punktreihen sind auf der letzten Windung schmaler als bei T. circumrosa. Die letzte Windung steigt zum Unterrand der Mündung bedeutend herab. Die Mündung ist birnförmig. Der Mundrand ist durch ziemlich starken Callus verbunden. Der Spindel- rand bildet einen starken Vorsprung, der hauptsächlich bei schräger Ansicht (Fig. 23) in die Augen fällt. Diaphana kerguelensis n. sp. Tafel 14, Fig. 24. Die in Fig. 24 abgebildete Schale und ein paar junge Tiere (Fig. 24b) sind der Diaphana extrema (p. 220) ähnlich, aber ihre Windungen nehmen etwas schneller zu und die Form ist kürzer und breiter. Die größte Schale ist 2,6 mm hoch und 1,6 mm breit, von den 3 Windungen sind die zwei letzten oben etwas abgerundet kantig, darunter flach, nach unten etwas verbreitert und dann mehr ge- wölbt, gegen den Unterrand der Mündung herabgezogen. Mündung lang birnförmig, Mundrand zusammenhängend. Das Gebiß des in Fig. 24b abgebildeten Tieres habe ich in Fig. 25 (Tafel 19) dargestellt, es stimmt mit den von G. 0. Sars gegebenen Abbildungen dreier Diaphana -Arten, so gut überein. daß ich nicht zögere, die Art in diese Gattung zu stellen. Die Mittelplatten scheinen aufgerichtet zu sein, so daß ihre Form nicht ganz klar ist, zumal da sie von den Seitenplatten überdeckt sind; diese haben lange, einfache, schwach gebogene, messerartige Schneiden 1 ). Sipkonaria (Lüiola) lateralis Golld. Zahlreiche Exemplare liegen aus der Observatory Bay vor. Für diese Gruppe hat Dall (Amer. Journ. Conch., v. 6 p. 32, 1870) eine Sectio Liriola aufgestellt, mit der Kerguelenia Mabille & Rochebrune 1889 zusammenfällt. Cadlina kerguelensis n. sp. Bisher sind von Kerguelen zwei Arten von Dorididen bekannt, beide vom „Challenger" gesammelt: Archidoris kerguelenensis und A. australis Bergh. Mir liegt ein Exemplar vor, das in der Observatory Bay jedenfalls in geringer Tiefe gefunden worden ist. Die Radula ist ganz ähn- lich der von Doris obvelata Müller = repanda Alder & Hancock nach der Abbildung von G. 0. Sars (Moll. arct. Norv., t. XIII f. 3); für diese Gruppe hat R. Bergh die Gattung Cadlina aufgestellt; es gehören dahin nur wenige Arten aus den nördlichen Meeren, so daß durch den Nachweis einer hierher gehörenden Art bei Kerguelen auch diese Gattung als bipolar festgestellt worden ist. Das vorliegende Exemplar ist 13,5 mm lang und 9 mm breit, der Fuß ist 3 mm breit, so daß der Mantel jederseits ebenso breit ist. Die Farbe des konservierten Tieres ist hellbräunlich, in der Mitte von den durch die dünne Haut scheinenden Eingeweiden etwas dunkler. Die Oberseite zeigt einen Besatz niedriger Wärzchen, die im vordem Teil an den Tentakeln am stärksten, in der Mitte des Rückens am schwächsten ausgebildet sind. Die Fühler sowie die Kiemen sind völlig >) Es sei hier bemerkt, daß Strebels Cylichnina georgiana (Ergebn. Schwed. Südpolar -Exp., v. G p. 10 t. 2 f. 20) nach der Radida, die ich untersucht habe, eine echte Cylichna ist; wie bei der von G. 0. Sars untersuchten C. propinqua M. Sars finden sich außerhalb von der großen, nüt am Innenrande gezähnelter Schneide verseheneu Platte noch zwei kleine. Thiele, Schnecken und Muscheln. 251 eingezogen. An der Unterseite des Mantelrandes ist wie bei der genannten nordischen Art ein Netz von Muskelzügen sichtbar. Die Radula hat eine ziemlich kleine Mittelplatte (Tafel 19 Fig. 23), die hinten verbreitert und ziemlich gerade abgeschnitten ist, ihre vorderer Teil trägt einige Längsleisten, die nach hinten scharf abgestutzt sind und die Schneide darstellen. Die benachbarte erste Seitenplatte hat einen ziemlich großen spitzen Mittelzahn und nicht nur an der Außenseite einige Zacken, sondern auch ein paar an der Innenseite, während alle folgenden Platten nur an der Außenseite mit einigen Zacken besetzt sind; die weiteren Platten haben eine weit vorgebogene spitze Schneide und an der Außen- seite meist sechs spitze Zacken, die nach dem Rande hin allmählich kleinerund etwas unregelmäßig werden. Die Kieferstäbchen sind ziemlich schmal, etwas gebogen, distal schneidenartig vorgebogen und in zwei Zähnchen auslaufend (Fig. 24). Cratena exigua n. sp. Tafel 19, Fig. 12. Zwei gleichfalls in der Observatory Bay gefundene Tiere dürften zur Gattung Cratena gehören, von der bisher noch keine sichere Art in der Antarktis bekannt ist; Eliot erwähnt allerdings eine Art, die er eingetrocknet erhalten hat und die hierher gehören mag (Nat. Antarctic Exp., v. 2 Nudibr. p. 25); seine drei Cuthondla -Arten dürften von der Kerguelenform verschieden sein. Das konservierte Tier (Fig. 12) ist schmutzig dunkelbraun mit weißlichen Enden der Rücken- anhänge. Das größere Exemplar ist etwa 3,5 mm lang, in der Mitte 1,5 mm hoch; die beiden Fühler- paare sind einfach walzenförmig. Die Rückenanhänge sind spindelförmig, in zwei Gruppen an- geordnet, einer kleineren im vorderen Teil, aus fünf oder sechs Anhängen bestehenden, von denen die zwei oberen am größten sind, und einer hinteren mit drei großen oberen und einigen kleineren darunter. Der Fuß ist vorn ziemlich wenig verbreitert. Bivalvia. Camptonectes (Pallioluni) notalis n. sp. Tafel 17, Fig. 3. Ein einziges Exemplar ist aus der Tief see (3423 m) nordwestlich von der Gauss -Station erbeutet worden, es ist auf einer Seite von einer dünnen Schwammkruste bedeckt, doch scheint es beiderseits dichte, glatte, konzentrische Fältchen zu besitzen; es ist etwa 3 mm hoch und lang. Die linke Schale (Fig. 3) ist unter der oberen Ecke vorn etwas eingebuchtet, hinten senkrecht abfallend bis zu der unteren Rundung, die ringsum ziembch regelmäßig ist. Die rechte Schale (Fig. 3a) hat einen tiefen spitzwinkligen Byssuseinschnitt. Lima pygmaea Philifpi? Mr. Edgar Smith hat (Tr. R. Soc. London, v. 168 p. 190) eine bei Kerguelen vorkommende Lima mit der magellanischen L. pijgmaea Philippi = falklandica A. Adams identifiziert. Ich habe aus der Magellanstraße drei verschiedene Arten vor mir, deren eine aus Strait le Maire mit der Kerguelenform identisch sein dürfte; eine zweite aus dem Smith-Kanal hat bedeutend stärkere 32* 252 Deutsche Siidpolar-Expedition. Rippen, die aber bei beiden vorn und hinten fehlen. Eine dritte, von der „Gazelle" mitgebrachte hat deutlich verschiedene Form und bis oben sichtbare Rippen. Mr. Edgar Smith hat die Art Philippis nicht gesehen, aber das typische Exemplar von L. falMandica, daher wird man ihm wohl glauben müssen, daß diese mit der Kerguelenform zusammen- fällt, obwohl nach der Abbildung Reeves diese Art der stärker gerippten Form ähnlicher zu sein scheint. Ich kann demnach nicht entscheiden, welchen Namen jede der drei Arten erhalten muß; ich bilde sie nebeneinander ab (Tafel 17, Fig. 6—8), damit möglichst später auf Grund weiteren Materials diese Frage gelöst werden kann. Philobrya laevis n. sp. Tafel 17, Fig. 17. Von Kerguelen ist bisher noch keine Philobrya beschrieben worden. Mir liegen zwei Arten aus der Observatory Bay vor, deren eine eine glatte Oberhaut besitzt, während die andere außen mit Borstenreihen besetzt ist. Jene scheint der PhilippieUa quadrata Pfeffer ähnlich zu sein; leider ist das typische einzige Exemplar dieser Art verloren gegangen und nach der Abbildung und Beschreibung scheint die Kerguelen-Art wenn auch ähnlich, so doch nicht identisch zu sein. Mytilus meridionalis E. Smith gehört in die Gattung Philobrya; sein Vorder- rand ist mehr vorgezogen als bei der mir vorliegenden Art. Das gezeichnete Exemplar (Fig. 17) ist etwa 5,5 mm hoch und lang, dorsal schwach gebogen und von dem Apex am vordem Ende ein wenig überragt. Von diesem fällt der Rand fast senkrecht ab, zuweilen oben schwach konkav, im übrigen ist der Rand bogig; der imtere Randteil der Schale ist schwach verkalkt; an den Seiten ist die Schale flach gewölbt. Das Ligament ist ziemlich lang, vorn in einem Vorsprung endend, unter welchem der Rand eingebuchtet ist (Fig. 17a); hier treten die Byssusfäden aus. Philobrya barbata n. sp. Tafel 17, Fig. 18. Einige Exemplare aus der Observatory Bay sind durch ihren Borstenbesatz sogleich von der vorigen Art zu unterscheiden; in der Mitte stehen die Borsten in deutlichen Radialreihen, vorn und hinten ohne deutliche Ordnung, sie sind nicht durch eine Haut verbunden. Das abgebildete Exemplar ist 3,5 mm hoch und 3,25 mm lang (Fig. 18). Der Apex überragt den Schloßrand sehr wenig, die glatte Embryonalschale ist ziemlich flach. Der Vorderrand, der ziemlich senkrecht ab- fällt, ist oben leicht eingebuchtet, Ober- und Hinterrand gehen bogig ineinander über, sind aber weiterhin schwach gebogen, Unterrand stark gebogen; seitlich ist die Schale mäßig gewölbt. Modiolarca trapesina (Lamakck). Edg. Smith hat die Kerguelen-Form ohne weiteres für diese Art angesehen. Lamarck gibt (Hist. Animaux sans Vertebres, ed. 2 v. 7 p. 24) keinen Fundort an, hat aber doch wohl die magel- lanische Form vor sich gehabt. Es ist aus diesem Gebiet eine Reihe von Arten unterschieden worden, jedenfalls aber ist die Schalenform der genannten Art etwas veränderlich; auch bei den Exemplaren von Kerguelen ist die Schale mehr oder weniger verlängert imd in der Färbimg verschieden, daher kann ich kein Merkmal finden, wodurch die Exemplare beider Fundorte ver- schieden sind. Zahlreiche kleine Exemplare, die ich für junge Tiere dieser Art halte, unter- Thiele, Schnecken und Muscheln. 253 scheiden sich von M. exilis H. &. A. Adams durch dünnere Schale und die viel weniger vor- ragenden Wirbel, sowie durch das schwach ausgebildete Schloß; mir liegt kein Tier dieser Art von Kerguelen vor, doch hat Smith eins gefunden. Die in Fig. 19 (Tafel 17) dargestellte, von der „Gazelle" gefundene Schalenhälfte, mag eine Modiolarca minuta (Dall) sein, obwohl die Form nach Smiths Abbildung verschieden ist; die dafür aufgestellte Gattung Kidderia hat Smith nicht anerkannt. Mytilus magellanicus Ch. Zahlreiche Tiere und leere Schalen aus der Observatory Bay. Slytilus edulis L. Auch von dieser Art liegen zahlreiche Tiere und Schalen von ebenda vor. Smith findet keinen Unterschied im Vergleich mit der europäischen Form. Lissarca rubrofusca Edg. Smith. Aus der Observatory Bay sind zwei Tiere erbeutet. Smith erwähnt bei Beschreibung dieser Art des magellanischen Pectunculus miliaris Philippi als einer nahe verwandten, vielleicht iden- tischen Form, und Pfeffer (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, v. 3 p. 128) beschreibt ohne weiteres die magellanische Form unter dem Namen Lissarca rubrofusca. Jeder dieser beiden Zoologen hat nur die eine von beiden in Händen gehabt. Da mir auch ein paar Schalen der magellanischen Form vorüegen, kann ich feststellen, daß diese von der Kerguelen -Form gut verschieden ist, daher wird die erstere den Namen Lissarca miliaris (Philippi) führen müssen. Schon die äußere Form (Tafel 18 Fig. 4, 5) ist deutlich verschieden, indem der Apex bei miliaris weiter vorn hegt; viel deutlicher wird der Unterschied indessen beim Vergleich der Innenseite, hier ist die Ligamentfläche bei L. miliaris beträchtlich größer und die hinteren Schloßzähne liegen weiter hinten und von den vorderen weiter getrennt als bei L. rubrofusca (Fig. 4a, 5a). Das Periostracum ist bei dieser glatt, bei jener am Kande blättrig. Lissarca media n. sp. Tafel 18, Fig. 6. Die „Gazelle." hat nördlich von Kerguelen in einer Tiefe von etwa 110 m von einer anderen Art eine größere und eine kleinere Schale gefunden; die größere (Fig. 6) ist deutlich kürzer als L. rubrofusca und hat in der Form Ähnlichkeit mit L. notorcadensis Melvill & Standen, die von den Süd-Orkney-Inseln beschrieben ist (Tr. R. Soc. Edinb., v. 46 p. 144 f. 14), doch möchte ich sie nicht für dieselbe Art halten, die ziemlich groß, dick, weiß und deutlich konzentrisch gestreift ist. Die Schale ist 3,5 mm lang und 3,1 mm hoch, hell rötlich, sehr fein und wenig deutlich kon- zentrisch gestreift, deutlich schiel, vorn stärker gebogen als hinten, Wirbel mäßig erhoben, am Schloßrande sehe ich vorn drei, hinten vier Zähnchen. Der Schalenrand ist in der Nähe der oberen Ecken deutlich, am untern Teil des Vorderrandes undeutlich gezähnelt. Lissarca kerguelensis n. sp. Tafel 18, Fig. 7. Die in Fig. 7 dargestellte Schale, welche die „Gazelle" bei Kerguelen gefunden hat, könnte man zunächst für L. gourdoni (Lamy) halten, vergleicht man mit ihr indessen ein gleichgroßes 254 Deutsche Südpolar-Expedition. Exemplar dieser Art, so findet man die Form deutlich verschieden, bei L. gourdoni ist das Verhält- nis der Länge zur Höhe ein anderes, die. hier vorliegende Art ist höher und kürzer als alle andern. In der Farbe und der Skulptur der Außenseite stimmt sie mit L. gourdoni überein; die Höhe beträgt etwa 3 mm, die Länge 2,5 mm. Die Form ist schief eiförmig, mit wenig vortretenden Wirbeln, Vorder- und Hinterrand sind wenig gebogen Die Innenseite ist bis auf einige Wärzchen in der Nähe der oberen Ecken glatt. Malletia gigantea (Edg. Smith). Ein Tier und eine Schale aus der ObservatoryBay. Malletia pellucida n. sp. Tafel 17, Fig. 23. Aus der Tiefsee (2916 m und 3423 m) nordwestlich von der Gauss-Station liegen ein paar kleine Tiere und eine größere Schalenhälfte vor, die zu einer neuen Art gehören dürften. Die gezeichnete Schale (Fig. 23) ist 5,8 mm lang und 3,3 mm hoch, weiß mit schwach bräunlichem Periostracum, dünn, in frischem Zustande sehr durchscheinend, glatt. Der Wirbel ragt wenig vor. Die vordere Hälfte ist deutlich kürzer als die hintere, gleichmäßig gerundet, der Unterrand ist in der Mitte wenig gebogen, das Hinterende ist abgerundet rechtwinklig. Die beiden Hälften des Schloßrandes bilden miteinander einen sehr stumpfen Winkel. Malletia concentrica n. sp. Tafel 17, Fig. 24. Gleichfalls in der Tiefsee (3423 m) ist neben der vorigen Art die in Fig. 24 abgebildete Schale gefunden worden. Sie ist 2,75 mm lang und 2 mm hoch, weiß mit hellbräunlichem Periostracum, vorn und hinten sehr wenig verschieden, eiförmig mit deutlich vorragenden Wirbeln, seitlich mäßig gewölbt. Die Oberfläche ist mit regelmäßigen, feinen konzentrischen Streifen skulptiert. Das Schloß bildet in der Mitte einen stumpfen Winkel, die Zähnchen sind ziemlich kräftig aus- gebildet, vorn und hinten sind acht bis neun vorhanden. Nucula notobenthalis n. sp. Tafel 18, Fig. 1. Das einzige Exemplar (Fig. 1) ist in der Tiefe von 2725 m nordwestlich von der Gauss- Station gefunden, es ist etwa 4 mm hoch und 4,25 mm lang, mit bräunlichem Periostracum und zahlreichen dichten weißlichen Radiallinien, als Ausdruck einer Radialskulptur der Innen- seite. Die Schale ist etwas schief, rundlich dreieckig, von den vortretenden Wirbeln hinten steil abfallend und ziemlich schwach gebogen, vorn und unten stark gebogen, seitlich mäßig gewölbt. Der Rand ist fein gezähnclt, die Schloßzähne sind stark. Nucula kerguelensis n. sp. Tafel 18, Fig. 2. Die „Gazelle" hat bei Kerguelen eine kleine, vielleicht noch nicht ausgewachsene Nucula- Schale gefunden. Sie ist 1,8 mm lang und 1,5 mm hoch. Sie ist der vorigen Art im Besitz einer inneren Radialskulptur ähnlich, von olivengrüner Färbung, sie unterscheidet sich aber von N. notoben- Thiele, Schnecken und Muscheln. 255 thalis durch die deutlich schiefe Form, während bei dieser die junge Schale kaum asymmetrisch ist. Die Form ist ziemlich gleichmäßig eiförmig mit etwas vorragenden Wirbeln (Fig. 2). Hinter dem Ligament ist der Schloßrand kurz mit drei Zähnchen, der vordere Teil ist beträchtlich länger. Lasaea consanguinea (Edg. Smith). Zahlreiche Exemplare dieser mit der magellanischen L. miliaris (Philippi) sehr nahe ver- wandten Art sind am Ebbestrand der Observatory Bay gesammelt worden. Da die Original- Abbildung nicht gut ist, bilde ich ein Exemplar in Fig. 14 (Tafel 18) ab. Der Unterschied von L. miliaris (Fig. 15) besteht hauptsächlich in der etwas anderen Form des Hinterendes, das bei L. consanguinea gleichmäßiger gerundet, bei L. miliaris etwas abgestutzt ist, doch ist das wenig auffallend. Tellimya minima n. sp. Tafel 18, Fig. 13. Ein paar kleine Tiere und etwas größere Schalen (Fig. 13) aus der Observatory Bay sind der Tellimya gibbosa ähnlich, scheinen aber noch kleiner zu bleiben, die größte ist 2,5 mm lang und 2 mm hoch. Sie haben ein bräunlichgelbes Periostracum. Von der genannten Art unterscheiden sie sich durch etwas andere Form, sie sind weniger rundhch, hauptsächlich wegen der schwächeren Krümmung des unteren Randes, die Wirbel sind etwas weniger erhoben. Kellia nuculina Martens. Einige konservierte Exemplare aus der Observatory Bay; sie sind etwa 3,5 mm lang und 3 mm hoch mit ziemlich spitz vortretenden Wirbeln. Die Art nimmt mit dem Wachstum verhältnis- mäßig mehr an Länge zu, als anHöhe, die größte Schale aus derAusbeute der „Gazelle" ist 6 mm lang und 4,2 mm hoch mit ziemlich wenig vorragenden Wirbeln (Taf. 18 Fig. 16). Lepton parasiticnm Dall. Zahlreiche Tiere an Abatus cordatus aus der Observatory Bay. Cyamium commune n. sp. Tafel 18, Fig. 22. Obwohl von dieser Art sehr zahlreiche Exemplare aus der Observatory Bay vorliegen, die zusammen mit Lasaea consanguinea gefunden sind, ist die Art noch nicht beschrieben worden. Sie hat einige Ähnlichkeit mit C. imitans Pfeffer, vergleicht man indessen diese (Tafel 18 Fig. 23) mit einem Exemplar von ähnlicher Größe der Kerguelenform (Fig. 22b), so unterscheidet sich diese hauptsächlich durch die großen, stumpfen Wirbel auffallend. Die größten Exemplare erreichen etwa 5 mm an Länge und 3 mm an Höhe, sie sind also sehr lang eiförmig, ziemlich walzenförmig, die Wirbel hegen dicht hinter dem Vorderende. Die Farbe ist bald weiß, bald ganz oder teilweise rotbraun, die Oberfläche ist bis auf die Anwachsstreifen glatt, glanzlos, nur am Rande meist von einem braunen Periostracum bedeckt. Ligament und Schloß sind ähnlich wie bei der genannten Art (Fig. 22a); in dieser Form haben wir das Extrem der Asymmetrie der vorderen und hinteren Hälfte vor uns im Gegensatz zu solchen Arten, zu denen die folgende gehört, die man kaum für 256 Deutsche Südpolar-Expedition. eine Angehörige derselben Gattung halten möchte, wenn nicht andere zwischen diesen Endformen vermitteln würden. Cyamium iragilUmum n. sp, Tafel 18, Fig. 21. Einige Exemplare einer durchscheinend weißen Art (Fig. 21) aus der Observatory Bay dürften neben Cyamium denticulatum Edg. Smith zu stellen sein. Die abgebildete Schale ist 3,8 mm lang und 3,25 mm hoch, sehr dünn und zerbrechlich, etwas glänzend, glatt, nur am Vorder- und am Hinterende sind einige wenig deutliche Radialstreifen sichtbar, ihnen entsprechen schwache Zähn- chen am Innenrande. Die Schale ist eiförmig, wenig asymmetrisch, vorn etwas niedriger als hinten, die Wirbel ragen mäßig weit empor. Entsprechend der dünnen Schale ist das Schloß schwach, zeigt aber im wesentlichen die Merkmale der Gattung. Saxicava arctica (L.). Ein paar kleine Exemplare aus der Observatory Bay. Anatina elliptica King & Beoderip. Eine Schale aus der Observatory Bay, sie ist 9 cm lang und 5 cm hoch, ähnlich der im Rep. Southern Cross abgebildeten. Übersicht der antarktischen und subantarktischen Gastropoden und Bivalven. Es ist schon wiederholt der Versuch gemacht worden, die Beziehungen der antarktischen Mol- lusken aufzuklären, doch sind diese Versuche älter als unsere Kenntnis der holantarktischen Mol- lusken und daher ganz oder hauptsächlich auf die subantarktische Molluskenfauna gegründet. Sehr eingehend hat sich G. Pfeffer mit diesem Gegenstand abgegeben (Die niedere Tierwelt des antarktischen Ufergebietes. Berlin 1890) und hat die ihm bekannten Arten zusammengestellt. Später hat Pelseneer in seiner Bearbeitung der Mollusken-Ausbeute der „Belgica" die Beziehungen der antarktischen Molluskenfauna erörtert, aber auch ihm haben erst sehr wenige holantarktische Arten vorgelegen. Seitdem hat unsere Kenntnis der Antarktis sehr wesentlich zugenommen und gegenwärtig liegen Bearbeitungen der Mollusken folgender Expeditionen vor: „Southern Cross", „Discovery" und Shackletons -Expedition (englisch), „Scotia" (schottisch), der beiden Expeditionen Charcots (französisch) und der schwedischen Expedition unter Otto Nordenskjöld; sie sind bearbeitet von Edgar Smith und Eliot, Hedley, Melvill & Standen, Lamy, Vayssiere und Strebel (letzterer hat nur die Gastropoden behandelt). Da das mir vorliegende, von Vanhöffen gesammelte Material recht beträchtlich die Artenzahl vermehrt hat und da andererseits in nächster Zeit keine wesentliche Bereicherung unserer Kennt- nisse der antarktischen Tierwelt zu erwarten ist, will ich die gegenwärtig bekannten antarktischen Arten mit ihren Fundorten in folgender Liste zusammenstellen. Vorausschicken möchte ich, daß im magellanischen Gebiet sich die antarktischen Formen stark mit anderen, die hauptsächlich an der Westküste Südamerikas nach Süden gewandert sind, mischen, so daß hier ein großer Teil der Gattungen und Arten keine Beziehungen zur Antarktis Thiele, Schnecken und Muscheln. 257 zeigt; aus diesem Grunde sehe ich davon ab, ein vollständiges Verzeichnis der magellanischen Arten zu geben, zumal da diese verschiedentlich eingehend bearbeitet worden sind; es sei nur auf die „Mission du Cap Hörn" (Mollusken bearbeitet von Rochebrune & Mabille 1889) und auf die „Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna der Magalhaen -Provinz" von H. Strebel (Zoolog. Jahrb. Syst., v. 21 — 25, 1904—07) hingewiesen. Ich führe diejenigen Formen auf, die mehr oder weniger ausgesprochene Beziehungen zu den antarktischen erkennen lassen und zum großen Teil schon auf den vorhergehenden Seiten von mir erwähnt worden sind. Die Winterstationen der Deutschen und der Englischen (Discovery) Expeditionen habe ich mit dem Namen des Schiffes, die Tief see -Arten mit * bezeichnet. Gastropoden. Lepeta (Pilidium) Göppingen (E. Sm.) = ant- arctica E. Sm. Gauss, Discovery; Kerguelen, Magellan. *Propilidium pelseneeri Thiele Tief see (ca. 65° S., 80° 0.) Propüidium sp. (Pelseneer) Belgica (70° 48' S., 80° W.) Nacella mytilina (Helbling) Magellan, Kerguelen. Nacella (Patinigera) aenea (Martyn) Magellan, Kerguelen. Nacella (Patinigera) fuegiensis (Reeve) Magellan, Kerguelen. Nacella (Patinigera) kerguelensis (E. Sm.) Kerguelen. Nacella (Patinigera) polaris (Hombr. & Jacq.) Wandel-, Moureau-, Petermann-Ins., Süd- Shetland, Süd -Orkney, Süd -Georgien. Puncturella noachina (L.) Magellan, Falkland, Kerguelen. Puncturella spirigera Thiele Gauss. Tugalia antarctica Strebel Magellan. Tugalia melvüli Thiele (n. nom. = antarctica Melvill & Standen) Falkland. Scissurella euglypta Pelseneer Belgica (ca. 70° S., 83—87° W.), Gauss. Scissurella amoena Thiele Gauss. Scissurella petermannensis Lamy Petermann -I. Scissurella supraplicata E. Smith Kerguelen. Scissurella obliqua Watson Kerguelen. Solariellopsist lamellosa (Pelseneer) Belgica (70° 20' S., 83° 23' W.), Gauss. *Solariellopsis < ! infundibulum (Watson) bei Marion-I. Margarites dulcis (E. Smith) Discovery, Gauss. Margarites sp. Gauss. ^■Margarites bnjcliius (Watson) SO. v. Kerguelen. Margarites ( ?) charopus (Watson) Kerguelen. Margarites ( ?) charopus var. coerula (Watson) Marion-I. Margarella expansa (Sow.) Magellan, Falkland, Süd-Georgien, Kerguelen. Margarella violacea (King) Magellan. Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 33 nc o Deutsche Südpolar-Expedition. Margarella refulgens (E. Smith) Discovery, Gauss. Margarella antarctica (Lamy) {juv.1 = subcmt- Wandel-, Petermann-, Moureau-I., Süd-Orkney; arctica (Strebel) Süd-Georgien. Margarella acJiilles (Strebel) Süd-Georgien. Margarella steineni (Strebel) Süd -Georgien. Margarella kophameli (Strebel) 0. -Patagonien. Margarella tropidophoroides (Strebel) Süd-Georgien. Submargarita impervia Strebel Süd-Georgien. Submargarita notalis (Strebel) Süd-Georgien. Submargarita liratula (Pelseneer) Belgica (70° S., 80° 48' W.). Submargarita minutissima (E. Smith) Discovery, Alexander-Land. Submargarita ? er ebrilirulata (E. Smith) Discovery. Submargarita strebeli Thiele Gauss. Submargarita similis Thiele Gauss. Submargarita unifilosa Thiele Gauss. Submargarita mammillata Thiele Gauss. Submargarita studeri Thiele Kerguelen. Cyclostrema decussatum Pelseneer Belgica (70° S., 80° 48' W.) Cyclostrema humile Pelseneer Belgica (70° 20' S., 83° 23' W.) Cyclostrema crassicostatum Strebel Feuerland. Tharsis globosa Pelseneer Belgica (70° S., 80° 48' W.) Cirsonella extrema Thiele Gauss. Cirsonella kerguelensis Thiele Kerguelen. Circulus ? perlatus Pelseneer Belgica (70° 23' S., 82° 47' W.) Leptothyra innocens Thiele Gauss. Trochaclis antarctica Thiele Gauss. Scalaria antarctica E. Smith Discovery. Scalaria symphylla Martens Kerguelen. Scalaria fenestrata Strebel Süd -Georgien. Scalaria magellanica Philippi Falkland. Turbonilla madrinensis Lamy Magellan. Streptocionella singularis Pfeffer Süd -Georgien. Odostomia peregrina Thiele Kerguelen. Odostomia translucens (Strebel) Süd -Georgien. Odostomia biplicata Strebel Falkland. Odostomia rissoides Hanley (?) Marion -I. Liostomial georgiana Pfeffer Süd -Georgien. Eulima convexa E. Smith Discovery. Eulima tumidula Thiele Gauss. Eulima antarctica Strebel Seymour-L, Gauss? Eulima amblia Watson Marion — Pr. Edward -I. Thiele, Schnecken und Muscheln. 259 Eulima subantarctica (Strebel) Süd-Georgien. Rissoa inflata Pelseneer Belgica (70° 23' S., 82" 47' W.) Rissoa columna Pelseneer Belgica (70° 23' S., 82° 47' W.) Rissoa pelseneeri Thiele (= subtruncata Pels.) Belgica {10^ S., 80° 48' W.), Gauss. Rissoa adarensis E. Smith Kap Adare, Discovery, Petermann-L, Süd- Orkney. Rissoa fraudulenta E. Smith Discovery, Gauss, Süd-Orkney. Rissoa gelida E. Smith Discovery, Gauss. Rissoa deserta E. Smith Discovery, Gauss ? Rissoa glacialis E. Smith Discovery. Rissoa turqueti Lamy Wandel-, Wiencke-I. Rissoa ovata Thiele Gauss. Rissoa inflatella Thtele Gauss. Rissoa kergueleni E. Smith Kerguelen. Rissoa princifis Watson Kerguelen. Marion — Pr. Edward-I. Rissoa australis Watson Kerguelen. Rissoa subantarctica Thiele Kerguelen. Rissoa studeriana Thiele Kerguelen. Rissoa bythinella Thiele Kerguelen. Rissoa lartetia Thiele Kerguelen. Rissoa observationis Kerguelen. Rissoa miliaris Thiele Kerguelen. Rissoa transenna Watson Marion — Pr. Edward-I. Rissoa marionensis Watson Marion — Pr. Edward-I. Rissoa edwardiensis Watson Pr. Edward-I. Rissoa cingillus Montag u (?) Süd -Orkney. Rissoa edgariana Melvill & Standen Süd-Orkney. Rissoa scotiana Melvill & Standen Süd-Orkney. Rissoa insignificans Strebel Süd-Georgien. Rissoa anderssoni Strebel Süd-Georgien. Rissoa steinern Strebel Süd-Georgien. Rissoa sulcata Strebel Süd-Georgien. Rissoa schraderi Strebel Süd-Georgien. Rissoa grisea Martens Süd -Georgien, Falkland. Rissoa georgiana Pfeffer Süd-Georgien, Falkland. Rissoa inornata Strebel Falkland. Hydrobia ? georgiana Pfeffer Süd-Georgien. Watsonella sinapi (Watson) Kerguelen. Eatoniella lerguelenensis (E. Smith) Kerguelen; Wandel-,Petermann-L,Süd-Orkney(?). Eatoniella contusa Strebel Süd-Georgien. Eatoniella subgonostoma Strebel Süd-Georgien. 33* 9ßn Deutsche Siidpolar-Expedition. EatonieUa caliginosa (E. Smith) Kerguelen, Moureau-, Petermann-I. EatonieUa subrufescens (E. Smith) Kerguelen. EatonieUa hyalina Thiele Kerguelen. Eatoniopsis paludinoides (E. Smith) Kap Adare. Skenella georgiana Pfeffer Süd -Georgien. Adeorbis antarctica Thiele Gauss. Haloconcha ( = LacunettaD all) antarctica (Mar- Süd-Georgien, Wandel-L, Süd-Shetland. TENS) PelliUtonna setosa (E. Smith) Kerguelen, Süd-Georgien, Süd-Orkney. Pellilitorina pellita (Martens) Süd-Georgien, Wandel-L, Süd-Orkney. Laevilitorina caliginosa (Gould) Süd-Georgien, Wandel-L, Süd-Orkney, Kerguelen. Laevilitorina antarctica (E. Smith) Kap Adare, Wandel-, Petermann-I. Laevilitorina venusta Pfeffer Süd -Georgien. Laevilitorina pygmaea Pfeffer Süd-Georgien. Laevilitorina 1 granum Pfeffer Süd-Georgien. Laevilitorina umbilicata Pfeffer Süd -Georgien. Laevilitorina elongata Pelseneer Two Hummocks-L Laevilitorina coriacea Melvill & Standen . . . Süd-Orkney. Lacuna ( ? ?) tvandelensis Lamy Wandel-L Sublacuna indecora Thiele Gauss. Sublacuna trilirata Thiele Gauss. Sublacuna macmurdensis (Hedley) MacMurdo Bay. Sublacuna notorcadensis (Melvill & Standen). Süd-Orkney. Frovina soror Thiele Gauss. Jeffreysiella notabilis Thiele Kerguelen. JeffreysieUa (?) edwardiensis (Watson) Pr. Edward-I. Trachysma tenue Thiele Gauss. Tracliysma ? ignobile Thiele Gauss. Microdiscula vanhöffeni Thiele Gauss. Microdiscula subcanaliculata (E. Smith) Kerguelen. Homalogtjra atomus (Philifpi) Gauss, Marion-Pr. Edward-I. ; (var.) Falkland. Capulus subcompressus Pelsener Belgica (70° S., 81 W.), Gauss, Mac Murdo Bay. Trichotropis antarctica Thiele Gauss. Torellia (Trichoconcha) mirabilis (E. Smith)... Discovery, Gauss. Neoconclia vestita E. Smith Discovery. Natica delicatula E. Smith Discovery, Gauss ? Natica grisea Martens Kerguelen, MacMurdo Bay, Süd-Georgien. Nalica psila Watson Kerguelen. ' Natica sculpta Martens Kerguelen. Natica xantha Watson Kerguelen — Heard-I. Natica godfroyi Lamy Süd-Shetland. Thiele, Sehnecken und Muscheln. 261 Natica aureolutea Strebel Scbneekügel-L, Süd-Georgien. Natica georgiana Strebel Süd-Georgien. Natiea subpallescens Strebel Magellan. Natica impervia Philippi Magellan; var. Paulet-I. Natica soluta Gould Magellan, Falkland. Natica prasina Watson Kerguelen. Natica groenlandica Beck ( ?) Kerguelen. Amauropsis ? rossiana E. Smith Discovery. Amauropsis fartilis Watson Kerguelen. Amauropsis perscalpta Martens Kerguelen. Amauropsis suturalis Watson Kerguelen. Lamellariopsis turqueti Vayssiere Antwerpen-I. Marseniopsis paeifica Bergh Kerguelen, Gauss. Marseniopsis murrayi Bergh Marion-1. Marseniopsis conica (E. Smith) Kap Adare. Marseniopsis mollis (E. Smith) Kap Adare. Marseniopsis antaretica Vayssiere Wandel-I. Alaba incolorata Thiele Gauss. Turritella hookeri Beeve Kerguelen. Turritella austrina Watson Kerguelen. Turritella frigida Thiele Kerguelen. Turritella incolor E. Smith Kerguelen. Turritellopsis gratissima Thiele Gauss. Turritellopsis latior Thiele Gauss. Cerithiopsis pulla (Philippi) Magellan, Falkland. Cerithiopsis (??) malvinarum Melvill & Stan- den Falkland. Cerithiopsilla cineta Thiele Gauss. Cerithiopsilla antaretica (E. Smith) Discovery, Gauss. Cerithiopsilla austrina (Hedley) MacMurdo Bay, Gauss. Cerithiopsilla charcoti (Lamy) Wandel-I. Cerithiopsilla liouvillei (Lamy) Pt. Lockroy. Cerithiopsilla kerguelensis Thiele Kerguelen. Cerithiopsilla bisculpta (Strebel) Süd-Georgien. Cerithiopsiella ( ?) georgiana (Pfeffer) Süd-Georgien. Cerithiella ereeta Thiele Gauss. Cerithiella similis Thiele Gauss. Cerithiella superba Thiele Gauss. Cerithiella werthi Thiele Kerguelen. Cerithiella seymouriana (Strebel) Seymour-I. Cerithiella astrolabiensis (Strebel) Astrolabe-I. 262 Deutsche Südpolar-Expedition. Eumeta strebeli Thiele Gauss. Eumeta ornata Thiele Kerguelen. Eumeta michaelseni (Strebel) Magellan. Eumetula dilecta Thiele Gauss. Triforis delicatula Thiele Gauss. Vermicularia ( ?) murrayi Hedley Kap Royds. Vermicularia ( ?) murrayi Hedley Kap Royds. Struthiolaria [Perissodonta) miräbüis E. Smith Kerguelen. Struthiolaria (Perissodonta) mirdbilis var. geor- giana Strebel Süd -Georgien. Prosipho antarctidis (Pelseneer) Belgica (ca. 70° S., 84—92° W.) Prosipho astrolabiensis (Strebel) Astrolabe-I. Prosipho cliordatus (Strebel) Süd-Georgien. Prosipho crassieostatus (Melvill & Standen). Süd-Orkney. Prosipho similis Thiele Gauss. Prosipho gracilis Thiele Gauss. Prosipho glacialis Thiele Gauss. Prosipho pusülus Thiele Gauss. Prosipho nodosus Thiele Gauss. Prosipho contrarius Thiete Gauss. Prosipho spiralis Thiele Gauss. Prosipho gaussianus Thiele Gauss. Prosipho bisculptus Thiele Gauss. Prosipho elongatus Thiele Gauss. Prosipho pellitus Thiele Kerguelen. Prosipho certus Thiele Kerguelen. Prosipho propinquus Thiele Kerguelen. Prosipho pupa Thiele Kerguelen. Prosipho fuscus Thiele Kerguelen. Prosipho ? gaini Lamy Süd-Shetland. Anomacme smithi Strebel Magellan. Proneptunea amabüis Thiele Kerguelen. Pareuthria fuscata (Bruguiere) Magellan, Falkland, Paulet-L, Kerguelen. Pareuthria magellanica (Philipim) Magellan, Falkland, Pareuthria plumbea (Philitpi) Magellan. Pareuthria rosea (Hombron & Jacquinot) . . . Falkland. Pareuthria michaelseni Strebel Falkland. Pareuthria janseni Strebel Falkland. Pareuthria albozonata (Watson) = antarctica (Pfeffer) Kerguelen, Süd-Georgien. Pareuthria chlorotica (Martens) Kerguelen. Thiele, Schnecken und Muscheln. 263 Pareuthria innocens (E. Smith) Discovery, Gauss. Pareuihria plicatula Thiele Gauss. Buccmella jucunda Thiele Kerguelen. Glypteuthria meridionalis (E. Smith) Magellan. Antistreptus magellanicus Dall Magellan. Meteuthria martensi (Strebel) Magellan. Meteuthria agnesia (Strebel) Magellan. Meteuthria futilis (Watson) Kerguelen — Heard-I. „Cominetta" modesta (Martens) Süd-Georgien, Wandel-, Wiencke-I. Neobuccinum eytoni (E. Smith) Kerguelen, Gauss, Discovery. Wandel-, Wiencke- L, Süd-Orkney. Neobuccinum praeclarum Strebel (West -Antarktis). Probuccinum tenerum (E. Smith) Coulman-L, Gauss. Probuccinum costatum Thiele Gauss. Probuccinum regulus (Watson) Kerguelen. Probuccinum edwardiense (Watson) Marion — Pr. Edward-I. Probuccinum scalare (Watson) Magellan. Chlanidota vestita Martens Kerguelen. Chlanidota (vedita var.) elongata Lamy Süd-Shetland. Chlanidota densisculpta Martens Süd-Georgien, Schneekügel-I. Chlanidota bouveti n. sp Bouvet-I. Pfefferia palliata Strebel Süd-Georgien. Pfefferia data Strebel Süd-Georgien. Pfefferia cingulata Strebel Süd -Georgien. Pfefferia chordata Strebel Süd-Georgien, Falkland. *Bathydomus obtectus Thiele Tiefsee (ca. 65° S., 80° 0.) *Bathydomus calathiscus (Watson) Tiefsee (Marion — Crozet-I.) *Bathydomus setosus (Watson) Tiefsee (Marion— Crozet-I.) * „Chrysodomus" ? archibenthalis (MeLViLL & Stan- den) Tiefsee (62° 10' S., 41° 20' W., bei Süd-Orkney). Trophon longstaffi E. Smith : Discovery. Trophon couhnanensis E. Smith Discovery, Gauss. Trophon shackletoni Hedley Kap Royds. Trophon drygalskii Thiele Gauss. Trophon albolabratus E. Smith (— cinguliferus Pfeffer) Kerguelen, Süd-Georgien. Trophon septus Watson Kerguelen. Trophon scolopax Watson Kerguelen — Heard-I. Trophon declinans Watson Kerguelen — Heard-I. , Marion-I. Trophon cribrellum Strebel Süd -Georgien. Trophon geversianus Pallas Süd-Orkney, Wiencke-I. , Magellan, Falkland. 204 Deutsche Südpolar-Expedition. Trophon liratus (Gould) Süd-Georgien, Falkland, Magellan. Trophon brevispira Härtens Süd-Georgien. Trophon laciniatus (Martyn) Magellan, Falldand. Trophon minutus Melvill & Standen Süd-Orkney, Süd-Georgien. Trophon distantelamellatus Strebel Süd-Georgien. Trophon falklcmdicus Strebel Paulet-L, Falkland. Trophon couthouyi Strebel Magellan. Trophon crispus (Gould) Magellan, Falkland. Trophon brucei Strebel Magellan, Falkland. Trophon hoylei Strebel Falkland. Trophon malvinarum Strebel Falkland. Trophon philippianus Dunker Falkland. Trophon standeni Strebel Falkland. Trophon ornatus Strebel Falkland. Trophon elegans Strebel Falkland. Trophon decolor Philippi Magellan. Trophon paessleri Strebel Magellan. Trophon elongatus Strebel Magellan. Trophon pseudoelongatus Strebel Magellan. Trophon albus Strebel Magellan. Trophon obesus Strebel Magellan. Trophon ohlini Strebel Magellan. Trophon acuminatus Strebel Magellan. Trophon albidus (Philippi) Magellan. Trophon fenestratus Strebel Magellan. Trophon ringet Strebel Magellan. Trophon textiliosus (Hombron& Jacquinot). . . Magellan. Marginella hyalina Thiele Gauss. *Guivillea alabastrina Watson Marion — Crozet-I. Provocator pulcher Watson Kerguelen. Harpovoluta vanhöffeni Thiele Gauss. Harpovoluta (vanhöffeni var.) striatula Thiele. Gauss. Harpovoluta charcoti (Lamy) Süd-Shetland. Volutomitra fragillima Watson Kerguelen. Volutomitra typica (Strebel) Süd-Georgien. Volutomitra curta (Strebel) Süd-Georgien. Volutomitra longicauda (Strebel) Süd-Georgien. Admete delicatula E. Smith Discovery. Admete carinata (Watson) Kerguelen. Admete specularis (Watson) Kerguelen, Heard-1. Admete antarctica Strebel Sclineehügel-L, Süd-Georgien. Thiele, Schnecken und Muscheln. 265 Aämete magellanica Strebel Falkland. Bela striatula Thiele Gauss. Bela plicatula Thiele Gauss. Bela glacialis Thiele Gauss. Bela antarctica Strebel Schneehügel-I. Bela ander ssoni Strebel Seymour-I. Bela fulvicans Strebel Astrolabe-L, Süd-Georgien. Bela pelseneeri Strebel Süd-Georgien. Bela notophila Strebel Süd-Georgien. Bela purissima Strebel Shag Rock Bank. Bela turrita Strebel Shag Rock Bank. Bela michaelseni Strebel Falkland. Typlüomangelia 1 principalis Thiele Gauss. Typlüomangelia fluctuosa Watson Heard-I. T yphlomangelia fluctuosa var. cariosa Watson. Kerguelen. Surcula staminea Watson Kerguelen, Marion — Pr. Edward-I. Surcula trilix Watson Kerguelen — Heard-I. Surcula ? magnijica Strebel Schneehügel-I. Pleurotomella similUma Thiele Gauss. Pleurotomella frigida Thiele Gauss. Pleurotomella annulata Thiele Gauss. Pleurotomella deliciosa Thiele Gauss. Pleurotomella papijgracea (Watson) Pr. Edward — Crozet-I. Pleurotomella platamodes (Watson) Kerguelen. Thesbia corpulenta Watson Kerguelen. Thesbia translucida Watson Kerguelen. Drillia studeriana (Martens) Kerguelen. Actaeon antarcticus Thiele Gauss. Actaeon bullatus (Gould) Magellan. Actaeon vagabundus (Mabille & Rochebrune) Magellan. Actaeon curtulus Dall Magellan. Toledonia limnaeaeformis (E. Smith) (= per- plexa Dall = typica (Thiele) Kerguelen, Magellan. Toledonia major (Hedley) Kap Royds, Gauss. Toledonia striata Thiele Gauss. Toledonia circumrosa Thiele Kerguelen. Toledonia punctata Thiele Kerguelen. Toledonia media Thiele Kerguelen. Toledonia elata Thiele Kerguelen. Newnesia antarctica E. Smith Kap Adare. Newnesia sphinx (Strebel) Paulet-I. Deutsche Sudpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. O* 9ßß Deutsche Südpolar-Expedition. Neactaeonina cingulata (Strebel) Süd -Georgien. Neactaeonina fragilis Thiele Gauss. Neactaeonina edentula (Watson) Kerguelen. Diaphana extrema Thiele Gauss. Diaphana kerguelensis Thiele Kerguelen. Diaphana antarctica (Pfeffer) Süd-Georgien. Diaphana anderssoni (Strebel) Süd -Georgien. Diaphana pfefferi (Strebel) Süd-Georgien. Diaphana inflata (Strebel) Süd-Georgien. Diaphana paessleri (Strebel) Falkland. Cylichna gelida (E. Smith) Discovery, Gauss ? Cylichna georgiana (Strebel) Süd -Georgien. Cylichna cumberlandiana (Strebel) Süd-Georgien. Philine antarctica E. Smith Kap Adare. Philine apertissima E. Smith Kap Adare. Philine alata Thiele Gauss. Philine gibba Strebel Süd -Georgien. Bathydoris hodgsoni Eliot Coulman-I. Bathydoris inflata Eliot Discovery. Bathydoris clavigera Thiele Gauss. Cadlina kerguelensis Thiele Kerguelen. Archidoris nivalis Thiele Gauss. Archidoris kerguelenensis Bergh Kerguelen. Archidoris australis Bergh Kerguelen. Archidoris tuberculata Cuvier ? var Wandel -I. Archidoris rubescens Bergh Magellan. Aegires albus Thiele Gauss. Prodoridunculus gaussianus Thiele Gauss. Tritonia challengeriana Bergh Magellan, Discovery. Tritonia appendiculata Eliot . . . : Süd-Orkney. Tritoniclla belli Eliot Discovery. Tritoniella sinuata Eliot Discovery. Notaeolidia gigas Eliot Süd-Orkney, Wandel-I. Notaeolidia purpurea Eliot Süd-Orkney. Notaeolidia depressa Eliot Discovery. Notaeolidia rufopicta Thiele Gauss. Pseudotritonia quadrangularis Thiele Gauss. Charcotia granulosa Vayssiere Wandel-I. Microlophus poirieri Mabille & Rochebrune . Magellan. Guy-Valvoria francaisi Vayssiere Wandel-I. Cuthonella antarctica Eliot Discovery. Thiele, Schnecken und Muscheln. 267 Cuthonella paradoxa Eliot Discovery. Cuthonella modesta Eliot Discovery. Doto antarctica Eliot Discovery. Doto sp Gauss. Cratena exigua Thiele Kerguelen. Cratena sp Discovery. Galvinella antarctica Eliot Discovery. Galvinella glacialis Thiele Gauss. Tergipes antarcticus Pelseneer Belgica (70° S., 85° W.) Siphonaria lateralis Gould Kerguelen, Falkland, Magella n. Bivalvia. Pecten colbeckiü. Smith (= racovitzai Pelseneer) Franklin-L, Belgica (ca. 70 — 71° S., 80 — 92° W.), Wandel-, Wincke-L, Discovery, Gauss. *Pecten (Hyalopecten) pudicus E. Smith Bei Marion-L, Belgica (71° 24' S., 89° 12' W.) Camptonectes (Pallidum) clathratus (Martens) . Kerguelen, ? Alexander-Land. ^Camptonectes (Palliolum) octodecim-liratus (Mel- vill & Standen) Scotia (67° 33' S... 36° 35' W.) Camptonectes (Palliolum) pteriola (Melvill & Standen) Süd-Orkney. Camptonectes (Palliolum) gaussianus Thiele . . Gauss. ^Camptonectes (Palliolum) notcdis Tiefsee (ca. 65° S., 80° 0.) Camptonectes (Palliolum) distinctus (E. Smith) Marion-I. Camptonectes (Palliolum) subhyalinus E. Smith. Magellan. Camptonectes (Palliolum) (!) aviculoides E. Smith Pr. Edward -I. Lima (Limatula) pygmaea Philippi Magellan, Süd-Orkney, Petermann-L, Kerguelen Lima (Limatula) hodgsoni E. Smith Discovery, Gauss. Lima (Limatula) ovalis Thiele Gauss. Lima (Limatula) simillima Thiele Gauss. Dacrydium albidum Pelseneer Belgica (71° 18' S., 88° 2' W.J, Gauss. Dacrydium modioliforme Thiele Gauss. Dacrydium meridionale E. Sm Marion — Pr. Edward-I. Modiolarca trapesina (Lamarck) Magellan, Falkland, Alexander-L., Marion-L, Kerguelen. Modiolarca mesembrina Melvill & Standen . . Falkland. Modiolarca exilis H. & A. Adams Falkland, Kerguelen. Modiolarca minuta (Dall) Kerguelen. Modiolarca kerguelensis E. Smith Kerguelen. Modiolarca pusilla Gould Magellan. 34* 268 Deutsche Südpolar-Expedition. Modiolarca subquadrata Pfeffer Süd -Georgien. Modiolarca nigromarginata Pfeffer Süd-Georgien. Modiolarca faba Pfeffer Süd -Georgien. Modiolarca bicolor Martens Süd-Georgien. Philobrya sublaevis Pelseneer Belgica (70° S., 80° 48' W.), Wandel-, Ant- werpen -I., Gauss. Philobrya quadrata (Pfeffer) Süd-Georgien. Philobrya ungulata (Pfeffer) Süd-Georgien. Philobrya wandelensis Lamy Wandel-I. Philobrya meridionalis (E. Smith) Kerguelen — Heard-, Pr. Edward-I. Philobrya laevis Thiele Kerguelen. Philobrya barbata Thiele Kerguelen. Philobrya tumida Thiele Gauss. Philobrya limoides E. Smith Discovery. Hochstetteria limopsoides Thiele Gauss. Adacnarca nitens Pelseneer Belgica (70° S., 80° 48' W.), Alexander-L., Ant- werpen-!., Gauss, Discovery. Area (Bathyarca) sinuata Pelseneer Belgica (ca. 70 — 71° S., 80 — 90° W.) *Arca (Bathyarca) strebeli Melvill & Standen Scotia (67° 33' S., 36° 35' W.) Lissarca gourdoni (Lamy) Alexander-L., Petermann-L, Gauss. Lissarca notorcadensis Melvill & Standen . . . Süd-Orkney. Lissarca miliaris (Philippi) Magellan, Süd-Orkney. Lissarca rubrofusca E. Smith Kerguelen. Lissarca media Thiele Kerguelen. Lissarca kerguelensis Thiele Kerguelen. Limopsis laeviuscula Pelseneer Belgica (ca. 71° S., 89° W.) Limopsis longipilosa Pelseneer Belgica (ca. 71° S., 89° W.) Limopsis hirtella Mabille & Rochebrune Magellan, Antwerpen-, Petermann-I. Limopsis jousseaumei (Mabille & Rochebrune) Magellan, Alexander-L. Limopsis grandis E. Smith Discovery, Gauss. Limopsis scabra Thiele Gauss. Limopsis straminea E. Smith Kerguelen. Nucula minuscula Pfeffer Süd-Georgien, Süd-Orkney. *Nucula notobenthalis Thiele Tiefsee (ca. 65° S., 80° 0.) Nucula kerguelensis Thiele Kerguelen. Leda ecaudata Pelseneer Belgica (ca. 70° S., 80 — 92° W.), Gauss. Leda oblonga Pelseneer Belgica (ca. 70° S., 80—92° W.). Leda antaretica Thiele Gauss. Leda (Poroleda) longicaudata Thiele Gauss. Malletia gigantea (E. Smith) Kerguelen. *Malletia pellucida Thiele Tiefsee (ca. 65° S., 80° 0.) Thiele, Schnecken und Muscheln. 269 *Mdttetia concentrica Thiele Tiefsee (ca. 65° S., 80° 0.) Yoldia isonota Martens Kerguelen. Yoldia subaequilateralis E. Smith Kerguelen. Yoldia inaequisculpta Lamy Petermann-, Deception-I., Süd-Shetland. Yoldia woodwardi Hanley Petermann-, Deception-I., Wandel-, Wiencke-L, Süd-Orkney, Magellan, Falkland. Yoldia eightsi (Couthouy) Süd-Orkney. Silicula rouchi Lamy Alexander I.-Land. Callocardia laevis Pelseneer Belgica (ca. 70 — 71° S., 80 — 88° W.) Ptychocardia vanhöffeni Thiele Gauss. Pseudokellya cardiformis (E. Smith) Kerguelen, Pt. Lockroy. Pseudokellya gradata Thiele Gauss. Astarte magellanica E. Smith Magellan, Marion-I. Astarte antarctica Thiele Gauss. Cardita (Cyclocardia) antarctica E. Smith .... Discovery. Cardita (Cyclocardia) intermedia Thiele Gauss. Cardita (Cyclocardia) astartoides Martens Kerguelen. Cardita (Cyclocardia) velutina E. Smith Magellan. Axinus bongraini Lamy Petermann-I. Axinus falklandicus E. Smith Süd-Orkney, Falkland. Axinus marionensis E. Smith Pr. Edward-, Marion-I. Axinopsis debilis Thiele Gauss. Tellimya antarctica E. Smith Discovery. Tellimya ovalis Thiele Gauss. Tellimya gihbosa Thiele Gauss. Tellimya minima Thiele Kerguelen. Tellimya charcoti (Lamy) Petermann-, Wandel-, Antwerpen -I. Lasaea miliaris (Philippi) Magellan. Lasaea consanguinea (E. Smith) Kerguelen, ? Falkland, Süd-Orkney. Kellia suborbicularis (Montagu) Pt. Lockroy. Kellia lamyi Melvill & Standen Süd-Orkney. Kellia simulans E. Smith Discovery, Pt. Lockroy. Kellia nimrodiana Hedley Kap Royds. Kellia nuculina Martens Kerguelen. Mysella ? truncata Thiele Gauss. Mysella ? frigida Thiele Gauss. Lepton parasiticum Dall Kerguelen. Solecardia antarctica Hedley Kap Royds. Scacchiat plcnilunium Melvill & Standen... Falkland. Cyamium antarcticum Philippi Falkland, Magellan. Cyamium falklandicum Melvill & Standen. . . Falkland. 270 Deutsche Südpolar-Expedition. Cyamium laminiferum (Lamy) (= Diplodonta Wandel-, Wiencke-, Petermann-L, Süd-Shet.- incerta E. Smith) land, Discovery. Cyamium subquadratum Pelseneer Two Hummocks-, Petermann-, Wandel-, Mou- reau-I., Pt. Lockroy. Cyamium denticulatum E. Smith n Discovery, St. Lockroy. Cyamium rotundatum Thiele Gauss. Cyamium fragillimum Thiele Kerguelen. Cyamium commune Thiele Kerguelen. Cyamium imitans Pfeffer Süd-Georgien. Cyamium willii Pfeffer Süd-Georgien. Cyamium mosthaffii Pfeffer Süd -Georgien. Davilal umbonata E. Smith Kerguelen, Pr. Edward-, Marion -I. Saxicava artica (Linne) Magellan, Kerguelen. Saxicava bisulcata E. Smith Kerguelen. Analina elliptica King & Broderip Süd-Orkney, Si'id-Shetland, Wiencke-L, Ker- guelen, Franklin -L, Discovery. Thracia meridionalis E. Smith Kerguelen, Marion-, Petermann-, Deception-, Wiencke-L, Pt. Lockroy, Discovery. Lyonsia arcaeformis Martens Süd -Georgien. Poromya spinosula Thiele Gauss. Lyonsieila planulata Thiele Gauss. Cuspidaria concentrica Thiele Gauss. Cuspidaria plicata Thiele Gauss. Cuspidaria infelix Thiele Gauss. Cuspidaria tenella E. Smith Discovery. Cuspidaria fragilissima E. Smith Pr. Edward-L, Belgica (70° S., 80° 48' W.). Cuspidaria kerguelenensis E. Smith Kerguelen. Tiber Chlanidota bouveti ist zu bemerken, daß v. Martens (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 63) unter dem Namen Cominella (Chlanidota) densisculpta eine bei der Bouvet-Insel gefundene Schale erwähnt. Ich bilde sie in Fig. 13 (Tafel 19) ab, da ich der Meinung bin, daß sie nicht zu dieser Art gestellt werden kann, die Form ist sogar recht verschieden, so daß es mir nicht einmal sicher er- scheint, daß sie in diese Gattung gehört. Das Gewinde ist sehr wenig erhoben, dafür der Spindel- fortsatz sehr lang ausgezogen, so daß die Mündung wesentlich anders aussieht, als bei der genannten Art. Die Schale ist 15 mm lang und 10,5 mm breit, aus 3 y 2 Windungen gebildet, deren obere wenig vorragen, die letzte ist sehr groß, eimförig, an der Mündung etwas herabgezogen, mit dichten, scharfen, z. T. etwas zickzackförmigen Spirallinien skulptiert. Der große Spindelfortsatz ist deut- lich gewunden mit einem Umschlag, der ziemlich weit vom Unterrand der Mündung sehr stumpf- winklig in den Mundrand übergeht. Der rechte Mundrand ist nicht ganz vollständig erhalten, die untere Bucht ist nur von unten, aber nicht von vorn sichtbar. Das Periostracum ist nicht erhalten, die Farbe der Kalkschale weiß. Thiele, Schnecken und Muscheln. 271 Wegen der beträchtlichen Unterschiede gegenüber Comineüa vestita und densisculpta möchte ich für unsere Art eine besondere Untergattung — möglicherweise sogar eine mit Cominella gar nicht näher verwandte Gattung — unter dem Namen Ficulina aufstellen, wegen der Ähnlichkeit mit Ficula = Pyrula Lamarck. Lamys Buccinum charcoti (2. Exped. antarct. Franc., Gastr. Pelecyp. p. 4 f. 1, 2) dürfte zu meiner Gattung Harpovoluta gehören; wenn die Anfangswindungen der abgebildeten Schale er- halten sind, haben diese etwas andere Form als bei der typischen Art. Vergleicht man mein Verzeichnis mit dem Pfeffers, so ergeben sich recht beträchtliche Unter- schiede, die dadurch zu erklären sind, daß bei Pfeffer die holantarktischen Arten noch völlig fehlen, andererseits aber zahlreiche Arten und Gattungen des magellanischen und des aucklandi- schen Bezirkes aufgeführt sind, die zur Antarktis keine Beziehungen haben. Außerdem kommt in Betracht, daß über zahlreiche Gattungen noch keine näheren Untersuchungen vorlagen, durch die erst ihre Stellung sicher erwiesen werden konnte; so dürfte von den genannten Gattungen der Pur- puriden keine einzige in die Antarktis reichen, von Purpura striata ist zwar angegeben worden, daß sie bei Kerguelen vorkomme, doch dürfte das auf einer Verwechslung mit Trophon albola- bratus beruhen. Gehen wir Pfeffers Gattungen im einzelnen durch ! Von Docoglossen nennt er Acmaea, Scurria und Patella. Zu Acmaea sind irrtümlich Nacella -ATten gerechnet, von denen einige ihre Verbreitung in der Subantarktis haben; auch Lepeta coppingeri ist unter Acmaea aufgeführt. Die echten Acmaeen reichen zwar in das magellanische und das aucklandische Gebiet, aber nicht in die Antarktis. Auch Scurria scurra gehört in den chilenischen Bezirk. Unter Patella sind zum Teil die subantarktischen Arten aufgezählt, die jetzt in der Gruppe Patinigera Dall zusammengefaßt und der Gattung Nacella untergeordnet werden; Patellen in engerem Sinne fehlen der Antarktis. Als holantarktisch kann man hauptsächlich die Gattung Lepeta bezeichnen, deren übrige Arten nordisch und arktisch sind. Propilidium kommt in der Tiefsee und im Norden vor. Die Gattung Nacella ist in der Hauptsache subantarktisch, nur Wenige Arten haben sich in andere Gebiete ver- breitet; auf den südlich von Neu -Seeland gelegenen Inseln kommen nach Suter N. fuegiensis und N. illuminata (Gould) vor. Von Fissurelliden ist die Gattung Fissurella, die in der Magellanstraße vorkommt, ohne Be- ziehung zur Antarktis; allein die Gattung Puncturella ist als holantarktisch nachgewiesen, Tugalia (Untergattung von Emarginula) nur im magellanischen Gebiet gefunden. Die kosmopolitische Gattung Scissurella reicht mit einigen Arten in die Holantarktis. Von den Trochiden- Gattungen reichen Calliostoma ( — Zizyphinus) und die verwandte Photinula in das magellanische Gebiet, aber nicht darüber hinaus. Die früher zu Photinula gestellten Arten der Subantarktis gehören in die Gattimg Margarella; von Margarites ist jetzt erwiesen, daß sie auch in der Antarktis vorkommt, die Mehrzahl der Arten ist aber nordisch. Eine durchaus ant- arktische Gruppe ist Submargarita, deren Arten nur bis Süd-Georgien und Kerguelen nach Norden zu reichen scheinen. Die Gattung Cyclostrema ist kosmopolitisch, Cirsonella aber reicht von der Antarktis nur bis 272 Deutsche Südpolar-Expedition. Australien. Auch Leptothyra ist weit verbreitet. Die übrigen Trochiden-Gattungen Pfeffers sind nicht antarktisch, ebensowenig die Gattung Haliotis. Von Scala- (= Scahria) -Arten nennt Pfeffer zwei magellanische, seitdem ist das Vorkommen dieser kosmopolitischen Gattung auch in der Antarktis erwiesen. Von Trochaclis ist nur die typische Art bekannt. Von Gymnoglossen ist nur Eulima sicher antarktisch, die übrigen kennen wir nur aus der Subantarktis. Die mit zahlreichen Arten in der Antarktis und Subantarktis verbreitete Gattung Rissoa mit ihren Untergattungen, denen diese Arten noch nicht sicher eingereiht sind, kommt in weitester Verbreitung vor. Eatoniella ist fast ausschließlich subantarktisch, eine Art beschreibt Suter von den Campbell- und Auckland - Inseln. Von Watsonella und Eatoniopsis kenne ich nur je eine Art. Skenea wird durch Microdiscula, Jeffreysia durch Jeffreysiella in der Antarktis ver- treten; Homologyra mag kosmopolitisch sein. Pellilitorina und Laevilitorina sind im wesentlichen subantarktisch, eine Art ist von den Campbell- und Auckland -Inseln beschrieben (bei Pfeffer als Assiminea bezeichnet). Das Vorkommen der Gattung Lacuna in der Antarktis halte ich iür unwahrscheinlich, von L. wandelensis Lamy ist die systematische Stellung nicht erwiesen, da sie mit Sublacuna nicht ähnlich genug ist. Die von Pfeffer genannten Gattugenn der Calyptraeiden haben sämtlich keine Beziehung zur Antarktis, in der nur Capulus durch eine Art vertreten ist. Die Gattungen Trichotropis und Torellia, die bisher hauptsächlich aus der Arktis bekannt waren, sind jetzt auch in der Antarktis nachgewiesen. Natica ist kosmopolitisch, Amauropsis scheint bipolar zu sein. Die weit verbreitete Gattung Lamellaria kommt im magellanischen Gebiet vor, doch dürften die antarktischen Arten zu Marseniopsis und Lamellariopsis gehören. Turritella kommt in der Subantarktis vor, während beim antarktischen Festlande nur Turritel- lopsis festgestellt ist. Zu den Cerithiopsidae stellt Pfeffer Cerithiopsis mit einer magellanischen Art und Diala limnaeiformis Watson, die = Toledonia limnaeaeformis (E. Smith) ist, unter Cerithiadae werden die Gattungen Cerithium, Bittium und Triforis genannt. Während ich eine antarktische Art der letztgenannten Gattung nachweisen konnte, ist es von den übrigen zweifelhaft, ob sie in der Ant- arktis vertreten sind. Erwiesen ist das Vorkommen der auch im Norden vertretenen Gruppen CerühieUa und Eumeta und der sonst nicht nachgewiesenen Cerithiopsüla und Eumetula. Von Bucciniden nennt Pfeffer die Gattungen Neptunea, Sipho, Euthria, Fusus, Buccinum, Cominella mit der Untergattung Chlanidota und endlich Neöbuccinum. Die beiden letzten sind die einzigen, die sich in meiner Liste wiederfinden, alle übrigen sehe ich nicht als antarktisch an, wenn sie auch zum Teil mit antarktischen Gruppen mehr oder weniger nahe verwandt sind. Comi- nella s. s. ist nicht antarktisch; Suter (The Subantarctic Islands of Newland, pt. 1 p. 26) nennt von den südlich von Neu- Seeland gelegenen Inseln drei Arten, die aber nach dem Gebiß nicht zu den südafrikanischen Arten, sondern in die Nähe von Pareuthria gehören und, wie Troschel (Gebiß der Schnecken, v. 2 p. 83) hervorhebt, sich an die Gattung Phos anschließen. Was als Buccinum bezeichnet ist, hat nichts mit dieser Gattung gemein; Sipho ist durch eine Art (futilis Thiele, Schnecken und Muscheln. 273 Watson) vertreten, die ich zu Meteuthria stelle, und unter Neptunea findet man (außer dem irrigen Namen fictilis Watson) die Arten, die ich bei Probuccinum und Bathydomus untergebracht habe. Unter Euthria finde ich hauptsächlich Pareuthria-A.vten, doch auch neuseeländische Arten der Gruppe Evarne, deren Gebiß verschieden ist (vgl. Troschel, Gebiß der Schnecken, v. 2 p. 79 t.7 f.12.) Eine ausgezeichnete antarktische Gruppe ist Prosipho, ebenso Neobuccinum und Probuccinum, auch CManidota. Pareuthria ist hauptsächlich subantarktisch, ähnlich Pfefferia, auch die kleinen Gruppen Anomacme, Proneptunea, Buccinella, Glypteuthria, Antistreptus und Meteuthria sind nur aus dieser Zone bekannt. Die kosmopolitische Gattung Nassa erreicht die Antarktis nicht, ebenso Columhella und Mitra. Die Gattung Trophon ist in der Subantarktis mit zahlreichen Arten vertreten, doch kommen einige auch in der Holantarktis vor. Marginella- Arten waren aus dem magellanischen und dem aucklandischen Bezirk bekannt, erst jetzt ist auch eine Art von der Antarktis nachgewiesen. Von Volutiden nennt Pfeffer einige Voluta -Arten des magellanischen Gebietes, Provocator pulcher und Volutomitra fragillima. Diese beiden Gattungen können als subantarktisch gelten, während meine Gattung Harpovoluta holantarktisch ist. Admete, die auch im Norden vorkommt, ist in der Hauptsache subantarktisch, reicht aber bis Chile und Neu -Seeland, A. limnaeaeformis ist eine Toledonia. Von den Gattungen, die bei den Pleurotomiden genannt sind, gehören einige nicht dazu, so Lachesis, Savatieria und die zwei Mangelia- Arten. Sicher kann man Bela, Thesbia und Pleuroto- mella als antarktische Gattungen bezeichnen, weniger sicher erscheint mir das von Typhlomangelia, Surcula und Drillia, zu der ich Pleurotoma studeriana Martens rechne. Als Gattungen der Tectibranchien nennt Pfeffer Actaeon und Utriculus Die erstere reicht bis in die Holantarktis. Als echt antarktische Gattungen können wir Toledonia, Newnesia und vielleicht Neactaeonina bezeichnen. Die Utriculus-Axt stelle ich zu Diaphana, zu der noch einige Arten der Antarktis gehören; auch Cylichna und Philine sind in diesem Gebiet vertreten. Die von Pfeffer genannten Gattungen der Nudibranchien sind meist nicht sicher erwiesen, nur Microlophus dürfte eine der Subantarktis eigentümliche Form sein; näher untersucht waren bloß die zwei genannten Archidoris -Arten. Zu Acanthodoris wurden — wenn auch ohne anato- mische Untersuchung — eine magellanische und eine aucklandische Art gerechnet. Aus diesen Gebieten hat seitdem Eliot (Proc. malac. Soc. London, v. 7 p. 327 — 361 t. 28) eine Anzahl von Nudibranchien beschrieben; von den Falkland -Inseln werden genannt: Aeolidia serotina Bergh, Cratena valentini Eliot, Galvina falklandica Eliot, Coryphella falklandica Eliot, Tritonia challenge- riana Bergh, Diaulula vestita (Abraham), Staurodoris falklandica Eliot und Acanthodoris falk- landica Eliot. Einige dieser Arten sind, wie Eliot hervorhebt, mit solchen aus dem Nordatlan- tischen Ozean nahe verwandt. Siphonaria lateralis ist von Tasmanien über die Aucklandischen Inseln und Kerguelen bis zum magellanischen Gebiet verbreitet. Fast noch auffallender ist der Unterschied der beiden Verzeichnisse hinsichtlich der Bivalven, von denen zahbeiche Gattungen, die Pfeffer nennt, nicht als antarktisch gelten können. Weder Deutsche SUdpular-Expedition. XIII. Zoologie V. °° 274 Deutsche Südpolar-Expedition. Ostrea noch. Anomia, weder Pinna noch Lithodomus, Modiola und Crenella sind in der Antarktis nachgewiesen. Von Pectiniden kommt außer dem großen P. (?) colbecki hauptsächlich die Gruppe Palliolum in der Antarktis vor, von Limiden die Gruppe Limatula; beide sind auch nordisch. So verhält es sich auch mit der Gattung Dacrydium. Dagegen ist Modiolarca ausgesprochen subantarktisch. Philobrya (= Phüippiella Pfeffer) ist durch mehrere Arten in Australien vertreten, reicht mit einer auch bis Kalifornien, doch hat sie eine auffallend starke Verbreitung in der Antarktis. Von der Gattung Hochstetteria sind einige Arten von Süd-Afrika und St. Paul, eine von Neu- seeland bekannt, so ist eine Art in der Antarktis etwas auffallend. Von Adacnarca, dis sich hier anschließen dürfte, ist nur die eine antarktische Art bekannt. Bathyarca ist mit einigen Arten in der Tiefsee verbreitet. Während Limopsis ( = Pectunculina + Felicia bei Pfeffer) weit, beson- ders auch im Norden verbreitet ist, kann man Lissarca als eine hauptsächlich subantarktische Gattung ansehen, die freilich bis Australien reicht. Die Nuculiden und Lediden sind weit verbreitet, besonders auch im Norden. Astarte und Cyclocardia kann man als hauptsächlich bipolar bezeichnen, während Carditella auf der südlichen Halbkugel vorkommt. Die Leptoniden sind in der Antarktis durch einige Gattungen zum Teil mit mehreren Arten vertreten, hauptsächlich wird Cyamium als antarktische Gruppe zu bezeichnen sein. Von Unguliniden sind Axinus (= Cryptodon) und Axinopsis zu nennen, beide auch nordisch. Die von Pfeffer genannten Solemyiden, Luciniden, Cardiiden, Veneriden, Telliniden und Soleniden dürften kaum die Antarktis erreichen. Zwar ist auf eine Angabe Huttons hin von Chione stutchburyi das Vorkommen bei den Kerguelen behauptet worden, doch halte ich das für höchst zweifelhaft; ob Davila umbonata in dieser Gattung richtig untergebracht ist, erschien Smith nicht sicher. Die Gattung Pseudokellya wollte Pelseneer in die Nachbarschaft der Cardiiden stellen,* daher ist sie dieser Familie kaum einzureihen. Den von Pfeffer genannten Gattungen der Anatinidae, die aber jetzt nicht mehr in einer Familie vereinigt werden, kann ich Poromya und Lyonsiella hinzufügen, dagegen gehört Pandora nicht zur Antarktis. Bei einem Vergleich der auf dem Ufersockel des antarktischen Festlandes gefundenen Mollusken mit denen der vorgelagerten Inseln: des hauptsächlich von den beiden Expeditionen Charcots erforschten Alexander -Land bis Süd-Shetlands, der Süd-Orkneys, Süd-Georgien, Bouvet-Insel, Prinz -Edward- und Marion-Insel, Crozet-Insel, endlich Kerguelen, ergibt sich, daß die Arten selten identisch, die Gattungen aber meistenteils über beide Gebiete verbreitet sind. Die Inseln der West- antarktis liegen dem Festlande meist so nahe, daß man erwarten muß, daß die auf ihnen vorkom- menden Arten dieselben sind; am weitesten sind die Prinz Edward- und Crozet-Inseln entfernt, während die Bouvet-Insel, von deren Fauna noch äußerst wenig bekannt ist, durch die Eisverhält- nisse nähere Beziehungen zur Antarktis zeigt. Die Gattungen und Untergattungen Nacella, Margarella, Odostomia, Eatoniella, Skenella, Pellilitorina, Laevilitorina, Natica, Turritella, Perissodonta, Anomacme, Pareuthria, Buccinella, Thiele, Schnecken und Muscheln. 975 Glypteuthria, Antistreptus, Meteuthria, Chlanidota, Pfefferia, Trophon, Provocator, Volutomitra, Admete, Surcula, Thesbia, Diaphana, Cadlina, Archidoris, Siphonana; Modiolarca, Lissarca, Cya- mium, Saxicava erreichen zwar mit einer oder wenigen Arten die Holantarktis, sind aber doch in der Hauptsache Bewohner der Inselzone. Demgegenüber sind folgende Gruppen mehr oder allein in der Holantarktis zu Hause, besonders Submargarita, Trochaclis, Eatoniopsis, Sublacuna, Frovina, Trachysma, Neoconcha, Turritellopsis, Cerithiella, Eumetula, Prosipho, Harpovoluta, Newnesia, Bathydoris, Tritoniella, Notaeolidia, Pseudotritonia, Charcotia, Cuthonella, Galvinella; Adacnarca, Ptychocardia; doch sind diese Gruppen zum großen Teil nur durch eine oder wenige Arten ver- treten. Andererseits zeigt die Inselzone Beziehungen zum magellanischen Gebiet im Westen und im Osten zu den südlich von Neu-Seeland gelegenen Inseln. Wenn ich von kosmopolitischen Gat- tungen absehe, sind besonders die folgenden als diesen Inseln gemeinsam zu nennen: Nacella, Cirsonella, Laevilitonna, Eatoniella, Pareuthria, Admete; Lissarca, Modiolarca. Ähnlich verhält es sich mit dem magellanischen Gebiet, in dem die Einwanderung hauptsäch- lich von Chile her viele dem antarktischen Gebiet fremde Formen ergeben hat; ich will hierauf nicht weiter eingehen. Diese beiden Gebiete, der aucklandische und der magellanische Bezirk nach Pfeffers Be- zeichnung, stellen Verbindungen zwischen der Antarktis einerseits und den im Norden sich an- schließenden Gegenden andererseits her, sodaß sie eine Mischfauna zeigen. Es ist nun bisher Ge- brauch gewesen, diese Bezirke mit der vorher bezeichneten Inselzone und noch einigen anderen Inseln zusammen als subantarktisches Gebiet zu bezeichnen. Da aus dem Gesagten hervorgeht, daß hier doch noch zwei faunistisch merklich verschiedene Zonen vorliegen, scheint es mir erwünscht zu sein, ihnen auch verschiedene Bezeichnungen beizulegen. Den antarktischen Kontinent mit seinem Sockel nenne ich Holantärktis, die Inselgruppen, unter denen Süd-Georgien, die Bouvet- Insel und Kerguelen am wichtigsten sind, möchte ich unter Vermeidung des hybriden Wortes Sub- antarktis vielmehr als Metantarktis bezeichnen und davon den aucklandischen und vielleicht den magellanischen Bezirk als Parantarktis unterscheiden. Der magellanische Bezirk mit den Falk- land -Inseln zeigt nicht mit dem aucklandischen eine immittelbare Verwandtschaft, aber in aus- geprägtester Weise den Charakter einer Mischfauna, begünstigt durch die zusammenhängenden Küsten des südamerikanischen Festlandes; dadurch ist die Mischung der Faunen eine so ausge- sprochene, daß es nur bei eingehendem Vergleich mit den im Norden und im Süden sich anschließen- den Gebieten möglich ist, über die Beziehungen der einzelnen Tierformen ein Urteil zu gewinnen. E. v. Martens hat nach den Sammlungen der Deutschen Tief see -Expedition (Ergebn. D. Tiefsee-Exp., v. 7 p. 73) eine Übersicht der bei den Inseln des antarktischen (in weitem Sinne) Meeres gesammelten Schnecken gegeben und dabei außer den von mir genannten Insehi auch Tristan d'Acunha und St. Paul und Neu -Amsterdam genannt. Tristan d'Acunha und die nicht weit entfernte, neuerdings von der „Scotia" berührte Gough-Insel zeigen recht wenig faunistische Beziehungen zur Antarktis, obwohl Melvill & Standen sie zur Regio antarctica gestellt haben. Diese Zoologen führen folgende Arten auf, die die „Scotia" bei genannter Insel gefunden hat: Gyrineum vexillum (Sow.), Marinula nigra Philippi, Anomia ephippium L., Pecten multicolor Melvill & Standen, Lima (Mantellum) goughensis Melvill & Standen, Tellina {Maera) pusilla 35* 276 Deutsche Südpolär-Expedition. Philippi, Chione philomela (E. Smith), Saxicava arctica (Linne); daraus kann man nicht gut eine nähere Beziehung zur Antarktis erschließen. Die Inseln St. Paul und Amsterdam sind auch von unserer Südpolär-Expedition kurz besucht Worden; über die mitgebrachten Tiere möchte ich einige Bemerkungen beifügen, die für die Faunistik nicht ohne Interesse sind. Velain hat mehrere Arten dieser Inseln beschrieben (Arch. Zool. exper., ser. 1 v. 6. 1877). Eine Patdla-Ait, P. depsta Reeve, liegt in einigen Exemplaren vor. Ich habe die Radula untersucht und finde sie ähnlich der der südafrikanischen P. (Cymbula) compressa Linne, daher ist die Art auch in die Gruppe Cymbula zu stellen, deren Schale auch der unserer Art ähnlich ist. Velains Margarita lacazei ist von Pilsbry (Manual Conchol., v. 11 p. 226) zu Gibbula ge- stellt worden. Die Radula spricht nicht dagegen. Die Mittelplatte hat einen sehr schmalen Hals und kleine zugespitzte Schneide mit ein paar Seitenzacken, an der Basis sehr breite, abge- rundete Lamellen; von den Arten, die Troschel (Gebiß der Schnecken, v. 2 t. 24) abgebildet hat, besitzt zwar keine solche Form der Mittelplatte, aber die Größe der Schneide ist bei ihnen recht verschieden; da die andern Platten ähnlicher sind, möchte ich diese Art — ebenso wie antipoda Hombron & Jacqutnot von den parantarktischen Inseln — zu Gibbula stellen. Velain beschreibt zwei Phasianella- Arten, munieri und brevis, die Pilsbry (Man. Couch., v. 10 p. 176) wohl mit Recht für ein und dieselbe Art hält. Da Velains Abbildung schlecht ist, bilde ich die Schale (Tafel 19 Fig. 14) nochmals ab. Es sind wenig mehr als drei Windungen vor- 'handen, deren obere wenig über die sehr große letzte hervorragen; sie sind glatt und glänzend, anfangs meist weißlich, die letzten rot oder schwärzlich, meistens mit hellen Flecken an der Naht, seltener auch am Umfange. Der weiße Spindelumschlag ist ziemlich breit, die Mündung rundlich eiförmig. Diese Art hat sehr ähnliche Form wie die süd -afrikanische Phasianella neritina Dunker, für die von A. Adams eine Untergattung Chromotis aufgestellt ist; zu dieser gehört sicherlich auch Ph. munieri. Die Radula dieser Art ist der von Tricolia ähnlich. Eine Anzahl kleiner Taenioglossen hat Velain in die Gattungen Lacuna, Rissoa, Paludestrina und Rissoella (= Jeffrey sia) gestellt, doch ohne nähere Untersuchung; von Lacuna halte ich es für höchst unwahrscheinlich, daß Velains zwei Arten dahin gehören, als Rissoella ist eine ziem- lich hohe, mit Spiralstreifen versehene Art bezeichnet. Mir liegen zwei Arten vor, deren eine möglicherweise mit Paludestrina duperrei Velain iden- tisch ist; ich bilde in Fig. 15 (Tafel 19) die Schale in ähnlicher Lage wie Velains Tai 3 Fig. 18, 19 ab, die Beschreibung (1. c, p. 115) paßt besser als die Abbildung. Vom Deckel sagt Velain nur: mince, strie; dieser ist bei dem von mir untersuchten Exemplar ähnlich wie in der Gattung Jeffreysia. Das Gebiß bilde ich in Fig. 21 (Tafel 19) ab, es ist sowohl von der typischen Jeffreysia, als auch von der antarktischen Jeffreysiella deutlich verschieden, so daß ich für diese Art eine Untergattung Jeffreysiopsis annehmen möchte. Die Mittelplatte der breiten und kurzen Radula ist vorn etwas abgerundet, nach hinten allmählich verbreitert und etwas asymmetrisch, die Schneide findet sich etwas vom Vorderende entfernt, sie ist nicht so breit wie die Basis, mit einigen spitzen Zacken besetzt. Die Zwischenplatte ist kurz und sehr breit, an der Außenseite mit einem ziemlich langen, seitwärts gerichteten Fortsatz und innen mit einem kurzen, der schräg nach hinten gerichtet ist; die Schneide ist groß mit mehreren spitzen Zacken, von denen eine etwa in der Mitte am größten Thiele, Schnecken und Muscheln. 277 ist. Die einzige Seitenplatte ist ziemlich breit und kräftig mit vorgebogener Schneide, die gleich- falls mehrere verschieden große, spitze Zacken aufweist. Der Kiefer ist dem von Jeffreysiella ähn- lich, mit wenig zahlreichen Plättchen. Eine sehr kleine, aus 2% Windungen bestehende Schale (Tafel 19 Fig. 16) ist 0,4 mm hoch und 0,45 mm breit, gräulich, glatt, genabelt, Mündung rundlich, der Rand links etwas um- geschlagen. Der Deckel hat einen inneren Fortsatz wie bei Eatoniella; ich möchte es unentschieden lassen, ob das Exemplar unerwachsen ist. Jedenfalls dürfte es eine von Velain nicht beschriebene Art sein, die wohl in die Gattung Skenella zu stellen ist. Weiter nennt Velain die Gattungen Triforis, Magilina, Ranella (Subgen. Apollon -- - Argo- buccinum), Turbonilla, Marginella, Lachesis, Purpura, TrofJwn und Murex. In einem Tier von „Trophon" tritonidea finde ich keine Radula, vielleicht gehört daher diese Art zu den Coralliophi- liden. E. v. Martens hat diese und die Murex -Arten zur Gruppe Kalydon gestellt. Derselbe nennt von Neu-Amsterdam Surcula anteridion Watson, Bela climakis Watsok und beschreibt als neu Spirotropis limula. Von der zweiten dieser Arten scheint mir der Name unrichtig zu sein; die nicht gut erhaltene Schale dürfte zu Clionella gehören. Eine kleine Bullide, Bulla fragilis Velain, stellt Pilsbry (Man. Conch., v. 16 p. 237) zweifel- haft zu Diaphana. Ich habe aus einer Schale (Tafel 19 Fig. 17) das Tier aufgelöst und finde die Radula völlig von der dieser Gattung verschieden, daher stelle ich für diese Art die Gruppe Dia- phanella auf. Tafel 19 Fig. 22 stellt einen Teil der Radula dar. Eine Mittelplatte fehlt, jederseits sind drei Platten in jedem Gliede vorhanden, die ziemlich schwach ausgebildet sind; die innerste ist breiter als lang, ungefähr halbkreisförmig, hinten mit drei kurzen, spitzen Zacken, die folgende Platte ist etwas größer, ungefähr rechteckig, etwas von der Innenecke entfernt mit einer spitzen Zacke, die äußerste mit einer Zacke an der Innenecke. Ein Vergleich mit Fig. 25 der Tafel 19 zeigt, daß das Gebiß sehr viel schwächer und ganz anders geformt ist als in der Gattung Diaphana. Von Marinula maindroni Velain und Siphonaria macgillivrayi Reeve liegen mir einige Exemplare vor. Außer zahlreichen Exemplaren von Lasaea rubra sind von Zweischalern nur ein paar Schalen von Philobrya aviculoides (Velain) vorhanden. Velain hat (1. c, p. 143) von den Mollusken dieser beiden Inseln gesagt: Cette faune tout ä fait particuliere, peut etre regardee, comme une dependance de celle du Cap de Bonne-Esperance, und ich finde das im Wesentlichen bestätigt; außer einigen Formen, die hier allein vorkommen, sind vorwiegend Beziehungen zu Südafrika wahrnehmbar, keine solchen zur Antarktis, freilich müßten einige Arten noch genau untersucht werden, um ihre systematische Stellung und damit ihre faunistischen Beziehungen sicher festzustellen. Eins freilich ist noch hervorzuheben, nämlich eine gewisse Beziehung zur neuseeländischen Fauna; von Purpura dumasi Velain hat Tryon (Manual of Conchology, v. 2 p. 177) darauf hingewiesen, daß sie der neuseeländischen P.patens Hombron & Jacquinot so ähnlich ist, daß man sie für identisch halten möchte, ebenso ist Gibbula lacazei Velain mit einer neuseeländischen Form äußerst nahe verwandt, wahrscheinlich identisch — möglicherweise trifft das noch für andere Arten zu, eine Skenella -Art kommt bei Neu -Seeland vor. Von den genannten Gruppen weisen auf die Beziehungen zur Kapfauna u. a. hauptsächüch Cymbula, Chromotis, Argobuccinum und, wie ich feststellen konnte, Jeffreysiopsis hin. 278 Deutsche Südpolar-Expedition. Von der Gattung Jeffreysia ist bisher noch keine südafrikanische Art nachgewiesen. Van- höffen hat in der Simonsbai unter anderen kleinen Schnecken 3 Exemplare gefunden, von denen ch eins untersucht habe; die Radula ist derjenigen von Jeffreysiopsis duperrei sehr ähnlich. Die Schale bilde ich in Textfig. 13 ab. Sie ist durchscheinend weißlich, glatt und glänzend, aus 3 schnell zunehmenden, gewölbten Windungen mit etwas vertiefter Nacht gebildet, lang eiförmig, 1 mm hoch und 0,75 mm breit; die lang eiförmige Mündimg ist unten etwas eckig. Ich nenne diese Art Jeffrey- siopsis simoniana. Damit zusammen fanden sich einige braungelbe Schalen, deren eine ich in Textfig. 14 abbilde. Diese Art gehört nach dem Deckel, der einen starken inneren Fortsatz aufweist (Textfig. 15) und nach der Radula zu Eatoniella, wovon auch noch keine südafrikanische Art bekannt ist. Die ab- Textfig. 13. Textfig. 17. Textfig. 15. Textfig. H. Textfig. 16. Textfig. 18. gebildete Schale ist 2,3 mm hoch und 1,35 mm breit, hoch kegelförmig, aus 4% mäßig gewölbten Windungen mit ziemlich flacher Naht bestehend, die letzte ist beim Übergang in die abgeflachte Unterseite undeutlich kantig; die Mündung ist rundlich eiförmig, der Mundrand bildet unten links einen in Seitenansicht deutlich vortretenden stumpfen Winkel, neben dem Spindelrand ist eine Rinne sichtbar, doch fehlt eine Durchbohrung des Nabels. Diese Art mag Eatoniella capensis heißen. In demselben Gläschen waren auch mehrere Exemplare, von denen eins in Textfig. 16 darge- stellt ist. Die braune Schale ist 1,45 mm hoch und 1 mm breit, aus 3 :! i ziemlich flachen Windungen gebildet, oben etwas abgestumpft-, kegelförmig, undurchbohrt, glänzend, mit schwachen Spiral- reifen skulptiert, Naht wenig vertieft; Mündung rundlich. Der Deckel (Textfig. 17) hat einen starken, aber wenig abstehenden Fortsatz, von dem eine Verdickung über die Fläche des Deckels verläuft. Die Radula (Textfig. 18) hat weder mit der von Eatoniella, noch mit der von Eatoniopsis Ähnlichkeit genug, um sie dieser Gruppen einreihen zu können. Die kleine Mittelplatte ist etwas asymmetrisch, breiter als lang, vorn mit einer kleinen Ecke, ohne deutliche Schneide, der vielleicht Thielk, Schnecken und Muscheln. 279 ein paar Verdickungen des mittleren Teiles entsprechen, seitlich mit 2 nach hinten konvergierenden und dea mittleren Teil überragenden Lappen. Zwischenplatte kräftig ausgebildet, die Schneide bildet eine große Hauptzacke und außen davon 2 kleinere Nebenzacken. Die innere Seitenplatte hat neben der Haupt zacke eine kleinere Nebenzacke an der Innen- und Außenseite, die bedeutend kleinere äußere Seitenplatte zeigt eine dreizackige Schneide. Wegen dieser Unterschiede sei diese Art in eine Untergattung von Eatoniella unter dem Namen Eatonina gestellt, die Art nenne ich pusilla Außer diesen Arten will ich nur eine, die mir an und für sich interessant erscheint, erwähnen, eine Angehörige der Farn. Oxynoidae, die nach der Schale zu Lobiger gehören würde, während die Form der Pleuropodien an Oxynoe erinnert. Das in der Simonsbai gefundene Tier habe ich in der Ansicht von beiden Seiten gezeichnet (Tafel 19 Fig. 18); die Seiten des kurzen, oben eingedrückten Fußes sind hellgrau mit etwas dunkleren Flecken; die Anhänge sind nicht flügeiförmig, sondern bilden beim konservierten Tier eine ziemlich schmale und dicke Falte. Die Schale (Fig. 19) hat eine außerordentlich kleine Spira an der linken Seite und eine sehr große Mündung, die vorn ab- gerundet, hinten schräg abgeschnitten ist; sie ist 9,5 mm lang und 6 mm breit. In seiner „List of Species of Mollusca from South Afrika" (Proc. malac. Soc. London, v. 5 p. 354 ff.) beschreibt Edg. Smith als einzige südafrikanische Art eine Oxynoe natalensis, deren Schale (t. 15 f. 18) ganz anders geformt ist, demnach dürfte die mir vorliegende Art, die ich Lobiger capensis nennen will, noch imbekannt sein; wahrscheinlich wird sie in einer besonderen Untergattung Lophopleura unterzubringen sein, die durch das Fehlen flügeiförmiger Anhänge an den Seiten und vielleicht durch das sehr kleine Schalengewinde ausgezeichnet ist. Alle holantarktischen Schalen zeichnen sich durch geringe Stärke, häufig durch Rippen oder Reifen als Verstärkung imd — mit Ausnahme von Pecten colbecki — durch Farblosigkeit aus; in der Metantarktis kommen neben zahlreichen farblosen auch einige braun oder grau gefärbte Schalen vor. Die geringe Schalenstärke dürfte eine Folge der sehr niedrigen Temperatur sein, die es den Tieren erschwert, aus dem Wasser den Kalk zu entnehmen. Ähnlich mag es sich mit den Be- wohnern des kalten Wassers der Tiefsee und des Nordens verhalten. A.uf die Frage der Bipolarität will ich nicht näher eingehen. Pelseneer (Result. Voy. Belgica) und Edg. Smith (Proc. malac. Soc. London, v. 5 p. 162 — 166) sind keine Freunde der Bipolaritäts- Theorie; der letztere nennt einige als bipolar bezeichnete Gattungen, von denen aber die meisten auch in den Zwischenzonen vorkommen. Immerhin haben meine Untersuchungen die Zahl der in der Hauptsache bipolaren Gattungen vermehrt; am wichtigsten dürften die folgenden sein: Lepeta, Margarites, Torellia, Turritellopsis, Eumeta, Volutomitra, Admete, Bela, Thesbia, Cadlina, Astarte, Cyclocardia, Axinus und Axinopsis, Lyonsiella. Erklärung der Abbildungen. Tafel 11. Fig. 1—3. Propilidium pelseneeri Thiele, Außen-, Innen- und Seitenansicht. Fig. 4, 5. Schale von Punclurella spirigera Thiele, Ansicht von oben und von links. Fig. 6. Gewinde derselben von rechts. Fig. 7 — 10. Junge Sehale derselben Art in verschiedenen Ansichten. Fig. 11. Schale von Scissurella amoena Thiele. Fig. 12. Schale von Solariellopsis lamellosa (Pelseneer). Fig. 13, 14. Schale von Submargarita strebeli Thiele, stark vergr. Fig. 15, 16. ,, „ Submargarita similis Thiele, dieselbe Vergr. Fig. 17. ,, „ Submargarita impervia Strebel, Lupenvergr. Fig. 18. „ „ Submargarita notalis Strebel, Vergr. wie Fig. 13—16. Fig. 19. ,, „ Submargarita mammülata Thiele, dieselbe Vergr. Fig. 20. „ „ Submargarita unifilosa Thiele, dieselbe Vergr. Fig. 21. „ „ Margarües dulcis (Edg. Smith). Lupenvergr. Fig. 22 a, b. Schalenstücke von Margarües sp. Fig. 23. Schale von Cirsonella extrema Thiele. Fig. 24. „ „ Leptothyra innocens Thiele, a Deckel derselben. Fig. 25. Deckel von Leptothyra sp., Außen- und Innenseite. Fig. 26. Schale von Submargarita sluderi Thiele, Lupenvergr. Fig. 27, 28. „ „ Cirsonella Icerguelensis Thiele, starke Vergr. Fig. 29. „ ,, Trochadis anlarclica Thiele, a Deckel derselben. Fig. 30. „ „ Eulima antarcliea (?) Strebel. Fig. 31. ,, ,, Eulima tumidula Thiele. Fig. 32. „ „ Odostomia perrgrina Thiele, stark vergr., a Apex, b Mündung derselben. Fig. 33. „ „ Rissoa deserta (?) Edg. Smith, Lupenvergr. Fig. 34. „ „ Rissoa pelseneeri Thiele. Fig. 35. „ „ Rissoa fraudulenta Edg. Smith. Fig. 36. ,, ,, Rissoa ovata Thiele. Fig. 37. „ „ Rissoa gelida Edg. Smith. Fig. 38. „ „ Rissoa gelida (?var.) Fig. 39. „ „ Rissoa inflatella Thiele. Fig. 40. ,. „ Frovina soror Thiele. T a f e 1 12. Fig. 1—3. Schale von Adeorbis anlarclieus TYiiele, in verschiedenen Ansichten. Fig. 4. „ ,, Sublacuna indecora Thiele. Fig. 5. „ „ Sublacuna irilirala Thiele. Thiele, Schnecken und Muscheln. 281 Fig. 0. Schale von Trichotropis antarctica Thiele. Fig. 7. „ „ Trachysma tenue Thiele. Fig. 8. „ „ Trachysma? ignobüe Thiele. Fig. 9. „ einer unbestimmbaren Art, stark vergr. Fig. 10—12 „ von Microdiscula vanhöjfeni Thiele, stark vergr. in 3 Ansichten. Fig. 13. „ „ Capulus subcompressus Pelseneer, in Seitenansicht. Fig. 14. Gewinde derselben etwas stärker vergr. Fig. 15. Larvenschale vermutlich von derselben Art stark vergr. Fig. Iß. Schale von Natica delicatula Edg. Smith (?) Fig. 17. Schale einer ganz jungen Natica? sp. Fit;. 18. Schale von Marseniopsis pacifica Bergh. Fig. 19. „ „ Alaba incolorata Thiele. Fig. 20. „ „ Turritellopsis gratissima Thiele. Fig. 21. „ „ Turritellopsis latior Thiele. Fig. 22. „ „ CerithieUa erecta Thiele. Fig. 23. „ „ CerithieUa similis Thiele. Fig. 24. „ „ CerithieUa superba Thiele. Fig. 25. „ „ Eumeta strebeli Thiele. Fig. 26. „ „ Eumeta strebeli vor. laevis Thiele. Fig. 27. „ „ Cerithiopsilla cincta Thiele. Fig. 28. „ „ Cerithiopsilla antarctica (Edg. Smith). Fig. 29. „ „ Cerithiopsilla austrina (Hedley). Fig. 30. „ „ Eumetula dilecta Thiele. Fig. 31. „ „ Triforis delicatula Thiele. Fig. 32. „ „ Prosipho similis Thiele. Fig. 33. „ „ Prosipho gracilis Thiele. Fig. 34. „ „ Prosipho glacialis Thiele. Fig. 35. „ „ Prosipho pusillus Thiele. Fig. 36. 2 Schalen von Prosipho nodosus Thiele. T a f e 1 13. Fig. 1. Sehale von Prosipho contrarius Thiele. Fig. 2. „ „ Prosipho spiralis Thiele. Fig. 3. „ ,, Prosipho gaussianus Thiele. Fig. 4. „ „ Prosipho bisculptus Thiele; a jüngere Schale etwas stärker vergr.; b eine solche mit dem Borstenbesatz. Fig. 5. ,, „ Prosipho elongatus Thiele. Fig. 6. Schale und der stärker vergr. Apex von Olypeuthria meridionalis (Edg. Smith). Fig. 7. „ von Meteuthria martensi (Strebel). Fig. 8. „ „ Anomacme smithi Strebel. Fig. 9. „ „ Prosipho pellitus Thiele. Fig. 10. „ „ Prosipho certus Thiele. Fig. 11. „ „ Prosipho propinquus Thiele. Fig. 12. ,, „ Prosipho pupa Thiele. Fig. 13. „ „ Prosipho fuscus Thiele. Fig. 14. „ „ Buccinella jucunda Thiele. Fig. 15. „ „ Proneptunea amabilis Thiele. Fig. 16. Kleinere Schale derselben Art ohne Periostracum ; a Apex derselben stärker vergr. Fig. 17. Bathydomus obteclus Thiele. Fig. 18. Kopf und Fuß desselben Tieres. Fig. 19. Deckel desselben. Fig. 20. Deckel von Buccinella jucunda Thiele. Fig. 21. Schale von Probuccinum tenerum (Edg. Smith); a Deckel desselben. Fig. 22. „ „ Probuccinum cosiatum Thiele. Fig. 23. „ „ Pareuthria innocens (Edg. Smith). Fig. 24. „ „ Pareuthria plicahäa Thiele. Deutsche Siidpolar-Expeditioii. XIII. Zoologie V. 36 282 Deutsche Südpolar-Expediüon. Fig. 25. Fig. 26. Schale von Trophon drygalskii Thiele. „ „ Marginella hyalina Thiele. Tafel 14. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Fig. Für. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14, 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9, 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. Schale von Harpovoluta vanhöffeni Thiele. Harpovoluta (vanhöffeni var.) striatula Thiele. Bela slrialula Thiele. Bela plicatula Thiele. Bela glacialis Thiele. Typhlomangelia? principalis Thiele. Junge Schale derselben Art. Schale von Pleurotomella simillima Thiele. „ „ Pleurotomella frigida Thiele. Junge Schale von Pleurotomella annulata Thiele. Bruchstück von einem größeren Exemplar derselben Art. Bruchstück von Pleurotomella? deliciosa Thiele. Junge Schale einer unbestimmten Art. 15. Zwei Schalen von Toledonia major (Hedley). Schale von Toledonia striata Thiele. „ „ Actaeon antardicus Thiele. „ „ Diaphana extrema Thiele. „ „ Philine alata Thiele, in 2 Ansichten. Apikaigegend derselben Vergr. Schale von Toledonia media Thiele. „ „ Toledonia elata Thiele. ,, ,, Toledonia punctata Thiele. „ ,, Diaphana kerguelensis Thiele; a Teil derselben von der andern Seite; b junge Schale derselben Art. ,, ,, Laevilitorina caliginosa (Gould). „ ,, Ealoniella kerguelenensis (Edg. Smith). „ „ Eatoniella caliginosa (Edg. Smith); a junge Schale stark vergr. „ „ Ealoniella hyalina Thiele, stark vergr. ,, „ Eatoniopsis paludinoides (Edg. Smith), ebenso vergr.; a Deckel. „ „ Rissoa kergueleni Edg. Smith, dieselbe Vergr. „ „ Rissoa australis Watson, dieselbe Vergr. ,, „ Rissoa subantarctica Thiele, Lupeuvergr. „ ,, Rissoa sluderiana Thiele. „ „ Rissoa principis Watson. ,, „ Rissoa bythiiiella Thiele. T a f e 1 15. Schale von Rissoa lartetia Thiele. Watsonella sinapi (Watson), stark vergr.; a Deckel noch stärker vergr. Rissoa miliaris Thiele, stark vergr. Rissoa dbservationis Thiele, ebenso vergr. JeffreysieUa notdbilis Thiele, ebenso vergr. Microdiscula subcanaliculata (Edg. Smith); a Deckel stärker vergr. Verme.tus? sp. Teil der Schale von Turritella austrina Watson, a dieselbe von der Rückseite. 10. Andere Schalen derselben Art. Turritella frigida Thiele. CerithiopsiUa h rguelensis Thiele. Cerifhiella icerthi Thiele. Eumeta ornata Thiele. Thesbia Iranslucida Watson. Thesbia nana Loven. Mittelplatte und Zwischenplatten eines halben Gliedes von der Radula von Promargarila tropidophoroides Strebel. Thiele, Schnecken und Muscheln. 283 Fig. 18. Mittelplatte, Zwischenplatten und erste Seitenplatte von Submargarita impervia Strebel. Fig. 19. Halbes Kadulaglied von Sublacuna indecora Thiele. Fig. 20. Dasselbe von Frovina soror Thiele. Fig. 21. Dasselbe von Tricholropis antarctica Thiele. Fig. 22. Teil der Radula von Marseniopsis mollis Edg. Smith. Fig. 23. Dasselbe von Turrüellopsis gratissima Thiele. Fig. 24. Teil des Kiefers von derselben. Fig. 25. Teil der Radula von Watsonella sinapi (Watson). T a i e 1 16. Fig. 1. Teil der Radula von Eatoniella kerguelenensis (Edg. Smith). Fig. 2. Halbes Radulaglied von Eatoniopsis paludinoides (Edg. Smith). Fig. 3. Radulaglied von Jeffreysieila notabilis Thiele. Fig. 4. Teil des Kiefers derselben. Fig. 5. Teil der Radula von Microdiscula subcanaliculata (Edg. Smith). Fig. 6. Zwei Kieferplatten derselben. Fig. 7. Radulaglied von Prosipho similis Thiele; a Seitenplatte derselben. Fig. 8. Zwei Radulaglieder von Prosipho glacialis Thiele. Fig. 9. Dasselbe von Prosipho pusillus Thiele. Fig. 10. Seitenplatten von Prosipho nodosus Thiele. Fig. 11. Radulaplatten von Prosipho gaussimms Thiele. Fig. 12. Dasselbe von Prosipho eertus Thiele. Fig. 13. Dasselbe von Buecinella jucunda Thiele. Fig. 14. Dasselbe von Anomacme smithi Strebel. Fig. 15. Dasselbe von „Laehesis" euthrioides Melvill & Standen. Fi.g 16. Dasselbe von Savatieria dubia Strebel. Fig. 17. Dasselbe von Glypteulhria meridionalis (Edg. Smith). Fig. 18. Zwei Radulaglieder von Meteuthria martensi (Strebel). Fig. 19. Radulaplatten von Donovania rnamillata (Risso). Fig. 20. Dieselben von Pfefferia palliata Strebel. Fig. 21. Dieselben von Probuccinum tenerum (Edg. Smith). Fig. 22. Dieselben von Pareuthria irmocens (Edg. Smith). Fig. 23. Zwei Radulaglieder von Bathydomus obteclus Thiele. T a f e 1 17. Fig. 1. Pecten colbecki Edg. Smith, junge Schale von links, a von rechts. Fig. 2. Camptonedes (Palliolum) gaussianus Thiele, von links, a von rechts. Fig. 3. Camptonedes {Palliolum) notalis Thiele, von links, a von rechts. Fig. 4. Lima (Limatula) simillima Thiele. Fig. 5. Lima (Limatula) ovalis Thiele, von der Seite, a von vorn, b Schloßrand. Fig. 6. Lima pygmaea Philippi? von den Kerguelen. Fig. 7. Lima sp. aus der Magellanstraße (Gazelle). Fig. 8. Lima sp. aus dem Smith-Kanal. Fig. 9. Dacnjdium modioliforme. Thiele, a Schloßrand. Fig. 10, 10a. Dasselbe von Dacrydium albidum Pelseneer. Fig. 11. Umrisse einer größeren und einer kleineren Schale von Philobrya sublaevis Pelseneer; a Schloßrand. Fig. 12. Philobrya tumida Thiele, a Innenseite, b Vorderseite, c Härchen von der Oberfläche. Fig. 13. Hochstetteria limopsoides Thiele, a Innenseite. Fig. 14a. Schloßrand von Limopsis grandis von mittlerer Größe, b derselbe von L. jousseaumei (Mab. & Rocheler). Fig. 15. Junge Schale von Limopsis grandis Edg. Smith. Fig. 16. Schale von Limopsis scabra Thiele, a Innenseite. Fig. 17. Philobrya laevis Thiele, a Schloßrand. Fig. 18. Philobrya barbala Thiele. Fig. 19. Modiolarca minuta (Dall), a Sclüoßrand. Og4 Deutsche Südpolar-Expedition. Fig. 20. Leda ecauäata Pelseneer, a Sehloßrand. Fig. 21. Leda antarctica Thiele, a Schloßrand. Fig. 22. Leda longicaudata Thiele. Fig. 23. Malletia pellucida Thiele, a Innenseite. Fig. 24. Malletia concentrica Thiele, a Innenseite. T a f e 1 18. Fig. 1. Nucula notobenthalis Thiele. Fig. 2. Nucula kerguelensis Thiele. Fig. 3. Lissarca gourdoni (Lamy), Innenseite einer Schale, a dasselbe von einem jungen Tier. Fig. 4. Lissarca rubrofusca Edg. Smith, a Sclüoßrand. Fig. 5. Lissarca miliaris (Philippi), a Schloßrand. Fig. 6. Lissarca media Thiele, Innenseite. Fig. 7. Lissarca kerguelensis Thiele, a Innenseite. Fig. 8. Astarte antarctica, Thiele. Fig. 9. Cardita (Cyclocardia) intermedia Thiele. Fig. 10. Cardita (Cyclocardia) astartoides Martens. Fig. 11. Tellimya ovalis Thiele, a Innenseite. Fig. 12. Tellimya gibbosa Thiele, a Innenseite. Fig. 13. Tellimya minima Thiele. Fig. 14. Lasaea consanguinea (Edg. Smith). Fig. 15. Lasaea miliaris (Philippi). Fig. 16. Kellia nuculina Martens. Fig. 17. Pseudokellya gradata Thiele, a Vorderseite, b, c Schloßränder Fig. 18. Mysella? truncata Thiele. Fig. 19. Mysella? frigida Thiele. Fig. 20. Cyamium roiundalum Thiele, a Sclüoßrand. Fig. 21. Cyamium fragillimum Thiele. Fig. 22. Cyamium commwwe Thiele, a Schloßränder, b junge Schale. Fig. 23. Cyamium imitans Pfeffer. Fig. 24. Ptychocardia vanhöffeni Thiele, a Innenseite, b, c Scliloßränder. Fig. 25. Axinopsis debilis Thiele, a Schloßrand. Fig. 26. Poromya spinosula Thiele, a Sclüoßrand. Fig. 27. Lyonsieila planulala Thiele, a Sclüoßrand. Fig. 28. Cuspidaria infelix Thiele. Fig. 29. Cuspidaria concentrica Thiele. Fig. 30. Cuspidaria plicata Thiele. Tafel 19. Fig. 1. Bathydoris clavigera Thiele (iy 2 nat. Gr.) von links gesehen (die Zeichnung habe ich von Simroth erhalten und ein wenig verändert). Fig. 2. Gesclüechtsöffnung derselben vergr. Fig. 3a, b. Zwei Rückenanhänge derselben, ebenso vergr. Fig. 4. Aegires albus Thiele in Seitenansicht, vergr. Fig. 5. Prodoridunculus gaussianus Thiele in Rückenansicht, stark vergr. Fig. 6. Oalvinella glacialis Thiele in Rückenansicht, vergr. Fig. 7, 8. Notaeolidia rufopicta Thiele, in Dorsal- und Ventralansicht. Fig. 9, 10. Vorderende von Pseudotritonia quadrangularis Thiele, in dorsaler und ventraler Ansicht. Fig. 11. Dolo sp. in Seitenansicht. Fig. 12. Craiena exigua Thiele. Fig. 13. Schale von Cominella (Ficulina) bouveti Thiele. Fig. 14, 14a. Schale von Phasianella (Chromotis) munieri Velain. Fig. 15, 15a. Schale von Jeffreysiopsis duperrei (Velain). Thiele, Schnecken und Muscheln. 285 Fig. 16. Schale von Skenella? sp. Fig. 17. „ „ Diaphanella fragilis (Velain). Fig. 18, 18a. Lobiger (Lophopleura) capensis von rechts und von links gesehen. (18a ist vom Lithographen umgedreht.) Fig. 19, 19a. Schale desselben, Außen- und Innenseite. Fig. 20. Kadulazähne von Pleurotomella frigida Thiele. Fig. 21. Radulaplatten von Jeffreysiopsis duperrei (Velain). Fig. 22. Teil der Radula von Diaphanella fragilis (Velain). Fig. 23, 23a. Radulaplatten von Cadlina kerguelensis Thiele. Fig. 24. Kieferstäbchen derselben. Fig. 25. Teil der Radula von Diaphana kerguelensis Thiele. Deutsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 37 Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Band xiii Tafel xi Jfc r li 20 ■k m ' % r, 1-3 Propilidium peh 1-10 Punctarella spirigera, 11 Scissurella amoena, 12 Solariellopsis lamello margarita strebeil, 15, 16 Siibmargarita similis, 11 Siibmargarita impervia, 18 Siibmargarita notal\ mammillata, 20 Snbmargarita umßhsa, 21 Margarites diilcis, 22 Margarites sp., 23 Cirsonella extrema ■ r/r» sp., 26 Snbmargarita studeri, 27, 28 ' 'irsonel/a iis antan antarctica?, Hl Eiilima tumidala, lenta, 36 Rissoa ovata, 37,38 Rissoa gelida, 39 Rissoa i/ißate/la, 4" Froiina sc Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Bandxiii Tafel xii. 5 . - 1 1 in Ma r*- I Z- f ^ deorbis antarcticns, 4 Sublacnna indecora, ~> Snblacuna trilirata, 6 Trichotropis antarctica, 7 Trachgsma tenue, s Trachifsma? ignobile, 9 Gen.f sp.t, 10 12 Microdiscula vanhöffeni, 13-15 Capulus subcompressus, 16 Natica delicatula? 17 Natica? sp. juv., 18 Marseniopsis pacifica, 19 Alaba incolorata, 20 Turritellopsis gratissima, 21 Tnrritellopsis latior, 22 Cerithiella erecta, 23 Cerithiella similis, 24 Cerithiella superba, ■-'■'> Enmeta strebeli, 26 Emneta strebeli var.laevis, •ithiopsilla cm ritliiopsilla antarctica 29 < 'erithiopsilla austrina, 30 Eametala dilecta, 31 Tri/oris delicatula, 32 Prosipho similis, 33 Prosipho gracilis, 34 Prosipho glacialis, 35 Prosipho pnsillas, 36 Prosipho nodosas. Deutsche Südpolar-Expedition i9ot-3. Band xiii Tafel xm. « tr" ***. I f % isf^. / / 10 i ■ \ r ■ ■■•'■} ■Jr / i . »»»> r JP- 1 Prosipho contrarius, 2 Prosipho spiralis, 3 Prosipho gaassianus, 4 Prosipho bisculptas, 5 Prosipho elongatus, 6' Glgpt- enthria meridionalis, 7 Meteuthria inartensi, S Anomacme smithi, 9 Prosipho pellitus, 10 Prosipho certus, 11 Prosipho propinqnus, 12 Prosipho pupa, 13 Prosipho fast us, 14 Buccinellajncunda, 15, 16 Proneptunea amabilis, 17-19 Bathgdomns obtectus, 20 Buccinellajncunda, 21 Probuccinum tenerum, 22 Probuccinnm costatam, 23 Pareuthria innocens, 24 Pareu- thria plicatula, 25 Tioplion drggalskii, 26 Marginella liyaliua. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3 2 Band xiii Tafel xiv. L'i r- 19 hm 21 m 35 3i 1 Earjjovolnta vanhöffeni, 2 Earpovoluta vanhöffeni rar. striatula, 3 Bela striatala, 4 Belaplicatnla, 5 Bela glacialis, p gphlomangelia? principalis, 8 Pleurotomella simillima, 9 Pleurotomella frigida, 10, 11 Pleurotomella annulata, 12 PleurotomelL osa, 13 Gen.? sp.f, 14,15 Toledonia major, 16 Toledonia striata, 17 Actaeon antarcticns, 18 Dia- phana extrema, 19,20 Philine alata, 21 Toledonia media, 22 Toledonia elata, 23 Toledonia punctata, 24 kergaelensis, 25 Laeiilitorina caliginosa, 20 Eatoniella kerguelenensis, 21 Eatoniella caliginosa, 28 Eatoniella hgalina, 29 Eatoniopsis paludinoides, 30 Rissoa kergneleni, 31 Rissoa australis, 32 Rissou wbantarctica, 33 Rissoa studeriana 1 principis, 35 Rissoa bgthinella. SuDPOLAR-ExPEDITIO . 1 V / ■ •>■ Band XIII T A fr 6 \ 8a 15 • 10 Verlag von Georg Reimer in 1 Rissoa lartetia, 2 Watsonella sinapi, 3 Rissoa miliaris, 4 Rissoa observationis, 5 Jeffreysiella notabilis, 5 Microdiscula subcanaliculata, 7Vermetus? sp., 8-10 Turritella austrina, 11 Turritella frigida, 12 Cerithiopsilla kerguelensis, 13 Cerithiella werthi, 14 Eumeta ornata, 15 Thesbia translucida, 16 Thesbia nana, 17 Promargarita tropidophoroides, 18 Submargarita impervia, 19 Sublacuna indecora, 20 Frovina soror, 21 Trichotropis antarctica, 22 Marseniopsis mollis, 23, 24 Turritellopsis gratissima, 25 Watsonella sinapi. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. XIII Tafel XVI. ^ / r ' ' / / Verlag von Georg Rclmor 1 Eatoniella kerguelenensis, 2 Eatoniopsis paludinoides, 3, k Jeffreysiella notabilis, 5, 6 Microdisoula subcanaliculata, 7 Prosipho similis, 8 Prosipho glacialis, 9 Prosipho pusillus, 10 Prosipho nodosus, 11 Prosipho gaussianus, 12 Prosipho certus, 13 Buccinella jucunda, 14 Anomacme smithi, 15 „Lachesis" euthrioides, 16 Savatieria dubia, 17 Glypteuthria meridionalis, 18 Meteuthria martensi, 19 Donovania mamillata, 20 Pfefferia palliata, 21 Probuccinum tenerum, 22 Pareuthria innocens, 23 Bathydomus obtectus. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Band xin Tafel xvii. <: ^*S?0* "N 2 »"»TS! ,-j vrtrrr '7 r * > 15 23" olbech juv., 2 Camptont Campten* 'is, 4 Lima simittitoa, 5 Lima oval/s, 6 Lima pggmaeaf, 7,8 Limas 'crgdium modioliforme, 10 L '»'dum, ll snblaems, 12 Philobrya tnmida, 13 Hochstetteria limopsoides, l'ia. 15 Limopsis qrandis, Hb L.fousseanmei, 16 Li) scabra, J/ Philobrga laevis, 18 Philobrya barbata : Leda longicaudata, 23 Malletia pellucida, 24 Malletia cm Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Band xiii Tafel xviii. M4-, m 19 m ■ L / Nncula notobenthalis, 2 Nncnla kergnelensis, 3 Lissarca gourdoni, i Lissarca rnbrofnsca, 5 Lissarca mili isarca media, 7 Lissarca kergnelensis, 8 Astarte antarctica, 9 Cardita intermedia, 10 Gardita astartoides, 11 Tellimga, ovalis, 12 Tellimga gibbosa, 13 Tellimga minima. 14 Lasaea consanguinea, 15 Lasaea miliaris, 16 Kellia nwculina, 17 I kellga gradata, 18 Mgsellaf trancata, 19 Mgsellaf frigida, 20 Cgamium rotundatnm, 21 Cgamium fragillimum, 2i mium commune, 2'.', Cgamium imitans, 24 Ptgchocardia vanhöffeni, 25 Axinopsis debüü omga spinosula, 27 Lyon- sieila plannlata, 28 Cuspidaria in felis. 29 Cuspidaria concentrica, 30 Cuspidaria plicata. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. r %r 3 m ■ 12 ->*N Band xiii Tafel xix. A)v^v £v / 3 Bathydoris clarigera, '1 Aegires albus, 5 Prodoridiincnliis ganssianus, 6 Oalvinella glacialis, 7,8 Notaeolidia rnfopida, .'). 10 Psendotrifonia quadrangnlaris, 11 Dolo sp., 12 Cratena exigna, 13 Cominella Ficulina) bouveti, 11 Phasianella 1 Chromotis nnniieri, 15 Jeffreysiopsis duperrei, 16 Skenella sp., 17 Diaphanella fragilis, 18,19 Lobiger Lophoplrura) capensis, 20 Pleurotomella frigida, 21 Jeffreysiopsis duperrei, 22 Diaphanella fragilis, 23,24 Cadlina kerguelensis, 25 Diaphana kerguelensis. DIE ALCYONARIA DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR -EXPEDITION 1901-1903 VON Prof. W. KÜKENTHAL BRESLAU MIT TAFEL XX— XXIH UND G4 ABBILDUNGEN IM TEXT Deutsche Siiilpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. 38 Einleitung-. Das mir zur Bearbeitung übergebene Material an Aleyonarien der Deutschen Südpolar - Expedition ist als sehr reichhaltig zu bezeichnen, wenn man es mit dem Material der anderen Süd- polar-Expeditionen vergleicht. Auch die Konservierung war durchweg eine recht gute. Bei weitem die überwiegende Mehrzahl der Exemplare gehörte den Gorgonaceen an. Von Alcyonaceen fanden sich nur ein paar abgerissene Bruchstücke einer Clavularia, die von der Gauss - Station aus 385 m Tiefe stammen. Die Zugehörigkeit zur Gattung Clavularia ergab sich mit Sicherheit aus dem Vorhandensein eines deutlichen Kelches, dagegen war es nicht möglich, mit voller Sicherheit die Art zu bestimmen. Wahrscheinlich gehören die Bruchstücke zu Clavularia frankliniana Roule. Von Pennatuliden waren nur 2 Exemplare vorhanden, beide zu Umbellula carpenteri Köll. gehörig. Die Gorgonaceen gehören ausschließlich zu 2 Familien, von denen besonders die der Prim- noidae reich vertreten war. Hier lagen Vertreter der Gattungen Thouarella, Primnoella, Cali- gorgia, Stachyodes und Callozostron vor. Die zweite Familie, die einige Vertreter in vorliegender Sammlung aufzuweisen hat, ist die der Isiidae, von denen die Gattung Primnoisis in 3 Arten vertreten war. Wie ein Blick auf die nachfolgende Liste zeigt, sind im ganzen 12 Arten von Gorgoniden in unserem Materiale vorhanden, von denen nicht weniger als 8 von demselben Fundort, als Gauss - Station bezeichnet, aus 350 — 385 m Tiefe stammen. Die 4 anderen sind in größeren Tiefen der Antarktis, 3 in 2450 m Tiefe, eine in 3397 m Tiefe erbeutet worden. Die Umbellula carpenteri, welche in 2 Exemplaren erbeutet wurde, stammt aus 2450 und 2725 m Tiefe. Trotz der anscheinend geringen Zahl von Arten wird unsere Kenntnis der antarktischen Alcyo- narienfaunen durch vorliegende Ausbeute sehr erheblich vermehrt. Von großer Wichtigkeit ist es, daß die Deutsche Südpolar-Expedition die einzige ist, welche von der rätselhaften, auf ein einziges Exemplar hin begründeten Gattung Callozostron neues Material beigebracht hat, in Gestalt zweier neuer Arten, so daß unsere Kenntnis von Callozostron dadurch sehr erheblich vermehrt wird. Ferner ist zum ersten Male je ein antarktischer Vertreter der Gattungen Caligorgia und Stachyodes erbeutet worden. Die neuen Arten der Gattung Thouarella geben mir Gelegenheit zu ausführlicheren Er- örterungen über diese Gattung, und auch die Gattung Primnoella habe ich ausführlicher behandelt, wenn ich mir auch eine eingehende Revision auf die demnächst erscheinende Bearbeitung der Gorgonaceen der Deutschen Tief see -Expedition versparen will. Ich lasse nunmehr die Liste der von der Deutschen Südpolar-Expedition erbeuteten Arten samt Fundorten folgen. 38* 290 Deutsche Siidpolar-Expedition. Alcyonacea. Clavularia spec. Gauss- Station, 380 m; Bruchstücke. Gorgonacea. Fam. Primnoidae. Thouaretta Gray, longispinosa n. sp. Gauss- Station, 385 m; mehrere Exemplare. äff. variabilis Wr. u. Stud. Gauss -Station, 350, 385 m; zahlreiche Exemplare. dispersa n. sp. Antarktis, 2450 ; 1 Exemplar. grandiflora n. sp. Gauss -Station. 385 m; 1 Exemplar. Primnodla Gray vanhöffeni n. sp. Gauss-Station, 385 m; 3 Exemplare. Caligorgia Gray antarctica n. sp. Gauss-Station, 385 m; 2 Exemplare. Stachyodes Stud. gaussi n. sp. Antarktis, 2450 m; 3 Exemplare. Callozostron Wright horridum n. sp. Antarktis, 2450 m; 1 Exemplar. carlottae n. sp. Antarktis, 3397 m; 4 Bruchstücke. Fam. Isidiidae. Primnoisis Wr. u. Stud. antarctica (Stud.). Gauss-Station, 350 m; 7 Exemplare. fragilis n. sp. Gauss-Station, 350 — 385 m; 2 Exemplare. armata n. sp. Gauss-Station, 350 — 385 m; zahlreiche Exemplare. Pennatulacea. Fam. Umbellulidae. Umbelluta. carpenteri Köll. Antarktis, 2450 und 2725 m; 2 Exemplare. Es soll einer späteren zusammenfassenden Darstellung vorbehalten bleiben, die geographische Verbreitung der antarktischen Alcyonarien im Zusammenhang mit den subantarktischen darzu- stellen, hier will ich nur darauf hinweisen, welche erhebliche Vermehrung unserer Kenntnisse über die rein antarktischen Vertreter dieser Tiergruppe wir der Gauss-Expedition verdanken. Rechnen wir, dem Vorgange Vanhöffens folgend, zur Fauna der Antarktis außer der Oberflächenfauna des Treibeisgebietes die Bodenfauna des antarktischen Kontinentsockels und schließen wir davon noch die in der „antarktischen Tiefsee" vorkommenden Formen aus, so erhalten wir eine Liste, zu der ich noch folgendes bemerken will. Es sind nur diejenigen Südpolar-Expeditionen aufge- führt, deren Material an Alcyonarien bereits bearbeitet worden ist. Weggelassen ist die höchst zweifelhafte Rhopalonel/a pendulina Roule, und ebenso fehlen alle in den früheren Bearbeitungen antarktischen Materiales aufgeführten Arten, welche nicht vom antarktischen Festlandssockel W. Kükkntii.w,, Alcyonaria, 291 selbst stammen. Es bleiben dann 15 Arten übrig, von denen nicht weniger als 9 von der „Gauss- Expedition" stammen; unter diesen sind 6 neue Arten. Soul h.Cross Fran^ais Discovery Scotia Gauss Alcyonacea: Clavularia frankliniana Roule Akyonium parssleri May Gorgonacea : Farn. Primnoidae : Thouarella antardiea i Val. i Thouarella äff, variabilis (Wh. u. Stud. ThouareUa longispmosa Kurts Thouarella grandiflora Kükth Priiiniiii'llii ilirrn/rns Micks Primnoella vanhöffeni Kükth Caligorgia antardiea Kükth Fam Isidae : Primnoisis antardiea (Stud.) Primitoms ilelieahtht Hicks Primnoisis spicata Hicks Primnoisis ramosa Thoms. u. Ritchie Primnoisis fragilis Kükth Primnoisis armata Kükth + + + + + ( ? ) + + + + + + Systematischer Teil. Fam. Primnoidae Milne Edw. emendd. Veeeill. Eine ausführliche und sorgfältig zusammengestellte Geschichte der Familie hat 1908 H. Gor- zawsky gegeben. Ich weise auf diese Arbeit besonders deshalb hin, weil ich sie von späteren Be- arbeitern nirgends zitiert finde. Eine groß angelegte Monographie der Familie verdanken wir Versluys (1906). In neuester Zeit hat sich auch KitfosHiTA. (1908) mit einzelnen Gattungen der Primnoiden befaßt und wertvolle Beiträge gegeben. Eine Einteilung in 4 Subfamilien wurde zuerst von Wright und Studer im Ch allenger -Report durchgeführt, und auch Versluys (1906) befolgt noch in seiner Monographie diese Einteilung in die 4 Subfamilien der 1. Primnoidinae (Primnoides), 2. Primnoinae (Plumarclla, Amphüaphis, Thouarella, Sienella, Primnoella. Caligorgia, Pnmnoa), 3. Calyptiophorinae (Stachyodes, inkl. Calyp- terinus und Calyptrophora). 4. Callozostroninae (Callozostron). Gleichzeitig macht aber Versluys (p. 155) darauf aufmerksam, daß seiner Meinung nach eine etwas geänderte Einteilung natur- gemäßer wäre, und schlägt folgende 5 Subfamilien vor: Primnoidinae {Primnoides) ; Primnoellinae {Primnoella ) ; Thouarelhnae {Amphüaphis, Thouarella, Plumarella, Stenella); Primnoinae (Caligorgia, Primnoa, Stachyodes. Calyptrophora); Callozostroninae { Callozostron ). Letztere Einteilung wird von Kinoshita (1907) akzeptiert, und auch mir erscheint sie als 292 Deutsche Südpolar-Expedition. zweckmäßig. Docli beabsichtige ich nicht, an dieser Stelle mich weiter darauf einzulassen, sondern will mich den im vorliegenden Materiale vertretenen Gattungen zuwenden. Gattung Thouarella Gray. 1870. Thouarella Gray. Catalogue of Lithophytes p. 45 (Type Th. antarclica). 1788. Thouarella Studer. Monatsberichte d. Akad. d. Wiss. Berlin, p. 649. 1887. Thouarella Studer, Arch. f. Naturg. Jahrg. 53, Bd. 1, p. 50. 1889. Thouarella + Amphilaphis, Wright u. Studer, Kep. Challenger vol. 31, p. XLIX u. p. 59. 1906. Thouarella Amphilaphis, Versluys. Gorgon., Siboga-Exp. II, Primnoiden p. 20. 1908. Thouarella \- Amphilaphis Kükenthal, Zool. Anz. Bd. XXXIII, p. 10. 1908. Thouarella Diplocalyptra, Kinoshita, Annot. Zool. Inponenses vol. VII, part I, p. 49. Die Gattung Thouarella wurde 1870 von Gray aufgestellt mit der Diagnose: „Coral simple, with long, simple filiform branches, spreading on all sides of the stem. Bark formed of large im- biicate scales. Polype-cells smooth, bellshaped, scattered on upperside of branches, covered with four or five series of imbricatc scales." Gray stellte diese neue Gattung auf für die Primnoa ant- arclica von Vale^ciennes. Studer (1878, p. 64:9) nimmt diese Diagnose auf mit dem Zusätze, daß die Polypenschuppen gezähnt sind. Er verallgemeinert also nur den Befund an der Th. ant arctica auf Grund der Abbildung von Valencie^nes (Venus t. 12, fig. 2, 2 a) und dehnt dieses Merkmal auf die Gattung aus. Wie wir sehen werden, hat es aber nur für die Arten der Antarctica- gruppe, nicht für die ganze Gattung Geltung. Eine neue, ausführliche Diagnose gibt Studer in seinem ,, Versuch eines Systems der Alcyonaria" (1887, p. 50), auf Grund der Untersuchung der Challenger -Exe mplare. Die Diagnose lautet: „Kolonie verzweigt, Äste unter rechten Winkeln, meist nach drei Seiten abgehend. Die Polypen sind keulen- oder becherförmig und sitzen am Stamm in kurzen, aufsteigenden Spiralen, welche meist aus 3 Polypen gebildet werden; selten sind sie gegenständig. Die Kelchschuppen sind verschieden auf der dorsolateralen und auf der ventralen Seite des bilateralen Kelches. Die dorsolateralen haben einen stark konvexen oberen Band, nach dem die vom Nucleus ausstrahlenden Warzen divergieren. Häufig verschmelzen die Warzen und bilden dann zusammenhängende Rippen, welche in Zähnen pm Rande der Schuppe endigen. Mit- unter ist der Mittelzahn in einen langen Stachel verlängert. Die Ventralschuppen sind kleine, dünne Plättchen, die meist zwei Längsreihen bilden. Die neuen Kelche entstehen an der Spitze der Zweige." Diese Diagnose bedeutet in mancher Hinsicht gegenüber der von Gray gegebenen einen Fortschritt. So wird anerkannt, daß die Kolonie verzweigt ist, auch die Schuppen erfahren zum ersten Mal eine etwas genauere Beschreibung. Die Angabe, daß die Aste unter rechten Winkeln meist nach drei Seiten abgehen, ist allerdings in der Gattungsdiagnose zu streichen, ebenso die An- gabe, daß die Polypen in Spiralen stehen. Im Challenger -Report werden die Angaben noch etwas erweitert und modifiziert. So sollen die Kolonien meist einen unverzweigten Stamm haben; tritt Verzweigung ein, so liegen die Äste in einer Ebene. Dann wird das Operculum erwähnt, das einen niedrigen Kegel bildet. In der Mitte jeder Opereularschuppe soll sich eine tiefe Furche finden, und diese Schuppen sollen sich einander nicht berühren, wenn sie zusammengelegt sind, sondern radiale Zwischenräume lassen. Das Wachstum soll an den Zweigspitzen erfolgen, indem ein einzelner Polyp einem neuen Zweige den Ursprung gibt. Endlich wird Thouarella nahe zu Sienella gestellt, und Th. moseleyi als Zwischenform aufgeführt, von welcher Th. hügendorfi zu der als Typus zu betrachtenden Th. antarctica führt. W. Kükenthai,, Aloyonaria. 293 Einen sehr wesentlichen Fortschritt in unserer Kenntnis der Gattung verdanken wir Versluys (1906, p. 22). Bis dahin waren außer der Th. antat ctica Val. noch eine von Studer (1878) zu Plumarella gerechnete Form, die dann im Challenger-Werk als Thouaretta hügendorfi zu unserer Gattung gestellt wird, ferner 4 neue Arten aus der Challenger-Ausbeute bekannt. Versluys stellt dazu 2 neue Arten der Siboga- Expedition auf, die eine ausgezeichnete, durch zahlreiche Abbildun- gen unterstützte Beschreibung erhalten, und untersucht kritisch auch das Material des Challenger. Auf Grund dieser Untersuchungen kommt er zu einer Auffassung der Gattung Thouaretta, der ich auf Grund meiner eigenen Studien nur beitreten kann. Eine von Thomson und Ritchie (1906) als neu beschriebene Form Th, brucei sowie die von St. Thomson (1911) auf gestellte Thouaretta hicksoni, die leider sehr wichtige Angaben vermissen lassen, und ebenso die von mir befürwortete Einbeziehung der Gattung Amphüa/phis erfordern eine Erweiterung der Gattimgsdiagnose, und das- selbe ist der Fall mit der neuen Arten, welche ich hier den schon bekannten hinzufüge. In folgen- dem will ich versuchen, eine solche neue Gattungsdiagnose zu geben: „Die Kolonie ist unverästelt oder verästelt. In letzterem Falle liegen die Äste in einer Ebene, mit einer Ausnahme, bei T h, brucei. Stamm und Äste sind verschieden dicht mit Kurzzweigen besetzt, deren Länge für jede Art meist ziemlich scharf begrenzt ist. Diese sind entweder unverzweigt oder verzweigt. Die Abgabe der Kurz- zweige erfolgt entweder regellos allseitig oder vorwiegend bi- radial oder ausgesprochen von zwei Seiten. Meist biegen sich die Kurzzweige nach einer Seite ab, dadurch eine Vorder- und eine Hinterseite der Kolonie erzeugend. Die Polypen stehen weit von den Zweigen ab, kommen bei manchen Arten auch an den Ästen und dem Hauptstamme vor und sind adaxial nur wenig eingekrümmt. Ihre Form ist walzenförmig, keulenförmig oder glockenförmig. Ihre Größe schwankt von 1 — 3 mm und ist bei den einzelnen Arten verschieden. Die Polypenstellung ist verschieden, entweder un- regelmäßig, isoliert oder an den Kurzzweigen in Wirtein von 2 bis 3. Die Polypenschuppen sind groß, ihre Längsreihen besonders adaxial und nach der Basis zu verschoben, und auf einen Polypen- querschnitt kommen meist nur 4 bis 6, selten 8 Schuppen. Die Po- lypenschuppen sind gezähnelt oder glattrandig, innen dicht b e - warzt und mitunter mit feinen, radiären Längsleisten versehen. Die obersten Polypenschuppen sind stets 8 an der Zahl. Entweder sind sie nur gezähnelt oder blattartig zugespitzt oder in einen Stachel ausgezogen, der durch einen auf der Innenseite liegenden Kiel gestützt wird. Diese Randschuppen sind etwas nach innen einschlagbar. An ihrer Innenseite inserieren die 8 Deckschuppen von meist dreieckiger, zugespitzter Form, die ein verschieden hohes Operculum bilden. Auch können 4 größere mit 4 kleineren Deckschuppen abwechseln. Die Schuppen der Zweigrinde sind wie 294 Deutsche Sfidpolar-Expedition. die Polypenschuppen dachziegelförmig angeordnet u n d ihnen auch in der Gestalt ziemlich ähnlich, nur etwas kleiner und länglicher, während die kleineren Schuppen der Stammrinde dicht nebenein- ander liegen und oft stark skulpturiert und gezackt sind. V e r - breit ung:«subantarktisches Gebiet sowie Südatlantischer Ozean, ebenso Süd pazifischer Ozean. Im Indischen Ozean nördlich ver- breitet, an der ostasiatischen Küste bis nach Japan." . Ich habe mich seinerzeit entschlossen (1908, p. 49), die Gattung Amphilaphis We. Stud. mit Thouardla zu vereinigen und sehe mich dazu veranlaßt, weil mehrere der neu beschriebenen Formen, insbesondere Th. fiabdlata, in mancher Hinsicht Zwischenformen darstellen, und weil mir auch sonst die unterscheidenden Merkmale nicht zu einer generischen Trennung ausreichend erscheinen. Im folgenden will ich eine Begründung meines Vorgehens geben. Wkight und Studer (1889, p. 70) stellten die Gattung Amphilaphis als verbindendes Glied zwischen Thouardla und Plumarella, auf. Die Merkmale sind nach ihnen die Verzweigung der Kolo- nie in annähernd einer Ebene, die Äste entspringen vom Hauptstamm alternierend und sind ent- weder unverzweigt oder geben Seitenzweige ab. Äste wie Zweige laufen einander parallel, im Winkel von 45° entspringend. Die keulenförmigen Polypen stehen nach etwa 4 Seiten hin in ver- schiedener Entfernung voneinander, ihre Schuppen sind denen von Thouatdla ähnlich. Das Opercu- lum wird von 8 Deckschuppen gebildet und stellt sich als ein niedriger Kegel dar. Das Coenenchym ist dünn, mit zwei Lagen von Schuppen. Das Wachstum ist apikal. In der Form der Polypen und Schuppen erkennen die Autoren eine Verwandtschaft mit Thoua- rdla, während die Art der Verzweigung auf Plumarella hinweist, bei der indessen die Polypen nur von zwei Seiten abgehen. Es wird dann eine Art, A. regularis, beschrieben, der Studer (1894, p. 65) eine zweite, A. abietina, Nutting (1908, p. 543), eine dritte, A. biserialis, hinzufügt. Thomson und Eitchie (1906. p. 854) haben zahlreiche Exemplare von A. regularis in Händen gehabt, bringen aber in ihrer Beschreibung kaum etwas Neues. Eine neue Art von Australien, A. plumacea, beschreiben Thomson und Mac Kinnon (1911 ). Aufs neue behandelt wird die Gattung von Versluys (1906, p. 20), der ihre Merkmale viel schärfer heraushebt. Auch Versluys hält die Gattung als in der Mitte zwischen Plumarella und Thouardla stehend aufrecht, wenn er auch ausdrücklich auf die nähere Verwandtschaft zu Thouardla hinweist. Seine Nachuntersuchung des Typus bringt manches Neue, das ich zunächst in folgender G a 1 1 u n g s d i a gnose von Amphilaphis zu verwerten versuchen will. ,, D i e Verzweigung ist wie bei Plumarell a i e d e r a r t i g und finde t annähernd in einer Ebene statt, doch ist die Anordnung der Zweige keine genau abwechselnde, und die Entfernungen der Zweigur- sprünge sind verschieden. Die Kurzzweige sind verschieden lang, oft mit Seitenzweigen versehen, und ihre Spitzen sind schlaff. Neue Kurzzweige werden auch zwischen den schon vorhandenen gebildet, im Gegensatze zu Plumarella, wo sie stets am Ende ent- stehen. Die Polypen stehen teils regellos im Umkreise der Rinde, teils in Paaren, sie biegen sich adaxial stark ein, ohne indessen die W. Kükenthai, Alcyonaria. 29;") Zweigrinde zu berühren. Die Polypenschuppen stehen in 8 Längs- reihen, die sich nur b a s a 1 w ii r t s etwas verschieben. Die obersten Polypenschuppen (Kandschuppen) haben eine mediane Rippe mit n u r schwach vorragendem Stachel und können sich etwas n a c h innen umlegen. Die Deckschuppen sind nach außen konkav u n d mit einem medianen, in einen Stachel auslaufenden Kiel versehen. T n der Rinde liegen oberflächlich größere polygonale oder unregel- mäßige, darunter kleinere rundliche Platte n." Es geht daraus hervor, daß die wesentlichsten Merkmale der Gattung Amphüaphis in der Art der Verzweigung und der Achtzahl der Längsreihen der Polypenschuppen erblickt werden müssen. Nun habe ich aber bereits eine Th. flabellata beschrieben, welche in der Art ihrer Verzweigung der Amphüaphis regularis sehr nahe steht. Auch bei Th. flabellata ist die Verzweigung annähernd in einer Ebene erfolgt und federförmig, und auch bei ihr sind die Kurzzweige nicht scharf von den Ästen geschieden, sondern gehen allmählich ineinander über. Die Polypen stehen größtenteils in Wirtein, seltener einzeln. Neue Kurzzweige bilden sich auch zwischen den schon vorhandenen aus. Nach der Art ihrer Verzweigung ist also Th. flabellata unzweifelhaft zu Amphüaphis zu stellen, denn der bei letzterer auftretende Unterschied, daß die Enden der Kurzzweige schlaffer sind, kann nicht als wichtiges Merkmal betrachtet werden. Andererseits ist aber Th. flabellata im Bau ihrer Polypen eine zweifellose Thouarella, da die Zahl der Längsreihen in der Mitte auf etwa 4 reduziert ist und auch alle anderen Eigenschaften der Thouarella-Volypen vor- handen sind. Dagegen ist nun bei Amphüaphis die Zahl der Längsreihen in der Polypenmitte größer und beträgt 8. Dies hängt zweifellos zusammen mit der relativen Kleinheit der Polypenschuppen, die nicht so viel Platz beanspruchen wie bei den Thouarella-~Po\ypen. Aber auch bei den Amphilaphis- Polypen tritt bereits am basalen Polypenteil eine Verschiebung der Längsreihen auf, und auffällig bleibt es auch, daß Wright und Studer nur von 7 Längsreihen berichten, während Versluys 8 gefunden hat. Betrachten wir andererseits irgendeinen Thouarella-'Poly'pen, so sehen wir, daß distalwärts auch stets 8 Längsreihen von Polypenschuppen vorhanden sind, die sich nur basal- wärts verschieben und auf 4 — 6 verringern, entsprechend der bei den einzelnen Arten wechselnden Größe der Polypenschuppen. Das ist aber ein gradueller Unterschied, kein prinzipieller, der als Hauptgattungsmerkmal in Betracht kommen könnte, und dies um so weniger, als sonst die Amphi- laphis -Polygen, den Thouarella-~Po\ype\\ vollkommen gleichen. Die bessere Erhaltung der 8 ur- sprünglichen Längsreihen von Polypenschuppen auch im unteren Polypenteil spricht nur dafür, daß wir bei Amphüaphis einen ursprünglichen Zustand der Thouarella-I'olyipen vor uns haben, der bei den anderen Thouarella- Arten durch die zunehmende Größe der Polypenschuppen verschieden - gradig verwischt erscheint. Inwieweit die Entwicklung der Kolonie federartig in einer Ebene für eine Verwandtschaft mit Plumarella spricht, ist schwer zu entscheiden. Denn man muß bedenken, daß doch in der verschiedenen Entstehung der sekundären Kurzzweige bei beiden Gattungen auch eine tiefgehende Verschiedenheit existiert, ganz abgesehen von der verschiedenen Polypenstellung. Es kann sehr wohl bei Amphüaphis (bzw. Thouarella flabellata) und Plumarella sich in der feder- förmigen Verzweigung in einer Ebene keine nähere Verwandtschaft, sondern nur eine Konvergenz- Dentsche Südpolar-Expedition. XIII. Zoologie V. oo 296 Deutsche Südpolar-Expedition. erscheinung aussprechen, ein Gesichtspunkt, der mir überhaupt bei den bisher angestellten phylo- genetischen Spekulationen nicht genügend berücksichtigt zu sein scheint. Eine erneute Untersuchung der Gattung, wie der gesamten Unterfamilie Thouarellinae Versluys verdanken wir Kinoshita (1908, p. 49). Ich beschränke mich hier darauf, die wesentlichsten Resultate wiederzugeben, zu denen dieser verdienstvolle Autor gelangt ist. Er versucht eine neue Einteilung der Unterfamilie Thouarellinae und stellt folgenden Schlüssel auf: Subfamilie Thouarellinae Yersl. Polypen mit primitiv gebildetem Circumoperculum. Verzweigung feder- artig mit sekundären Kurzzweigen Amphüaphis; Polypen mit gut ausgebildetem Circumoperculum. Verzweigung feder- artig mit sekundären Kurzzweigen Thouarella s. s. ; Verzweigung dichotom, ohne sekundäre Kurzzweige Diplocalyptra; Polypen ohne Circumoperculum, also mit unbeweglichen Randschuppen. Randschuppen des Polypenrumpfes zu 8 vorhanden, nnd zwar septal liegend, ohne sekundäre Kurzzweige. Verzweigung federartig, Kurzzweige regelmäßig abwechselnd, Polypen nicht in Paaren Plumarella; Kurzzweige unregelmäßig abgehend, Polypen in Paaren . . Amphüaphis abietina; Verzweigung dichotom Dicholaphis; Randschuppen zu 8 vorhanden, und zwar interseptal liegend. . . . Parastenella; Randschuppen weniger als 8. Randschuppen zu 5 vorhanden, Verzweigung federartig, ohne sekundäre. Kurzzweige Ptero stenella ; Rand schuppen zu 4. Verzweigung nicht federartig Stenella s. s.; Randschuppen 5 — 6, Verzweigung nicht federartig. Zweige allseitig gerichtet, vielleicht auch sekundäre gebildet Dasystenella. Zur weiteren Erläuterung fügt Kinoshita folgendes hinzu. Die Gattung Rhopalonella Roule (1907, p. 438) läßt er unberücksichtigt, da sie nur ungenügend beschrieben worden ist. Ich stimme Kinoshita darin vollkommen bei. Ferner billigt Kinoshita mein Vorgehen, die Amphüaphis regularis in die Gattung Thouarella einzubeziehen, behält aber Amphüaphis als Untergattung bei. Die Amphüaphis abietina dagegen stellt er als isolierte Form auf, für die besser eine besondere Gattung zu schaffen wäre, da nach Mennekings Abbildungen (1905, Taf. VIII, Fig. 7 u. 8) kein Circumoperculum und keine sekundäre Zweigbildung vorhanden ist. Weiter wird die Untergattung Diplocalyptra aufgestellt mit zwei neuen Arten, D. parva und coronata, und auch die von Nuttino beschriebene Thouarella biserialis wird zu dieser neuen Untergattung gestellt. Als einziges Merkmal der neuen Untergattung wird eine typisch dichotome Verzweigung ohne sekundäre Zweige ange- führt. Es ist mir nicht möglich, jetzt schon ein abschließendes Urteil über Kinoshitas Vorschläge zu geben, ich will aber doch schon jetzt betonen, daß die Zersplitterung der Gattung Thouarella in so viele Untergattungen mir zum mindesten etwas verfrüht erscheint. Zweifellos bestehen ver- schiedene Beziehungen der Galtung zu benachbarten Gattungen, insbesondere Stenella und Pluma- W. Kükenthal, Alcyonaria. 297 rella, und man kann ebenso zweifellos in der Gattung Thouarella gewisse Artengruppen unter- scheiden, die durch gemeinsame Merkmale verbunden sind. Diese Artengruppen aber als Unter- gattungen aufzufassen, kann ich mich nicht entschließen. Gegen die von Kinoshita aufgestellten Untergattungen habe ich noch insbesondere das Bedenken, daß sie größtenteils nur auf die ver- schiedene Art der Verzweigung hin begründet worden sind. Wie ich zeigen werde, ist dieses Merkmal weniger wichtig, da in den verschiedenen Gruppen eine weitgehende Konvergenz in bezug auf die Verzweigung eintreten kann, und ich habe in meiner Einteilung die Anordnung und die Gestalt der Polypen in den Vordergrund geschoben. Da ich in einiger Zeit in meiner Bearbeitung der Gorgoniden der Deutschen Tief see -Expedition nochmals auf die Gattung Thouarella zurückzukommen habe, will ich mir eine eingehende Er- örterung über Kinoshitas Einteilung auf diese kommende Arbeit versparen, ebenso wie über die Vorschläge welche Versluys (1906, p. 155) in bezug auf Schaffung neuer Subfamilien gemacht hat, und gehe nunmehr dazu über, meine eigene augenblickliche Auffassung darzulegen. Dem Beispiele von Versluys folgend, teile ich die nunmehr 26 Arten umfassende Gattung in Gruppen ein, zu den zwei von Versluys aufgestellten, der Hilgendorfi- und Antarctica-Gruppe, noch eine dritte hinzufügend, die als Köllikeri-Gru^e bezeichnet wird, und eine vierte, die Re- gidaris -Gruppe mit den Arten der früheren Gattung AmphilapMs. Bei dieser Einteilung habe ich mich aber teilweise von anderen Gesichtspunkten leiten lassen. Die Hilgendorfi-Giuppe ist beson- ders gekennzeichnet dadurch, daß die Polypen meist in Wirtein von 2 — 3 angeordnet sind und die Randschuppen größere oder kleinere mediane Stacheln tragen. Die Antarctica-Giixppe weist nur isoliert stehende Polypen auf, und die Randschuppen haben keinen besonderen medianen Stachel, sondern sind wie die anderen Polypenschuppen auch am freien Rande stark gezähnelt. Die Köllikeri- Gruppe enthält Formen mit isolierten Polypen, deren Randschuppen blattartig zuge- spitzt, meist mit Stachel versehen sind, und die Regidaris- Gruppe solche mit 8 Längsreihen von Polypenschuppen, während diese Zahl bei den anderen Gruppen im unteren Polypenteile durch Verschiebung reduziert ist. Auf die Art der Verzweigung habe ich in dieser Einteilung weniger Gewicht gelegt als auf die Anordnung und die Gestalt der Polypen, denn es hat sich mir gezeigt, daß innerhalb jeder Gruppe die Verzweigung bei den einzelnen Arten recht verschieden sein kann. So finden wir bei allen 3 Gruppen Arten, bei denen die Kurzzweige rings um den Stamm angeordnet sind, und andere mit mehr biradialer Anordnung, wobei durch Umbiegen von Kurzzweigen nach einer Fläche eine Vorder- und eine Hinterseite der Kolonie mehr oder weniger deutlich markiert werden kann. Diese biradiale Anordnung kann sich einer biserialen nähern (Th. fiabellata, Th. tenuisquamis und abietina), ohne daß deshalb an eine nähere Verwandtschaft dieser Arten gedacht zu werden braucht. Gerade im Aufbau der Kolonien tritt meines Erachtens eine weitgehende Konvergenz ein. I. Hilgendorfi-Gruppe. Versluys hat, wie schon erwähnt, in seiner Bearbeitung der Gattung Thouarella die bis dahin bekannten 8 Arten in 2 Gruppen untergebracht, die Hilgendorfi- und die Antarctica-Grwppe, und zwischen sie als isolierte Art die Th. köllikeri gestellt. Für die Hilgendorfi-GvivpTpe gibt er an, daß die Polypen meist in Wirtein von 2 und 3 angeordnet sind, während bei der Antarctica-Grxipipe 39* 298 Deutsche Südpolar-Expedition. alle Polypen isoliert stehen. Auch meine eigenen Untersuchungen haben mich zu dieser Auffassung geführt. Zu der Hilgendorfi- Gruppe rechne ich Th. hilgendorfi typica, laxa, tydemani, moseleyi, carinata, tenuisquamis, flabellata und longispinosa, Betrachten wir den Aufbau der Kolonien bei diesen 9 Arten, so ergibt sich folgendes. Allen gemeinsam ist, außer der Stellung der Polypen in Wirtein, daß die Verästelung der Hauptäste im großen und ganzen in einer Ebene erfolgt und daß die Kurzzweige durchweg sehr dünn und zart sind. In der Anordnung der Kurzzweige finden sich aber Unterschiede. Während sie bei Th, hilgendorfi und Th. longispinosa rund um den Stamm stehen, sind sie bei Th. flabellata in einer Ebene geordnet. Zwischen diesen beiden Extremen findet sich eine biradiäre Anordnung bei allen anderen Arten der Gruppe, indem die Kurzzweige vorwiegend von beiden Seiten der Verzweigungsebene, aber in mehreren unregelmäßigen Reihen entspringen und sich nach einer Fläche umbiegen, so daß eine Vorder fläche und eine Hinterfläche unterschieden werden kann. Für die Artbestimmung wichtige Unterschiede ergeben sich ferner aus dem Winkel, in welchem die Kurzzweige abgehen, der z. B. bei carinata relativ spitz ist, bei hilgendorfi dagegen sich einem Rechten nähert, ferner aus dem Umstände, ob die Kurzzweige sekundäre Kurzzweige tragen oder unverzweigt sind, aus der Länge der Kurzzweige, dann aus der Anordnung der Polypen an den Kurzzweigen. Es ist auch für jede Art charakteristisch, in welcher Entfernung die Polypen voneinander stehen. Die Unterschiede sind oft beträchtlich. So kommen bei Th. laxa nur 4 Po- lypenwirtel auf 1 cm Zweiglänge, bei moseleyi, flabellata und longispinosa 5 Wirtel, bei hilgendorfi und tydemani 6, bei carinata und tenuisquamis 7 — 8 Wirtel. Weitere Unterschiede finden sich in der Polypengröße, denn auch das ist ein ziemlich konstanter Faktor für jede Art. Allerdings sind diese Unterschiede nicht bedeutend. Die kleinsten Polypen haben hilgendorfi und flabellata mit 1 mm Höhe, größere von 1,2 mm Länge finden sich bei Th. tenuisquamis, von 1,3 mm Länge bei carinata, von 1,25 — 1,5 mm Länge bei moseleyi und laxa, von 1,5 mm Länge bei tydemani und longispinosa. In der Anordnung und Größe der Schuppen liegen weitere Merkmale. Allerdings ist die Zahl der Schuppen in jeder abaxialen Längsreihe bei allen Arten ungefähr die gleiche, nämlich 6, von denen die kleinsten von 0,25 mm Länge bei Th. tenuisquamis und die größten von 0,4 mm Durchmesser bei moseleyi vorkommen. Nur bei Th. longispinosa findet sich abaxial eine geringere Zahl von Schuppen, nämlich 4. Auffälliger ist die Bildung der Randschuppen. Hier können die medianen Stacheln sehr kurz oder sehr lang sein, und ebenso kann der die Unterseite des Stachels stützende Kiel verschieden ausgebildet sein. Dann sind die Deckschuppen heranzu- ziehen. Ihr Größenverhältnis zu den Randschuppen bildet ein auffälliges Merkmal, welches z. B. ohne weiteres Th. hilgendorfi von Th. moseleyi unterscheiden läßt, indem erstere Form sehr kleine Deckschuppen, letztere doppelt so große besitzt, welche die Randschuppen an Größe übertreffen. Bei manchen Arten können ferner 4 größere und 4 kleinere Deckschuppen miteinander alternieren, und schließlich ist auch in den bald zugespitzten, bald breit abgestumpften Formen der Deck- schuppen »in ziemlich konstantes Artmerkmal gegeben. Die Schuppen, welche die Kurzzweige bedecken, sind den Polypenrumpfschuppen recht ähnlich, nur sind sie oft längsoval gestaltet, die Schuppen des Stammes und der Hauptäste dagegen sind mit einer Ausnahme sehr viel kleiner, im allgemeinen etwa, halb so groß und teils von Seheibenform, meist mit gesägten Rändern, teils unregelmäßiger gestaltet und auf der Oberseite mit Leisten versehen. Allen Schuppen dieser Gruppe ist gemeinsam eine Unterseite mit dicht gestellten kleinen Warzen, die radial von dem meist etwas W. Kükenthal, Alcyonnria. 299 exzentrisch gelagerten Kernpunkt ausstrahlen, und eine Oberseite, die mit Leisten und ähnlichen Bildungen skulpturiert sein kann. Auch die verschiedene Dicke der Schuppen spielt eine Rolle, so sind die Rindenskleriten des Stammes bei Th. tydemani besonders dick, während sämtliche Schuppen bei Th. tenuisquamis auffällig dünn sind. Als Artmerkmal nicht zu verwenden ist die Färbung. Wenigstens ist bei den mir vorliegenden Formen die Farbe fast stets weiß, gelblich oder hellbraun. Auch die Farbe der Achse ist annähernd die gleiche braune. Ferner ist die Achse glatt, und nur bei Th. carinata fiel mir auf, daß sie deutlich längsgefurcht ist. Schließlich ist noch zu bemerken, daß die meisten Arten aus dieser Gruppe von Anneliden bewohnt werden, die an den Stämmen und Hauptästen sitzen und eigentümliche Wachstums- änderungen veranlassen, die zur Ausbildung sogenannter ,,Wu r mgänge" führen. Die Verbreitung der 9 bis jetzt bekannten Arten dieser Gruppe ist folgende: Tiefe 1. Th. hilgendorfi Stud., Japan, Keiinseln 204 — 540 m; Siberut- Straße 571 m. 2. Th. typica Kinoshita, Japan 180—2200 m. 3. Th. moseleyi Wr., Stud., Kermadekinseln 1080 m; Flores 794 m. 4. Th. tydemani Versl., Rotti 520 m. 5. Th. laxa Versl., Makassar- Straße 1301 Japan 400—700 m. 6. Th. longispinosa n. sp., Gauss -Station (Antarktis) 7. Th. carinata Kükth., Japan 8. Th. tenuisquamis n. n. (== Thouardla regularis Kükth.), Groß-Nikobar 9. Th. flabeUata Kükth., Ostafrika Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, daß diese Gruppe ein einheitliches Verbreitungs- gebiet hat, das von der Antarktis durch den Indischen Ozean bis Japan und den Kermadek -Inseln geht. Interessant ist, daß nunmehr drei der aufgeführten Arten auch an anderen Fundstellen erbeutet worden sind. Die geringste. Tiefe, in welcher diese Formen vorkommen, ist 180 m, die größte 2200 m. Es sind also sämtliche Arten als Tiefseeformen zu bezeichnen. Ich gehe nunmehr zur Beschreibung der neuen Art über, welche sich im Materiale der Deutschen Südpolar -Expedition vorfindet und welche ich dieser Gruppe zurechne. * Thouarella longispinosa u. sp. (Taf. XX, Fig. 1.) Fundort : Gauss- Station. 12. I. 03. Tiefe 385 m. Mehrere kleine Kolonien. Diagnose: „Verzweigte Kolonie, deren Kurzzweige nahezu all- seitig abgehen, wobei aber die der einen Seite nach der anderen zu gekrümmt sind. Die Kurzzweige sind unten bis 22 mm lang, oben kürzer. Die Polypen stehen in Wirtein von 3 und 4, selten in Paaren, und es kommen 5 W i r t e 1 auf 10 mm Zweiglänge. Die Polypen sind 385 m. 720 m. 752 m. 1644 m. 300 Deutsche Südpolar-Expedition. bis 1,5 mm lang, unten schlank, oben trichterförmig verbreitert und ad axial etwas eingebogen. In den ab axialen Längste ihen stehen n u r 4 S c huppen. Die Randschuppen besitzen einen sehr 1 a n gen, breiten Stachel, der bis 0,7 mm Länge erreichen k a n n. Die Deck- schuppen sind spitz dreieckig und bis 0,32 mm lang. Die Rinden- s k 1 e r i t e n sind flach, annähernd kreisförmig und h a b e n ei n e n Durchmesser v o n 0,25 m m. Verbreitung: Gauss- Station (Antarktis) i n 385 m Tief e." Beschreibung : Zunächst lege ich eine Kolonie von 57 mm Höhe der Beschreibung zu- grunde. Sie besteht aus einem einzigen Hauptaste. Ringsherum sitzen unverästelte Kurzzweige, doch so, daß die Kurzzweige der einen Seite nach der anderen zu gekrümmt sind, so daß eine Vorder - und eine Hinterseite unterschieden werden kann. Die unten 22 mm langen Kurzzweige nehmen Fig. 1. Thouarella longispinosa n. sp. Polypenwirtel. Fig. 2. Thouarella longispincsa n. sp. Randschnppe. Fig. 3. Thouarella longi- spinosan.sp.Rindensklerit. nach oben zu bedeutend an Länge ab und inserieren in einem immer spitzer werdenden Winkel. Die Polypen sitzen in Wirtein von 3 bis 4, mitunter auch nur paarweise an den Kurzzweigen, ver- einzelt auch am Hauptaste selbst, und auf 10 mm Länge kommen höchstens 5 Wirte!. Die Polypen stillen in recht verschiedenen Winkeln am Zweige, bald nahezu senkrecht, bald so stark nach innen gekrümmt, daß -. Fig. 7. Thouarella chilensis n. sp. Deckschuppe. Fig. *»v Thouarella chilensis n. sp. Polypenschuppe. Fig. Thouarella chilensis Randschuppe. n. sp. Fig. 8. Thouarella chilensis Sklerit der unteren Rinde u. sp. nur wenig größer sind als die adaxialen und ungefähr die gleiche Form haben. In den nicht deutlich ausgesprochenen, sondern etwas verschobenen Längsreihen liegen abaxial 7 — 8 Schuppen, adaxial weniger. Die abaxialen Schuppen sind 0,42 mm breit, 0,25 mm hoch und an ihrem mitunter etwas gebuchteten Rande fein ausgezackt (Fig. 5). Ihre Innenfläche ist dicht mit radiär vom Kern- punkt ausstrahlenden Warzen, auch radiären Leisten bedeckt. Der Kernpunkt liegt etwas der Basiskante genähert. Die Randschuppen sind höher und von ungefähr dreieckig zugespitzter Form, sie werden bis 0,6 mm hoch (Fig. 6). Die adaxialen Randschuppen sind etwas kleiner. Ein Stachel fehlt. Die nach oben vorragende Spitze ist stark gezähnt und mit Längsleisten skulptu- riert. Sie endet nicht spitz, sondern abgestumpft. Die darunter liegenden Schuppen zeigen eben- Deutsche Südpolar-Expeditiou. XIII. Zoologie V. 4< I ;;ilj Deutsche Siidpolar-Expedition. falls die Andeutung einer solchen Spitze. Die nach innen davon liegenden Deckschuppen sind schmäler, 0,4 mm hoch und etwa lanzettförmig im Umriß (Fig. 7). Auch bei ihnen ist der Rand gezähnt, die radiäre Streif ung ist aber nicht so stark ausgesprochen wie bei den Randschuppen. Die adaxialen Randschuppen wie Deckschuppen sind kleiner. In der Stammrinde liegen dicht gedrängt und meist etwas übereinandergeschoben kleine, 0,15 mm im Durchmesser haltende Schuppen, deren Rand sehr stark gezackt, häufig fast sternförmig ist (Fig. 8). Diese Schuppen zeigen eine starke Skulpturierung durch kräftige, radial gestellte Leisten. Die Schuppen der Kurz- zweige sind erheblich größer. Farbe: elfenbeinweiß, Achse unten rotbraun. Anfangs war ich geneigt, diese Form zu Th. antarctica zu stellen, auf welchen Namen auch ihre Etikette lautete. Die Unterschiede gegenüber dieser Art sind aber doch zu erhebliche. So hat vorliegende Art einen anderen Aufbau. Die niemals verzweigten Kurzzweige stehen meist senkrecht auf dem Stamme, die Polypen stehen ebenfalls senkrecht auf den Kurzzweigen und kommen vereinzelt auch am Stamme vor. Auch ihre Form ist eine andere, dickere. Ferner stehen in den Längsreihen weniger Schuppen. Auffällig sind auch die tief eingezackten kleinen Rinden - skleriten. Jedenfalls gehören aber Th. chilensis und Th. antarctica zu der gleichen Gruppe. C. Köllikeri-Gruppe. Versluys hatte zwischen die Hügendorfi- und die Antarctica-GTU^e als isolierte Form die Th. köÜikeri gestellt, die mit der Antarctica -Gruppe die isolierte Polypenstellung, mit der Hilgen- (Zor/£-Gruppe den Aufbau gemein hat. Gemäß der anderen Umgrenzung, welche ich der Antarctica- Gruppe gegeben habe, ist auch die Köllikeri -Gruppe etwas anders aufzufassen. Sie enthält die- jenigen Thouarella -Formen mit isolierten Polypen, welche blattartig zugespitzte Randschuppen besitzen. Zu dieser Gruppe rechne ich Th. köllikeri. Th. variabilis. Th. versluysi, Th. striata, Th. clavata, Th. brucei und Th. hicksoni. Es ist leicht einzusehen, daß eine Gruppe, welche eine solche Mittelstellung einnimmt, Arten umfaßt, die bald mehr der einen, bald der anderen benachbarten Gruppe zuneigen, doch steht sie im großen und ganzen der ^«torc^'ca-Gruppe bedeutend näher. Allen Arten gemeinsam ist eine stärkere Ausbildung der Kurzzweige als bei der Hilgendorfi-Grupiie und eine bedeutendere Größe der isolierten Polypen. Die Anordnung der Kurzzweige ist dagegen verschieden, bald stehen sie rings um den Stamm, wie bei Th. striata oder Th. variabilis, wo sie bereits gelegentlich etwas nach einer Seite eingebogen sein können, bald sind sie mehr biradial angeordnet und nach der Vorder- seite eingebogen, wie bei den anderen Formen. Bei allen Arten sind die Kurzzweige verästelt. Ihre Länge schwankt von 2 cm bei Th. versluysi bis zu 3 — 3,5 cm bei Th. clavata. Die Polypen sind verschieden dicht angeordnet, am dichtesten bei Th. striata, sehr locker bei Th. versluysi und clavata. Bei letzterer Form ist die Tatsache sehr beachtenswert, daß einige kurze Zweige die Polypen in dichtester Anordnung tragen, so daß diese Zweige keulenförmig werden. Damit verbunden ist eine Verschiedenheit des isoliert oder dicht gedrängt stehenden Polypenkörpers. Die Polypen sind am kleinsten bei Th. brucei mit 1 nun Länge, bei Th. striata mit 1,5 — 2 mm Länge, und wenig größer bei Th. clavata. Th. versluysi hat Polypen von 2 mm Länge, während sie bei Th. köllikeri und W. Kükenthal, Alcvonaria. 305 variabilis 2—2,5 mm lang sind. Von abaxialen Polypenschuppen finden sich bei Th. variabüis und Th. striata 4 — 5, bei Th, clavata 5 — 6, bei Th. versluysi 6, bei Th, brucei 7 in jeder Längsreihe. Die Randschuppen sind entweder nur blattartig zugespitzt, wie bei Th. köUikeri oder mit kurzem, gekieltem Stachel, wie bei Th. striata, Th. versluysi, Th. brucei und Th. clavata, oder mit längerem Stachel, wie bei einem Teile von Th, variabilis. Die Deckschuppen sind ganz allgemein schmal, lanzettförmig oder spitz dreieckig, wie bei Th. versluysi, striata und clavata, mit schwachem Kiel. Die Größe und Gestalt der Polypen und Rindenschuppen sind weitere unterscheidende Merkmale. Wurmgänge sind nur bei Th, variabilis beobachtet worden. Die Verbreitung der zu dieser Gruppe gehörigen Arten ist folgende: 14. Th. hölliheri Wr., Stud. Patagonien 320 m. 15. Th. variabilis Wr., Stud. Prinz Edward-Insel 270 m. Heard-Insel 570 m. Gauss- Station (Antarktis) . . . 350 — 385 m. 16. Th. versluysi Kükth. Agulhasstrom 500 m. 17. Th. clavata n. n. (= Th. affin, antarctica Kükth.). Agulhasstrom 500 m. 18. Th, brucei Thoms. u. Ritchie. St. Helena, Burdwoodbank Gough -Insel 95 — 180 m. 19. Th. striata Kükth. Bouvet-Insel 450 m. 20. Th. hiclcsoni St. Thoms. Kap St. Francis (Südafrika) . . 133 m. Die Gruppe ist also als subantarktisch und antarktisch zu bezeichnen. Im Material der Deut- schen Südpolar-Expedition fand sich folgende Art vor. * Thonarella äff. variabilis Wr. u. Stud. (Tat. XX, Fig. 2 u. 3.) 1889. Th. v. Wbight u. Studer, Rep. Chall. v. 31. p. 68, Taf. 21, Fig. 1. 1905. Th. v. Menneking, Arch. f. Naturgesc-h. v. 71, p. 260, Taf. 9, Fig. 9, 10, 21 it. 22. 1906. Th. v. Versluys, Gort;-. Siboga-Exp. II, Primnoiden p. 37. Fundort: Gauss- Station, in 350 — 385 m Tiefe. Zahlreiche Exemplare. Beschreibu n g : Der Aufbau der Kolonien ist ein recht verschiedenartiger, bald sind sie unverästelt, bald geben sie oft sehr lang werdende Seitenäste ab, auch kann der Hauptstamm abgebrochen und an seine Stelle ein rechtwinklig von ihm entspringender Seitenast getreten sein (siehe Abb. 3, Taf. XX). Fast stets entspringen die Seitenäste im rechten Winkel, und da, wo sich mehrere finden, laufen sie einander parallel, halbkreisförmig eingekrümmt. Allen Kolonien gemein- sam ist ferner eine unten sehr starre und brüchige, in ihrem oberen Teile biegsamere Achse. Die polypentragenden Kurzzweige sind stets nur in der oberen Partie der Kolonie entwickelt, im unteren Teile stellen sie kurze, abgebrochene Dornen dar. Die Kurzzweige entspringen allseitig am Stamm im rechten Winkel und dichter Anordnung; einige Exemplare zeigen insofern eine Abweichung, als die Kurzzweige etwas mehr biradial angeordnet sind, so daß eine Vorder- und eine Rückseite der Kolonie angedeutet wird, und in diesem Falle stehen die Kurzzweige auch lockerer und sind bedeutend länger. Bei den meisten Exemplaren sind die Kurzzweige 20 — 30 mm lang. Charakteristisch ist 40* 306 Deutsche Siidpolar-Expedition. auch, die dichotomische Verzweigung der Kurzzweige, die nur bei den Exemplaren mit längeren Kurzzweigen seltener ist und sich auf die unteren Kurzzweige beschränkt. Die dichte Anordnung der annähernd gleichlangen Kurzzweige, ruft eine Ähnlichkeit mit einer Zylinder - bürste hervor. Die Polypen haben Becherform und sind etwa 1,5 — 2 mm lang. Charakteristisch für sie ist die geringe Zahl von Polypenschuppen (Fig. 9). In einer Längsreihe liegen nur etwa 4 Schuppen. Die Randschuppen sind blattartig in eine lange Spitze ausgezogen, die von einem kräftigen Kiel unterstützt wird (Fig. 10). Die Decksehuppen sind schmal und zugespitzt. Die unter den Rand- schuppen liegenden 4 Rumpfschuppen zeigen ebenfalls blattartige Spitzen. Bei einzelnen Formen Fig. 9. Thouarella äff. variabilis Wu. Stud. Polyp. lü. Thouarella äff. variabilis Wu. Stud. Randschuppe. ^ö Fig. 1 1 . Thouarella äff. variabilis Wu. Stud. Polypenschuppe. rv Fig. 12. Thouarella äff. variabilis Wu. Stud. Rindensklerit. sind die Stacheln der Randschuppen nur kurz, bei anderen länger, und da sich alle Übergänge von einem Extrem zum anderen finden, möchte ich nicht von einer besonderen Varietät sprechen, ähnlich der var. brevispinosa, die Wrjght und Studer von Th. variabilis aufgestellt haben. Die Rindenschuppen sind ansehnlich groß (Fig. 11 u. 12). Am meisten stimmen vorliegende Formen mit Th. variabilis Wr, u. Stud. überein, und ich würde nicht zögern, sie zu dieser Art zu stellen, wenn nur die Beschreibung letzterer Form etwas ausführlicher wäre. Noch fehlt ein Habitusbild, und auch die Abbildung eines Polypen ist bis jetzt nicht gegeben worden. Immerhin glaube ich, daß die vorliegenden Exemplare zum Formen- kreise von Th. variabilis gehören. Mit der Kor in typica der letzteren Art haben sie die unten starre, oben biegsame Achse, die dichotomische Teilung der Kurzzweige und, was mir am wichtigsten erscheint, einen ähnlichen Bau der Polypen, insbesondere die geringe Zahl der Rumpfschuppen, sowie die fj estalt der Rand- und Deckschuppen gemein. W. KOkenthal, Alcyonaria. 3Q7 D. Regularis- Gruppe. In dieser Gruppe führe ich zunächst die Arten der früheren Gattung Amphilaphis auf. Das wichtigste Merkmal scheint mir der Bau der Polypen, die zwar in jeder anderen Hinsicht echte Thouaretta-Yolypen sind, insofern aber ein ursprüngliches Merkmal aufweisen, als die Zahl der Längsreihen ihrer Polypenschuppen auch im unteren Polypenteile noch 8 beträgt, während bei den drei anderen Gruppen durch Vergrößerung der Schuppen eine Verschiebung der Längsreihen im unteren Polypenteil und eine Verminderung auf 4 — 6 eingetreten ist. Wie ich aber schon ausgeführt habe, ist dieser Unterschied nur ein gradueller, da auch bei den anderen Thouarellen oben die Zahl der Schuppen, transversal gerechnet, 8 betragen kann und nur nach unten in wechselnder Zahl ver- mindert ist, andererseits auch bei Th. regularis die Schuppen der Polypenbasis sich zu verschieben beginnen. Auf die biseriale Anordnung der Kurzzweige, das Merkmal, welches Weicht und Studee als wesentlichstes für Aufstellung ihrer neuen Gattung Amphilaphis angesehen haben, ist weniger Gewicht zu legen, nachdem ich eine auch sonst in allen Punkten zu Thouarella gehörige Art (Tit. flabellata) gefunden habe, bei der das gleiche Verhalten auftritt. Von den beiden bereits beschriebe- nen ist nur die erstere gut bekannt, während von der zweiten nur eine sehr unbefriedigende kurze Beschreibung existiert. Auch eine dritte neuerdings von Nutting (1908, p. 573) aufgestellte Amphilaphis biserialis ist unvollständig beschrieben. Es kommen aus der Ausbeute der Deutschen Südpolar-Expedition noch zwei weitere Arten hinzu, die ich, allerdings Dicht ohne Zögern, zu dieser Gruppe stelle: die Th. dispersa und Th. grandiflora. Erstere bildet eine Brücke zur KöUikeri-GtTxnppe letztere zur Antarctica-Grappe. Es sind 6 Arten zur Regularis-Gvu^e zu rechnen: 21. Th. regularis (We, u. Sttjd.). Tristan d'Acunha 130 m. Nachtigallinsel 180—240 m. St. Helena . . Hawai? (nach Nutting) . 720 m. 22. Th. abietina (Sttjd.). Pazifischer Ozean, 1° 7 N. 81° 4 0. 3132 m. 23. Th. biserialis (Nutting). Hawai 72 — 420 m. 24. Th. dispersa n. sp. Antarktis 2450 m. 25. Th. grandiflora n. sp. Antarktis 385 m. 26. Th. {Amphilaphis) plumacea (Thomson u. Mackinnon). Australien 54 — 72 m. Anhangsweise möchte ich erwähnen, daß meiner Auffassung nach auch die beiden zu seiner Untergattung Diplocalyptra gerechneten Arten D. parva und D. coronata. welche Kinoshita be- schrieben hat (1908), zur .Ret/j^ans-Gruppe zur rechnen sein dürften. Ich lasse nunmehr die Beschreibung der neuen Arten folgen. * Thouarella dispersa u. sp. Taf. XX, Fig. i. Fundort: 1. III. 03. Twist, 2450 m. Antarktis. 1 Exemplar. Diagnose : ,,D ie Kolonie ist in einer eingekrümmten Ebene ver- zweigt. Die unverästelten Kurzzwei ge gehen in annähernder Fie- derstellung von dem Stamme'im W i n k e 1 von 60° ab und sind 25 mm 308 Deutsche Südpolar-Expedition. lang. Die Polypen sitzen sehr zerstreut an den Kurzzweigen, ver- einzelt a u c h a m S t a m m e , sind 1 ,5 — 2 mm lang, adaxial wenig einge- bogen und weisen a b a x i a 1 5 — 6 Schuppen in einer Längsreihe auf. Die Polypenschuppen sind bis 0,6 mm breit, fast glattrandig, und die Randschuppen sind nur schwach zugespitzt. Dagegen sind die Deck schuppen bis 0,8 mm lange, schmalblättrige Gebilde mit star- kem, medianem Kiel, der in einer oder mehreren Spitzen vorspringt. Die Rindenschuppen sind dünne Scheiben bis 0,25 mm Durchmesser. Verbreitung: Antarktis, in 2450 m Tief e." Beschreibung : Die Kolonie, welche vielleicht auch nur einen Hauptast darstellt, ist 18 cm lang. Die Kurzzweige von 25 mm Länge gehen annähernd fiederförrnig zu beiden Seiten des Stammes in einem Winkel von 60° ab und laufen ungefähr einander parallel. Die Ebene, in der Fig. 13. Thouarella dispersa n. sp. Polyp. Fig. 11. Thouarella dispersa n. sp. Polypenschuppe. Fig. 15. Thouarella dispersa Fig. 16, Thouarella n. sp. Deckschuppe. dispersa Rinden sklerit. sie liegen, ist stark eingekrümmt, so daß eine konkave Vorderfläche und eine konvexe Hinterfläche gebildet werden. Die Polypen stehen sehr vereinzelt an den Kurzzweigen, gelegentlich auch am Hauptstanim, und liegen zum großen Teil in der Verzweigungsebene. Sie entspringen in spitzem bis rechtem Winkel, sind ziemlich dick und adaxial nur wenig eingebogen (Fig. 13). Ihre Länge beträgt 1,5 — 2 mm. Abaxial stehen etwa 5 — 6 Schuppen in einer Längsreihe; diese Polypen - schuppen sind bis 0,(i nun breit und mit meist glattem, freiem Rande versehen (Fig. 14); die Rand- schuppen sind schwach zugespitzt, dagegen sind die Deckschuppen sehr lange, bis 0,8 mm messende, schmal blattförmige Gebilde, mit starkem medianen Kiel versehen, der in eine oder einige Spitzen auslaufen kann (Fig. 15). Durch die Größe und Gestalt dieser Deckschuppen unterscheidet sich vorliegende Form von allen anderen Thouarella -Arten. Die Rindenschuppen sind dicke Scheiben bis zu 0,25 mm Durchmesser, ohne Leisten und mit verhältnismäßig wenig Warzen (Fig. 16). DieseForm W. Kükenthal, Alcyonaria. 3Qg steht etwa in der Mitte zwischen der Köllikeri- und der iüegr^am-Gruppe. Doch zähle ich sie wegen der biserialen Anordnung der Kurzzweige und den nicht blattartig ausgezogenen Rand- schuppen der letzteren Gruppe zu. Sie stellt eine neue, durch Größe und Gestalt der Deckschuppen scharf gekennzeichnete Art vor, die ich nach der spärlichen Verteilung der Polypen Th. dispersa nenne. *Thouarella grandiflora n. sp. Taf. XXI, Fig. 6. Fundort: 7.11.03. Twist. Gauss-Station (Antarktis). 350 m. Diagnose: „Die Kolonie ist in einer etwas eingekrümmten Ebene verästelt; die unverzweigten, bis 40 mm langen Kurzzweige gehen im Winkel von 45° in fied erförmiger Anordnung und einander paral- lel vom Hauptstamm und den Hauptästen ab. Die einzeln stehenden Polypen sind bis 3 mm lang, entspringen meist in rechtem Winkel, liegen vornehmlich in der V e r z w e i g u n g s e b e n e und sind gelegent- lich an den Enden der Kurzzweige zu dichten Klumpen angehäuft. DiePolypenskleriten sind in 8 ad axial, allerdings sehr undeutlichen Längsreihen angeordnet. Abaxial finden sich 7 — 8 Schuppen in einer Längsreihe. Die Polypenschuppen sind bis 0.6 mm breit und haben einen glatten oder etwas gezackten Band. Auch die Rand- schuppen sind kaum verschieden. Die Deckschuppen sind bis 0,6 mm hoch, schmal dreieckig und mit dickem, medianem Kiel und ge- zackten Seitenrändern versehen. Die Rindenschuppen sind dünne Scheiben bis 0,3 mm Durchmesser, und darunter liegen kleinere Skleriten mit kräftigen, radial gestellten Leisten. Verbreitung: Gauss-Station (Antarktis), in 350 m Tiefe." Beschreibung : Das der Beschreibung zugrunde liegende Exemplar hat eine Länge von 18 cm und besteht aus einem kräftigen, leicht gebogenen Hauptstamme, von dem fiedrig angeordnet zahlreiche Seitenäste abgehen. Diese Seitenäste liegen nahezu in einer Ebene und sind nach einer Seite etwas eingekrümmt, so daß eine Vorder- und eine Hinterseite der Kolonie entsteht. Während auf der einen Seite zahlreiche Hauptäste entspringen, welche fiederartig angeordnete Kurzzweige tragen, finden sich auf der anderen Seite nur solche Kurzzweige. Diese sind fast stets unverzweigt und stehen zum Stamm im Winkel von etwa 45°, so daß sie miteinander parallel laufen, wie die Hauptäste der anderen Seite auch. Die Enden der Kurzzweige sind weniger rigid und leicht ein- gebogen. Die Länge der Kurzzweige beträgt bis 40 mm. Die Polypen stehen sowohl an den Kurz- zweigen wie an den Hauptästen und dem Stamme selbst und sind im allgemeinen gleichmäßig ver- teilt, nur an den Enden der Zweige treten sie dichter zusammen und bilden gelegentlich dicke Klumpen, welche ein keulenförmiges Aussehen der Zweige hervorrufen, ähnlich wie ich es bei Thoua- rella clavata beschrieben habe. Die Polypen sind von ansehnlicher Größe, bis 3 mm lang und sind an ihrem freien Ende keulenförmig verdickt (Eig. 17). Adaxial sind sie ein wenig eingebogen. Sie inserieren meist in rechtem Winkel und sind vorwiegend in der Verzweigungsebene gelegen. Die Polyp enskleriten sind anscheinend in 8, adaxial allerdings stark verschobenen Längsreihen 310 Deutsche Südpolar-Expedition. angeordnet. Abaxial liegen etwa 7 — 8 Schuppen in einer Längsreihe. Die abaxialen Polypen - schuppen sind bis 0,6 mm breit und zeigen glatte oder mit einigen kleinen Zacken versehene Bänder. Die Randschuppen weichen in Aussehen davon kaum ab (Fig. 18 u. 19). Ihr freier Rand bildet ein stumpfes Dreieck, aus dem einige radiale Leisten als Spitzen vorragen können. Die Deck- schuppen von 0,6 mm Länge sind dagegen schmal dreieckig und mit einem dickeren medianen Kiel 0„ I ° a ° a ° »° h W MS ö--« O • Fig. 17. Thouarella grandiflora n. sp. Polyp. Fig. 18. Thouarella grandiflora n. sp. Randschuppe. Fig. 19. Thouarella grandiflora n. sp. Polypenschuppe. und gezackten Seitenrändern versehen. Die Rindenschuppen sind bis 0,3 mm messende dünne Platten von annähernd Scheibenform und mit nahezu glatten Rändern. Darunter liegen kleinere Skleriten mit kräftigen, radial gestellten Leisten (Fig. 20). Farbe der Kolonie hellgelb. Nach der Art ihrer Verzweigung in einer Ebene sowie den anderen Merkmalen ist die vorliegende Form zur Regularis -Gruppe zu stellen. Am nächsten steht sie der Th. regularis, von der sie aber immerhin sich artlich scharf scheiden läßt. Bin großer Annelid hat übrigens Veranlassung zur Bildung einer Wurmröhre auf der konvexen Seite Fig. 20. Thouarella grandiflora n. sp. Rindenskleriten. gegeben. Verbreitung der Gattung. Stellen wir zum Schlüsse die Verbreitung der Gattung fest, so ergibt sich, daß sie im wesentlichen der südlichen Halbkugel angehört und nur in 4 Arten darüber hinaus bis Japan vor- dringt, in einer Art den Äquator an der westamerikanischen Küste überschreitet. Eine große Anzahl Arten findet sieh in der subantarktischen und antarktischen Region vor, die wohl als Ent- stehungszentrum der Gattung anzusprechen ist. Ferner ist Thouarella eine Tiefseegattung, von der nur wenige Vertreter auch in das tiefere Litoral aufsteigen. W. Kf kenthal. Alcyonaria. 3J1 Schließlich möchte ich noch darauf hinweisen, daß sich die Zahl der Arten der beschriebenen Gattung in der kurzen Zeit, die seit dem Erscheinen der zusammenfassenden Arbeit von Versluys verflossen ist, um das Dreifache vermehrt hat. Gattung Primnoella Gray. Seitdem Versluys (1906) eine zusammenfassende Übersicht der Gattung Primnoella gab, hat sich unsere Kenntnis dieser Gruppe nicht unerheblich vermehrt. Zu den damals bekannten 8 Arten sind nunmehr 5 weitere gekommen, und da auch die Gruppierung dieser Arten innerhalb der Gattung meiner Auffassung nach etwas anders als bisher erfolgen muß, erschien mir eine erneute Revision unumgänglich. Von dieser Revision bringe ich hier nur die allgemeinen Gesichtspunkte und füge die Beschreibung der neuen Art, welche sich im Materiale der Deutschen Südpolar-Expedi- tion vorfand, bei. Gattung Primnoella Gray. 1857. Primnoella Gray, Proc. Zool. Soc. London, p. 286. 1859. Primnoella Gray, Proc. Zool. Soc. London, p. 483. 1870. Primnoella Gray, Catal. Lithophyt., p. 49. 1878. Primnoella Studer, Monatsber. d. Akad. d. Wiss. Berlin, p. 644. 1887. Primnoella Studer, Archiv f. Naturg. Jahrg. 53, Bd. 1, p. 51. 1889. Primnoella Wrigth u. Studer, Report Chall., vol. 31, p. 80. 1906. Primnoella Versluys, Gorg. d. Siboga-Exp., IL Primnoiden, p. 48. 1907. Primnoella Hickson, Nat. Antarctic Exp. Coelenterata, Alcyonaria, p. 10. 1908. Primnoella Kükenthal, Zool. Anz., Bd. XXXIII, p. 12. 1895. Callirhabdos Philippi, Arch. f. Naturg., Jahrg. 60, Bd. 1. p. 211. 1908. Dichotephis Kinoshita, Joum. Coli. Sc. Tokyo, vol. XXIII, p". 24. Gray stellte die Gattung mit folgender Diagnose auf: Coral simple, cells numerous, in close whorls, closely pressed to the stein" und rechnete sie zu seiner Familie Primnoadae. Als einzige Art führte er Pr. australasiae Gray an, die er früher zu Primnoa gestellt hatte. In seinem Kataloge der Lithophyten (1870) erweitert er die Diagnose etwas und fügt eine zweite Art, Primnoella vetusta Michel hinzu, die aber keinesfalls zu dieser Gattung gehört, sondern eine Gorgonellide ist. Studer (1878, p. 644) gibt folgende Diagnose: „Corallum einfach, unverzweigt, Achse hornig kalkig, Rinde dünn. Die Polypenzellen stehen in regelmäßigen Wirtein von über drei Zellen um den Stamm. Zellen mit kleinen, sich deckenden Schuppen bedeckt, welche meist am Rande un- symmetrisch gezahnt sind." Zu der bekannten Art Pr. australasiae fügt er drei neue hinzu, Pr. distans, magelhanica und flagellum. Eine genauere Diagnose gibt Studer in seinem Versuche eines Systemes der Alcyo- narien (1887, p. 51). Sie lautet: „Kolonie einfach, rutenförmig, aus einer kalkigen Basis sich erhebend. Kelche am Stamme in Wirtein von 2 — 20, mit mehr oder weniger großen Abständen voneinander. Die Kelche deutlich bilateral. Die Kelchschuppen bilden Längsreihen, deren Elemente gegeneinander meist um die halbe Länge einer Schuppe verschoben sind, gewöhnlich sind die dorsolateralen Seiten der Kelche mit zwei Längsreihen von Schuppen bedeckt, die Ventralseite mit kleinen, glatten Täfelchen. Die Gestalt der Kelchschuppen ist die eines unregelmäßigen Vierecks, der Nucleus immer exzentrisch, von da strahlen kleine Wärzchen aus. Neue Kelche entstehen zwischen zwei Wirtein, Wachstum interkalar." Deutsche SUdpolar-Eipedition. XIII. Zoologie V. 41 312 Deutsehe Südpolar-Expedition. Die Challengerausbeute ergab auch neue Arten von Primnoella, nämlich Pr. murrayi, grandisquamis undbiserialis, außerdem neue Vertreter der bereits bekannten Arten Pr. magellanica Studer, Pr. flagel- lum Stud., Pr distans Stud. und Pr. australasiae Gray. Wright und Studer geben eine eingehende Schilderung der Gattimg, die sie als Tiefseegattung bezeichnen, und unterscheiden zwei Gruppen, die „Convexae" mit zahlreichen dorsalen Schuppen in mehreren Reihen und die „Carinatae" mit nur zwei dorsalen Schuppenreihen, die in der Mitte einen Längskiel bilden. In neuester Zeit hat sich Versluys eingehend mit der Gattung befaßt und besonders ihre Abgrenzung gegen die Gattung Caligorgia durchgeführt. Er fügt die von Studer erst zu Narella, dann zu Caligorgia gerechnete Pr. divaricata der Gattung Primnoella ein, die dadurch eine verzweigte Art erhält, während alle anderen Arten unverzweigt sind. Die Einteilung von Wright und Studer modifiziert er etwas, indem er die zwei Gruppen, in welche die Gattung geteilt ist, folgendermaßen kennzeichnet. Die erste Gruppe umfaßt die Arten, deren Polypen einen annähernd runden Querschnitt aufweisen und bei welchen kein scharfer Gegensatz zwischen dem Schuppenkleide der adaxialen und abaxialen Polypenseite besteht. Zur zweiten Gruppe gehören die Arten, deren Polypenrumpf deutlich abge- plattet ist und deren adaxiale Skleriten kleiner sind als die abaxialen, zum Teil auch schwinden können. Zur ersten Gruppe rechnet er Pr. ftagellum, magellanica, murrayi und distans, zur zweiten Pr. grandisquamis, biserialis, australasiae und divaricata, letztere der ersten Gruppe etwas genähert. Thomson und Ritchie (1906) stellen die neue Art Pr. scotiae auf, Hickson (1907) Pr. divergens, und im Zoologischen Anzeiger habe ich 1907 und 1909 noch 3 neue Formen beschrieben. Die D i - agnose der Gattung ist nach meiner Auffassung folgende: „Die Kolonien sind un verzweigt, rutenförmig oderspärlich ver- zweigt. Die Achse ist stets sehr dünn, unten kalkig, oben meist rein hornig. Die Basis ist Scheiben- oder würz eiförmig verbrei- tert. Die Polypen stehen fast stets in Wirtein und sind mehr oder weniger deutlich bilateral symmetrisch. Die Polypenschuppen stehen in Längsreihen, die abaxial stets regelmäßig sind, während die adaxialen P o 1 y p e n s c h u p p e n kleiner werden und auch fehlen können. Die Polypenschuppen sind zart, außen meist glatt, innen mit ziemlich weitstehenden, großen, gezackten Warzen besetzt. Die obersten Polypenschuppen (Randschuppen) sind länglich und können sich etwas nach innen einschlagen. Die Deckschuppen sind längsoval, oben abgerundet, ohne Streifen oder Kiel. Die Rinden- schuppen liegen dachziegelartig übereinander und sind den P o - 1 y p e n s c h u p p e n ähnlich, darunter liegen Längsreihen sehr kleiner, stark warziger Skleriten." In mancher Hinsicht einen Übergang zu Caligorgia bildet Pr. divaricata, nicht nur durch die Verzweigung, sondern auch durch die bis dahin nicht beobachtete unregelmäßige, nicht wirtei- förmige Stellung der Polypen in manchen Teilen der Kolonie. Das Schuppenkleid weist aber, wie schon Versluys angibt, auf die Zugehörigkeit zu Primnoella hin. Doch möchte ich die Form nicht, wie Versluys will, zu der zweiten Gruppe („Carinatae", von r WRiGHT und Studer), sondern zur ersten {.,Convexae") stellen, wegen des nahezu kreisrunden Querschnittes der Polypen. W. Kükenthal, Alcyonaria. 313 Eine zweite Form, die einen Übergang zu Caligorgia bildet, ist Primnoella divergens Hickson (1907, p. 10), deren systematische Stellung indessen noch nicht genügend geklärt ist und die viel- leicht doch eher zu Caligorgia zu ziehen ist. Dagegen ist die von Kinoshita (1908) beschriebene neue Art, Dicholaphis delicata, für welche er eine eigene Gattung schuf, meiner Ansicht nach eine Primnoella, die sich durch Verzweigung und Auflösung der Wirtel auszeichnet, ganz ähnlich, wie dies bei Pr. divaricata der Fall ist. Doch will ich erst noch eine Nachuntersuchung abwarten, bis ich die Form in die Gattung Primnoella einreihe. Versltjys hatte hervorgehoben, daß die Einteilung von Wright und Studer in „Con- vexae" und „Carinatae" nicht ganz den Tatsachen entspricht und diese beiden Gruppen zwar bei- behalten, aber etwas anders begrenzt, indem er besonderen Nachdruck darauf legte, ob ein scharfer Gegensatz zwischen adaxialen und abaxialen Polypensehuppen besteht oder nicht. Bei der ersten Gruppe, den „Convexae"; von Wright und Studer, soll kein scharfer Gegensatz bestehen, wohl aber bei der zweiten, den „Carinatae", wo die adaxialen Skleriten viel zarter und kleiner sein sollen als die abaxialen. Auf Grund meiner eigenen Erfahrungen möchte ich Verslu ys hier nicht folgen; auch bei den „Convexae" sieht man scharfe Gegensätze der adaxialen und abaxialen Polypen- seite, und so kehre ich wieder zu der älteren Einteilung von Wright und Studer zurück, mit einer kleinen Modifikation, da der dorsale Kiel der Carinatae nicht bei allen Arten vorkommt. Nach meiner Auffassung gibt es in der Gattung Primnoella zwei Gruppen: 1. Convexae (= Convexae Wright und Studer). Polypenrumpf im Querschnitt annähernd kreisrund, abaxial sind mehr als zwei Längsreihen von Polypenschuppen sichtbar. Hierzu gehören Pr. flagellum, antarctica, magellanica, murrayi, divaricata und distans. 2. Compressae (= Carinatae Wright und Studer). Polypenrumpf abgeplattet. Abaxial sind nur zwei Längsreihen von Polypenschuppen sichtbar. Hierzu gehören Pr. scotiae, compressa, biserialis, australasiae, grandisquamis und delicatissima- Diese Einteilung scheint mir die relativ schärfste zu sein, wenn auch ein Übergang hier insofern nicht fehlt, als bei Pr. distans von der dorsalen Seite her nur zwei Längsreihen von Schuppen sichtbar sind. Andererseits muß aber diese Form wegen des kreisrunden Polypenquerschnittes zu den „Convexae" gezählt werden. Wenden wir uns nun den einzelnen Merkmalen zu, wie sie in der Diagnose verwertet worden sind, so ist zunächst eine recht erhebliche Differenz in der Biegsamkeit der Achse zu konstatieren. Die meisten Arten haben eine unten etwas starrere, im oberen Teile aber biegsame Achse, bei anderen ist die Kolonie schlaff, bei anderen starr. Man kann die einzelnen Arten nach dem Grade ihrer Biegsamkeit in folgende Reihenfolge bringen: Pr. antarctica, Achse schlaff. Pr. flagellum, Achse nach allen Richtungen biegsam. Pr. grandisquamis, Achse sehr biegsam. Pr. distans, Achse biegsam. Pr. delicatissima, Achse etwas elastisch. Pr. biserialis, Achse wenig elastisch. P). australasiae, Achse unten starr, oben biegsam. 41* 314 Deutsche Siiclpolar-Expedition. Pr. murrayi, Achse wenig biegsam. Pr. compressa, Achse unten starr, oben biegsam. Pr. vanhöffeni, Achse ziemlich starr. Pr. magdlanica, Achse bis kurz vor dem oberen Ende ziemlich starr, oben schlaft'. Pr. divaricata, Achse starr, nur wenig elastisch. Der Grad der Starrheit hängt von der Menge des in die hornige Achse aufgenommenen Kalkes ab. Die basale Anheftung ist entweder von Scheibenform oder, wie bei Pr. distans, durch stolonen- artige Ausläufer erfolgt. Die Zahl der Polypen in einem Wirtel ist innerhalb jeder Art ziemlich konstant. Innerhalb einer Kolonie halten sich die Zahlenschwankungen in engeren Grenzen, doch kann ich bei einer Art (Pr. australasiae) nachweisen, daß mit der Größenzunahme der Kolonie die Zahl der Polypen in einem Wirtel steigt. Geringere Zahlen findet man in jeder Kolonie bei den untersten Wirtein und bei den sich neubildenden, zwischen die vorhandenen sich einschiebenden Wirtein. Nach ihrer Polypenzahl in jedem Wirtei lassen sich die Arten folgendermaßen ordnen. In jedem Wirtel finden sich vor: bei Pr. distans 2 — 5 Polypen, Pr. grandisquamis 4 — 6 ,. Pr. divaricata 5 — 6 ,, Pr. delicatissima 5 — 7 ,, Pr. flagellum 6 — 8 ,, Pr. antarctica 6 — 8 ,, Pr. murrayi 6 — 8 ,. Pr. magdlanica 8 ,, Pr. vanhöffeni 8 ,, Pr. biserialis 8 ,, Pr. compressa 9 ,, Pr. scotiae -. . . 9 — 11 ,, Pr. australasiae, junge Formen 8 — 10 ,, alte Formen 16—20 „ Es läßt sich also die Zahl der Polypen in einem Wirtel mit einiger Vorsicht als Artmerkmal verwerten. Auch in der Entfernung der Polypenwirtel voneinander findet man gewisse Dif- ferenzen, die als Artmerkmale gelten können, wenn auch innerhalb einer Art, und selbst bei ein und derselben Kolonie, Schwankungen nicht fehlen, So ist bei Pr. distans die Entfernung der Wirtel eine sehr große, bei Pr. scotiae dagegen überdeckt ein Wirtel den voraufgehenden bis zu einem Drittel seiner Polypenlänge. Die Ausbildung neuer Wirte! erfolgt interkalar, besonders im oberen Stammteile, fehlt aber auch im unteren Stammteile nicht. Die Größe der Polypen ist ziemlich verschieden, sie kann aber schon bei der gleichen Art schwanken, indem jüngere Kolonien kleinere Polypen haben als ältere. Das habe ich sowohl bei Pr. antarctica wie bei Pr. australasiae beobachten können. Bei den ver- schiedenen Arten betraut sie 1 bis :{ nun. Was die Polypenschuppen anbetrifft, so sind diese im \V. Kükenthal, Aloyonaria, 3 1 5 allgemeinen wohl zart und glatt, doch kann ich nicht dem von Versluys aufgestellten Gattungs- merkmale zustimmen: „Ihre Außenfläche ohne Skulpturen, ohne stachelartige Leisten am freien Rande." Dagegen spricht das Verhalten bei Pr. murrayi, wo die Schuppen mit stachelartigen Vorsprüngen besetzt sind. Dieses Gattungsmerkmal trifft also jedenfalls für Pr. murrayi nicht zu. AA as nun die Lage der Polypenschuppen angeht, so sieht man abaxial entweder nur zwei Längsreihen oder drei bis vier. Stets aber stoßen die beiden inneren abaxialen Reihen mit ihren Schuppen- rändern regelmäßig alternierend zusammen, was besonders deutlich bei der Gruppe ..Compressae" in Erscheinung tritt. Die Bildung eines Kieles ist dagegen eigentlich nur auf eine Axt, Pr. biserialis, beschränkt. In beiden (iruppen ist insofern noch ein Unterschied der abaxialen Schuppen zu be- merken, als sie bei den ..Gompressae" stets viel breiter als hoch und von mehr rechteckiger Form sind, bei den „Convexae" dagegen mehr scheibenförmig. Die Zahl der Polypenschuppen in einer abaxialen Längsreihe ist wieder ein recht konstantes Artmerkmal. Ich lasse hier die Arten nach der Zahl der Schuppen in einer abaxialen Längsreihe folgen: Pr. grandisquamis 7 Schuppen in einer abaxialen Längsreihe. Pr. distans 7 — 8 Pr. murrayi 8 — 9 ,, Pr. australasiae 9 ., Pr. flagellum 8 — 11 „ Pr. delicatissima 10 — 12 ,, Pr. magellanica 10 — 13 Pr. vanhöffeni 11 — 14 ,. Pr. divaricata 12 ,, Pr. antarctica 12 ,, Pr. biserialis 16 — 18 ,, Pr. compressa 25 ,, Pr. scotiae 21 — 28 ,, Sehr verschieden ist die Schuppenbedeckung der adaxialen Polypenseite. Der Unterschied der adaxialen gegenüber der abaxialen Seite ist nicht nur bei den Compressae sehr bedeutend, sondern auch bei den meisten Convexae. Selten sind alle vier adaxialen Längsreihen erhalten, dies ist z. B. bei Pr. divaricata und Pr. vanhöffeni der Fall; völlig mit Schuppen bedeckt, die aber un- regelmäßiger angeordnet sind, ist die adaxiale Seite von Pr. magellanica, zwei laterale Reihen und dazwischen sehr kleine Schuppen weisen Pr. scotiae und Pr. compressa auf. Im basalen Teile nackt, distal mit vier adaxialen Schuppenreihen versehen, sind die adaxialen Polypenseiten bei Pr. grandisquamis, während bei australasiae, biserialis. delicatissima. antarctica und murrayi nur seit- liche Schuppen auftreten und die mittlere Zone nackt ist. Die acht Randschuppen sind bei allen Arten etwas nach innen zu beweglich und von länglich abgerundeter Form. Die Deckschuppen sind meist kleiner und eiförmig abgerundet. Die Rinden- schuppen zeigen ebenfalls ein ziemlich übereinstimmendes Verhalten, indem die oberen, mehr scheibenförmigen, dachziegelartig übereinander lagern, die unteren, sehr kleinen, stark bewarzten dagegen in Längsreihen angeordnet sind. 316 Deutsche Südpolar- Expedition. Die Farbe ist ganz allgemein weiß bis grau und hellbraun. Ich lasse nunmehr die Beschreibung der einzigen Art folgen, die sich im Material der Deutschen Südpolar-Expedition vorfand. * Primnoella vanhoeffeni n. sp. (Tai XXI, Fig. 7, 8, 9) Fundort : 10. IV. 02. Gauss- Station, in 385 m Tiefe. 3 Exemplare. Diagnose: , , D i e Kolonie ist mit scheibenförmiger Verbreite- runo festgewachsen und ziemlich rigid. Der Stamm verjüngt sich oberhalb der Basis ganz erheblich. Die Polypen bilden Wirtel von meist acht. Die Wirtel berühren einander nahezu, oben stehen sie dichter als unten. Die Polypen sind 2 cm lang, von rundlichem Quer- schnitt und axial stark eingebogen. In den ab axialen Längsreihen liegen 11 — 14 Schuppen von meist rechteckiger, etwas abgerundeter Form von 3,3 mm Breite. Ihr freier Rand ist kräftig gezähnt. Die acht Randschuppen sind breit dreieckig, die beiden adaxialen sind sehr viel kleiner. Die nach innen davon liegenden D e c k s c h u p p e n sind spitz dreieckig und glatt, während alle anderen Polypen- schuppen ziemlich dick und stark s k u 1 p t u r i e r t sind. A d a x i a 1 liegen ■zwei Längsreihen kleinerer Schuppen, die in der Medianen zusam- menstoßen, daneben Längsreihen etwas größerer Schuppen. Die Rinde enthält 0,12 mm messende runde, ovale oder unregelmäßige Schuppen mit kräftig gezacktem Rande, darunter noch Längs- reihen kleinerer, dickerer Körper. Farbe: kräftig gelb. Fundort: Antarkti s." Beschreibung : Das der Beschreibung zugrunde gelegte Exemplar ist vollkommen intakt. Es ist mit einer scheibenartigen Verbreiterung von 4,5 mm Durchmesser auf einem Steine festge- wachsen. Die Gesamtlänge beträgt 9,2 cm, wovon 5,7 cm auf den nackten Stiel kommen. Die Kolonie ist recht rigid, aber doch elastisch. Die Dicke des Stammes beträgt 1 mm, nur nahe der Basis schwillt er allmählich etwas an Dicke an. Der obere Teil des Stamme trägt 20 Wirtel, die regelmäßig und in sehr kleinen Zwischenräumen voneinander angeordnet sind, so daß nur ein kurzes Stammstück zwischen je zwei Wirtein sichtbar wird. Die Wirtel haben den gleichen Durch- messer, nur die basalen nehmen allmählich an Größe ab, und auch der terminale ist klein. Zwischen letzterem tritt das Ende des Stammes konisch abgerundet ein Stück weit hervor. Die Breite eines der mittleren Wirtel beträgt 3 mm, seine Höhe 2 mm. Im untersten, noch unvollständigen Wirtel stehen fünf kleine, verschieden lange Polypen, die zwischen sich eine Lücke für die Anlage weiterer Polypen lassen. Der nächste Wirtel ist aus sieben etwas größeren Polypen zusammengesetzt, der darauf folgende aus acht, ebenso enthalten die folgenden acht oder neun Polypen, während der oberste nur aus vier Polypen besteht. Die Polypen sind walzenförmig, nicht komprimiert und adaxial eingebogen, so daß die Wirtel ein kugeliges Aussehen gewinnen (Fig. 21 ). Das terminale. Ende jedes Polypen liegl dein Stamme nicht direkt an, sondern ist noch ein Stück von ihm ent- fernt. In der Aufsicht werden außer den beiden abaxialen Längsreihen auch noch zwei laterale \Y. KC kenthal, Alcyonaria. 317 Sckuppenreihen sichtbar. In den abaxialen Reihen liegen 11 — 14 Schuppen, während die Zahl der lateralen Schuppen in jeder Reihe geringer ist. Adaxial sieht man folgendes: Unterhalb der adaxial gestellten Mundöffnung liegen jederseits zwei Schlippenreihen, von denen die beiden inneren nur kurz sind und jederseits vier bis fünf kleinere Schuppen haben. Diese stoßen in der Median- linie zusammen (Fig. 22). Es sind also insgesamt acht Längsreihen von Schuppen vorhanden. In der Umgebung des Mundes läßt sich folgendes wahrnehmen. Die Randschuppen sind von drei- eckiger Form und über den Mund umgeschlagen, die der zwei abaxialen Reihen sind am größten, während die der zwei adaxialen Reihen sehr klein sind. Unter den Randschuppen liegen die spitz dreieckigen Deckschuppen. Fig. 21. Primnoella van- hoeffeni n. sp. Polyp. Fig. 22. Primnoella van- hoefFeni a. sp. adaxiale Seite. Fig. 23. Primnoella van- hoeffeni n. sp. Randschuppe. Fig. 24. Primnoella van- hoeffeni n. sp. Deckschuppe. Die Randschuppen sind recht kompakt und gleichen in ihrer Struktur den darunterliegenden Polypenschuppen, während bei der sonst recht ähnlichen Primnoella magellanica die Randschuppen viel zarter und durchsichtiger sind (Fig. 23 u. Fig. 24). Die Polypenschuppen haben eine Breite Fig. 25. Primnoella vanhoeffeni n. sp. Polypenschuppen. Fig. 26. Primnoella vanhoeffeni n. sp. Skleriten der Stammrinde. von 0,3 mm, bei meist etwas geringerer Höhe. Ihr Rand ist kräftig eingekerbt oder gezähnt. Ihre Oberfläche ist bedeckt mit großen, flachen Warzen, die mit kleineren Erhebungen besetzt sind (Fig. 25). Die Randschuppen können bis 0,3 mm hoch werden. Die Deckschuppen sind kleiner. Die Stammrinde ist bedeckt mit 0,12 mm im Durchmesser haltenden, runden, ovalen oder unregel- mäßigen Schuppen mit kräftig gezacktem Rande und wenigen großen Warzen, außerdem finden sich darunter noch Längsreihen viel kleinerer, kompakterer Schuppen (Fig. 26). Die Farbe ist kräftig gelb. 31S Deutsche Sndpolar-Expedition. Zur gleichen Art rechne ich ein zweites, kleineres Exemplar vom gleichen Fundorte (siehe Taf. XXI, Fig. 9). Die Länge beträgt 6,5 cm, wovon auf den nackten Stamm 2,8 cm kommen. Die Zahl der Wirtel ist geringer, sie beträgt nur 22. Die untersten Wirtel stehen viel weiter auseinander als die oberen. Die Zahl der Polypen jeden Wirteis beträgt nur in ein paar Fällen acht, meist sind es weniger, außerdem sind die Polypen innerhalb eines Wirteis an Größe sehr verschieden, manche sind noch in der ersten Ausbildung begriffen. Solche entstehende Wirtel finden sich besonders im oberen Teile der Kolonie (siehe Taf. XXI, Fig. 8). Auch ist der Umfang der einzelnen Wirtel recht verschieden groß. Bau und Beschuppung der Polypen ist die gleiche wie beim ersten Exemplar, doch sind an vorliegendem die Tentakel besser zu sehen, da sie meist vollkommen aus- gestreckt sind. Sie können eine Länge von 0,8 mm erreichen und sind mit zehn bis zwölf schlanken Pinnulae jederseits besetzt. Ein drittes Exemplar vom gleichen Fundort ist noch kleiner. Es mißt nur 3,6 cm in der Höhe, wovon auf den nackten Stamm 2,6 cm kommen. Auch bei dieser Form nimmt wie bei den vorher- gehenden, der untere Teil des Stammes allmählich an Dicke zu. Es haben sich erst fünf Wirtel ausgebildet, die weit auseinander stehen und drei bis vier kleine, bis 1 mm lange Polypen tragen. Auch die Zahl der Polypenschuppen in jeder Längsreihe ist geringer als bei den anderen Exem- plaren, und die Schuppen sind viel zarter. Vergleichen wir die drei verschiedenen Altersstadien miteinander, so ergibt sich folgendes. .Bei allen drei beginnt die Wirtelbildung erst in der oberen Hälfte der Kolonie, während die untere nackt ist. Bei allen drei verdickt sich ferner der Stamm nach unten zu ganz allmählich und ist am dicksten da, wo er in die scheibenförmige Basis eintritt. Die Achse ist rigid. Die sich zunächst im obersten Teil der Kolonie anlegenden Wirtel stehen bei dem kleinsten Exemplar weit vonein- ander ab, bei den größeren stehen sie enger, da neue Wirtel sich dazwischen anlegen. Die Anlage neuer Wirtel erfolgt so, daß zunächst zwischen den oberen, größeren Wirtein sich kleinere ein- schieben, dann aber wird die untere Region bevorzugt und neue Wirtel entstehen zwischen den schon vorhandenen basal gelegenen. Die Zahl der Polypen eines Wirteis ist recht gering, sie nimmt dann allmählich zu, indem neue Polypen zwischen den schon vorhandenen entstehen. Die Größe der Polypen nimmt ebenfalls mit der Größe der Kolonie beträchtlich zu, ebenso die Zahl der Polypen - schuppen sowie deren Dicke. Dagegen bleibt sich die Gestalt der Polypen, ihre Schuppenanordnung sowie die kugelige Form der Wirtel bei allen Exemplaren gleich. Ihrem gesamten Aufbau nach steht die Form der Primnoella magellanica Stud. am nächsten. Sie hat mit ihr gemeinsam die starke Verjüngung des Stammes kurz oberhalb der scheibenförmigen Basis, die Anordnung und Größe der Wirtel, die Zahl und Größe der Polypen in jedem Wirtel, die Zahl der Polypenschuppen in den abaxialen Längsreihen, die Gestalt der Randschuppen und der Deckschuppen. Sie unterscheidet sich von ihr in folgenden Punkten : der Stamm ist bis hoch hinauf ohne Wirte], und sein oberes Ende ist nicht schlaff, wie bei Pr. magellanica. Die Polypen sind axial stärker eingebogen, während sie bei Pr. magellanica mit ihren oberen Enden abstehen, die Polypenschuppen stehen viel regelmäßiger und haben einen deutlich gezähnten, freien Rand, während dieser bei P. magellanica glatt ist. Ferner sind die Polypenschuppen dicker und viel stärker skulpturiert. Schließlich ist die Anordnung der Polypenschlippen um den Mund herum eine andere. Diese Unterschiede lassen eine artliche Trennung als notwendig erscheinen. \V. KC kenthal, Alcyonnria. 319 1. Pr. flagellum Studer. 2. Pr. antarctica Kükenthal. 3. Pr. magettanica Studer. 4. Pr. vanhöffeni Kükth. 5. Pr. murrayi Wr. u. Stud. 6. Pr. distans Studer. 7. Pr. divaricata (Stud.). 8. Pr. scotiae Thomson u. Kitchie. 9. Pr. compressa Kükth. 10. Pr. bisericdis Wr. u. Stud. 11. Pr. australasiae Gray. Die geographische Verbreitung der Primnoella- Arten wird aus folgender Ta- belle ersichtlich: Südl. Atlant, Ozean. 43° 56' 2" s. Br., 60° 25' 2" w. L. 110 m. Tom Bay (Patagonien). 320 m. Australien („Tethis"). Bouvetinsel. 450 Magellanstraße. 75 m. Montevideo. 1100 m. Burdwoodbank (51° 25' s. Br., 57° 32' w. L.). 95 m. Mollineuxsund. Gauss-Station (Antarktis). 385 m. Montevideo. 1100 m. Westindien. 910 m. Pernambuco. 216 — 720 m. Pacific. 22° 21' s. Br., 54° 17' 5" ö. L. 90 m. Australien (Tethis). Ostküste Südamerikas. 38° s. Br. Patagonien. 54 m. Burdwoodbank, südlich von Falklandsinseln. 34 m. Chile. Tombay (Patagonien). 315 m. Smithkanal (Patagonien). 15 m. Tasmanien. 13 m. Bluff Harbour (Neuseeland). Port Jackson (Australien). 54 — 64 m. Twofoldbay (Australien). 270 m. Baßstraße (Australien). Australien („Tethis"). Twofoldbay (Australien). 270 m. Atlant. Ozean. 41° 41' w. L., 22° 47' s. Br. Die meisten Arten finden sich also an der Südspitze Südamerikas, von wo einzelne Arten der Ostküste entlang nordwärts vordringen, eine (Pr. distans) den Äquator überschreitend, anscheinend bis Westindien vorkommt. Ob diese Art mit der Pr. distans Studer vom Pazifischen Ozean iden- tisch ist, erscheint mir indessen noch nicht ausgemacht. Zwei Arten finden sich an der südlichen Küste von Australien, bei Tasmanien und Neuseeland. Zwischen diesen beiden Verbreitungs- bezirken findet sich eine verbindende Fundstelle bei der Bouvetinsel. Was die Tiefenverbreitung anbetrifft, so ist Primnoella keineswegs, wie das geschehen ist, als reine Tiefseegattung anzusehen. Von sämtlichen Arten der Compressae -Gruppe ist keine tiefer als 315 m gefunden worden, wohl aber leben zwei Arten auch im seichten Wasser (Pr. biserialis und Pr. australasiae). Von den Arten der Conueccae-Gruppe" kommen zw r ei auch unter 100 m Tiefe vor (Pr. magettanica und Pr. divaricata), und die größte Tiefe, bis zu welcher zwei Arten (Pr. 12. Pr. grandisquamis Wr. u. Stud. 13. Pr. delicatissima Kükth. Deutsehe Südpolar-Erpedition. XIII. Zoologie. V. 42 320 Deutsche Siidpolar-Expedition. magellanica und Pr. murrayi) vorkommen, beträgt 1100 m. Im allgemeinen ist in der kälteren, subantarktischen Region die Tiefe, in welcher Primnoellen vorkommen, eine geringere als in den nördlich davon gelegenen, wärmeren Gebieten. Gattung Caligorgia Gray. Aus dieser Gattung fand sich in vorliegender Kollektion eine neue Art, die schon deshalb be- sonderes Interesse verdient, weil sie die erste Caligorgia der antarktischen Region ist. Gattung Caligorgia Gray. 1857. CaUogorgia Gray, Proe. Zool. Soc. London 1857, p. 286. L859. Callogorgia Gray, ibid. 1895, p. 482. 1870. Calligorgia Gray, Cat. Litoph. Br. Mus., p. 35. 1878. Calligorgia Studer, Monatsber. d. Akad. d. Wiss. Berlin, p. 645. 1887. Calligorgia Studer, Aren. f. Naturg., vol. 53, Bd. 1, p. 51. 1889. Caligorgia Wright u. Studer, Rep. Chall., vol. 31, p. 75. 1902. Caligorgia Studer, Aleyon. Hirondelle, p. 43. 1906. Caligorgia Versluys, Gorg. d. Siboga-Exp. II, p. 55. 1908. Caligorgia Kükenthal u. Gorzawsky, Japanische Gorg. I. Abh. d. bair. Akad. d. Wiss. München. 1908. Caligorgia Kinoshita, Journ. Coli. Science, Tokyo, vol. 23, p. 34. Wright und Studer geben in ihrer Diagnose der Gattung Caligorgia an, daß Äste und Zweige alternierend von beiden Seiten des Stammes entspringen. Dieses Merkmal muß aus der Gattungs- diagnose verschwinden, wenn die von mir beschriebene Form, Caligorgia formosa, die nach dem Bau der Polypen sicher zu Caligorgia gehört, hier Platz rinden soll. In bezug auf ihren Aufbau nimmt C. formosa mit ihrer streng gegenständigen Verzweigung eine isolierte Stellung innerhalb der Gattung ein, und die Gattungsdiagnose muß daher etwas geändert werden. Ich möchte sie folgendermaßen formulieren: Reichlich und meist in einer Ebene verzweigte Kolonien, teils federartig, mit alternierenden oder gegenständigen Zweigen, teils mehr dichotomisch verzweigt, ohne sekundäre Kurzzweige. Die Polypen stehen wirtelständig, nur an den stärkeren Stämmen auch isoliert. Die. Pol y penschupp e n sind meist kräftig und ansehnlich, auf der Unterseite mit zahlreichen, sehr dicht stehenden, kleinen Wärzchen besetzt, auf der Oberseite meist mit stachelartig vor- ragenden Leisten oder anderen Skulpturen versehen. Die Deck- schuppen sind a b a x i a 1 gut entwickelt und deutlich zugespitzt, ad axial werden sie kleiner. Die Randschuppen überragen die Deck- schuppen nicht und sind nicht nach innen umlegbar. Die Rinden- schuppen sind den Polypenschuppen unähnlich, nicht dachziegel- artig, sondern nebeneinander geordnet und meist ziemlich dick, oft langgestreck t." In bezug auf die Geschichte der Gattung kann ich auf die. ausgezeichnete Darstellung verweisen, welche Versluys (1906, p. 55) gegeben hat. Die bis dahin bekannten neun Arten wurden von ihmum acht neue erweitert. Seitdem ist die Artenzahl wiederum erheblich gestiegen, so daß augenblicklich nicht weniger als 27 Arten und eine neue Varietät von dieser Gattung beschrieben worden sind. Ich lasse nunmehr die Beschreibung der in vorliegendem Material vorhandenen Art folgen. W. Kükenthal, Alcyonaria. 321 * Caligorgia antarctica Kükth. (Taf. XXI, Fig. 10.) 1909. G. a. Kükenthal; Zool. Anz., Bd. XXXV, p. 48. Fundort : Gauss- Station, 12. I. 03, in 380 m Tiefe. Zwei Exemplare. Beschreibung : Die mir vorliegende Kolonie ist 9 cm hoch und auf einem Steine mit etwas verbreiterter Basis fest aufgewachsen. Die gesamte Kolonie ist sehr starr. Der polypen- freie Hauptstamm gibt in 1 cm Höhe einen kurzen, abgebrochenen Ast ab und setzt sich dann noch 1,2 cm weiter fort, dann teilt er sich in drei ziemlich gleichzeitig abgehende Hauptäste, die in spitzem Winkel in drei verschiedenen Ebenen nach oben ziehen. Diese Hauptäste geben in dem gleichen spitzen Winkel noch einige Seitenäste ab, die mit dem entsprechenden Hauptast in ungefähr Fig. 30. Caligorgia antarctica n. sp. Polypenschuppe. Fig. 28. Caligorgia antarctica n.sp. Polyp von der Seite gesehen. Fig. 27. Caligorgia antarctica n. sp. Zwei Wirtel. Fig. 20. Caligorgia antarctica n. sp. Polypenschuppe. Fig. 31. Caligorgia antarctica n. sp. Deckschuppe. der gleichen Ebene liegen. So entsteht eine buschige Kolonie, deren Hauptäste mit nach oben in spitzem Winkel divergierenden Zweigen besetzt sind. Die Dicke des unteren Stammes beträgt 2 mm, nach oben zu nehmen die Äste nur ganz wenig an Dicke ab. Die Polypen stehen in Wirtein um Zweige und Hauptäste; am Hauptstamme finden sich nur einige kleine, isolierte, von der Rinde des Stammes kaum abgehobene Polypen im obersten Teile des Hauptstammes vor. Auch der unterste Teil der Hauptäste ist mit einzelnen Polypen besetzt, die weiter nach oben sich mehr und mehr zu Wirtein zusammenschließen. Voll entwickelte Wirtel enthalten bis zu sechs Polypen (Fig. 27). Die Polypen sind etwa 1,5 mm lang und 0,5 mm breit. Sie sind leicht konvex gebogen und liegen dem Stamme ziemlich dicht an. Ihr Körper ist etwas, aber nicht erheblich, abgeplattet (Fig. 28). Von der abaxialen Seite aus gesehen, kann man vier recht regelmäßige Längsreihen 42* 322 Deutsche Siidpolar-Expedition. von Schuppen erkennen. Die Schuppen haben ziemlich gleiche Größe und stehen in jeder der beiden mittleren, abaxialen Längsreihen zu acht bis neun, seitlich zu sieben bis acht. Diese breiten, etwas abgerundeten, mitunter fast Sechsecke darstellenden Schuppen greifen in die benach bartenReihen alternierend ineinander ein. Die Schuppenhaben eine Breite von 0,3 mm und eine Höhe von 22 mm (Fig. 29). Ihre untere Hälfte, die einen stark ausgezackten Rand besitzt, ist mit großen Warzen dicht besetzt, während der obere Teil glatt ist. Der freie Rand ist nicht gezähnt, sondern glatt, aber durch radiale Streifen sehr fein gekerbt. Bei manchen Polypenschuppen treten quere Leisten auf, die den oberen glatten Teil von dem unteren bewarzten trennen (Fig. 30). Größere oder bewegliche Randschuppen sind nicht vorhanden. Den obersten Polypenschuppen, die sich von den anderen nicht unterscheiden, sitzen acht dreieckige Deckschuppen von 0,36 mm Höhe und 0,18 'mm Basisbreite aut. Der untere Teil dieser Deckschuppen ist stark mit Warzen versehen. Der obere Teil läuft in eine Spitze aus, die mit kräftigen Längsleisten versehen ist (Fig. 31). Adaxial ist ein großer Teil der Polypenwand voll- kommen nackt, von adaxialen Schup- pen sind nur zu beiden Seiten der freien Fläche einige wenige kleine Schupp - chen vorhanden, während nach dem Munde zu die Schuppen zusammen- stoßen und einen geschlossenen Ring bilden, auf dem sich dieDeckschuppen erheben (Fig. 32). Die adaxialen Deckschuppen sind breit,aber niedrig. Nach der Polypenbasis zu werden die seitlichen Schuppen viel dicker und sind zum größten Teil sehr dicht mit großen Warzen besetzt (Fig. 33). In der Rinde der Äste liegen Fig. 34. Caligorgia antarctica n. sp. Rindensklerit. Fig. 32. Caligorgia antarctica n. sp. Polyp von der adaxialen Seite. Fig. 33. Caligorgia antarctica n. sp. Untere Polypenschuppe. Fig. 35. Caligorgia antarctica n. sp. Skleriten der Stammrinde. dicht aneinander gelagert, sich teil- weise überdeckend, meist scheiben- förmige, aber recht verschieden große, bis 0,42 mm im Durchmesser haltende Schuppen, die aus zwei Teilen bestehen, einem glatten und darunter einem mit großen Warzen besetzten. Meist sind diese beiden übereinander liegenden Teile, die sich aber nicht vollständig decken, durch eine deutliche Grenzleiste voneinander getrennt (Fig. 34). Der freie Rand des glatten Teiles ist nahezu glatt, der des warzigen Teiles sehr kräftig eingebuchtet und gezackt. In der Stammrinde sind die Schuppen durchweg kleiner und dicker. Die Warzen zeigen vielfach die Tendenz des Zu- sammenfließens. Außerdem kommen viel kleinere Schuppen von 0,09 mm Durchmesser vor mit gezackten Rändern, im Zentrum mit ein paar großen Warzen versehen, sonst glatt (Fig. 35). Die Farbe ist in Alkohol grauweiß. Für die Zugehörigkeit der Form zur Gattung Caligorgia spricht der verzweigte Aufbau, die \V. Kükenthal, Alcyonaria. 323 wirtelförmigc, an den dickeren Ästen aber auch isolierte Stellung der Polypen, die Entwicklung großer, mit deutlicher Spitze versehener Deckschuppen, das Fehlen beweglicher, von den übrigen Polypenschuppen unterschiedener Randschuppen, die Anordnung und Gestalt der Rindenschuppen. Von den bis jetzt bekannten Caligorgia- Alten weicht sie ab in folgendem: Die Kolonie ist nicht in einer Ebene, sondern buschig aufgebaut, die Verzweigung ist eine ziemlich spärliche, die Polypen- schuppen sind an der Außenfläche nicht skulpturiert, an der Innenfläche mit weitstehenden, kräftigen, großen Warzen besetzt, während bei allen anderen Caligorgien diese Warzen sehr klein sind und sehr dicht stehen. Dadurch gewinnt die Art Beziehungen zu Primnoella, bei der ähnliche Polypen- schuppen auftreten. Immerhin sind aber die Beziehungen zu Caligorgia soviel inniger, daß ich nicht zögere, die Form dahinzustellen, als die erste Caligorgia des antarktischen Gebietes. Hickson (1907, p. 10) hat kürzlich unter dem Namen Primnoella divergens eine Form be- schrieben, die in der Mitte zwischen Primnoella und Caligorgia steht. Mit der vorliegenden Form scheint sie darin übereinzustimmen, daß die Schuppen dünn und nicht skulpturiert sind, und daß sie auf der Unterseite ähnliche Warzen tragen wie Primnoella. Sonst ist diese HiCKSONsche Art aber ganz abweichend gebaut und wird von ihm auf die Autorität von Versluys hin zu Primnoella gestellt. Das ist bei meiner Form nicht angebracht, da die Ähnlichkeiten mit Caligorgia sehr viel größer sind. Es liegt also in unserem Falle eine Caligorgia-Äit vor, die sich schon dadurch von allen anderen unterscheidet, daß ihre Verzweigung nicht in einer Ebene erfolgt. Zur gleichen Art, die ich, weil sie der erste antarktische Vertreter der Gattung ist, Caligorgia antarctica nenne, gehört ein viel kleineres Exemplar vom gleichen Fundorte, von 2,7 cm Länge. Die Verzweigung besteht aus einem einzigen Seitenaste, der etwa in halber Höhe in einem spitzen Winkel abgeht. Die Stellung der Polypen in Wirtel, ihre Zahl, Größe und Beschuppung, sowie die Gestalt und Anordnung der Rindenschuppen entspricht durchaus der des größeren Exemplares. Geographische Verbreitung: Die geographische Verbreitung der Gattung Cali- gorgia ist aus folgender Liste zu ersehen: C. sertosa Wr. u. Stüd. Kei-lnseln (Chall.). 252 m. Kalifornien (Nutting). 200 — 2500 112 G. verticillata (Pallas). Mittelmeer. Atlantischer Ozean. Florida. Westindien. Atlantischer Ozean (Caudan). 500 m. C. grimaldii (Studer). Azoren. 454 m. C. gracilis (M. Edwards). Guadelupe. C. pennacea Versluys, Kei-lnseln. 204 m. Saga de Malha (Indischer Ozean). 270 m. C. joubini Versluys. Südlich von Timor. 520 m. C. flabettum (Ehrb.). Mauritius. Japan. Ostpazifik, bei Zentralamerika (Albatros). 1250 m. 324 Deutsche Siidpolar-Expedition. C. flabellum (Ehrb.). C. flabellum var. grandis Kükth. C. robusta Versluys. C. weltneri Versluys. C. ventilabrum Studer. C. afflnis Versluys. G. minuta Versluys. G. similis Versluys. G. modesta Studer. G. tuberculata Versluys. C. compressa Verrill. G. elegans (Gray). C. ramosa Kükth. G. granulosa Kinoshita. G. aspera Kinoshita. C. antarctica Kükth. G. indica Thomson u. Henderson. Andamanen. Lakkadiven. Kei-Inseln (Siboga). 204 m. Groß-Nikobar (Valdivia). 752 m. Indischer Ozean (6°37'n. Br., 79° 38%' ö. L. (Investi- gator). 722 m. Atlantischer Ozean (Stephens) bei Island. 900 — 1300 m. Japan. 540—700 m. Makassarstraße. 1301 m. Timor. 520 m. Südwestlich von Waigeu. 469 m. Nördlich von Neuseeland (Gazelle). 162 ni. Solorstraße. 113 m. Kei-Inseln. 90 in. Kei-Inseln. 90 m. Zwischen Neuseeland und Fidji-Inseln (Gazelle). 1075 m. Sulu -Inseln. 522 m. Aleuten. Nord-Pazifik. Formosa. Japan. Tokiobucht (Japan). 600 m. Westküste von Satsuma (Japan). Westküste von Satsuma (Japan). Gauss- Station (Antarktis). 380 m. 81—486 m. 54—90 m. G. dubia Thomson u. Henderson. Indischer Ozean, 6° 31' n. Br., 79° 38' 45" ö. L. 722 m. C. formosa Kükth. Groß-Nikobar. 362 m u. 752 m. G. gilberti Nutting. Havvai. 405 — 948 m. C. laevis Thomson u. Mackinnon. Australien. Aus diesen Angaben erhellt, daß Gdligorgia eine Tiefseegattung ist, von der einige Vertreter auch ins Litoral aufsteigen können. Die meisten Arten sind bis jetzt im Indischen und Pazifischen Ozean gefunden worden, nur vier Arten (verticülata, grimaldii, gracilis und flabellum) kommen im Atlantischen Ozean vor, die «hei ersten ausschließlich, flabellum außerdem aber noch im Indischen und Pazifischen Ozean. Nördlich geht eine Art (compressa) bis zu den Aleuten. An den Küsten Japans sind fünf Arten gefunden worden, im malayischen Archipel acht Arten. Südlich geht eine Art (antarctica) in die Antarktis hinein. Subl'amilie Calyptrophorinae Stdd. em. Versluys. 1870. Ctihii>lrt>iiliiiriiiiic Gray, ( ■ala.l. 1/nli. Brit. Mus., p. II. 1887. Calyplrophorinae Studer, Arch. I'. Naturg. Jahrg. 53, Bd. 1, p. 48. 1889. Calyptrophorinae Wright u. Studer, Rep. Chall., p. XL VII u. 49. 1900. Calyptrophorinat Versluys, Gorgoiüden d. Siboga-Exp. II, p. 9 ti. 85. \Y. Kükenthal, Alcyonaria. 325 Diese von Versluys emendierte Subfamilie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus (s. Ver- sluys, p. 9): , .Polypen mit Operkulum, mit größtenteils nackter, adaxialer Seite, mit nur zwei oder drei Paaren symmetrisch gelagerter großer Rumpfskieriten. Das distale Paar derselben trägl entweder alle acht Operkularskleriten oder doch sechs derselben, während dann die beiden kleinen adaxialen Deckschuppen von je einer kleinen Rumpfschuppe getragen werden. Die kontrahierten Polypen berühren mit ihrem Operkulum die Zweige, wobei die aufeinanderfolgenden Skleriten- paare unter deutlichem Winkel zusammenstoßen. Beinahe immer kehren die Polypen ihr Operku- lum basalwärts, der Basis der Zweige und Stämme zu, nur Calyptrophora japonica macht hierin eine Ausnahme, indem ihre Polypen distalwärts gekehrt sind. Letzteres ist der Fall bei beinahe allen Primnoinae, soweit dieselben nicht starr abstehende Polypen besitzen, nur Primnoa lepadifera hat meist basalwärts gekehrte Polypen. Polypen immer in Wirtein." Es werden zu dieser Unterfamilie die beiden Gattungen Stachyodes und Calyptrophora gerechnet. Gattung Stach.yod.es Studer. 1887. Stachyodes Studer, Aren, f. Naturg. Jalirg. 53, p. 49. 1889. Stachyodes u. Gakfpterinus Weicht u. Studer, Rep. Chall., p. XLVIII u. p. 54. 1894. Stachyodes Studer, Bull. Mus., Comp. Zool. vol. 25, p. 63. 1901. Stach ytidr$ Studer, Alcyon. Hirondelle, p. 40. 1906. StachyocU s Versluys, Gorgon. d. Siboga-Exp. II, p. 86. 1906. Stachyodes Thomson u. Henderson, Älcyon. Investigator I, p. 35. 1907. Stachyodes Kixoshita, Neue Prinmoid-Koraüen. Ann. Zool. Japon. vol. VI, part 3, p. 233. 1907. Stachyodes Kükenthal, Zool. Auz., Bd. XXXI, p. 210. 1908. Stachyodes Kixoshita. PiJmnoiden von Japan. Journ. Coli. Sc. Tokyo, vol. XXIII, p. 45. 1908. Stachyodes Nutting, Hawaian Alcyonaria, p. 576. 1909. Stachyodes Hicksox, Fisheries Ireland Sc. Invest. vol., V, p. 10. 1910. Stachyodes Thomson u. Mackinnon, Transact. Lina. Soc. London, vol. XIII, p. 142. 1911. Stachyodes St. Thomson. Proc. Zool. Soc. London, p. 885. Die Gattung ist letzthin gründlich von Versluys (1906) durchgearbeitet worden. Zu den vier bis dahin bekannten Arten beschreibt er sechs neue, so daß die Artenzahl auf zehn steigt. Seit dieser kurzen Zeit sind acht weitere neue Arten beschrieben worden, so daß wir nunmehr, da im folgenden noch eine neue Art aufgestellt wird, im ganzen 19 Arten der Gattung Stachyodes kennen. Stellen wir, Kinoshitas Vorgange, folgend, noch Primnoa trilepis Pourt. zu Stachyodes, so steigt die Zahl auf 20. Neuerdings hat sich Kinoshita eingehender mit der Gattung befaßt und hat die Gattungsdiagnose, welche Versluys gegeben hat, etwas erweitert: „Kolonien in einer Ebene aus- gebreitet, fächerförmig. Verzweigung meist dichotomisch, seltener federartig, keine sekundären Zweige. Polypen wirtelständig mit basalwärts gekehrtem Operkulum. Der Polypenrumpf ist abaxial mit drei Paar großen Skleriten bedeckt, die ringförmig den Rumpf umgreifen können. Die beiden adaxialen Deckschuppen sind meist erheblich kleiner als die anderen und werden bei der Kontraktion von ihnen überdeckt. Die Rindenskleriten sind verschieden geformt und liegen entweder mit den Rändern übereinander oder fügen sich, in eine Schicht gelagert, aneinander an." Kinoshita unterscheidet innerhalb der Gattung vier Gruppen, indem er die Art der Polypen- beschuppung als Merkmal verwendet. I. Gruppe: Alle drei Rumpfschuppenpaare sind adaxial voneinander getrennt. Es treten kleine, adaxiale, bukkale Rumpfschuppen auf. 326 Deutsche Siidpolar-Expedition. Hierher geliört die Mehrzahl der Arten. II. Gruppe: Nur das basale Paar ist um den Eumpf geschlossen. Adaxiale, bukkale Schuppen sind vorhanden. St. clavata, horrida, grandiflora. III. Gruppe: Das Basal- und Bukkaipaar ist um den Rumpf geschlossen; adaxiale bukkale Schuppen fehlen. St. biannulata. IV. Gruppe: Alle drei Paare sind um den Rumpf vollständig geschlossen und zu Ringen ver- kittet, adaxiale bukkale fehlen. St. trilepis (Pourt.). Ich gehe nunmehr zur Beschreibung einer neuen Art über, die sich in unserem Materiale findet. * Stachyodes gaussi n. sp. (Tai XXII, Mg. 11.) Fundort: Antarktis, 1. III. 03. Twist, in 2450 m Tiefe. Drei Bruchstücke. Beschreibung : Der Beschreibung lege ich das größte der drei Bruchstücke zugrunde. An einem 73 mm langen Hauptstamme sitzen zwei in einer Ebene und parallel laufende Äste, die im Winkel von etwa 45° abgehen und nicht weiter verzweigt sind. Die Kolonie ist nur wenig elastisch, die Achse goldig glänzend. Die Polypen sitzen in Wirtein, die voneinander durch einen Abstand von etwa 2 mm getrennt sind. Auf 2 cm Länge stehen fünf bis sechs Wirtel. Die größten Polypen erreichen etwa 3 mm Länge und der Breitendurchmesser eines Wirteis bis 5 mm (Fig. 36). Das Operkulum ist basalwärts gekehrt. In jedem Wirtel stehen fünf oder weniger Polypen. Die beiden großen, basalen Schlippen überragen etwas die medialen, welche etwas kleiner sind und der Polypenwand in ihrer ganzen Ausdehnung dicht anliegen. Das Gleiche ist der Fall mit den beiden bukkalen Schuppen. Die basalen Schuppen bilden mit den medialen und bukkalen einen fast rechten Winkel, so daß der Polyp scharf abgeknickt erscheint. Bei einzelnen Polypen schiebt sich zwischen mediale und bukkale Schuppen noch eine weitere Schuppe ein (s. Fig. 37), manchmal nur auf einer Seite, manchmal auf beiden, ein Verhalten, das mir von anderen Arten der Gattung nicht bekannt geworden ist. Die dreieckigen, zugespitzten, aber nicht mit einem Kiel versehenen, nach innen eingebogenen Deckschuppen schließen dichi aneinander, und die abaxialen und seitliehen sind etwas Fig. 30. Stachyodes gaussi n. s] Polypenwirtel. Fig. 37. Stachyodes gaussi n. sp. Polyp von der abaxialen Seite. W. Kükenthal, Alcyonaria. 327 größer als die beiden recht kleinen adaxialen. Die beiden großen, basalen Schuppen senden adaxial ein Paar Flügel um den Polypen herum, die sich einander stark nähern, ohne daß es doch zu einem geschlossenen Ringe kommt. Die Rindenskleriten sind langgestreckte, mitunter fast spindelförmige Körper von ansehnlicher Dicke und recht verschiedener Größe, die eine dicke, zusammenhängende Schicht bilden. Farbe der Kolonie: hellgrau. Es ist mir nicht möglich, diese Form, die erste Art Stachyodes aus der Antarktis, mit einer der bereits beschriebenen zu identifizieren. Sie gehört in die von Versluys aufgestellte Gruppe, deren Polypen keine ringförmig geschlossenen Basalschuppen aufzuweisen haben, und zeigt in der Gestalt ihrer Rumpfschuppen keine Besonderheiten. Dagegen ist das Vorkommen überzähliger Schuppen zwischen bukkalen und medialen Schuppen ganz charakteristisch, auch wenn es sich nicht an allen Polypen zeigt. Man geht wohl nicht fehl, in diesen überzähligen Schuppen rudimentär werdende Gebilde zu sehen, die uns anzeigen, daß Stachyodes sich aus Formen heraus- gebildet hat, deren Polypen mehr als drei Schuppen in einer abaxialen Längsreihe aufzuweisen hatten. Geographische Verbreitung: Über die geographische Verbreitung der nunmehr auf 20 angewachsenen Arten der Gattung orientiert die folgende Tabelle, in welche ich auch Literatur- nachweise aufgenommen habe, um späteren Forschern die Orientierung zu erleichtern. 1. St. dichotoma Versluys. Celebessee, 1264 — 1165 m;Kei-Inseln, 204 m; Arafurasee, 984 m. 1908. St. d. Nutting, Aleyon. Hawai, p. 577, Hawai, 600—1900 m. 2. St. obscura Versluys. Arafurasee, bei Groß-Kei, 984 m. 3. St. orientalis Versluys. Timormeer, bei Rotti. 520 m. 4. St. allmani Wrigth und Studer. Fidjiinseln ( ?). 1906. St. allmani Thomson u. Hendersox, Aleyon. Invest., I, p. 35. Ind. Ozean, 970 m. 1910. St. allmani Thomson u. Mackinnon, Trans. Linn. Soc, vol. XIII, p. 142. Ind. Ozean, 540—900 m. 5. St. studeri Versluys (regularis Wr. u. Stud.). Kermadek-Inseln (Chall. ), Celebessee. 1264—1165 m. 1908. St. regularis Nutting, Aleyon. Hawai, p. 577. Hawai, 1900—2000 m. 1911. St. studeri Thomson u. Mackinnon, Mein. Austr. Mus. IV, Australien. 6. »SV. farva Versluys. Ceramsee, 1633 — 1300 m. Bandasee, 1595 m. Indischer Ozean, 540 — 900 in. 1910. St. p. Thomson u. Mackinnon. Trans. Linn. Soc., vol. XIII, p. 142. Ind. Ozean, 540—900 m. 7. St. clavata Versluys. Kei-Inseln, 204 m. 1910. St. Thomson u. Mackinnon, Transact. Linn. Soe., vol. XIII, p. 143. 200 m. 8. St. horrida Versluys. Kei-Inseln, 204 m. 9. St. regularis (Duch. u. Mich.) Guadelupe. 1860. Primnoa regularis Duchassaing u. Michelotti, Corr. Antilles, p. 17. 1865. Primnoa regularis Kölliker, Icones liist. p. 135. 1870. Primnoa regularis Duchassaing u. Michelotti. Revue des Zoophytes Antilles, p. 13. 1906. Stachyodes regularis Versluys, Gorg. d. Siboga-Exp. II, p. 103. 10. St. ambigua Studer. Galapagos, 691 m. 1894. St. a. Studer, Bull. Mus. Comp. Zool, vol. 25, p. 63. 1905. St. a. Menneking, Areli. f. Naturg., Berlin, Bd. 71, p. 248. 1906. St. a. Versluys, Gorg. d. Siboga-Exp. II, p. 103. Deutsche SMpoIar-Expedition. XIII. Zoologie V. 4,'i 328 Deutsche Südpolar-Expedition. 11. St. megalepis Kinoshit a. Japan. 1908. St. m. Kinoshita, Primnoiden von Japan, p. 47. 12. St. irregularis Kinoshita. Japan. 1907. St. irr. Kinoshita, Annot. Japon., vol. VI, part 3, p. 233. 1908. St. irr. Kinoshita, Primnoiden von Japan, p. 49. 13. St. compressa Kinoshita. Japan. 1908. St. c. Kinoshita, Primnoiden von Japan, p. 51. 14. St. biannulata Kinoshita. Japan. 1907. St. b. Kinoshita, Annot. Japon., vol. VI, part 3, p. 53. 1908. St. b. Kinoshita, Primnoiden von Japan, p. 53. 15. St. versluysi Hickson. Irland. 1909. St. v. Hickson, Fisheries Ireland Sc. Invest., V, p. 10. 16. St. boweri Nutting. Hawai, 1800—2000 in. 1910. St. boweri Nutting, Alcyon. Hawai, p. 578. Hawai, 1800—2000 m. 17. St. grandiflora Kükth. Sombrerokanal, 805 m. 1907. St. gr. Kükenthal, Zool. Anz., p. 210. 18. St. gilchristi St. Thomson. Bei Natal. 145—180 m. 1911. Proc. Zool. Soc. p. 885. 19. St. gaussi Kükth. Gauss-Station (Antarktis), 380 m. 20. St. trilepis (Pourt.). Florida, 580 m. 1868. Bull. Mus. Comp. Zool., vol. 1. Eine von Studer (1901, p. 43) als St. trilepis (Pourt.) bezeichnete Form von den Azoren aus 927 m Tiefe ist nach einer Nachuntersuchung von Versluys (1906, p. 125) eine neue Art. Aus dieser Tabelle geht hervor, daß die Gattung Stachyodes ihr Hauptverbreitungsgebiet im Indopazifischen Ozean hat, nur zwei Arten, St regularis, versluysi und die noch unbekannte Art welche Studer zu St. trilepis (Pourt.) gestellt hatte, kommen im Atlantischen Ozean vor. Eine Art {gaussi) ist antarktisch. Nach ihrem Tiefenvorkommen ist die Gattung als echte Tiefseegattung anzusehen. Subfamilie Callozostroniiiae Wr. Stud. 1889. C, Wright u. Studer, Kep. Chall., vol. XXXI, p. 47. 1906. C. Versluys, Gorg. d. Siboga-Exp. Primnoiden, p. 9. Diese von Wright und Studer für das merkwürdige Callozostron mirabilis aufgestellte Unter- familie wurde von ihnen folgendermaßen gekennzeichnet: ,,Axis flexible. Polyps prominent, with well marked opercular spicules." Versluys (1906, p. 9) gibt ihr folgende Diagnose: „Polypen starr abstehend, nicht bilateral symmetrisch, mit voll- ständigem Schuppenkleide. Durch Verringerung der Skleritenzahl sind die acht Längsreihen undeutlich. Mit Operkiüum von acht bis sechs Skleriten. Polypen sehr dicht gestellt in unregel- mäßigen Querreihen von zwölf und mehr Polypen. Die Achse sehr dünn und biegsam. Die Rinde ist dick und dadurch der Umfang des Stammes relativ groß." Im „Narrative" des Challenger-Werkes (1885, p. 690) hat P. Wright eine Form beschrieben und abgebildet, die ihm als die merkwürdigste unter den gesammelten Alcyonarien erschien. Er erkannte richtig, daß diese Form den Primnoidm nahesteht, und nannte sie Callozostron mirabilis. Eine ausführlichere Beschreibung erschien 1889 im Challenger-Report vol. 31, p. 48, Taf. X, Fig. 1 — 5. \V. Kükenthal, Aleyonaria. 329 Taf. XX, Fig. 1). Später hat Versluys (1906, p. 133) das Originalstück nochmals gesehen, aber keine erneuten Untersuchungen daran angestellt. Die in einem Exemplar gefundene Form wurde zur Aufstellung einer neuen Gattung und einer neuen Unterfamilie der Primnoiden benutzt. In dem Materiale der Deutschen Südpolar-Expedition fanden sich zwei neue Arten, welche der Gattung Callozostron zuzurechnen sind, wovon die eine in einem, die andere in vier Exemplaren vorliegt. Durch die Untersuchung dieser Formen wird unsere Kenntnis der Gattung beträchtlich erweitert und ebenfalls die. Diagnose der Unterfamilie stark modifiziert. Wright hatte bei dem ihm vorliegenden Exemplare, das sehr schlaff und ohne Basis war, die Vermutung ausgesprochen, daß sie nicht festsitze, sondern sich im Schlamme kriechend bewege und bis zu einem gewissen Grade das Vermögen der Ausdehnung und Zusammenziehung habe, und diese Auffassung vertreten noch später Wright und Studer sowie Versluys (1906, p. 158). Auch die mir vorhegenden fünf Exemplare entbehren sämtlich des basalen Endes. Dennoch bin ich weit entfernt, an eine kriechende Lebensweise von Callozostron zu glauben. Von vornherein schon erscheint es mir unwahrscheinlich, daß derartige durchaus radial gebaute Kolonien mit ihren zarten, lang bedornten Polypen dem Schlamm aufliegen sollen. Dann müßte man doch auch wenig- stens Spuren dieser Bewegungsweise an den Polypen finden, was nicht der Fall ist. Ferner ließ sich an zwei Exemplaren von C. carlottae deutlich wahrnehmen, daß nicht nur der oberste Teil sich durch kleiner werdende Wirtel auszeichnet, sondern daß auch nach der Basis zu eine Abnahme erfolgt, daß schließlich die Wirtel überhaupt aufhören, das unterste Stück der Achse aber noch mit Rinde bekleidet ist, welche in gewissen Zwischenräumen, die denen der Wirtel entsprechen, leicht verdickt ist. Das sind Verhältnisse, wie man sie ganz ebenso bei Vertretern der Gattung Prim- noella wiederfinden kann. Wenn auch bei den mir vorliegenden Exemplaren die basale Anheftung fehlt, so zeigt doch der Zustand des untersten Achsenstückes unwiderleglich, daß sie abgebrochen ist. Von einer frei beweglichen, wurmartig kriechenden Kolonie kann daher meiner Meinung nach gar keine Rede sein. Callozostron ist vielmehr, wie alle anderen Gorgoniden auch festsitzend. Alle drei Arten sind vollkommen unverzweigt, so daß darin wohl ein Gattungsmerkmal zu erblicken ist. Die Achse ist walzenförmig und sehr dünn, bei Callozostron mirabilis aber außerordentlich biegsam, bei C. horridum zwar elastisch, aber doch viel st?rrer, und bei C. carlottae recht starr. Wir sehen also auch hier, wie bei der Gattung Primnoella, eine erhebliche Divergenz in der Ausbildung der Achse bei den einzelnen Arten. Die Rinde ist verschieden dick, am dünnsten ist sie bei C. car- lottae, bedeutend dicker bei C. horridum. Von C. mirabilis geben Wright und Studer an (1889 p. 48), daß die Rinde dünn ist, während Versluys (1906, p. 9^ schreibt: die Rinde ist dick und dadurch der Umfang des Stammes relativ groß. Obwohl letzterer Autor angibt, das Original - exemplar nur gesehen, aber nicht untersucht zu haben, scheint mir seine Angabe mehr den Tat- sachen zu entsprechen, den Bildern im Challengerreport nach zu urteilen (Taf. X). Die Stellung der Polypen ist bei den drei Arten auch verschieden. Bei C. mirabilis stehen, die Polypen sehr dicht, in unregelmäßigen Querreihen von zwölf und mehr, und nur an der Spitze sind zeitweilig Wirtel zu erkennen. Die beiden anderen Arten haben dpgegen eine sehr ausge- prägte Wirtelstellung der Polypen durch die ganze Länge der Kolonie hindurch. Bei C. horridum stehen die Polvpenwirtel nur im untersten Drittel enger zusammen, und bei C. carlottae sind sie 43* 330 Deutsche Südpolar-Expedition. durchweg weit auseinandergerückt. Die Zahl der Polypen in einem Wirtel beträgt bei C. mirabilis zwölf und mehr, bei C. horridum nicht mehr als zwölf und bei C. carlottae durchweg acht. Bei allen drei Arten sind die basalen Teile der Polypen miteinander verbunden, so daß die freien Enden aus einer Scheibe zu entspringen scheinen. Am ausgeprägtesten ist das bei C. horridum der Fall, wo die Polypen bis zur Hälfte in der gemeinsamen Hülle stecken, am wenigsten bei C. carlottae. Bei C. horridum stehen die Polypen nicht senkrecht auf der Achse, sondern sind etwas nach oben geneigt, das Gleiche scheint bei C. mirabilis der Fall zu sein, während bei C. carlottae die Polypen vollkommen senkrecht zur Achse orientiert sind. Von C. mirabilis wird angegeben, daß die Polypen eine gewisse bilateral symmetrische Anordnung zeigen, indem durch Auseinanderweichen der Po- lypen an einer Stelle eine Rinne fast durch die ganze Länge der Kolonie gebildet wird. Auch bei C. horridum konnte ich eine derartige Rinnenbildung' nachweisen, doch fand ich hier auch die Er- klärung dafür. Das Vorkommen eines großen Anneliden in einem Teile der Rinne zeigt an, daß wir es hier mit sogenannten ,, Wurmgängen" zu tun haben, wie sie uns von anderen Primnoiden bereits bekannt sind. Bei C. carlottae fehlen diese Bildungen, und die Polypen stehen daher in ihren Wirtein durchaus radial symmetrisch (siehe Fig. 43). Die Größe der Polypen ist bei C. mirabilis und C. horridum fast gleich und sehr erheblich, während bei C. carlottae die Polypen relativ klein sind. Die Maße sind für C. mirabilis 6 — 7 mm Länge, bei 1,5 mm Dicke, bei C. horridum 8 mm Länge bei 1,5 mm Dicke, bei C. carlottae 1,2 mm •Länge, bei 0,75 mm Dicke oben, 0,55 mm an der Basis. Relativ die schlanksten Polypen hat also C. horridum, bei C. mirabilis sind sie etwas dicker, bei carlottae dagegen sehr dick und oben stark verbreitert. Als besonderes Merkmal der Unterfamilie wird angegeben, daß die Polypen nicht bilateral symmetrisch sind. Das stimmt im allgemeinen, nur bei den Deckschuppen fällt auf, daß regel- mäßig zwei etwas kleiner sind als die anderen. Auch sind bei C. horridum die Polypen, allerdings ganz unbedeutend, nach der Achse zu eingebogen. Tentakel kommen allen drei Arten zu. Die Decksehuppen sind anscheinend durchweg sechs bis acht an der Zahl, sie bilden einen spitzen oder stumpfen Kegel : diese Deckschuppen sind länglich dreieckig, ihr oberstes Ende ist etwas abgerundet, zwei sind stets etwas kleiner. Der Polypenkörper ist ringsum mit Schuppen bedeckt. Die oberste Reihe, aus vier bis fünf Schuppen bestehend, hat eine lang ausgezogene Spitze. Diese im Querschnitt kreisrunden, dünnen Stacheln werden bei C. horridum bis vier mm lang, bei C. mirabilis scheinen sie etwas kürzer zu sein als die übrige Körperlänge, und ebenso ist das bei C. carlottae der Fall, wo die Stacheln ziemlich erheblich nach innen eingebogen sind. In der Gattungsdiagnose geben Wright und Studer an (p. 48), daß vier bis acht Schuppen mit solchen langen Stacheln versehen sind, in der Artdiagnose ist nur von vier bis sechs solchen stachelbewehrten Schuppen die Rede. Bei C. horridum sind meist vier bis fünf, gelegentlich sechs solcher bestachelter Randschuppen wahrnehmbar. Da- gegen liegt bei G. carlottae der Fall vor, daß auch die unter den obersten Randschuppen gelegene Reihe der Polypenschuppen lange Stacheln trägt, so daß hier jeder Polyp mit neun bis elf Stacheln bewehrt ist. Eine gewisse Beweglichkeit scheint den Randschuppen zuzukommen. Die übrigen Polypenschuppen sind wenig regelmäßig gelagert, am unregelmäßigsten bei C. carlottae, wo auch ihre Größe recht verschieden ist. W. Kükenthal, Alcyonaria. ;;;; j Die Rinde ist dicht brdeckt mit flachen, scheibenförmigen oder etwas eckigen, kleineren Schuppen. Die Farbe ist elfenbeinweiß bis hellgelbbraun. F u n d ort : Antarktischer Ozean. C. mirabüis wurde erbeutet von Station 153 der Chal- lenger-Expedition nahe der Antarktis in 1675 Faden Tiefe. C. horridum stammt aus der Ant- arktis, I. III. 03, aus 2454 m Tiefe, und C. carlottae ebenfalls aus der Antarktis aus 3397 m Tiefe. Callozostron ist also eine typische Tiefseegattung der Antarktis. Auf Grund dieser vergleichenden Zusammenfassung ist der Gattung Callozostron folgende Diagnose zu geben: ,, Die Kolonie ist stets unverzweigt, die Achse dünn, elastisch oder starr. Die Polypen stehen in Wirt ein von mindestens acht Polypen um die Achse. Diese Wirtel können nach der Basis zu un- deutlicher werden. DiePolypen sind groß, von gestreckter Form, senk- recht oder nahezu senkrecht von der Achse abstehend, nicht oder kaum nach der Achse zu eingebogen, starr, nicht deutlich bilateral symmetrisch gebaut. Tentakel sind stets vorhanden. Das Schup- penkleid ist wenig regelmäßig und bedeckt den gesamten Polypen- körper. Die Deckschuppen, meist acht an der Zahl, bilden einen spitzen oder stumpfen Kegel. Die Randschuppen, meist fünf, sind in sehr lange Stacheln ausgezogen, mitunter auch die darunter liegende Qu er reihe von Polypenschuppen. Die Stammrinde ist ver- schieden dick, mit kleineren, meist scheibenförmigen Schuppen bedeckt. Farbe elfenbeinweiß. Fundort: Antarktis, in Tiefen von 2454 bis 3397 m." Nach dieser Gattungsdiagnose ist auch die Diagnose der Unterfamilie zu modifizieren. * Callozostron horridiim Kükenthal. (Taf. XXII, Fig. 12 u. 13.) 1909. G. h. Kükexthal, Zool. Anz., Bd. XXXV, p. 49. Fundort: Antarktis, 1. III. 03, in 2450 m Tiefe. Ein Exemplar. Beschreibung: Die Kolonie hat eine Länge von 18 cm, bei einer Breite von 1 — 2 cm. Das untere Ende ist abgebrochen. Die Achse ist zwar biegsam, aber nicht in besonderem Maße, keineswegs trifft für sie die von Wright und Studer bei ihrer Form C. mirabüis erwähnte Eigenschaft „extremely flexible" zu. Die Achse hat eine gestreckte Lage, und ihre Elastizität ist so groß, daß sie immer wieder in diese zurückkehrt. Es lassen sich an der Kolonie zwei allmählich ineinander übergehende Teile unterscheiden, der kürzere, ein Drittel der Gesamtlänge erreichende basale Teil ist breiter, der längere distale Teil viel schmäler. Die Polypen stehen in Wirtein, in der Zahl von zehn bis zwölf, und zwar im distalen Teile zehn, im proximalen zwölf. Die Wirtel stehen distal weiter auseinander als proximal. Ihre Entfernung voneinander beträgt in dem oberen Teile der Kolonie 4 mm, während sie in dem unteren Teile nur 2 mm voneinander abstehen. Hier ließ sich aber konstatieren, daß die Achse aus dem Stamme herausgestreift worden ist, so daß wir hier kein besonderes Merkmal vor uns haben. Die Wirtel sind sehr regelmäßig angeordnet und zeigen in der Anordnung ihrer Polypen eine bilaterale Symmetrie, indem je fünf, unten sechs Polypen mit 332 Deutsche Südpolar- Expedition. ihren Basen zusammenrücken und verschmelzen. Die beiden Hälften des Wirteis sind auf der einen Seite durch eine breite Furche völlig voneinander getrennt, während auf der entgegengesetzten Seite die Furche viel schmäler ist. Die Polypen eines Wirteis stehen nicht ganz senkrecht zu der Achse, sondern erheben sich ein wenig nach oben, ihre Verteilung ist sonst aber eine viel regel- mäßigere. Die Anwesenheit eines fast 3 cm langen Anneliden in der breiten Furche des basalen Kolonie - teiles legt die Vermutung nahe, daß diese Furchen nichts an- deres wie „Wurmgänge" sind, wie sie auch bei anderen Prim- noiden beobachtet worden sind. Die Länge der freien Polypen kann bis 8 mm betragen, davon kommen aber fast 4 mm auf die langen Stacheln, welche zu je vier aus dem Köpfchen hervorragen. So lang sind aber nur die am Rande eines halben Wirteis stehenden Polypen, die anderen sind bis fast zur Hälfte mit ihren Basen ver- schmolzen (Fig. 38). Am oberen Ende der Kolonie werden die Fig. 38. Callozostron horridum n. sp. Ein halber Fig. 39. Callozostron horridum n. sp. Polypenwirtel. Oberer Teil eines Polypen. Polypen kleiner, stehen weniger zahlreich in jedem Wirtel, und die Achse setzt sich in eine abge- stumpfte konische Spitze fort. Gelegentlich kann man im oberen Teile der Kolonie das Entstehen neuer Polypen beobachten, die seitlich heraussprössen. Die Dicke der Polypen ist sehr gering und übersteigt kaum 1,5 mm. Die Form ist im allgemeinen walzenförmig, im obersten Teile der Polypen findet eine leichte Verdickungstatt. Die Tentakel sind sehr klein, nur 0,45 mm hoch, aber sehr breit und mit langgestreckten, spitz auslaufenden Pinnulae, 12 — 14 an der Zahl, versehen. Die Polypen sind mit Platten bedeckt, von oben mehr rhombischer, unten mehr abgerundeter Gestalt (Fig. 39). Diese Platten stehen in unregelmäßigen Längsreihen, von denen sich etwa fünf unterscheiden lassen. Auch trans- versal läßt sich keine deutliche Anordnung wahrnehmen, im allgemeinen stehen etwa sieben Schuppen W. Kükenthal, Alcyonaria. 333 übereinander. Der Durchmesser dieser Schlippen variiert etwas, durchschnittlich beträgt er etwa 0,65 mm. Der Zentralkern dieser Schuppen hegt meist in der Mitte und zeigt eine sehr kräftige Strahlung, in einer gewissen Entfernung beginnen dann sehr dicht gestellte, kleine Warzen zu erscheinen, die bis nahe zum äußeren Rande gehen, diesen aber freilassen. Der freie Rand ist etwas eingekerbt, teilweise auch fein gesägt (Fig. 40). Die am oberen freien Rande des Polypen stehenden Schuppen, vier bis sechs an der Zahl, zeigen ein ganz anderes Verhalten. In ihrem basalen Teil abgerundet, laufen sie nach oben in einer sehr langen Spitze aus, die bis 4 mm lang werden kann (Fig. 41 ). Über das Polypenköpfchen hinaus erstrecken sich also vier bis sechs gerade Fig. 40. Callozostron horridum n. sp. Polypensehuppe. "% ';*: ''.'.fr- •:.•' . Galyplropkora agassid (Stud.), Ampliila-phis abicUna (Stud.) und Thomrdla variaoüis (Stud.). Archiv f. Naturgeschichte, Jahrg. LXXI, Bd. 1, Heft 3. 1905. Thomson, A. and Henderson, \V. D., On the Älcyonaria. Suppl. Report XX. Report to the Government of Ceylon on the Pearl Oyster Fisheries of the (hilf of Manaar by W. A. Herdman. Published by the Royal Soc. 1906. Thomson, A. and Henderson, W. 1).. An Account of the Alcyonarians collected by the Royal Indian Marine Survey Ship Investigator in the fndian Ocean. I. The Alcyonarians of the Deep Sea. 1906. Thomson, A. und RncniE, J., The Alcyonarians of the scottish National Antarctic Expedition. Transact, Royal Soc, Edinburgh, vol. XL I, pari III. W. 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Fig. 6 Thouarella grandiflora n. sp. Fig. 7, 8 u. 9 Primnoella vanhoeffeni n. sp. Fig. 10 Caligorgia antarctica n. sp. Deutsche Südpolar- Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel XXII. KOkenlhal u. Zimmer phol. Verlag von Georg Reimer in Beriir Fig. 11 Stachyodes gaussi n. sp. Fig. 12 u. 13 Callozostron horridum n. sp. Fig. 14, 15, 16, 17 Callozostron carlottae n. sp. Deutsche Sudpolar- Expedition. 1901-3. Band XIII Tafel XXIII. Kükenthai u. /immer phot. Verlag von Georg Heime n Bei li Fig. 18 u. 19 Primnoisis antaretica n. sp. Fig. 20 Primnoisis fragilis n. sp. Fig. 21 Primnoisis armata n. sp. Fig. 22 Umbellula carpenteri Köll. DIE CRASPEDOTEN MEDUSEN DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 VON E. VANHOFFEN BERLIN MIT TAFELN XXIV UND XXV UND 25 ABBILDUNGEN IM TEXT Deutsche Siidpolar-Ezpedition. XIII. Zoologie V. 4ß Die Craspedoten-Medusen der Deutschen Südpolar-Expedition bilden eine wertvolle Ergänzung zur Medusenausbeute der „Valdivia", die ja die Eisregion des Südens erreichte, aber die Frage, welche Medusenarten für das antarktische Gebiet charakteristisch seien, nicht mehr beantworten konnte. Zusammen mit den Ergebnissen der gleichzeitigen Südpolar-Expeditionen geben sie schon eine gute Übersicht über die im Küstenmeere des antarktischen Kontinents heimischen Arten, und die farbigen Abbildungen, die wir bei allen übrigen Bearbeitungen vermissen, geben zum ersten Male eine Vorstellung von den lebenden Tieren. Im ganzen wurden 29 Medusenarten bei der Gauss- Station und im benachbarten Eisgebiet etwas nördlich davon beobachtet, eine verhältnismäßig reiche Ausbeute, wie sich zeigt, wenn man sie mit den Fängen der übrigen Südpolarexpeditionen zusammenstellt, wobei ich annehme, daß die von Browne als Perigonimus sp. erwähnten jungen zweitentakeligen Medusen der Discovery zu Dissonema gehören, und daß Phialidium viridescens Maas = Cosmetirella simplex Browne ist. Die Craspedoten-Medusen der Antarktis. Gauss Discovery Southern Gross Belarica Scotia Francais Margelopsis australis Browne Eleutheria vallentini Browne Köllikeria maasi Browne Hippocrene macloviana Lesson (juv.) Dissonema gaussi n. sp Catablema weldoni Browne Bythotiara dryqälskii n. sp Sibogita borehgrevinki Browne Ptychogena antarctica Browne Ptychogena aurea n. sp Staurophora antarctica n. sp Cosmetira frigida Browne Cosmetirella simplex Browne Isonema antarctica n. sp Isonema austräte n. sp Isonema amplum Vanhöffen Pantachogon scotti Browne Halicreas papillosum Vanhöffen HaMscera racovitzae Maas Ealiscera conica Vanhöffen Botrynema brucei Browne Crossoia brunnea Vanhöffen , Ptychogastria opposita n. sp Aegina sp Solmundella bitentacalata Quoi et Gaimard + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + 46 * 354 Deutsche Südpolar-Expedition. Neue für die Antarktis eigentümliche Gattungen sind nicht vorhanden, da die beiden, welche Browne noch annahm, obwohl er selbst bereits an ihrer Sonderstellung zweifelte, auch an anderen Orten gefundenen ganz nahe stehen oder mit ihnen identisch sind. So glaube ich wenigstens, daß Cosmetirella mit Phialella von Kerguelen und Botrynema mit der arktischen Alloionema zusammen- gehört. Halicreas papillosum, die von der „Scotia," und Eleutheria vallentini, die von der „Discovery" und vom „Francais" in der Antarktis gesammelt wurden, sind vom „Gauss" nur in der Tiefsee und bei Kerguelen gefunden worden. Ich sehe in dem Auftreten der letztgenannten, bei Kerguelen und im Magellan- Gebiet an Tang lebenden, kriechenden Meduse an den Stationen der englischen und französischen Expeditionen einen Hinweis darauf, daß Ausläufer der Westwindtrift die vom „Fran- cais" und von der „Discovery" erforschten Gebiete erreichen. Von besonderem Interesse ist das Auffinden der südlichen Ptygogastria, die ich P. opposita nenne, sowie von dem auch von der „Scotia" erbeuteten Botrynema, welche beide zusammen mit Margelopsis einstweilen als bipolare Gattungen betrachtet werden müssen. Wie vereinzelt die einen, wie häufig die anderen Arten bei der Gauss-Station erschienen, ergibt sich aus der Übersicht über die Fangresultate in den verschiedenen Monaten. März 1902 April Mai Juni Juli Aus;. Sept. Okt. Nov. Dez. Jan. 1903 Febr. März April 1.— 8. Margelopsis Köllikeria Eippocrene Dissonema Catäblema Bijtholiara Calycopsis Ptychogena anlarctica Ptychogena aurea Staurophora Cosmetira Cosmetirella Panlachogon Isonema anlarctica . . . Isonema austräte Isonema amplum Haliscera conica Botrynema Crossota Plychogaslria Solmunclella-Larven. . . Sohnundella-Medusen . Aegina sp + + + + + + + + + + + + +■ + + + + + + + + -i + + + + + + + + + + + + + + + + + 4- + + + + + + + + + + + + + + + + Daß Calycopsis, Staurophora, Haliscera, Botrynema, Crossota und Aegina nicht bei der Station, sondern nur bei Tiefenfängen außerhalb des Festlandsockels gefangen wurden, kennzeichnet sie als Bewohner der Tiefsee. Außer den bei der Gauss-Station oder in der antarktischen Tiefsee gefundenen Arten wurden Vanhöffen, Craspedote Medusen. 355 noch zahlreiche meist bereits von der „Valdivia" mitgebrachte Medusen auf der hohen See oder in der Nähe der von der Expedition berührten Küsten während der Hin- und Rückfahrt gesammelt, die dazu beitragen können, das Bild von der Verbreitung der Arten zu vervollständigen. Bei Cytaeis tetrastyla konnte, da die Art in großer Anzahl von den Kapverden vorlag, auch Polymerie nachgewiesen werden, das Auftreten von 5- und Gstrahligen Formen bei gewöhnlich 4zähligen .Medusen. Im ganzen besteht demnach die Ausbeute der Expedition aus folgenden 52 Arten von den angegebenen Fundorten: Anth.omed.usen. 1. Margelopsis australis Browne Gauss -Station. 2. Eleutheria vallentini Browne Kerguelen. 3. Cytaeis tetrastyla Eschscholtz Kapverden. 4. Bougainvülea ramosa van Beneden NW von Kapverden. 5. Bougainvülea niobe A. G. Mayer Südl. Atl. Ozean. 6. Hippocrene macloviana Lesson Kerguelen (und Gauss -Station). 7. Köllikeria maasi Browne Gauss- Station. 8. Dissonema gaussi n. sp Gauss -Station. 9. Catablema weldoni Browne Gauss -Station. 10. Bythotiara drygalskü n. sp Gauss- Station. 11. Calycopsis borchgrevinki Browne Südl. Eismeer. 12. Calycopsis typa Fewkes Indischer und Atl. Ozean. Leptomedusen. 13. Laodice undulata Forbes & Goodsir Kapverden. 14. Ptychogena antarctica Browne Gauss-Station. 15. Ptychogena aurea n. sp Gauss-Station 16. Staurophora laciniata A. Agassiz Südl. Atl. Ozean. 17. Staurophora antarctica n. sp Südl. Eismeer. 18. Cosmetira frigiäa Browne Gauss-Station. 19. Mitrocoma juv Port Natal. 20. Cosmetirella kerguelensis n. sp Kerguelen. 21. Cosmetirella simplex Browne Gauss-Station. 22. Irene viridula Eschscholtz Tropischer Atl. Ozean. 23. Phortis palkensis Browne Port Natal, Ind. Ozean. 24. Mesonema coelum pensile Modeer Atl. und Ind. Ozean. Trachymedusen. 25. Rhopalonema velatum Gegenbaur Atl. und Ind. Ozean. 26. Rhopalonema funerarium Vanhöffen Tropischer Atl. Ozean. 356 Deutsche Südpolar-Expedition. 27. Colobonema sericeum Vanhöffen Tropischer Atl. Ozean. . 28. Liriope tetraphylla Chamisso & Eysenhardt Atl. und Ind. Ozean. 29. Geryonia proboscidalis Forskal Atl. und Indischer Ozean. 30. Aglaura Tiemistoma Quoi et Gaimard Atl. und Ind. Ozean. 31. Isonema amplum Vanhöffen Gauss -Station. 32. Isonema antarcticum n. sp Gauss -Station. 33. Isonema australe n. sp Gauss -Station. 34. Isonema tetragonium n. sp Atl. Ozean, unter dem Äquator. 35. Pantachogon scotti Browne Gauss -Station. 36. Halicreas papillosum Vanhöffen Tropischer Atl. Ozean. 37. Halicreas glabrum Vanhöffen Tropischer Atl. Ozean. 38. Haliseera conica Vanhöffen Gauss -Station und Südl. Eismeer. 39. Haliseera racovitzae Maas Südl. Atl. Ozean. 40. Botrynema brucei Browne Südl. Eismeer. 41. Halitrephes valdiviae n. sp Südl. Atl. Ozean. 42. Crossota brunnea Vanhöffen Südl. Eismeer. 43. Ptychogastria opposita n.. sp Gauss -Station. Narcomedusen. 44. Aeqina rosea Eschscholtz Südl. Atl. Ozean u. Ind. Ozean. 45. Aegina sp Südl. Eismeer. 46. Pegantha triloba Haeckel Südl. Atl. Ozean und Südl. Eismeer. 47. Polyxenia juv Kapverden, Südl. Atl. und Ind. Ozean. 48. Polycolpa forskali Haeckel Westl. v. Kapverden 49. Aegineta juv Südl. Atl. Ozean 50. Cunoctona juv Süd). Atl. Ozean 51. Solnmndella bitentaculata Quoi et Gaimard Ind. und Atl. Ozean, Südl. Eismeer und Gauss -Station. 52. Solmaris flavescens Kölliker Atl. Ozean. Wenn somit auch nicht eine besonders große Artenzahl erreicht wurde, so doch eine alle früheren Ergebnisse übertreffende Zahl an Individuen. Schwarmartige Anhäufungen von Medusen wurden im Porte Grande, dem Hafen von der Kapverdeninsel Sao Vincente von Cytaeis tetraslyla und in der Observatory Bay Kerguelens von Hippocrene macloviana angetroffen, wahrend bei der Gauss - Station Solmundella bitentaculata, demnächst die Isonema -Arten und Cosmetirella simplex in großer Zahl, wenn auch kaum seh warmweise erschienen. Anthomedusen. 1. Margelopsis australis Browne. Tai 1, Fig. 1. Browne beschrieb diese Art nach einer kleinen, nur 0,75 mm großen Meduse, welche von Hodgson im McMurdo-Sund gefunden war. Mir liegen 7 Exemplare von der Gauss-Station vor, Vanhöffen, Craspedote Medusen. 357 die nur in Tiefenfängen aus 350 — 400 111 erhalten waren. Das auffallend dicke, fast die ganze Schirmhöhle ausfüllende Manubrium läßt es verstehen, daß die Tiere selten oder kaum zur Ober- fläche aufsteigen. Zwei in Formol konservierte Exemplare vom 20. VI. 02 und vom 1. XII. 02 sind 3 mm, zwei vom 23. V. und 24. VII. 2,5 mm und eins vom 30. XI. 1 mm groß, die in Alkohol aufbewahrten vom 18. X. 02 und 24. II. 03 messen 1 und 1,5 mm. Sie stimmen alle im wesentlichen mit der Originalbeschreibung überein, nur ist bei meinen Exemplaren der Magen nicht so lang gestielt, zuweilen direkt sitzend, und das Mundrohr ist konisch, wenn auch vom mittleren, geschwollen erscheinenden Teil des Magens deutlich abgesetzt, nicht zylindrisch, wie Browne es zeichnet. Die Abbildung des Tentakelbulbus, der bei dem kleinsten wie bei dem größten Exemplar zwei über- einander, nicht nebeneinander, stehende kleine Tentakel trägt, kann den Anschein erwecken, als ob die Exemplare der „Discovery" und die des „Gauss" verschiedenen Arten angehören. Doch halte ich das für unwahrscheinlich. Bei meinen Exemplaren besteht der Bulbus aus einem oberen kuge- ligen Nesselwulst, dem sich unten ein weniger kompaktes, in der Mitte eingeschnürtes Polster anlegt. Da der Schirmrand eingefaltet ist, sieht man auch bei Ansicht von der Seite das letztere nicht. Magen und Tentakelbulben sind ganz hellgelb, fast weißlichgelb gefärbt, sonst sind die Tiere farblos. Von M. haeckeli und M. gibbesi unterscheidet sich M. australis durch die geringe Zahl von nur zwei übereinanderstehenden Tentakeln am Bulbus bei gleicher Größe. Am nächsten mit ihr verwandt ist die norwegische M. hartlaubi Browne, doch scheint mir, daß die antarktische Art durch größere Tentakelbulben und kleinere nicht mit perlschnurartiger Nesselbewehrung ver- sehene Tentakel von jener abweicht. Browne konnte bei seinem noch nicht genügend entwickelten Exemplar sichere Artmerkmale nicht angeben. Von besonderem Interesse ist. daß eins von den 7 Exemplaren 5-strahlig ist, 5 Radialkanäle und 5 Tentakelbulben besitzt, also Polymerie zeigt. 2. Elentheria vallentini Browne. Im Januar 1902 hatte ich zum zweitenmal Gelegenheit, diese kleine Qualle in Kerguelen auf Makrocystisblättern zu sammeln, die in der Observatory Bay nicht ganz so häufig wie im Gazelle- bassin zu sein scheint. Immerhin war bei genauerem Absuchen des Tangs genug von dieser kleinen Meduse, die zunächst an eine junge Porpita erinnert, zu finden, so daß ich während des einen Monats 46 Exemplare erhielt. Ungefähr ebensoviel Exemplare verdanke ich Herrn Dr. Werth, die noch dadurch Interesse haben, daß sie zu anderen Zeiten gesammelt wurden. Am zahlreichsten scheint Eleutheria in der Zeit von November bis Januar aufzutreten, da sonst nur noch zwei Exenrplare vom 12. VI. 1902 und vom 11. VIII. 1902 vorliegen. Während die meisten Tiere im Leben einen Schirmdurchmesser von 2 — 3 mm (konserviert 1,5 — 2,5 mm) und 20 — 30 Tentakel hatten, wurden am 18. XI. 1902 zwei große Exemplare gefunden, von denen das größte, wie ich bereits in den „Anthomedusen und Leptomedusen der deutschen Tiefsee - Expedition" erwähnte, kon- serviert eine Scheibe von 5,5 mm und etwa 60 Tentakeln hatte und im Leben, nach einer Zeichnung von Dr. Werth mit Maßangabe, 6 mm groß war. Eine Abbildung findet sich in den Ergebnissen der Deutschen Tiefsee-Expedition, Bd. XIX, Taf. 22. Am 24. Januar wurden ganz junge Knospen am Polypen beobachtet, so daß die Medusen auch im März noch anzutreffen sein werden. Ferner müssen die großen Exemplare vom November ein bis zwei Monate alt gewesen sein, und die vom 358 Deutsche Siidpolar-Expedition. 12. Juni dürften sich wohl bereits im Mai, die vom 11. August im Juli abgelöst haben. Es ist dem- nach sehr wahrscheinlich, daß Eleutherien bei Kerguelen das ganze Jahr hindurch vorkommen, daß die Entwicklung in den Wintermonaten April bis September vielleicht etwas verlangsamt, aber nicht unterbrochen wird. An der Gauss -Station fehlte Eleutheria vollständig, was wohl auf das Fehlen aller Tange zurück- zuführen ist. Sowohl im Mac-Murdo Sund, wie auch im Westen von Grahamsland, wo Eleutheria von der „Discovery" wie vom „Francais" gefunden wurde, ist das Vorkommen von Tangen fest- gestellt, wenn auch aus den Mitteilungen nicht hervorgeht, ob diese dort heimisch sind oder nur durch Strömungen zugeführt werden. Über den anatomischen Bau gibt Dr. H. Müller x ) nach Material von der Deutschen Süd - polar-Expedition noch einige Auskunft, indem er den Verlauf der Radialkanäle, die Lage der Brut- höhle und die Entwicklung der Geschlechtsprodukte bei den 3 Eleutheria -Alten vergleicht. E. Val- lentini nimmt danach eine Mittelstellung zwischen der als Ausgangsform angesehenen E. claparedi und der das Ende der Entwicklungsreihe bezeichnenden E. dichotoma ein. 3. Cytaeis tetrastyla Eschscholtz. Zuerst wurde diese kleine Margelide während der Ausreise am 11. September 1901 bei der Annäherung an die Kapverden gefunden. Dann trat sie in großer Menge im Porto Grande von Mindello auf Sao Vincente an der Oberfläche auf, wo in der Zeit vom 12. — 17. September mehr als 3000 Individuen erbeutet werden konnten. Die kleinsten Exemplare sind kugelig, etwa 0,5 mm breit und kaum etwas länger, während die größten 4,0 mm im Durchmesser erreichen. Bei den ersteren ist die Exumbrella, wie es ja häufig auch bei anderen jungen Medusen vorkommt, mit feinen zerstreuten Nesselzellen ziemlich regelmäßig bedeckt, so daß, da etwa 10 im Meridian und 30 im Umfang gezählt wurden, ihre Zahl auf ungefähr 250 — 300 geschätzt werden könnte. Die größte Knospe, welche ich fand, war 0,25 mm groß und hatte bereits hervortretende Tentakel- spitzen. Bei in Formol konservierten Tieren von 0,5 mm Durchmesser traten 4 Mundtentakel auf 2 mm „ „ 18 „ 4 mm „ „ 20—28 „ Zum Vergleich, bei in Alkohol konservierten Tieren: von 1,5 mm Durchmesser traten 20 Mundtentakel auf „ 1,75 mm „ „ 20—24 „ „ 2 mm „ „ 24—28 „ „ 2,5 mm „ „ 26 Mehr als 28 Mundtentakel habe ich nicht beobachtet. Bei ausgewachsenen, geschlechtsreifen Individuen von 5 mm Durchmesser gibt Maas 32 Mundtentakel an, während Browne bei 3,5 mm großer Cytaeis von Ceylon 50 — 60 fand. Es ist anzunehmen, daß meine größten, in Alkohol und Formol konservierten Exemplare beide gleich groß waren, daß also die Tiere in Alkohol etwa um die Hallte zusa .m in cii geschrumpft sind. Wenn die von Browne als C. herdmani beschriebenen Tiere in Alkohol konserviert waren, wäre also die große Zahl der Tentakel nicht auffallend. l ) Beiträge zur Kenntnis der Gattung Eleuiheria. Arch. f. Naturgeschichte 1911, Bd. I, 1. SuppL S. 165— 1G7. Vaniiüffen, Craspedote Medusen. 359 Knospen waren reichlich, Gonaden ganz schwach oder überhaupt nicht angelegt. V r on Interesse ist, daß Cytaeis tetrastyla, die bisher nur als 4strahlige Meduse bekannt war, auch mehrstrahlige Formen ausbildet. Die Untersuchung des reichen Materials ergab, daß von 3110 Exemplaren von den Kapverden 3092 vierstrahlig, 14 fünf strahlig und 4 seehsstrahlig waren, d. h. das 14 Exemplare fünffaltigen Magen, 5 Radiärkanale und 5 Tentakel, 4 sechsfaltigen Magen, 6 Radiärkanale und 6 Tentakel hatten. Wären diese einzeln gefunden, so wären sie vielleicht, wie es mit polymeren Formen anderer Arten geschehen ist, als besondere Gattungen beschrieben worden. Auch die Zahl der Mundtentakel scheint vermehrt zu werden, da bei 2 in Formol konservierten fünfstrahligen Exemplaren von 2 mm Durchmesser bereits 24 solcher Tentakel vorhanden waren. Die übrigen spärlichen Funde bieten nichts Bemerkenswertes. Ich will nur erwähnen, daß Cytaeis tetrastyla bei der Ausreise noch südlich von Kapverden am 22. IX. 1901 und nordwestlich von Ascension am 6. X. 1901, dann bei der Rückfahrt im Indischen Ozean am 31. V. 1903 bei Port Natal und im tropischen Atlantischen Ozean am 5. IX. 1903, 30. IX. 03, I. X. 03, 9. X. 03 und 13. X. 03, also zuerst zwischen St. Helena und Ascension, dann bis 20° N. Br. noch über Kapverden hinaus angetroffen wurde. 4. Bougainvillea ramosa van Beneden. Eine junge Bougainvillea von 1,5 mm Durchmesser wurde am 13. X. 1903 nordwestlich von den Kapverden gefunden, die ich zu Bougainvillea ramosa rechne. Der Magen ist nur ganz wenig ein- gesenkt, sitzend, aber die Gonaden erscheinen bei durchfallendem Licht interradial deutlich ge- trennt. Die Mundtentakel sind kurz, dreifach verästelt. An den Tentakelbulben waren 5 Ten- takel meist nur noch als Stummel vorhanden, und mit einiger Mühe ließen sich wenige rundliche Ozellen auf den Bulben, nicht auf den Tentakelstummeln erkennen. Die Farbe scheint ziemlich hell gewesen zu sein, da sie in Formol völlig verschwunden ist. 5. Bougainvillea niobe A. G. Mayer. Am 22. Oktober 1910 wurde bei einem Fang aus 3000 m im Südatlantischen Ozean eine Bou- gainvillea mit gestielten Medusenknospen am Magen gefunden, die ich deswegen nur mit B. niobe identifizieren kann. Das Tier ist 12 mm hoch, 11 mm breit, mit 7 mm hoher und ebenso breiter Subumbrellarhöhle. Der Magen ist nur 1 mm hoch, bei 3 mm Breite und die. Dicke der Gallerte beträgt im Scheitel 3 mm. Die Mundtentakel sind etwa sechsmal dichotom verästelt, und im Tentakelbündel wurden gegen 20 Tentakel gezählt. Ozellen sind vorhanden. Die Gonaden er- scheinen als 4 interradial eingebuchtete Verdickungen der Magenwandung. Die Medusenknospen sitzen auf Stielen, die annähernd so lang wie sie selbst sind, adradial an den Ecken des Mund- kreuzes, wie es A. G. Mayer für B. niobe angibt. Da Medusenknospung sonst bei Bougainvillea nicht beobachtet ist, wird man wohl B. niobe als gute Art anerkennen müssen. Das von mir beob- achtete Exemplar hatte im Leben eine hellere, rein gelbe Färbung der Gonaden und Tentakel- bulben, als es Mayers Abbildung (Medusae of the World, Tafel 18, Abb. 1) angibt. 6. Hippocreue macloriana Lesson. Taf. II, Fig. 1. Im Januar 1902 sammelte ich über 300 Exemplare von Hippocrene macloviana in der Obser- vatory Bay auf Kerguelen, nachdem die „Valdivia" dieselbe bereits im Gazelle -Hafen, als bei Deutsche Siidpolar-Expeditiun. XVIII. Zoologie. V. 47 360 Deutsche Südpolar-Expedition. dieser Inselgruppe vorkommend, nachgewiesen hatte. Am 13. II. 1902 wurden die Quallen noch von Dr. Werth beobachtet und in 32 Exemplaren konserviert. Am 6. Dezember 1902 fand er dann das erste erwachsene Exemplar der nächsten Produktion, so daß die Schwärmperiode dieser Meduse bei Kerguelen etwa 3 Monate dauert. Auf unsere Exemplare paßt gut die Beschreibung, welche Browne nach von den Falkland - Inseln stamm